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Sonntag, 21. Februar 2016

Fürbitten 22.2. - Kirche: mehr Ort der Barmherzigkeit und weniger "Lehrstuhl" ?



22.2.2016  Fest Kathedra Petri
Eigentlich geht dieses Fest auf einen heidnischen Brauch im alten Rom zurück. Im Totengedenken hat man dort zu eigenen Feiern Speisen für die Verstorbenen gebracht und für jeden Toten auch einen Sessel,einen Stuhl (cathedra) hingestellt. Die Christen haben bei diesem Totengedenken an Petrus gedacht – aber ab dem 4.Jahrhundert hat Rom diese Feier mit heidnischem Hintergrund verboten. Statt dessen hat man nun den Sessel, den „Stuhl“ des Petrus als „Lehrstuhl“ umgedeutet. Dieser „Lehrstuhl Petri, das wissen wir, hat in der Geschichte der christlichen Kirchen aber auch zu vielen Problemen geführt

Bitten wir, dass das jüngste Treffen zwischen Papst Franziskus und dem russisch orthodoxen Patriarchen Kyrill in Kuba wirklich einen Neuanfang in der 1000 jährigen Trennung der beiden christlichen Kirchen bedeuten kann

beim Besuch in einer evangelischen Gemeinde in Rom hat Papst Franziskus vor Weihnachten konfessionell gemischte Ehepartner bereits ermutigt, gemeinsam auch zur Kommunion in der katholischen Kirche zu gehen Bitten wir um solche konkrete, praktische Fortschritte in der Ökumene

bitten wir ganz besonders für Franziskus, dass er seinen Reformkurs fortsetzen kann und dass sein Weg  der Barmherzigkeit weiter ein Hoffnungszeichen für Menschen in aller Welt sein kann

bitten wir, dass unsere kirchlichen Vorschriften Menschen nicht niederdrücken sondern ihnen vielmehr Luft zum Leben geben , dass die Kirche wie Jesus heilend und verzeihend auf die Menschen zugeht, und nicht strafend und mit erhobenem Zeigefinger

bitten wir, dass es auch bei uns selbst nicht um das Hüten und Bewahren alter Vorschriften geht, sondern dass wir immer wieder den Geist Gottes in neuen Situationen und Herausforderungen erkennen

und bitten wir für uns selbst, dass wir unseren Glauben mit Freude und Liebe leben und uns in der Gemeinschaft der Kirche zu Hause fühlen
  
So bitten wir dich guter Gott, dass wir selbst einen guten Weg mit der Kirche gehen können und dass uns immer bewusst ist, dass wir alle eine „priesterliche Berufung“ haben, wie es im Buch der Offenbarung steht "Christus liebt uns … er hat uns die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht für den Dienst vor seinem Gott und Vater",
(Offb 1,5f.).