22.7.2026 Fest Maria Magdalena Joh.20.1 „Halte
mich nicht fest“
In Literatur und darstellender Kunst ist Maria Magdalena das Symbol, die Metapher für die „große Liebende.“ Maria Magdalena war für Jesus ein ganz besonderer Mensch. Sie wird an erster Stelle der Frauen genannt, die Jesus begleiten und unterstützen. Möglicherweise hat er sie auch von einer Krankheit geheilt. Dass Magdalena die große Sünderin war, als die sie in der Kunst dargestellt wird, ist nicht bewiesen. Sicher ist: Maria Magdalena war bis zuletzt an der Seite Jesu, sie harrte beim Kreuz aus, sie war dabei, als man Jesus begraben hat. Sie ist aber auch die erste Zeugin seiner Auferstehung. Maria Magdalena kommt am Ostermorgen als erste zum Grab, sie ist die Erste, die den auferstandenen Jesus sieht. Die Begegnung mit Jesus, den Maria Magdalena zunächst für den Gärtner hält, diese Begegnung ist eine Szene voll Zärtlichkeit und Liebe. Und doch sagt Jesus zu ihr: „Maria, halte mich nicht fest“. Wie schwer ist es, nicht festhalten zu dürfen, was man so sehr liebt! Sind wir nicht auch immer wieder in einer ähnlichen Situation. Man will festhalten, man will, dass alles so bleibt, wie es einmal war. Bitten wir heute
Lass uns erkennen, wenn die Zeit gekommen ist, auch in der Liebe loszulassen - lass uns nicht Besitz ergreifen von Menschen, die wir lieben
lass uns aufhören, so vieles und auch Menschen „festhalten“ zu wollen - lass, dass wir uns nicht an das klammern, „was einmal so schön war“
lass uns Vertrautes loslassen, damit wir Neuem begegnen können - gib uns Vertrauen in unsere leeren Hände
Lass uns spüren, wonach wir Sehnsucht haben, Gib uns den Mut, dieser Sehnsucht nachzugehen, lass uns mit Leib und Seele nach Liebe suchen, ganz gleich wie alt wir sind
Lass uns nicht vergessen, auch uns selbst zu lieben - uns anzunehmen, so wie wir sind, nicht nur mit unseren guten Seiten
Gib unserer Liebe die Kraft, auch in schwierigen Situationen und in schweren Zeiten stand zu halten, gib uns eine Liebe, die letztlich stärker ist „als der Tod“
Maria Magdalena ist zum Symbol für eine Frau geworden, die leidenschaftlich liebt. Schenke uns allen, allen Menschen, Frauen und Männern, diese Fähigkeit zu Hingabe und Selbstvergessenheit
Du guter Gott, in Deiner Liebe finden wir das Abbild all dessen, was wir ersehnen. So oft sind wir innerlich wie ausgetrocknet, wie abgestorben – lass, dass wir einander die Liebe geben, die jeder von uns so sehr braucht. Lass uns lieben wie Maria Magdalena geliebt hat.Amen
Nach dem Zeugnis der Evangelien war Maria von Magdala eine jener Frauen aus Galiläa, die Jesus begleiteten und ihm nhe waren. Maria Magdalena stand mit Maria, der Mutter Jesu und mit Johannes und anderen Frauen unter dem Kreuz Jesu und sie war zugegen, als sein Leichnam ins Grab gelegt wurde. Maria Magdalena eilte am Ostermorgen zum Grab und sie durfte als Erste von allen Jesus nach seiner Auferstehung begegnen. Jesus beauftragte sie, den Jüngern die Botschaft von seiner Auferstehung zu bringen.
Im 3. Jahrhundert verlieh ihr Hippolyt von Rom
die ehrenvolle Bezeichnung „Apostelin der Apostel“.















