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Sonntag, 1. August 2021

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


" Es gibt nur ein Anzeichen von Weisheit: gute Laune.“ Montaigne


"..es gibt Zukünftiges, das wiegt alle früheren Leben auf" Jean Baudrillard


Dass zwei sich richtig lieben,
gibt erst der Welt den Sinn,
macht sie erst rund und richtig
bis an die Sterne hin." Mathias Claudius


„Nicht weil es schwer ist,
wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen,
ist es schwer.“ Seneca


"Überlass es der Zeit
Erscheint dir etwas unerhört, bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuchs nicht mit Streit, Berühr es nicht, überlass es der Zeit
Am ersten Tage wirst du feige dich schelten,
Am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du's überwunden;
Alles ist wichtig nur auf Stunden,...
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,                                                                                                     Zeit ist Balsam und Friedensstifter."      Theodor Fontane


"Die Zeit
ist mein Freund
mein Feind
Ich esse ihre Süßfrüchte
trinke ihren Wermut
Jede Stunde
ist meine Stunde
Staunen" Rose Ausländer


"seit es Menschen gibt,
haben sich die Menschen zu wenig Freude gegönnt.
das allein.. ist unsere Erbsünde.
ich möchte an einen Gott glauben,
der gut zu tanzen weiß". Henry Matisse

 

"Wanderer, deine Spuren sind der Weg,
sonst nichts;
Wanderer, es gibt keinen Weg,
der Weg entsteht im Gehen.
im Gehen entsteht der Weg,
...und schaust du zurück, siehst du den Pfad,
den du nie mehr betreten kannst.
Wanderer, es gibt keinen Weg,
nur eine Kieselspur im Meer." Antonio Machado


"Unter den Idealen,                                                                                                                                   die einen Menschen über sich selbst und seine Umwelt hinausheben können,                                           gehört die Ausschaltung von Gier und Egoismus,                                                                                     Ausmerzung von Trägheit und Verschlafenheit, Eitelkeit und Geringschätzung,                                        Überwinden von Ängstlichkeit und Unruhe und Verzicht auf Mißwünsche                                             zu den Wesentlichsten." Buddha“

 

„Die herkömmliche Religion bringt normalerweise keine Suchenden hervor, keine aufrichten, demütigen Menschen, die darauf vertrauen, dass Gott immer größer ist als sie selbst.                             Die herkömmliche Religion bringt vielmehr allzu leicht Menschen hervor, die meinen, Gott in der Tasche zu haben. Menschen mit einfachen zungenfertigen Antworten…                                                Gott aber, das große Mysterium wird uns ins Paradox führen, in die Finsternis, auf Wege, die niemals enden.“ Richard Rohr US Franziskaner und Therapeut


" Beharre nicht auf der Welle
die sich an deinem Fuß bricht,
solange er im Wasser steht,
werden sich neue Wellen an ihm brechen. Bertolt Brecht

CARPE DIEM





Donnerstag, 29. Juli 2021

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


" Verschiebe nicht auf morgen, was genau so gut auf übermorgen
verschoben werden kann." Mark Twain

 

"Ich möchte meine Haut tauschen.
Sie ist immer zu dick oder zu dünn.
Ich hätte lieber ein robustes, wasserabstoßendes, antistatisches Fell."
Silvio Blatter

 

 Nicht so viel Angst vor Krankheit!!!

"Schließlich sterben wir alle nicht, weil wir krank sind,

sondern weil wir leben" Anthoy de Mello

 

"Was uns beunruhigt sind nicht die Dinge, sondern
unsere Urteile über die Dinge"  der Stoiker Epiktet


"Sorge!
Willst du mich nicht glücklich machen,
nun so mach mich klug" Goethe


Die Definition von Wahnsinn ist:

Immer wieder das Gleiche zu tun

und gleichzeitig

unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten.“ Benjamin Franklin

 

"Der Mensch baut zu viele Mauern
und zu wenige Brücken" Isaak Newton


"Lerne denken mit dem Herzen
lerne fühlen mit dem Verstand" Theodor Fontane


" Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von
niemand überholt werden" Marlon Brando

 

"Strebe nach Ruhe
aber durch das Gleichgewicht
nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeiten" Friedrich Schiller 


"Wenn Leute dir sagen: „Kümmere dich nicht soviel um dich selbst“

dann sieh dir...die Leute an, die dir das sagen:

An ihnen kannst du erkennen

wie das ist

wenn einer

sich nicht genug

um sich selbst

gekümmert hat" Erich Fried


"Die Furcht vor Freiheit ist stark in uns." - Germaine Greer




 


 


Montag, 19. Juli 2021

immer wieder einen neuen Blick wagen



 „Ich muss loslassen, woran ich mich geklammert hatte.                                                                               Solange ich diese Tatsache als Verlust für mich auffasse bin ich unglücklich.                                             Aber sobald ich sie unter dem Aspekt betrachte, das Leben im Loslassen und im Tod befreit wird,  kommt ein tiefer Friede über mich“    Rabindranath Tagore


"Wenn du loslässt hast du zwei Hände frei"    chinesisches Sprichwort


 „Umarme deine Wut“            Zenmeister Thich Nhat Hanh

 

Manche Menschen sind nur Intervalle und Pausen in der                                                                   Symphonie des wirklichen Lebens   Nietzsche

 

„Wenn DANKE das einzige Gebet ist,

das du in deinem ganzen Leben sagst, ist:

das würde genügen“ Meister Eckhart


„Wirf das Missvergnügen über dein Wesen ab!

Verzeihe dir dein eigenes Ich“ Nietzsche          

 

"Verantwortlich
ist man nicht nur für das, was man tut,
sondern auch für das, was man unterlässt" Laotse

 

„Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht,
soll man nicht auch noch den Kopf hängen lassen“. Walter Matthau


" alles.
es ist alles zum letzten Mal,
wenn wir das einsehen würden,
ginge uns die Liebe auf." Ilse Aichinger


"..erwarte dir keinen Weg ohne Hindernisse.
verwandle dein Leiden in dein Heilmittel
nutze den Sturm zu deiner Befreiung"  Zen Meister

 

"Ich bin ein Clown.  Ich sammle Augenblicke" Heinrich Böll    




 


Donnerstag, 1. Juli 2021

Fürbitten 2.7. "Maria Heimsuchung": das Leben in sich tragen

 


2.7.2021 Lk.1.39 Fest Maria Heimsuchung   das Leben in sich tragen

Das Fest „Maria Heimsuchung“ wird heute gefeiert. Manche Feste klingen in unseren Ohren seltsam. Mit dem Wort Heimsuchung verbinden wir heutzutage ja eher nichts Gutes. Eine Heimsuchung ist ein Unglück. Man ist von Katastrophen heimgesucht, von Krankheiten heimgesucht. Aber das Fest heute, ein schönes Marienfest, meint natürlich etwas ganz anderes. Das junge Mädchen Maria, selbst durch eigenartige Umstände schwanger, besucht ihre viel ältere Cousine Elisabeth. Diese wird schon bald ein Kind bekommen und auch das ist, wie bei Maria, ein Wunder. Elisabeth ist keine junge Frau mehr. In ihrem Bauch trägt sie den kleinen Johannes, und in der Bibel heißt es: „das Kind hüpfte vor Freude in ihrem Leib“, als seine Mutter den Gruß Marias hörte. Zwei Frauen begegnen einander, beide waren bereit, sich ganz auf Gott einzulassen.  Maria singt in ihrer überschäumenden Freude das „Magnifikat – Hoch preist meine Seele den Herrn“  Bitten wir heute

 

dass auch wir uns auf den Weg machen, wie Maria

gerade dann

wenn wir vor einer schweren Situation stehen, weil

Gott uns immer wieder ins Unbekannte führt

DU Gott des Lebens – zu dir rufen wir

                                                                           

dass wir die vielen verschiedenen Wege unseres Lebens vertrauensvoll gehen

dass wir Sinn erkennen können,

auch in all dem, was nur schwer erträglich und unverständlich ist

 

lass uns dankbar sein für alle Freundschaft und allen Trost

den wir empfangen

lass uns dankbar sein, weil es Menschen gibt, für die wir wichtig sind

lass uns dankbar sein, für alle guten und tröstlichen Begegnungen

 

bitten wir um eine Welt

wo die Niedrigen erhöht werden und die Hungrigen satt sind

wo die kleinen Leute nicht die ewig Dummen sind

wo Arme und Flüchtlinge eine Heimat finden

und Kinder in Frieden groß werden

 

bitten wir für alle Frauen, die ein Kind erwarten

besonders für die, die ein Problem damit haben, schwanger zu sein

bitten wir für alle Frauen, die ein Kind verlieren mussten

und bitten wir für alle Menschen, die krank sind in diesen Tagen

 

So bitten wir dich guter Gott, dass wir trotz aller Widrigkeiten immer wieder neues Leben, neue Freude in uns spüren können. Dass es Menschen gibt, denen wir vertrauen dürfen und dass wir die Kraft haben, einander beizustehen. Weil Jesus mit uns auf dem Weg ist. Amen


Samstag, 12. November 2016

Es ist alles zum letzten Mal ...



"alles.
es ist alles zum letzten mal,
wenn wir das einsehen würden,
ginge uns die liebe auf." 

Ilse Aichinger

sie ist wenige Tage 
nach ihrem 95.Geburtstag
 in Wien gestorben

Samstag, 4. Oktober 2014

der Sonnengesang des hl.Franziskus - allem Terror zum Trotz


                                                          Gedenkttag Franz von Assisi

SONNENGESANG

Laudato si, mi signore, cun tucte le tue creature,
spetialmente messor lo frate sole,
lo qual’è iorno, et allumini noi per loi.
Et ellu è bellu e radiante cun grande splendore,
de te, altissimo, porta significatione.
........

Lob der Schöpfung, das der selige Franziskus
zu Lob und Ehre Gottes dichtete, als er krank bei St. Damianus lag  ca 1225


Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön.


Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft
und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernähret und lenkt (trägt)
und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein lebender Mensch entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut

Freitag, 15. August 2014

und Maria kletterte von ihren Altären herab ....

und maria sang
ihrem ungeborenen sohn:

meine seele erhebt den herrn
         ich juble zu gott meinem befreier...

und maria trat

aus ihren bildern
und kletterte

von ihren altären herab
und sie wurde

das mädchen courage
die heilig kecke jeanne d'arc

und sie war

seraphina vom freien geist
rebellin gegen männermacht und hierarchie

und sie bot

in käthe der kräutermuhme
aufständischen bauern ein versteck

und sie wurde

millionenfach als hexe
zur ehre des gottesgötzen verbrannt

und sie war

die kleine therese
aber rosa luxemburg auch

und sie war

simone weil „la vierge rouge"
und zeugin des absoluten

und sie wurde

zur madonna leone die nackt
auf dem löwen für ihre indios reitet –

und sie war und sie ist

vielleibig vielstimmig
die subversive hoffnung
ihres gesangs

Kurt Marti, (*1921), Schweizer reformierter Pfarrer










Donnerstag, 24. Juli 2014

manchmal ... mitten am Tage

                                                                       Himmelsleiter
                                                                  Heidrun Bauer SDS

"Manchmal stehen wir auf
stehen wir zur Auferstehung auf
mitten am Tage
...mit unserem lebendigen Haar
mit unserer atmenden Haut.
 
Marie Luise Kaschnitz






Montag, 21. Juli 2014

..in wachsenden Ringen


"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn." 

Rainer Maria Rilke

Freitag, 11. Juli 2014

du darfst die Dinge neu ordnen

Foto Irmgard Czerny

Versöhnung

"wieder ein Morgen
ohne Gespenster
im Tau funkelt der Regenbogen
als Zeichen der Versöhnung
du darfst dich freuen
über den vollkommenen Bau der Rose
darfst dich im grünen Labyrinth
verlieren und wiederfinden
in klarerer Gestalt
du darfst ein Mensch sein
arglos
der Morgentraum erzählt dir
Märchen du darfst
die Dinge neu ordnen
Farben verteilen
und wieder
schön sagen
an diesem Morgen
du Schöpfer und Geschöpf" 

Rose Ausländer

Montag, 30. Juni 2014

dies Menschsein ist ein Gästehaus


"Dies Menschsein ist ein Gästehaus

An jedem Morgen eine neue Ankunft.
Eine Freude, eine Melancholie, eine Niedertracht, ein kurzes Gewahrsein,
sie kommen als unerwarteter Besuch.
Heiß sie willkommen und nimm alle auf!
Und seien sie auch eine Horde von Sorgen,
die mit Gewalt das Haus durchfegen,
der Einrichtung berauben,
auch dann, geh redlich mit jedem Gast um.
Vielleicht räumt er Dich frei
für eine neue Wonne.
Den dunklen Gedanken, die Scham, die Tücke,
begrüße sie an der Türe, lachend,
und bitte sie herein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
weil jeder geschickt ist
als ein Wegweiser vom Jenseits" 

der islamische Mystiker Rumi +1273

Freitag, 27. Juni 2014

NIE MEHR WIEDER?

                                   Hand eines unbekannten Soldaten an der Westfront. Foto AFP

HEUTE 28.Juni 1914 die Schüsse von Sarajewo
                                               
                                             Bilanz des Ersten Weltkriegs:
                                             etwa 9 Millionen Gefallene,
                                             mehr als 21 Millionen Verwundete
                                             fast acht Millionen Kriegsgefangene und Vermisste,
                                             dazu unzählige traumatisierte Menschen.


                                                         Foto Irmgard Czerny

in der Hoffnung, dass WIR kriegsmüde sind - 
ehe WIR neue Kriege anzetteln 

"Fantasie von übermorgen"

      Und als der nächste Krieg begann
      da sagten die Frauen: Nein
      und schlossen Bruder, Sohn und Mann
      fest in der Wohnung ein.

      Dann zogen sie in jedem Land
      wohl vor des Hauptmanns Haus
      und hielten Stöcke in der Hand
      und holten die Kerls heraus

          Sie legten jeden über's Knie
          der diesen Krieg befahl:
          die Herren der Bank und Industrie,
          den Minister und General.

          Da brach so mancher Stock entzwei
          und manches Großmaul schwieg.
          In allen Ländern gab's Geschrei,
          doch nirgends gab es Krieg.

          Die Frauen gingen dann wieder nach Haus
          zu Bruder und Sohn und Mann
          und sagten ihnen: der Krieg sei aus.

          Die Männer starrten zum Fenster hinaus
          und sahen die Frauen nicht an... 

Erich Kästner  

Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel bedeckt.

Er wird verliehen
für die Flucht von den Fahnen,
für die Tapferkeit vor dem Freund,
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse
und die Nichtachtung
jeglichen Befehls.

Ingeborg Bachmann

Wacht auf!

Wacht auf, - denn eure Träume sind schlecht!
Bleibt wach, - weil das Entsetzliche näher kommt.

Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt
von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
worin du ungern gestört wirst.
Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
aber sei gewiß.

"Oh, angenehmer Schlaf
auf dem Kissen mit roten Blumen,
einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,

oh, angenehmer Schlaf,
wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.
Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:
Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,
Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen, -
das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.

Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!
Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:
Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:
Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,
für den sie keine Windeln hatte und der
in Zeitungspapier gewickelt war.
Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.
Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.
Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten."

Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
euch erwerben zu müssen.
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

Günther Eich