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Donnerstag, 5. Januar 2023

immer wieder einen neuen Blick wagen

 

SEMPER  INCIPE  

Fang immer wieder an

 

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen.

Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“ Marlene Dietrich

 

"Reiß deine Gedanken von deinen Problemen fort,

an den Ohren, an den Fersen oder wie immer.

Das ist das Beste, was der Mensch für seine Gesundheit tun kann."   Mark Twain

  

"Exzesse sind das Schlimmste nicht. Sie machen deutlich.

Unsere schleichenden Übel aber nebeln allmählich ein".    Heimito von Doderer

 

"Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal" aus dem Talmud

 

"Was du noch nicht warst,
wirst du einmal sein.
Nichts bleibt dir erspart 

im unendlichen Wandel.
Sei was du jetzt bist: 

ein Mensch."   Rose Ausländer


„Die Definition von Wahnsinn ist:
Immer wieder das Gleiche zu tun und gleichzeitig
unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten.“ Benjamin Franklin


Jeder Augenblick im Leben ist ein neuer Aufbruch,
ein Ende und ein Anfang,
ein Zusammenlaufen der Fäden
und Auseinandergehen" Yehudi Menuhin


"Ich wollte mich einer Norm anpassen, ich wollte Forderungen erfüllen, die gar niemand an mich stellte, ich wollte etwas sein oder spielen, was ich gar nicht war. Und so war es mir wieder einmal geschehen, dass ich mich selbst und das ganze Leben vergewaltigt hatte." Hermann Hesse

 

"Kein Vormarsch ist so schwer wie der, zurück zur Vernunft." B.Brecht

 

"Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding.

Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.

Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie:

sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.

In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,

in meinen Schläfen fließt sie....."

Marschallin im Rosenkavalier Hugo von Hofmannsthal.

  

"Anstatt immer nur das Beste geben zu wollen,

sollten wir lieber einfach etwas Gutes tun" Peter Ustinov





 

 

 





Donnerstag, 4. Dezember 2014

ARBEIT - KOPF- ARBEIT und noch viel mehr ..

                                                         Gabrieles Haar Atelier

ich wohne in Wien - und irgendwie doch wie am Land.
Man kennt so gut wie ALLE - und fast ALLE kennen einen - und alle zusammen sind "das Grätzel". Selbst wenn sie nicht dort wohnen - sondern "NUR" dort arbeiten.
So wie Gabriele Schwenk. 
"Gabi" habe ich sie  rufen gehört, vor 14 Jahren, als sie bei meinem Stammfriseur "Kaplan" schon als Fachkraft anheuerte. Seit "ewigen" Zeiten gehe zu "Friseur Kaplan". Er und seine Frau haben ein kleines aber feines und immer bummvolles Friseurgeschäft geführt.Schon vor 40 Jahren gab es auf Wunsch "Kaffee" - und vor allem gab es immer die Top Infos. Beim Friseur trifft sich alles - beim Friseur erfährt man alles. Fritz und Jutta Kaplan waren  auch für jeden Spaß zu haben (jahrelang ein eigener Wagen beim Ober St.Veiter Fasching)


Gabi, quirrlig und immer offen auf alle Menschen zugehend - hat perfekt in diese bunte Truppe gepasst. Seit dem Jahr 2000 ist sie nun selbst Chefin im früheren "Friseursalon Kaplan". Jetzt heißt das Geschäft , das schon seit mehr als 200 Jahren am selben Platz Damen und Herren-Köpfe verschönert: "Gabrieles Haar-Atelier". 
Gabiele Schwenk selbst beschränkt sich aber nicht nur aufs Chefin-sein in ihremGeschäft,
sie ist auch rührige Organisatorin von vielen Aktivitäten in und außerhalb des Grätzels

UND: rundum sozial engagiert.
Gehörlose Kundinnen und Kunden können mit ihr
per Gebärdensprache kommunizieren -
Frau Gabriele organisiert gerne Feste
 - so zum Beispiel den Blindenball in einem Wiener Bezirk

und im Grätzel ist Frau Schwenk bei vielen Aktivitäten überhaupt unersetzbar. Auch der "Nikolaus" - macht jede Saison wieder Station bei  "Gabriels Haaratelier." Natürlich auch heuer


Wie sieht so ein Arbeitstag mit viel KOPF-ARBEIT - ganz nahe an den Menschen - aus? 

   "Ich bin kein Morgenmensch, und daher ist das Aufstehen nicht gerade meine Stärke. Um rechtzeitig in mein Geschäft zu kommen, ist die Zeit in der Früh ganz genau eingeteilt. Bevor ich unser Haus verlasse, wird das Schildkrötenhaus geöffnet, damit meine zwei Schildkröten in ihrem eigenen Garten herumlaufen können. 






   Julius & Cäsar

Dann flitze ich je nach Wetterlage und Jahreszeit mit der 125er Vespa oder dem Auto in Richtung Ober St. Veit.

Meine Mädls und ich erscheinen ca. 20 min vor der Öffnungszeit, um Geräte, Handtücher, Geschirr etc. vorzubereiten und das Geschäft „Style"-tauglich zu öffnen. Währenddessen werden einige Punkte vom Alltag besprochen.

Jetzt geht’s los, die ersten Kunden kommen ins Geschäft. Mit einen „Guten Morgen" werden sie zum Platz gebeten, und schon geht´s in die Beratung der Frisur. Vielleicht eine neue Farbe? Oder leicht modische Effekte? Oder gar ein neuer Haarschnitt? Da mein Team und ich sehr gerne Veränderungen vornehmen und/oder Haare schneiden, freuen wir uns immer über ein neues Styling in Schnitt, Farbe oder Form.



Begleitend wird der Kalender beobachtet, denn ich will meine Kunden nicht warten lassen und versuche immer, mit der Arbeit im Zeitplan zu bleiben. Steht ein Termin mit einem Vertreter bevor, kontrolliere ich die Lagerliste, damit alle notwendigen Bestellungen aufgenommen werden können. Diese Termine mit L’Oréal und Wella sind sehr interessant, da wir das Neueste auf dem Gebiet der Haarpflegeprodukte und Kosmetika erfahren und uns für die kommenden interessanten Seminare anmelden können. Die permanente Schulung meiner Mitarbeiter ist mir sehr wichtig.


Jeden Mittwoch bin ich im WIFI Wien als Trainerin tätig und unterrichte Neu- oder Wiedereinsteiger. Es liegt mir am Herzen sie zu fördern, zu motivieren und ihnen diesen schönen Beruf schmackhaft zu machen. Wie in jeder Branche ist auch im Friseurbereich die Nachwuchsarbeit von hohem Stellenwert. An manchen Montagen nehme ich die Gesellenprüfungen ab.




Am Ende des Arbeitstages machen wir unser Geschäft wieder blitzblank sauber und begeben uns auf den Heimweg. Im Frühling und im Herbst kommt es auch öfters vor, dass wir gemeinsam auf ein Seminar oder zur einer Frisurenshow fahren.

Zu Hause angekommen, sitze ich dann noch im Büro, um die Buchhaltung, die Verrechnung und den ganzen Papierkram zu erledigen. Das geht dann fließend in das Privatleben über, wenn mein Mann und ich Vorbereitungen für das Wochenende treffen. Wir laden sehr gerne Freunde zu uns ein, um zu feiern, zu spielen oder einfach zu plaudern.

Etwas zu organisieren ist eines meiner Hobbys. 

Z. B. organisieren mein Mann und ich seit 2008 den Blindenball 
der nächste Blindenball findet am 24. Jänner 2015 statt, 
(im Bild ein "Danke" für Gabriele Schwenk), 
seit 2006 die Ober St. Veiter Staffelteams beim Wienmarathon und seit vorigem Jahr auch das Kinderprogramm beim Frühschoppen des Ober St. Veiter Huatklubs (zuletzt am 31. August 2014).


Mein Tag ist mit Ehemann, 



Familie, Geschäft, WIFI, Schildkröten, Haus und Garten immer sehr ausgefüllt. 
Und das Schöne ist: Es macht mir alles sehr großen Spaß."



und nicht zuletzt muss erwähnt werden:

2003 hat eine Jury aus Wirtschaftsfachleuten und Journalisten 
“Gabriele Schwenk”
zur Besten Jungunternehmerin des Jahres gewählt


Montag, 6. Oktober 2014

Arbeiten - ein "Meister" Schuster


                                                                 Roman Asherov

..der Schuster in meinem Grätzel. Überzeugt präsentiert er seine Arbeit:

                  Schuhe wie neu - nur besser, da geschützt durch Schutzsohle

Seit mehr als 50 Jahren lässt meine Familie im Schuhgeschäft in der Hietzinger Hauptstraße, 
nahe der wunderschönen barocken Ober St.Veiter Pfarrkirche "dopplern" und "sohlen" - schon mit Herrn Asherovs Vorgänger waren wir hoch zufrieden.
Vor fast genau 20 Jahren nun hat Hr.Asherov das Geschäft übernommen
GESCHÄFT ist fast zu viel gesagt - es ist WINZIG. Mit zweimal ausgestreckten Armen kann
man den Kundenbereich durchmessen - aber ALLES ist da, was der Meister braucht.

Denn Roman Asherov ist ein MEISTER. Begonnen hat er als KFZ Mechaniker, ein Freund hat ihn dann auf "den anderen Geschmack" gebracht. Hr.Asherov hat wieder ganz von vorn begonnen - vom Aufsperr-und Schlüsseldienst bis zu den kompliziertesten Schuhproblemen ist bei ihm alles
in bester Hand. Aber nicht nur REPARATUREN.
Roman Asherov hat auch einen eigenen Leisten entwickelt,

auf dem seit mehr als 15 Jahren in einer englischen Schuhmanufaktur extraavagente,
handgemachtee"Spitzenschuhe" gefertigt und hier unter dem Namen „WIENER“, angeboten wurden.  "Diese rahmen- und randgenähten, in England hergestellten Herrenschuhe werden auf einem dem „Wiener Fuß“ angepassten Leisten, zu hoch qualitativen, zeitlosen „Klassikern“ gefertigt und finden  vor allem bei Kundschaften, die einen höheren Rist haben, großen Anklang."  lese ich in der Broschüre, die anläßlich "10 Jahre Hietzinger Mercur" herausgegeben wurde





aber: ein Jammer, ein Jammer, mit dem schuhverkauf hört Roman Asherov nun demnächst auf.
Wie immer: Qualität wird langsam unverkäuflich!

Er ist "schon ewig lang" wie er sagt, Österreicher, in Rußland geboren, hat das Temperament mehrerer Don Kosaken. Verheiratet ist er seit mehr als 30 Jahren, drei Söhne, eine Frau, die eine eigene Geschichte wert ist. Eveline Asherov hat ihren Roman mit 15 kennengelernt, zu Beginn der Ehe hat sie noch im Wissenschaftsministerium gearbeitet - unter Heinz Fischer als Minister - erst nach dem 2.Kind geht sie in Beamtenkarenz , nun im November wird sie wieder im Ministerium zu arbeiten beginnen. Roman, man sieht es ihm an, ist das Herz total schwer. Seine Frau, quirrlig, attraktiv, immer "auf Achse", ist die SEELE des Geschäfts.

mit Frau Eveline tratscht man noch,wenn der Chef schon wieder in seine Arbeit vertieft ist - sie macht "Wunder" (schnellere Abholung) möglich - sie sperrt auch in der Mittagssperre auf, wenn sie da ist und einen Kunden an der Tür sieht.
2009 hat das Team Asherov den Wirtschaftspreis "Merkur" gewonnen und  HEUER werden sie die Auszeichnung zum zweiten Mal bekommen.
Spitzen Qualität - und ein Umgang mit den Kunden als gehörte man zur Familie.

                                                           Verleihung Merkur Preis

Und was ich am meisten schätze: Wenn sichs reparieren nicht auszahlt, dann sagt es Hr.Asherov deutlich ... nur wenn ich dann ganz arm jammere "aber in denen tut mir nix weh" - dann nimmt Herr Asherov  sich das arme Stück ans Herz und macht es (fast) neu.
Auch Roman Asherov schildert "einen Tag" "im Gschäft"

"Ein Montag Morgen.
„Tagwacheeee!...“ Nicht ganz so militärisch, aber pünktlich um 05:30 beginnen im Hause Asherov täglich die Zahnräder zu rattern.
Gemeinsam mit Nala (Rottweiler „Kampf-Schmuser“) und Romeo („Kampf“-Chihuahua), unseren beiden Hunden,  machen wir uns um 06:00  auf den Weg zu unserem „zweiten Zuhause“ - unserem Geschäft. Unterwegs noch ein kurzer Boxenstop beim Junior-Meister (unser Ältester von drei Söhnen), um ihn mitzunehmen – und weiter geht’s. Mit etwas Glück beim Parkplatz-suchen + mittlerweile krachendem Magen folgen wir dem Duft, der sich jeden Morgen aus den Bäckereien Felber und Schwarz ausbreitet, der das um diese Zeit noch verschlafen anmutende Ober St. Veit „wach küsst“.
„Kaffee ist fertig!“, rufe ich meiner Frau, die gerade vom ersten Äußerln mit den Hunden bei der Tür hereinkommt, zu. In den noch verbleibenden 20 Minuten bis zur Geschäftsöffnung um 07:00 überfliegen Junior und ich die auf der Pinnwand aufgehängten Zahlscheine, Rechnungen, und Bestellungen, um alles zeitgerecht und korrekt abwickeln zu können. 

„Ding – Dong“ reißt uns das Läuten der Türglocke, die meine Frau eben eingeschaltet hat, aus unserem Gespräch. „So, jetzt geht’s los“, sage ich und wir begeben  uns ins „Arbeitszimmer“. 
„Noch kaum getragen, und schon sind die Spitzen kaputt!“, beschwert sich eine Kundin über ihre neuen Schuhe. „Bitte machen Sie mir wie immer eine dünne Gummisohle. Ich weiß, die Kosten für den Spitzenaufbau hätte ich mir sparen können, wenn sie gleich die Topy-Schutzsohle gemacht hätten“.

 – Läuten – nächste Kundschaft. Junior übernimmt, um mir die „Patienten zur Untersuchung“ zu zeigen.
  „Zahlt sich das noch aus, die wieder in Stand zu setzen?“


Nach eingehender Überprüfung des Gesamtzustandes (Obermaterial – rissig,  Sohle – gebrochen, Absatz - stark abgetragen) rate ich von einer Reparatur ehrlicher Weise ab.
Weiter geht’s - inzwischen war der Großhändler hier aber nun ist die Bestellung – fertig! 

Gerade rechtzeitig. Der nächste Kunde steht bereits in der Tür. „Ich hab´ mich ausgesperrt! Könnten Sie bitte aufsperren kommen?“ Nach kurzer Sachverhaltsdarstellung begleiten wir (Sohnemann und ich)  ihn, „bewaffnet“ mit dem richtigen Aufsperrwerkzeug an den „Ort des Geschehens“. Die Tür kann problemlos und ohne Schaden zu nehmen rasch geöffnet werden.
Wieder zurückgekehrt, beginnen wir mit der Programmierung der drei Schlüssel, die in der Zwischenzeit zum Kopieren übernommen worden sind -  sie werden bereits dringen benötigt.



 Der Vormittag verfliegt im Nu.
13:00 Uhr. Nach kurzer Essenspause erledige ich die aufgenommenen Näharbeiten (die am besten in der Mittagspause ohne Unterbrechung  erledigt werden können). Der Nachmittag verstreicht nicht weniger schnell mit weiterer Beratung, Verkauf, Reparaturübernahmen, uvm.  
Auch ungewöhnliche Fragen gibt es. ein Herr kommt: "KÖNNEN SCHUHE QUIETSCHEN?

 Nein, es ist wohl nur die Einlagesohle!



Kunden, von nah und fern, holen ihre Schuhe ab,



und alle freuen sich, dass sie ihre nunmehr  wieder „neuen Schuhe“  ausführen können und ich bin glücklich – glücklich, dass unsere Kunden mit unserer Arbeit und Qualität zufrieden sind – unser täglicher Einsatz hat sich gelohnt!"
Text Roman Asherov 





Asherov: Homepage:        www.ass-oberstveit.at
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