Sich nicht dümmer stellen als man ist
obwohl:
"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt."
Mark Twain
Sich nicht dümmer stellen als man ist
obwohl:
"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt."
Mark Twain
6.3.2026 Gen. 37.3 Josef und seine Brüder -Weltgebetstag der Frauen
In der 1.Lesung hören wir heute einen kleine Ausschnitt aus der Geschichte von „Josef und seinen Brüdern“. Diese dramatische Erzählung ist zu einer klassischen Geschichte der Weltliteratur geworden. Nicht zuletzt Thomas Mann hat den Stoff in seiner berühmten Roman Tetralogie bearbeitet. Es geht um einen jungen Mann, Joseph, er ist der jüngste einer Schar von Brüdern und der Liebling seines alten Vaters. Die Brüder aber hassen ihn. Aus Eifersucht, Neid, Geld-Gier und Missgunst begehen sie fast einen Bruder Mord – letztlich aber verkaufen sie Joseph als Sklaven, der Vater soll glauben, wilde Tiere hätten Joseph getötet. Dieser Joseph wird aber dann in Ägypten zur rechten Hand des Pharao, und in dieser Funktion kann er Jahre später seine Brüder und sein Volk aus einer Hungersnot retten. Heute geht es um den Verrat an Joseph, um das Verbrechen der Brüder an einem Schuldlosen. Die Geschichte soll natürlich auch auf Jesus hindeuten, auch er wird verraten und verkauft. Was uns das alles angeht? Bedenken wir und bitten wir heute in Stille, dass wir manches weder gut machen dürfen
Habe auch ich jemand „verraten und verkauft“ - Weil mir ein guter Witz mehr wert war als die Würde des Anderen
Habe auch ich jemand verraten und verkauft . Weil ich die Fehler eines anderen aufgedeckt habe, vielleicht um mich selbst wichtig zu machen und in einem guten Licht dazu stehen?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich schlecht über jemand geredet habe, auf den ich vielleicht nur neidisch bin?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich weiter getratscht habe, was mir jemand als Geheimnis anvertraut hat?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich eine wichtige Information nicht weiter gegeben habe
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich lieblos und respektlos über ihn rede
Heute wird auch der jährliche Weltgebetstag der Frauen begangen. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ richtet sich der Blick auf das westafrikanische Land Nigeria, wo die Menschen besonders unter Gewalt und Armut leiden. Bitten auch wir für alle Anliegen besonders der Frauen in diesem Land.
Und
bitten wir jeden Tag wieder um ein Ende des Krieges im Nahen Osten, so wir wir auch für die Ukraine und alle anderen Konfliktgebiete unserer Welt beten. Du guter Gott; schenke Frieden. Amen
Enttäuschungen
nicht nur locker wegstecken
NEUES dabei lernen
"Lebensklugheit bedeutet: alle Dinge möglichst wichtig,
aber keines völlig ernst nehmen". Arthur Schnitzler
"Es trifft gewiss zu, dass die Hoffnung eine Gnade ist. Aber
fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere
Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine
neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren". Siegfried
Lenz
5.3.2026 Lk.16.19 Der satte Reiche und der arme Lazarus
Die
Geschichte, die wir heute im Lukas Evangelium hören, (und die Geschichte ist
nur dort überliefert) diese Geschichte ist ein Klassiker der Weltliteratur
geworden: Jesus erzählt die Parabel vom reichen Mann und vom armen Lazarus. Der
Reiche ist sehr sehr reich, er ist hartherzig und mitleidlos, die Armen vor
seiner Türe kümmern ihn nicht – dort, vor seinem Haus liegt der arme Lazarus,
halb verhungert, von Geschwüren bedeckt. Als beide sterben, kommt der Reiche in
die Unterwelt, wo er von Schmerzen gepeinigt wird – der arme Lazarus aber wird
von den Engeln zu Abraham getragen und lebt nun im Paradies. Dem armen, im Leben geschundenen,
ausgebeuteten Lazarus geht es dann gut. Wer gläubig ist, kann sich so ein happy
end vorstellen: IRGENDWANN wird es dann ja wenigstens Gerechtigkeit für den
Armen geben!!???? Aber wenn es nur DIESES Leben gäbe? Den meisten von uns geht
es JETZT gut. Natürlich, wir können nichts dafür, dass wir in
den reichen Teil der Welt hinein geboren worden sind. Viele von uns tun auch gar
nicht so wenig, um wenigstens mit Spenden Armut lindern zu helfen. Denn die
Hilfe für die Armen, wir wissen es, ist die NAGEL-Probe unseres Christseins. So
bitten wir heute
dass wir zunächst einmal Tag für Tag dankbar dafür sind, dass wir
selbst in Wohlstand und Frieden leben dürfen – dass wir uns bewusst sind, wie
privilegiert wir leben
Dass wir selbstverständlich und hilfsbereit auf
die Not anderer reagieren – dass uns die Katastrophe und die Not anderer nicht
kalt lässt.
Dass wir bewusst zu einem gesellschaftlichen
Klima beitragen, in dem es selbstverständlich ist, hilfsbereit auf die Not
anderer zu reagieren – dass wir Flüchtlinge, Migranten und Arme nicht als
Bedrohung wahrnehmen
Dass wir aber immer wieder auch darüber
nachdenken, wie sehr wir an Sicherheit und Wohlstand hängen, wie viele
Abhängigkeiten es da noch gibt
Bitten wir, dass wir auch die Not in unserer
nächsten Umgebung sehen, wo es oft nicht finanzielle Unterstützung braucht
sondern einfach DA-Sein für einen anderen und sich Zeit nehmen – denn immer
gibt es Menschen die wie Lazarus förmlich verhungern, weil sich niemand um sie
persönlich kümmert und annimmt.
bitten wir, dass wir aber auch den geschundenen
Lazarus in uns selbst sehen: dieses kleine Ich, das oft so armselig ist, so ausgehungert nach
Liebe und Zuwendung. Dass wir die Freundlichkeiten anderer dankbar annehmen
können. Dass wir zu uns selbst gut sind, dass wir uns ganz bewußt jeden Tag
etwas Gutes tun.
Du guter Gott. Wir sehen
eine Welt, die ungerecht und grausam ist. Lass uns hilfreich sein, wo immer WIR es mit
unseren Fähigkeiten können. Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen
Ja, auch das kann man üben -
im Zweifelsfall
das Bessere annehmen
"Humor und Geduld sind Kamele,
mit denen wir durch jede Wüste kommen."
4.3.2026 Jer.18.18
Gib acht auf mich
„Gib du Herr acht auf mich“, fleht der Prophet Jeremia, wir hören es heute in der ersten Lesung. Das Leben ist voller Situationen, in denen es hilfreich wäre, wenn man daran glauben könnte, dass Gott uns hört und uns hilft. Glauben wir daran? Leicht ist es nicht immer. Bitten wir heute für alles, was uns Sorge macht
Wir bitten für alle Menschen im Krieg, wir denken in diesen Stunden besonders an die Menschen im Nahen Osten – an alle die schuldlos zum Opfer in Konflikten werden, auf die sie gar keinen Einfluss haben.
So bitten wir auch für die Menschen in der Ukraine und wir bitten für alle, die etwa auch in Afrika schwer von lokalen Kämpfen und Konflikten betroffen sind.
„Gib du Gott acht auf mich“ – so bitten wir auch für alle, die wegen ihrs Glaubens oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden
Wir wollen immer wieder vor allem für die bitten, die niemand haben, der in ihrem Namen bitten und beten kann – und wir bitten wir für alle, die schwer krank sind und viel Kraft und Hoffnung brauchen
Im Evangelium heute sagt Jesus: wer Erster sein will, soll Diener aller sein. So bitten wir heute auch für alle Männer und Frauen, die in unserer Stadt, die in unserem Land der Öffentlichkeit dienen
die unsere Straßen kehren, den Müll entsorgen,
die Öffis lenken, die mit Taxis und Krankenwagen fahren
die Menschen, die in Spitälern und Altersheimen arbeiten
und für alle, deren
Einsatz für Andere so oft unbedankt bleibt
Du guter Gott, segne ihre Arbeit für uns – und gib acht
auf uns alle, wir selbst fühlen uns oft so sehr hilflos. Amen
FASTEN: NEIN SAGEN
aber nicht nur bei der süßen Verführung
NEIN sagen lernen,
auch wenn mir etwas zu viel wird
3.3.2026 Mt.23.1 gegen die Pharisäer
Um eine besondere Form der Heiligkeit geht es heute im Evangelium. Um die Schein – Heiligkeit. An sich hören wir eine Scheltrede Jesu gegen einige Schriftgelehrte und Pharisäer: Ihnen wirft Jesus vor, die Menschen mit unzähligen Geboten, Gesetzen und Vorschriften zu belasten – während sie selbst ganz anders leben. Nach außen hin seien sie fromm, sie fühlten sich auch als etwas viel Besseres als die anderen Leute – aber alles ist nur Getue und Gerede. Für Jesus ist diese nach außen hin strenge Wohlanständigkeit ein Gräuel – aber trifft sein Vorwurf nur die Pharisäer seiner Zeit? Alle Bibelstellen sollten wir immer so lesen, als würde Jesus letztlich auch zu uns sprechen, ja ZU MIR! Bitten wir heute – ganz bewusst in der ICH FORM
Jesus hilf mir, - dass ich mich nach außen hin nicht anders gebe, als ich in Wirklichkeit bin
hilf mir, mich selbst zu durchschauen, dass ich meine wirklichen Absichten und Motive immer wieder hinterfrage
lass mich gerade auch in der Fastenzeit keinen Wettbewerb in äußerer Frömmigkeit veranstalten
lass, dass ich mich nicht selbst mit religiösen Idealen überfordere, dass ich mir selbst nichts aufzwinge, was für mich keinen Sinn macht
bewahre mich davor, mich wichtig zu machen und Gutes zu tun, nur um dafür gelobt zu werden
lass mich kritisch prüfen, ob ich es wirklich GUT mit jemand meine, oder mich nur wichtig machen will
hilf mir, dass ich andere nicht mit meinen Vorstellungen und Anforderungen überlaste
hilf mir, dass ich nicht verdrossen und missgünstig bin, sondern lebensfroh, gütig und zuversichtlich
bitten wir, dass auch all die Menschen, die eine Funktion in der Kirche haben, nicht mit einer doppelten Moral leben oder leben müssen -
und bitten wir, dass kirchliche Vorschriften Menschen nicht verurteilen und niederdrücken sondern ihnen vielmehr Mut und Trost fürs Leben geben
Du guter Gott, lass uns wahrhaftige und
authentische und vor allem gütige und barmherzige Menschen sein. Das erbitten
wir durch Jesus unseren Herrn und Bruder Amen
|
EVANGELIUM |
Mt
23, 1-12 |
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen;
denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr
niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im
Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer
Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,
und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“.
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-27
Zweite Woche -
reicht die Geduld eh noch ?
Ich wohne
im Land des Habens
im Land der Blindheit
im Land des Egoismus
im Land des Hasses
im Land der Unfreiheit
im Land des Todes
auf dein Wort hin
will ich
den Aufbruch wagen
und in das Land ziehen
das du mir verheißen hast
Land des Lebens
will ich es nennen
(Andrea Schwarz, in:
Dieselbe, Bunter Faden Zärtlichkeit
2.3.2026 Lk 6.36, seid barmherzig, richtet nicht
Wenn wir ehrlich sind, dann gibt es Worte von Jesus, Forderungen von
ihm, die uns einfach überfordern. Etwa „Liebet eure Feinde“ – das lassen wir
wohl meist nur als fromme Bitte einfach so dastehen. Was heute aber Jesus im
Evangelium einfordert, das könnten wir vielleicht doch mit einigem guten Willen
schaffen? Seid barmherzig, sagt er, richtet nicht, verurteilt nicht, vergebt
einander. Wie sehr könnte das unser aller Leben erleichtern. Eine neue Woche
beginnt, viel Gelegenheit zum üben!!! so bitten wir
lass uns „barmherzig“ sein - dass wir die Fehler der anderen nicht auf die Goldwaage legen
hilf uns geduldig und
verständnisvoll zu sein
lass uns aufhören, zu „richten“ - dass wir uns nicht so schnell ein Urteil über Andere anmaßen
dass wir Vorurteile ablegen
und auf das übereinander tratschen verzichten
lass uns nicht verurteilen - dass wir niemand als hoffnungslos und unverbesserlich abschreiben
dass wir alte Fehler nicht ewig
aufrechnen
lass uns einander vergeben - dass wir aus einer Mücke keinen Elefanten machen, wenn uns etwas kränkt
dass wir nach einem Konflikt
wirklich einen Schlussstrich ziehen
Jesus, lass aber, dass wir auch mit uns selbst barmherzig sind, dass wir uns nicht mehr abfordern als uns guttut. Dass wir nachsichtig sind, dass wir uns vergeben, gerade auch jetzt in der Fastenzeit, wenn wir nicht all das durchhalten, was wir uns vorgenommen haben
mach uns vor allem großherzig - großzügig den anderen und uns selbst gegenüber. Bewahre uns selbst vor Wehleidigkeit und Selbstmitleid, lass uns nicht unserer Gegenwart krank jammern. Hilf uns Vertrauen und Zuversicht weiterzugeben
|
EVANGELIUM |
Lk
6, 36-38 |
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die
Schuld erlassen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach
Lukas
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
36Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht
gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt
werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen
werden.
38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In
reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn
nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.
Dass wir uns in jeder Lebensphase, vor allem auch im Alter Veränderung zutrauen, ein neues Denken
Dass wir auch Krisen und Schwierigkeiten als Chance sehen, dass daraus etwas Neues, Gutes entstehen kann
Dass wir dankbar sind, für neue Impulse, neue Ideen – für das auch was uns Kunst, Literatur, Musik und auch andere Religionen sagen können
Dass wir nicht aus Ängstlichkeit darauf bestehen, es müsste alles so bleiben, wie es immer schon war
Dass wir uns auch von lieb gewordenen Gewohnheiten trennen können, wenn wir sehen, dass sie uns selbst und anderen nicht mehr gut tun
Dass wir auch anderen Veränderung zu trauen - Dass wir niemand dabei entmutigen, neue Wege einzuschlagen
Und bitten wir nicht zuletzt: dass wir auch an den Frieden glauben - trotz einer Realität, die uns alle niederdrückt
Du guter Gott, lass uns wie Abraham neu
aufbrechen aus aller Gewohnheit und Routine: gib uns Freude am Neuen und gib
uns Selbstvertrauen. Mit Jesus lass uns ein Stück von einem neuen Himmel und
einer neuen Erde sehen. Amen
Die
Abraham-Erzählungen spielen nach der biblischen Chronologie im zweiten
Jahrtausend v. Chr. (ca. 19./18. Jh. v. Chr.). Die Überlieferungen über Abraham
sind jedoch sämtlich erst in viel späterer Zeit entstanden bzw. verschriftlicht
worden. Daher ist es aufgrund der Quellenlage unmöglich, Aussagen über die
historische Faktizität Abrahams zu treffen. Archäologische Funde erhellen die
Lebensweise, Sitten, Rechtsbräuche und religiösen Vorstellungen des von der
Bibel anvisierten Zeitraumes, bringen aber keine Evidenz für eine historisch
greifbare Existenz oder Nicht-Existenz Abrahams. Die von der Bibel reflektierte
Lebensweise Abrahams entspricht in manchen Punkten der außerbiblisch belegten
Lebensform von sog. Randnomaden, nicht sesshaften Gruppen, die auf der Suche
nach Weideland sind und bisweilen Kontakt zu sesshaften Stadtbewohnern
aufnehmen bzw. selbst im Begriff sind, sesshaft zu werden. Insofern lässt sich
aus außerbiblischen Quellen ein ungefähres Bild der Welt zeichnen, die die
Verfasser der Abraham Erzählungen vor Augen hatten. Allerdings liegt ihnen
nicht an einer möglichst korrekten Einbettung Abrahams in diese Welt. Wenn sie
dem Ahnvater z.B., um seinen Wohlstand zu veranschaulichen, den Besitz von Kamelen
zuschreiben, handelt es sich um eine Rückprojektion aus späterer Zeit. Das
Kamel ist erst weit nach 1000 v. Chr. als Lasttier verwendet worden.
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/abraham-2/ch/daa65e3f6a4e42683cfef1808bb73fb1/
Kurt Marti
28.2.2026 Dtn.26.16 Vertrag mit Gott Mt.5.43 Liebt eure Feinde
Wie
eine Sitzung beim Notar liest sich heute die erste Lesung aus der hebräischen
Bibel (wir nennen sie Altes Testament) Es wird ein Vertrag geschlossen zwischen
dem Volk der Israeliten und dem Gott Jahwe, es ist ein Vertrag zwischen Gott
und Mensch. Ganz nüchtern abgefasst. Auf der einen Seite der Mensch, der sich
verpflichtet in der Einhaltung aller Gebote Gottes Eigentum zu werden – und auf
der anderen Seite Gott selbst, der verspricht ein Gott mit uns zu sein. Im
Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote
hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So fügen wir in diesen Vertrag
auch alle unsere Erwartungen
sei uns kein Gott, der uns mit Ängsten und
Verboten quält
sei uns kein Gott, dessen Strafe wir auf
Schritt und Tritt fürchten müssen
sei uns kein Gott, der uns nur prüfen und in
Versuchung führen will
sei uns kein Gott, vor dem wir uns verbiegen
und ducken müssen
sei uns kein Gott der Autoritäten und
Hierarchien, der Bücher und Lehrmeinungen
sei uns kein Gott, der unsere Freude aufs
Jenseits vertröstet
Lass, dass wir alle Freude in Dir finden, Gott - Dass wir aber auch allen Schmerz und alles, was wir nicht verstehen, im Vertrauen auf Dich annehmen können
Hilf, dass wir ohne Angst in der Freiheit der Kinder Gottes leben können - dass wir aber auch alle anderen Menschen frei geben und sie nicht ängstlich an uns binden
lass, dass wir das Eins-sein mit Dir erfahren dürfen - Dass alles, was wir tun, Liebe und Gebet ist, weil es dich meint, - auch die vielen banalen Dinge die wir gerade auch heute wieder tun werden
Im
Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote
hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So bitten wir, dass es auch uns
gelingt über die äußere Einhaltung von Gesetzen und Verboten zum innersten Kern
vorzustoßen: zur Liebe. Auch wenn wir nicht wissen, wie das gehen soll: hilf
uns, unsere Feinde zu lieben. Amen
immer wieder
MUT
zu EINFACHEN LÖSUNGEN
LAUF´ NICHT, GEH´ LANGSAM: /
Du musst nur auf dich zugehn! /
Geh´ langsam, lauf´ nicht, /
denn das Kind deines Ich, das ewig /
neugeborene, / kann dir nicht
folgen! Juan Ramóm Jiménez