13.10.2026 hl. Koloman
Immer wieder ist es spannend auf das Leben all der Menschen zu schauen, die im liturgischen Kalender der Kirche als Heilige aufscheinen. Ihr Leben zeigt uns auf der einen Seite, dass Christ-sein keine Lebensversicherung ist, dass Gott uns nicht vor Unheil, ja auch nicht vor Verfolgung und Tod schützt. Auf der anderen Seite sagen diese Heiligen auch viel über die Zeit aus, in der sie gelebt haben. Im Fall des heutigen Heiligen, des hl-Koloman, erleben wir, dass sein Schicksal auch in unsere eigene Zeit weist. Um Fremden Angst und Fremden Hass geht es. Kaum sieht einer anders aus, kaum wirkt jemand zunächst „fremd“, kann das bereits irreale Reaktionen auslösen. Koloman war ein frommer Pilger aus Irland. Unterwegs auf einer Pilgerfahrt nach Palästina wurde er 1012 im heutigen Niederösterreich, in Stockerau wegen seiner fremden Sprache und seiner Kleidung verdächtigt, ein Spion zu sein. Er wurde der Überlieferung nach gefoltert und letztlich an einem Baum erhängt. Dort hing der Leichnam eineinhalb Jahre, ehe ihn ein Jäger unverwest fand. Kolomans Gebeine wurden am 13. Oktober 1014 feierlich in Melk bestattet. Schon bald wurde er in Österreich Ungarn und Böhmen als Heiliger verehrt. Er gilt auch als Patron aller, die an einen gewaltsamen Tod oder einer Seuche sterben
bitten wir heute
für all das, was wir in unseren eigenen Tagen als Ablehnung von Fremden, ja oft schon als Fremdenhass erleben
bitten wir, dass vor allem auch jede Form von Antisemitismus und Rassismus verurteilt wird, dass man Ausschreitungen nicht einfach hinnimmt
bitten wir, dass wir als Christen alles tun, um ein offenes Klima, eine offene Atmosphäre für Meschen zu schaffen, die bei uns Fuß fassen wollen
danken wir allen Organisationen, die sich auch in Österreich ganz besonders um Fremde und Zugewanderte annehmen
bitten wir, dass die Asylgesetze nicht ausgehöhlt werden, dass Asyl ein unwidersprochenes Menschenrecht bleibt
mach uns großzügig und großherzig, so dass wir Hilfe für andere gerne leisten und auch erkennen, wie gut uns das Anders-sein der Anderen selbst tut
Denken wir auch an Papst Leo, der heute operiert wird. Auch er macht uns in seinen Worten immer wieder deutlich, dass Christ sein auch heißt, bedingungslos offen für Arme und Hilfesuchende zu sein. Du guter Gott hilf, dass wir selbst Helfer sein dürfen. Amen
Koloman war bis 1663 Landespatron von Österreich in seinen damaligen Grenzen. – Im Kloster St. Koloman der Steyler Missionsschwestern in Stockerau findet sich bis heute an der Stelle des Martyriums ein Holunderstrauch, von dem es heißt, dass er, selbst wenn er im Laufe der Geschichte abgestorben ist, immer wieder aus den Wurzeln heraus neu ausgetrieben hat










