1.11.2026 Allerheiligen Die acht Seligpreisungen die Magna Charta der Christen
Jedes Jahr am Fest „Allerheiligen“ hören wir sie: Die sogenannten Seligpreisungen im Matthäus Evangelium. Diese Seligpreisungen gehören zu den bekanntesten Texten des Neuen Testaments und sie sind wohl längst so etwas, wie ein Stück Weltliteratur. Das Besondere an diesen Jesus Sätzen ist das Paradoxe an ihnen. Selig gepriesen wird nicht jemand, dem es gut geht, sondern selig sind nach Jesus all die Armen, Benachteiligten, Verfolgten, Ausgegrenzten. Man glaubt den Text ja durch und durch zu kennen, aber vielleicht erreichen einen dann die einzelnen Sätze gar nicht mehr in ihrer tiefen Bedeutung. Frère Roger Schutz, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé hat einmal gesagt: "Lebe das Evangelium – lebe, was Du verstanden hast – und sei es auch nur ein einziger Satz!" Das ist es ja letztlich auch, was die getan haben, an die wir heute als Heilige denken. Fragen wir uns: Von welchem Satz fühle ich mich heute berührt?
Lass, dass wir uns im eigenen „arm sein vor Gott“. weniger wichtig nehmen, Lass uns großzügig sein mit allen, die unsere Zuneigung, unser Verständnis und unsere Vergebung brauchen.
lass uns im eigenen „traurig sein“ auch die Schmerzen und Ängste der Anderen spüren. Dass wir im Mitfühlen und im Mitleiden dort zupacken, wo Hilfe gebraucht wird. Nimm uns aber auch die Angst davor, selbst schwach zu sein - lass, dass wir uns helfen lassen
lass uns Frieden stiften lass uns zu einem Stück Frieden beitragen, an unserem Arbeitsplatz, zu Hause, im Umgang mit anderen. Dass wir einander nicht mit Ungeduld und Rechthabereien das Leben schwer machen. Dass wir im Umgang miteinander das Gemeinsame und nicht das Trennende suchen. Dass wir in Konflikten ehrlich sein können, dass wir auch Kritik aushalten, dass wir nachgeben können und großherzig sind
lass uns die Gewaltlosigkeit leben., in einer Gesellschaft, wo man Ellbogen, Beziehungen, Durchschlagskraft und viel Egoismus braucht, um ganz vorne zu sein. Hilf uns ein Klima zu schaffen, in dem sich Menschen ohne Angst und Druck entfalten können
lass uns Sehnsucht haben nach dem, was wir Gerechtigkeit nennen. Dass die weniger Tüchtigen nicht unter die Räder kommen, dass es genug Zuwendung für Behinderte, Kranke und Alte gibt, dass wir den Fremden ein Lebensrecht hier einräumen, und dass wir selbst ohne Eifersucht und Neid Anderen Erfolg und Gutes gönnen.
lass uns barmherzig sein, großzügig, nicht nachtragend, mach uns bereit, den 1.Schritt zu tun, mit offenen Augen für das, was Anderen guttut. Lass uns aber auch barmherzig sein mit uns selbst, wenn wir immer wieder an unseren eigenen Ansprüchen scheitern
Lass uns "ein reines Herz haben“ lass uns sanftmütig" sein, dass wir Vorurteile ablegen, dass wir niemanden abstempeln und verurteilen, dass wir nicht immer schon alles im Vorhinein wissen, dass wir Menschen immer wieder eine neue Chance geben, dass wir immer zuerst an das Gute im Anderen glauben wollen
Du guter Gott, so bitten wir um den Mut, dass wir uns im Geiste Jesu Tag für Tag, immer wieder, um einen neuen Himmel und eine neue Erde bemühen. Denn der Himmel beginnt mit uns - HEUTE und JETZT. Und um Frieden bitten wir, Tag für Tag. Lass auch uns deine Heiligen sein.
Amen


















