19.7.2016 Mt. 13.24 Beides wachsen lassen
Wieder hören wir heute im Evangelium ein Gleichnis Jesu. Die Rede ist von einem Acker, ein Landwirt sät guten Samen aus, aber als die Saat aufgeht, muss er sehen, dass irgendein anderer, sein „Feind“ offenbar Unkraut zum guten Samen gemischt hat. Die Erntearbeiter wollen nun alles, was ungeplant gewachsen ist, ausreißen. Der Gutsherr aber bleibt gelassen: Warten wir bis zum Schluss, dann wird es sich schon zeigen, was brauchbar ist und was nicht. Jesus erzählt dieses Gleichnis aus der Perspektive Gottes. Er ist der Gutsherr – er ist es, der Geduld hat. Gott ist es, der einfach einmal zuwartet. Ist das nicht wirklich eine frohe Botschaft! Auch am Feld unseres Lebens wächst so manches im Durcheinander. Gott wird Geduld mit uns haben – aber auch wir selbst können so lernen mit Enttäuschung und Misserfolg besser umzugehen. Göttliche Geduld braucht es einfach bisweilen. so bitten wir
dass wir nicht in der Angst leben müssen, Gott würde nur unsere guten Seiten lieben
dass wir immer wieder die Chance haben, negative Seiten an uns auch zu ändern
dass wir aufhören über andere zu urteilen, für deren Lebens-Acker ist allein Gott zuständig
dass wir anderen aber nicht zuletzt auch uns selbst Fehler und Schwächen und Miss-Erfolge nachsehen
dass wir gelassener mit Erfolg oder Misserfolg umgehen
dass wir uns selbst Zeit geben, um Dinge wachsen zu lassen
dass wir tun, was wir können, aber letztlich in einem großen Vertrauen leben
dass wir immer darauf vertrauen, dass Gott nicht das Perfekte und Makellose braucht, um durch uns zu wirken
dass wir auch das annehmen können, was unsere Pläne und Vorstellungen durchkreuzt
dass wir vielleicht auch in so manchem Unkraut Gutes erkennen können
Bitten wir für die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in den verschiedensten Projekten engagieren, vor allem auch in der Kirche, dass sie sich durch Rückschläge oder zu wenig Dankbarkeit nicht entmutigen lassen
Du guter
Gott, so bitten wir um deinen Segen, für all das, was wir auch heute in Angriff
nehmen wollen oder was uns als Aufgabe zufällt. Gib uns Geduld und Vertrauen
beim Warten und gib uns die Gelassenheit, auch Unerfülltes anzunehmen. Hilf
uns, Gutes auszusäen, Tag für Tag. Amen











