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Montag, 31. August 2026

Fürbitten 1.9. Welt Gebetswochen zur Bewahrung der Schöpfung

 


1.9.2026

Heute, am 1.September, ist der Welt Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung. 2015 hat ihn Papst Franziskus eingeführt – das heißt, er hat die Idee des orthodoxen „Tag der Schöpfung“ übernommen und alle Christen sind aufgerufen, sich an diesem Tag ganz besonders als "Beschützer des Werkes Gottes" zu fühlen. Vom 1.September bis zum 4.Oktober (das ist der Gedenktag für den hl. Franz von Assisi) gibt es in den christlichen Gemeinschaften besondere Initiativen in dieser "SchöpfungsZeit" Bitten wir heute mit Fürbitten aus der Schweiz:

 

Gott, du hast die Welt wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erlöst. In Dankbarkeit, aber auch in Sorge um deine Schöpfung tragen wir unsere Anliegen vor dich hin.

V: Gott, Schöpfer und Erlöser, wir rufen zu dir:
A: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu )

  • Für alles, was lebt auf der Erde: die Pflanzen, die Tiere und die Menschen, die vielfach unter Ausbeutung und Zerstörung leiden und sich nach Erlösung sehnen.
  • Wir bitten besonders für die Menschen, die unter den Folgen von Dürre, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen betroffen sind.
  • Für die einflussreichen Männer und Frauen in Wirtschaft und Politik, die es in der Hand haben, Weichen zu stellen zugunsten einer lebenswerten Welt für alle Menschen.
  • Für Forscherinnen und Forscher in Naturwissenschaft, Medizin und Technik, die vor der Fragen stehen, welche Errungenschaften für das Wohl der Menschen und der Umwelt nötig und sinnvoll sind.
  • Für alle, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und dabei mit Rückschlägen und Widerständen rechnen müssen.
  • Für die kommenden Generationen: für unsere Kinder, damit sie in einer friedlichen und gerechten Welt gesund und froh aufwachsen.
  • Für uns selber und für alle Menschen, die Verantwortung dafür tragen, dass wir die Schöpfung bewahren, auch wenn das manchmal eine Einbuße an Bequemlichkeit bedeuten kann

 

Gott, wir danken dir für unsere Erde, die du aus Liebe geschaffen hast und die uns trägt und nährt. Wir vertrauen darauf, dass du sie in deiner Hand hältst und zur Vollendung führst durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

https://www.liturgie.ch/praxis/kirchenjahr/schoepfungszeit/376-schoepfungszeit

Sonntag, 30. August 2026

Fürbitten 31.8 die Wahrheit aushalten - nie einfach

 

31.8.2026 Lk.4.16 sie gerieten in Wut

Wenn die Stimmung umschlägt - Von heute bis zum Ende des Kirchenjahres wird das Lukas Evangelium gelesen. Das heißt, es beginnt heute mit dem 4.Kapitel. Jesus tritt in der Synagoge von Nazareth auf, er interpretiert Worte des Propheten Jesaja und bezieht sie auf sich selbst. Der Geist des Herrn ruht auf mir“, heißt es hier. Zunächst sind die Menschen begeistert. Plötzlich aber kippt die Stimmung, Man hält Jesus vor, dass er auch nur einer der Ihren ist, nichts Besonderes eben, einer aus Nazareth. Jesus wiederum hält den Menschen vor Augen, wie sie innerlich wirklich denken und nun wird er von einem wütenden Mob aus der Synagoge getrieben, ja, man will ihn sogar einen Berg hinunterstürzen. Wer will schon mit der Wahrheit über sich selbst konfrontiert werden – auch wir reagieren oft nicht anders. Bitten wir heute

dass wir uns über uns selbst nichts vormachen, dass wir bei all dem, was wir tun, immer wieder ehrlich unsere Motive und Beweggründe hinterfragen

dass wir Kritik annehmen können, dass wir erkennen, ob wir etwas falsch gemacht haben und dass wir das auch zugeben können

dass wir Menschen respektieren,  wie sie sind., dass wir uns die Menschen nicht nach unseren eigenen Vorstellungen zurecht biegen wollen

dass wir ehrlich und kritisch, aber immer fair und mitfühlend miteinander umgehen

dass wir, wenn wir anderen helfen, es nicht nur „gut meinen“, sondern immer prüfen, ob unser Ratschlag, unsere Hilfe so auch wirklich gebraucht werden

und bitten wir, dass wir es auch aushalten, dass nie etwas so perfekt sein wird, wie wir es uns wünschen -  auch wir selbst nicht

 

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann schrieb einmal: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“   Du Gott siehst uns, wie wir wirklich sind. Auch an unseren Schwierigkeiten werden wir wachsen. Darauf vertrauen wir, und danken Dir, weil Du Jesus mit uns sein lässt. Heute und morgen und alle Tage. Amen

Samstag, 29. August 2026

Fürbitten 30.8. Das LEID ist einfach eine furchtbare Realität

 


30.8.2026 Mt.16.24  Kreuz tragen  22 SJK Sonntag

Das unterscheidet Jesus von den religiösen Rattenfängern. Er verspricht nicht das Paradies auf Erden – an seiner Seite zu stehen heißt nicht, auf die Butterseite des Lebens zu fallen. Christ sein heißt nicht, unbeschwert und sicher zu leben. „Wer mir nachfolgen will“, sagt Jesus „der nehme täglich sein Kreuz auf sich“. „Christliches Leben ist durchkreuztes Leben“ – sagt der große Theologe Karl Rahner. Aber ob man nun gläubig ist oder nicht: letztlich ist “Kreuz tragen“ eine Realität für alle Menschen: Alles Leben ist auch „durchkreuztes“ Leben.  So viele Menschen tragen, ob sie es wollen oder nicht: ihre Last und ihre Sorgen. So bitten wir

 

Für all die Menschen, die von der Naturkatastrophe in Nepal und China betroffen sind. Für die Toten, für die Überlebenden, für all die Verzweifelten – dass Hilfe möglich ist und dass keine weitere Katastrophe passiert

Wir bitten für all die Menschen, die von Krieg Gewalt und Aggression betroffen sind. Für die Menschen in Gaza, im Westjordanland, im Sudan, in der Ukraine – wo immer Menschen großes Leid zugefügt wird  

Wir bitten für Kranke, Einsame, Verlassene, Menschen in Armut, Menschen mit schweren psychischen Problemen, für alle, die auch in diesen Sommertagen nicht unbeschwert leben

Bitten wir für uns selbst, dass wir immer besser lernen, auch das „Kreuz“ in unserem Leben anzunehmen und zu akzeptieren

dass wir die richtige Balance finden zwischen „Schmerz ertragen, Leid ertragen“ und den Bemühungen, etwas dagegen zu unternehmen

bitten wir, dass wir Geduld mit uns selbst haben, und uns nicht überfordern mit der Erwartung, alles ohne Jammern akzeptieren zu können

dass wir aufmerksam sind für das Kreuz, die Sorgen, die Ängste, die andere zu tragen haben und dass wir helfen, wo wir helfen können

aber bitten wir nicht zuletzt, dass wir dennoch voll Freude und Dankbarkeit leben, auch wenn wir wissen, dass es kein Leben „ohne Kreuz“, ohne Lasten und ohne Sorgen gibt.

 

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Kraft zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass wir dir immer und überall rückhaltlos vertrauen dürfen. Im Namen Jesu Amen

Freitag, 28. August 2026

Fürbitten 29.8. Immer wieder: hoffen gegen jede Hoffnung

 


29.8.2026 Enthauptung Johannes der Täufer

Wir trösten uns so oft mit einem liebevollen, gütigen, rettenden Gott. Aber die Geschichte der Menschen, die sich auf IHN eingelassen haben, sieht oft ganz anders aus. Viele Propheten sind elend zugrunde gegangen, Jesus selbst wurde gekreuzigt, eine nicht überschaubare Zahl von Menschen, bis heute, wird auf Grund ihres Glaubens verfolgt und getötet. Millionen von Juden, auch tiefgläubige Juden, haben Jahwe im Holocaust nicht als Retter erfahren. An welchen Gott glauben wir? Worin besteht unsere Hoffnung? Heute etwa begehen wir den eher verstörenden Gedenktag der „Enthauptung Johannes des Täufers“. Johannes war nur wenige Monate älter als Jesus, er lebt lange Jahre als Asket in der Wüste, später ruft er die Menschen zur Bekehrung auf und tauft sie im Jordan. Auch Jesus unterzieht sich dieser Johannes Taufe, durch sie erfährt er seine Berufung. Johannes wird wenig später auf Befehl von König Herodes enthauptet – das Schreckliche wird als Stoff in Oper, Literatur und Malerei fast verharmlost. Worin also besteht unsere Hoffnung? In der Lesung hören wir, wie Jahwe zum Propheten Jeremias spricht: nichts wird dich bezwingen „ich bin mit dir, um dich zu retten“ So bitten wir

 

Für alle, die um das nackte Leben kämpfen.

Für die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten

Für alle, die hilflos Naturkatastrophen ausgeliefert sind

für die Flüchtlinge und die Heimatsuchenden

dass auch sie eine gute innere Stimme hören können

der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben gibt

 

 

wir bitten für die Benachteiligten in unserem Land

Für alle, die verunsichert sind und ängstlich in die Zukunft schauen.

Für alle, denen die Gegenwart Angst macht

für alle Schwerkranken und alle Sterbenden

dass auch sie eine gute innere Stimme hören können

der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben gibt

 

 

Für alle, die voll Unruhe und Sehnsucht auf etwas warten

Auf Liebe, auf Geborgenheit auf Sicherheit

auf einen guten Menschen, auf ein gutes Wort

für alle die auf eine Veränderung in ihrem Leben warten

dass auch sie eine gute innere Stimme hören können

der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben gibt

 

 

Für alle, die eben erst dabei sind, das Leben zu lernen.

Für die Kinder und Jugendlichen, für ihre Lehrer und Lehrerinnen.

Für unsere Schulen und alle, die sich um Bildung bemühen.

für alle Menschen in einer Liebesbeziehung, auch für alle, die allein sind

dass auch sie eine gute innere Stimme hören können

der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben gibt

 

du guter Gott, so bitten wir für uns alle um Mut und Vertrauen ins Leben. Sei du mit uns auf dem Weg, amen

 


Donnerstag, 27. August 2026

Fürbitten 28.8. "Liebe - und dann tu was du willst"

 


28.8.2026 Hl Augustinus  354 – 430

Heute ist der Gedenktag des heiligen Augustinus, gestern haben wir an seine Mutter, die heilige Monika gedacht.  Sie war Christin und lange Jahre unglücklich, weil ihr hochbegabter Sohn kein Interesse an dieser Religion hatte. Auch sein Vater war Heide.  Über Augustinus selbst sind wir gut unterrichtet, vor allem durch seine von ihm selbst geschriebene, hochinteressante Biografie, die „Confessiones“. Augustinus, 354 in Tagaste, in Afrika, Numibien, geboren, war hochgebildet. Ein Philosoph, von Platon beeinflusst. Mit 30 Jahren bekam Augustinus einen Lehrstuhl für Rhetorik in Mailand, wo er dem Bischof Ambrosius begegnete, dessen Predigten ihn schließlich davon überzeugten, Christ zu werden. Augustinus war ein Mann, der leidenschaftlich lebte, der leidenschaftlich liebte, (er hatte auch einen unehelichen Sohn) und der sich letztlich leidenschaftlich Gott zuwenden konnte. Verwandeln wir Worte von ihm in unsere eigenen Bitten:

Liebe, und dann tu, was du willst, sagt Augustinus - und:  Denen, die Gott lieben, verwandelt ER alles in Gutes

So lass auch uns ohne Angst die Freiheit suchen, in der wir leben sollen. Lass uns vertrauen, dass auch Irrwege und Fehler letztlich zu etwas Gutem führen können. Hilf uns, Liebe zu geben und Liebe anzunehmen

 

Wir müssen unseren Nächsten lieben, entweder weil er gut ist oder damit er gut werde!   und: Ohne Schmerz liebt kein Herz sagt Augustinus

So hilf uns zu lieben, ohne Gegenleistung zu erwarten, hilf uns, Enttäuschungen auszuhalten, hilf uns, den Anderen nicht mit unserer Liebe unfrei zu machen.

 

Es gibt zwei Arten, Gutes zu tun: geben und vergeben. und Die Seele nährt sich von dem, an dem sie sich erfreut. Sagt Augustinus

So lass uns aus Freude und eigener Dankbarkeit heraus großzügig und großherzig sein  Zeige uns immer wieder, wie wichtig es ist, uns selbst Gutes zu tun, Freude zu haben, dankbar zu sein . Bitten wir auch um die Fähigkeit wirklich verzeihen zu können

 

Gute Arbeiter sind die, in denen Gott arbeitet. und In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst. Sagt Augustinus                                                                      

Gib uns den Mut, uns zu engagieren, uns mit vollem Herzen für eine Sache einzusetzen und auch andere dafür zu begeistern. Lass uns dabei gelassen bleiben und darauf vertrauen, dass letztlich DU es bist, der zu einem guten Ende bringt, was wir nur beginnen können

 

Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von dir ab.

So hilf uns, dass wir selbst TUN, was immer wir TUN können, aber dass wir dabei auch gelassen bleiben und Dir, guter Gott, vertrauen –

 

Und auch das sagte Augustinus :Gott fragt nach der Wurzel, nicht nach der Blume.

so hilf uns, weniger von der Anerkennung anderer abhängig zu sein, so dass wir gute Dinge auch im Stillen wachsen lassen können


Ganz besonders bitten wir heute für die Opfer der furchtbaren Naturkatastrophe in Nepal und China, wir bitten für die Überlebenden und für alle, die im Krisengebebiet versuchen, den Menschen zu helfen. Unterstützen wir die selbst die Hilfe wenn es möglich ist wenigstens ein wenig finanziell. Amen

 

 

Mittwoch, 26. August 2026

Fürbitten 27.8. Die Tränen der Mütter

 


27.8.2026 Hl Monika - - Mutter eines schwierigen Sohnes

Heute ist der Gedenktag der heiligen Monika. Sie gehört wohl zu den berühmtesten Müttern der Geschichte. Ihr Sohn Augustinus berichtet in seinen Bekenntnissen von ihrer starken, unerschütterlichen Liebe und von den Sorgen, die sie seinetwegen hatte. Monika war eine gebildete Christin aus Tagaste in Nordafrika, sie war mit einem Nicht Christen verheiratet und hatte drei Kinder. Eines davon, Augustinus machte ihr lange Jahre wegen seiner unbekümmerten Art zu leben Sorge. Er war ein Intellektueller, hatte kein Interesse am Christentum, war nicht verheiratet und hatte einen Sohn. Ein Bischof soll Monika mit den Worten getröstet haben „Ein Sohn solcher mütterlichen Tränen geht nicht verloren“.  Monika erlebt tatsächlich die radikale Wandlung ihres Sohnes, er wird letztlich einer der bedeutendsten Theologen des Christentums und lehrt in Rom und Mailand. Seine Mutter begleitete ihn, ehe sie 387 in Ostia starb.  Auch in der heutigen Evangeliums Geschichte vom “Jüngling von Nain“ gibt es sozusagen ein „happy end“. Hier bekommt eine verzweifelte Mutter ihren toten Sohn wieder lebend zurück.  Aber wir wissen nur zu gut, wie viel Trauriges im Leben, gerade oft für Frauen und Mütter ungetröstet bleibt. Bitten wir heute 

für alle Mütter und Frauen in Kriegsgebieten, für die unzähligen Mütter, die mit ihren Babys, mit ihren Kleinkindern oder oft auch hochschwanger auf der Flucht sind -  für all die Mütter, die ihre Kinder unbegleitet auf den Weg in die Fremde gehen lassen müssen –

 

für alle Mütter, die Sorge um ein krankes Kind haben

für alle, deren Kinder ein Leben lang ihre Hilfe brauchen werden

für alle Mütter, die um ein totes Kind weinen

 

für alle schwangeren Frauen, die mit Problemen alleingelassen sind

für Mütter, die selbst Gewalt erfahren

für all die Mütter, die es nicht schaffen, ideale Mütter zu sein

 

für alle Mütter, die manchmal hilflos vor der Entwicklung ihrer Kinder stehen

für alle Mütter von Kindern, die psychisch krank oder drogensüchtig sind

für alle Mütter, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben

 

bitten wir, dass Mütter aber auch lernen, ihre Kinder nicht einzuengen

dass sie ihre Kinder nicht überfordern mit ihren eigenen

Lebensvorstellungen, dass sie ihren Kindern Freiheit und Eigenständigkeit zutrauen  

 

Und bitten wir auch für alle,

die andere Menschen mütterlich begleiten

dass sie Geduld und Vertrauen haben und

auch Enttäuschungen aushalten

 

So bitten wir, du guter Gott gib uns allen Mut und Vertrauen ins Leben, mach uns wie im Evangelium den Jüngling von Nain immer wieder lebendig, besonders dann wenn manchmal die Kraft auszugehen droht. Dir vertrauen wir, Amen

Dienstag, 25. August 2026

Fürbitten 26.8. ACHTUNG ! DOPPELMORAL

 

26.8.2026 Mt.23.27 zwischen SCHEIN und SEIN

Im Evangelium geht es auch heute um die sogenannten Scheltrede Jesu gegen die Pharisäer. „Weh euch“, so leitet Jesus seine Kritik an den religiösen Führern seiner Zeit ein.  „Weh euch, ihr Pharisäer“, nach außen hin gebt ihr euch fromm und gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Gottlosigkeit. Den Menschen bürdet ihr mit euren Vorschriften schwere Lasten auf, ihr selbst dagegen macht euch das Leben einfach. Natürlich, uns könnte es leichtfallen, hier gleich mit dem Finger auf Wunden in unserer eigenen Kirche zu zeigen. Wie viele schreckliche Fälle von sexuellem Missbrauch sind nur widerwillig eingestanden worden - es gibt Kirchenvertreter, die im Luxus schwelgen – wie oft werden auch heute noch durch Kirchengesetze Menschen Lasten auferlegt, denken wir nur an die wiederverheirateten Geschiedenen.  Aber denken wir heute beim Hören der Jesus Worte einmal einfach nur an uns selbst.  Messen nicht auch wir gerne mit zweierlei Maß: was wir anderen zum Vorwurf machen, lassen wir uns selbst oft kritiklos durchgehen. Bitten wir heute

 

Dass wir zuallererst unser eigenes Tun hinterfragen, ehe wir andere kritisieren

dass wir nicht von anderen verlangen, was wir selbst nicht tun

dass wir niemanden belasten oder das Herz schwermachen, weil wir das Einhalten strikter Regeln verlangen

dass wir Respekt vor der Lebensform und den Überzeugungen anderer haben

dass wir uns vor den Leuten nicht anders geben, als wir wirklich sind

dass wir uns vor jedem äußerlichen und unehrlichen „so tun als ob“ hüten

dass wir uns nicht anmaßen, besser oder gläubiger als andere zu sein

dass wir aber auch uns selbst nicht mit religiösen Idealen überfordern

bitten wir, dass all die Menschen, die eine Funktion in der Kirche haben, nicht mit einer doppelten Moral leben

bitten wir, dass kirchliche Vorschriften Menschen nicht niederdrücken, sondern ihnen vielmehr Mut und Trost fürs Leben geben

und bitten wir, dass unser Glaube uns hilft, auch anderen Menschen das Leben leichter zu machen und ihnen Ängste zu nehmen 

 

Du guter Gott, lass uns wahrhaftige und authentische und vor allem gütige und barmherzige Menschen sein. Das erbitten wir durch Jesus unseren Herrn und Bruder Amen

Montag, 24. August 2026

Fürbitten 25.8. ehrlich zu sich selbst sein

 


25.8.2026 Mt 23.23 Weh Euch ihr Pharisäer

Auf vier Tage verteilt hören wir im Evangelium in diesen Tagen die sogenannten Wehrufe Jesu über die Pharisäer. „Pharisäer“ das ist ein geflügeltes Wort geworden, ein Symbol für einen Menschen, der strenge Gesetze und Vorschriften für andre aufstellt – selbst aber nicht danach lebt. Die Pharisäer zur Zeit Jesu waren sozusagen die Laien-Theologen des Judentums, die Hüter der unzähligen Gesetze und Vorschriften des Judentums.  Jesus selbst kritisiert diese Vorschriften an sich nicht. Was er in seiner Kritik an den Pharisäern verurteilt, ist die Diskrepanz zwischen Sein und Schein. Dass einige diese „Gesetzeshüter“ selbst ganz anders leben, als sie das den Menschen predigen und von ihnen verlangen. Was Jesus einfordert, ist Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe. Nicht äußerlich muss geputzt werden, sondern innerlich brauchen wir das, was wir ein „reines Herz“ nennen.  Bitten wir heute

dass wir ehrlich zu uns selbst sind, dass wir immer nach den wirklichen Motiven für unser Handeln fragen

dass wir nicht nur Gutes tun, damit wir gut dastehen

dass wir nicht von anderen verlangen, was wir selbst nicht geben können 

dass wir unsere Mitmenschen nicht mit Perfektion überfordern, aber auch uns selbst nicht

dass unser Glaube uns lebensfroh und nicht ängstlich und engstirnig macht

dass wir an Jesus erkennen, dass man immer wieder die Sinnhaftigkeit von Vorschriften und Ritualen überdenken muss

bitten wir, dass auch die Kirche in ihren Repräsentanten das lebt, was sie predigt und - dass es nicht um das Hüten und Bewahren alter Vorschriften geht, sondern darum, den Geist Gottes in den neuen Herausforderungen unserer Zeit zu  erkennen

 

So bitten wir: Gott, lass uns wahrhaftige und ehrliche und authentische Menschen sein. Dankbar für alles, was wir sind und leben dürfen. Amen

Sonntag, 23. August 2026

Fürbitten 24.8. wenn etwas "unter die Haut" geht

 

Bild Michelangelo/Hl Bartholomäus

24.8.2026  Hl.Bartholomäus  

Heute ist das Fest des heiligen Bartholomäus – sein Name wird in den Apostellisten der ersten drei Evangelien erwähnt. Höchstwahrscheinlich ist Bartholomäus mit jenem skeptischen Nathanael gleichzusetzen, von dessen Berufung heute im Johannesevangelium erzählt wird. Bartholomäus, so glaubt man, predigte nach dem Tod Jesu in Indien, Mesopotamien, Parthien und Armenien, wo er gemartert wurde (enthauptet oder geschunden und gekreuzigt). Michelangelo, der ihm im Gerichtsbild der Sixtina sein Selbstbildnis gab, lässt ihn die abgeschundene Haut tragen. Das ist ein starkes Bild, ein Bild das „unter die Haut“ geht – bitten wir heute

 

für alle, die ihre eigene Haut retten müssen: wir denken an die Menschen  an Frauen, Kinder, Männer in all den Kriegs-und Krisengebieten unserer Welt

für all die Menschen, die bis auf die Haut geschunden werden – wir denken an all die Kinder, die für Schwerarbeit missbraucht werden, wir denken an all die Frauen die Opfer von Menschenhändlern sind, wir denken an all die Menschen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen 

für alle, die ihre Haut zu Markte tragen müssen: wir denken an die modernen Arbeitssklaven, an Menschen ohne fixe Anstellung, an junge Leute, die oft in den sozialen Medien mehr von sich preisgeben als gut ist

für alle, die das Elend der Welt hautnahe spüren und versuchen zu helfen: wir bitten für die vielen humanitären Organisationen und so viele Einzelpersonen, die sich um Andere annehmen

wir bitten für alle, die schon abgestumpft oder zynisch geworden sind, denen Elend und Not nicht mehr unter die Haut gehen – dass sie wieder fähig sind, Mitleid zu empfinden

bitten wir für uns alle, dass wir das sind, was man eine „gute Haut“ nennt, Menschen, die in ihrem kleinen Umfeld zu helfen versuchen, so gut es geht.

Und bitten wir nicht zuletzt, dass wir als Christen Menschen sind, bei denen man sich mit Haut und Haar wohlfühlen kann. Nathanael-Bartholomäus ist Jesus begegnet, weil ihn sein Freund Philippus zu Jesus mitgenommen hat. Er sagte „Komm und sieh“. Lass auch uns Menschen sein, die andere zu dir mitnehmen

 Der heilige Bartholomäus wird besonders von den Armeniern hoch verehrt - in Armenien soll er sein Martyrium erlitten haben. Vor mehr als 100 Jahren, 1915, begann der Genozid an der armenischen Bevölkerung in der Türkei. Wir bitten für die heute in vielen Länder verstreut lebenden Armenier und wir bitten für alle Menschen, die auch heute aus ethnischen oder religiösen Gründen um ihr Leben fürchten.  Gott, Erbarme dich ihrer, erbarme dich unser: Amen

 

Samstag, 22. August 2026

Fürbitten Sonntag 23.8. WER IST JESUS FÜR MICH ?

 

23.8.2026 Mt. 16.13 KIRCHE - Du bist Petrus     21SJK

Der heutige Evangeliumstext ist sozusagen die Grundlage, auf der die Idee und die Struktur der römisch-katholischen Kirche beruhen. Aus diesem Text leiten die Theologen den Willen Jesu ab, eine Kirche zu gründen. Und Oberhaupt dieser Kirche ist Petrus – beziehungsweise in der Folge der Jahre und Jahrhunderte, der jeweilige Papst. Dass das nicht unwidersprochen geblieben ist, zeigt die Geschichte der Kirche ja ganz deutlich.  Und man darf auch die Frage stellen: Ist es Jesus um die Gründung einer neuen Kirche, einer neuen Religion gegangen? Ging es Jesus nicht vielmehr um eine innere Neuausrichtung in seinem jüdischen Glauben? Um eine radikale Reform der persönlichen und auf den Nächsten ausgerichteten Gottesbeziehung? Aber INNERHALB des Judentums! 

Bleiben wir in unserem Nachdenken bei der zentralen Frage dieses Textes, Jesus selbst stellt sie: „Für wen halten mich die Menschen – und wer, wer bin ich für EUCH.“ Letztlich ist das wohl die Kern Frage, die wir selbst beantworten müssen. So bitten wir

dass wir nie aufhören, uns um eine persönliche Jesus und Gottesbeziehung zu bemühen

dass wir nicht bei dem stehen bleiben, was uns vorgegeben wird, sondern dass wir für uns selbst eine Nähe zu Jesus suchen

dass wir immer wieder auch den Menschen Jesus ansehen, dass wir ihn als einen von uns spüren, und ihn nicht nur verklärt sehen

dass wir viel öfter das Ungewöhnliche, das Provokante, das so ganz Andere an Jesus wahrnehmen und es mit unseren eingefahrenen Gewohnheiten vergleichen

dass wir auch „Anstoß“ an Jesus nehmen, einen An-Stoss, der uns hilft, Festgefahrenes in unserem eigenen Leben um-zustoßen

Dass nicht nur Kirchen, sondern auch unsere Wohnungen, unsere Familien und Gemeinschaften offene Orte der Begegnung mit Jesus sind

bitten wir, dass die Kirche, wie sie heute ist, für die Menschen wieder wahrhaftig und glaubwürdig wird. Dass es gelingt Schuld und viele tiefe Wunden und Verletzungen der Vergangenheit so gut es geht gut zu machen

Bitten wir zuletzt für alle, die aus der Kirche ausgetreten sind – dass sie dennoch einen guten Weg in einer persönlichen Gottes - Beziehung gehen können.

So bitten wir im Namen Jesu. Amen

 

 

Einladung zum Leben


Wenn Gott
sein Zelt
unter den Menschen
aufschlägt

dann kann man
fast sicher sein
dass er kein
Haus wollte

dann kann man
fast sicher sein
dass der Weg
durch Wüsten geht

dann kann man
fast sicher sein
dass das Leben
zum Abenteuer wird

dann kann man
fast sicher sein
dass Leben in Fülle
gemeint ist

Er wartet
auf Antwort

Andrea Schwarz

Freitag, 21. August 2026

Fürbitten 22.8 KAIROS: der richtige Augenblick und die richtige Entscheidung

 

22.8.2025 Maria Königin Lk.1.26

Heute gibt es wieder ein schönes Marienfest – es ist der Gedenktag "Maria Königin". Erst 1954 ist dieses Marienfest eingeführt worden – 7 Tage nach dem viel älteren Fest Maria Himmelfahrt. Fast in allen Religionen gibt es mütterliche Gottheiten – keine Gottes Idee kommt ohne eine weibliche, eine mütterliche Gottheit aus. Im Katholischen ist Maria aber keine Gottheit, keine Göttin. Auch als gedachte „Maria Königin“ ist sie ein Mensch, ein Mädchen aus einem Volk, das auf einen Messias gewartet hat. Im Evangelium heute hören wir die Geschichte von diesem ahnungslosen jungen Mädchen, das durch einen Engel vor eine riesige Entscheidung gestellt wird. Ist sie bereit, ein Kind zu bekommen, in dem Gott selbst als Mensch geboren wird? Ganz nüchtern fragt Maria: „Wie soll das geschehen?“ Dann aber ist sie bereit, sich einfach auf das einzulassen, was auf sie zukommt. „Mir geschehe, was du gesagt hast“ – antwortet Maria dem Engel. Im richtigen Moment trifft sie die richtige Entscheidung. KAIROS heißt in der griechischen Mythologie dieser besondere Zeitpunkt, an dem sich Entscheidendes ereignet. Auch wir stehen immer wieder vor Situationen, die uns diese eine, richtige Entscheidung abverlangen . Bitten wir heute ganz persönlich:

 

Lass, dass ich im richtigen Moment auf meine innere Stimme höre

Dass ich im richtigen Moment spüre, woran ich mich orientieren soll

dass ich im richtigen Moment, den Mut zu einer klaren Entscheidung habe

dass ich im richtigen Moment erkenne, ob und wem ich vertrauen darf,

dass ich im richtigen Moment stark genug bin, „Ja“ zu sagen, wenn es gut und richtig ist.

dass ich im richtigen Moment aber auch stark genug bin, „Nein“ zu sagen, wenn es nötig ist

dass ich im richtigen Moment annehmen kann, was sich nicht ändern lässt

dass ich im richtigen Moment aber auch kämpfe und Vertrauen habe

und dass ich heute und jeden Tag wieder, und in jedem Moment alles in Gottes Hand lege, voll Vertrauen und Zuversicht

 

Gott im Himmel, mit unserem Blick auf Maria bitten wir heute ganz besonders für unsere Kinder, unsere Familien, unsere Freunde und für die Menschen überall in der Welt. Um deinen Frieden bitten wir – mach du möglich, wozu wir Menschen scheinbar nicht imstande sind. Im Namen Jesu bitten wir, Amen

Donnerstag, 20. August 2026

Fürbitten 21.8. daran glauben, dass Erneuerung immer wieder gelingt

 


21.8.2025     Gedenktag Papst Pius X

Heute feiert die Kirche den Gedenktag für Papst Pius X. Sein bürgerlicher Name war Giuseppe Sarto. 1835 geboren, wurde er 1903 zum Papst gewählt. Es war eine Zeit großer Umbrüche, ähnlich unserer, und als Pius X am 20 August 1914 starb, da hatte der verheerende 1.Weltkrieg gerade begonnen. Leo X ging es um eine tiefe spirituelle Reform der Kirche, sein Wahlspruch war: „Alles in Christus erneuern“.  Er ist ein Papst, der uns ganz deutlich vor Augen stellt, was die Christen auch heute brauchen: einen lebendigen, lebensbejahenden Glauben, in großer Hoffnung und Zuversicht. Offen für das Neue. Und doch behutsam das Alte wahren. Bitten wir heute besonders auch für Leo XIV, und die Aufgaben, die vor ihm liegen 

Bitten wir, dass die Kirche eine Stimme bleibt für die Armen, die Heimatlosen, die Opfer von Gewalt und Ausbeutung und auch eine Stimme für die Bewahrung der Schöpfung 

Bitten wir, dass dem Papst, all seinen Mitarbeitern und letztlich auch uns das Brückenbauen gelingen möge, in den oft widerstreitenden Ansichten und Konflikten

bitten wir um Offenheit des neuen Papstes für die Ökumene, für einen neuen Blick auf das Zölibat, für die Anliegen der Frauen in der Kirche, für die wiederverheirateten Geschiedenen, für die gleichgeschlechtlichen Paare

bitten wir, dass der Papst kompromisslos und offen gegen Missbrauchsfälle in der Kirche vorgeht und vor allem auch ein offenes Ohr für die Opfer hat

bitten wir um einen guten Dialog mit anderen Glaubensgemeinschaften, vor allem mit Judentum und Islam

Bitten wir, dass seine unermüdlichen Appelle um Friedens eine Chance haben – bitten wir für die so leidgeprüften Menschen in Gaza, im Westjordanland, im Sudan und in der Ukraine, aber auch für alle, von deren Leid wir gar nichts wissen

und bitten wir für uns selbst, dass auch wir immer wieder diese „Erneuerung in Christus“ wagen Dass wir annehmen können, was Gott auch in unserem Leben neu macht und dass wir uns voll Freude und Vertrauen darauf lassen können

 So bitten wir im Namen Jesu von dem wir glauben, dass er mitten unter uns ist. Amen


 

Mittwoch, 19. August 2026

Fürbitten 20.8. GÖNNE DICH DIR SELBST

 

20.8.2026 Bernhard von Clairvaux 1091 – 1153  Zisterzienserabt

 Belastungen und Stress bis zum burn out, das ist kein Phänomen nur unserer Zeit. Schon vor 1.000 Jahren schreibt ein Mann an einen anderen einen sehr klugen und mahnenden Brief. Der Schreiber ist Bernhard von Clairvaux, einer der bedeutendsten Mönche des Hoch Mittelalters – und der Adressat des Briefes ist ein Papst, Papst Eugen III. Dieser war ehemals auch Zisterziensermönch wie Bernhard, nun hält er einen Brief in Händen, der ihn unmissverständlich zu einer Änderung seines Lebensstils aufruft. Bernhard von Clairvaux war ein scharfer Kritiker innerer Zustände der Kirche und er weist in seinem Brief den Papst darauf hin, dass Eugen in zu viele Aktivitäten verwickelt sei und sein Herz und seine Seele bereits zu kurz kommen. „Gönne dich dir selbst“, schrieb Bernhard und das ist wohl ein sehr aktueller Ratschlag. Bitten wir mit Gedanken aus diesem Brief

 

Bernhard mahnt: Du vergeudest Zeit - Du verausgabst Dich in sinnloser Mühe, die nur das Herz aushöhlt. Ich fürchte, sage ich, dass Du dich, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen verhärtest; dass Du nach und nach das Gespür für ein durchaus richtiges und heilsames Selbsterkennen verlierst“ 

So bitten wir: Gott lass auch uns zur Ruhe kommen, - wir bitten dich erhöre uns

Bernhard mahnt: Wenn Du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst, wie kannst Du voll und echt Mensch sein, wenn Du Dich selbst verloren hast?  Wie lange noch schenkst Du allen andern Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber?

Gott, lass auch uns zur Ruhe kommen

Bernhard mahnt: Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.

Gott lass auch uns zur Ruhe kommen

Bernhard mahnt: Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem Du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Wenn Du jetzt nicht erschrickst, ist Dein Herz schon so weit.

Gott, lass auch uns zur Ruhe kommen

Bernhard mahnt: Fange damit an, dass Du über Dich selbst nachdenkst, damit Du Dich nicht selbstvergessen nach anderem ausstreckst. Keiner ist weise, der nicht über sich selbst Bescheid weiß.  Fang also damit an, über Dich selbst nachzudenken, und nicht nur dies: Sei Du für Dich der erste und der letzte Gegenstand des Nachdenkens.

Gott, lass auch uns zur Ruhe kommen

Du guter Gott, so bitten wir in diesen letzten Sommertagen, dass wir auch dann zur Ruhe finden, wenn uns der Alltag wieder voll in Beschlag nimmt. Lass uns immer wieder Ruhe und auch Selbsterkennen finden - in Dir. Amen

 


Bernhard von Clairvaux war einer der bedeutendsten Mönche des Hoch Mittelalters. In einer Zeit großer Wirren und Zerrissenheit reformierte er den Zisterzienserorden und konnte in einem Papst-Schisma vermitteln. Allerdings mobilisierte Bernhard auch Massen für einen Kreuzzug, in dem es vor allem um machtpolitische Ansprüche ging. Am Ende seines Lebens soll Bernhard dieses Engagement bedauert haben. 

Dienstag, 18. August 2026

Fürbitten 19.8. IST GOTT GERECHT ?

 


19.8.2026 Mt.20.1.   Die ersten werden die letzten sein…Arbeiter im Weinberg

 Ist das Leben gerecht? Nein, sagen wir, angesichts von Armut und Reichtum, von ungerecht verteiltem Glück und Unglück.

Ist Gott gerecht? Sehr oft würden wohl auch ehrlich NEIN sagen. Und Jesus unterstreicht das heute im Evangelium noch mit einem Gleichnis. Da ist ein Gutsherr, der am Ende des Tages jedem Arbeiter den gleichen Lohn zahlt, egal, wie lange die Männer letztlich gearbeitet, ja regelrecht geschuftet haben. Egal, ob sie schon in aller Früh begonnen haben oder erst am späten Nachmittag. Alle bekommen den gleichen Lohn.  Ist das nicht eine bodenlose Gemeinheit? Ja, im sozialen Bereich wäre es das. Hier aber, wo es letztlich um eine religiöse Frage geht, kann uns diese Geschichte sogar einen Stein vom Herzen nehmen. Denn profitieren letztlich nicht wir alle von der „Ungerechtigkeit“ Gottes? Dass Gott eben nicht am Ende des Tages und am Ende der Tage kleinlich abwägt – wer von uns würde dann schon einen perfekten Arbeits/Lebenseinsatz rund um die Uhr vorweisen können? Bitten wir heute

dass wir dankbar sind, weil wir immer wieder selbst mit der Großzügigkeit Gottes rechnen dürfen

Dass wir selbst großzügig sind und nicht auf das schauen, was uns fehlt, sondern auf das, was Andere zu wenig haben

Dass wir nicht kleinlich aufrechnen, ob wir nicht doch im Vergleich mit anderen zu kurz  kommen, dass wir nicht neidisch auf andere sehen

Dass wir keine Angst davor haben, ausgenützt zu werden, im Beruf, im Alltag, zu Hause; sondern dass wir geben, was wir geben können

Dass wir uns in unserem kleinen Umfeld um Gerechtigkeit bemühen, auch wenn wir wissen, dass wohl nie alle zufrieden sein werden

Dass wir dankbar weitergeben wollen, was wir selbst an Überfülle im Leben haben

dass unsere Liebe zu Gott kein Gegengeschäft ist, dass wir uns für unser „gut-sein“ nichts erwarten – sondern dass wir gerne und dankbar genau so leben, wie wir leben dürfen

 

Du guter Gott, wie dankbar müssen wir sein, dass du auch uns mehr geben wirst, als uns zusteht und als wir verdient haben. So bitten wir dich: Lass uns genauso auch mit unseren Mitmenschen umgehen, großzügig und mitfühlend, wie es Jesus getan hat Amen



Montag, 17. August 2026

Fürbitten 18.8. SOLIDARITÄT braucht es

 

18.8.2026 Mt.19.23 Kamel und Nadelöhr Wir die Reichen -und vor unserer Tür die Armen

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Himmelreich kommt“ – dieser Satz heute aus dem Evangelium ist sprichwörtlich geworden. Und ob wir es wollen oder nicht, irgendwie gehören wohl die meisten von uns eher zu den Reichen dieser Welt – verglichen mit der unfassbaren Armut, die es gibt. Es nützt nichts, wenn wir mit dem Finger auf die noch viel Reicheren zeigen. UNS meint Jesus! MICH meint Jesus. Wie können wir helfen, mit dem, was wir haben. Wie kann ICH helfen …. Vor allem das Herz darf nicht hart werden. Bitten wir heute

dass Gott uns Wege zeigt, damit wir als Staat Österreich die richtigen Entscheidungen treffen, wenn es um Hilfe und Solidarität geht, dass nicht am falschen Platt eingespart wird

dass die europäischen Staaten insgesamt auf Humanität und nicht auf Ausgrenzung setzen

dass wir erkennen, dass die Einschränkungen, die viele von uns zu spüren bekommen, auch eine Chance zum Umdenken sein können

dass Gott mir aber zeigt, wie ich Schwester oder Bruder für die sein kann, die in Not sind

dass ich auch erkenne, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch um Zeit und Aufmerksamkeit und Zuwendung, für die, die mich brauchen

Gott , mach uns, mach mich frei von der Angst, Andere könnten uns etwas wegnehmen

         mach uns, mach mich frei von der Angst, es wäre nicht genug für Alle da

         mach uns, mach mich frei von der Angst, andere könnten uns nur ausnützen

 

So schau auf unseren guten Willen, Gott – und hilf uns HELFEN. Amen