14.10.2024 Lk.11.42 Weh euch
Radikal und hart ist heute im Evangelium die Kritik Jesu an den Pharisäern und den Gesetzeslehrern, den Theologen seiner Zeit. Sie waren es, die über die Einhaltung der vielen strengen Vorschriften im Judentum geachtet haben. Jesus aber lobt sie nicht für ihre Gesetzesstrenge, sondern im Gegenteil: „Weh euch“, sagt er : „Weh euch, denn Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger“. Was Jesus durchschau hat, war die Doppelmoral dieser frommen Herren. Er wirft ihnen vor, insgeheim selbst ganz anders zu leben, als sie es den Menschen vorschreiben. Man muss nicht lange nachdenken, um zu verstehen, dass sich diese Kritik eins zu eins auch in unsere Zeit, in unsere Kirche übertragen lässt. Aber auch wir selbst sind vielleicht manchmal gar nicht ganz so ehrlich mit dem, wie wir reden und leben, oder was wir von anderen erwarten und selbst nicht tun. So bitten wir heute
zunächst für uns selbst, dass wir nicht für andere strenge Regeln aufstellen, an die wir uns selbst nicht halten. Dass wir nicht über andere urteilen, während wir selbst genug falsch machen.
Dass wir niemand unter Druck setzen mit unserer Vorstellung vom Leben, dass wir Anderen kein schlechtes Gewissen machen, wenn sie andere Entscheidungen treffen, als wir das tun würden.
Dass wir immer Respekt haben vor der Lebensentscheidung Anderer, dass wir uns das urteilen über andere abgewöhnen
dass wir in unserem privaten Leben nicht an Äußerlichkeiten hängen bleiben, sondern immer wieder nach dem Sinn von Ritualen und Vorschriften fragen
und bitten wir für unsere Kirche: dass auch hier nicht stur alte Gesetze und Vorschriften im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die um eigne gute Entscheidungen für ihr Leben ringen
bitten wir für alle Priester und Ordensleute: dass sie nicht mit überzogenen Idealen unter Druck gesetzt werden, dass sie wahrhaftig leben können, dass sie sich nicht verbiegen müssen
und bitten wir grundsätzlich um Anstand und Glaubwürdigkeit gerade auch in höheren Hierarchien der Kirche, nicht grundlos hat besonders Papst Franziskus immer wieder manchen Luxus und Eitelkeit der Kleriker beanstandet.
Nicht nur Katholiken denken wohl heute mit großem Mitgefühl an Papst Leo. Bei ihm ist nun nach seiner OP doch Lungenkrebs diagnostiziert worden. Bitten wir, dass trotz aller Sorgen dennoch alles einen guten Verlauf nimmt und weitere Behandlungen gut anschlagen.
Guter Gott, unsere Gedanken sind bei Papst Leo und bei allen Menschen, die Tag für Tag mit Situationen konfrontiert sind, die viel Kraft und Vertrauen brauchen. Wir bitten auch für alle die als Helfende im Einsatz sind, segne DU und bewahre, Amen











