Seiten

Donnerstag, 19. März 2026

Fürbitten, 20.3. Ja, ich kann die Skepsis verstehen

 

20.3.2026  Joh.7.1 das kann nicht der Messias sein

Im Johannes Evangelium dieser Tage spitzt sich die Situation rund um Jesus immer mehr zu. Immer intensiver berichtet Johannes von den Feindseligkeiten gegen Jesus, immer mehr ahnt man, das kann nur tragisch enden. Heute erleben wir eine Szene, in die wir uns sicher gut hineindenken können. Jesus ist in Jerusalem, er wird von Menschen erkannt, sie schätzen ihn, weil sie von seinen Wundern und Predigten gehört haben. Aber für sie ist es letztlich undenkbar, dass er der verheißene Messias sein könnte. Auch wenn sie fasziniert von Jesus sind, sagen sie sich : „Von dem wissen wir doch, woher er kommt, so jemand kann nicht der Messias sein“. Man kann die Skepsis nachvollziehen. Bei uns – mehr als 2000 Jahre später -  ist es vielleicht gerade umgekehrt: Wir haben so festgefügte Jesus = Sohn Gottes - Bilder, dass wir ihn, den Menschen, der wirklich gelebt hat - gar nicht mehr erkennen können. Bitten wir heute:

Dass wir uns immer wieder in den MENSCHEN Jesus hineindenken, ihm so zuhören, als wäre er einer von uns,

dass wir Jesus nicht nur verklärt sehen, nicht nur den schon auferstandenen Jesus

dass wir das Ungewöhnliche, das Herausfordernde, das so ganz Andere am Menschen Jesus wahrnehmen

dass wir auch „Anstoß“ an ihm nehmen, dass wir Widersprüche, die wir empfinden, nicht nur fromm „weg beten“

dass wir immer wieder auch an das durch und durch menschliche Leben von Jesus und seiner Familie denken

dass wir uns aus diesem Leben – gerade von Maria -   Geduld abschauen, Toleranz, einen langen Atem für alles, was wir nicht gleich verstehen

dass wir mit dem Blick auf Jesus Geduld und Respekt vor allen Menschen haben, die aus dem Rahmen fallen, die nicht angepasst sind, die ihren eigenen Weg gehen und oft anecken

bitten wir, dass wir Jesus gerade auch heute wieder im allernächsten Menschen entdecken, vielleicht gerade in dem, dem wir lieber aus dem Weg gehen wollen

 Bitten wir für alle, die in diesen Tagen einen schweren Weg gehen, dass sie Hilfe finden, vielleicht auch durch uns. Amen

FASTEN Donnerstag 4.Woche

 


wann immer es geht:

Zeit für ein "Tänzchen"

man darf nicht "Freude - fasten" 

 

Kurz vor seinem Tod - er war an Lymphkrebs erkrankt, schrieb Gabriel Garcia Marquez :

"Wenn Gott mir noch einen Fetzen Leben schenken würde: die Zeit würde ich intensiver ausnutzen. Sehr wahrscheinlich würde ich nicht alles sagen was ich denke, aber ich
würde überlegen, was ich sage. Ich würde die Dinge bewerten, nicht
dafür, was sie Wert sind, sondern dafür, was sie bedeuten. Ich würde
weniger schlafen, ich würde mehr träumen, denn für jede Minute in der
wir die Augen schließen, verlieren wir sechzig Sekunden Licht. Ich
würde gehen wenn andere stehen bleiben und aufwachen wenn andere schlafen.

Wenn Gott mir einen Fetzen Leben schenken würde, einfach
würde ich mich kleiden und mich in die Sonne stürzen und nicht nur
meinen Körper sondern meine Seele öffnen. Den Menschen würde ich
beweisen, wie sie sich irren wenn sie denken, dass sie sich nicht mehr
verlieben könnten wenn sie alt werden, ohne zu wissen, dass sie alt
geworden sind, weil sie sich nicht mehr verliebt haben.


Einem Kind würde ich Flügel schenken, aber ich würde ihm allein das Fliegenlernen
überlassen. Den Alten würde ich lehren, dass der Tod nicht mit dem
Altwerden kommt, sondern mit dem Vergessenwerden.
So viele Dinge habe ich von ihnen, den Menschen gelernt. Ich habe gelernt, dass die
ganze Welt auf dem Gipfel des Berges zu leben bestrebt ist, ohne zu
wissen, dass das wahre Glück daran liegt, wie man den Berg besteigt.
Ich habe gelernt, dass, wenn ein Neugeborenes mit der Faust zum ersten
Mal den Daumen des Vaters drückt, ihn für immer gefesselt hat.
Ich habe gelernt, dass ein Mensch nur das Recht hat auf einen anderen
Mensch hinab zu blicken, wenn er ihm beim Aufstehen hilft. Es sind so
viele Dinge, die ich von Ihnen gelernt habe, aber das Gelernte wird mir
nicht viel nützen - unglücklicherweise liege ich im Sterben. 

Sag immer was du fühlst und mach was du denkst.
Wenn ich wüsste, dass heute das letzte Mal wäre,
dass ich dich schlafen sehe, würde ich dich fest umarmen und Gott
bitten der Schutzengel deiner Seele sein zu dürfen. Wenn ich wüsste,
dass dies die letzten Minuten sind, in denen ich dich sehe, würde ich
sagen: »Ich liebe dich« und ich würde es nicht für selbstverständlich
hinnehmen, dass du es schon weißt.

Es gibt immer einen Morgen und
das Leben gibt uns immer eine andere Chance, die Dinge gut zu machen.
Aber was ist wenn ich mich irre und das Heute ist alles was uns übrig
bleibt? Dann würde ich gerne sagen, wie sehr ich dich liebe und dass
ich dich nicht vergessen werde.


Der Morgen ist niemandem versichert
worden, jung oder alt. Heute kann es das letzte Mal sein, dass Du
diejenigen siehst, die du liebst. Deshalb warte nicht, mach es jetzt,
denn wenn der Morgen nie kommt, wirst du den Tag bereuen, als du keine
Zeit hattest für ein Lächeln, eine Umarmung, einen Kuss, oder einen
Wunsch zu erfüllen, weil du so beschäftigt warst.


Suche die Nähe
deiner geliebten Menschen, flüstere ihnen zu wie sehr du sie brauchst,
liebe sie und behandele sie gut. Nimm dir Zeit um ihnen zu sagen: »Tut
mir Leid«, »Bitte«, »Danke« und alle Liebeswörter, die du kennst.
Niemand wird sich für deine geheimen Gedanken an dich erinnern; bitte
Gott, dass er dir Kraft und Weisheit gibt, sie auszudrücken. Sage
deinen Freunden und geliebten Menschen, wie wichtig sie für dich sind.


 


Mittwoch, 18. März 2026

Fürbitten 19.3. Hl. Josef - der inneren Stimme vertrauen

 

19.3.2025 Hl. Josef  Auf den Engel hören  

 Heute wird das Fest des hl. Josef gefeiert. Historisch wissen wir von ihm so gut wie nichts. Er war in der Erzählung der Evangelien der Mann von Maria und der Vater Jesu. Wie alle Buben wird auch dieser Jesus Junge zu seinem Papa aufgesehen haben, war dieser Mann ganz wichtig für sein eigenes Mann-sein. Josef gilt als ein Mann, der Verantwortung für seine Familie getragen hat, er hat seine Frau in einer kritischen Situation nicht im Stich gelassen. Josef hat in  entscheidenden Momenten auf eine innere Stimme gehört, der er vertraut hat. Das Evangelium berichtet von einem Traum, in dem ein Engel mit ihm gesprochen hat. Nach den allerersten Erzählungen hören wir von Josef seltsamerweise nichts mehr in den Evangelien.  Bitten wir heute für die Männer in unserer Gesellschaft

dass sie Verantwortung tragen können – und sich dabei nicht überfordert fühlen

dass sie gute Partner sein können – und sich nicht vor Bindung fürchten

dass sie gut mit ihren Gefühlen umgehen können – ohne Angst, als unmännlich dazustehen

dass sie liebevoll und empfindsam sein dürfen – und sich nicht scheuen, auch selbst Schwächen zuzugeben

dass sie gute Väter sind - die ihren Kindern helfen, den eigenen Weg zu finden

bitten wir ganz besonders für alle Männer, die in einem Kriegsgebiet kämpfen müssen, bitten wir für alle Burschen und Männer, die im Alltag oft mit ihren Aggressionen nicht zurecht kommen und schweres Leid verursachen

im Evangelium hören wir, wie Josef vor einer großen Entscheidung in einem Traum auf die Stimme eines Engels hört - bitten wir, dass auch wir immer wieder der inneren Stimme in uns vertrauen können

bitten wir, dass Gott uns führt, gerade dann, wenn wir ratlos und verunsichert sind, dass wir voll Vertrauen Entscheidungen treffen können

 

So bitten wir auf die Fürsprache des heiligen Josef, möge auch er uns helfen, Verantwortung für alle die zu tragen, die uns anvertraut sind. . Amen

FASTEN Mittwoch 4.Woche

 


FREI BUDDELN,  

immer wieder

Geduld Geduld mit mir selbst


“Verbringe die Zeit nicht  mit der Suche nach einem Hindernis,

vielleicht ist ja keines da.”   Franz Kafka


Dienstag, 17. März 2026

Fürbitten 18.3. Hat Gott denn Jesus im Stich gelassen ???

 

18.3.2026 Jes.49.14  Vergisst denn eine Frau ihr Kindlein, eine Mutter den Sohn…und selbst wenn, ich vergesse dich nicht  Joh.5.17 ..darum waren sie aus, ihn zu töten

Die Lesungen für den Gottesdienst heute sind wie ein Drama komponiert. In der jüdischen Bibel hören wir eine der wunderschönsten Stellen an Zuversicht und Vertrauen: durch den Propheten Jesaia sagt uns Gott: „ich werde dich erhören, ich werde dir helfen .. denn selbst wenn eine Frau ihr Kindlein, eine Mutter ihren Sohn vergessen würden (was fast undenkbar ist), ICH DEIN GOTT  vergesse dich nicht“.  Das ist die 1.Lesung – wie tröstlich.

Im Evangelium aber spürt man, wie sich die Schlinge um Jesus zuzieht, wie sich das Drama seines Todes vorbereitet. Zu sehr haben sich viele einflussreiche Fromme schon von ihm provoziert gefühlt: Nicht zuletzt hat er sich auch noch als Sohn Gottes bezeichnet -  Das ist sein Todesurteil. Drängt sich uns da nicht die Frage auf: WO ist nun die Hilfe und Errettung für Jesus? Wird Jesus selbst nicht im Innersten auf die Worte Jesaias gesetzt haben: „Ich dein Gott verlasse dich nicht“.....

Auch in unserem Leben liegt es doch so oft dicht beisammen: Hoffnung, Vertrauen und doch auch immer die Verzweiflung „hat Gott mich vergessen?“ – bitten wir heute

für alle Menschen die sich in einer verzweifelten Lage befinden, für die Leidtragenden von Kriegen und Konflikten und Katastrophen

bitten wir für alle Kranken, die mit einer schweren Diagnose und all ihren Ängsten zurechtkommen müssen

bitten wir für alle, die Not und Leid und Sorgen von Angehörigen und Freunden mittragen

bitten wir für uns selbst, dass wir es aushalten, in diesem Spannungszustand zu leben: zutiefst zu hoffen und doch immer wieder Enttäuschungen zu erleben

dass wir uns in Gott geborgen fühlen – und doch auch die Leere und seine Abwesenheit aushalten

dass wir Lebensänderungen annehmen können, vor allem solche, die uns momentan aus der Bahn werfen,

bitten wir, dass wir mit Jesus beten können „Dein Wille geschehe“ - dass wir zu-lassen können, all das zu-lassen, was Gott gerade auch heute wieder von uns will

 

Vielleicht gelingt es uns manchmal auch mit den Worten von Charles de Foucauld zu beten:

„Mein Vater, ich überlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen Geschöpfen,
 so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.“ Amen

Ja, um diese Kraft und um dieses Vertrauen bitten wir guter Gott, Amen


FASTEN Dienstag 4.Fastenwoche

 


ENTSCHEIDEIDEN  

kann man auch üben

ja, muss man


"Standortbestimmung:
1. Was tue ich, was ich weiterhin tun soll?
2. Was tue ich, womit ich unbedingt zu tun aufhören soll?
3. Was habe ich noch nicht angefangen zu tun, was ich schon längst hätte tun sollen?"


Montag, 16. März 2026

Fürbitten 17.1. Vertrauen, dass HEILUNG möglich ist

 

16.3.2026 Joh.5.1 Heilung am Teich   Ez.47.1  Auf Heilung warten

Vom Wasser, vom lebensspendenden und auch heilenden Wasser ist heute in beiden Lesungen die Rede. Im Alten Testament sieht der Prophet Ezechiel den Tempel mit der Gegenwart Gottes als Quelle allen Wassers – Wasser, wie im Paradies.

Im Evangelium hören wir von einem Teich, zu dem kranke Menschen strömen, um gesund zu werden. Aber die Sache hat einen Haken: man muss als erster ins Wasser steigen, wenn dieses plötzlich in Wallung gerät.  Bei diesem „Teich beim Schaftor“ sieht Jesus einen verzweifelten Mann. Seit 38 Jahren, so erzählt dieser Gelähmte, warte er auf eine Chance zum Gesundwerden. Aber er habe ja niemand, der ihn bis zum Wasser trägt. Kein Helfer da, niemand, der sich für ihn Zeit nimmt, die Konkurrenz beim heilsamen Wasser ist zu groß. Jesus reagiert spontan und unkompliziert. „Steh auf, nimm deine Matte und geh“, sagt er – und dieser Mann kann durch die Hilfe Jesu wirklich wieder gehen. Weil diese Heilung aber an einem Sabbat geschieht, macht sich Jesus damit in den Augen der Pharisäer schuldig. Denn auch HEILEN ist am heiligten Sabbat nach jüdischem Gesetzt verboten. Der geheilte Mann hätte seine Bahre auch nicht tragen dürfen. Das ist der weitere wichtige Aspekt der Geschichte, aber schauen wir hier auf den Kranken und seine Sehnsucht nach Heilung. Bitten wir 

Dass wir keine Scheu haben, auch für uns selbst um Hilfe zu bitten

Dass wir immer wieder versuchen eine schwierige Situation, in der wir stecken, zu verändern.

Dass wir nicht jahrzehntelang wie gelähmt am selben Fleck ausharren, dass wir uns Veränderung zutrauen

Dass wir aber auch den Sinn in manch eigener Krankheit erkennen, wenn sie einen zwingt,  Lebensgewohnheiten zu ändern

Bitten wir, dass wir selbst Menschen sein dürfen, die anderen helfen, dass wir erkennen, WANN und WO Hilfe gebraucht wird

Dass wir unsere Hilfe aber auch nicht aufdrängen, dass wir niemand von unserer Hilfe abhängig machen  

Dass wir letztlich aber auch akzeptieren, dass es im Leben immer wieder Situationen gibt, die man einfach annehmen und ertragen muss

 

So bitten wir guter Gott um die Kraft, unser Leben anzunehmen, wie es ist. Wir bitten um Hilfe für alle, die Hilfe brauchen. Lass uns helfen, wo immer wir können. Lass aber auch uns Hilfe finden, wenn wir sie brauchen. Amen

FASTEN 4.Woche Montag

 


Vielleicht meint das ja 

bisweilen auch mich ?


"Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können".

Hermann Hesse, Siddhartha


Sonntag, 15. März 2026

Fürbitten 16.3. kein Weinen, kein Klagen, kein Tod ?

 

16.3.2026  ein neuer Himmel, eine neue Erde Jes.65.17 dein Sohn lebt Joh.4.43

Die Texte dieses Tages sind wie für unsere eigene aktuelle Situation geschrieben. Da geht es im Evangelium um die Todesangst eines Vaters, dessen Kind im Sterben liegt. Diesen Jungen wird Jesus retten, weil sein Vater so inständig bittet und vor allem, weil dieser Vater auch tiefes Vertrauen zu Jesus hat. Von wie vielen Toten, von wie vielen tragischen Schicksalen hören wir fast andauernd in den Nachrichten, so viele Konfliktherde international.  Welche Sehnsucht spüren wir nach einem neuen, nach einem heilen Leben. In der 1.Lesung, im Text der jüdischen Bibel, ist genau davon die Rede: von einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Weinen, kein Klagen, Frieden wird sein. Gott selbst verspricht es, schreibt der Prophet Jesaja. Was für eine Utopie. Worauf dürfen wir hoffen?   

Bitten wir um einen neuen Himmel und um eine neue friedvolle Erde: bitten wir für alle Menschen, die in diesen Tagen um das nackte Überleben kämpfen

bitten wir um einen neuen Himmel und eine neue Erde: für alle Kriegs-und Krisengebiete dieser Welt, in denen vor allem die Kleinen und Schuldlosen leiden

bitten wir um einen neuen Himmel und eine neue Erde: für alle Menschen, die schwere Krankheiten ertragen müsse, für alle, die um ein krankes Kind bangen, für alle, die mit dem Tod eines geliebten Menschen fertig werden müssen

bitten wir um einen neuen Himmel und eine neue Erde: für die Alten, für die Einsamen und die Alleingelassenen, für alle, die hilflos sind unter der Last des Alltags

Ja, bitten wir um einen neuen Himmel und eine neue Erde auch für uns selbst, dass wir in allen schwierigen Situationen nicht die Hoffnung verlieren – dass wir tiefes Vertrauen in die Hilfe und Zuwendung Jesu haben

und nicht zuletzt bitten wir, um eine Zukunft für diese unsere Erde, gib uns die Chance, sie für unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert zu erhalten

Du guter Gott, so legen wir auch diesen Tag und diese neue Woche ganz in deine Hand: voll Sehnsucht nach einem neuen Himmel und einer neuen Erde für uns alle. Amen

4. FASTENSONNTAG LAETARE - FREUDE


  

"Humor und Geduld sind Kamele, 

mit denen wir durch jede Wüste kommen." 

Phil Bosmans 


"LAETARE" 
heißt dieser Fastensonntag auch

Laetare -  so beginnt der Eingangs Vers zur Liturgie heute

"Freue dich, 
Seid fröhlich ihr, alle die ihr traurig wart.
Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung".




Samstag, 14. März 2026

Fürbitten 4.Fastensonntag MIT NEUEN AUGEN SEHEN

 

19.3. 2023  4.Fastensonntag Laetare Joh.9.1Jesus öffnet dem Blinden die Augen

Der 4.Fastensonntag ist heute. Sonntag „Laetare“ nennt man ihn – nach den ersten lateinischen Worten des Eingangspsalms. „Laetare“ – freut euch!!! Vielleicht ist unser erster Reflex: Freude? Geben diese Tage zu Freude Anlass? Die Situation rundum, Krieg USA, Iran, Israel - in Europa der Krieg in der Ukraine. Vor der Tür eine neue Energiekrise, wirtschaftliche Belastungen für viele!! Können, dürfen wir „Freude“ empfinden? 

Das Evangelium heute erzählt von einem Mann, der überselig vor Freude vor. Er, der seit Geburt blind ist- kann durch die Hilfe Jesu wieder sehen. Dieses Evangelium hat viele Aspekte – bleiben wir bei der Erzählung, die fast wie eine Reportage klingt. Da taucht einer aus dem Dunkel seines Lebens auf und sieht plötzlich die Welt, in all ihrer Helligkeit und wohl auch Dunkelheit. Werden nicht auch uns in diesen Tagen die Augen wieder neu geöffnet, für all das, was wir in aller Oberflächlichkeit oft gar nicht mehr sehen, oder sehen konnten.  Wofür wir gar nicht mehr dankbar sind. Eigentlich sind wir alle wie „blind geboren“. Immer mehr öffnen sich unsere Augen für die Wirklichkeit - und bis zu unserem Tod werden wir wohl noch gar nicht alles „sehen“ wie es wirklich ist. Nehmen wir diese Tage der Krise auch als Chance zur Freude und Dankbarkeit  wahr. So bitten wir heute

Dass wir viel bewusster das Gute in jedem Tag sehen und dass es uns die Kraft gibt, das Leben anzunehmen, auch in schwierigen Zeiten

Dass wir sehen, wie kostbar jeder Tag ist und dass wir immer ganz viel Freude zulassen dürfen, auch und gerade in der Fastenzeit. 

Dass wir immer besser sehen, worauf es im Leben wirklich ankommt und dass wir selbst unseren Beitrag für ein gutes solidarisches Leben leisten wollen

Dass wir sehen, worin die Sehnsucht in unserem eigenen Leben liegt, dass wir ihr nachgehen, dass wir nicht im Alltag versumpern oder resignieren

Und bitten wir auch, dass wir einsehen können, was bis jetzt nicht so gut gelaufen ist

Dass wir einander - und auch uns selbst - gerade in diesen Tagen Fehler nachsehen können

Und dass wir immer wieder auf-sehen und unsere Zuversicht und Hoffnung weiter geben

 

„Ich war blind und kann wiedersehen“, sagt der Mann heute im Evangelium. So öffne du auch unsere Augen guter Gott und lass uns sehen, was wir sehen sollen – um das Leben für uns und unsere Welt ein Stück menschlicher zu machen. amen

FASTEN Samstag 3.FW

 


Nicht verboten in der Fastenzeit

Vielleicht

sogar erwünscht ?


"Wer kämpft, kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden,

dass sie verschwiegen werden".     Bert Brecht


Freitag, 13. März 2026

Fürbitten 14.3. Liebe will ich, nicht Opfer

 

14.3.2026  Lk.18.9  Hos. 6.1   die Selbstgerechtigkeit der Frommen

 „...wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht.“

 Um echte und falsche Frömmigkeit geht es heute in den beiden Lesungen des Gottesdienstes. In der jüdischen Bibel ist es der Prophet Hosea der 750 Jahre vor Jesus den Israeliten ausrichtet: Was Gott will, das sind keine Opfer. Gott will eine Umkehr der Herzen. Wörtlich heißt das: „Liebe will ich, nicht (Schlacht)Opfer, Gotteserkenntnis statt (Brand)Opfer“, so sagt Jahwe. Also uns in der Fastenzeit gesagt: Es geht letztlich nicht um irgendeinen vordergründigen Verzicht auf dies oder jenes: es geht letztlich um eine ganz ehrliche Neubesinnung im Leben. Was sollte ich ändern, wo habe ich mich verrannt? - Im Evangelium wird dann die Geschichte von zwei Männern erzählt, die in den Tempel kommen, um zu beten. Der eine, ein Pharisäer, ist hoch zufrieden mit sich selbst, er hält sich für gesetzestreu und fromm, ja, er dankt Gott sogar dafür, dass er nicht so ist wie andere Menschen. Der andere Mann, er hat als Zollbeamter keinen guten Ruf, dieser Zöllner fühlt sich als Sünder, er bittet im Tempel Gott um Erbarmen. Für Jesus ist klar, wie die Sache in den Augen Gottes ausgeht: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ Bitten wir heute

dass wir ehrlich mit uns selbst umgehen

dass wir uns vor Selbstgerechtigkeit hüten

dass wir als brave Christen nicht glauben, der Himmel „stünde uns sowieso zu“,

dass wir Gott nicht zum Buchhalter degradieren, der uns für Gutes belohnt und für schlechtes bestraft

dass wir die Fastenzeit nicht benützen, um krampfhaft vielleicht ganz sinnlose Opfer zu bringen

dass wir uns immer mehr um diese Liebe bemühen, die allein sich Gott wünscht

dass wir aber auch die „Gottes Erkenntnis“ ernst nehmen, dass wir nicht stehen bleiben bei alten Gottesbildern und leer gewordenen Ritualen

 und dass wir gerade in der Fastenzeit die Freude in allem suchen, dass wir täglich auch für uns selbst DANKE sagen dürfen und uns von Gott angenommen wissen

 

 Du guter Gott, wie sehr leben wir davon, dass DU gütig auf uns siehst – Hilf, dass auch wir einen gütigen und guten Blick auf Andere haben. Auch heute wieder bitten wir inständig um Frieden.

Amen

FASTEN 24


beim Fasten 
muss sich einfach 
etwas "TUN"


„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, 

sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ 

Seneca

Donnerstag, 12. März 2026

Fürbitten 13.2. Nein, meinen "Nächsten" kann ich mir nicht aussuchen

 

13.3.2026 Mk 12.28 Das wichtigste Gebot?   

„Welches Gebot ist das Erste, das Wichtigste, von allen?“, das wird Jesus heute im Evangelium von einem Schriftgelehrten gefragt. Für die frommen Juden zur Zeit Jesu (und auch noch für die orthodoxen Juden heute) ist das religiöse Leben kompliziert. Theoretisch musste man 613 Gesetze und Vorschriften einhalten. Aber auch wir kennen dieses skrupulöse, ängstliche Einhalten von Vorschriften und Geboten. Aber auch in unserer Kirche sieht man oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Das heißt, man sieht vor lauter Paragrafen nicht, worum es einzig und allein geht: Jesus formuliert es ganz einfach: „Du sollst Gott mit deinem ganzen Herzen lieben - und aus dieser Gottesliebe heraus, sollst du deinen Nächsten lieben, du sollst ihn lieben wie dich selbst“   Wie einfach könnte das sein: NUR zwei Gebote. Dabei wissen wir, wie sehr es sich schon bei der Nächstenliebe „spießt“ Bitten wir heute:

dass wir uns als „Nächsten“ nicht den auszusuchen, der uns am Angenehmsten wäre

dass es uns vielmehr gelingt, den Menschen annehmen, der uns gerade heute als „unser Nächster“ über den Weg läuft und den uns Gott ans Herz legt

 dass wir als Christen ein Klima schaffen, in dem auch in der Gesellschaft jeder Mensch als „unser Nächster“ gesehen wird

dass wir die Anderen, dass wir „unsere Nächsten“, grundsätzlich respektieren, wie sie sind

dass wir uns bemühen, immer zuallererst das Gute im „Nächsten“ zu sehen

dass wir aber auch daran denken, dass auch wir uns selbst „der Nächste“ sind, dass wir uns selbst Gutes tun dürfen und dabei kein schlechtes Gewissen haben müssen

bitten wir auch um eine Gottes-Liebe, in der wir uns nicht verbiegen und nicht krampfhaft „Opfer“ bringen müssen, sondern eine Liebe, die uns frei von Zwängen und lebensfroh macht

 

Du guter Gott, nicht zuletzt gilt unsere Bitte den Menschen in den Kriegs -und Krisengebieten. Behüte und begleite sie ganz besonders: wir bitten um eine Welt, in der wir uns alle als „Nächste“ sehen.  Amen