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Freitag, 3. April 2026

Fürbitten - Gedanken KARSAMSTAG

 


4.4.2026   manchmal ist alles leer 

Der Karsamstag ist ein stiller Tag ohne liturgische Feier, ohne eigenen Gottesdienst.

Die Geschichte von Jesus ist an ihrem Ende angekommen.

Jesus ist gescheitert,

Jesus ist tot –

Wir sollten ihn nicht immer schon als „Auferstandenen“ sehen. 

Nicht so schnell ins "Happy end" flüchten.

Die Leere aushalten,

die Ent-Täuschung 

Sich nichts schön reden

Es kann gut tun, keine Worte zu haben

 

Karsamstag

 

Niemals ist das Schweigen so groß
                      wie am Tag danach
Die Toten haben sich eingerichtet
In engen Särgen und Urnen
Und warten auf das was kommt
Ihre Erinnerungen haben sie mitgenommen
Und schützen sie vor dem Vergessen
Sie hoffen auf Heilung vieler Wunden
Und auf Vergebung ihrer Kriege
die nichts gebracht als nur Tod und Tränen
Von innen öffnen sie die Gräber und gehen
                       wenn unzerstörbares Leben sie ruft
das ihnen keiner mehr stehlen kann
Die verlassenen Gräber stehen offen
Damit aller Leichengeruch
                       göttlichem Lebensatem weicht

 Wilhelm Bruners

 

Bitten wir, dass wir es aushalten

…wenn wir uns nutzlos vorkommen

 ...wenn wir so oft mit leeren Händen da stehen

…wenn wir in hilfloser Sorge um Andere sind

… wenn wir uns einsam fühlen

 ...wenn die Kraft ausgeht

 ...wenn die Freude ausgeht

 ...wenn die Liebe ausgeht

 ...wenn wir uns selbst nicht mehr mögen

 ...wenn uns Gott abhandenkommt

 

 Bitten wir für alle, für deren Sorgen und Leid es keine schnelle Antwort gibt. 

Bitten wir weiter um Frieden, auch wenn es oft schon sinnlos scheint

Amen

 

 

 

Fürbitten 3.4. Das WARUM aushalten

 


3.4.2026 Karfreitag Meditation in der Früh   

Heute ist Karfreitag – für uns Christen der Tag, an dem wir den Leidensweg Jesu, hin bis zum Kreuz, mitfühlen. Jesus ist am Kreuz gescheitert – wir sollten nicht so schnell die Auferstehung mitdenken. Wir sollten auch das Ende, wir sollten das Scheitern aushalten. So wie wir das viele Unverständliche in dieser Zeit aushalten müssen. So viel Leid, so viel Zerstörung, so viele Tote und verzweifelte Existenzen. Wir spüren, wie angespannt auch die finanzielle und wirtschaftliche Situation für viele Menschen geworden ist, wir erleben die Probleme mit Gewalt und Aggression und Brutalität, die unter jungen Menschen zunehmen. Wir finden die Lösung nicht, für zugewanderte Menschen, denen wir Sicherheit geben sollten. Wir sind an so vielen Enden und Ecken ratlos, verunsichert, verängstigt. Ohne Antworten auf viel zu viele Fragen. 

In der Karfreitagsliturgie der Kirche gibt es heute die großen Fürbitten für die ganze Welt – gehen wir hier in der Stille am morgen nur ein wenig unseren eigenen Fragen nach

 

Was macht mir Angst  Wo fühle ich mich hilflos

Wo spüre ich eigenes Unvermögen, Unzufriedenheit, Rastlosigkeit

Halte ich das Scheitern aus, das eigene persönliche scheitern…immer wieder

Habe ich noch Vertrauen, Vertrauen auch in einen guten Gott

Wo finde ich Hilfe gegen Traurigkeit, gegen Bitterkeit, gegen Mutlosigkeit

Wie weh tut unverstanden sein, Einsamkeit

Halte ich es aus, oft keinen Trost für andere zu haben

Halte ich es aus, selbst ungetröstet zu sein

Halte ich die Stille aus, die keine Antworten gibt

 

Jesus, ja ich will den Weg mit dir gehen - aber ich habe Angst. Ich traue es mir nicht zu. Nimm DU mich, wie ich bin - schenk du meinen Grenzen Frieden  führ DU mich hinaus ins Weite. Amen


WARUM

"Die FRAGE
ist oft das letzte Gebet,
das Gott uns gibt". 

Max Frisch


FASTEN KARFREITAG

 


WARUM


"Die FRAGE
ist oft das letzte Gebet,
das Gott uns gibt". 

Max Frisch


Jede Nacht führt mein Weg in die Schottergrube,
in die Schottergrube meiner Verzweiflungen,
in das Geröll,
in die Bitternis,
die meine Augen ohnmächtig macht.
Ich höre in den Steinen
die Wut der Winde,
die meine armseligen Kinder zerstäubt.
Herr,
mein verwunschener Name,
der verwunschene Name meiner Kinder
stöhnt in den Steinen!
Du aber bist der unaufhörliche Regen der Trauer,
der unaufhörliche Regen der Verlassenheit,
der Regen der Sterne.
Der Regen der Schwachen,
der meine Augen ohnmächtig macht.


Ich will meinen Kampf beten,
den großen Kampf um meine Seele.
Denn ich bin arm.
In der Nacht bin ich bettelarm.





Thomas Bernhard Psalmen



Donnerstag, 2. April 2026

Fürbitten 2.4. Vom Schmerz und der Zärtlichkeit des Abschieds

 

17.4.2025  GRÜNDONNERSTAG 

Die Zärtlichkeit üben - Die Zeichen der Liebe erkennen

Heute am Gründonnerstag werden in allen Kirchen nur Abendmessen gefeiert - zur Erinnerung an das letzte Beisammensein Jesu mit seinen Freunden. „Das letzte Abendmahl“ – wir haben es in vielen künstlerischen Ausformungen vor Augen.  Für Jesus sind es die Stunden vor seinem Tod – die Jünger aber können die Dramatik dieses „letzten Abendmahles“ natürlich nicht verstehen.  Sie sind verwirrt, als Jesus plötzlich aufsteht und beginnt, ihnen die Füße zu waschen.  Eine Geste der Zärtlichkeit, eine Geste des Abschieds, fast ein verzweifeltes liebevolles TUN. Mit der flehenden Bitte: „So sollt auch ihr einander nah sein, so sollt auch ihr einander eure Liebe zeigen“ Auch heute werden in vielen Kirchen solche symbolischen Fußwaschungen durchgeführt:  Vor einigen Jahren besuchte Papst Franziskus dafür das Gefängnis der italienischen Hafenstadt Civitavecchia und vollzog die Fußwaschung an zwölf ausgewählten Häftlingen, Frauen wie Männern. Welchen Sinn machen solch symbolische Handlungen? Es beginnt ja bereits mit dem Knieen vor einem anderen.  Bitten wir

dass wir uns vor anderen klein machen können

dass wir bereit sind, zu be-dienen, und uns dabei nicht wichtig machen

dass wir aufmerksam dafür sind, was einem anderen gut tun könnte

dass auch uns immer wieder im Alltag Gesten der Zärtlichkeit gelingen

dass wir keine Scheu vor Berührung und körperlicher Nähe haben

dass wir selbst dankbar Gutes annehmen, das uns geschenkt wird

dass wir es aber auch immer wieder aushalten, dass es Abschiede gibt, dass etwas zu Ende geht

dass Gott uns aber auch das tiefe Vertrauen gibt, dass dieses Leben immer wieder und trotz allem GUT IST


Du guter Gott hilf, dass wir einander guttun können, dass wir uns einander zuneigen, dass wir uns klein machen können, um einander näher zu sein. Darum bitten wir an diesem Tag, der uns in das Geheimnis unseres Lebens und Sterbens führen wird. amen

FASTEN GRÜNDONNERSTAG

 


immer wieder

DEM  WUNDER  DIE  HAND  HINHALTEN


"Lachen und Weinen und die unmögliche Wahl haben

und nichts ganz recht tun und nichts ganz verkehrt

und vielleicht alles verlieren.

Doch, mit Ja und Nein und Für-immer-vorbei,

nicht müde werden,

sondern dem Wunder

leise wie einem Vogel

die Hand hinhalten".    Hilde Domin

 

Chag Pesach Sameach!

 


Gesegnete Pessach Tage, Euch allen, die ich kenne

und allen, die ich nicht kenne.

In uns lebt die Sehnsucht nach Freiheit und Frieden für ALLE


Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.

Der Wunsch nach der Landschaft diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.

Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube den Zweig vom Ölbaum bringe,
dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass die Blätter der Rose noch am Boden eine leuchtende Krone bilden.
Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.
      
Hilde Domin

Mittwoch, 1. April 2026

FASTEN Mittwoch in der Karwoche

 

BETEN  IST  RISKANT

Warum heißt es "GEBET", 

wenn ich mit Gott spreche?

und warum heißt es "PSYCHOSE", 

wenn Gott mit mir spricht? 

 

„Beten ist riskant.  Es besteht die Gefahr, dass unsere eigenen Gebete zwischen Gott und uns geraten.   Wenn wir am andächtigsten beten, gehen wir direkt zu Gott − ganz ohne Gebete.   Wenn das Aufsagen eurer Gebete ein Hindernis zum Beten wird, lasst es weg.     Der beste Weg zu beten ist: aufhören.“ 

Thomas Merton US Trappistenmönch, Friedensaktivist und Mystiker


Zu dir steh ich auf am Morgen

Zu dir steh ich auf am Morgen,
rufe die Stunden, fleh um Licht,
krieche nach Wasser.

Nach dir dürst ich durch den Mittag,
Leib bin ich, flehende Seele,
mit den Schatten falle ich.

Nach dir wälz ich mich in der Nacht,
schläfst du? Rühr mich an,
dass ich zur Ruhe komme,

und zu dir aufstehe am Morgen.

Text: Huub Oosterhuis

Dienstag, 31. März 2026

Fürbitten 1.4. der JUDAS in mir - wenn ich mich selbst verrate

 


1.4.2026 Mt. 26.14   Judas

Drei Tage lang war Judas Iskariot eine der Hauptfiguren in den Evangelien. Er, der Verräter, der Mann, der seinen Freund und Weggefährten für dreißig Silberlinge verrät und ausliefert. Ein Mensch, der sich nach dieser Tat dann selbst richtet, niemand weiß, was in ihm vorgegangen ist, und worum er zu all dem fähig war. Diesen Judas aber sollen wir nicht verächtlich zur Seite schieben. „Unseren Bruder Judas“ nennt ihn sogar der ehemalige Salzburger Erzbischof Kothgasser in einem Buch. Ja, denn Judas kann auch ein Teil von mir selbst sein. Nicht, weil wir andere so oft verraten – sondern weil wir immer wieder in Gefahr sind, UNS SELBST zu verraten, uns selbst untreu zu sein.

Bitten wir heute nur still : „Jesus, hilf mir“

wenn ich mich selbst verrate, weil ich mich nicht getraue, für jemand einzustehen, der die Mehrheit gegen sich hat

wenn ich mich selbst verrate, weil ich mich mit einer anderen Meinung, mit einem anderen Standpunkt nicht unbeliebt machen will

wenn ich mich selbst verrate, weil ich mich nach anderen richte und gar nicht darüber nachdenken will, was für mich das Richtige ist

wenn ich mich selbst verrate, weil mir der Mut fehlt, ehrlich über meine wirklichen Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken

wenn ich mich selbst verrate, weil mich Neid und Eifersucht oft Dinge verzerrt sehen lassen

wenn ich mich selbst verrate, weil ich nicht großzügig aus Liebe handle, sondern aufrechne, was mir selbst abgeht

wenn ich mich selbst verrate, weil ich mir – aus Ängstlichkeit oder Bequemlichkeit - nichts Neues zutrauen will

 

Du guter Gott – du kennst unsere Zerrissenheit, unsere Halbheiten, unsere Feigheit. Hilf uns heraus, aus allem, was uns selbst nicht guttut und auch den anderen schadet. In diesem Vertrauen leben wir und danken wir Dir, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

FASTEN Dienstag in der Karwoche

 


DAS 
immer wieder

NEU   SEHEN

NEUES SEHEN
und ALTES neu sehen

Wo lernen wir?
Wo lernen wir leben
und wo lernen wir lernen
und wo vergessen um nicht nur Erlerntes zu leben?

Wo lernen wir klug genug sein 
die Fragen zu meiden 
die unsere Liebe nicht einträchtig machen

und wo lernen wir ehrlich genug sein 
trotz unserer Liebe
und unserer Liebe zuliebe 
die Fragen nicht zu meiden?

Wo lernen wir uns gegen die Wirklichkeit wehren
die uns um unsere Freiheit betrügen will
und wo lernen wir träumen
und wach sein für unsere Träume 

damit etwas von ihnen unsere Wirklichkeit wird ?

Erich Fried


Montag, 30. März 2026

Fürbitten 31.3. noch ehe der Hahn kräht .....

 


31.3.2026 Joh 13.21-38 Verrat und Verräter - den anderen und sich selbst treu bleiben

Vom Verrat und von Verrätern erzählt heute das Evangelium. Jesus ist mit allen Jüngern beisammen, es ist „das letzte Abendmahl“. Jesus weiß und sagt es, dass einer in dieser Tischgemeinschaft ihn verraten wird. Es ist Judas. Aber eigentlich sitzt auch noch ein zweiter Verräter in der Runde. Petrus. Wortreich versichert er Jesus: „mein Leben würde ich für dich hingeben“ – aber Jesus sagt es ihm voraus: „Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ – das ist ein geflügeltes Wort geworden in Situationen, wo man seinem Gegenüber die meist wortreich beteuerte Loyalität und Treue nicht abnimmt. Nur wenige Stunden später wird Petrus tatsächlich aus Ängstlichkeit und Feigheit leugnen, dass er „diesen Mann“, dass er Jesus kennt.

Bitten wir heute für alle, die in Gefahr sind, sich wie Judas in eine große Schuld zu verstricken

Für alle, die untreu werden und andere damit tief verletzen

Für alle, die für einen persönlichen Vorteil andere „verraten“, anderen bewusst Schaden zufügen

Bitten wir für uns selbst, dass wir uns nicht wie Petrus in heiklen Situationen von anderen distanzieren

Dass wir uns in kritischen Momenten nicht aus Feigheit „verleugnen lassen“ und nicht klar Stellung beziehen

dass wir uns aber auch selbst treu bleiben und nicht aus falscher Rücksicht verbiegen müssen

Bitten wir für alle, die sich gerade in diesen vorösterlichen Tagen verlassen fühlen

Bitten wir für alle, die in großer Angst und Unsicherheit leben


Jesus, lass uns auch in kritischen Situationen das Richtige zu tun. Wir bitten um Anstand und Mut, auch in unserem kleinen Alltag.  Und verzweifelt bitten wir Tag für Tag um Frieden. Amen

 

 

 

FASTEN Montag in der Karwoche

 



Das Leben ?  – 

ist das Leben, ist das Leben

ist das Leben

 

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn. 

 

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.  

 

Rainer Maria Rilke

 

 

 

 


Sonntag, 29. März 2026

Fürbitten 30.3. Ja, es gibt Freude - auch wenn man um den Tod weiß

 

30.3. 2026  Joh.12.1 Jesus bei Marta Maria und Lazarus Karwoche Montag

Die Karwoche hat begonnen. Alle Erzählungen in den Evangelien dieser Tage kreisen um den Abschied. Um den bevorstehenden Tod Jesu. Es sind Berichte, erst Jahrzehnte nach dem Leben Jesu aufgeschrieben. Hervorgehoben wird, was im Blick zurück als besonders kostbar und wichtig erscheint. Heute wird von einem kleinen Fest im Haus von Lazarus berichtet. Es ist jener Lazarus, den Jesus aus dem Grab ins Leben zurückgeholt hat. Von großer Dankbarkeit ist bei diesem kleinen Fest die Rede, verschwenderisch wird Jesus bewirtet, Maria salbt seine Füße mit kostbarem Öl. Einer allerdings aus dem engsten Kreis Jesu  beklagt das als  „Verschwendung“. Besser hätte man das ganze Geld für die Armen ausgeben können. So sagt es Judas, der spätere „Verräter“. Sind uns solche Gedanken ganz fremd?  Bitten wir heute

Wir bitten um die Großzügigkeit der Liebe –

Dass wir anderen ihre Freude und ihre Feste nicht neiden

dass wir nicht kleinlich aufrechnen,

was uns die Alten und die Armen, die Flüchtlinge und die Sozialhilfe Bezieher kosten

 

lass uns sein wie Maria, die Jesus beim Essen die Füße salbt

mach uns großzügig und verschwenderisch

mit unserer Zuwendung überall dort

wo Menschen neben uns

oft ausgehungert sind nach Freundlichkeit und Mitgefühl

 

lass uns sein wie die Martha in dieser Erzählung

dass es uns Freude macht für andere da zu sein

mach unsere kleinen und großen Gemeinschaften

zu Orten der Gastlichkeit

wo Freunde und Fremde willkommen sind

 

lass uns sein wie Lazarus

hol auch uns heraus aus dem Begraben-sein

aus dem „wie Tod sein“ in vielen Sorgen und Ängstlichkeiten

lass uns das Leben feiern, auch wenn wir vom Tod wissen

 

Jesus, bleibe aber auch dann bei uns

wenn wir den Judas in uns entdecken

den, der sich nicht mitfreuen kann

den, der kleinlich ist und sich abseits stellt

den, der vielleicht auch neidisch und missgünstig ist

den, der dich liebt und der dich doch anders will

Jesus, nimm uns auch dann an, wenn unser Herz bitter ist

behüte uns und verlasse uns nicht

 

Amen

 


FASTEN PALMSONNTAG

 


SPIEL  MIR  

DAS  LIED  VOM  LEBEN


Meine Seele ruht in Dir.

Du, Gott, nimmst mich wahr

in meiner innersten Bedürftigkeit.

Meine Seele ruht in Dir

Du heilst das Versehrte,

du schützt das Gefährdete,

du wärmst das Erstarrte;

was gebeugt ist in mir, richtest Du auf.

Du befriedest das Erschreckte,

du birgst das Verängstigte,

du durchlichtest das Verfinsterte;

was darbt in mir, nährst du.

Du tröstest das Bestürzte,

du belebst das Verkümmerte,

du löst das Verkrampfte;

was zur Reife kommen will, behütest Du.

Mein Seele ruht in Dir

 

Naegli, Antje S., Die Nacht ist voller Sterne.


Samstag, 28. März 2026

Fürbitten Palmsonntag - Nur ein kurzes "Hosianna". Das heißt hebräisch "Hilf doch"

 

29.3.2026  Palmsonntag und die Leidensgeschichte nach Matthäus 

Die Liturgie des heutigen Tages beginnt mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Hosanna Rufe und Jubel der Menge stehen am Anfang der Geschichte – am Ende aber - in der Passionsgeschichte -  Folter und Schmerz und das qualvolle Sterben Jesu.  Nehmen wir in unseren Gedanken nicht schon die Auferstehung vorweg – bleiben wir bei Leid und Tod, bleiben wir beim Scheitern, bleiben wir beim unsäglichen Leid der Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Bleiben wir in Gedanken dort, wo alle großen Hoffnungen ins Nichts zerfallen. Halten wir auch unsere eigenen Enttäuschungen, unser eigenes Scheitern aus. Noch eine Woche lang werden wir Jesus auf seinen Weg in dieses furchtbare Ende begleiten. Fühlen wir mit den Menschen mit, die so viel erwartet haben und die alles verlieren werden. Nicht zuletzt die Mutter von Jesu. So wie die unzähligen Mütter in unserer Welt, die ihre Kinder sinnlos sterben sehen müssen.

Bleiben wir in den Fürbitten still – halten wir Gott nur unsere Sehnsucht nach heil sein, nach Frieden, nach einem Ende von Leid und Schmerz hin.


Palmsonntag

ein Ölzweig
schnell vom Baum gerissen
macht noch keinen Frieden

die begeisterte Menge
ist wankelmütig
und hängt ihre Palmen nach dem Wind

so schnell
lässt man dich fallen
du kommst auf
keinen grünen Zweig mehr

jetzt wartet
Totholz auf dich

aus: Andreas Knapp " Höher als der Himmel, Göttliche Gedichte" 2010


FASTEN Samstag 5.Fastenwoche

 


"zuversichtlich" - 

das kann, 

das muss man auch üben


Es gibt 
Oasen in der Wüste,
leuchtendes Morgenrot am Ende der Nacht,
Quellen unter Geröll
und eine Hand, die dich auch in den
dunkelsten Stunden fest hält.

Es gibt
Türen, die sich wieder öffnen,
Worte, die das Schweigen durchbrechen,
Gesten der Versöhnung
und erste Schritte auf dem Weg
zu einem Neuanfang.

Es gibt
Farben des Regenbogens,
Knospen aus trockenen Zweigen,
Trauer, die uns reifen lässt,
und ermutigenden Segen
für dich und mich. 

Christa Spilling - Nöker