21.7.2021 Mt.12.46 Deine Mutter steht draußen
Mütter haben es oft nicht leicht mit ihren Kindern – und Kinder haben es nicht leicht mit ihren Müttern. Heute wird im Evangelium berichtet, wie Maria ihren Sohn Jesus aus einer Versammlung herausholen will, auch seine Brüder sind zu diesem Zweck mitgekommen, heißt es - offensichtlich will man Jesus nach Hause zurückbringen. Diesen Jesus, um den sich gerade wieder viele Menschen geschart haben, die ihm zuhören. Für seine Familie aber ist dieser junge Mann nicht schon der „liebe Heiland“ – offenbar ist ihnen der Auflauf rund um ihn unangenehm. Wer weiß, vielleicht „reden“ auch schon die Nachbarn über diesen ungewöhnlichen jungen Mann. Jesus aber lässt seine Mutter ungerührt vor der Türe stehen – er sagt: die, die ihm zuhören, die, die ihn verstehen, das sind seine engsten Verwandten. Eine glatte Abfuhr für die Mutter. Bitten wir heute
dass auch wir Jesus nicht nur verklärt sehen, sondern auch seine Ecken und Kanten, dass wir das Ungewöhnliche, das Provokante, das so ganz Andere an Jesus wahrnehmen und dass wir uns damit auseinandersetzen
dass wir immer wieder und viel mehr auch an
das menschliche Leben von Jesus und Maria denken - dass wir uns aus diesem
Leben Geduld abschauen, Toleranz, einen langen Atem für alles, was wir selbst
nicht gleich verstehen
dass Jesus „nachfolgen wollen“ auch heißt: in
Kauf nehmen, dass wir selbst auch bisweilen für andere Menschen komisch oder
seltsam erscheinen
dass wir gerade mit dem Blick auf Jesus Geduld
und Respekt vor allen Menschen haben, die aus dem Rahmen fallen, die nicht
angepasst sind, die ihren eigenen Weg gehen und oft anecken
bitten wir, dass auch die Kirche diesen Jesus
ernst nimmt und schon deshalb niemanden ausgrenzt, der „anders“ ist
bitten wir für alle Eltern, die auch so
manches an ihren Kindern nicht verstehen oder die vielleicht wirklich
„schwierige Kinder“ haben
und bitten wir für die Kinder, dass auch sie
Geduld und Nachsicht mit ihren Eltern haben, die meist nur „das Beste“ wollen – und die doch oft
ihre Kinder einschränken würden.
Du guter Gott, wir danken dir, dass wir Jesus haben, mit dem wir auf dem Weg sein dürfen – voll Vertrauen durch alle Höhen und Tiefen, auf allen Umwegen und Irrwegen unseres Lebens: denn sie alle führen zu dir. amen













