26.7.2026 Mt 13.44 die kostbare Perle, das hörende Herz - Welttag
der Großeltern
An
diesem heutigen Sonntag , dem sogenannten 17.Sonntag im Jahreskreis, ist es
direkt schwer, sich auf einen der Gedanken zu beschränken, die die heutige
Liturgie der Kirche anbietet. Im Evangelium erklärt heute Jesus einmal mehr,
wie wir uns das mit dem Himmelreich vorstellen können. Der Himmel ist
…. wie etwas unglaublich Kostbares, das du plötzlich findest und dafür gibst du
dann alles, keine Anstrengung ist dafür zu groß. Jesus nennt als Beispiele
einen Schatz im Acker oder eine kostbare Perle, für die ein Kaufmann alles, was
er besitzt verkauft, nur um sie zu erwerben. Haben wir so etwas
Begehrenswertes schon gefunden? Etwas, wofür wir „ALLES“ geben würden, unser
„letztes Hemd“? In der ersten Lesung aus
dem Alten Testament wiederum hören wir, worum der berühmte König Salomon Gott
bei seinem Regierungsantritt bittet. Salomon, der Sohn Davids, will kein
größeres Reich, keinen Reichtum, keine allumfassende Macht: Salomon bittet Gott
um ein „hörendes Herz“, er bittet um die Fähigkeit, das wahrzunehmen, was die
Menschen brauchen, wofür er als König gebraucht wird. Das hörende Herz, das ist
für Salomon die kostbare Perle, der Schatz im Acker. Ja, und der dritte Gedanke
dieses heutigen Tages: dieser Gedanke betrifft all unsere Großeltern. Rund um
den Gedanktag der Großeltern Jesu (Joachim und Anna) hat die Kirche vor einigen
Jahren den Tag der Großeltern eingeführt. Ja, ja auch sie sind oft und oft
kostbar wie ein Schatz. So bitten wir heute
dass wir mehr
Fantasie und Mut haben, uns „den Himmel auf Erden“ zu wünschen, dass wir auch
in unserem Leben nicht aufhören nach dem Schatz im Acker, nach der kostbaren
Perle zu suchen
dass wir uns unsere
innigsten Sehnsüchte eingestehen, dass wir nie aufgeben, etwas davon
verwirklichen zu wollen, ganz gleich wie alt wir sind, weil nur die Sehnsucht
uns immer weiterführt
bitten wir auch wie
Salomon um ein hörendes Herz, dass wir wahrnehmen, was die Menschen um uns
brauchen, dass wir wahrnehmen, wie wir helfen können
dass wir aber auch auf
unsere eigenen Bedürfnisse hören, dass wir uns selbst nahe sind und uns Gutes
tun
Danken wir für
unsere Großeltern, danken wir für die, deren Hilfe wir in Anspruch nehmen dürfen
– danke wir für unsere verstorbenen Großeltern und behalten wir sie dank bar in
Erinnerung
Der Sonntag heute
soll auch den alten Menschen gewidmet sein. Bitten wir für alle, denen das
Leben oft schon beschwerlich ist, bitten wir um Begleitung für sie, bitten wir
vor allem, dass unser Gesundheits -und Sozialsystem notwendige Dienste nicht
einschränkt. Dass die alten Menschen nicht als eine Belastung empfunden werden,
sondern dass man dankbar für die ist, die unser Leben bisher mitgestaltet haben
So bitten wir Guter Gott: lass uns alle, jung oder alt, den
Schatz erkennen, die Kostbarkeit, die in jedem einzelnen Tag verborgen ist und
lass uns alles daran geben, diesen Schatz ans Licht zu bringen. Und wie König
Salomon bitten wir; Gib uns ein hörendes Herz: dass wir die Sorgen und Nöte und
auch die Freuden der Menschen um uns wahrnehmen – und nicht zuletzt auch das,
was unsere innerste Sehnsucht ist. Amen
Von Rainer Maria Rilke gibt es ein wunderbares Gedicht,
das uns ermuntert, diesen 2Schatz im Acker zu suchen. "Geh bis an deiner
Sehnsucht Rand" (gekürzt)
"Gott spricht zu
jedem nur, eh er ihn macht ....
Von deinen Sinnen
hinausgesandt,
geh bis an deiner
Sehnsucht Rand; .....
Lass dir Alles
geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehn:
Kein Gefühl ist das fernste.
Lass dich von mir
nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben
nennen.
Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.
Gib mir die
Hand"
Rainer Maria Rilke, 4.10.1899,
Berlin-Schmargendorf