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Freitag, 7. August 2026

Fürbitten 8.8. Die beste Predigt? Lebe es vor !

 


 8.8.2026 Hl.Dominikus   

 Heute ist der Gedenktag des hl.Dominikus – Er wurde 1175 in Kastilien geboren und war ein Zeitgenosse von Franz von Assisi. Von beiden Orden gingen große Erneuerungskräfte für die Kirche aus. Die Dominikaner verstanden sich als Predigerorden gegen das, was die katholische Kirche als Irrglauben bezeichnete, wobei sie in der Inquisition aus heutiger Sicht eine schlimme Rolle spielten.  Dominikaner beteiligten sich auch an den Anfängen der Hexenverfolgung, ein Dominikaner war Autor des berüchtigten Hexenhammers um 1500. Aber selbst Mitglieder des Ordens wurden Opfer dieser Verfolgungen durch Dominikaner, wie etwa der Dominikaner-Mönch Giordano Bruno. Der Priester Dichter Philosoph und Astronom wurde 1600 in Rom am Scheiterhaufen verbrannt. Mit dieser Geschichte setzen sich heute die Dominikaner selbst kritisch auseinander. Schauen und betrachten das war der Leitspruch des heiligen Dominikus – wobei es im zweiten Teil des Satzes heißt: und das daraus Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen  bitten wir heute

dass wir schauen und betrachten – lange Zeit - noch ehe wir urteilen

dass wir schauen und betrachten –  gerade dann, wenn wir glauben „für so etwas“ keine Zeit zu haben

 

dass wir das Empfangene weitergeben – dass wir solidarisch leben, dass Menschen bei uns Aufnahme und Ruhe finden

dass wir das Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen –  dass unsere Art zu leben unsere Predigt ist. Mehr braucht es nicht

Ein für die Weltkirche prägender Dominikaner ist der britische Theologe Kardinal Timothy Radcliffe Er wünscht sich eine Kirche, in der sich alle – insbesondere Frauen und kulturell diverse Gruppen, wie auch Homosexuelle – zu Hause fühlen. Wir müssen uns auf den Weg zu einer Kirche machen, in der diese Menschen nicht mehr am Rande, sondern in der Mitte stehen.“ sagt Radcliffe  so bitten wir auch in diesem Sinn, dass dies in unserer Kirche gelingt

Der peruanische Dominikanerpriester Gustavo Gutiérrez (+2023): gilt als Begründer der Befreiungstheologie. Für ihn ist das Eintreten für die Armen das Kernanliegen der Kirche. Wörtlich sagte er: „Die Armut der Armen ist kein Aufruf zu großzügigen Hilfsaktionen, sondern eine Forderung, dass wir hingehen und eine andere soziale Ordnung aufbauen.“ „Ohne ein wirkliches Engagement gegen Ausbeutung und Entfremdung und für eine solidarische und gerechte Gesellschaft wird die Feier der Eucharistie zu einem leeren Getue, dem es an inhaltlicher Füllung seitens derer fehlt, die an ihr teilnahmen.“ Bitten wir, dass wir auch das sehr ernst nehmen und so auch Papst Leo XIV unterstützen

 Einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts und Vordenker des Zweiten Vatikanischen Konzils war der Dominikaner Yves Congar (+1995)  Er forderte „Man darf keine andere Kirche machen, aber man muss eine Kirche machen, die, bis zu einem gewissen Grad, anders ist.“  Bitten wir, dass auch hier die Dominikaner weiter eine wichtige Kraft zur Öffnung und immer wieder Erneuerung der Kirche sind

Zuletzt noch ein Wort von Christoph Schönborn (1945): Der Kardinal und Dominikaner und frühere Wiener Erzbischof fordert zu einem Klima der Hoffnung auf  „Es gibt so viele Unglückspropheten und es gibt vieles, was heutzutage hochdramatisch ist, aber die Hoffnung darf man nie verlieren.“ Und nicht zuletzt rät Schönborn allen Theologen : „Bitte, keine frommen Sprüche!“ Habt echtes Interesse für die alltäglichen Sorgen und Nöte der Menschen zu zeigen)

Denken wir heute natürlich auch an die Dominikanerinnen. Mehr als 30.000 Schwestern gibt es weltweit -  bitten und danken wir für ihren Einsatz und ihre Spiritualität


So bitten wir, du guter Gott, lass unser Leben unsere "Predigt" sein, dass wir überall und mit Allem und in Allem dich loben und preisen, in Freude und Dankbarkeit. Amen




Fürbitten 7.8. nein, "Kreuz tragen" mag niemand..und dennoch ..

 

7.8.2026 Sonntag Mt.16.24  Kreuz tragen

Das unterscheidet Jesus von den religiösen Rattenfängern. Er verspricht nicht das Paradies auf Erden – an seiner Seite zu stehen heißt nicht, auf die Butterseite des Lebens zu fallen. Christ sein heißt nicht, unbeschwert und sicher zu leben. „Wer mir nachfolgen will“, sagt Jesus „der nehme täglich sein Kreuz auf sich“. „Christliches Leben ist durchkreuztes Leben“ – sagt der große Theologe Karl Rahner. Letztlich ist es eine Realität wohl für fast alle von uns, wenn auch in unterschiedlicher Schwere. Wir tragen unser Kreuz, unser „ Binkerl“ Menschen: So bitten wir

 Für all die Menschen, die gerade jetzt in diesen Tagen ganz schlimm unter der großen Hitze Belastung leiden. Wir denken besonders an die Kranken, die Pflegebedürftigen, die Obdachlosen, an die Menschen mit schwerem körperlichen Beruf.

 

Wir bitten und beten für all die Gegenden und Regionen die bereits schwer unter Trockenheit und Dürre leiden – auch das ist ein Kreuz, dass wir alle gemeinsam zu tragen haben. Letztlich leiden die Ernten und es wird gerade wieder die armen Menschen treffen

Wir bitten für die Menschen in all den Kriegsgebieten, für Menschen, die sinnlos Opfer politischer Machtspiele werden, wir bitten für die vielen Christen weltweit, die unter Verfolgung leiden

Lass uns auch für uns selbst bitten, dass wir immer besser lernen, auch das „Kreuz“ in unserem Leben anzunehmen – dass immer die Hoffnung größer ist als Sorgen und Verzweiflung

dass wir uns nicht krampfhaft etwas zum „Kreuz tragen“ suchen  -  dass wir auch die richtige Balance finden zwischen „Leid ertragen“ und den Bemühungen, etwas dagegen zu unternehmen

bitten wir, dass wir Geduld mit uns selbst haben, und uns nicht überfordern mit der Erwartung, alles ohne Jammern akzeptieren zu können

Lass uns aufmerksam sein für das Kreuz, die Sorgen, die Ängste Anderer, dass wir helfen, wo wir helfen können

Und lass uns dennoch voll Freude und Dankbarkeit leben, auch wenn wir wissen, dass es kein Leben „ohne Kreuz“, ohne Lasten und ohne Sorgen gibt.

 

 

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Kraft zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass wir dir immer und überall rückhaltlos vertrauen dürfen. Im Namen Jesu Amen


Mittwoch, 5. August 2026

Fürbitten 6.8. lasse auch ich mich verwandeln ?

 


6.8.2026 Mt.17.1 Verklärung Jesu    

 „Verklärung des Herrn“ nennt sich das heutige Fest, aber eigentlich ist im Evangelium gar nicht von „Verklärung“ die Rede. Beim Evangelisten Matthäus steht nüchtern: „Dort wurde er, Jesus, vor ihren Augen VERWANDELT“.  Jesus hat drei seiner Jünger mit auf einen Berg genommen, um dort in Ruhe zu beten. Plötzlich aber sehen die Männer Jesus wie verwandelt und in einem strahlenden Licht, an seiner Seite Moses und den Propheten Elija. Kennen wir nicht Ähnliches. Man kennt einen Menschen schon lange, man glaubt ihn gut zu kennen, alles wirkt alltäglich – aber dann plötzlich, durch bestimmte Umstände, erkennt man etwas ganz Besonderes. Dieser Mensch wirkt „wie verwandelt“. Man sieht ihn mit anderen Augen. Was müsste geschehen, dass wir wieder vieles „neu“ sehen und dass dieses Sehen vielleicht auch uns selbst „verklärt, verwandelt“ . Bitten wir heute

Dass auch wir immer wieder die Erfahrung machen, Jesus  „anders“ zu sehen, dass uns immer wieder ein neues Sehen und Erfahren geschenkt wird

Dass uns immer wieder "Taborstunden" geschenkt werden (Stunden wie am Berg Tabor) dass sie uns Zuversicht und Hoffnung geben, damit manches im Alltag leichter wird

Dass wir uns in jeder Lebensphase, vor allem auch im Alter Veränderung zutrauen, dass wir Neues erkennen – dass Verwandlung möglich ist

Dass wir auch Krisen und Schwierigkeiten als Chance sehen, dass sich daraus etwas zu Neuem und Gutem wandeln kann

Dass wir dankbar sind, für neue Impulse, neue Ideen – für das, wie uns auch Kunst, Literatur, Musik und auch andere Religionen in unserem Denken und Fühlen wandeln können

Dass wir lernen, die Menschen um uns mit neuen Augen, liebevoll und nachsichtig zu sehen – dass wir die Freundlichkeit und Güte in den Anderen erkennen – und dass das auch uns verwandelt

Dass wir uns und anderen immer wieder eine Auszeit vom Alltag gönnen, eben auch „Taborstunden“ - dass wir die Freude und das Neue aufspüren, die in jedem neuen Tag stecken

 

Du guter Gott, unser Leben ist Wandlung. „Nichts bleibt wie es ist“, schreibt die Lyrikerin Rose Ausländer, „alles wandelt sich und mich““ So verwandle uns in das, was die Menschen um Jesus erlebt haben – verwandle uns in „Christus in seiner vollendeten Gestalt“ .  Amen

 

 

 

Dienstag, 4. August 2026

Fürbitten 5.8. Wisch die Tränen ab, Gottt

 

5.8.2025  Offenb.21.1 Jede Träne werde ich aus ihren Augen wischen

Heute hören wir eine der schönsten prophetischen Lesungen aus dem Neuen Testament. Der Text stammt aus dem sogenannten Buch der Offenbarung des Johannes. Manche sprechen vom Buch der Apokalypse Es ist das einzige prophetische Buch des Neuen Testaments, in einer Sprache und mit Metaphern und Andeutungen, die wir heute kaum verstehen. Johannes musste in der Zeit der Christenverfolgung im Römischen Reich sozusagen verklausuliert schreiben. Dieser Text war für die unterdrückten und verfolgten Christen seiner Zeit eine Hoffnungs-und Trostschrift. Denn am Ende aller Untergangs-und Schreckvisionen der Gegenwart steht die Zusicherung auf eine neue Welt, auf eine neue Schöpfung. „Ich, Johannes“ – heißt es da „sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“. Gott selbst wird mit seinem Volk sein „ER wird jede Träne aus ihren Augen wischen, der Tod wird nicht mehr sein, nicht Trauer noch Klage, noch Mühsal. ..Neu mache ich alles“ verspricht Gott. Können wir daran glauben? 

Giovanni Paolo Pannini: Der Platz und die Kirche von Santa Maria Maggiore und die Mariensäule1745

In der Liturgie ist heute der Gedenktag der Kirchweihe von Santa Maria Maggiore in Rom, sie ist die bedeutendste und älteste Marienkirche des Abendlandes, erbaut 432  - Papst Franziskus wollte dort begraben werden.  Bitten wir heute mit unserem Blick auf Maria

 

 


Wisch die Tränen ab, Gott - mach Frieden dort, wo Krieg, Verfolgung und Morden ist,

dort, wo das Leid und die Verzweiflung der Menschen schon unerträglich ist

 

Wisch die Tränen ab, Gott – gib Heimat

 allen die vertrieben werden, allen die verfolgt sind, allen, die neue Lebenschancen suchen

 

Wisch die Tränen ab, Gott – schenk Hoffnung denen unter uns,

die im Leben immer zu kurz kommen, die oft nicht mehr Schritt halten können

 

Wisch die Tränen ab, Gott  – bring die Menschen zur Einsicht

damit unsere Gier und Oberflächlichkeit die Erde nicht zerstört

 

Wisch die Tränen ab, Gott  – dass die Gesellschaft gerechter wird. 

dass die Benachteiligten zu ihrem Recht kommen, 

dass es ein Ende gibt von Ausbeutung, Armut und Hunger

 

Wisch die Tränen ab,

überall dort, wo Menschen kraftlos, mutlos und verzweifelt sind, hilf den Kranken, steh den

Sterbenden bei, nimm alle Angst.

 

Wisch die Tränen ab, Gott - Gott wisch die Tränen ab und hilf UNS. dass wir selbst Helfende sind, dass wir nicht versagen vor der Not der Anderen, dass auch wir  Tränen trocknen und Mut zusprechen – und wisch auch meine Tränen ab Gott, denn auch die gibt es immer wieder


So bitten wir guter Gott – wisch alle Tränen ab, mach alles neu – mach uns neu, mach mich neu

dass wir alle – dort wo wir sind - das Angesicht der Erde erneuern Amen


Montag, 3. August 2026

Fürbitten 4.8. PRIESTER HEUTE - eigentlich wir alle von "priesterlichem Geschlecht"

 

Der Pfarrer von Ars - er lebte in erschüttender Armut, Johannes Maria Vianney, 1786 - 1859

 Heute ist der Gedenktag des französischen Priesters Johannes Vianney, besser bekannt als Pfarrer von Ars. Seit 1929 gilt er als Patron der Seelsorger. Vianeney, 1786 geboren, war ein Bauernknecht, der inständig Priester werden wollte. Beim theologischen Studium hat er sich sehr schwer getan, aber als Priester opferte er sich förmlich für seine Gemeinde und seine Pfarre auf. Vianney lebte erschreckender Armut, stundenlang saß er auch im Beichtstuhl. Er verausgabte sich total für die Menschen, die zu ihm kamen. Papst Benedikt hat ihn 2009 als Leitfigur für das Jahr des Priesters genommen. Das führte aber auch zu kritischen Stimmen die davor warnten, man dürfe das Priesterbild nicht unrealistisch überhöhen. Der Priester sei ein Mensch wie jeder andere – ein Mensch, der einen Auftrag Gottes hat, wie jede und jeder von uns. Ein Priester hat nicht eine höhere, sondern eine andere Berufung. Auch Papst Leo fordert, in der Priesterausbildung darauf zu achten, dass die Kleriker sich nicht dem gewöhnlichen Kirchenvolk überlegen fühlen sollten. Priester müssten lernen, nicht als "einsame Anführer" zu agieren und das Weiheamt nicht mit einem "Gefühl der Überlegenheit" auszuüben. Sie müssten deshalb immer mehr in enger Verbindung mit dem Gottesvolk ausgebildet werden" Im Neuen Testament können wir jedenfalls lesen: Letztlich sind wir alle ein priesterliches Geschlecht" 1.Petrusbief Kapitel 2 Bitten wir heute

für die Männer, die in diesem Jahr zum Priester geweiht worden sind, dass ihr Engagement und ihre Hingabe sie auch in schwierigen Situationen tragen

bitten wir für alle Priester, die heute gerade in den neuen Großraumpfarren oft bis zum Äußersten gefordert sind – und auch für Menschen in diesen Pfarren, die sich nach kleineren Strukturen zurücksehnen

bitten wir für all die Priester, die ihr Amt zurücklegen mussten weil sie keine Kompromisse eingegangen sind in ihrer Liebe zu einem anderen Menschen –, und die doch innerlich Priester sind und Priester bleiben wollen

bitten wir, dass priesterliche Berufungen nicht an der Frage des Zölibates scheitern müssen, dass es hier ehrliche und mutige Lösungen gibt, die ja nicht für alle gelten müssen .

bitten wir für die Zukunft der Frauen in der Kirche, dass auch bei Katholiken möglich ist, was in der evangelischen Kirche und bei den Altkatholiken schon lange Realität ist die Frau auch als Priesterin. Ja auch als Bischöfin

bitten wir einmal mehr um Vergebung für alle Missbrauchsfälle in der Kirche,   bitten wir um Heilung für die Opfer und um Einsicht und Heilung für die Täter,  und nicht zuletzt um eine ehrliche radikale Schuldeinsicht in der Kirche

und bitten wir nicht zuletzt, dass auch wir alle unseren priesterlichen und prophetischen Auftrag wahrnehmen, von dem der Petrusbrief (1 Petr.2) spricht - dass wir uns getrauen auf Unrecht hinzuweisen, und dass wir Menschen sind, die andere begleiten, ermuntern und trösten

 Du guter Gott, wir alle sollen Menschen sein, die sich ganz von dir in den Dienst nehmen lassen. Wir alle sollen Menschen sein, die auch ganz für andere da sind. Hilf uns dazu, und lass uns auch eine Hilfe für die Priester unserer Gemeinden sein, dass sie Gemeinschaft erfahren. so bitten wir Namen Jesu, .Amen

Sonntag, 2. August 2026

Fürbitten 3.8. HEUTE: der erste Tag vom Rest meines Lebens

 


3.8.2026  ein neuer Tag, eine neue Woche, ein neuer Monat

 Eine neue Woche beginnt. Ja, nicht nur eine neue Woche – nun sind wir auch schon im Monat August. Für die einen verrinnt die Zeit wie im Flug – für andere sind die Tage vielleicht immer wieder eine Last und ziehen sich endlos. Gerade jetzt die große Hitze macht wohl vielen zu schaffen, die nicht in klimatisierten Räumen leben und arbeiten. Mit welchen Gedanken und Gefühlen gehen wir wohl in diese neue Woche – ist uns vielleicht doch auch bewusst: HEUTE, das ist doch eigentlich der erste Tag vom Rest meines Lebens. Wie kostbar ist dieser Tag – und wenn er noch so banal aussieht, jede einzelne Stunde dürfen wir gestalten, oder wenigstens doch mitgestalten. Immer hängt es auch von mir selbst ab, wie dieser Tag verläuft. Nehmen wir uns Anleihe beim Konzilspapst Johannes XIII. Er hat ein wunderschönes Gebet geschrieben: „Nur heute“ – so heißt es. Und genau so wollen wir bitten. „Nur heute“….,

NUR HEUTE guter Gott,  - lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe und lass, dass ich  meine Grantigkeit dabei niemand spüren lasse 

NUR HEUTE - lass mich eine gute Tat vollbringen, und es niemanden erzählen.

NUR HEUTE - lass mich ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes, ohne dass ich selbst etwas davon habe

NUR HEUTE - lass mich so leben, dass ich niemanden kritisiere, dass ich niemand verbessern will, außer mich selbst

NUR HEUTE - lass mich den Tag ohne Einschränkung dankbar annehmen, trotz aller Probleme und offenen Fragen

NUR HEUTE – lass, dass ich mich den Umständen dieses Tages anpassen kann, den Bedürfnissen der Menschen, ohne zu verlangen, die sie sich mir anpassen

NUR HEUTE - lass, dass ich mich vor zwei Übeln hüte: der Hetze und der Unentschlossenheit.

NUR HEUTE - soll es mir gelingen, dass ich an diesem einen Tag und in diesem Leben glücklich und dankbar bin, lass mich nicht glauben , das Glück warte erst in einem anderen Leben auf mich

 

Du guter Gott, Nur für HEUTE, lass uns all das versuchen. Denn nur Heute ist es uns gegeben, das Gute an diesem Tag zu wirken. So bitten wir im Namen Jesu. Amen

 

 

Samstag, 1. August 2026

Fürbitten Sonntag 2.8. HUNGER !!!! GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN

 


2.8.2026 Mt.14.13 die wunderbare Brotvermehrung 

Internationaler Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma

Zwei Texte hören wir heute, die uns eigentlich sehr betroffen machen sollten. Da ist die Rede von einer großen Menge von Menschen die großen Hunger und Durst haben – aber im Evangelium hören wir dazu keinen Spendenaufruf, sondern Jesus, der von seinen Jüngern auf das Problem aufmerksam gemacht wird, sagt: „GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN.“  Eigentlich wollen die Jünger die hungrigen Menschen wegschicken, damit die sich irgendwo selbst versorgen -aber Jesus sieht des Lösungsansatz wo anders. IHR, IHR selbst seid gefragt.  Letztlich vollbringt Jesus ein Brotwunder – aber seine Aufforderung bleibt: TUT IHR ETWAS.

In der Lesung aus der jüdischen Bibel ist der Prophet Jesaja fast noch radikaler:  "Auf ihr Durstigen und Hungrigen „KAUFT UND ESST. KOMMT UND KAUFT OHNE GELD“ Das heißt: Das Lebensnotwendige muss es einfach für alle geben. (und Jesaja will damit auch sagen, haltet an eurem Gott fest, er wird für euch sorgen) Aber wir müssen uns eigentlich fragen: Wie spricht Jesus MICH an, wie spricht er unsere Gesellschaft an, wenn er sagt: GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN. Bitten wir heute

Dass wir von der materiellen Not anderer Menschen nicht nur hören und sie uns einfach "leid" tun. Dass wir uns vielmehr auch persönlich betroffen fühlen, wenn wir von Armut und Hunger hören. 

Dass wir Hilfe nicht „den anderen“ überlassen. Dass wir wenigstens im kleinen Rahmen mit Spenden helfen, wo wir helfen können.

Dass wir uns auch im eigenen Land dafür engagieren, dass die Armen nicht ärmer werden, dass Kinder und Familien nicht auf Almosen angewiesen sind.

dass wir uns gerade jetzt in dieser angespannten Wettersituation solidarisch verhalten. Dass wir auf die achten, die besondere Hilfe brauchen. Dass wir uns angesichts der Trockenheit selbst bemühen, sinnvoll Wasser zu sparen. Bitten wir aber auch für die politisch Verantwortlichen, dass wirklich langfristig Lösungen  verwirklicht und nicht nur besprochen werden

hilf uns aber auch erkennen, dass es einen seelischen Hunger nach Zuwendung und Nähe gibt, oft ist dieser Hunger sehr groß -  hilf uns, dass wir Gemeinschaft und Zuwendung schenken

Und stille du auch unseren eigenen Hunger, unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Freude und Glück, unsere Sehnsucht nach einem sinnvollen Leben.

Heute ist auch der internationale Gedenktag an den Genizid, der während der Nazi Zeit an den Sinti und Roma begangen worden ist. Von den rund 11.000 Angehörigen der Volksgruppe in Österreich sind etwa 90 Prozent Opfer des NS-Terrors geworden.  In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau 4.300 Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze von der SS ermordet. Tun wir alles, was in unserer Macht steht, um neue rechtsextreme und rassistische Tendenzen aufzuzeigen und zu verhindern

 So bitten wir im Namen Jesu - und bitten wir in diesen Tagen um Regen dort, wo nun schon bedrohliche Trockenheit herrscht. Bitten wir, dass die Menschen allerorten von den katastrophalen Auswirkungen dieses Sommer Wetters so gut es geht verschont bleiben. amen


Freitag, 31. Juli 2026

Fürbitten 1.8. Propheten heute - auch sie leben gefährlich

 

1.8. 2026 Mt.14.1 die Enthauptung von Johannes dem Täufer

Die heutigen Lesungen zeigen uns ganz deutlich, was es bedeutet ein Prophet oder eine Prophetin zu sein. Wer immer – von seinem Gewissen geleitet – Wahrheiten ausspricht, die den anderen nicht passen, lebt gefährlich. Oft lebensgefährlich. In der hebräischen Bibel muss der Prophet Jeremias um sein Leben fürchten – im Evangelium erfahren wir, wie Johannes der Täufer enthauptet wird. Auch er einer, der den Menschen vor Augen hält, wie falsch sie leben, Johannes ruft zur Umkehr auf. Weil er aber auch den König auf dessen großes Unrecht hinweist, muss Johannes sterben. Propheten werden nicht gerne gehört. Auch nicht die in unserer Zeit. Bitten wir heute

Für die Propheten unserer Tage, die auch in unserem eigenen Land gegen Menschenrechtsverletzungen, Willkür und Unrecht auftreten

Für alle, die unermüdlich und mit großem persönlichen Einsatz vor den Folgen der Umweltzerstörung warnen

Für die vielen vor allem auch jungen Menschen, die sich seit Jahren ehrenamtlich für Flüchtlinge und asylsuchende Menschen einsetzen

Für Alle, die sich für die Rechte und die Würde der Tiere und jeder Kreatur einsetzen

Für die Arbeit der vielen Nicht-Regierungsorganisationen,  die soziale Gerechtigkeit und das Recht auf Menschenwürde für alle einfordern

Für alle, die ihre Leben im Einsatz gegen gefährliche Krankheiten und Epidemien aufs Spiel setzen

Für die Journalisten und Meinungsmacher, dass sie sich ihrer Verantwortung für unser gesellschaftliches Klima bewusst sind

für uns selbst, für jeden von uns: dass auch wir den Mut zu einer klaren Haltung und zu klaren Worten haben 

Bitten wir um Propheten für unsere Kirche, bitten wir für Papst Leo, dass seine unermüdlichen Apelle um Frieden Früchte tragen, seien wir dankbar für alle Frauen die unermüdlich ihren Platz in der Kirche einfordern

 

Du guter Gott, schenke auch unserer Zeit weise und kluge Menschen, Frauen und Männer, Junge und Alte. Amen

Donnerstag, 30. Juli 2026

Fürbitten 31.7. gelassen bleiben - in Erfolg oder Misserfolg

 


31.7.2025 Ignatius  von Loyola 

 Heute ist der Gedenktag von Ignatius von Loyola, er ist der Gründer des Jesuitenordens – unwillkürlich denken wir da wohl auch an den verstorbenen Papst Franziskus, der Jesuit war. Sein Anliegen war es,  dass die „Freude des Evangeliums“ unser ganzes Leben durchdringen und verwandeln soll.  „Alles zur größeren Ehre Gottes“ so hat das Ignatius von Loyola gesagt. Und das heißt in unsere Zeit hineingesprochen: Alles tun, in Freude und Dankbarkeit. Aber eines ist Ignatius auch ganz wichtig: wer glaubt, muss auch immer besser lernen, sich selbst zu erkennen. Bitten wir heute mit Worten und Gedanken des Ordensgründers 

Ignatius hat schon im 15.Jahrhundert erkannt, wie wichtig die Selbsterkenntnis ist, er nennt es "Unterscheidung der Geister" - bitten wir, dass wir ehrlich und offen mit uns selbst umgehen und bitten wir für die so wichtige Arbeit aller Psychotherapeuten und Psychologen.

bitten wir, dass wir gelassen bleiben in Erfolg oder Mißerfolg, ob wir froh sind oder traurig sind. Frei von Unruhe und Verwirrung   

dass wir im Sinne von Ignatius Gemeinsamkeit statt Spaltung suchen, Versöhnung statt Streit, Verständnis statt Besserwisserei 

dass wir Ungeduld und Hochmut ablegen, dass wir uns selbst zurücknehmen , dass wir anderen den Vortritt lassen,

dass wir nie Gutes, sei es noch so klein, aufschieben, nur weil wir glauben, später könnten wir Besseres leisten 

dass wir Gespräch und Begegnung mit Menschen suchen, von denen wir lernen können, auch und gerade dann, wenn wir uns mit anderen Meinungen auseinander setzen müssen    

dass wir erst gar nicht damit anfangen wollen, Andere zu bessern,  ehe wir nicht damit bei uns selbst begonnen haben. 

dass wir gelassen bleiben in Erfolg oder Misserfolg, gleichmütig in allen Stimmungslagen, frei von Unruhe und Verwirrung 

und dass wir Gott für alles danken, was auch dieser Tag wieder bringt - auch für das, was wir – momentan noch – als Zumutung empfinden. Dass wir leben und lieben „zur größeren Ehre Gottes“ – und uns selbst zur Freude

  

So bitten wir, wie es Ignatius getan hat: „Herr, lehre uns wahre Großmut! Lehre uns dir zu dienen, so wie du es verdienst: Geben, ohne zu zählen, arbeiten, ohne Ruhe zu suchen,  uns aufopfern, ohne einen anderen Lohn zu erwarten als das Bewusstsein, deinen heiligen Willen zu erfüllen.“  Amen

 

 

 

Mittwoch, 29. Juli 2026

Fürbitten 30.7. Will ich mich "formen" lassen ?

 


30.7.2026 Jer.18.1 Ton und Töpfer

Jemandem zuzusehen, der ein neues Gefäß töpfert, ist immer wieder spannend und aufregend. Was wird wohl aus dieser noch formlosen Masse an Ton entstehen? Auch für interessierte Laien werden Töpferkurse angeboten – die kreative Arbeit entspannt und lässt einen ganz in der Gegenwart sein. In der hebräischen Bibel macht der Prophet Jeremias diese Erfahrung. Er sieht wohl einem Töpfer bei der Arbeit zu und erkennt plötzlich: ja genau so macht es Gott mit uns Menschen. Auch er formt uns, auch er gibt uns Gestalt, und wir sollten wie der Ton sein, der sich vertrauensvoll seinem Meister anvertraut. Jeremias hört direkt Jahwe selbst sprechen:  „Seht, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid auch ihr in meiner Hand“  Gefällt uns dieser Vergleich? Sind wir bereit, uns formen zu lassen? Vertrauen wir darauf, dass Gott Neues aus uns schaffen kann? So bitten wir heute

 

Gott, forme du uns neu - führ uns heraus aus dem alten Trott

lass uns Veränderungen annehmen und neue Herausforderungen


Gott, forme du uns neu - dass wir ganz im Hier und Jetzt leben,

dass wir wahrnehmen, was uns geschieht, dass wir in Neues hinein wachsen können


Gott, forme du uns neu - Dass wir deiner Hand vertrauen

Dass wir an uns geschehen lassen, auch wenn wir so oft nicht verstehen, wohin uns der Tag führt


Gott, forme du uns neu - Lass uns Dich erkennen in Allem, was uns begegnet

oft in der Langeweile unseres Alltags, oft in der Hast unserer wichtigen Vorhaben

oft in Menschen, mit denen wir uns schwer tun

 

Gott, forme du uns neu - Gerade dann, wenn wir glauben am Zerbrechen zu sein

In unseren Ängsten, in unseren Sorgen- ja, forme du uns neu

in der Sprachlosigkeit des Todes, auch dann sind wir ganz in deiner Hand

Forme du uns neu -

 Du Gott, auf den wir warten: Forme uns neu .Mach unser Herz frei für dein Kommen – lass uns dich erkennen, jetzt schon, mitten unter uns. So bitten wir im Namen Jesu. Amen





Dienstag, 28. Juli 2026

Fürbitten 29.7. in der "Balance" leben - so oft ist Weniger "MEHR"

 


29.7.2026  Marta Maria Lazarus   Joh.11.19 Lk.10.38 

In früheren Jahren war der heutige Tag liturgisch allein der heiligen Marta gewidmet. Nun gedenkt man auch ihrer Geschwister Maria und Lazarus. Wir kennen die drei aus den Evangelien, sie sind enge Freunde Jesu. Marta, Maria, und Lazarus hatten ein gastfreundliches Haus, in das offenbar auch Jesus regelmäßig zu Besuch kam. In der Liturgie kann man heute sogar zwischen zwei verschiedenen Evangelien wählen, die von der Freundschaft der Vier berichten. Das Lukas Evangelium berichtet von einem Besuch Jesu  – aber diesmal bricht zwischen den Schwestern Unmut aus. Die Jüngere, Maria, sitzt nur neben Jesu und lauscht seinen Worten – Marta, die Ältere, wuselt als Gastgeberin herum, um es allen gemütlich zu machen. Schließlich beschwert sich Marta bei Jesus „siehst du nicht, dass Maria alle Arbeit mir überlässt“ – und Jesus, wir könnten sagen typisch Mann, sagt Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden“. (Soll heißen: sich Zeit für Jesus nehmen ist wichtiger als alles andere) Viele von uns Frauen verstehen Marta nur zu gut! Denn wenn sich alle nur hinsetzen und zuhören, funktioniert die Gastfreundschaft und vieles andere auch nicht. Und doch wissen wir selbst nur zu gut: so oft wäre „WENIGER“ - -„ MEHR“    Wie wichtig ist es, die Balance zu finden, zwischen der geschäftigen Martha in uns -  und der Maria, die alle Zeit der Welt zu haben scheint.. so bitten wir

dass wir immer besser zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden lernen - dass wir alles liegen und stehen lassen können, für eine Sache die uns am Herzen liegt

dass wir unsere Tage nicht zumüllen mit Pflichten und Terminen - dass wir uns über Unvorhergesehenes freuen, über alles, was unsere Routine unterbricht

dass wir lernen, ganz DA-zu SEIN für diejenigen, die uns gerade brauchen, - dass wir nicht so vieles „nebenbei“ erledigen

dass wir aber auch auf unsere eigenen Bedürfnisse hören und den Mut haben, NEIN zu sagen - dass wir uns beschenken lassen können und nicht glauben, alles immer nur selbst “MACHEN“ zu müssen

dass wir uns aber jeden Tag Zeit nehmen, um „ganz Ohr zu sein“, für das, was Gott uns sagen will – durch so viele Kleinigkeiten, die jeder Tag mit sich bringt, auch der heutige.

Du guter Gott, so hilf, dass wir immer wieder zur Ruhe kommen. Lass uns darauf vertrauen, dass letztlich DU es bist, der vollendet was wir begonnen haben.  Dass wir auch heute alles im Namen Jesu beginnen dürfen, dafür danken wir dir. Amen


Das Johannes Evangelium zeichnet eine dramatische Situation. Man erfährt, dass Lazarus im Sterben liegt, Jesus aber, obwohl er davon hört, nicht sofort zur Hilfe kommt, sondern erst 4 Tage später, als Lazarus bereits im Grab liegt. Beide Schwestern weinen bitterlich „wärest du hier gewesen…“ sagt Marta fast vorwurfsvoll, bekräftigt aber dann ihren unerschütterlichen Glauben an Jesus an, an Jesus den Messias, an Jesus den Sohn Gottes. Und Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ und er macht das Wunder möglich. Lazarus wird noch einmal leben, wird aus dem Grab herauskommen. – ein Zeichen für das, was nach Jesu Tod geschehen wird. Bitten wir heute

Dass auch uns solch ein unerschütterliche Glaube an Jesus möglich ist

Dass auch wir in sehr schweren Situationen in unserem Glauben Halt finden

Bitten wir, dass wir immer wieder aus unseren eigenen kleinen Krisen und Sorgen herausfinden, dass wir immer wieder Licht am Ende des Tunnels sehen

Bitten wir für all das, worauf wir keinen Einfluss haben: bitten wir dass es aus den weltweiten Krisen und Kriegen, dass es aus Hass und Gewalt ein Entrinnen gibt, damit Menschen ihr kleines Leben in Frieden leben können

Dass es gut weitergeht mit unserem Land, dass wir Spaltungen überwinden können, dass es uns gelingt, die richtigen Antworten auf drängende Probleme zu finden

 

Bitten wir, dass gerade diese Urlaubstage uns allen wieder Kraft und Zuversicht geben. Dass wir mit Optimismus in die Zukunft schauen, denn die „Zukunft ist ein guter Ort“, so hat es Bundespräsident Van der Bellen einmal formuliert. 

 

So bitten wir: guter Gott, lass uns vertrauen und hab Geduld mit uns – wie wir auch geduldig mit all dem umgehen wollen, was uns nicht leicht fällt und was wir oft auch noch nicht richtig verstehen. Sei du bei uns. amen

 


Montag, 27. Juli 2026

Fürbitten 28.7. nicht leichtsinnig aber UNBESORGT leben

 

30.7.2024 Mt.13.36  das Unkraut auf dem Acker 

Im Evangelium heute erklärt Jesus seinen Jüngern das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Vom Unkraut, das zwischen dem guten Weizen wuchert.  – beides wächst lange Zeit gemeinsam, aber wenn es Erntezeit ist, dann wird das Unkraut endgültig ausgerissen. Gemeint ist natürlich im übertragenen Sinn „das Gut und das Böse“. Es hat Zeiten in der Kirche gegeben, da hat diese Stelle im Evangelium Angst gemacht. Wird Gott am Ende unseres Lebens gnadenlos mit uns abrechnen? Wenn wir nicht täglich unser Letztes geben, an unserm Heil arbeiten mit Hangen und Bangen, sind wir dann für immer verloren?  Nein! Wir können ganz vertrauensvoll leben. Das Himmelreich ES IST SCHON DA, das Reich Gottes ist schon mitten IN uns, auch wenn wir es nicht immer erkennen. In allem ,was wir tun, in allem was gelingt oder auch nicht gelingt: es ist Reich Gottes. Es ist Gottes Gegenwart mitten unter uns. Es ist tröstlich, was Jesus sagt: wir müssen uns nicht so viel Sorgen um Richtig oder Falsch machen: Tun wir einfach unser Bestes – den Rest wird Gott vollenden. So bitten wir heute

hilf du uns machen - wozu wir die Fähigkeit haben und es können

hilf du uns machen - was uns und anderen guttut

hilf du uns machen – was notwendig und not-wendend ist

hilf du uns machen - im Vertrauen darauf, dass letztlich nichts schiefgehen kann

ABER

mach Du, was uns trotz aller Anstrengung nicht gelingt

mach Du, wo wir wegschauen und uns drücken wollen

mach Du, was wir uns nicht zutrauen

mach Du, wo wir es falsch gemacht haben

 

So legen wir alles in deine gute Hand, Gott. Das Wollen und das Vollbringen, das Scheitern und das Gelingen, das Sichere und das Unsichere. Auf das große BÖSE in der Welt haben wir keinen Einfluss, Krieg Gewalt, Ungerechtigkeit, hier können wir nur beten und weiter bitten. Im Namen Jesu. Amen

Sonntag, 26. Juli 2026

Fürbitten27.7. das Kleine wachsen lassen

 


27.7.2026   Mt.31.31 Senfkorn Sauerteig

Das Evangelium heute passt perfekt zum Anfang dieser neuen Woche. Was erwarten wir uns von jedem neuen Tag, was macht Sinn, was sollen wir tun, um unsere Zeit nicht zu verplempern. Ganz einfach ist das, sagt Jesus. Seid einfach wie der Sauerteig im Brot, der unverzichtbar ist - seid wie das kleine Senfkorn, das aufgeht und ein großer Strauch wird. Senfkorn und Sauerteig, sie sind für Jesus aber auch eine Metapher für den Himmel: und dieser Himmel ist Hier und Jetzt und er ist mitten in uns. In uns muss dieser Himmel wachsen und auch für andere sichtbar und nützlich werden.  So bitten wir

lass die Dankbarkeit in uns wachsen, weil wir immer wieder neu beginnen dürfen

lass die Freude in uns wachsen, an jeder Kleinigkeit, die den Tag gut macht      

lass das Vertrauen und das Verstehen füreinander wachsen,

lass die Geduld wachsen, Geduld mit den anderen aber auch die Geduld mit uns selbst

lass die Sehnsucht wachsen, damit sie uns immer wieder zu Neuem führt und du sie ausfüllst

lass die Freiheit wachsen, die Freiheit mir selbst gut zu sein, mich anzunehmen, wie ich bin

lass die Liebe wachsen, weil nur in ihr alles möglich

denken wir an alle, die in diesen Tagen krank sind oder sich mit Problemen abquälen: lass in ihnen Hoffnung und Zuversicht wachsen

 

Du guter Gott, unaufhörlich bitten wir auch, dass endlich Frieden wachsen kann,

dass Kinder im Frieden groß werden können – hilf uns Lösungen zu finden, um all den Menschen zu helfen, die Sicherheit und ein neues Leben suchen. Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Das Ziel allen Lebens soll sein,
dass der Mensch von der Gebundenheit
zur Verbundenheit komme.“ Martin Buber


"Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt, das ist: 

Verzeihen ohne zu vergessen." Arthur Schnitzler


“Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis,
vielleicht ist ja keines da.” Franz Kafka


"Gut sein ist die Hauptsache! Einfach und schlicht gut sein,
das löst und bindet alles und ist besser als Klugheit und Rechthaberei." Rosa Luxemburg


"Von deinen Sinnen hinausgesandt,
geh bis an deiner Sehnsucht Rand;...
Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.
Lass dich von mir nicht trennen. Nah ist das Land,
...das sie das Leben nennen.
Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.
Gib mir die Hand. " Rilke, eines meiner liebsten...

 

Achte Menschen, die versuchen die Wahrheit zu finden.
Aber nimm dich in Acht vor denen, die sie gefunden haben.“
Meister Eckardt

 

„Geduld

ist das Schwerste und das Einzige,

was lernen sich lohnt.

Alle Natur, alles Wachstum,

...aller Friede, alles Gedeihen und

Schöne in der Welt beruht auf Geduld,

braucht Zeit, braucht Stille,

braucht Vertrauen." Hermann Hesse

 

"Man muss lange leben, um ein Mensch zu werden."
Antoine de Saint-Exupéry

 

" Buchhalterirrtum
dass Liebe
weniger wird
wenn man sie
einfach verschenkt" Hans-Curt Flemming

  

"Man ist nur so jung wie man sich fühlt.

Man denkt nur so tief wie man sich wühlt.

Man kriegt nur so viel wie man sich gibt.

Man lebt nur so lang wie

man sich liebt." Robert Gernhardt