17.6.2026 Mt.6.1 HÜTET EUCH
Die Worte, die wir heute im Evangelium hören, hören wir auch jedes Jahr
zu Beginn der Fastenzeit, am Aschermittwoch.
„Hütet euch“ – sagt Jesus – aber er meint damit nicht: „Hütet euch vor
bösen Menschen oder unangenehmen Dingen“ Jesus sagt: „Hütet euch vor allem, was
in euch selbst nicht aufrichtig und ehrlich ist. Belügt euch nicht selbst. Passt auf, ob ihr
das, was ihr tut, auch wirklich aufrichtig tut, und nicht nur, um vor anderen
gut dazustehen. Ein Verhalten, das nach außen hin gut und fromm aussieht, muss
gar nicht von edlen Motiven getragen sein. „Hütet euch vor falscher
Frömmigkeit“ auch das sagt Jesus. Wir sollen ehrlich zu uns selbst sein. So
bitten wir – und bitten wir ganz bewusst für uns selbst
Behüte mich davor - Dass ich Gutes nur tue und es so tue, dass es möglichst von vielen gesehen wird
behüte mich davor - dass ich mich nur einsetze und engagiere, um Lob und Anerkennung einzuheimsen
behüte mich davor - dass ich mich zu wichtig nehme und glaube, ohne mich geht es nicht
behüte mich davor - dass ich selbstgefällig, selbstverliebt und selbstgerecht bin
behüte mich davor - dass ich mich mit guten Vorsätzen und Taten verbissen und lustlos abplage
behüte mich davor - dass ich mich mit fadenscheinigen Argumenten vor ungeliebten Aufgaben drücke
und behüte uns alle, damit wir in allem, was wir tun oder lassen, die Freude und Dankbarkeit suchen. dass es uns gelingt, immer mehr von dem, was getan werden muss, aus Liebe zu tun
Du guter Gott: behüte uns vor dem traurigen Gesicht, vor der inneren Trostlosigkeit, vor allem frommen Leistungsdenken, mit dem wir nur anderen imponieren wollen. Lass uns dich in aller Aufrichtigkeit und Einfachheit und vor allem in Liebe suchen und finden. Amen





