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Montag, 2. März 2026

Fürbitten 3.3. SCHEINHEILIG? ICH?

 

3.3.2026 Mt.23.1  gegen die Pharisäer

Um eine besondere Form der Heiligkeit geht es heute im Evangelium. Um die Schein – Heiligkeit. An sich hören wir eine Scheltrede Jesu gegen einige Schriftgelehrte und Pharisäer: Ihnen wirft Jesus vor, die Menschen mit unzähligen Geboten, Gesetzen und Vorschriften zu belasten – während sie selbst ganz anders leben. Nach außen hin seien sie fromm, sie fühlten sich auch als etwas viel Besseres als die anderen Leute – aber alles ist nur Getue und Gerede. Für Jesus ist diese nach außen hin strenge Wohlanständigkeit ein Gräuel – aber trifft sein Vorwurf nur die Pharisäer seiner Zeit? Alle Bibelstellen sollten wir immer so lesen, als würde Jesus letztlich auch zu uns sprechen, ja ZU MIR! Bitten wir heute – ganz bewusst in der ICH FORM

 

Jesus hilf mir, - dass ich mich nach außen hin nicht anders gebe, als ich in Wirklichkeit bin

hilf mir, mich selbst zu durchschauen, dass ich meine wirklichen Absichten und Motive immer wieder hinterfrage

lass mich gerade auch in der Fastenzeit keinen Wettbewerb in äußerer Frömmigkeit veranstalten

lass, dass ich mich nicht selbst mit religiösen Idealen überfordere, dass ich mir selbst nichts aufzwinge, was für mich keinen Sinn macht

bewahre mich davor, mich wichtig zu machen und Gutes zu tun, nur um dafür gelobt zu werden

lass mich kritisch prüfen, ob ich es wirklich GUT mit jemand meine, oder mich nur wichtig machen will

hilf mir, dass ich andere nicht mit meinen Vorstellungen und Anforderungen überlaste

hilf mir, dass ich nicht verdrossen und missgünstig bin, sondern lebensfroh, gütig und zuversichtlich

bitten wir, dass auch all die Menschen, die eine Funktion in der Kirche haben, nicht mit einer doppelten Moral leben oder leben müssen - 

und bitten wir, dass kirchliche Vorschriften Menschen nicht verurteilen und niederdrücken sondern ihnen vielmehr Mut und Trost fürs Leben geben

 

Du guter Gott, lass uns wahrhaftige und authentische und vor allem gütige und barmherzige Menschen sein. Das erbitten wir durch Jesus unseren Herrn und Bruder Amen

 

EVANGELIUM

Mt 23, 1-12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.

Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein.

Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“.

 

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-27


FASTEN 13

 


Zweite Woche - 

reicht die Geduld eh noch ?


Ich wohne
im Land des Habens
im Land der Blindheit
im Land des Egoismus
im Land des Hasses
im Land der Unfreiheit
im Land des Todes

auf dein Wort hin
will ich
den Aufbruch wagen
und in das Land ziehen
das du mir verheißen hast

Land des Lebens
will ich es nennen

(Andrea Schwarz, in: Dieselbe, Bunter Faden Zärtlichkeit

 

 

 

 


Sonntag, 1. März 2026

Fürbitten 2.3. FASTEN: einander das Leben leichter machen

 

2.3.2026 Lk 6.36, seid barmherzig, richtet nicht 

Wenn wir ehrlich sind, dann gibt es Worte von Jesus, Forderungen von ihm, die uns einfach überfordern. Etwa „Liebet eure Feinde“ – das lassen wir wohl meist nur als fromme Bitte einfach so dastehen. Was heute aber Jesus im Evangelium einfordert, das könnten wir vielleicht doch mit einigem guten Willen schaffen? Seid barmherzig, sagt er, richtet nicht, verurteilt nicht, vergebt einander. Wie sehr könnte das unser aller Leben erleichtern. Eine neue Woche beginnt, viel Gelegenheit zum üben!!! so bitten wir


lass uns „barmherzig“ sein - dass wir die Fehler der anderen nicht auf die Goldwaage legen

hilf uns geduldig und verständnisvoll zu sein

 

lass uns aufhören, zu „richten“ - dass wir uns nicht so schnell ein Urteil über Andere anmaßen

dass wir Vorurteile ablegen und auf das übereinander tratschen verzichten

 

lass uns nicht verurteilen - dass wir niemand als hoffnungslos und unverbesserlich abschreiben

dass wir alte Fehler nicht ewig aufrechnen

 

lass uns einander vergeben - dass wir aus einer Mücke keinen Elefanten machen, wenn uns etwas kränkt

dass wir nach einem Konflikt wirklich einen Schlussstrich ziehen

 

Jesus, lass aber, dass wir auch mit uns selbst barmherzig sind,  dass wir uns nicht mehr abfordern als uns guttut. Dass wir nachsichtig sind, dass wir uns vergeben, gerade auch jetzt in der Fastenzeit, wenn wir nicht all das durchhalten, was wir uns vorgenommen haben

 

mach uns vor allem großherzig  - großzügig den anderen und uns selbst gegenüber. Bewahre uns selbst vor Wehleidigkeit und Selbstmitleid, lass uns nicht unserer Gegenwart krank jammern. Hilf uns Vertrauen und Zuversicht weiterzugeben

 um all das bitten wir im Vertrauen auf deine Hilfe. Wir legen unser Leben, ir legen unsere Welt in deine Hand. Amen

 

EVANGELIUM

Lk 6, 36-38

Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

36Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

2. FASTENSONNTAG - und immer wieder Krieg

 


Samstag, 28. Februar 2026

Fürbitten 2.Fastensonntag NEU - GANZ NEU : hab ich den Mut ?

 


1.3.2026  Gen.12.1 GANZ neu anfangen  Ein Segen sollst du sein Mt.17.1 Verklärung Jesu

 Um ein radikales Neu-Anfangen geht es heute in den Lesungen am 2.Fastensonntag. Im Buch Genesis hören wir, wie sich ein schon ganz alter Mensch, es ist Abraham, auf ein ganz neues Leben einlässt. Alles, was er sich aufgebaut hat, verlässt Abraham, zusammen mit seiner ganzen großen Familie und seinen Herden. Es sind Nomaden, die ins Unbekannt aufbrechen: Denn es war Jahwe, der zu Abram gesprochen hat: „Zieh fort aus deinem Land, aus deiner Heimat, aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde“. Abrahams einzige Sicherheit ist der Segen Gottes. Und auch Abraham selbst soll ein Segen sein, Jahweh sichert es ihm zu. Im Evangelium erleben wir die „Verklärung“ Jesu auf dem Berg Tabor. Die Jünger die mit ihm sind, sehen schon ein Stück Jen-seits, sie sehen einen Jesus, der wie in Licht verwandelt ist. Auch das ein Neu-Aufbruch. Eine Ahnung von etwas ganz Neuem. Die Fastenzeit will uns Mut machen, aus eingefahrenen Gleisen auszubrechen, Neues zu wagen. Bitten wir heute

Dass wir uns in jeder Lebensphase, vor allem auch im Alter Veränderung zutrauen, ein neues Denken

Dass wir auch Krisen und Schwierigkeiten als Chance sehen, dass daraus etwas Neues, Gutes entstehen kann

Dass wir dankbar sind, für neue Impulse, neue Ideen – für das auch was uns Kunst, Literatur, Musik und auch andere Religionen sagen können

Dass wir nicht aus Ängstlichkeit darauf bestehen, es müsste alles so bleiben, wie es immer schon war

Dass wir uns auch von lieb gewordenen Gewohnheiten trennen können, wenn wir sehen, dass sie uns selbst und anderen nicht mehr gut tun

Dass wir auch anderen Veränderung zu trauen - Dass wir niemand dabei entmutigen, neue Wege einzuschlagen

Und bitten wir nicht zuletzt: dass wir auch an den Frieden glauben - trotz einer Realität, die uns alle niederdrückt

 

Du guter Gott, lass uns wie Abraham neu aufbrechen aus aller Gewohnheit und Routine: gib uns Freude am Neuen und gib uns Selbstvertrauen. Mit Jesus lass uns ein Stück von einem neuen Himmel und einer neuen Erde sehen. Amen



Die Abraham-Erzählungen spielen nach der biblischen Chronologie im zweiten Jahrtausend v. Chr. (ca. 19./18. Jh. v. Chr.). Die Überlieferungen über Abraham sind jedoch sämtlich erst in viel späterer Zeit entstanden bzw. verschriftlicht worden. Daher ist es aufgrund der Quellenlage unmöglich, Aussagen über die historische Faktizität Abrahams zu treffen. Archäologische Funde erhellen die Lebensweise, Sitten, Rechtsbräuche und religiösen Vorstellungen des von der Bibel anvisierten Zeitraumes, bringen aber keine Evidenz für eine historisch greifbare Existenz oder Nicht-Existenz Abrahams. Die von der Bibel reflektierte Lebensweise Abrahams entspricht in manchen Punkten der außerbiblisch belegten Lebensform von sog. Randnomaden, nicht sesshaften Gruppen, die auf der Suche nach Weideland sind und bisweilen Kontakt zu sesshaften Stadtbewohnern aufnehmen bzw. selbst im Begriff sind, sesshaft zu werden. Insofern lässt sich aus außerbiblischen Quellen ein ungefähres Bild der Welt zeichnen, die die Verfasser der Abraham Erzählungen vor Augen hatten. Allerdings liegt ihnen nicht an einer möglichst korrekten Einbettung Abrahams in diese Welt. Wenn sie dem Ahnvater z.B., um seinen Wohlstand zu veranschaulichen, den Besitz von Kamelen zuschreiben, handelt es sich um eine Rückprojektion aus späterer Zeit. Das Kamel ist erst weit nach 1000 v. Chr. als Lasttier verwendet worden.

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/abraham-2/ch/daa65e3f6a4e42683cfef1808bb73fb1/

 

 



FASTEN 11

 

Auf das achten
was ich tun KÖNNTE


"Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und keiner ginge, um zu sehen,
wohin wir kämen,
wenn wir gingen." 

Kurt Marti

 

Freitag, 27. Februar 2026

Fürbitten 28.2 mein Vertrag mit Gott?

 


28.2.2026 Dtn.26.16  Vertrag mit Gott  Mt.5.43 Liebt eure Feinde

Wie eine Sitzung beim Notar liest sich heute die erste Lesung aus der hebräischen Bibel (wir nennen sie Altes Testament) Es wird ein Vertrag geschlossen zwischen dem Volk der Israeliten und dem Gott Jahwe, es ist ein Vertrag zwischen Gott und Mensch. Ganz nüchtern abgefasst. Auf der einen Seite der Mensch, der sich verpflichtet in der Einhaltung aller Gebote Gottes Eigentum zu werden – und auf der anderen Seite Gott selbst, der verspricht ein Gott mit uns zu sein. Im Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So fügen wir in diesen Vertrag auch alle unsere Erwartungen

 

sei uns kein Gott, der uns mit Ängsten und Verboten quält 

sei uns kein Gott, dessen Strafe wir auf Schritt und Tritt fürchten müssen

 

sei uns kein Gott, der uns nur prüfen und in Versuchung führen will

sei uns kein Gott, vor dem wir uns verbiegen und ducken müssen

 

sei uns kein Gott der Autoritäten und Hierarchien, der Bücher und Lehrmeinungen

sei uns kein Gott, der unsere Freude aufs Jenseits vertröstet

 

Lass, dass wir alle Freude in Dir finden, Gott - Dass wir aber auch allen Schmerz und alles, was wir nicht verstehen, im Vertrauen auf Dich annehmen können

 

Hilf, dass wir ohne Angst in der Freiheit der Kinder Gottes leben können - dass wir aber auch alle anderen Menschen frei geben und sie nicht ängstlich an uns binden

 

lass, dass wir das Eins-sein mit Dir erfahren dürfen - Dass alles, was wir tun, Liebe und Gebet ist, weil es dich meint, - auch die vielen banalen Dinge  die wir gerade auch heute wieder tun werden

 

Im Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So bitten wir, dass es auch uns gelingt über die äußere Einhaltung von Gesetzen und Verboten zum innersten Kern vorzustoßen: zur Liebe. Auch wenn wir nicht wissen, wie das gehen soll: hilf uns, unsere Feinde zu lieben. Amen

 

 

FASTEN 10

 

immer wieder

 MUT 

zu EINFACHEN LÖSUNGEN


LAUF´ NICHT, GEH´ LANGSAM: / 

Du musst nur auf dich zugehn! / 

Geh´ langsam, lauf´ nicht, / 

denn das Kind deines Ich, das ewig / 

neugeborene, / kann dir nicht folgen!    Juan Ramóm Jiménez


Donnerstag, 26. Februar 2026

Fürbitten 27.2. FRIEDEN braucht VERSÖHNUNG, bedingungslos

 

27.2.2026  Mt.5.20 bedingungslos verzeihen   Ez.18.21 Umkehr  Familienfasttag

Es muss anders werden, ihr müsst umdenken, so könnt ihr nicht weitermachen, ihr müsst ganz anders leben – das sind eigentlich die Kernaussagen aller Texte in der Fastenzeit. Entscheidend für den Versuch als guter Mensch zu leben ist: verzeihen können. Bedingungslos verzeihen. Wenn ich dazu nicht bereit bin, nützen alle frommen Übungen nichts. In der Lesung aus der jüdischen Bibel ist es Jahwe selbst, der bedingungslos verzeiht. Gott verzeiht, wenn jemand, der schuldig geworden ist, sein Unrecht einsieht und sich ändert. Im Evangelium verlangt Jesus nun fast Unmöglichees. Jesus verlangt dieses göttliche verzeihen nun auch von uns selbst, ein verzeihen dem anderen gegenüber ohne  Wenn und Aber. Dass wir alles tun, um Frieden möglich zu machen. Jede und jeder von uns weiß wohl am besten, wo in dieser Frage noch ganz persönlich „der Schuh drückt. Aber wie sehr braucht auch unsere Welt Versöhnung, wie nur können die furchtbaren Kriege und Konflikte ein Ende finden. Bitten wir heute, wie Franz von Assisi gebetet hat

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

 

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

 

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

 

Bitten wir, dass wir uns um Frieden rund um uns bemühen, dass wir in unseren Gemeinschaften, in der Familie, in der Partnerschaft, behutsam miteinander umgehen, dass wir Konflikte austragen können, ohne uns zu verfeinden, dass wir verzeihen können und auch immer wieder um Verzeihung bitten.

Heute ist auch Familienfasttag. Teilen spendet Zukunft ist jedes Jahr das Motto. Denken wir immer wieder an all die Menschen nah und fern die unsere finanzielle Unterstützung zum Leben brauchen. Bitten wir, dass wir von Herzen großzügig sind

 Amen  

 

EVANGELIUM

Mt 5, 20-26

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-23

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


HEUTE  -  der erste Tag vom Rest meines Lebens


„Je älter ich werde, desto größer wird das Geheimnis in allem. Aber auch etwas anderes geschieht: Das Geheimnis wird bewohnbar.“ Religionsphilosoph Romano Guardini


„Ich fühle mich wie ganz am Anfang.“ Zen Lehrer Graf Dürckheim kurz vor seinem Tod mit 84 Jahren

 

 Die alten Wüsten Mönche redeten immer von den „Dämonen“. Aber die sind durchaus heutig: Frust, Langeweile, Leere, Ungeduld, Überdruss, Enttäuschung, Wut, Trauer, Depression, Angst… Der Trost der Mönche: “Wer mit den Dämonen ringt, wird früher oder später auch den Engeln begegnen.“


„Das Können ist des Dürfens Maß.“  Kletterpionier Paul Preuß


"Bewahrt möchte ich sein
vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen.
Die nüchterne Erkenntnis möchte ich haben,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen." Antoine de Saint-Exupéry


„FRAGEN ist die Frömmigkeit des Denkens“
ein berühmtes Zitat des Philosophen Martin Heidegger.
Eine Abkehr von schnellen Antworten hin zu einer offenen Suche.


"Das Geheimnis einer Veränderung ist, all unsere Energie darauf zu lenken,
nicht das Alte zu bekämpfen sondern das Neue aufzubauen." Sokrates

 

"...was vorüber ist, ist nicht vorüber.
es wächst weiter in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück" Rose Ausländer


"Dauernd stolpert man, stolpert und fällt,
und man kann sich nur selbst aufheben und versuchen, wieder weiterzugehen. Jedenfalls habe ich das mein ganzes Leben tun müssen." Wittgenstein

 

"Manchmal
lebe ich
vollkommen
gottlos
Dann hör ich
ein Gras
das singt
und alles
ist anders" Josef Fink   Künstlerseelsorger Priester


"Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten." Hilde Domin

 





FASTEN 9

 


Wie viele Verrenkungen beim Fasten? 

"Das Wichtigste ist doch, 

sich lernend zu verwandeln ..."

Andre´Heller

 

"Wo lernen wir leben
und wo lernen wir lernen
und wo vergessen
um nicht nur Erlerntes zu leben?

Wo lernen wir klug genug sein
die Fragen zu meiden
die unsere Liebe nicht einträchtig machen
und wo
lernen wir ehrlich genug zu sein
und unserer Liebe zuliebe
die Fragen nicht zu meiden?

Wo lernen wir
uns gegen die Wirklichkeit wehren
die uns um unsere Freiheit
betrügen will
und wo lernen wir träumen
und wach sein für unsere Träume
damit etwas von ihnen
unsere Wirklichkeit wird?"

Erich Fried




Mittwoch, 25. Februar 2026

Fürbitten 26.2. GEBET IN TODESNOT

 

26.2.2026 Königin Ester  Ester 4.17 - Mt.7,2 bittet dann wird euch gegeben 

Es ist ungefähr 500 JAHRE vor unserer Zeitrechnung, als eine junge Frau am Hof des Perserkönigs Xerxes verzweifelt zu ihrem jüdischen Gott betet. Die Frau ist Königin Ester. Sie ist Jüdin, war aber mit einem Großteil des jüdischen Volkes von den Persern verschleppt worden. Schließlich hat Xerxes sie zur Frau genommen und zur Königin gemacht. Nun aber hat sie erfahren, dass ihre jüdischen Landleute in Todesgefahr sind, alle Juden in der persischen Diaspora sollen ermordet werden.  Ester will nun beim König für ihr Volk Fürsprache einlegen. Zuvor aber betet sie zu ihrem jüdischen Gott. Es ist ein Gebet in größter Not und Todesangst.  „Herr unser Gott, ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir“ . Wir hören diese Worte heute in der 1.Lesung aus der jüdischen Bibel.  

Wie viele Menschen sind auch heute in einer verzweifelten Situation. Täglich liefern uns die Massenmedien Bilder von Elend und Leid ins Wohnzimmer. Menschen in Kriegsgebieten, Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Menschen aber oft auch in unserer nächsten Umgebung: krank, allein, von Ängsten geplagt. Wir denken an Frauen, die so oft der Gewalt der Männer ausgeliefert sind.   Bitten wir mit den Worten der Königin Ester in der hebräischen Bibel

 

Herr unser Gott, in unserer Todesnot rufen wir zu Dir

du bist der Einzige - wohin sonst können wir uns wenden

Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not

 

Wir sind allein und haben keinen Helfer außer dir

Die Gefahr steht greifbar vor uns

Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not

 

Von Kindheit an, wollten wir nichts anderes als „leben“

Du hast uns doch das Leben geschenkt, bewahre es uns

Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not

 

Denk an uns Gott, - komm, hilf uns, in dieser Zeit der Not

Gib uns Mut Gott - Befreie Menschen aus der Hand ihrer Unterdrücker

Sei an der Seite der Verfolgten und Heimatlosen

Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not

 

Herr rette uns mit deiner Hand – gib uns den Mut gegen Unrecht aufzustehen

Gib uns Worte, die retten können

Hilf uns, denn wir sind allein

wir haben niemand außer Dir, oh Herr – dir vertrauen wir

Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not

 

So bitten wir, wie uns auch Jesus zu Bitten gelehrt hat, wir haben es im Evangelium gehört: „Bittet dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden, klopft an, dann wird euch aufgetan“ . Dir vertrauen wir in allen Sorgen und Nöten, guter Gott.  amen




Die biblische Geschichte der Königin Esther (Altes Testament/Tanach) erzählt von einer mutigen jüdischen Frau im persischen Exil, die zur Frau von König Xerxes I. (Ahasveros) wird. Sie vereitelt einen Genozid an ihrem Volk, geplant vom bösen Haman. Ihr Handeln rettet die Juden, was bis heute im Purimfest gefeiert wird.

Hauptaspekte der Geschichte:

  • Aufstieg zur Königin: Esther, ursprünglich Hadasa genannt, war ein Waisenkind, das von ihrem Cousin Mordechai aufgezogen wurde. Nach der Absetzung von Königin Waschti wählte Xerxes I. Esther aufgrund ihrer Schönheit und Anmut zur neuen Königin von Susa.
  • Die Verschwörung: Der Hofbeamte Haman plante, alle Juden im Perserreich zu vernichten, und überredete den König zu einem Erlass.
  • Esthers Mut: Auf Anraten von Mordechai wagte Esther, ohne Einladung vor den König zu treten – ein Akt, der den Tod bedeuten konnte. Ihr berühmtes Zitat lautet sinngemäß: „Wenn ich umkomme, so komme ich um“.
  • Rettung des Volkes: Esther enthüllte ihre jüdische Identität und Hamans Plan bei einem Festmahl. Der König ließ Haman am Galgen hinrichten, der für Mordechai gedacht war.
  • Das Purimfest: Da das ursprüngliche Gesetz nicht aufgehoben werden konnte, erließ der König ein zweites Gesetz, das den Juden erlaubte, sich zu verteidigen. Der Sieg wird seither im jüdischen Purimfest gefeiert.

Das Buch Esther ist bemerkenswert, da der Name Gottes darin nicht explizit erwähnt wird, die Vorsehung jedoch durch Esthers mutiges Eingreifen deutlich wird.

FASTEN 8

 


Auch das ein

FASTEN - TRAINING


Es gibt Oasen in der Wüste,
leuchtendes Morgenrot am Ende der Nacht,
Quellen unter Geröll
Türen, die sich wieder öffnen,

Farben des Regenbogens,
Knospen aus trockenen Zweigen,
Trauer, die uns reifen lässt,
Worte, die das Schweigen durchbrechen,
und immer wieder erste Schritte auf dem Weg
zu einem Neuanfang.

 Christa Spilling Nöker


 

Dienstag, 24. Februar 2026

Fürbitten 25.2. erkennen, was falsch läuft - dann funktioniert UMKEHR

 

25.2.2026  Jon.3.1  Jona und der Wal - und was es mit der "Reue" Gottes auf sich hat

Die erste Lesung erzählt heute eine Geschichte, die wir vermutlich alle kennen. Die Geschichte von Jona und dem Wal.  Jona ist ein Prophet, den Jahwe in die große Stadt Ninive senden will, um die sündigen Menschen dort vor ihrem Untergang zu warnen. Jona hat mit dieser Berufung absolut keine Freude. Er flieht auf ein Schiff, das ihn anderswo hinbringen soll. ABER: das Schiff gerät in Seenot, die Besatzung erfährt, dass da einer am Schiff ist, der vor einem Auftrag Gottes davonläuft, und so wird dieser Passagier schnell über Bord geschmissen, damit sich die See wieder beruhigt, das heißt, damit die Götter Ruhe geben.

Wir wissen, wie die Geschichte weiter geht. Nach drei Tagen im Bauch des Wals spuckt dieser Jona aus – und das ausgerechnet am Strand von Ninive. Genau dort also, wo er absolut nicht hinwollte.  So, jetzt muss Jona seinen Auftrag erfüllen. Merke: wenn Gott einen ruft, dann entkommt man diesem Ruf nicht so schnell. Hier nun setzt die heutige erste Lesung ein: Jona durchquert die große Stadt Ninive und er kündigt deren Zerstörung an – aber da passiert das Unglaubliche. Der König von Ninive und mit ihm alle Menschen in der Stadt bereuen ihr Unrecht und tun Buße. Und nun passiert noch Unglaubliches: Diese Umkehr besänftigt Gott. Anders als angedroht, straft Gott Ninive nun nicht. „Es reute ihn“, heißt es in der Lesung aus der jüdischen Bibel. Im Empfinden der Menschen hat sich nun das Gottesbild verändert. Man kann sich mit Gott versöhnen, wenn man sich ernsthaft ändern will.  KEHRT UM, Das ist es auch, was Jesus predigt: KEHRT UM! Aber um das zu tun, muss man wohl zuerst erkennen, was man falsch macht. So bitten wir heute

dass wir erkennen, was in unserem Leben nicht richtig läuft und dass wir es uns nicht schön reden

dass wir erkennen: dass es immer wieder notwendig ist, eine Einstellung, einen Kurs auch zu korrigieren

dass wir erkennen, dass es nicht die großen Sünden sind, die eine Last sind, sondern die vielen kleinen Unebenheiten im Alltag

dass wir erkennen: dass wir auch Bequemlichkeit überwinden müssen, um Neues an uns                heranzulassen

dass wir erkennen: wie sehr wir an Dingen festhalten, die uns schon längst zur Last geworden sind

dass wir erkennen: wie sehr manche unserer alten Gewohnheiten auch eine Belastung für andere sind,

dass wir auf das schauen, womit wir uns und anderen das Leben leichter machen können

dass wir erkennen: dass wir zumeist nicht GEGEN etwas kämpfen müssen, sondern FÜR etwas, für mehr Miteinander, für mehr Gerechtigkeit, für mehr Frieden, für mehr Freude

und bitten wir nicht zuletzt, dass wir auch erkennen, was Gottes Auftrag an uns selbst ist – und dass wir dann den Mut und das Vertrauen finden, diese Aufgabe anzunehmen

 

Du guter Gott, so lass uns erkennen, wo auch wir etwas in unserem Leben ändern müssen. Lass uns das nicht als Zwang und Einschränkung sehen, sondern als einen Gewinn von mehr Freiheit. Inständig bitten wir auch heute für die Menschen im Krieg, wir bitten für alle, die in großer Gefahr und Angst sind, wir bitten um Frieden.  Amen


https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/dodekapropheton-kleine-propheten/jona/

Das Jonabüchlein ist im Unterschied zu den anderen Prophetenbüchern keine Sammlung von Einzelsprüchen, sondern eine Novelle (vgl. Josefsnovelle, Rut), die sich um die einzige Prophezeiung des Buches rankt, das Wort gegen Ninive in 3,4: "Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört". Dem Buch geht es  darum, dass das als unbedingt angesagte Unheil doch noch abgewendet werden kann; Gott ist in seinem Handeln souverän, größer, als Jona es begreifen kann. Über allem steht die Aussage von der überragenden Barmherzigkeit Gottes mit allen Menschen/Geschöpfen: "ein gnädiger und barmherziger Gott, langmütig und reich an Huld", 4,2.

Sprachliche (Verwendung aramäischer Sprachelemente) und inhaltliche Gründe weisen als Entstehung auf das 4. Jh. v.Chr. Das ganze Buch wird am Versöhnungstag in der Synagoge verlesen.

 

 

FASTEN 7

 


seit 4 Jahren Krieg in der Ukraine - 

und nicht nur dort 

sind Menschen täglich in ihrem Leben bedroht

Versuchen wir wenigstens selbst

"friedlich" zu leben

 

Mit jedem Menschen stirbt eine ganze Welt 

„Jeder hat seine eigene, geheime, persönliche Welt.

Es gibt in dieser Welt den besten Augenblick,

es gibt in dieser Welt die schrecklichste Stunde;

aber dies alles ist uns verborgen.

Und wenn eine Mensch stirbt,

dann stirbt mit ihm sein erster Schnee

und sein erster Kuss und sein erster Kampf...

all das nimmt er mit sich.


Die Menschen gehen fort...

Da gibt es keine Rückkehr.

Ihre geheimen Welten können nicht wieder entstehen.

Und jedesmal möchte ich von neuem

diese Unwiederbringlichkeit hinausschreien.“


 (Jewgenij Jewtuschenko)