28.5.2026 Mk.10.46
wieder sehen können
Ein verzweifelter blinder Mann ist es, von dem das Evangelium heute erzählt. Er sitzt am Wegrand und lässt sich nicht davon abhalten, um Hilfe zu schreien, als er hört, dass Jesus vorbeikommt. Und er hofft nicht vergebens. „Was soll ich dir tun?“ fragt ihn Jesus und der Mann hat nur eine Bitte: „Ich möchte wieder sehen können“. Wir selbst sind zwar nicht blind, aber auch wir sollten immer wieder darum bitten, GUT sehen zu können. Man sieht nur mit dem Herzen gut, sagt der französische Schriftstelle Saint Exupery. Und machen wir uns nichts vor, auch wir haben so manchen blinden Fleck auf unserem Aug. So bitten wir heute
dass wir hinsehen können, auf die Wirklichkeit in unserem Leben. Auf das Gute und das weniger Gute. dass wir uns nichts vormachen, sondern uns sehen, wie wir sind
dass wir uns umsehen können, dass wir nicht auf uns selbst bezogen bleiben, dass wir aufmerksam und mitfühlend sind und merken, wenn und wo wir gebraucht werden
dass wir gut sehen wollen, das Gute in den Menschen um uns, dass wir uns freimachen von Vorurteilen oder missgünstigem Getratsche
dass wir einsehen können, wenn wir uns falsch verhalten haben, dass wir einsehen können, wenn es an der Zeit ist, etwas zu verändern
dass wir nachsehen können, immer dann, wenn wir glauben, dass uns Unrecht geschehen ist.. dass wir aber auch uns selbst Fehler und Versagen nachsehen können
dass wir aufsehen können, wenn uns Sorgen und Unsicherheiten niederdrücken, wenn wir manchmal selbst nicht mehr weiterwissen,
bitten wir auch um einen klaren Blick für unsere Kirche, dass es Mut für Aufbruch und Veränderung gibt. Bitten wir für unsere Politiker, dass auch sie den klaren Blick auf das haben, was ANDERS werden muss, bitten wir für unsere Gesellschaft weltweit, dass wir lernen mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz richtig umzugehen
So hilf uns, guter Gott, dass wir immer besser lernen, „mit dem Herzen“ zu sehen, dass wir GUT und gütig sehen können. Und nicht zuletzt bitten wir auch für all die Menschen, die blind sind oder schwer sehbehindert, dass sie immer wieder hilfreiche Unterstützung bekommen. Amen












