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Mittwoch, 18. September 2019

Fürbitten 19.6. Liebe ist stärker als Schuld



19.9.2019  Lk.7.36  Die Geschichte von der „Sünderin“
Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch weniger Liebe

Wieder einmal geht es heute um Schuld und Vergebung im Evangelium. Jesus zeigt es an einem Gleichnis. Wem zum Beispiel mehr Geld nachgelassen wird, der ist dankbarer. Wer sich schuldig fühlt und wem vergeben wird, auch der fühlt sich dankbarer, als einer, der glaubt, ohnehin schuldlos zu sein. Jesus ist zu Gast bei einem Pharisäer, da nähert sich ihm – uneingeladen – eine Frau, die als „stadtbekannte Sünderin“ bezeichnet wird. Sie weint bitterlich, warum auch immer, innig und zärtlich salbt sie seine Füße mit kostbarem Öl. Jesus spürt die tiefe Dankbarkeit in dieser Hingabe. Er weiß und er sagt es, wer so liebt, dem wird auch alles vergeben. Diese Frau hat sich nicht eingeschlossen mit Kummer oder vielleicht auch mit Schande, sie tut das, was ihr selbst gut tut: sie zeigt ihre Liebe, sie salbt Jesus die Füße. So bitten auch wir

dass wir uns nicht einschließen mit Schuld und Traurigkeit
dass wir die Nähe von Menschen suchen, die uns gut tun

dass wir uns nicht schämen für unsere Gefühle und Empfindungen und Tränen
dass wir uns auch nicht schämen für Liebe, Hingabe und Zärtlichkeit

dass wir uns trösten lassen können
und dass wir selbst Menschen sind, die trösten

dass wir uns niemals selbst verurteilen und „aufgeben“
dass aber auch wir selbst aufrichten und verzeihen können

dass wir immer wieder ALLES von der Liebe erwarten
dass wir uns getrauen, auch alles von der Liebe Gottes zu erwarten


so bitten wir im Vertrauen auf Jesus , der uns immer wieder aus aller Traurigkeit und allem Versagen  aufrichten wird. Amen

Dienstag, 17. September 2019

Fürbitten 18.9. für die Nörgler und Grantscherm



18.9.2019 Lk.7.31 wer nicht will, dem passt gar nichts  

Jesus ist kein Traummännlein, er kennt sich mit den Menschen aus. Man kann für euch tun, was man will, sagt er heute: es ist immer das Falsche. Ist einer asketisch, wie Johannes der Täufer, jammern die Leute, „der ist ja nicht ganz normal“. Ist einer lebensfroh wie Jesus, dann sagen dieselben Leute: „so ein Fresser und Säufer“ Wie ist das bei uns? Bitten wir heute

dass wir unsere fixen Vorstellungen davon ablegen, WIE jemand zu sein

dass wir nicht uns selbst als das Maß aller Dinge nehmen

dass wir aufhören Andere in gut oder böse einzuteilen

dass wir immer zuerst an uns selbst ändern, was uns an anderen missfällt

dass wir heraus kommen aus jeder Selbstzufriedenheit und Selbstgewissheit

dass wir uns nicht als moralische Richter über unsere Nachbarn aufspielen

dass wir Respekt vor anderen Meinungen und anderen Lebensentscheidungen haben

Dass wir uns immer mehr bemühen, mit den Augen des Herzens zu sehen
  
Du guter Gott, lass uns in großer Dankbarkeit und Freude leben, und lass uns Menschen sein, die anderen GUT tun. Bewahre uns vor allem Grant und aller Nörgelei, 
Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen 

Montag, 16. September 2019

Fürbitten 17.9. Hildegard von Bingen - die Schöpfung bewahren

Hildegard von Bingen - Vision der Schöpfung


17.9.2019 Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen ist eine der ganz großen Frauengestalten der Kirche, nicht nur des Mittelalters. Sie war Prophetin, Predigerin, Medizinerin und Künstlerin. Selbstbewusst, charismatisch, umfassend gebildet, vertraut mit Körper und Seele. Das Zentrum ihrer Kraft war ihre leidenschaftliche mystische Hingabe an Gott – das gab ihr die Fähigkeit, zum eigenständigen Denken, auch gegen die Lehrmeinungen ihrer Zeit
Bitten wir mit Worten und Gedanken von Hildegard von Bingen – hier eines ihrer wunderbaren Gedichte

Wir müssen auf die Stimme unserer Seele hören, wenn wir gesunden wollen...
Solange wir uns nicht selbst in den Augen und Herzen unserer Mitmenschen begegnen,
sind wir auf der Flucht.
Solange wir nicht erlauben, dass unsere Mitmenschen an unserem Innersten teilhaben,
gibt es keine Geborgenheit.
Solange wir fürchten durchschaut zu werden, können wir weder uns selbst noch andere erkennen.
- Solange bleiben wir allein
so bitten wir:

Lass uns auf die Stimme unserer Seele hören, damit wir im tiefsten Inneren gesund werden
und damit wir auch anderen eine Hilfe zu ihrem Heil-werden sind

Lass, dass wir uns selbst in den Augen und Herzen unserer Mitmenschen erkennen,
dass wir DICH in denen erkennen, die unsere Hilfe brauchen

lass, dass wir die Menschen um uns auch an unserem Inneren teilhaben lassen,
dass wir warmherzig und mitfühlend sind, ohne Angst, den Kürzeren zu ziehen

lass, dass wir uns öffnen und keine Angst haben, „durchschaut“ zu werden – es soll Gott sein, der durch uns durchschaut

schenk uns Frieden und Geborgenheit, dann können wir uns selbst und die Anderen erkennen
schenk uns Güte und Gemeinschaft mit allen Lebewesen, so haben wir Gemeinschaft mit dir

Gib uns alle Fähigkeit und allen guten Willen, unsere Erde wert zu schätzen und sie so intakt wie möglich zu bewahren

so bitten wir in diesen Tagen ganz besonders: Herr hilf uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen und keine Angst vor den Herausforderungen der Zukunft zu haben. Denn wir vertrauen auf Dich, an der Seite Jesu. Amen

Sonntag, 15. September 2019

Fürbitten 16.9. FÜR ANDERE BITTEN UND BETEN



16.9.2019 Lk.7.1 Hauptmann von Kafarnaum  

Im Evangelium hören wir heute von einem, der nicht für sich selbst bittet, sondern für einen anderen. Ein Hauptmann, Nicht-Jude, Teil der verhassten römischen Besatzung in Palästina – dieser Militär bittet Jesus für einen todkranken Diener. Er, der Heide, hat absolutes Vertrauen in Jesus „Ich bin nicht wert, dass du mein Haus betrittst“ sagt er. „aber sprich nur ein Wort, dann muss mein Knecht gesund werden“. Auch in der ersten Lesung heute fordert Paulus die Jesus Gemeinden zu Bitten und Gebeten und Fürbitten für Andere auf.   So bitten auch wir heute

Für alle Menschen, die uns nahe stehen und deren Sorgen und Anliegen wir kennen
Für alle, die niemand haben, der sie in seinen Gebeten mitnimmt
Für alle, die uns im Magen liegen und wo wir schon längst eine gute Lösung hätten finden sollen

Bitten wir, dass es gut weitergeht mit unserem Land, jetzt im Wahlkampf, und dann mit einer neuen Regierung

dass es gut weitergeht in ganz Europa, dass nationalstaatliche Egoismen überwunden werden, dass ein echter Zusammenhalt wächst, eine gemeinsame Bereitschaft für gemeinsame Lösungen

Dass es aus den weltweiten Krisen und Kriegen, dass es aus Hass und Gewalt ein Entrinnen gibt, damit Menschen ihr kleines Leben in Frieden leben können

Dass es gerade für junge Menschen eine gesicherte Zukunft gibt, sichere Arbeitsplätze
Und dass für die Alten und Kranken gut gesorgt wird

Bitten wir auch, dass wir selbst aus unseren eigenen kleinen Krisen und Sorgen herausfinden, dass wir immer wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, dass wir Jesus absolut vertrauen können

So bitten wir dich guter Gott: mach unseren Glauben fest, lass uns Vertrauen haben wie der Hauptmann im Evangelium: lass uns keine Angst haben vor neuen Wegen und neuen Herausforderungen. Sprich Du nur ein Wort, dann können wir uns auch ins Ungewisse fallen lassen. Im Vertrauen auf Jesus. Amen

Samstag, 14. September 2019

Fürbitten Sonntag 15.9. AUSSÖHNUNG - miteinander und mit sich sich selbst



15.9. 2019  Lk.15.1  der verlorene Sohn Ver-SÖHNUNG
Verlorener Sohn – Barmherziger Vater – verbitterter Bruder
  
Heute hören wir im Evangelium die Geschichte vom verlorenen Sohn – sie ist ein Klassiker der spirituellen Weltliteratur. Es ist die Geschichte vom „barmherzigen Vater“, der seinen missratenen, weggelaufenen Sohn wieder bedingungslos und liebevoll aufnimmt. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Reue und die Umkehr des Sohnes und die Barmherzigkeit und Liebe des Vaters. Aber bleiben unsere Gedanken nicht auch bei diesem anderen Sohn hängen, dem älteren. Dem, der bis dahin gewissenhaft und anständig daheim gelebt hat??? Überschäumend ist die Freude des Vaters über die Heimkehr des Jüngsten, aber bitter die Gedanken seines Ältesten. Werden die beiden ungleichen Brüder letztlich zueinander finden? Jesus lässt diesen Teil der Geschichte offen. Der Vater kommt noch einmal aus dem Festsaal – aber wird auch sein ältester Sohn zum Fest kommen, wird er fähig zur Ver-SÖHNUNG  sein. Zur Aus-SÖHNUNG nicht nur mit seinem Bruder, sondern auch zur Aussöhnung mit seinem eigenen Leben, auf das er nun verbittert zurückblickt? Bitten wir heute und denken wir dabei auch uns selbst


Für alle, die ihr Leben mit dem Anderer vergleichen und glauben, schlechter dran zu sein

Für alle, die sich benachteiligt fühlen und sich ganz schwer tun mit Eifersucht und Neid

Für alle, denen es schwer fällt, ihr eigenes Leben mit dankbaren Augen zu sehen

Für alle, die sich verrannt haben und umkehren wollen

Für alle, die gütige Menschen brauchen, die sie wieder bedingungslos aufnehmen

 Für alle Eltern, die in Sorge um ein auf Irrwege geratenes Kind leben

Für alle, die sich Tag für Tag um Versöhnung und Ausgleich und Frieden bemühen

Für uns alle, die wir immer besser lernen müssen, was es heißt „barmherzig“ zu sein – barmherzig mit anderen aber auch mit uns selbst

Bitten wir für die großen, unlösbar scheinende Konflikte in unserer Welt: dass es auch dort gelingt Gegner auszusöhnen und Frieden wieder herzustellen

Du guter Gott versöhne uns mit dir und versöhne uns untereinander, versöhne uns aber auch mit uns selbst, wenn wir an einer Schuld leiden: damit wir fähig sind das Fest deiner Liebe zu feiern, mit Jesus unserem Bruder, Amen


Freitag, 13. September 2019

Fürbitten 14.9. Wenn das Leben "ein Kreuz" wird ....

Madfelder Kreuzweg - 
Boris Sprenger

14.9.2019 Fest der Kreuzerhöhung

In Zeiten wie diesen - ein Fest wie dieses! Fest der Kreuzerhöhung
Für uns Christen in Europa war das Kreuz eigentlich doch lange nur mehr ein harmloses religiöses Symbol – zwar seit einigen Jahren immer wieder in Klassenzimmern umstritten – aber doch als Symbol etwas, das seinen Schrecken verloren hat. Dann erlebten wir islamistischen Terror - Menschen wurden plötzlich wieder gekreuzigt – Da hat das Kreuz wieder konkretes Entsetzen ausgelöst, tiefstes Mitleid mit den Opfern. Aber auch in unserem eigenen kleinen Alltag kommen wir um das Kreuz-tragen nicht herum. Auch nicht religiöse Menschen verwenden den Ausdruck „ist das ein Kreuz“ …bitten wir heute mit unserem Blick auf Jesus, den Gekreuzigten

Für die Opfer von Terror und Mord und Krieg, auch für die Opfer von Naturkatastrophen, für Menschen, die unter alltäglicher Gewalt leider oder Opfer von Unfällen werden  

Jesus hilf uns, unser Kreuz zu tragen

Für all die Menschen, die eine Zukunft und neues Leben jenseits ihrer Heimat suchen
Für die Länder Europas, dass sie um mit-menschliche Lösungen ringen

Für die Kinder dieser Welt, die bisher nur Armut, Hunger, Krieg, Angst und Gewalt erlebt haben 

für die kranken Menschen, es gibt im Privaten so viel Schmerz und Leid und Angst

für alle, die um tote Angehörige weinen und Schicksalsschläge nicht verstehen können

bitten wir für uns selbst, dass wir das tragen können, was wir „unser Kreuz“ nennen:
Wenn uns Verantwortung und Pflichten zu viel werden
Wenn wir eigene Bedürfnisse für andere zurückstecken müssen
wenn wir in Versuchung sind, neidvoll auf das Leben anderer zu sehen
wenn wir oft mehr Pflicht erfüllen als Liebe empfinden


so bitten wir heute: Allmächtiger Gott, gib dass wir in aller Verzweiflung im Angesicht des Kreuzes dennoch deine Macht und Liebe erkennen und nie aufhören, an die Auferstehung aus allem Tod und Leid zu glauben, durch Christus, Jesus unseren Herrn und Bruder. amen



Das Fest der Kreuzerhöhung hat seinen Ursprung in Jerusalem; dort war am 13. September 335 die Konstantinische Basilika über dem Heiligen Grab feierlich eingeweiht worden.
Der 13. September war der Überlieferung nach auch der Tag, an dem im Heiligen Land angeblich das Orginal Kreuz gefunden wurde, an dem Jesus starb. Helena,  die Mutter von Kaiser Konstantantin, hatte danach suchen lassen  Neben dem Heiligen Kreuz sollen auch die Nägel und das Heilige Grab wiedergefunden worden sein  Am 14. September, dem Tag nach der Kirchweihe, wurde in der neuen Kirche dem Volk zu ersten Mal das Kreuzesholz gezeigt („erhöht“) und zur Verehrung dargereicht. Später verband man das Fest auch in Verbindung mit der Wiedergewinnung des heiligen Kreuzes durch Kaiser Heraklius im Jahr 628; in einem unglücklichen Krieg war das Kreuz an die Perser verloren gegangen, Heraklius brachte es feierlich an seinen Platz in Jerusalem zurück.

Donnerstag, 12. September 2019

Fürbitten 13.9. Besser machen? lieber bei sich selbst anfangen ...



13.9.2019 Lk.6.39 mit zweierlei Maß 

Was Jesus heute anspricht, das gehört fast zu unseren täglichen Verhaltensweisen „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders. aber den Balken in deinem eigenen Auge beachtest du nicht?“ Das heißt ganz klar: Wieso wissen wir immer so gut, was Andere besser machen könnten, und warum leben wir gar so selbstzufrieden? Bitten wir heute

Dass wir aufhören, andere auszurichten und zu kritisieren

Dass wir nicht immer besser wissen, was andere falsch machen oder was sie zu ändern hätten

Dass wir nicht, nur nach außen hin freundlich, andere auf einen Fehler hinweisen, nur um selber gut dazustehen

Dass wir nicht mit zweierlei Maß messen

Dass wir ehrlich und kritisch mit uns selbst umgehen

Dass wir erkennen, dass das, was uns an anderen stört, meist ein Problem in uns selbst ist

Dass wir in erster Linie wohlwollend und positiv über andere denken

So bitten wir heute, dass wir liebevoll und gütig aufeinander schauen, dass wir nicht Fehler sehen, sondern den Menschen dahinter und dass wir selbst darum bitten, dass auch die Anderen unsere Fehler nachsehen. So bitten wir im Namen Jesu Amen

Mittwoch, 11. September 2019

Fürbitten 12.9. Fest Maria Namen - nicht Ängste schüren

Gnadenbild "Mariahülf" in der Mariahilferkirche in Wien
konnte 1683 vor Zerstörung gerettet werden 


12.9.2019 Maria Namen – Der Sieg über die Türken
Fest Mariae Namen - dass wir auch unsere kleinen Krisen gut bewältigen

Das Fest Maria Namen ist 1683 als Dank für den Sieg über die Türken vor Wien eingeführt worden. Es gibt aber gerade heute Akteure, die dieses Datum missbrauchen, um vor einem drohenden Siegeszug des Islam über das Christentum zu warnen. 
Gerade dieser Tag wird gerne benützt, um Ängste zu schüren. 
Wir als Christen können gar nicht anders, als dem entschieden entgegen zu treten

Im Namen Jesu rufen wir zu dir Maria
Dass wir andere Religionen nicht als Bedrohung ansehen, dass wir vielmehr die Chance nutzen, uns nun vielleicht wieder bewusster als Christen zu sehen

Wir rufen zu dir Maria
Für all die Menschen und Familien, die Opfer von Terroranschlägen geworden sind und die vielleicht ein Leben lang darunter leiden werden –

Wir rufen zu dir Maria
Und bitten um eine menschenwürdige Antwort Europas auf die Situation von Migranten und Flüchtlingen

Für rufen zu Dir Maria
Für alle Menschen, die nicht wie wir in Sicherheit und Frieden leben dürfen. Wir bitten für die Opfer von Gewalt, Vertreibung aber auch von Naturkatastrophen

Wir rufen zu dir Maria
Um Anstand und Verantwortlichkeit in der Politik, dass nicht Ängste geschürt, Menschen diffamiert und Gräben aufgerissen werden

Wir bitten für unser Land.
dass wir hier im Kleinen mit Krisen richtig umgehen, dass es wieder ein Klima der Offenheit und Gemeinschaftlichkeit gibt –

Du guter Gott, so bitten und wir  – lass uns selbst in unserem eigenen Umfeld zum Frieden und zur Versöhnung in dieser Welt beitragen .  Amen 

Dienstag, 10. September 2019

Fürbitten 11.9. Ein Maulwürfshügel ist kein Berg



11.9.2019  Lk 6.20  Feldrede  (Bergpredigt Mt.5.1) 

Was wir als „Bergpredigt“ im Matthäus-Evangelium kennen ist bei Lukas ganz ähnlich eine „Feldrede“ Jesu. Da wie dort geht es um eine radikale Lebenshaltung: was normalerweise als Unglück erscheint: Hunger zu haben, verzweifelt zu sein, von Anderen gehasst zu werden – das sollen wir, mit den Augen Jesu, als Glück preisen. Freut euch und tanzt, wenn das geschieht, heißt es bei Lukas. Aber „weh euch“, wenn ihr jetzt reich seid, wenn ihr satt seid, wenn ihr jetzt lacht, wenn alle euch loben. Wie oft haben wir die Seligpreisungen schon gehört. Alles, was Jesus wichtig war, liegt in diesen Sätzen. Aber ihr Ansatz scheint uns so maßlos, dass wir vielleicht oft gar nicht mehr richtig hinhören, weil wir denken: „gut gemeint – aber – was hat das schon mit mir zu tun. Von den „Kleinen Schwestern Jesu“ in Paris gibt es eine Nachdichtung für unseren einfachen kleinen Alltag. Bitten wir

Lass uns selig sein, weil wir uns nicht so ernst nehmen müssen, weil wir auch über uns selbst lachen können. Dann haben wir es - und die Mitmenschen mit uns leichter                                  Christus höre uns – Christus erhöre uns
Lass uns selig sein, weil wir einen Maulwurfshügel von einem Berg unterscheiden können; Dann werden wir uns selbst und anderen viele Probleme ersparen. 
Lass uns selig sein, weil wir im richtigen Moment schweigen und zuhören können. Dann werden wir selbst Neues erfahren und kreisen nicht nur um uns selbst
Lass uns selig sein, weil wir uns freuen und genießen können ohne dafür eine Entschuldigung zu suchen. Dann werden wir anderen nicht auf die Nerven fallen
Lass uns selig sein, weil wir uns nicht für unentbehrlich halten. Aber lass uns acht darauf haben, was andere brauchen. Dann werden wir Freude säen.
Lass uns selig sein, weil wir immer besser lernen, die kleinen Dinge des Lebens mit Ernst und die ernsten Dinge mit Gelassenheit zu sehen; Dann werden wir den wahren Wert der Dinge erkennen.
Lass uns selig sein, weil wir fähig sind, anderen zu vertrauen und ihnen mit Wohlwollen zu begegnen, auch dann, wenn vieles dagegen spricht.  Dann wird man uns vermutlich für naiv halten, aber die Nächstenliebe ist nicht billiger zu haben
Bitten wir heute für all die Menschen, die im wahrsten Sinn des Wortes hungern und weinen, die beschimpft und gehasst werden, die man verfolgt und aus Gemeinschaften ausschließt: Menschen verzweifelt und heimatlos: hilf uns zu helfen, wo immer wir helfen können. 

.So bitten wir Dich Gott um die Gabe einander gut zu sein und gut zu tun – damit Dein Reich Hier und Jetzt kommen kann. Wie es Jesus gelebt hat. Amen




Montag, 9. September 2019

Fürbitten 10.9. EINANDER GUT TUN - auch das ist Berufung



10.9.2019 Lk.6.12 auf die Menschen zugehen

Drei Dinge sind es, über die heute im Evangelium berichtet wird. Jesus betet die ganze Nacht – Jesus wählt 12 Jünger aus, seine engen Gefolgsleute - und Jesus geht zu den Menschen, um ihnen gut zu tun. Jesus bleibt also nicht in der religiösen Versenkung – immer geht er danach wieder auf die Menschen zu.  „Es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“, heißt es heute wörtlich im Evangelium. Letztlich ist es eine Berufung, die uns allen anvertraut ist: Einander gut zu tun. Bitten wir heute

Dass wir gerne tun, was wir füreinander tun - dass wir uns nicht „aufopfern“

Dass wir uns nicht krampfhaft etwas Gutes auflasten, sondern die richtige Situation erkennen können

Dass wir so helfen, wie es dem Anderen guttut und nicht wie wir glauben, dass es sein soll

Dass wir keine Gegenleistungen für unser „Gut-sein“ erwarten

Dass wir Menschen nicht nur „betreuen“, sondern ihnen vor allem Mut machen und Selbstvertrauen geben

Dass wir Menschen nicht von uns abhängig machen, wenn wir helfen

Dass wir aber auch „Nein“ sagen können, wenn uns manchmal Aufgaben zu schwer sind
so bitten wir guter Gott, dass auch von uns „eine Kraft ausgeht“, die heil macht, die Kraft Jesu, die nicht verwundet und zerstört. In seinem Namen lass uns heute unsere Aufgaben erfüllen. amen

Sonntag, 8. September 2019

Fürbitten 9.9. FREIHEIT leben



9.9.2019 Lk.6.6 Jesus heilt wieder am Sabbat 

Einmal mehr führt Jesus die bösartigen Spitzfindigkeiten der Theologen seiner Zeit ad absurdum. „Ist es erlaubt am Sabbat Gutes zu tun, statt Böses – ein Leben zu retten, statt es zu Grunde gehen zu lassen“ fragt Jesus die Pharisäer. Sie sind wütend, weil Jesus sich einmal mehr über das strenge Sabbat Gesetz hinwegsetzt und in der Synagoge einen Mann heilt, dessen Arm gelähmt ist. Jesus will auch uns in die Freiheit der Liebe Gottes führen, dorthin, wo wir nicht mehr ängstlich auf Gesetze schauen müssen, sondern als einzige Leitschnur Liebe und Barmherzigkeit haben. So bitten wir

Dass auch wir nicht ängstlich auf Vorschriften schauen, vor allem dann nicht, wenn Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen

dass wir für uns selbst nicht unsicher an Äußerlichkeiten festhalten, an leer gewordenen Gewohnheiten

dass wir uns nicht hinter Vorschriften und Autoritäten verschanzen, dass wir nicht zu bequem oder zu feig für eine Entscheidung sind

Dass wir immer wieder überlegt und bewusst selbst entscheiden

dass wir unserem Gewissen vertrauen, in der jeweiligen Situation das Richtige zu tun

dass wir nicht „fromm“ sind, weil es „Pflicht und Vorschrift“ ist, sondern dass wir, so gut es eben geht, immer aus Liebe heraus leben und handeln

Du guter Gott, hilf uns, immer besser die Freiheit anzunehmen, die uns geschenkt ist. Im Vertrauen auf Jesus gehen wir unseren Weg. Du wirst gut machen, was wir nicht vermögen, darauf vertrauen wir und danken wir dir.Amen

BUBEN 17 Wie es so GEHT????

Oh, sie fragen "Wie es so geht?"
"Das ist aber aufmerksam.
Warum wir Buben so lange nichts über uns erzählt
haben? Ob es Streit gibt?"
Ach, was glauben sie denn!!
Kaum war der Urlaub vorbei - ja, sie erinnern sich
richtig: "Ischia" - ja also, kaum war der Urlaub vorbei -
was glauben Sie, was es da daheim an Stress gibt.
Zuerst einmal muss man alles, alles wieder
herräumen, was einem im Urlaub an Spielsachen
gefehlt hat .....ach was sage ich "Spiel" Sachen - es geht doch um ganz ernste Dinge. Mein Bruder und ich sind fast täglich im Feuerwehr-Einsatz. Rundherum brennt es - Katzen müssen aus brennenden Wohnungen gerettet werden
mein Bruder ist der Oberbrand-Meister, und ich
düse mit dem Auto hinterher. Die Mama kann da nur rufen "seid's nicht so wild, nicht so wild, Buben" - aber bei solchen Einsätzen muss es schnell gehen ....
Nach dem Schachspielen hat mein Bruder jetzt

das Kartenspielen entdeckt - UNO , aber nicht mehr die Ausgabe für die Babys, sagt der
Arthur....mit der Mama spielt er schon in aller Früh - und ich, na was glauben sie, ich mische vorher schon die Karten ... freilich, ein bißchen feucht sind die dann,
ich prüfe die Karten natürlich, indem ich sie auf ihre Echtheit abkaue ... aber stört das jemand?
Ja, also kaum ist dann das Kartenspiel in der Früh vorbei, da
muss mein großer Bruder in den Kindergarten. Jetzt ist er schon bei den großen Kindern, da fühlt er sich gleich als Ober Boss. Ich aber kann daheim ganz schnell noch alles aufessen, was noch vom Frühstück übrig geblieben ist. ESSEN ist nach wie vor meine große Leidenschaft. Da staunt die Mama immer noch, wie sehr ich jeden Bissen genieße! Alles, alles, alles möchte ich ausprobieren. Immer öfter merke ich doch, dass mir noch sooo viele Köstlichkeiten vorenthalten werden - jetzt habe ich doch gerade erst entdeckt, dass die Geschäfte, wo ich mit der Mama hingehe, voll sind mit ESSBAREN SACHEN.  Alles, alles - na ja fast alles, könnte man ESSEN - dort könnte ich mich den ganzen Tag aufhalten .... 

Aber wissen sie, wo ich heute mittag gelandet bin????
Sie werden es nicht erraten. Im Wiener Stadtpark - GENUSS MESSE
Beim Kursalon Hübner - ich sage Ihnen !!!!! 
Kööööstlichkeiten ohne Ende .... 

Die Mama behauptet zwar , ich sei todmüde und mir müssten doch jederzeit die Augen zufallen -    ha, da irrt sie sich aber gewaltig ....ich will mich da jetzt ordentlich durchkosten... Nützt gar nix, wenn die Eltern jetzt ein Ablenkungs-Manöver starten -  bitte, die setzen mich da zum Spielen in den Kies...freilich, normalerweise spiele ich begeistert mit den kleinen Steinchen ...  aber HEUTE - HEUTE und JETZT wirklich nicht!!! Im halben Stadtpark riecht es so köstlich ....also nix wie zurück ans Buffet.  

Oh,vor lauter Aufregung komme ich jetzt gar nicht mehr dazu, auf Ihre Frage zu antworten.
WIE ES SO GEHT????
Oh, ES GEHT sich herrlich!!! 
Schon habe ich meine  ERSTEN SCHRITTE allein gemacht ....
Das Leben ist einfach ein Fest - 
Fortsetzung folgt!!!!







Samstag, 7. September 2019

Fürbitten Sonntag 8.9. Was LEBEN alles braucht



8.9.2019 wer nicht mein Kreuz trägt ..  Lk.14.25

„Wenn jemand zu mir kommt, muss er alles verlassen, wer nicht mein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein“  Schrecken solche Jesu Worte, wie die heute im Evangelium,  nicht ab? Wer kann schon so radikal leben? Aber auch Menschen, die gar nicht religiös sind, wissen nur zu gut: "Das Leben ist kein Zuckerschlecken". So ist es eben: immer wieder sind wir mit Schwerem konfrontiert, müssen wir unangenehme Situationen durch stehen. Wir Christen haben es mit dem Blick auf Jesus vielleicht sogar leichter. Wir können viel Vertrauen mobilisieren, auch den Mut, den es braucht jeden Tag wieder an dem Platz zu sein, wohin uns das Leben gestellt hat. Bitten wir, dass Gott uns all das gibt, was wir brauchen – 
auch um Jesus nachzufolgen. Bitten wir

um die Begeisterung, auch nach Rückschlägen immer wieder neu anzufangen 
Komm heiliger Geist

um einen langen Atem und Geduld für alles, was vor uns liegt

um Gelassenheit, dass wir auch Enttäuschung und Misserfolge wegstecken können

um Humor, dass wir uns selbst nicht so ernst nehmen

um Durchblick, dass wir sehen, was wirklich wichtig ist und wofür es sich lohnt, sich einzusetzen

um Zähigkeit, dass wir an einer Sache dranbleiben, wenn wir von ihr überzeugt sind

um Großzügigkeit, dass wir auch andere in unsere Projekte mit einbeziehen

um Unerschrockenheit, dass wir uns auch Phantasie und Visionen leisten

um eine weniger dünne Haut, dass wir mit Kritik positiv umgehen lernen

um Freude, Freude, Freude: an allem was wir tun, denn nichts ist schlimmer, als nur
Durchhalten, Pflicht erfüllen und die dinge „hinter sich bringen“


Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Mut zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass es keine Sackgassen im Leben gibt und dass wir dir rückhaltlos vertrauen dürfen. So bitten wir im Namen Jesu. amen.

Freitag, 6. September 2019

Fürbitten VORSCHRIFT ist VORSCHRIFT?



7.9.2019 Ja darf man denn das? Lk. 6.1

Immer wieder läuft die Diskussion, die Jesus mit den strengen Gesetzeslehrern und Pharisäern führt, auf die Frage hinaus: „Ja darf man denn das?! In der heutigen Evangeliumsstelle geht es darum, ob man am Sabbat Weizenkörner in der Hand zerreiben darf, um sie dann zu essen, weil man hungrig ist. Die Diskussion erscheint uns lächerlich und doch geht es auch heute in der Kirche oft darum: "wie streng muss man sich an alte Vorschriften halten, dürfen sie gelockert werden, darf man sie abändern, darf man auf die heutige Lebenswelt und Realität eingehen"? „Nein“, sagen die streng Gesetzestreuen: es muss auf Strich und Punkt bleiben, wie es immer war und über hunderte Jahre festgeschrieben ist. Jesus sieht es anders. Immer steht der Mensch im Mittelpunkt, immer muss sich alles in der jeweiligen Situation entscheiden, Gott braucht keine sinnentleerten Rituale, nicht das Einhalten von sturen Vorschriften. Gott will unsere Liebe u Hingabe, alles andere ist unwichtig, dient vielleicht nur unserer eigenen Befriedigung. So bitten wir

Dass wir uns das von Jesus abschauen:
sein Eingehen und sein Zugehen auf die Menschen, ohne Angst vor sturen Regeln

Dass wir uns das von Jesus abschauen:
Den klaren Blick auf das Not-wendige, auf das, was in der momentanen Situation Not-wendet

Dass wir uns das von Jesus abschauen
Dass wir für uns selbst herausfinden was richtig oder falsch ist
dass wir keine Angst davor haben, eigenständig und kritisch zu denken

Dass wir uns das von Jesus abschauen:
dass wir nicht hängen bleiben an Vorschriften und Ritualen,
sondern dass wir eine persönliche Beziehung zu Gott suchen

Dass wir uns das von Jesus abschauen
dass wir unsere Entscheidungen nicht treffen, weil sie vorgeschrieben und „Pflicht“ sind
sondern dass wir mit unserem Leben und unserer Liebe dahinter stehen

dass wir uns das von Jesus abschauen:
dass Gott keine Verbotstafel in unserem Leben ist, sondern ein Hinweisschild für Freude
und Freiheit und Zuversicht


Du guter Gott. Um wie viel größer bist du, als wir es uns vorstellen können. Du nimmst uns an, mit all unserem Suchen, mit allen Zweifeln. Du willst unsere Freude und unsere Sehnsucht, du willst unsere Liebe und schenkst dich uns in Freiheit. Dafür danken wir dir im Namen Jesu, Amen.

Donnerstag, 5. September 2019

Fürbitten 6.9. Alles NEU - nicht nur im Mai



6.9.2019 Lk.533 Neuer Wein gehört in neue Schläuche
"Neuer Wein gehört in neue Schläuche", sagt Jesus heute im Evangelium. Nichts muss bleiben, wie es ist, immer kann alles NEU werden, können wir NEU anfangen, können wir Anders sein, als bisher! Wie sehr bräuchten wir in unserer Gesellschaft gerade jetzt einen solchen Mut zum neu Denken und neu Handeln. Papst Franziskus wünscht sich das auch für die Kirche, und stößt dabei auf Widerstand in den eigenen Reihen. So bitten wir

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, gerade in der Kirche sollte man es bei Altem belassen und Konflikte vermeiden

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, dass man lieber keine Fehler riskieren soll

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, dass es besser ist, sich aus allen Diskussionen herauszuhalten

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, die Menschen und die Zeiten würden immer schlimmer

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, wir sollten uns nur um unsere privaten Probleme kümmern

Dass Neues möglich wird
auch wenn viele meinen, man soll sich besser vor Enttäuschungen schützen

Dass Neues möglich wird
gerade dann,wenn wir selber meinen: „ICH bin halt wie ICH bin, und da kann man auch nichts mehr ändern“ – du guter Gott, dann ÄNDERE DU UNS

So bitten wir, Gott gib uns immer wieder Kraft und Mut, neu anzufangen. Krempel uns um, mach uns lebendig, auch wenn es manchmal weh tut. Im Vertrauen auf Jesus suchen wir unseren Weg und deinen Willen. Amen