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Mittwoch, 20. Juni 2018

Fürbitten 21.6. Beten ist nicht plappern



21.6. 2018 Mt.6.7 Vater unser
In den Evangelien der vergangenen Tage gibt Jesus eine Menge ganz klarer, sehr radikaler Verhaltensregeln. Das beginnt beim Ehebruch: hier beginnt die Sünde schon „in Gedanken“ – und führt bis zur Feindesliebe „nicht mehr Aug um Aug“ darf hier gelten, wie es die alten Gesetze sagen: Jesus Forderung geht weiter: Liebt eure Feinde.
Heute geht es um das beten. Plappert nicht, sagt Jesus, es kommt nicht auf die vielen Worte an – Jesus gibt uns das „Vater unser“  

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt: 
hilf uns auszuhalten, dass es so vieles im Leben gibt an Ungerechtigkeit, Schmerz, Verzweiflung – – hilf uns anzunehmen, worauf wir keine Antwort finden.  
Christus höre uns....

Dein Reich komme:
hilf uns spüren, was wir gerade heute und Jetzt tun sollen -  lass uns nicht aufhören um Frieden zu beten und in unserem kleinen Alltag dein Reich der Versöhnung zu leben

dein Wille geschehe
Lass uns immer wieder JA sagen zu vielem, was wir in unserem persönlichen Leben nicht verstehen können, was uns unerträglich und sinnlos erscheint. Hilf uns, zu vertrauen und die richtigen Entscheidungen zu treffen

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen:
hole unsere Gesellschaft heraus aus der Oberflächlichkeit und Hartherzigkeit, aus Gier und Geiz und Korruption. Lass uns selbst Menschen sein, die gerne teilen aber gib uns auch all das, was wir selbst an Zuwendung, Anerkennung und Liebe  brauchen – wie ein Stück Brot. 

und erlaß uns unsere Schulden,
hilf uns heraus aus allem, womit wir uns selbst das Leben schwermachen, vergib uns die Sünden der Trägheit und der Gleichgültigkeit
bitten wir auch, dass ehrlich um Frieden gerungen wird, um Anständigkeit in Politik und Wirtschaft

denn auch wir vergeben jedem, der in unserer Schuld steht:  
lass uns Menschen sein, die anderen das Leben leichter und erträglich machen, dass wir Gutsein und Vertrauen in unsere Familien und Gemeinschaften bringen, dass wir verzeihen können und Konflikte entschärfen

und hilf uns IN all unseren Versuchungen
bewahre uns davor mutlos zu sein, gekränkt, verbittert, nachtragend. Bewahre uns vor Neid und Eifersucht und vor jeder Lieblosigkeit. Bewahre uns vor Resignation, Pessimismus und Hoffnungslosigkeit.

um all das bitten wir mit den Worten Jesu – und Tag für Tag bitten wir um Frieden,
um Hilfe für alle Menschen in Krankheit, Gefahr, in der Verfolgung und auf der Flucht.
Hilf du guter Vater .Amen


nicht vom Wetter reden, aber

Foto Samya Hamieda Lind

.....Freundin Irmgard eine Stimme verleihen, die von Tag zu Tag grantiger wird -
Ja, sie ist keine Freundin der heißen Tage, weiß aber, dass es nix nutzt, dagegen zu "wettern".
Was sie aber auf die Palme treibt, ist die Art und Weise, WIE Wetter präsentiert wird.

"…… spätestens mit dem zusammenfassenden satz: alles in allem badewetter; 
vom 'flotten blick auf den 15-tage-trend' ganz zu schweigen. 
und wehe, der zeigt keine tendenz zum 30-er. 
was kann ich mir überhaupt unter einem 'flotten blick' vorstellen?
Meint man/frau vielleicht:
badewetter für alle menschen, die in spitalszimmern ohne klimaanlage liegen,
badewetter für alle menschen, die im freien und in nichtklimatisierten 
räumen arbeiten müssen,
badewetter für alte und kranke menschen, die ihre überhitzten wohnungen 
nicht mehr verlassen können,
badewetter für die menschen, die infolge wiederholter unwetter ihr 
gesamtes hab und gut verloren haben und mit aufräumungsarbeiten 
beschäftigt sind,
badewetter für die einsatzkräfte und (ehrenamtlichen) helfer in diesen 
regionen
badewetter für bäuerinnen und landwirte in den gegenden, wo es 
wochenlang nicht geregnet hat, und die all ihre kräfte mobilisieren 
müssen, um von der ernte zu retten, was es noch zu retten gibt,
badewetter für ....
 
wenn wir schon kein 'normales' wetter mehr mit vier jahreszeiten zu 
erwarten haben, dann bitte zumindest einen 'neutralen wetterbericht'."
 
Irmgard Czerny



Dienstag, 19. Juni 2018

Fürbitten 20.6. bloß nicht sich selbst etwas vormachen



20.6.2018 Mt.6.1  Hütet euch vor der Scheinheiligkeit

Fast nichts ist so schwierig, wie sich selbst auf die Schliche zu kommen. Herauszufinden, was meine wirklichen Beweggründe sind, wenn ich dieses oder jenes tue. Was nach außen hin gut aussieht, muss manchmal gar nicht von so edlen Motiven getragen sein. Seid ehrlich zu euch selbst sagt Jesus. „Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen“. Wie oft tun wie etwas, nur um bewundert oder gesehen zu werden? So bitten wir heute :

behüte uns davor
dass wir selbstgefällig, selbstverliebt und selbstgerecht sind

aber behüte uns auch
dass wir nicht verunsichert, geduckt und voller Skrupel sind

behüte uns davor
dass wir uns nicht zu wichtig nehmen und glauben, ohne uns geht es nicht

aber behüte uns auch
damit wir aber sehen können, wie WICHTIG und unersetzbar wir sind – auch ohne jede Extra Leistung

behüte uns davor
dass wir nur vor anderen „so tun als ob“, um Lob und Anerkennung einzuheimsen

aber behüte uns auch
dass wir aber auch nicht selbstquälerisch sind und an dem Guten zweifeln, das wir tun

behüte uns davor
dass wir uns nicht elegant und mit besten Argumenten vor ungeliebten Aufgaben drücken

aber behüte uns auch
dass wir uns nicht mehr aufbürden lassen, als für uns gut ist

behüte uns davor
dass wir uns mit guten Vorsätze und Absichten verbissen und lustlos abplagen

aber behüte uns auch
damit wir in allem, was wir tun oder lassen,  die Freude und Dankbarkeit suchen
dass wir alles in Liebe an ein gutes Ziel bringen

Du guter Gott: behüte uns vor dem traurigen Gesicht, vor der inneren Trostlosigkeit, vor allem frommen Leistungsdenken, mit dem wir nur anderen imponieren wollen. Lass uns dich
in aller Aufrichtigkeit und Einfachheit und vor allem in Liebe suchen. Amen

Das Zimmer leeren

Foto Samya Hamieda Lind

"Alles vergessen. Fenster öffnen. Das Zimmer leeren.
Der Wind durchbläst es. Man sieht nur die Leere, man
sucht in allen Ecken und findet sich nicht"

Franz Kafka

Im Pensionistenheim, in das ich regelmäßig gehe, leben auch Alzheimerpatienten.
Viele von ihnen, so sehe ich, sind gar nicht alt. Ich habe keinen Kontakt mit ihnen, ich weiß
nicht, wie ihre Krankheit sie verändert hat.
Dieses "sich vergessen" wünsche ich mir nicht
Und dennoch möchte ich mich immer mehr vergessen.
"Das Zimmer leeren" -
Wie angeramscht sind meine drei Zimmer - was für ein Genuss müsste es sein,
irgendwo ganz neu einzuziehen: "leere Zimmer"
Wie würde ich sie jetzt gestalten?
Wie leer könnte ich sie belassen?


Fürbitten 19.6. manches scheint unmöglich



19.6.2018 Mt.5.43 ich aber sage euch...liebt eure Feinde...

„Liebt eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen“ – das ist es was Jesus heute im Evangelium fordert – und aus unserer Sicht ist es wohl völlig unrealistisch. Es ist nicht einmal so leicht seinen Nächsten zu lieben – wie soll man seine Feinde lieben. Für die beten, die gemein sind, 
die einem schaden?  Was bietet Jesus als Rezept? „Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“  Kann das eine Gebrauchsanleitung für den Alltag sein?
Legen wir Gott heute all das hin, was weh tut – möge ER es in seiner Vollkommenheit verwandeln.  Halten wir bei jedem Gedanken Stille

Gott schau hin auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Gewalt
Wie sollte man die Verursacher und Verantwortlichen für Krieg und Terror lieben

Gott schau hin auf all das, was Menschen einander antun
Wie kann man denen verzeihen, die andere benützen, ausbeuten, quälen

Gott schau hin auf die Aggressivität und Gier im Alltag, Überfälle, Brutalität, Hass, Morde
Wie sollen wir um gehen mit den Tätern

Gott schau hin, auf so viel soziale Ungerechtigkeit, schau hin, auf die Satten und auf die Übersatten – wie sollte man die lieben, die auf Kosten anderer leben

Gott schau hin auf das, was mir persönlich weh tut, auf meine Kränkungen, Verletzungen
Viel hat sich schon angesammelt

Gott schau hin, wie ich mich plage, die Hand zur Versöhnung auszustrecken
Wie ich mich plage zu lieben und zu verstehen


Gott schau hin, bitte schau hin auf unsere Hilflosigkeit, auf unsere Zerrissenheit, auf unsere Unfähigkeit. WIR selbst, WIR aus uns selbst heraus können unsere Feinde nicht lieben – aber LIEBE DU IN UNS, lass Christus in uns wachsen, dass wir aus seiner Kraft das Unmögliche wenigstens versuchen, heute und morgen. Wir danken dir dafür Amen




Montag, 18. Juni 2018

nicht suchen, es ist schon da

Foto Samya Hamieda Lind

Das Mysterium findet im Hauptbahnhof statt

Josef Beuys

Darauf warten, dass sich das Besondere nur irgendwo Besonders abspielt, ist Illusion.
Alles ist nur Hier und nur Jetzt
Wenn mir "die Erleuchtung" nicht beim Küche putzen kommt, kommt sie nie
Nicht das Außergewöhnliche suchen, einfach tun, was zu tun ist






Sonntag, 17. Juni 2018

Fürbitten 18.6. GEWALTFREI - die pure Illusion?



18.6.2018  Mt.5.38 GEWALTFREI Leistet dem, der euch Böses antut, keinen Widerstand
                
 Die Welt scheint immer gewalttätiger zu werden. Eine Spirale der Gewalt, der wir als Einzelne hilflos gegenüberstehen. Schon vor mehr als 3.000 Jahren, so erzählt die Geschichte aus der jüdischen Bibel heute, sind gerechte Menschen unter die Räder gekommen, sind Opfer von Habgier und Gemeinheit geworden. Sind also Jesu Forderungen der absoluten Gewaltfreiheit nicht pure Sozialromantik?  „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin,“ hören wir heute im Evangelium und  „Leistet dem, der euch Böses antut, keinen Widerstand "
SO zu leben, schaffen wir das auch nur ansatzweise für uns persönlich? Darum bitten wir heute aus ganzem Herzen:


WEIL wir uns dagegen wehren, dass wir angesichts vieler Ungerechtigkeiten
auch noch die zweite Wange hinhalten sollen
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken -  wir bitten dich erhöre uns

WEIL wir nicht die Dummen sein wollen im Beruf, im Alltag, zu Hause
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken -

WEIL wir uns nicht sehenden Auges ausnützen lassen wollen
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken –

WEIL wir das Gefühl haben, so oft zu kurz zu kommen
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken –

WEIL wir nicht geben wollen, ohne nicht auch selbst etwas zu bekommen
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken –

WEIL wir so schnell nach Strafe rufen, für alle, die sich etwas zuschulden haben kommen lassen
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken –

WEIL wir immer wieder glauben, wir sind halt wie wir sind, und können uns auch nicht
Mehr ändern
Hilf uns wenigstens HEUTE anders zu denken –

Du guter Gott, du weißt wie begrenzt unsere Liebe ist – hilf uns heute, wenigstens einmal oder zweimal über unseren Schatten zu springen, und ANDERS zu denken, ANDERS zu fühlen, ANDERS zu reagieren als wir es von uns selbst gewöhnt sind. Krempel du uns um, wir bitten dich um deinen heiligen Geist.Amen

Arthur am Sonntag 68 Oh Gott oh Gott

ja im Nachhinein ist vieles lustig.
Im Nachhinein lacht die Moa.
Aber in dem Moment, als es passiert: da vergeht
ihr das Lachen gründlich.
Es ist einer der ganz heißen Tage - schon zu
Mittag war die Moa schusselig unterwegs.
Erst bei der U Bahn - als der Zug schon einfährt -
merkt sie, dass sie die Wohnungsschlüssel für den
Arthur, ihr Geld und ihren Jahresausweis vergessen hat.....
also zurück, die Stiegen hinauf...zum Radl ...grr bis
das Schloß entsperrt ist - dann so schnell wie möglich
zurück zur eigenen Wohnung ....wieder retour ....
Aber letztlich alles kein Problem.
Der Arthur steht ja nicht verloren auf der Straße, der Arthur wartet im Kindergarten...alles prima.
Wenig später sind wir in
der Arthur Wohnung - wie immer zieht sich dort die Moa gleich "das schöne Gwand" aus - und schlupft in das Bequemere, naja schon etwas schäbigere outfit.
Macht die Moa gerne, (das hat man früher wohl so gemacht, wenn man heimkommt: "Komm Kind, zieh das schöne Gwand aus...") Also kurz gesagt: die Moa ist
nicht so bekleidet, dass das "Respect in the Office" auslösen würde. " Nun will die Moa den Mist entsorgen,
der Arthur will dazu unbedingt seinen Anton im
Spielzeug Buggy mitnehmen ...da stöhnt die Moa etwas, das verkompliziert die Aktion - und als wir endlich draußen bei der Tür sind -
als die Tür ins Schloß fällt - und wir beim Lift stehen;
da erst wird der Moa bewusst
"Oh Gott" - den Wohnungsschlüssel nicht eingesteckt.
Das heißt: ganz so dumm ist die Moa ja nicht, natürlich hat
sie einen Schlüssel eingesteckt, ehe sie mit dem Arthur die Wohnung verlässt: nur leider ist es der Schlüssel
zur Moa Wohnung daheim
"Oh Gott oh Gott" sagt die Moa
erschrocken ist auch der arme Arthur samt Anton
"Moa ....."
"Nein nein mach dir keine Sorgen" sagt die Moa
Sie weiß, ausnahmsweise sind die Nachbarn zu Hause (weil leider zwei kranke Kinder) - und an dieser Türe läutet jetzt die Moa
und bittet inständig, dass die liebe Julian Mama doch bitte die
Arthur Mama in der Kanzlei anrufen möge...
denn: natürlich hat die Moa auch kein handy eingesteckt -
dazu dieses schreckliche outfit .....  Leiberl schon ein bissl löchrig, eine bunte Hippie Hose.....
Da lehnt sich der Arthur an den Türstock der Nachbarn und sagt unüberhörbar
OH GOTT  OH  GOTT  OH  GOTT
Jessas "um Himmels willen" denkt sich die Moa,
ganz bewusst lässt sie doch jede Erwähnung
von "GOTT" aus .....aber offensichtlich entschlüpft ihr der liebe Gott doch im spontanen Sprachgebrauch.
Oh Gott  oh Gott!!!!
Als die Wohnungs-Schlüssel Geschichte ihr
happy end findet - weil ein Angestellter aus
der Kanzlei in Windeseile zu Fuß aus der nahen Börse einen Ersatz Schlüssel bringt ...
als Arthur und Moa also wieder erleichtert
in der Wohnung gelandet sind (zuvor allerdings vor dem Haustor auf den jungen Mann gewartet
haben und die Moa schaut ja aus...na ja....man hätte ihr auch einen Euro geben können ....)
Also, als alles sein gutes Ende hatte, da fragt plötzlich der Arthur
Was heißt "oh Gott" Moa,,,was heißt das"
Ja, was sagt da jetzt die Moa: Soll sie sagen "NIX heißt das"

Nein, das will die Moa auch nicht.
Ihr ist ja Gott nahe - glaubt sie fest.
Das wäre dem Arthur gegenüber auch
unfair, ihm jetzt keine Antwort zu geben...
also versucht, versucht es die Moa
Weiß du, sagt sie, ich glaube, dass
es jemand gibt, der uns behütet und der
auf uns achtet und den ich um etwas bitten
kann, wenn ich mich gerade hilflos fühle ....
(Gleichzeitig weiß die Moa, wie viele Menschen nicht behütet sind, wie viel nicht gut im Leben ausgeht, wie viel Leid es gibt....)
"Gott ist das schwierig!!!"
Nein ich kann es dir nicht wirklich erklären,
sagt die Moa schließlich,  "Du sollst nur einfach darauf vertrauen, dass es immer (??) eine gute Lösung gibt."
Aber der Arthur nimmt das genauer: Was heißt "Gott"?.
Ich kann es dir einfach nicht erklären sagt die Moa.
Man kann nicht erklären, was Gott ist
Man sieht ihn ja nicht, er lebt nicht wie wir"
"Wie tote Motte"? fragt Arthur.
Ja Gott WIE WAS?
Eigentlich passt das genau zur heutigen Geschichte im
Sonntagsbuch der Moa. "Wir gehen unseren Weg
glaubend - nicht schauend" heißt es da.
Die Moa "glaubt" - und kann doch keine Worte dafür
finden. GOTT, das hat für die Moa nichts mit einer
Religion zu tun - GOTT IST einfach (für die Moa)
Und das passt zur zweiten Geschichte im Sonntagsbuch.

Da wird Gott auch nicht erklärt- da heißt es nur,
vielleicht ist es wie mit einem, der einen Samen sät -
und alles in Ruhe wachsen lässt
Lass dich wachsen - hab keine Angst
"Schau", sagt jetzt die Moa zum Arthur
"ich glaube GOTT heißt für mich: Hab keine Angst"
Klar hat auch die Moa TROTZDEM
immer wieder ANGST
und vermutlich sagt sie dann eben, ohne viel nachzudenken
Oh Gott  oh Gott -
aber gleichzeitig vertraut die Moa dann auch, dass es schon
irgendeine gute Lösung geben wird.....
Ein bissl wirr kommen die Erklärungen der Moa
dem Arthur sicher vor
Aber das mit der Angst versteht er
"Anton, hab keine Angst" - 
sagt er doch immer wieder zu seinem Baby
"Hab keine Angst, ich bin ja da"


Tja,
deshalb ist der Anton auch ein so unerschrockener Bursche
Der Arthur ist ja immer für ihn da




hallo, so schau doch endlich genau hin

Foto Samya Hamieda Lind

Der amerikanische Trappistenmönch, Dichter und Mystiker Thomas Merton traf einmal einen
Zen Novizen, der gerade sein erstes Jahr im Kloster beendet hatte.
Merton erkundigte sich, was der junge Mann in dieser Zeit gelernt habe:
Klarheit des Geistes? Verändertes Bewusstsein? Erleuchtung gar?
Der junge Mann schüttelte den Kopf:
Er habe im ersten Jahr gelernt, eine Tür zu öffnen und zu schließen.

Lorenz Marti  "Wie schnürt ein Mystiker die Schuhe"

Ich kann mich oft nicht mehr erinnern, was ich vor 10 Minuten gemacht habe.
Keine Ahnung, welches Fernsehprogramm ich mir vor 2 Tagen angesehen habe.
Unlängst mit dem kleinen Arthur sperre ich uns beide aus der Wohnung aus, weil ich
ohne zu denken den Schlüssel drinnen liegen lasse.
Der genau Titel des Buches, das ich eben lese? So irgendwie etwas ...mit Freunden?
Der Schriftsteller ist Eshkol Nevi - oh nein, ich sehe nach Eshkol Nevo
Und das Buch heißt: "Wir haben noch das ganze Leben"

Wie viel Leben habe ich noch, um es endlich einmal BEWUSST zu leben?

Samstag, 16. Juni 2018

Fürbitten Sonntag 17.6. alles muss erst wachsen - auch Gott in uns






17.6.2018  Das Gleichnis vom Senfkorn Mk.4.26

Wie ist das mit dem Himmel, wie soll man sich den Himmel vorstellen? Immer wieder gibt Jesus uns dafür Bilder und Gleichnisse. Das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn, sagt Jesus heute – und das Senfkorn ist etwas Winziges, etwas, das erst wachsen muss – ehe es eine ganz mächtige Pflanze wird. Der Himmel, so können wir uns vorstellen, ist also keine fixe Größe – er wächst. Der Himmel wird größer und größer - in uns und mit uns. Und so wächst auch Gott mit uns und in uns. - bitten wir heute

Lass deinen Himmel immer größer werden für uns, Gott
Dass wir nicht aufhören zu suchen und zu staunen und dankbar zu sein

Lass deinen Himmel immer größer werden für uns, Gott
Dass wir dich immer besser in allem erkennen, was ist und was an uns geschieht

Lass deinen Himmel immer größer werden in uns, Gott
Dass wir nicht glauben, wir wüssten schon alles über dich

Lass deinen Himmel immer größer werden in uns, Gott
Dass wir endlich verstehen, dass er die Heimat von uns Allen ist

Lass deinen Himmel immer größer werden in uns, Gott
Dass wir auch heute wieder ein Stück mehr hineinwachsen können in deine Wirklichkeit und Liebe

„Glaubend gehen wir unseren Weg – nicht schauend“, schreibt Paulus. So bitten wir guter Gott, lass uns wachsen wie das kleine Senfkorn, und wachse DU in uns, bis wir DICH sehen dürfen, von Angesicht zu Angesicht. So bitten wir im Namen Jesu Amen

noch schnell...

noch schnell ...
alles erledigen?
Je öfter ich es versuche, desto mehr "erledigt" bin ich.
Jetzt versuche ich es anders
Ich lasse mir bewusst Zeit.
JETZT
Ja, ich versuche sogar alles ein bissl langsamer zu machen
Vielleicht nur eine Sekunde langsamer
Ich kann sowieso niemals alles erledigen
ich will nicht so oft "erledigt" sein.
Ob ich es dagegen schaffe, 
einfach
mit ganzem Herzen das tun, was ich tue? 

Freitag, 15. Juni 2018

Fürbitten 16.6. JA sagen, NEIN sagen - es ehrlich meinen

Foto Elisabeth Arzberger

16.6.2018  Mt.5.33  Jaja neinnein


„euer Ja sei Ja...euer Nein, sei Nein: alles andere stammt vom Bösen“, hören wir heute Jesus im Evangelium sagen.  Jesus, der so liebevoll, gütig und nachsichtig sein kann, er wirkt manchmal hart und kompromisslos. Warum sollte man seine Meinung nicht ändern dürfen, nicht umdenken können? Fordert Jesus nicht sogar immer wieder zur Umkehr auf, auch sie braucht ein Umdenken? Aber hier scheint es Jesus vermutlich mehr darum zu gehen, dass wir als Menschen klare Verantwortung übernehmen – und nicht im Namen Gottes herumreden und sogar schwören. Lasst Gott in Ruhe und tut das, was richtig ist, scheint Jesus zu sagen - 
so bitten wir

Lass uns bei den Entscheidungen in unserem Leben eine klare Linie finden ohne stur zu sein

gib uns den Mut herauszufinden, was nach unserem eigenen Gewissen falsch oder richtig ist.

Lass uns Menschen sein, die Verantwortung für sich und andere übernehmen, lass uns dann entschieden Ja sagen

Hilf uns aber auch, klar und deutlich NEIN zu sagen, wenn wir uns überfordert fühlen

Zeige uns, wo in unserem Leben Entscheidungen anstehen, die wir treffen müssen, auch wenn sie uns schwerfallen und anderen vielleicht weh tun.

Gib uns die Kraft, wenn es notwendig ist, auch gegen den Strom zu schwimmen

gib uns aber auch die Fähigkeit, umzudenken, auf andere Argumente einzugehen, auch eine andere Perspektive zu sehen

Du guter Gott, jeden Tag wieder müssen wir Entscheidungen treffen, brauchen wir Mut und Klugheit, um das Richtige zu tun. Hilf auch Papst Franziskus mit den notwendigen Reformen in der Kurie und in der Kirche.  Sei du an unserer Seite, so bitten wir im Namen Jesu
Amen



SALE - alles muss raus

Foto Samya Hamieda Lind

Du musst leer werden dessen, 
womit du gefüllt bist
auf dass du gefüllt werden kannst mit dem
dessen du leer bist

Augustinus

Donnerstag, 14. Juni 2018

Fürbitten 15.6. sich nichts vormachen - STOP sagen



15.6.2018 Mt.5.27 manchmal muss man radikal sein
                
Die Bibelstelle heute klingt hart und brutal. „Wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus – und wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann haus sie ab“ Nein, das ist nicht wörtlich gemeint, aber es meint doch eine radikale Entscheidung. Man muss erst gar nicht etwas Böses tun, das Böse geschieht schon vorher, im Denken. Und genau dort müssen wir auch beginnen, es zu verhindern
In Gedanken, - dann in Worten und in Werken –

bitten wir heute, dass wir vor allem ehrlich zu uns selbst sind und uns nicht einreden, etwas „gut zu meinen“, wenn es für einen selbst oder andere gar nicht gut ist

dass wir entschieden loslassen können, wenn uns etwas nicht gut tut, dass wir uns keine faulen Kompromisse einreden

dass wir merken, wenn sich schon in Gedanken etwas Quälendes oder Böses zusammenbraut
dass wir herausfinden aus manchem Gedanken Karussell, das niemandem hilft und uns in endlosen Selbstgesprächen nur verrückt macht 

dass wir Gedanken nicht aussprechen, wenn wir wissen, dass sie andere verletzen werden
dass wir zuerst UNS selbst ändern wollen, ehe wir es von anderen verlangen

dass wir nicht zu stolz sind, Fehler einzugestehen: auch uns selbst gegenüber
dass wir die Richtung ändern, wenn wir uns „verrannt haben

dass wir aber trotzdem gelassener mit unseren eigenen Fehlern und denen der anderen umgehen

Bitten wir für alle Menschen, die aus verzweifelten Gedanken nicht herausfinden und letztlich Schreckliches tun

um all das bitten wir dich, guter Gott, damit wir immer besser loswerden, was uns innerlich belastet und unfrei macht. Wir bitten durch Jesus unseren Bruder.Amen

Erleuchtung bringt auch nichts, oder?

Foto Samya Hamieda Lind

eine buddhistische Geschichte
Ein Meister wird von seinem Schüler gefragt: "Was hat dir die Erleuchtung gebracht?"
Der Meister sagt: "Bevor ich erleuchtet war, war ich oft betrübt.
                                Nachdem ich nun erleuchtet wurde, bin ich immer noch betrübt"

Anthony de Mello. "Die Fesseln lösen"

"religiös" zu sein, heißt nicht, dass man sich Leidvolles ersparen kann.
Alles bleibt, wie es ist - man kann es nur von Mal zu Mal anders betrachten.anders annehmen