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Mittwoch, 13. November 2019

Fürbitten 14.11 Leben wie im Himmel-Reich



14.11.2019 Lk.17.20 Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch

Es könnte eine Frage sein, die man jederzeit auch uns Christen stellt: „Also wo ist euer Reich Gottes, von dem ihr dauernd sprecht?“ Im Evangelium gibt Jesus heute auf genau diese Frage eine Antwort: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann nicht sagen: hier ist es oder dort ist es: Das Reich Gottes ist vielmehr schon mitten unter euch“. Woran aber soll man es erkennen, dieses Reich Gottes? Unsere Welt ist immer noch voll Konflikte, voll Leid, alles Leben endet mit dem Tod. Vielleicht sind wir, in unserem kleinen Alltag, aufgerufen, etwas von diesem Reich Gottes sichtbar zu machen. Bitten wir, dass wir wenigstens ein wenig von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes ausstrahlen

Lass uns heute ganz bewusst freundlich und geduldig sein

Lass uns heute ganz bewusst anderen Fehler nachsehen und großzügig sein

Lass uns heute ganz bewusst auch an uns selbst nichts herumnörgeln

Lass uns heute ganz bewusst selbst Freude empfinden und sie weitergeben

Lass uns heute ganz bewusst dankbar sein, auch für Kleinigkeiten

Lass uns heute ganz bewusst gelassener mit Schwierigkeiten umgehen

Lass uns heute ganz bewusst alles ein wenig langsamer und bewusster angehen

Lass uns heute ganz bewusst auch uns selbst Freude machen

So bitten wir, lass uns „Reich Gottes“ immer bewusster Heute, Hier und Jetzt erfahren und lass uns selbst Reich Gottes leben, wenn es uns gelingt, Liebe zu geben. Amen

Dienstag, 12. November 2019

Fürbitten 13.11 DANKBARKEIT macht das Leben leichter



13.11.2019  Lk.17.11 10  Dankbarkeit, Aussätzige

Von der Dankbarkeit handelt heute der Text im Evangelium – von der Fähigkeit, zu erkennen, dass man beschenkt worden ist – und dass man dafür von Herzen DANKEN darf. Das Evangelium berichtet von 10 Männern, die an Aussatz leiden und von der Gesellschaft ausgesondert worden sind - Jesus ist voll Mitleid und heilt sie, aber letztlich kehrt nur einer der Geheilten um, um DANKE zu sagen. Wofür sind WIR dankbar?
Bitten wir, dass wir immer besser lernen, von ganzem Herzen dankbar zu sein

dass wir dankbar sind: für jeden neuen Tag, für jedes neue Beginnen, für Arbeit und Sorgen, für Freude und immer wieder neue Hoffnung
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

dass wir dankbar sind: weil wir so sind, wie wir sind: mit allem was wir gut können und auch mit all dem, was nicht so gut gelingt
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

dass wir dankbar sind: für alles, was uns umgibt. Die Lebendigkeit dieser großen Stadt,
die vielen Möglichkeiten Gutes zu genießen, auch Gutes zu tun
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

und dass wir dankbar sind: für die Menschen mit uns und um uns. In unserer Gemeinschaft,
in unserer Familie, am Arbeitsplatz, dass wir erkennen können, wie wichtig sie für uns sind
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

dass wir dankbar sind: auch für all das, was wir nicht verstehen können, Enttäuschung, Traurigkeit, Krankheit, Schmerzen und Tod:   
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

Inständig bitten wir vor allem auch um Frieden.  Frieden für die vielen gequälten Menschen in den Krisengebieten dieser Welt. Hilf uns helfen Gott, wenigstens mit unseren Gebeten
Gott wir loben dich – wir preisen dich – wir danken dir

So bitten wir guter Gott: hilf, dass wir unsere Dankbarkeit auch weitergeben. Gib uns offene Augen und offene Hände für die Not Anderer.  Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herren und Bruder, der mit uns lebt und liebt, heute und alle Tage. Amen

Montag, 11. November 2019

Fürbitten 12.11 einfach tun, was zu tun ist



12.11. 2019  Lk.17.7 wir haben nur unsere Schuldigkeit getan

„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Der Mohr kann gehen“. Das ist ein berühmtes Zitat aus einem Drama von Friedrich Schiller. Im Evangelium heute lesen wir es ähnlich und es darf uns ruhig empören. Im Gleichnis, das Jesus erzählt, ist es ein Gutsherr, der seine Knechte rundum zur Arbeit anhält und sie wissen lässt: Erwartet bloß keinen Dank, ihr habt nur eure Schuldigkeit getan. Auf soziale Umstände dürfen wir das nicht umlegen, das wäre mehr als empörend  – aber vielleicht sagt uns dieses Jesus Gleichnis für unser religiöses Leben etwas anderes: Berufe dich nicht auf Verdienste oder Opfer, tu einfach was deine Pflicht ist, gegenüber dem Leben und gegenüber deinen Nächsten. Gott ist uns nichts „schuldig“. So bitten wir heute

Dass wir nicht glauben, wir könnten uns religiös „Verdienste erwerben“,

dass wir nicht glauben, der Himmel stünde uns auf Grund unserer Frömmigkeit zu

dass wir nicht versuchen mit Gott abzurechnen und Leistungen von uns aufzurechnen

dass wir uns nicht Opfer auferlegen, um besser vor Gott dazu stehen

dass wir immer besser lernen, das Leben einfach anzunehmen, wie ist. 
Diesen Tag, gerade heute, und was immer er uns bringen wird

dass wir erkennen, dass wir tatsächlich dem Leben gegenüber eine Schuldigkeit haben: 
nämlich Freude und Dankbarkeit für jeden neuen Tag

Guter Gott, vor dir sind wir keine Sklaven, die du schikanierst. Du willst, dass wir in Freiheit unser Leben annehmen und dass wir aus der Kraft und der Freude unseres Glaubens heraus, unserer Welt und unseren Mitmenschen dienen, so gut wie es können. So bitten wir im Namen Jesu Amen



Sonntag, 10. November 2019

Fürbitten 11.11 Hl.Martin - da oben leuchten die Sterne, da unten leuchten wir



11.11.2019 Hl.Martin
Es ist eine Legende und sagt doch viel aus. Kinder lieben die Geschichte besonders. 
Die Geschichte vom Teilen. Der römische Soldat Martin hat eigentlich nichts, was er verschenken könnte - aber für einen Bettler teilt er spontan das, was er am Körper trägt: 
er schneidet seinen Soldaten-Mantel in zwei Teile. Im Grund hat wohl jeder von uns die Erfahrung gemacht, dass Teilen einem selbst gut tut, dass es froh macht. Und trotzdem sind wir immer wieder knausrig. Oft weniger mit Geld, als mit unserer Zuwendung. Denken wir auch an den Satz von Erich Kästner : Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Bitten wir heute

lass uns großherzig sein - mit der Zeit und der Zuwendung, die wir anderen geben

lass uns großherzig sein - mit der Geduld, die wir immer wieder brauchen

lass uns großherzig sein  - mit dem Vertrauen, das wir einander schenken

lass uns großherzig sein  - mit dem „einander-gut-tun“ und verzeihen können

lass uns großherzig sein - mit der Kraft, die wir in unseren Alltag investieren

lass uns großherzig sein - mit der Freude, die wir weiter geben wollen

lass uns großherzig sein - mit dem Humor, an den Tagen, wo manches nicht so gut läuft

lass uns großherzig sein  - mit der Liebe, auch für uns selbst

Du guter Gott. Du willst ALLES – und Du willst, dass wir ALLES von Dir erwarten.
Nimm uns die Angst, im Leben zu kurz zu kommen. Schenk uns ein weites Herz, dass wir sehen, was andere brauchen und dass wir bereit sind, zu geben, was wir geben können. So wie Jesus gelebt hat, unser Bruder, in seinem Namen bitten wir dich, Amen

Samstag, 9. November 2019

Fürbitten Sonntag 10.11 Ein Leben VOR dem Tod



10.11.2019 Lk.20.27  Gott ist kein Gott der Toten

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und wie wird dieses Leben  aussehen? 
Wenige Tage nach Allerseelen stellen uns die Lesungen heute die Frage: woran glauben wirklich? Können, wollen wir an ein Leben NACH dem Tod glauben? Im Evangelium wird Jesus von Skeptikern einer Auferstehung nach dem Tod sarkastisch gefragt: „Wer wird denn dann mit wem im Jenseits zusammenleben, wenn zb. eine Witwe mehrere Männer hatte?“  Jesus lässt sich auf eine solche Debatte erst gar nicht ein. Seine Antwort:  
"Gott ist kein Gott der Toten, Gott ist ein Gott der Lebenden“   So bitten wir heute

Gott, 
komm DU als Gott des Lebens
Komm überall dorthin wo Menschen krank sind,
eingeschränkt in ihren Möglichkeiten, voll Unruhe, 
voll Zweifel und voll Angst vor dem vielen Unbekannten

komm DU als Gott des Lebens an den Ort
unserer Krisen und Niederlagen
dass wir nicht den Mut verlieren
dass wir immer wieder neu auferstehen,
aus allem Scheitern und aus allem Versagen    

komm DU als Gott des Lebens
dass wir dich in allem erfahren können was uns begegnet
in den frohen und in den schweren Stunden
dass wir lebendig sind und ein offenes Herz haben
für die Sorgen und Freuden der Menschen ums uns

komm DU als Gott unseres Lebens
komm besonders zu den Neugeborenen –
zu ihren Müttern und Vätern,
dass das Leben der Kinder gelingt
segne ihre Schritte ins Leben

komm als Gott des Lebens
sei DU an der Seite aller, die Abschied nehmen müssen
neige dich über alle, die heute sterben werden
und bewahre in deinem ewigen Leben alles,
was du geschaffen hast

In der Nacht vom 9.auf den 10 November 1938 haben in ganz Österreich und Deutschland die Synagogen gebrannt, wurden fast alle jüdischen Bethäuser zerstört. Es war der Auftakt zum Holocaust. Bitten wir für alle die DAMALS schuldig geworden sind, für die Täter und die Mitläufer – bitten wir als Christen um Verzeihung für christlich motivierten Antisemitismus und bitten wir, dass wir heute wachsam bleiben in der Abwehr von Fremdenhass und Rassenhass.

So bitten wir – Gott des Lebens – Amen


Freitag, 8. November 2019

Fürbitten 9.11.2019 KIRCHE: bitte mehr MUT



9.11.2019 Weihetag der Lateranbasilika
Es mag etwas verstaubt anmuten, wenn heute in der Kirche das Fest einer Basilika gefeiert wird, die schon im Jahr 324 nach Christus geweiht wurde. Die Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche, sie führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“ und wurde von Kaiser Konstantin errichtet. Er verfügte Religionsfreiheit im ganzen Reich und unter seiner Herrschaft wurde das Christentum die privilegierte Religion. Eine einschneidende Zäsur für die Christengemeinden, die zuvor unter Verfolgungen gelitten hatten. Die durch Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte wiederholt restauriert. und schließlich der 9. November als Kirchweihtag der Basilika festgelegt. Bitten wir heute
Dass wir Christen dankbar sind, wenn wir in Ländern wohnen, wo unsere Religion anerkannt und geachtet ist - bitten wir für alle Christen, die in vielen Teilen der Welt nach wie vor unter Verfolgung leiden
Bitten wir um Aufrichtigkeit und Loyalität Papst Franziskus gegenüber und um eine Verkündigung in der Kirche: die die Menschen wieder verstehen, und die zu einer angstfreien und vertrauensvollen Gottesbeziehung führt

bitten wir um einen mutigen Erneuerungsprozess in der Kirche, der nicht ängstlich auf das schaut, was verloren gehen kann, sondern wo man sich mutig auf ein neues Denken und neue Strukturen einlässt

bitten wir um eine Kirche, die dankbar ist für kritisches Denken auch in den eigenen Reihen, wo es Raum gibt für Initiativen und Mitentscheidung, auch der Laien, zum Beispiel bei Bischofsernennungen.

Bitten wir um Maßnahmen gegen den Priestermangel, um die Weihe auch verheirateter Männer und bitten wir, dass wiederverheiratete Priester ohne Amt nicht abseits stehen müssen, während es rundherum zu wenig Priester gibt und Pfarren zusammengelegt werden müssen

bitten wir auch um mehr Mut und Entscheidungsfreudigkeit, was die Weihe von Frauen betrifft, wenigstens als Diakoninnen. Noch immer wird das Thema auf die lange Bank geschoben

bitten wir um eine Kirche, deren Stimme weltweit gehört wird, weil Christen mitmenschlich und solidarisch leben, dass wir als Christen teilen und mit offenen Armen leben können, im kleinen und im weltweiten Bereich

So bitten wir dich guter Gott, dass wir selbst einen guten Weg mit der Kirche gehen, lass uns immer besser verstehen, dass wir alle „Kirche“ sind und hilf uns, den Auftrag zu leben, den wir von dir bekommen haben. Wir bitten im Namen Jesu. Amen

Donnerstag, 7. November 2019

Fürbitten 8.11 Das "ungerechte" Geld - es nützlich machen




 8.11.2019 Lk.16.1  Der untreue Verwalter

Im Evangelium erzählt Jesus heute das Gleichnis vom unehrlichen Verwalter. Dieser Mann korrigiert bei den Schuldnern seines Herren Schuldscheine nach unten, um sich nach seinem Hinauswurf aus der Verwaltung wenigstens mit diesen Leuten gut zu stellen. Eigentlich geht es da ja wohl um Betrug, aber was will Jesus UNS damit sagen?  Vielleicht soll es heißen: mach etwas Vernünftiges mit deinem Geld, sofern du genug davon hast. So bitten wir:


Dass wir dankbar sind, wenn wir von dem, was wir selbst mehr als genug haben, anderen etwas abgeben dürfen

Dass wir Hilfesuchende nicht als Bedrohung empfinden, sondern als eine Chance für uns,
mit unserem Geld Gutes zu tun

Dass wir anständig und korrekt bleiben, wenn es um Geld und Vermögen geht
bitten wir dabei auch für Papst Franziskus und sein Bemühen um saubere vatikanische Geldgeschäfte

bitten wir, dass wir niemand übervorteilen und niemand ausbeuten, indem wir das Billigste suchen
Dass wir bescheiden leben, aber keine rastlosen Schnäppchenjäger sind

Dass wir uns im Zweifel für das „Weniger“ oder den „Verzicht“ entscheiden
Dass wir uns aber auch nicht krank sparen und kleinlich sind

Dass wir Geld als etwas ansehen, mit dem man Gutes tun kann, 
Anderen – aber, in Maßen, auch sich selbst

Bitten wir für das soziale Klima in unserem Land, für einen gerechten Ausgleich zwischen denen, die viel haben und denen, die es nicht so gut schaffen 

Du guter Gott, lass uns die richtige Einstellung zu finden zwischen dem, was wir zum Leben brauchen und dem, womit wir Anderen im Leben dienen können. Darum bitten wir durch Jesus, der sein Leben mit uns geteilt hat. Amen



Mittwoch, 6. November 2019

Fürbitten 7.11. vom SUCHEN und FINDEN



7.11.2019 Lk.15.1 wenn einer hundert Schafe hat
 
Es ist ein berühmtes Jesus Zitat: „Wenn jemand 100 Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die 99 in den Bergen zurück und geht und sucht das verirrte Schaf?“  Kein Aufwand ist dem Hirten zu groß, um das EINE verloren gegangen Schaf wieder zu finden. Ein Gleichnis, mit dem Jesus sagen will: Kein Aufwand ist Gott zu groß, um uns nach zu gehen, um uns immer wieder nachzugehen … um uns zu finden, um uns nach Hause zu holen  Aber auch wir selbst sollen wie gute Hirten sein, so bitten wir

dass wir alle Mühe auf uns nehmen, und auch schwierigen Menschen nachgehen

dass wir niemand als „hoffnungslos“ abschreiben

dass wir immer wieder einen Vorschuss an Vertrauen geben

dass wir Geduld, Geduld, Geduld haben

dass wir aber auch Geduld mit uns selbst haben

dass auch wir uns '“finden“ lassen, wenn wir uns verrannt haben

dass wir nach vorne schauen können und nicht in alten Wunden wühlen

dass wir in der Gewissheit leben, dass Gott uns immer – von überall her - heimholen wird, wenn wir es nur wollen

und hören wir nicht auf um Frieden zu bitten und um Rettung für all die Menschen, die aus der Sicherheit ihres Lebens gerissen worden sind  

Du guter Gott, wenn du wie ein Hirte dem kleinsten verlorenen Schaf nachgehst – dann wirst du auch uns finden, wenn wir uns verrannt haben. Erbarme dich über alle, die in Not sind und rette sie. So bitten wir im Namen Jesu, Amen. Amen

Dienstag, 5. November 2019

Fürbitten 6.11. zur Liebe verpflichtet



6.11.2019  Lk.14.25 Röm.13.8 Kreuz tragen heißt: lieben

„Wenn jemand zu mir kommt, muss er alles verlassen - wer nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet, kann nicht mein Jünger sein.“ Was fangen wir mit solchen radikalen Forderungen an? Schrecken solche Jesu Worte nicht ab? Meint Jesus wirklich, dass wir mutwillig alles hinter uns lassen sollen? Jesus nachfolgen heißt zuallererst: bedingungslos lieben. Die 1.Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer sagt es ganz unmissverständlich: „…zur gegenseitigen Liebe seid ihr stets verpflichtet“. Manchmal wird es da zu Konflikten und Verzichten kommen. Jesus nennt es:  „Sein Kreuz auf sich nehmen“ - Aber immer geht es um die Liebe, nicht um ein verkrampftes Opfer. So bitten wir heute

um die Liebe, die einen langen Atem und Geduld für alles hat

um die Liebe, die uns immer wieder neu anfangen lässt

um die Liebe, in der wir auch Misserfolge und Kränkungen wegstecken können

um die Liebe, in der wir andere annehmen, wie sie sind

um die Liebe, in der wir das wirklich Wichtige und Entscheidende erkennen

um die Liebe, in der wir dir bedingungslos vertrauen

um die Liebe, die uns frei macht von uns selbst

ja, wir bitten um die Liebe, in der wir keine „Opfer“ bringen, sondern annehmen, was jeder Tag mit sich bringt, auch der Heutige

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Mut zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass es keine Sackgassen im Leben gibt und dass wir dir rückhaltlos vertrauen dürfen. Das bitten wir dich durch Jesus, mit dem wir auf dem Weg sind. amen.

Montag, 4. November 2019

Fürbitten 5.11 GOTT muss Freude machen



5.11.2019  Lk.14.15 Gleichnis vom Hochzeitsmahl

Im Evangelium hören wir heute das Gleichnis „vom Hochzeitsmahl“. Ein Herr, damit ist Gott selbst gemeint, lädt zu einem großen Festessen – aber keiner der Eingeladenen will kommen. Jeder hat einen anderen Grund, abzusagen. Am Ende lässt der Gastgeber die Krüppel, Blinden und Lahmen von der Straße holen, damit sein Haus voll wird. Auch wir haben jeden Tag viele und sicher auch gute Gründe, warum wir nicht so viel Zeit in Gott investieren können. Vielleicht liegt das Haupt-Problem einfach darin, dass Gott uns mehr Verpflichtung und Last ist, als Freude und Entspannung. Für Letzteres fände man leichter Zeit und würde sich dabei wohlfühlen. Wer mag schon, wenn er ohnehin im Stress ist, noch eine Gottes“-Verpflichtung auf sich nehmen. Bitten wir heute darum

Dass Gott uns keine lästige Verpflichtung ist, sondern seine Nähe wie ein Fest, 
auf das wir uns freuen

Dass wir hören, wenn Gott uns einlädt, auf vielfältige Weise, auch heute wieder - 
und dass wir gerne kommen

Dass wir Zeit mit Gott als „gewonnene“ Zeit empfinden

dass uns die Suche nach Gott nicht langweilt, sondern glücklich macht

Dass wir unser Leben mit Gott als Erleichterung empfinden und nicht als Last

Dass Gott keine Verbotstafel in unserem Leben ist, sondern ein Hinweisschild für
Dankbarkeit und Freude   

Dass wir immer besser lernen, uns selbst Gutes zu tun und Gott auch darin zu erkennen


So bitten wir dich guter Gott, hilf uns dich zu lieben und dich in allem zu sehen, was
unser Leben gut und weit macht. Dass wir die Freude an dir weitergeben können, Heute und morgen und so lange wir leben.Amen

Sonntag, 3. November 2019

Fürbitten 4.11 großzügig sein - und selbstlos



4.11.2019 Lk.14.12 nicht auf GEGEN-SEITIGKEIT

Ja, auch DER Versuchung erliegen wir bisweilen: wir sind großzügig und entgegenkommend, weil wir insgeheim und unbewusst das auch von unserem Gegenüber erwarten. Man macht ein Geschenk und weiß, dass man ja irgendwann auch beschenkt werden wird. Oder der andere sich anderswie erkenntlich zeigen wird…. Aber genau SO sollen wir nicht handeln, sagt Jesus heute im Evangelium. „Lade Arme, Krüppel Lahme und Blinde ein“, die, die dir nichts zurückgeben können. So bitten wir heute

lass uns großzügig und selbstlos sein, wenn Menschen unsere finanzielle Hilfe brauchen
wenn wir Zeit und Zuwendung geben sollen

lass uns großzügig und selbstlos sein, wenn es darum geht, Anderen einen Platz in unserem Land einzuräumen, auch Fremden eine Chance zu geben  

lass uns großzügig und selbstlos sein, mit der Geduld, die wir füreinander aufbringen müssen,
mit dem Vertrauen, das wir einander geben

lass uns großzügig und selbstlos sein - mit der Kraft, die wir in unsere Arbeit investieren
mit der Freude, auch an diesem Tag, die wir teilen sollen

lass uns großzügig und selbstlos sein – wenn es darum geht zu verzeihen und fremde Schuld wirklich nicht mehr aufzurechnen  

lass uns großzügig sein - mit dem Humor, an den Tagen, wo manches nicht so gut läuft
lass uns großzügig sein - mit der Liebe, die wir auch für uns selbst aufbringen sollen


Du guter Gott. Du willst ALLES – und Du willst, dass wir ALLES von Dir erwarten.
Nimm uns die Angst, im Leben zu kurz zu kommen. Schenk uns ein weites Herz, dass wir sehen, was andere brauchen und dass wir bereit sind, zu geben, was wir geben können.  So wie Jesus gelebt hat, unser Bruder, in seinem Namen bitten wir dich, Amen

Samstag, 2. November 2019

Fürbitten Sonntag 3.11 auch eine Geschichte von der NEUGIERDE



3.11.2019 Lk.19.1. Der neugierige Zachäus  31.S Jk C 

Neugierde kann durchaus etwas Gutes sein – und Begegnungen können Menschen radikal verändern.Das Evangelium erzählt heute fast schmunzelnd die Geschichte von einem Mann, der zwar reich ist, (vermutlich kein ganz „sauberes“ Geld) der aber körperlich so klein ist, dass er aus der Volksmenge heraus nichts sieht. Er aber will den Rabbi Jesus sehen – Zachäus heißt der Mann – und darum steigt er, der besseren Sicht wegen, voll Neugier auf einen Feigenbaum. Von dort winkt ihn Jesus herunter. „Ich will mich von dir einladen lassen, komm schnell!“ Allein, dass sich Jesus bei einem nicht gut beleumundeten Mann einlädt, hat die Frommen zur Zeit Jesu aufgeregt. Aber es geht auch um die Neugierde, die oft auch heute schnell verurteilt wird. Jesus aber gefällt diese Neugierde – und wir sollten uns fragen: Wie neugierig sind wir überhaupt noch auf Jesus. Machen wir uns Mühe, ihn besser zu sehen? Gibt es Dinge gibt, die uns vielleicht die Sicht auf Jesus verstellen?   Bitten wir heute

dass wir, wie Zachäus, immer wieder „auf den Feigenbaum klettern“, um besser zu sehen,
was Gott von uns will - Dass wir nicht stecken bleiben in Selbstzufriedenheit und Selbstgewissheit

dass wir gerade in der Routine unseres Alltags immer wieder innehalten, dass wir immer wieder bereit sind, uns auf Neues einlassen

dass wir ein Leben lang im positiven Sinn neugierig bleiben, dass wir Mühen auf uns nehmen,
um auch Gott immer wieder neu zu erfahren

dass die Begegnung mit Jesus auch in unserem Leben immer wieder NEUES auslöst, Veränderung möglich macht

dass wir wie Zachäus auch unser Haus und uns selbst für Gott und Andere offen halten

dass wir – wie es Jesus Zachäus gegenüber getan hat – auch Anderen die Chance geben, sich zu ändern und neu anzufangen

und bitten wir, dass wir selbst durch abweisendes Verhalten niemand die Sicht auf Jesus verstellen

Du guter Gott, Du begegnest uns in allen Situationen unseres Alltags. Hilf uns neugierig zu bleiben, offen für Neues. Dass wir auch dir immer wieder neu in unserem Alltag begegnen, auch heute wieder.

Freitag, 1. November 2019

Fürbitten ALLERSEELEN



2.11.2019 Allerseelen

Wir Menschen sehnen uns so sehr nach einem guten Leben. Die meisten von uns wollen nicht viel mehr, als Zufriedenheit und Glück. Aber immer wieder ist es der Tod, auch die Angst vor dem Tod, wo wir an eine Grenze stoßen. Wie sinnvoll kann ein Leben sein, an dessen Ende unweigerlich der Tod steht? So kommen wir mit unserer Sehnsucht zu Dir, Gott und rufen:
Guter Gott, sei DU unser Leben – wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten für die Menschen in unseren Familien, die gestorben sind – so viel verbindet uns mit ihnen – manche sind viel zu früh gestorben, der Schmerz tut immer noch weh
Guter Gott, sei DU unser Leben....

Wir bitten für unsere verstorbenen Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten, mit denen uns ein Stück Weg und der Dank für gemeinsame erfahrene Lebensfreude verbinden.

Wir bitten für alle, die ein Kind verloren haben. Für all die Kinder, die nie geboren wurden, Kinder, die tot geboren wurden, Kinder ,die keine Chance hatten, erwachsen zu werden.

Wir bitten für die Kinder, Frauen und Männer, die auf der der Suche nach Sicherheit und einem neuen Leben den Tod finden. Wir bitten für alle Opfer von Terror, Gewalt, Krieg und Naturkatastrophen.

Wir bitten für die Schwerkranken und Sterbenden, für alle, die Angst vor dem nahen Tod haben und für die, die ihren Tod herbeisehnen – und wir bitten für uns selbst, dass wir dem Tod gelassen und in der Hoffnung auf Auferstehung entgegensehen

Wir bitten für alle, denen heute schon Lebensfreude und Kraft abhandengekommen ist, für alle, die sich „wie tot“ fühlen, die keine Freude und keine Dankbarkeit empfinden können
Und wir bitten für uns selbst, dass wir jeden Tag wieder dankbar sind für dieses kostbare Leben

Du Gott des Lebens, du kennst unsere Sehnsucht nach Freude und Liebe. Schenke uns immer wieder Menschen, die uns aufrichten und lass uns selbst Menschen sein, die anderen ein Trost in schweren Zeiten sind. Gib uns das Vertrauen, dass Jesus mit uns auch über die Schwelle dieses Lebens gehen wird. Amen

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Fürbitten ALLERHEILIGEN Der Himmel beginnt mit uns - Heute und Jetzt



1.11.2019  Mt 5.1 die Seligpreisungen   Magna Charta der Christen

Sie gehören zum Herzstück der Verkündigung Jesu: die Seligpreisungen. Heute, am Tag Allerheiligen, hören wir den Text aus dem Matthäusevangelium.  Frère Roger Schutz, Gründer und lebenslanger Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé hat einmal gesagt: "Lebe das Evangelium – lebe, was Du verstanden hast – und sei es auch nur ein einziger Satz!" Wenn jede, jeder von uns nur versuchte, einen Satz dieser Seligpreisungen ernst zu nehmen, dann könnte das Leben, wenigstens rund um uns, anders aussehen:   so bitten wir

Lass, dass wir uns weniger wichtig nehmen, im eigenen „arm sein vor Gott“. Lass uns großzügig sein mit allen, die unsere Zuneigung, unser Verständnis und unsere Vergebung brauchen.  
Gott unseres Lebens:   wir bitten dich erhöre uns

lass uns im eigenen „traurig sein“ die Schmerzen und Ängste der Anderen spüren. Dass wir im Mitfühlen und im Mitleiden dort zupacken, wo Hilfe gebraucht wird. Nimm uns aber auch die Angst davor, selbst schwach zu sein - lass, dass wir uns helfen lassen

lass uns Frieden stiften lass uns zu einem Stück Frieden beitragen, an unserem Arbeitsplatz, zu Hause, im Umgang mit anderen. Dass wir einander nicht mit Ungeduld und Rechthabereien das Leben schwer machen. Dass wir im Umgang miteinander das Gemeinsame und nicht das Trennende suchen. Dass wir in Konflikten ehrlich sein können dass wir auch Kritik aushalten,  dass wir nachgeben können und großherzig sind 

lass uns die Gewaltlosigkeit leben.
in einer Gesellschaft, wo man Ellbogen, Beziehungen, Durchschlagskraft und viel Egoismus braucht, um ganz vorne zu sein. Hilf uns ein Klima zu schaffen, in dem sich Menschen ohne Angst und Druck entfalten können

lass uns Sehnsucht haben nach dem was wir Gerechtigkeit nennen. Dass die weniger Tüchtigen nicht unter die Räder kommen, dass es genug Zuwendung für Behinderte, Kranke und Alte gibt, dass wir den Fremden ein Lebensrecht hier einräumen, und dass wir selbst ohne Eifersucht und Neid Anderen Erfolg und Gutes gönnen. 
                                                                                         
lass uns barmherzig sein, großzügig, nicht nachtragend, bereit, den 1.Schritt zu tun, mit offenen Augen für das, was Anderen guttut. Lass uns aber auch barmherzig sein mit uns selbst, wenn wir immer wieder an unseren eigenen Ansprüchen  scheitern                                                   

Lass uns "ein reines Herz haben“ lass uns sanftmütig" sein, dass wir Vorurteile ablegen, dass wir niemanden abstempeln und verurteilen, dass wir nicht immer schon alles im Vorhinein wissen, dass wir Menschen immer wieder eine neue Chance geben, dass wir immer zuerst an das Gute im Anderen glauben wollen                                                                                                    

Du guter Gott, so bitten wir um den Mut, dass wir uns im Geiste Jesu Tag für Tag, immer wieder, um einen neuen Himmel und eine neue Erde bemühen. Denn der Himmel beginnt mit uns - HEUTE und JETZT.  Amen  

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Fürbitten 31.10 REFORMATION braucht es immer




31.10.2019 Reformationstag - im Gedenken an Martin Luther  

Es soll am Tag vor Allerheiligen gewesen sein, im Jahr 1517, als der katholische Mönch und Theologe Martin Luther seine 95 Reform-Thesen zur Reform der Kirche an die Tür zur Schloßkirche in Wittenberg nagelte. Luther hatte seine Überlegungen zuvor in Briefform mehreren geistlichen Würdenträgern und Bischöfen zugesandt. Erst als diese nicht reagierten, kam es zum öffentlichen Thesenanschlag – wobei es historisch um die genauen Umstände ein paar Fragezeichen gibt. Wie die Geschichte aber letztlich ausgegangen ist, wissen wir - noch heute, nach mehr als 500 Jahren!!!!, ist die Kirchenspaltung in den offiziellen Gremien nicht überwunden, wenn auch zum Glück schon längst unter vielen Christen. Für unsere evangelischen Freunde ist der Reformationstag jedenfalls ihr größter kirchlicher Feiertag. Bitten auch wir heute mit Gedanken Luthers und schließen wir die politischen Probleme dieser Tage mit ein

Beten heißt: Gott den Sack vor die Füße werfen. sagt Luther
So bitten wir in diesen Tagen inständig und verzweifelt um Frieden – wir bitten um Heimat und Sicherheit  für all die unzähligen Menschen, die aus den Kriegs-und Krisengebieten der Welt fliehen und eine neue Zukunft suchen - Herr, lass uns alles in deine Hand legen aber lass uns auch in der Herausforderung des Helfens nicht versagen

Anfechtungen, Krisen, sind Umarmungen Gottes. Die Krise ist die notwendige Kehrseite des Glaubens. Wer nicht angefochten wird, kann auch nicht glauben, sagt Luther
So bitten wir für uns selbst, lass uns keine Angst vor Krisen haben. Lass uns auch immer wieder die Durststrecken in unserem persönlichen Leben und so manche Unsicherheiten aushalten. Für unsere europäischen Regierungen bitten wir, dass gerade die, die sich als christlich empfinden, wieder zu einem solidarisches Handeln finden

Die Schwächen der Heiligen trösten uns mehr als ihre Tugenden, sagt Luther
Lass, dass wir uns für unsere eigenen Schwächen nicht genieren, wer weiß, ob mancher Fehler, den wir machen, nicht für Andere hilfreich sein kann. Für die politisch Verantwortlichen bitten wir, dass sie in ihrem Reden und Tun verantwortungsbewusst bleiben und nicht zu einem Klima der Ausgrenzung und des Hasses beitragen 

Das Kreuz setzt dir zu, nicht damit du darunter verkommst, sondern dass du lernst, 
Gott zu vertrauen, sagt Luther
Bitten wir, dass die Menschen, die heute so vieles durchmachen, Kraft und Zuversicht in ihrem Glauben finden – und Hilfe bei uns Christen
Lass, dass wir uns selbst nicht krampfhaft Schweres aufladen, aber das wir tun und aushalten, was immer wieder auf uns zukommt. Bitten wir vor allem, für alle kranken Menschen.

Die Kirche braucht eine Reformation. Diese Reformation ist aber nicht die Angelegenheit nur des Papstes und der Kardinäle. Es ist eine Angelegenheit der ganzen Christenheit, oder noch besser, Gottes allein. Nur er weiß die Stunde der Reformation, sagt Luther
Hilf unserer Kirche, hilf Papst Franziskus auf dem Weg zu Reformen und immer wieder zur Erneuerung festgefahrener Positionen und Gesetze. Hilf auch uns selbst, dass wir nicht in alten Mustern erstarren, sondern immer wieder die neuen Herausforderungen der Zeit an uns erkennen.

So bitten wir in unserem gemeinsamen Glauben im Namen Jesu, Amen