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Mittwoch, 19. Februar 2020

Fürbitten 20.2. nach oben buckeln, nach unten treten



20.2.2020 Jak.2.1   kein Personenkult

Mehr als aktuell ist das, was wir heute in der ersten Lesung hören. Es ist ein Rundschreiben des Apostel Jakobus an jüdische Christengemeinden. Und es geht um das, was man früher einmal Radlfahrer-Gesinnung genannt hat. Nach oben buckeln und nach unten treten. Auch Christen sind davor nicht gefeit. Wohlhabende, angesehene, wichtige Menschen – oder solche, die man für wichtig erklärt – die werden hofiert. Denen werden sozusagen die besseren Plätze angeboten. Die, die man die „kleinen Leute“ nennt, die bleiben bei dieser Einstellung auf der Strecke, spielen keine Rolle, werden oft auch noch ausgegrenzt. Christen, so sagt Jakobus, müssen dezidiert anders handeln. Denn in den Armen und in den Unbedeutenden begegnet uns Christus. So bitten wir heute

Dass wir uns vor jeder Art von Personenkult hüten

Dass eigentlich auch in der Kirche kein Platz sein sollte für „oben“ und „unten“

Dass wir bewusst auf Menschen zugehen, die sonst keine Unterstützer und Lobby haben

Dass wir uns selbst nicht wichtig machen und vordrängen

Dass wir im Alltag rücksichtsvoll und zuvorkommend sind

bitten wir heute ganz besonders für alle, denen man für ihre Dienste in unserer Stadt, in unserem Land gar nicht offiziell dankt:
die Menschen, die unsere Straßen kehren, die den Müll entsorgen,
die Öffis lenken, die mit den Krankenwagen fahren
die in Spitälern und Altersheimen arbeiten
all die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren
für sie alle bitten wir um Kraft und Freude an dem, was sie für uns alle tun

So bitten wir im Namen Jesu amen

Dienstag, 18. Februar 2020

Fürbitten 19.2. mit einem "lachenden Auge" in diesen Tag


19.2.2020  Mk.8.22 Heilung eines Blinden

Gestern im Evangelium waren die Jünger blind für das, was Jesus ihnen zeigen wollte.
Heute in der Markus Erzählung heilt Jesus einen Blinden. Zuerst sieht auch der nur unscharf – da legt ihm Jesus noch einmal die Hände auf: dann sieht der Mann klar und deutlich. Er sieht die Wirklichkeit. Bitten auch wir darum

Lass uns „sehenden Auges“  durch unseren Tag gehen. Dass wir erkennen, was wichtig und weniger wichtig ist, dass wir uns Zeit für uns selbst nehmen, dass wir all die Dinge erkennen können, die trotz mancher Sorgen oder Krankheit gut und schön sind.
                                                                                         
Gib uns „Augen der Vernunft“ dass wir uns nicht von anderen hysterisch machen lassen, dass wir Dinge nüchtern beurteilen können, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen können.                                   

Gib uns „Augen der Nachsicht“, dass wir Fehler nicht dramatisieren, dass wir Anderen immer wieder eine  Chance geben, dass wir gelassen mit allem umgehen
können, was nicht so perfekt ist.                                   

Gib uns „Augen der Geduld“, dass wir von uns selbst nicht mehr verlangen, als wir leisten können, dass wir dankbar sind, für das, was andere geben können,  dass wir in Ruhe die Entwicklung von Dingen abwarten können   Wir bitten dich erhöre uns

Lass uns mit einem „lachenden Auge“ auch in diesen Tag gehen, weil wir uns selbst nicht so wichtig nehmen müssen, weil wir alles von dir erwarten, weil uns die Erfahrung zeigt, dass es auch immer wieder einen guten Ausgang gibt.          

Lass und auch ertragen, wenn es ein „weinendes Auge“  ist an manchem Tag, weil wir Ärger haben, krank sind, weil nie alles so läuft wie es sein soll, dass wir trotz allem immer spüren können, dass EIN gutes Auge auf uns ruht                  
                                                                                       
Vor allem aber bitten wir um „Augen der Liebe“ , dass es nichts gibt, was man nicht verzeihen kann, dass  alles möglich ist, wenn man es nur erhofft, dass wir nichts aufgeben, was uns wichtig ist                                          


Barmherziger Gott, so schenke uns einen guten Blick auf alles in unserem Leben, einen guten Blick vor allem auch auf die Menschen um uns. Das erbitten wir durch Jesus Christus deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn Amen.


Montag, 17. Februar 2020

Fürbitten 18.2. Geduld, Geduld



18.2.2020 Mk.8.14  versteht ihr noch immer nicht

Manche Szenen im Evangelium sieht man direkt vor sich. Heute, da platzt Jesus der Kragen. Er will den Jüngern, mit denen er gerade im Boot unterwegs ist, etwas Wichtiges sagen – und dann merkt er, dass die mit ihren Gedanken ganz wo anders sind. Jesus will vor dem „Sauerteig der Pharisäer“ warnen, die Jünger denken in dem Moment bloß: „Du meine Güte, wir haben zu wenig Brot mitgenommen.“ „Begreift und versteht ihr überhaupt nichts...“ sagt Jesus, vielleicht schüttelt er dabei auch den Kopf. Auch mit uns wird es ihm wohl manchmal so gehen... Danken wir ihm für seine Geduld und bitten wir:

um Geduld und Nachsicht mit uns selbst, weil wir nie ganz so sein können, wie wir es gern hätten

um Geduld und Gelassenheit mit allem was menschelt rund um uns

um Geduld und Großzügigkeit, dass wir Kränkungen wegstecken können

um Geduld und Vertrauen, dass wir anderen immer wieder eine neue Chance geben

um Geduld und Kraft, dass wir es aushalten, wenn die Dinge nicht so sind, wie wir glauben, dass sie sein müssen

um Geduld und Humor, dass wir uns in unseren Gefühlen nicht zu ernst nehmen

um Geduld und einen guten Blick auf Andere, dass wir im Zweifelsfall das Gute sehen

um Geduld immer genug Liebe, dass wir einen langen Atmen in den Krisen unseres Lebens haben


Du guter Gott, hilf uns, geduldig hin zu hören auf das, was Du uns sagen willst,
ja, auch auf das, was uns Andere sagen. Hilf uns auch geduldig hinzuhören auf das, was unsere Seele uns sagen will, damit wir uns selbst besser verstehen. Wir sitzen mit Jesus in einem Boot und wollen ohne Ängste sein, Amen

Sonntag, 16. Februar 2020

Fürbitten 17.2. Warten auf ein Zeichen vom Himmel?




17.2.2020  Mk. 8,11  sie forderten ein zeichen vom himmel  

„Sie forderten ein Zeichen vom Himmel“ hören wir im Evangelium. Sie, das sind die Pharisäer – aber vermutlich hätten wir uns selbst ähnlich verhalten. Da ist einer, der hat für sich den Anspruch quasi im Namen Gottes zu sprechen: ist es da nicht nahe liegend, dass man da irgendeinen Beweis, irgendeinen Beleg dafür will?  Aber geht es uns nicht auch heute so: wie oft hätten wir gerne ein Zeichen vom Himmel, einen Hinweis, eine Rückversicherung in einer kritischen Situation: alles wird gut gehen! So bitten wir heute

dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn gerade nicht alles nach Plan verläuft

dass wir hoffen und vertrauen können - auch wenn Gott nicht gleich Antwort auf alle Fragen gibt

dass wir hoffen und vertrauen können –- auch wenn wir uns bisweilen „wie von Gott verlassen“ fühlen

dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn in manchen Situationen alles dagegen spricht

dass wir hoffen und vertrauen können – auch wenn die Welt nicht so aussieht, als gäbe es einen guten Gott

dass wir hoffen und vertrauen können – und wir erkennen, dass wir den Kinderglauben auf ein festeres Fundament stellen müssen

So bitten wir, wie es im Jakobusbrief heißt, um Ausdauer und Geduld, um Zuversicht und einen langen Atem gerade in den Durststrecken unseres Lebens. Wir bitten im Namen Jesu, Amen

Samstag, 15. Februar 2020

Fürbitten Sonntag 16.2. Sich FREI machen und FREI sein



  


16.2.2020 sich frei entscheiden, aufrichtig sein Mt.5.17 

Jesus geht mit unserer herkömmlichen Moral ziemlich hart ins Gericht: Auch wenn wir uns nach außen hin korrekt und brav geben - entscheidend ist letztlich die innere Haltung. Man muss nicht erst etwas Böses tun, das Böse geschieht schon vorher, im Denken. Oder dort, wo wir uns selbst etwas vormachen. Jesus geht es in diesem Evangeliums Abschnitt vor allem aber auch um die richtige Art und Weise, wie wir leben sollen. Nicht nur stur nach Gesetzen und Ritualen handeln, sondern immer wieder ehrlich um die für mich richtige Entscheidung ringen.  Sooft wir etwas tun, treffen wir ja eine Entscheidung, auch eine Entscheidung bisweilen über gut oder nicht gut. So bitten wir heute

dass wir nicht nur äußerlich korrekt sind, sondern auch dann, wenn uns niemand bei unseren Handlungen zusieht

dass wir ehrlich zu uns selbst sind, dass wir hinterfragen, von welchen Motiven wir uns leiten lassen

dass wir uns nicht einreden etwas „gut zu meinen“, wenn es für einen anderen gar nicht gut ist

dass wir nicht nach Vorschrift handeln, sondern den eigentlichen Sinn in allem suchen

dass wir ehrlich unser Gewissen schärfen, auch wenn wir nie 100prozentig gut sein können

dass wir immer mehr den Mut haben, in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben und selbstbestimmt zu handeln und zu entscheiden

dass wir zu unseren Entscheidungen stehen

dass wir zuerst UNS selbst ändern wollen, ehe wir es von den Anderen verlangen


So bitten wir, guter Gott, dass wir ehrlich auf unser Leben schauen, dass wir uns um das Gute und Richtige bemühen, auch wenn es nicht immer gelingen wird – alles liegt in deiner Hand. Mach du gut, was uns selbst nicht gelingt. Wir bitten im Namen Jesu amen 






Freitag, 14. Februar 2020

Fürbitten 15.2. die Sehnsucht, "satt" zu sein



15.2.2020 Mk.8.1   die Leute aßen und wurden satt   

Im Evangelium hören wir heute, bei Markus, nochmals die Geschichte einer wunderbaren Brotvermehrung. Seit drei Tagen, so heißt es, sind viele Menschen um Jesus versammelt, der nun seine Jünger auffordert, die Leute zu versorgen. Aber es sind nur sieben Brote und ein paar Fische vorhanden – als Jesus das Wenige segnet, können wieder alle auf wundersame Weise satt werden und es bleiben am Ende sogar noch 7 Körbe mit Brot übrig. „Die Leute aßen und wurden satt“ heißt es im Evangelium.  Wir selbst leiden keinen körperlichen Hunger, und doch gibt es eine Sehnsucht danach „satt“ zu sein. So bitten wir heute

Jesus, der du Brot für alle hast
stille du unseren Hunger, unsere Sehnsucht
nach Liebe nach Gemeinschaft, nach Freude und Glück, nach einem sinnvollen Leben  

stille du den Hunger, die Sehnsucht all der kranken Menschen
nach heil sein und gesund sein, nach einem normalen Leben  

stille du den Hunger, die Sehnsucht der alten Menschen
nach Zuwendung, nach Nähe, nach Angenommensein

stille du den Hunger, die Sehnsucht der Jungen
nach Zärtlichkeit, nach Anerkennung, nach einem Beruf der Freude macht u Sicherheit gibt

stille du den Hunger, die Sehnsucht der Menschen
in den Kriegs- und Krisengebieten: den Hunger nach Frieden,
mache Frieden möglich, in diesem entsetzlichen Morden und Sterben

und stille du den Hunger, den nackten Hunger, überall dort
wo Menschen am Notwendigsten Hunger leiden
hilf uns, dass wir helfen, wo wir helfen können,
dass auch wir Hunger stillen – den leiblichen und den seelischen unserer Mitmenschen


Du guter Gott. So groß ist unser Hunger nach Leben. So groß oft unsere Sehnsucht, endlich satt zu sein, genug Liebe zu haben, genug Freude, genug Frieden. Schenk Du uns, was niemand sonst uns geben kann – wir bitten im Namen Jesu . Amen

Donnerstag, 13. Februar 2020

Fürbitten 14.2. ein extra Lächeln an diesem Tag?



14.2.2020  Valentinstag

Schon seit ein paar Jahren ist der Valentinstag auch in der Kirche angekommen. Wir sollen also nicht nur lästern über die große Geschäftemacherei mit diesem Tag - in vielen Pfarren werden heute Liebespaare gesegnet, auch Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft zusammenleben. Das ist schön – aber noch immer gibt es Kirchen-Gesetze, die wiederverheirateten Geschiedenen oder homosexuellen Menschen die Kommunion verweigern.
 – in jedem von uns lebt die Sehnsucht nach Liebe. Bitten wir heute am Valentinstag

dass wir einander ein Extra Lächeln schenken und unsere Umarmung beim Friedensgruß im Gottesdienst voll Wärme und Zuneigung ist

lass uns lächeln, und uns Menschen zuneigen, die heute vielleicht besonders unter
Alleinsein leiden, wie Alte und Pflegebedürftige

lass uns lächeln, und jeden Tag erfahren, dass die Liebe unser Leben weit und groß macht
und ihm immer Sinn gibt

lass uns lächeln, wenn wir die Liebe anderer sehen, dass wir tolerant sind für viele Formen
der Nähe und Zärtlichkeit

lass uns lächeln, und das nicht nur heute und lass uns immer wieder alles tun, um andere zu ermutigen und ihnen Freude ins Leben zu bringen

lass uns lächeln Gott, weil wir auch in dich verliebt sein wollen und nicht nur hier sind, um eine Pflicht zu erfüllen

so bitten wir dich guter Gott, lass uns jeden Tag mehr diese Liebe erfahren, die uns hilft,, dankbar und froh zu sein. Und lass uns diese Freude weitergeben an die Menschen mit uns. Weil letztlich  jeder von uns „Gottes Liebesbrief für diese Welt“ ist, so wie es uns Jesus vorgelebt hat. In seiner Gegenwart leben wir und lieben wir, Amen

Mittwoch, 12. Februar 2020

Fürbitten 13.2. und wenn es noch so aussichtslos scheint ....



13.2.2020  Mk.7.24 die „Ausländerin“ die Syrophönizierin #
   
Können wir uns einen Jesus vorstellen, der kaltherzig und abweisend mit einer bittenden Frau umgeht? Der einen Menschen in Not armselig um Hilfe betteln lässt? Im Markus Evangelium wird jedenfalls heute die Geschichte der Syro-Phönizierin erzählt. Sie, die Fremde unter den Juden bittet Jesus, ihrer Tochter zu helfen. Und Jesus sagt – sinngemäß deb schrecklichen Satz:“ Zuerst müssen die eigenen Kinder satt werden, dann erst kommen die Hunde dran“. Aber  die Frau bleibt hartnäckig und ist schlagfertig: „da hast du schon Recht, meint sie, aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas ab vom Tisch der Kinder“.  Jesus hilft letztendlich natürlich und als die Frau nach Hause kommt, ist ihre Tochter geheilt. Wir sollen diese Geschichte wohl nicht als „Reportage“ aus dem Leben Jesu sehen, sondern als Lehrerzählung, die uns sagt: bleib hartnäckig in deinen Bitten, auch wenn manche Antwort Gottes beim ersten Hinsehen nicht so ausfällt wie du es gerne hättest. Auch wenn es oft aussichtslos scheint – bleiben wir dran mit unseren Bitten: 

bitten wir, dass die neuen schweren Kampfhandlungen in Syrien eingestellt werden, dass dieses leidgeprüfte Land überhaupt endlich zu einem Frieden finden kann

dass es Sicherheit und Zukunft gibt, für die Millionen Flüchtlinge in aller Welt - und dass die, die zu uns kommen, mit Herz und Mut aufgenommen werden
dass die Länder und Politiker Europas in dieser Zeit der großen Herausforderungen zu mehr Zusammenhalt und Solidarität finden – dass man Ernst macht mit einer ernsthaften und radikalen Wende in der Klimapolitik.
bitten wir um gute und gerechte Lösungen für unser Gesundheits -und Pflegesystem. Um eine großzügige und würdige Betreuung alter und kranker Menschen in unserer wohlhabenden Gesellschaft
bitten wir für alle, die niemand haben, der in ihrem Namen bittet und betet.                                     bitten für unsere Freunde und auch für die, denen wir oft lieber aus dem Weg gehen.
und bitten wir für uns selbst, in Tagen der Mutlosigkeit, wenn wir uns enttäuscht und nicht verstanden fühlen - wenn Pläne nicht aufgehen und manches misslingt -  in Zeiten von Krankheit und Hilflosigkeit - bitten wir um Geduld und Vertrauen

so bitten wir, dass wir nicht müde werden, zu bitten und zu betteln, zu warten und zu hoffen. Im Namen Jesu.Amen

Dienstag, 11. Februar 2020

Fürbitten 12.2. Dem Reinen ist alles rein


12.2.2020  Mk. 7.14 rein- unrein

Wieder einmal geht es heute im Evangelium um die Frage: was macht den Menschen rein, was macht ihn unrein. Jesus führt ein langes Streitgespräch mit den Pharisäern, die ihn und seine Jünger immer wieder kritisieren.  Ausgangspunkt sind die strengen jüdischen Speise-und Reinheitsvorschriften. Füt Jesus sind sie nicht sakrosankt, sie sind keine unumstößlichen Gesetze: nichts was von außen in den Menschen kommt, „verunreinigt“ ihn, sagt Jesus – aber vieles was aus dem Menschen heraus kommt, böse Gedanken und Absichten, das macht den Menschen unrein. Dem Reinen ist alles rein, sagt das Sprichtwort... So bitten wir heute

Dass wir uns auch bemühen, in unseren GEDANKEN GUT zu sein
Dass wir auch auf unsere inneren Selbstgespräche achten -  durch sie machen wir uns oft selbst das Leben schwer

dass wir uns ehrlich bewusst machen, was wir denken und wie wir fühlen und dass wir uns bemühen gegenzusteuern, wenn wir merken, dass es für andere aber auch für uns selbst nicht GUT ist

dass wir uns auch vor Gedanken schützen, die uns mutlos, depressiv und antriebslos machen

dass wir aufmerksam für das sind, was wir mit ungutem Reden anrichten können

dass wir nicht ängstlich wie Kleinkinder an Vorschriften und Äußerlichkeiten festhalten, sondern dass wir immer mehr in die „Freiheit der Kindes Gottes“ hineinwachsen

dass wir uns um ein gutes, ein sanftes Herz bemühen wollen, das uns vor Neid und Mißgünstigkeit anderen gegenüber bewahrt

bitten wir mit den Worten aus der Bibel: ein neues Herz erschaff in uns o Gott, und lege deinen heiligen Geist in uns

Du guter Gott. Du nimmst uns an, so wie wir sind. Mit all unserem Suchen, mit allen Zweifeln. Du teilst uns nicht ein in „rein“ und „unrein“, in “gut“ und in „böse. Du willst auch, dass wir selbst erkennen, was richtig und falsch ist. Und du wirst bei uns sein, wann immer wir mit reinem Herzen DICH suchen. Dafür danken wir dir im Namen Jesus . amen 

Montag, 10. Februar 2020

Fürbitten 11.2. Welttag der Kranken - Mutter Gottes von Lourdes


11.2.2020  Unsere liebe Frau von Lourdes,

Lourdes, der kleine Ort in Südwest-Frankreich, ist weltweit ein Synonym geworden für Wunder und Heilung. Im Jahr 1858, von Februar bis Juli, sah das 14jährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsenhöhle bei Lourdes achtzehnmal eine geheimnisvolle, unbekannte Dame, für gläubige Menschen die Gottesmutter Maria. In die Grotte von Massabielle pilgern seither unzählige Menschen aus aller Welt mit ihren Sorgen und Anliegen. Heute, am Gedenktag der Mutter Gottes von Lourdes, ist auch der Welttag der Kranken,  

so bitten wir mit unserem Blick auf Maria
für alle Menschen die nach Lourdes kommen
oder auch an andere Orte oder zu anderen Menschen  
um Trost und Besserung ihrer Leiden zu suchen

wir bitten für alle, die krank und pflegebedürftig sind
für alle, die auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind

für die vielen Menschen die ihr eigenes Leben zurückstellen
um Kranken, Behinderten und Alten zu helfen
für alle, die Anderen in schweren Lebenssituationen treue Wegbegleiter sind

für alle Frauen und Mütter, die so oft in schwierigen Situationen
alleingelassen und überfordert sind

wir bitten für die Neugeborenen, dass sie ausreichend Liebe und
Geborgenheit in ihrem Leben erfahren

für unsere Kinder und Jugendlichen, dass Gott ihre suchenden Wege
ins Leben begleitet und segnet

für alle Menschen, die sich vor dem Tod fürchten
für alle, die den Tod als Erlösung herbeisehnen
für alle, die schon gestorben sind

so bitten wir mit unserem Blick auf Maria: du guter Gott, sieh auf alles, was in unserem Leben Heilung, Versöhnung und Erlösung braucht. Wir bitten im Namen Jesu Amen

Sonntag, 9. Februar 2020

Fürbitten 10.2. Der Moment, wo NICHTS wichtiger ist, als ....


10.2.2020 Scholastika (Sr.Benedikts)   Hld 8  Lk 10.38  Marta und Maria

Zum Gedenktag der hl.Scholastika gibt es eine sehr nette Geschichte. Sie war die Schwester, möglicherweise Zwillingsschwester, des heiligen Benedikt – damals waren natürlich weder sie noch er schon heilig – Er, Benedikt, lebte als Mönch in seiner Gemeinschaft, Scholastika mit anderen Frauen auch in der Nähe von Montecassino.
Benedikt hielt sich sehr streng an die von ihm selbst verfassten Regeln: so unter anderem, dass ein Mönch immer rechtzeitig abends wieder in seiner Zelle zu sein hatte. Eines Tages besuchte Benedikt seine Schwester; sie bat ihn, einige Tage bei ihr zu bleiben, was er ablehnte, da dies gegen seine Mönchsregel verstoßen hätte. Da bat Scholastika Gott, er möge ein Unwetter schicken, das Benedikt an der Heimkehr hindere. Tatsächlich kam das Unwetter, Benedikt musste sich gegen die Befolgung seiner Regel und für die Zuwendung zu seiner Schwester entscheiden. „In andächtigen Gesprächen über die Freuden des Himmels“ so heißt es, verbrachten sie die Nacht und die folgenden drei Tage, bis Scholastika unerwartet starb; Benedikt sah ihre Seele als weiße Taube gen Himmel fliegen. Er bestattete sie am Kloster Montecassino in dem Grab, das er für sich vorgesehen hatte, und in das er 547 auch gelegt wurde.
Die Geschichte soll sagen: NICHTS, wirklich NICHTS ist wichtiger als Zuwendung und Liebe. Noch so strenge Regeln sind zweitrangig, wenn ein anderer Mensch in diesem Moment meine Hilfe und meine Nähe braucht. Auch im Evangelium versucht Jesus der geschäftigen, und um ihn als Hausfrau besorgten Marta liebevoll zu sagen, dass manchmal „weniger Aufwand mehr ist“. Dass man auch die Pflichten des Alltags manchmal liegen lassen muss, um für einen anderen ganz da zu sein. Maria, die Schwester Martas dagegen, war „ganz Ohr“– für Jesus. Weil auch wir in dieser Spannung leben bitten wir

dass wir uns nicht selbst mit starren Regeln das Leben schwermachen
dass wir spüren, wenn Menschen in unserer Umgebung Zuwendung und Nähe brauchen

dass wir zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden können
dass wir alles liegen und stehen lassen können, für eine Sache. die uns am Herzen liegt

dass wir unsere Tage nicht zumüllen mit Planung und Terminen
dass wir uns freuen über Unvorhergesehenes

dass uns unsere Arbeit und unsere Verpflichtungen nicht zur Last werden
dass wir uns nicht mit den Sorgen von gestern belasten

dass wir großzügig mit unserer Zeit umgehen,
aber dass wir auch auf uns selbst achten, dass wir auf unsere eigenen Bedürfnisse hören


Du guter Gott. Lass uns immer wieder zur Ruhe finden. Nimm von uns Hektik und unnötige Sorgen.  Gib uns die Zuversicht, dass Du vollenden wirst, was wir selbst immer nur bruchstückhaft zustande bringen. So lass uns auch heute immer wieder ausruhen und innehalten . Darum bitten wir in dieser Stunde Amen


EINLEITUNG  KURZFASSUNG

Nichts ist stärker als die Liebe, haben wir in der Lesung gehört. Die Geschichte von Scholastika und Benedikt zeigt es im Alltag. Einem Menschen lieb und gut zu sein, ist wichtiger, als selbst aufgestellte Regeln stur einzuhalten. Und auch im Evangelium versucht Jesus der geschäftigen Marta liebevoll zu sagen, dass manchmal „weniger mehr ist“. Dass man auch die Pflichten des Alltags manchmal liegen lassen muss, um  für einen anderen ganz da zu sein. Maria war „ganz Ohr“– für Jesus.
Weil auch wir in dieser Spannung leben bitten wir

Samstag, 8. Februar 2020

Fürbitten Sonntag 9.2. Verantwortung für die Welt


8.2.2020 Mt. 5.13-16   Salz der Erde, Licht der Welt  

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt, sagt Jesus heute im Evangelium.
Überfordert uns das nicht? Können wir diesem Anspruch genügen? Es geht ja nicht darum, dass wir uns als Christen für etwas Besonderes halten. Gemeint ist vielmehr, dass wir als Christen eine große Verantwortung für die Welt haben. Das sind keine Sätze, in die man sich hinein kuscheln kann. Der Prophet Jesaja, den wir in der ersten Lesung hören, macht in wenigen Worten ganz deutlich worum es geht. So bitten wir, dass wir nur ein wenig von dem leben können:

dass wir unser Brot an die Hungrigen austeilen
dass wir die Heimatlosen bei uns aufnehmen
dass wir die Armen bekleiden
dass wir unsere Brüder und Schwestern nicht im Stich lassen
dass wir den Gebeugten Mut machen und dass wir nicht zu denen gehören
die nur Unheil heraufbeschwören und Pessimismus verbreiten
Christus  höre uns

dass wir uns engagieren, uns einmischen
dass wir eine Meinung haben, uns nicht um Probleme herumdrücken
dass wir Unrecht beim Namen nennen
und uns für die einsetzen, die sonst niemand haben

dass wir uns jeden Tag wieder
heraustrauen aus dem alten Trott
dass wir uns immer wieder Neues zutrauen
dass wir Mut zu klaren Entscheidungen haben
denn mit der Zu-Mutung wächst auch der Mut 

dass wir die Sorgen der Menschen, mit denen wir leben, wahrnehmen
dass wir nicht zu sehr um uns selbst kreisen
dass wir aufhören, wehleidig und gekränkt zu sein
dass wir Misstrauen und Gleichgültigkeit ablegen
verträglich sollen wir sein, Freude machen

dass wir Verantwortung übernehmen, auch in unserer Kirche
dass wir uns nicht davor drücken, Aufgaben zu übernehmen
dass wir eine kritische Stimme sind in unserem Umfeld
dass man mit uns rechnen kann, wenn es um Mit-Menschlichkeit und Solidarität geht

Du guter Gott: So lass uns Licht in dieser Welt sein, wie Jesus uns Licht auf unserem Weg ist, der mit dir lebt und liebt HEUTE und in alle Ewigkeit. amen

Freitag, 7. Februar 2020

Fürbitten 8.2. Es gibt ihn auch heute: den Sklavenhandel

Josephine Bakhita - 
eine Schutzheilige auch für heutige Formen der Sklaverei

8.2.2020 internationaler Tag gegen Menschenhandel 

Heute ist der internationale Weltgebets- und Aktionstag zur Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Vor vier Jahren hat Papst Franziskus diesen Tag initiiert. Nicht zufällig ist der 8.Februar für die weltweite Initiative ausgesucht worden. Es ist der Gedenk-Tag der erst im Jahr 2000 heilig gesprochenen Josephine Bakhita. Einer Frau aus dem Sudan, 1869 geboren, die als 7jährige von Sklavenhändeln verschleppt und jahrelang auf Märkten zum Verkauf angeboten wurde. Auf Umwegen gelangte die junge Frau nach Italien und in ein Kloster, wo sie, schließlich getauft und Christin  geworden, als Ordensfrau bis zu ihrem Tod 1947 lebte. Denken wir an sie, als Schutzheilige für all die Menschen, die HEUTE Opfer von Menschenhandels sind
Nicht zuletzt Migranten und Flüchtlinge sind Opfer einer neuen Form der Sklaverei. Mehr als 10.000 unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren sind nach Schätzung von Europol in Europa verschwunden, möglicherweise viele ein Opfer von Menschenhändlern. Man schätzt, dass mehr als 20 Millionen Menschen JETZT und HEUTE wie Sklaven gehandelt werden. 60 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Sie leiden unter schwerem Missbrauch und unsäglicher Gewalt. Für Menschenhändler und Zuhälter ist es ein Milliarden Dollar Geschäft – und spielt sich auch vor unseren Augen ab, vor allem in den Großstädten, wie Wien. Wie viel unfassbares Leid und Verzweiflung steht hinter jedem einzelnen Schicksal.   

Bitten wir, dass unsere Gesellschaft vor den Problemen nicht weg sieht. Dass Regierende, Konzernleiter, Verantwortliche in der Justiz und im öffentlichen Dienst dazu beitragen, dass die Strukturen und Hintergründe aufgeklärt werden, die Menschenhandel überhaupt erst ermöglichen

Dass sich auch Europas Politiker mitverantwortlich fühlen, wenn es um die Rettung von Menschen geht, die Schutz vor Verfolgung und Ausbeutung suchen

Bitten wir für all die Frauen und Kinder weltweit, die Opfer von Menschenhandel und einer modernen Sklaverei sind. Für Mädchen und Frauen, die man zu Zwangsprostituierten macht oder in eine unerwünschte Ehe zwingt

Wir bitten für Menschen, die entführt, verkauft oder "adoptiert" wurden, um ihnen Organe zu entnehmen.
Für alle, die in den Kriegsdienst gezwungen werden, besonders für die Kinder und Jugendlichen.

Wir bitten für alle, deren Arbeitskraft ausgebeutet wird, in der Landwirtschaft, in Bergwerken, Fabriken, auf dem Bau, in Restaurants, Privathäusern - oder irgendwo im Hintergrund, wo sie außer Sichtweite sind.

bitten wir um Segen für das in Wien von 6 Ordensgemeinschaften gegründete Zufluchtshaus für Frauen, die Opfer von Kriminellen und Menschenhändlern geworden sind Es ist das erste derartige Projekt in Österreich und bietet diesen Frauen und ihren Kindern die Chance für einen Neuanfang.

So bitten wir im Namen Jesu Amen

Donnerstag, 6. Februar 2020

Fürbitten 7.2. von Gott verlassen?

Foto Samya Hamieda Lind


7.2.2020  Enthauptung Johannes des Täufers Mk.6.14    

Wir trösten uns so oft mit einem liebevollen, gütigen, rettenden Gott. Aber die Geschichte der Menschen, die sich auf IHN eingelassen haben, sieht oft ganz anders aus. Propheten sind elend zugrunde gegangen, Jesus ist gekreuzigt worden. Millionen von Juden haben Jahwe nicht als ihren Retter erfahren. Eine nicht überschaubare Zahl von Menschen wird bis in unsere Tage für ihre Glaubens-Überzeugung verfolgt und getötet. Heute erzählt das Evangelium die Geschichte von der Enthauptung Johannes des Täufers. Es ist ein Stoff, den wir alle kennen - verarbeitet in Literatur, Musik und darstellender Kunst. Warum lässt Gott die Menschen im Stich, auch die, die ihre ganze Hoffnung auf ihn setzen? An welchen Gott glauben wir? Worin besteht unsere Hoffnung – Lassen wir unsere ratlosen Fürbitten heute in das Gebet des indischen Dichters Rabindranath Tagore einfließen

Du guter Gott, Wir können nicht bitten,
vor allen Gefahren bewahrt zu werden,
aber lass uns dich bitten, dass wir den schwierigen Situationen unseres Lebens
furchtlos begegnen - im Vertrauen auf dich

Du guter Gott, lass uns nicht das Ende der Schmerzen erflehen,
aber wir bitten dich um ein starkes Herz,
das auch den Schmerz und die Angst besiegt - im Vertrauen auf dich

Du guter Gott, Lass uns in den Schwierigkeiten des Lebens nicht verzweifeln
weil wir glauben, keine Hilfe zu finden
aber lass uns dich bitten,
dass wir unsere eigene Stärke und Kraft entdecken - im Vertrauen auf dich

Du guter Gott, lass uns nicht Menschen sein
denen nur der Erfolg Sicherheit im Leben gibt 
aber schenke uns die Gnade nicht zu versagen - im Vertrauen auf dich

Du guter Gott, was immer mit uns geschieht,
um das eine bitten wir Dich
lass uns immer den Halt deiner Hand fühlen,
gerade dann, wenn wir versagen und ganz klein sind. - im Vertrauen auf dich

Bitten wir heute ganz besonders für alle Menschen in Krisen und Kriegsgebieten
Für Alle, die in Angst vor Terror und Verfolgung leben
Für Menschen auf der Flucht 
Bitten wir für die durch Krankheiten und Katastrophen Heimgesuchten
Bitten wir, dass unsere Mit-Menschlichkeit nicht versagt  
Dass wir offene Arme und ein furchtloses Herz haben  - im Vertrauen auf dich, unser Gott

So bitten wir im Namen Jesu Amen


Mittwoch, 5. Februar 2020

Fürbitten 6.2. unterwegs - nicht so viel mitschleppen



6.2.2020 er sandte sie aus Mk.6,7 

Jesus sendet die Jünger aus, er braucht Menschen, damit seine Botschaft unter die Leute gebracht wird. Aber die Jesus Jünger sollen „mit leichtem Gepäck“ unterwegs sein, keine Vorratstasche sollen sie mitnehmen, kein Geld, keinen zweiten Rock, so hören wir es heute im Evangelium. Also: sich auf den Weg machen, ohne jede „Reiseversicherung“, würden wir heute sagen. So will Jesus wohl auch uns senden. Und auch wir sollen mit „leichtem Gepäck“ unterwegs sein, unbelastet ...wie soll das gehen?   bitten wir:

dass wir uns ohne Raunzen auf den Weg machen, dorthin, wo wir gebraucht werden

dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen auf unserem Weg,

dass wir uns nicht mit fixen Vorstellungen belasten, sondern offen sind für das, was sich als notwendig ergibt

dass wir nichts erzwingen wollen, auf unserem Weg - dass wir auch ausrasten und genießen können

dass wir die Augen offen halten für Weggabelungen, für überraschende Wendungen

dass wir ganz bewusst am heutigen Tag „den Rucksack“ leicht halten, ohne zu viele Pläne, ohne zu viele Termine, dass wir uns nicht hetzen und stressen lassen – und dass wir auch andere nicht hetzen und stressen

und dass wir auch DAS von Jesus lernen: dass wir selbst Aufgaben abgeben und anderen zutrauen, dass sie Vernünftiges zusammenbringen

so lass uns gehen, guter Gott, jeden Tag wieder. Lass, dass wir den Menschen gut tun, dass sie in uns und durch uns DICH erfahren, dass wir Ruhe und Frieden bringen. Wir dürfen überall ankommen, weil Du überall bist. DANKE, im Namen Jesu  Amen


Dienstag, 4. Februar 2020

Fürbitten 5.2. ach der, was soll man von dem halten ...



5.2.2020  Mk.6.1 ein Prophet gilt nichts in seiner Vaterstadt  

 Jesus predigt in der Synagoge seiner Vaterstadt – und die Leute sagen: Ja, klingt interessant, aber ehrlich gesagt, der kann trotzdem nichts Besonderes sein. Wir kennen ihn, wir kennen seine Familie, er ist einer von uns – und sie lassen ihn links liegen. Jesus, so heißt es „wunderte sich über ihren Unglauben“ In seiner Heimatstadt konnte er keine Wunder tun. Erleben vielleicht auch wir so wenig Wunder, weil uns Jesus schon längst viel zu „bekannt“ ist, weil alles schon so „abgespielt“ ist – wir wissen ja, wie die Geschichte ausgeht. Vermutlich regt uns ja nicht einmal mehr der Glaube an die Auferstehung wirklich auf. So vieles ist Routine-Denken.  Bitten wir heute

dass wir wieder „Anstoß“ an Jesus nehmen, dass wir das Ungewöhnliche, das Provokante, das so ganz andere an Jesus wahrnehmen – und uns immer neu damit auseinandersetzen

dass wir uns Jesus und das, was er gelebt hat, NICHT harmlos machen und verkitschen
dass uns das Evangelium wieder aufregt und Fragen und auch Widerspruch auslöst

dass wir immer wieder an die menschliche Existenz von Jesus und seiner ganz normalen Familie denken - dass wir uns aus diesem Leben auch das "nicht-verstanden-werden" abschauen, auch das vorläufig Scheitern, und den tiefen Glauben, der alles erträgt

dass wir mit dem Blick auf Jesus Geduld und Respekt vor allen Menschen haben, die aus dem Rahmen fallen, die nicht angepasst sind, die ihren eigenen Weg gehen und oft anecken

dass auch wir Menschen nicht leichtfertig abtun, die uns etwas zu sagen hätten – dass wir eigene Vorurteile immer wieder hinterfragen

dass uns das Hinschauen auf Jesu Leben Toleranz lehrt, einen langen Atem und Respekt für alles, was auch uns oft fremd vorkommt

So bitten wir guter Gott, hilf uns in der Nachfolge Jesu die große Freiheit zu entdecken
für die wir geschaffen sind und die wir uns so selten zutrauen. Lass uns alles von deiner Gnade erwarten. Amen

Montag, 3. Februar 2020

Fürbitten 4.2. sich helfen lassen, auf Hilfe vertrauen



4.2.2020 Mk. 5.21  Talita kum, Mädchen steh auf

Wo Jesus hinkommt, schöpfen Menschen wieder Hoffnung. Er ist Einer, von dem man sich Hilfe erwartet, er ist einer, auf den man sich traut, zuzugehen. Eine Frau, zu Tode erschöpft von jahrelangen schweren Blutungen, läuft Jesus nach und berührt ihn nur heimlich, weil sie sich davon Heilung erhofft – und auch erhält. Wenig später bittet ein Vater für seine Tochter, die im Sterben liegt. Auch ihr verhilft Jesus wieder ins Leben. Bitte auch wir

dass wir uns selbst zugestehen, müde und erschöpft zu sein
dass wir es aushalten, schwach und „bedürftig“ zu sein

dass wir die Hilfe anderer annehmen, dass wir anderen überhaupt eine Möglichkeit
geben,uns zu helfen

dass wir immer besser lernen, auch für uns selbst zu bitten
dass wir Gott eine Chance geben, „an uns“ zu handeln

Dass wir nicht aufhören zu bitten und zu hoffen, 
auch wenn die Umstände oft hoffnungslos scheinen

Dass wir einander beistehen und immer wieder auch für andere um Hilfe beten und bitten

dass wir nicht nur GOTT vertrauen, sondern auch einander, und dass wir dankbar die Hilfe
Anderer annehmen

dass wir uns am Ende unseres Lebens einmal „sterbensmüde“ hinlegen dürfen – im Vertrauen, dass du neues Leben schenkst


Guter, lieber, heilender, heilsamer Gott: wir sind schon so alt und erwachsen, dass wir oft das Bitten für uns selbst verlernt haben. Aber immer noch sind wir im Innersten „Kind“ - ein Kind oft hilflos und ängstlich. So strecken wir die Hände nach Jesus aus und vertrauen ihm und dir.  Heute und morgen und alle Tage. Amen

Fürbitten 3.2. was mir im Hals stecken bleibt ..



3.2.2020 Blasius   manches hinunter schlucken - manches aber auch ausspucken

In vielen Kirchen gibt es heute den „Blasius-Segen“ zum Schutz gegen Halskrankheiten.
Der Legende nach soll der hl. Blasius im Gefängnis einem jungen Mann das Leben gerettet haben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, Blasius war Bischof in Armenien und soll 316 einen grausamen Märtyrertod erlitten haben. Einer von vielen Christen in allen Jahrhunderten, die für ihren Glauben und ihre Überzeugung getötet worden sind. Nehmen wir die Überlieferung der Heilungslegende ruhig wörtlich:

Wenn auch wir an etwas würgen, dass uns - - im übertragenen Sinn – im Hals steckt
Herr dann hilf du uns – wir bitten dich erhöre uns

Wenn uns Worte im Hals stecken bleiben, weil wir kein Wort der Versöhnung finden

Wenn sich einem der Hals abschnürt, aus Angst, aus Sorge – um uns selbst und um andere

Wenn wir keinen Ton herausbringen, weil uns die Worte fehlen, um zu helfen und zu trösten   

Wenn die Stimme wegbleibt, wo wir eigentlich mutig etwas sagen, uns einmischen sollten 

Wenn wir hinunterschlucken müssen, was uns weh tut und verletzt

Wie oft wäre es aber auch besser, ein Wort bewusst auszusprechen, als es immer nur hinunter
zu schlucken . "Spucks aus" sagt der Volksmund, hilf uns freimütig zu sprechen, auch darum bitten wir -  

Du guter Gott, bewahre uns vor Krankheit und Schaden – hilf all den Menschen, die vom Corona Virus betroffen sind und hilf den Verantwortlichen, die richtigen Maßnahmen in dieser Situation zu finden.  Wir bitten im Namen Jeesu Amen


Samstag, 1. Februar 2020

Fürbitten Maria Lichtmess den richtigen Augenblick erkennen



2.2.2020 Maria Lichtmess Lk 2.22  Jesus, der jüdische Bub   – Darstellung des Herrn

„Maria Lichtmess“ heißt das Fest, das wir heute feiern. Es bezieht sich auf einen jüdischen Ritus und macht eines ganz deutlich: Jesus war ein jüdischer Bub. Er ist ganz in der Tradition und im Glauben des jüdischen Volkes aufgewachsen. Dazu gehörte es etwa, dass der Neugeborene 10 Tage nach der Geburt in den Tempel gebracht wird. Der erstgeborene Sohn gilt im jüdischen Verständnis als Eigentum Gottes und muss vom Priester im Tempel quasi für die Eltern freigegeben werden.  Die Mutter selbst musste für sich ein Reinigungsopfer darbringen, Als die Eltern Jesu zu diesem Zweck in den Tempel kommen, begegnen sie dem betagten Simeon und der Prophetin Hanna. Beide erkennen, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und preisen ihn als den Erlöser Israels  (Lukasevangelium 2, 21 - 40).
Dort, im Tempel, erkennen zwei alte Menschen in diesem kleinen Kind die Ankunft des von ihnen erwarteten Messias. All ihr jahrelanges Warten hat sich gelohnt. Wie sieht es bei uns aus? Worauf warten wir? Warten wir überhaupt auf etwas?  Sind wir für Überraschungen bereit? Sind wir bereit, Gott immer wieder neu zu begegnen? 
So bitten wir

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil wir dich nur in den großen Momenten unseres Lebens suchen
sondern dass wir dir heute und jetzt und in den Stunden unseres Alltags begegnen
sei DU Licht in unserem Leben: wir bitten dich erhöre uns

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil wir glauben perfekt und fehlerlos sein zu müssen 
sondern dass wir dir gerade auch in unseren Krisen und Niederlagen begegnen

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil es noch so viel Wichtiges zu erledigen und festzuhalten gibt
sondern dass wir dir begegnen -  im Innehalten und im Loslassen

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil wir alles von den Anderen erwarten,
von der Politik, von der Kirche, von unseren Partnern
sondern dass wir dir begegnen, wenn wir uns selbst auf den Weg machen
dorthin wo wir gebraucht werden

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil wir aus Krankheit, aus Schmerz und aus Sorgen keinen Ausweg sehen
sondern dass wir dir begegnen gerade dort, in der Müdigkeit
und unserer Skepsis

dass wir nicht vergebens warten Gott
weil wir der Liebe hinterherlaufen, weil wir hungrig sind nach
Anerkennung und Zuwendung
sondern dass wir dir begegnen wie Hanna und Simeon in all dem
Kleinen und Unscheinbaren und dem scheinbar Bedeutungslosen in unserem Leben


Du guter Gott. So lehre uns warten voll Geduld und Hoffnung wie Hannah und Simeon. Und schenke uns die Gnade, dich in allem zu erkennen, vor allem in unseren Schwestern und Brüdern, die unsere Hilfe brauchen- Darum bitten wir durch Jesus, unseren Bruder. Amen