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Mittwoch, 12. Februar 2025

Fürbitten 13.2. Jesus fremdenfeindlich ?



13.2.2025  Mk.7.24 die „Ausländerin“ die Syrophönizierin 

Das Evangelium heute stößt einen zunächst vor den Kopf und macht fassungslos.

Eine nicht jüdische Frau bittet Jesus inständig um Hilfe. Es geht um ihre kranke Tochter. Jesus aber weist die Frau brüsk zurück. Sinngemäß sagt er den schrecklichen Satz: “ Zuerst müssen die eigenen Kinder satt werden, dann erst kommen die Hunde dran.“ Das heißt, zuerst heilt Jesus einmal nur Menschen seines Glaubens, also Juden. Dann erst kommen die anderen dran, und sie werden als Tiere abqualifiziert. Schrecklich!!! Aber diese Frau bleibt hartnäckig und sie ist schlagfertig: „da hast du schon Recht, meint sie, aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas ab vom Tisch der Kinder“.  Letztendlich hilft Jesus natürlich, es scheint, als hätte er nur das Vertrauen der Frau testen wollen - und als die Frau nach Hause kommt, ist ihre Tochter geheilt. Wir sollen diese Geschichte wohl nicht als „Reportage“ aus dem Leben Jesu sehen, sondern als Lehrerzählung, die uns sagt: bleib hartnäckig in deinen Bitten, auch wenn manche Antwort Gottes beim ersten Hinsehen nicht so ausfällt wie du es gerne hättest. Auch wenn es oft aussichtslos scheint – denken wir dabei aber auch ein wenig über unsere Einstellung zu „Ausländern“ nach:  so bitten wir

Dass wir nicht unterscheiden zwischen denen, „die zu uns gehören“ – und denen, die uns „fern“ stehen

Dass auch die Kirche nicht von „Fernstehenden“ spricht, sondern alle Menschen gleichermaßen im Blick hat

Dass wir uns nicht anstecken lassen von Fremdenfeindlichkeit, auch wenn wir wissen, dass es Probleme gibt, die man aber nie verallgemeinern darf

Bitten wir, dass wir prinzipiell nicht hartherzig und abweisend reagieren, wenn Menschen Hilfe brauchen

dass wir uns aber auch selbst nicht abwimmeln lassen, wenn uns etwas wichtig erscheint, dass wir hartnäckig bleiben, nicht beleidigt sind, dass wir auch mit Humor reagieren können

bitten wir für alle, die niemand haben, der in ihrem Namen bittet und betet. bitten für unsere Freunde und gerade auch für die, mit denen wir uns nicht so leicht tun.

Vielleicht erleben wir im Evangelium aber auch einen Jesus, der selbst umdenken kann, der uns ein Vorbild ist, um eigene festgefahrene Positionen zu überdenken. Tun wir das, so oft wir können

und bitten wir in diesen Tagen nun ganz besonders für die weitere Entwicklung in Österreich. Die Koalitionsgespräche zwischen FPÖ und ÖVP sind nun gescheitert. Bitten wir um ein Klima der Vernunft und der Eintracht und der Fremdenfreundlichkeit in unserem Land.   

so bitten wir im Namen Jesu.Amen