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Dienstag, 23. August 2022

Fürbitten 24.8. HAUTNAH - leiden und Leid mittragen

 

 Michelangelo, 
Bartholomäus, die abgeschundene Haut 

24.8.2021  Hl.Bartholomäus  Hautnahe Schmerz spüren

Heute ist das Fest des heiligen Bartholomäus – sein Name wird in den Apostellisten der ersten drei Evangelien erwähnt. Höchstwahrscheinlich ist Bartholomäus mit jenem skeptischen Nathanael gleichzusetzen, von dessen Berufung heute im Johannesevangelium erzählt wird. Bartholomäus, so glaubt man, predigte nach dem Tod Jesu in Indien, Mesopotamien, Parthien und Armenien, wo er gemartert wurde (enthauptet oder geschunden und gekreuzigt). Michelangelo, der ihm im Gerichtsbild der Sixtina sein Selbstbildnis gab, lässt ihn die abgeschundene Haut tragen. Das ist ein starkes Bild, ein Bild das „unter die Haut“ geht – bitten wir heute

 

für alle, die ihre eigene Haut retten müssen: wir denken an die Menschen in all den Kriegs-und Krisengebieten unserer Welt, wir bitten ganz besonders um Frieden für die geschundene Ukraine

 

wir bitten für all die Menschen, die bis auf die Haut geschunden werden –

für die vielen Kinder, die zu Schwerarbeit missbraucht werden, für alle, die Opfer von Menschenhändlern geworden sind, für sexuell missbrauchte Kinder, Frauen und Männer

 

 

wir bitten für alle, die ihre Haut zu Markte tragen müssen: für alle Menschen, die um gerechte Löhne gebracht werden, für alle Menschen auf der Suche nach neuen Lebensmöglichkeiten, die immer mehr auf eine Front der Ablehnung stoßen

 

wir bitten für alle, die das Elend der Welt hautnahe spüren und versuchen zu helfen: die vielen humanitären Organisationen und so viele Einzelpersonen, die sich um Andere annehmen

 

für alle, die schon abgestumpft oder zynisch geworden sind, denen Elend und Not nicht mehr unter die Haut gehen – dass sie wieder fähig sind, Mitleid zu empfinden

 

und bitten wir für uns alle, dass wir das sind, was man eine „gute Haut“ nennt, Menschen, die in ihrem kleinen Umfeld zu helfen versuchen, so gut es geht

 

Und bitten wir nicht zuletzt, dass wir als Christen Menschen sind, bei denen man sich mit Haut und Haar wohlfühlen kann

 

Nathanael-Bartholomäus ist Jesus begegnet, weil ihn sein Freund Philippus zu Jesus mitgenommen hat. Er sagte „Komm und sieh“. Jesus, lass auch uns Menschen sein, die andere zu dir mitnehmen   Amen