19.8.2021 Mt.22.1
Gleichnis vom Hochzeitsmahl, ein schreckliches Bild von Gott
Gott ist unberechenbar, seine Gerechtigkeit nicht durchschaubar. Was will er eigentlich? Das heutige Gleichnis vom Hochzeitsmahl ist eigentlich noch empörender als das gestern von den Arbeitern im Weinberg. Dort wird Gott als einer beschrieben, der auf unbegreifliche Weise großzügig ist, zur Empörung aller, die kleinliche Gerechtigkeit wollen. Im Gleichnis vom Hochzeitsmahl geht es um einen König, der zu einem Hochzeitsmahl für seinen Sohn lädt und der eigentlich grausam und gnadenlos ist. Weil die Gäste nicht kommen und einige seiner Herolde umgebracht werden, lässt dieser König in seinem Zorn eine ganze Stadt in Schutt legen. Dann befiehlt er, dass einfach alle von den Straßen zusammengeholt werden um mit ihm zu feiern. Das erscheint zunächst als großzügig, aber dann findet der König einen Mann unter den Gästen, der nicht gut gekleidet ist, und lässt ihn in Ketten abschleppen, hinaus in die Finsternis „Dort werden sie heulen und mit den Zählen knirschen“. Der letzte Satz im heutigen Evangelium, „denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt“ - wird dann meist recht fromm interpretiert: Man müsse sich halt sehr bemühen, dass man in das Himmelreich kommt, zum Hochzeitsmahl des Königs. Nein, wir dürfen uns ruhig empören über die UNBEGREIFLICHKIT Gottes. Gott ist nicht nur ein lieber, guter „Kuschelgott“, dieser Gott ist einfach ANDERS, ganz ANDERS als wir ihn uns denken können. Eine Erfahrung die auch Jesus gemacht hat, der mit seiner ganzen Gottesliebe am Kreuz gelandet ist. Das sollte uns viel öfter ein Ärgernis sein . Sagen wir heute Gott, was wir als empörend empfinden
Menschen, die an
dich glauben, in den verschiedensten Religionen, sie werden verfolgt,
für ihren Glauben
getötet:
Wo bist DU, Gott?
Herr nimm dich
unserer Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uns
Kinder leiden und
sterben. An schlimmen Krankheiten, an Hunger, am Elend, in Kriegen,
ertrinken auf der
Flucht
Siehst du ihr
Leiden und Sterben?
Herr nimm dich
unserer Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uns
Terrorbanden und
Mörder, die sich auf einen Gott berufen, quälen und töten.
Menschen ohne
Mitleid, ohne Barmherzigkeit machen uns Angst mit Terror
Warum lässt DU
das zu?
Herr nimm dich
unserer Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uns
Die einen sind so
reich, dass sie nicht wissen, wohin mit ihrem Geld
die anderen sind
so arm, dass sie in den Slums dieser Welt herumvegetieren
Warum gibt es
keine Gerechtigkeit?
Herr nimm dich
unserer Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uns
Naturkatastrophen
machen uns hilflos, Seuchen und Epidemien
Hast du nicht
alles geschaffen, muss es so sein, wie es ist?
Herr nimm dich unserer
Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uaans
Auch in unserem
eigenen Leben immer wieder die quälenden Fragen
Warum, warum
lässt du Gott das und das und das zu?
Sind wir dir
gleichgültig, siehst und hörst du uns gar nicht?
Herr nimm dich
unserer Ratlosigkeit an - wir bitten dich erhöre uns
Ja, so oft können wir dich nicht be-greifen, Gott –
gib uns dennoch Kraft zum Hoffen und zum Vertrauen. Amen