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Sonntag, 2. September 2018

Arthur am Sonntag 73 Mama bitte ein Feuchttuch Mk.7.1

Die Moa wird doch NICHT - ja was ist denn in die Moa gefahren, sie wird doch NICHT dem Arthur Geschichten von
Jean Paul Sartre erzählen. "Die schmutzigen Hände" -
"Le mains sales" - ein Theaterstück aus dem Jahr 1948.
In den späten 60ern, als die Moa zu studieren begann, da war das ein "heißes Eisen" - die Frage: lässt sich revolutionäre Politik machen, ohne dabei schmutzige Hände zu bekommen.
Darf man ein Idealist sein, der glaubt, ohne Schuld und
"rein" durch die Wirren des Lebens zu kommen?
Nein, also diese Geschichte erzählt die Moa dem Arthur
ja sicher nicht ... und doch hat ihre Sonntagsgeschichte heute
mit "REIN" - und "UNREIN" zu tun.
Sicher schon vor tausenden von Jahren haben Menschen
Regeln aufgestellt, in denen sie festhalten wollten, was sie -
wenn sie an ihre Götter dachten - für rein oder unrein erklären.

Da ging es nicht nur um moralische und sittliche Verhaltensweisen sondern immer mehr auch um rein äußerliche Vorschriften: SpeiseGEbote oder SpeiseVERbote. Manches mag aus hygienischen Gründen durchaus seine Berechtigung gehabt haben - aber wie so oft, plötzlich verselbständigen sich Vorschriften - und werden immer mehr sinn-entleert.
Bis heute ist ja zum Beispiel
die Diskussion aktuell:
ist Schweinefleisch "unrein"? oder wie sieht es - noch schlimmer - mit der "Reinheit" von
Frauen aus, nach einer Geburt oder während ihrer Regel.
Dagegen nimmt sich schon harmlos aus, worum es heute im
Sonntagsbuch der Moa geht. Vor 2000 Jahren - der Arthur weiß das schon - spielen diese Geschichten meist (manchmal sind sie aber auch noch viiieeel älter)
Also: da sind fromme Männer, die sind entsetzt und werfen einer Gruppe von anderen Menschen vor: Wie ist das möglich, ihr esst, und habt euch nicht vorher ganz genau die Hände gewaschen???? Ihr seid ja jetzt UNREIN
Begeistert nickt der Arthur: na klar, Hände waschen,
MUSS man ja wirklich vor dem Essen ....
Ja wäre ganz gut, weil die kleinen Pfoten ja doch immer wieder
schmutzig sind. ABER - schau, meint die Moa: wie oft greifst du zu einem Apfel oder einem Brot, ohne dass du dir die Hände wäscht. Hygienisch wäre das gut - aber UNREIN, und das meint
- in deinem Herzen UNREIN - bist du damit aber wirklich nicht.
Noch dazu wo der Arthur ohnehin zur "Generation: "Mama bitte ein Feuchttuch"

gehört. (eine Psychologin hat das einmal so genannt)
Da sind die Sandkisten voll mit Kindern, die man immer wieder rufen ruft "Mama, ein Feuchttuch". Kaum ist Sand und
Gatsch zwischen den Fingern: schon muss geputzt werden.
Auch der Arthur - sonst gar nicht so aufs Händewaschen
erpicht - ist ein großer Anhänger vom
"Mama ein Feuchttuch"
Da steht er, beide Hände von sich gestreckt, die
Finger gespreizt: "Feuchttuch !!!!"
Na, sagt die Moa, jetzt spiel einmal weiter in der
Sandkiste - dann, wenn wir nach Hause gehen, machen wir
"Reinigung" -
Also so ein kleiner "Reinigungstick" ist eh schon vorhanden.
Aber der springende Punkt in der Moa Sonntagsgeschichte ist ja ein anderer:
REIN und UNREIN  (altertümliche Begriffe)

GUT und BÖSE
(allerdings auch Begriffe, die die Moa nicht so mag)  Also sagen wir:
RICHTIG oder FALSCH
richtiges oder falsches Verhalten,
das ist nicht an Äußerlichkeiten geknüpft
Ob du dieses Fleisch isst oder ein anderes,
ob du deine Teller so oder anders abspülst...
auch wenn du dir einmal nicht die Hände wäschst
vor dem Essen
Das macht nichts Falsches
Das wirklich FALSCHE, das, was dir und
anderen nicht GUT TUT - das kommt nicht von Außen
Das kommt allein aus dem Inneren

Nur in dir selbst hast du all das
was RICHTIG
oder eben
FALSCH ist.
Das, was dir gut tut und anderen gut tut.
ABER,
ist der Arthur nicht noch viel zu klein, um
irgendetwas FALSCH zu machen??
Die Moa schmunzelt ....
Das wäre wohl auch schön fad
wenn es nicht da und dort was
zum Verbessern gäbe!
Und bei der Moa ja noch viel mehr!!
Jeden Tag müssen wir unsere Hausaufgaben machen
und Händewaschen nebenbei kann ja auch nicht schaden