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Mittwoch, 20. April 2016

Fürbitten 21.4. Das LEBEN annehmen, und die Menschen, die mir geschickt sind Joh.13.16


21.4.2016  wer einen aufnimmt, den ich sende... Joh.13.16 Do 4.OW

Immer wieder trifft einen ein Satz aus dem Evangelium wie ein Blitz. 
Ein Satz, der so radikal ist, dass unsere Realität immer dahinter zurückbleiben muss.

„Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“  Wie geht es uns damit – Haben wir offene Häuser, offene Wohnungen, offene Herzen – für jeden, den Jesus uns gerade auch heute wieder "sendet"? Oder wollen wir einen solchen Satz lieber nur „religiös“ verstanden wissen  und lieber nicht allzu konkret?  Bitten wir heute:

Dass ich nicht wegschaue und mich dumm stelle, wenn jemand etwas von mir will, der mir
nicht so angenehm ist

dass ich mir meine Hilfe für Menschen nicht einteile in das, was mir passt oder wofür ich den meisten Applaus bekomme

dass ich ganz bewusst Menschen aufnehme und annehme, von denen ich selbst nicht auch etwas zurückbekommen werde

bitten wir, dass die europäischen Regierungen sich doch noch zu einer humanen und großzügigen Flüchtlingshilfe durchringen

Dass wir selbst wohlwollend und offen sind, wenn über Projekte für Zuwanderer und Flüchtlinge, aber auch für Drogensüchtige oder Randgruppen entschieden wird

Dass wir offen sind für Vieles, was auch neu in uns entstehen will, dass wir nicht ängstlich abblocken. sondern annehmen, was Gott uns sendet  ganz sicher auch gerade heute wieder, durch Menschen oder Situationen

Du guter Gott, lass,  dass wir „das Leben“ annehmen, dass wir offen sind für deine Gegenwart in Allem, was du uns auch heute wieder in unseren Begegnungen und in unserem Alltag schickst. Lass uns mit den Augen Jesu sehen und mit seinem Herzen einander aufnehmen. Darum bitten wir. Amen



vom islamischen Mystiker Rumi gibt es ein wunderbares Gedicht/Gebet, das genau das
aussagt: Annehmen, annehmen, was immer kommt und wer immer kommt. 
"Dies Leben ist eine Gästehaus" - Gott ist es, der die Gäste schickt:



"An jedem Morgen eine neue Ankunft.
Eine Freude, eine Melancholie, eine Niedertracht, ein kurzes Gewahrsein:
sie kommen als unerwarteter Besuch.
Heiß sie willkommen und nimm alle auf!
Und seien sie auch eine Horde von Sorgen,
die mit Gewalt das Haus durchfegen,
der Einrichtung berauben,
auch dann, geh redlich mit jedem Gast um.
Vielleicht räumt er Dich frei
für eine neue Wonne.
Den dunklen Gedanken, die Scham, die Tücke,
begrüße sie an der Türe, lachend,
und bitte sie herein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
weil jeder geschickt ist
als ein Wegweiser vom Jenseits."