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Sonntag, 29. März 2015

Fürbitten 30.3. - Montag in der Karwoche das Fest des Lebens

in dieser Woche, in der Karwoche, kommt in den Erzählungen des Evangeliums immer wieder "Judas" vor. Auf ihn - und dann letztlich auf "die Juden", fokussiert sich der Vorwuf, Jesus verraten, getötet zu haben.Hier hat sich der christliche Antisemitismus durch die Jahrhunderte seine furchtbare "Legitimation" geholt.Es gibt aber immer mehr christliche Theologen, die darauf hinweisen, dass die Evangelien, alle so um das Jahr 70 n Chr abgefaßt, aus Angst vor Repressalien durch die römische Besatzung die Schuldfrage bewusst allein den Juden zuspielten.
Wir müssen sehr sehr heikel mit den Texten umgehen

die Karwoche liegt mir persönlich immer "schwer im Magen". Die Zuweisung der Schuld
"an die Juden" ist für mich eine furchtbare Last der Geschichte - vieles möchte ich "so" nicht mehr lesen...die Fürbitten kreisen immer nur um das, was uns allen an Mit-Menschlichkeit gemeinsam ist ...

30.3.2015 Karwoche Montag Joh..12.1 Jesus bei Marta Maria und Lazarus
für Jesus feiert man in Betanien ein kleines Fest. Er hat Lazarus von den Toten auferweckt und noch einmal ist er zu Besuch bei ihm, seinem Freund und dessen Schwestern Maria und Marta. Auch die Weggefährten Jesu sind mit, unter ihnen auch Judas. Im Hintergrund des Festes spielt Jesu schon auf seinen Tod an. Ahnen auch die anderen etwas von dem, was auf Jesus zukommt?

Auch wir leben immer wieder in dieser Zerrissenheit
heute noch fröhlich und unbekümmert
und doch im Wisen, dass die nächsten Krisen und Rückschläge unausweichlich sind.
Herr gib uns die Fähigkeit, trotz allem unsere Feste zu feiern,
trotz allem immer wieder Freude und Dankbarkeit zu empfinden.

lass uns sein wie Martha
dass es uns Freude macht, für Andere da zu sein
mach unsere kleinen und großen Gemeinschaften
zu Orten der Gastlichkeit und Ruhe,
wo Freunde und Fremde willkommen sind
wo Menschen sich angenommen fühlen

lass uns sein wie Maria
großzügig und verschwenderisch
So wie sie die Füße ihres Gastes mit kostbarem Öl salbt
so lass auch uns voll Zuwendung sein, überall dort
wo Menschen neben uns
oft ausgehungert sind nach Freundlichkeit und Mitgefühl

lass uns sein wie Lazarus
hol auch uns heraus aus dem Begraben-sein
aus dem: „wie Tod sein“ in unseren Sorgen und Ängsten
hol uns heraus aus unser Selbstgewissheit und Rechthaberei
hol uns heraus aus unserem Alltagstrott,
schenke uns neues Leben

Herr, nimm uns aber auch an
wenn wir die andere Seite in uns wahrnehmen
den Menschen, (nein,wir wollen ihn nicht Judas nennen)
den, der neidisch und missgünstig ist
den, der kleinlich ist und sich abseits stellt
den, der mit dir hadert,
den, der sich nicht mit freuen kann
nimm uns auch dann an, wenn unser Herz bitter ist
behüte uns und verlasse uns nicht

um all das bitten wir in diesen Tagen, wo wir Jesus in unseren Gedanken auf seinem Weg begleiten wollen. Sein Weg vom Leben in den Tod - hinein aber in die Hoffnung auf die Auferstehung. Auch jetzt und heute schon. Amen