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Donnerstag, 17. Februar 2022

Fürbitten 18.2. WENIGSTENS HEUTE - ....Geduld, Annehmen

 


Foto Elisabeth Arzberger

18.2.2022  Mk.8.34  wer mir nachfolgen will   Lk-9.18

 „Wer mir nachfolgen will – der nehme täglich sein Kreuz auf sich“ hören wir heute im Evangelium. Das Wort vom „Kreuz tragen“ soll nicht Angst machen. Es geht nicht darum, sich das Leben extra schwer zu machen. Sich Opfer auszudenken, sich zu belasten. Jesus verlangt kein großes Programm von uns: Nur was HEUTE, gerade HEUTE ansteht, das sollen wir geduldig auf uns nehmen. Von Papst Johannes XXIII gibt es ein schönes Gebet, „Nur für Heute“: es mein, wir müssen uns nicht überfordern, es genügt wenn wir HEUTE tun, was wir können -  bitten wir in diesem Sinn

 Wenigstens heute lass uns bewusst etwas tun, wozu wir eigentlich gar keine Lust haben 

Wenigstens heute hilf uns dabei, dass wir andere nicht kritisieren oder verbessern wollen - lass uns nur an uns selbst arbeiten. 

Wenigstens heute lass uns ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes tun, ohne dass wir selbst etwas davon haben und ohne dass wir es an die große Glocke hängen

Wenigstens heute lass es uns schaffen, den Tag dankbar anzunehmen, ganz gleich, welche Probleme es gibt

Wenigstens heute lass, dass wir uns ganz bewusst Zeit nehmen für ein gutes Buch,                                  für einen Spaziergang, für ein offenes Gespräch

Wenigstens heute lass, dass wir uns vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

 

So bitten wir guter Gott, lass uns Schritt für Schritt den Weg gehen, den wir gehen sollen gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüder, damit die Welt ein Stück heller und heiler wird. Im Namen Jesu Amen


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"An manchen Tagen fressen die kleinen die großen Fragen auf. An anderen Tagen verschlingen die großen Fragen die kleinen. Doch hinterher stellt sich nicht selten heraus, dass die kleinen große, die großen kleine Fragen waren."  Kurt Martí

 

„Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, 

wird nachher noch betitelt: 'den hab'n wir los jetzt'.“ Thomas Bernhard


„Es ist gefährlich, einem Menschen, einer Sache etc. mehr zu geben, als man es auf natürliche Weise und ohne Anstrengung kann. Wenn man diese Grenze überschreitet, läuft man Gefahr, ihnen gegen über Hass zu empfinden. Auch von ihnen abhängig zu werden, denn man erwartet eine Gegenleistung für das, was man zuviel gegeben hat. … Man darf diese Grenze nie überschreiten; man muss an sich arbeiten, um diese Grenze hinauszuschieben" (Simone Weil)


"Wer sich selbst im Weg steht,
kann nicht vorwärts gehen" Lothar Zenetti

  

„Kannst du einen Stern berühren, fragte man das Kind.

Ja, sagte es, neigte sich und berührte die Erde“.   Hugo von Hofmannstal

 

„Was wir im Auge haben, das prägt uns, dahinein werden wir verwandelt.

und wir kommen, wohin wir schauen“. Heinrich Spaemann

 

"Sage nicht mein. Es ist dir alles geliehen.

Lebe auf Zeit und sieh, wie wenig du brauchst....

Zerreiß deine Pläne. Sei klug

und halte dich an Wunder....

Jage die Ängste fort

und die Angst vor den Ängsten." Mascha Kaleko

 

"Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat." Rosa Luxemburg


"Zwischen Weinen und Lachen
schwingt die Schaukel des Lebens.
Zwischen Weinen und Lachen
fliegt in ihr der Mensch."Christian Morgenstern

 

„Suche nicht, was dir fehlt, sondern finde, was du hast!“ aus dem Gästebuch eines Klosters

 

„Liebe ist's: wenn‘s größer ist als Freiheit“                                                                                            Aus dem bezaubernden bayerischen Teenagerfilm „Beste Zeit“

 

"Das Loslassen
von unerfüllbaren Träumen
auch das Freigeben von Menschen,
an denen dein Herz hängt, ist oft unendlich schwer...,
Aber so, wie du nicht einatmen kannst,
ohne die Luft auch wieder auszulassen
so kannst du dich allem Neuen nur öffnen,
wenn du Verbrauchtes aufgeben kannst..“ nach Christa Spilling-Nöker

 

"Wer hofft ist jung

Wer könnte atmen ohne Hoffnung

dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen

ein Liebeswort die Angst überlebt"  Rose Ausländer

 

"Stärke des Charakters

ist oft nichts anderes als eine Schwäche des Gefühls."  Arthur Schnitzler





Mittwoch, 16. Februar 2022

Fürbitten 17.2 Wer ist dieser Jesus FÜR MICH?

 




17.2.2022 Mk.8.27 Für wen halten mich die Menschen?

„Wer bin ich, für wen halten mich die Menschen?“ das fragt Jesus die Jünger heute im Evangelium.  Und stellt er nicht auch uns diese Frage? Und was antworten wir, wenn uns andere fragen: Wer ist Jesus für dich? – Ja, ganz konkret: wer ist Jesus für MICH? Für manches können wir bei der kritischen Bibelwissenschaft nachfragen, sie bemüht sich um seriöseAussagen zum „historischen Jesus“. Aber letztlich muss ich für mich selbst klären, WER JESUS FÜR MICH IST.   Was macht diese Antwort dann mit mir selbst – spiegelt sich darin nicht mein eigener Lebensentwurf? Bitten wir heute, in dem wir nur hinhören

Lass mich dich sehen, Jesus:

Du selbst ein Baby, aus dem Bauch deiner Mama geschlüpft

wie all die anderen unzählbaren Babys dieser Welt

du Bub in deiner Familie, Vater, Mutter, Geschwister -

neugierig bist du und auch eigenwillig…  vielleicht auch unverstanden

 

Lass mich dich sehen, Jesus:

ein junger Mann bist du, zuerst mit einem soliden Handwerks- Beruf

dann aber eine Sehnsucht, die dich unruhig macht

du wirst dein zu Hause verlassen,

eine Familie bleibt zurück, die ratlos ist

 

 

Lass mich dich sehen, Jesus:

Dort beim Täufer Johannes am Jordan, wenn du deine Berufung erfährst,

wenn du hörst, wie GOTT DICH ruft, Dich, sein Kind

wenn du nun weißt, dass deine ganze Leidenschaft

dem Reich Gottes gehört

 

 

Lass mich dich sehen, Jesus:

wie du unter den Menschen bist. Freunde hast du, Feste feierst du

immer aber bist du: voll Mitgefühl, machst heil und gesund

du siehst die Not der Anderen

 

Lass mich dich sehen, Jesus:

Auch ungeduldig bist du, mehr willst du

als nur brave Gesetzes-Treue

zur Freiheit willst du die Menschen befähigen

Leidenschaft für Gott willst du

 

 

Lass mich dich sehen, Jesus:

wie du in deiner Kompromisslosigkeit scheiterst,

Todesangst und Todesurteil,

ob du wartest, dass Gott dich rettet?

Nimmst du wirklich diesen schrecklichen Tod an?

 

Lass mich dich sehen, Jesus: ein Ostermorgen, ein leeres Grab

und doch unsere ganze Hoffnung

Glauben über den Tod hinaus.

Jesus – wer bist du für mich

 

Ja um das bitten wir dich: lass uns dich sehen, immer wieder mit neuen Augen, mit neuer Sehnsucht und mit neuem Glauben. Amen

 


Dienstag, 15. Februar 2022

Fürbitten 16.2. mit den Augen der Liebe

 


16.2.2022 Mk.8.22 sehen können

Gestern im Evangelium waren die Jünger wie blind für das, was Jesus ihnen zeigen und bedeuten wollte.  Heute in der Markus Erzählung heilt Jesus einen Blinden. Zuerst sieht der Mann nur unscharf – da legt ihm Jesus noch einmal die Hände auf: jetzt sieht der Mann klar und deutlich. Er erkennt Menschen und Bäume, er sieht die Wirklichkeit. Bitten auch wir

 

Lass uns „sehenden Auges“  durch unseren Tag gehen. Dass wir erkennen, was wichtig und weniger wichtig ist, dass wir uns Zeit für uns selbst nehmen, dass wir all die Dinge erkennen können, die trotz mancher Sorgen oder Krankheit gut und schön sind.

                                                                                         

Gib uns „Augen der Vernunft“ dass wir uns nicht von anderen hysterisch machen lassen, dass wir Dinge nüchtern beurteilen können, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen können.                                   

 

Gib uns „Augen der Nachsicht“, dass wir Fehler nicht dramatisieren, dass wir Anderen immer wieder eine Chance geben, dass wir gelassen mit allem umgehen können, was nicht so perfekt ist.                                   

 

Gib uns „Augen der Geduld“, dass wir von uns selbst nicht mehr verlangen, als wir leisten können, dass wir dankbar sind, für das, was andere geben können, dass wir in Ruhe die Entwicklung von Dingen abwarten können   Wir bitten dich erhöre uns

 

Lass uns mit einem „lachenden Auge“ auch in diesen Tag gehen, weil wir uns selbst nicht so wichtig nehmen müssen, weil wir alles von dir erwarten, weil uns die Erfahrung zeigt, dass es auch immer wieder einen guten Ausgang gibt.          

 

Lass uns auch ertragen, wenn es ein „weinendes Auge“ ist an manchem Tag, weil wir Ärger haben, krank sind, weil nie alles so läuft wie es sein soll, dass wir trotz allem immer spüren können, dass EIN gutes Auge auf uns ruht                  

                                                                                       

Vor allem aber bitten wir um „Augen der Liebe“ , dass es nichts gibt, was man nicht verzeihen kann, dass  alles möglich ist, wenn man es nur erhofft, dass wir nichts aufgeben, was uns wichtig ist                                          

 

Barmherziger Gott, so schenke uns einen guten Blick auf alles in unserem Leben, einen guten Blick vor allem auch auf die Menschen um uns. Bitten wir heute ganz besonders für alle „Geburtstagskinder“. Dass es ihnen Freude machen, was sie rund um sich sehen. So bitten wir im Namen Jesu.  Amen.


Montag, 14. Februar 2022

Fürbitten 15.2. ACHTSAMKEIT - im HIER und JETZT sein

 


15.2.2022 Mk.8.14  versteht ihr noch immer nicht ACHTSAMKEIT

Manche Szenen, die im Evangelium beschrieben werden, sieht man direkt plastisch vor sich. Heute etwa, da platzt Jesus der Kragen. Er will den Jüngern, mit denen er gerade im Boot unterwegs ist, etwas Wichtiges sagen – und dann merkt er, dass die mit ihren Gedanken ganz wo anders sind. Jesus will vor dem „Sauerteig der Pharisäer“ warnen, die Jünger aber denken in dem Moment bloß: „Du meine Güte, wir haben zu wenig Brot mitgenommen.“ „Begreift und versteht ihr überhaupt nichts...“ sagt Jesus, vielleicht schüttelt er dabei auch den Kopf. Auch mit uns wird es ihm wohl manchmal so gehen...Wie oft sind auch wir mit unseren Gedanken „anderswo“.  Danken wir ihm für seine Geduld und bitten wir:

 

Dass wir immer besser lernen, aufmerksam zu sein – dass es uns immer besser gelingt,                        im Hier und Jetzt zu leben

 

Dass wir vorurteilsfrei andere Menschen wahrnehmen, ohne sie gleich vorschnell in irgendein Schema einzuordnen

 

Dass wir uns bemühen, anderen zuzuhören, ohne gleich eigene Gedanken einzuwerfen

 

Dass wir uns nicht Sorgen um alltägliche Nichtigkeiten machen, sondern in einem größeren Vertrauen leben können

  

Bitten wir aber auch um Geduld und Nachsicht mit uns selbst, weil wir nie ganz so sein können, wie wir es gern hätten

 

um Geduld und Kraft, dass wir es aushalten, wenn die Dinge nicht so sind, wie wir glauben, dass sie sein müssen

 

und bitten wir um Geduld und Humor, dass wir mit unseren eigenen und den Fehlern der anderen leichter umgehen können

 

Du guter Gott, hilf uns, geduldig hinzuhören auf das, was Du uns sagen willst, ja, auch auf das, was Andere uns sagen. Hilf uns auch geduldig hinzuhören auf das, was unsere Seele uns sagen will, damit wir uns selbst besser verstehen. Wir sitzen mit Jesus in einem Boot und wollen ohne Ängste sein, Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


Glückwünsche:

Dass du dir glückst.
Dass dir das glück anderer glücke.

Dass durch dich
Ein oder zwei menschen
Besser sich glücken.

Dass das glück dich nicht blende
Für das unglück anderer.

Dass du dir glückst
Auch im unglück.

Dass eine welt werde,
wo zusammen mit dir
viele sich glücken können.  Kurt Marti

 

"Liebe ist kein Virus. Sie muss als Tätigkeit betrieben werden, indem man eine andere Person unterstützt, miterlebt, ihr Zeitzeuge ist. Wenn man sich für die Liebe entscheidet, muss man sicher sein, dass man dazu in der Lage ist. Liebe ist kein Problem, sondern eine sehr gesunde Tätigkeit"            Tilda Swinton


"Aber die größte Begabung ist doch die,

auf der Welt sein zu können und es auszuhalten,

mit einem gewissen Frohsinn." Ilse Aichinger

 

"Lass dich nicht durch das, was du nicht tun kannst,

von dem abhalten,

was du tun kannst"! Afrikanischer Spruch


"Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding. wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie: sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. in den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. und zwischen mir und dir da fließt sie wieder. lautlos, wie eine Sanduhr"                                           Rosenkavalier Hugo von Hofmannsthal

 

"Das größte Übel, von dem die Menschheit erlöst werden muss,

ist die Willfährigkeit, Formeln zu glauben,

denn sie ist das Misstrauen gegen das eigene Gewissen."

Erich Mühsam von den Nazis ermordet 1934 KZ Oranienburg

  

„Wer A sagt,

der muss nicht B sagen.

Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“ Brecht

 

"Je länger man vor der Tür zögert,
desto fremder wird man" Franz Kafka

  

"Man muss schon auf die Qualität der Kerle schauen. Ich habe immer sehr darauf geachtet, dass meine Männer nicht dumm sind" (Erni Mangold)


„Wer immer in mir wohnt, ich mein nicht mich, ich mein den Mensch in mir,                                     wird nicht zufrieden sein, bevor er alles los ist, auch sich selbst“                                                           Richard II Übersetzung Thomas Brasch

 

"Bei jedem Atemzug stehen wir vor der Wahl,

das Leben zu umarmen oder auf das Glück zu warten."   Andreas Tenzer

 

 Auch heute!  Finden macht das Suchen leichter    Elazar Benyoetz

 

 "Mäusegedicht

Und dräut die Katze noch so sehr,
sie kann uns nicht verschlingen,
solange wir nur unverzagt
von allem, was noch ungesagt,
von Lust und Frust
von Frist und List
und dem, was sonst noch sagbar ist,
nicht schweigen, sondern singen:
Das Singen wird es bringen!" Robert Gernhardt




Sonntag, 13. Februar 2022

Fürbitten 14.2. VALENTINSTAG

 

Foto Irmgard Czerny

14.2.2022  Freude machen - Freude haben

 Wir sollen nicht nur lästern über die große Geschäftemacherei mit diesem Tag - schon seit einigen Jahren ist der Valentinstag auch in der Kirche angekommen. – und an vielen Orten, etwa auch im Stephansdom, werden heute Liebespaare gesegnet. Nicht nur verheiratete Paare,  sondern auch Menschen, die in anderen Formen der Partnerschaft miteinander leben und füreinander da sein wollen. Gerade wohl auch in dieser belastenden Zeit der Pandemie sollen wir auch diesen Tag für Freude und Dankbarkeit nutzen. In jedem von uns lebt die Sehnsucht nach Liebe. Bitten wir heute am Valentinstag um so viel Freude, dass wir all das Gute um uns immer wieder mit neuen Augen sehen können

  

um so viel Freude bitten wir, - dass Sorgen und Ängste, dass Enttäuschung und Resignation keine Chance haben, dass Hoffnung und Liebe stärker sind als alles andere

 

um so viel Freude bitten wir, - dass wir offen für alles Neue sind, dass wir niemand ängstlich ausgrenzen müssen, dass wir immer wieder wie neu anfangen können, auch wenn es in unseren Beziehungen manchmal Stolpersteine gibt

 

um so viel Freude bitten wir, - dass wir uns neidlos mitfreuen können, mit der Freude anderer,          dass wir tolerant sind für viele Formen der Nähe und Zärtlichkeit

 

bitten wir für alle die heute vielleicht besonders unter Alleinsein leiden, wie Alte und Pflegebedürftige Bitten wir für die Kranken und Schwerkranken und die Sterbenden -  Dass sie noch Geborgenheit finden in der Liebe derer, die ihnen nahe sind

 und bitten wir, dass auch uns Liebes-Beziehungen gelingen, in denen sich der Andere in seiner Eigenart entfalten kann und seine Freiheit behält

Du guter Gott, so lass uns Freude in diesen Tag bringen, lass uns immer wieder alles tun, um andere zu ermutigen, damit auch ihr Leben gut und froh ist. Lass, dass wir  Freude an uns selbst haben, weil DU uns so unendlich liebst Amen


Samstag, 12. Februar 2022

Fürbitten Sonntag 13.2. SELIG - die Armen, die Hungernden, die Verzweifelten ???

 


13.2.2022 Lk 6.20  die Feldrede Jesu - unsere Werte auf den Kopf gestellt

Was wir als „Bergpredigt“ im Matthäus-Evangelium kennen ist im Evangelium bei Lukas mit ganz ähnlichen Aussagen eine „Feldrede“ Jesu. Da wie dort geht es um paradoxe Aussagen. Aussagen, die verständlicherweise provozieren. Herkömmliche Werte werden von Jesus radikal auf den Kopf gestellt: was normalerweise als Unglück erscheint: Hunger zu haben, verzweifelt zu sein, von Anderen gehasst zu werden – das sollen wir, mit den Augen Jesu, als Glück preisen!!?? „SELIG SEID IHR“ - Freut euch und tanzt, wenn das geschieht, heißt es bei Lukas.                Aber „weh euch“, wenn ihr jetzt reich seid, wen ihr satt seid, wenn ihr jetzt lacht, wenn alle euch loben. Da steht doch die Welt Kopf. (Kein Wunder wenn solche Worte Witze provozieren, siehe oben) Müssten wir also darum bitten arm zu sein, unglücklich, hungrig, von anderen gehasst?

Bitten wir, dass wir lernen auch in Widersprüchlichkeiten zu leben. Dass wir uns getrauen, immer wieder unsere fest gefügte Werte-Welt zu hinterfragen

Dass wir die Unbegreiflichkeit Gottes immer mehr annehmen können, wenn auch nicht verstehen

Dass wir es aushalten, auf viele Fragen keine Antwort zu bekommen

Dass wir Unbegreifliches Schmerzliches auch dann annehmen können, wenn wir den Sinn nicht verstehen

Dass wir weiter vertrauen und nicht verbittern, wenn Wünsche und Erwartungen und vor allem auch Gebete nicht erfüllt werden

Dass uns das Leid in der Welt nicht zynisch macht und abstumpft, dass wir es nicht "gottgewollt" hinnehmen, sondern dass wir uns herausgefordert fühlen, zu helfen.

 

So bitten wir heute ganz besonders für all die Menschen, die im wahrsten Sinn des Wortes hungern und weinen, die beschimpft und gehasst werden, die man verfolgt und aus Gemeinschaften ausschließt. Nein, Jesus will nicht, dass wir uns mit ihrem Schicksal abfinden – das Himmelreich ist dort, wo wir selbst Himmel schaffen. Dazu hilf uns guter Gott, Amen


Freitag, 11. Februar 2022

Fürbitten 12.2. HUNGER und Sehnsucht, nach so vielem gibt es



12.2.2022 Mk.8.1   die Leute aßen u wurden satt  

Im Evangelium hören wir heute, bei Markus, nochmals die Geschichte einer wunderbaren Brotvermehrung. Seit drei Tagen, so heißt es, sind viele Menschen um Jesus versammelt, der nun seine Jünger auffordert, die Leute zu versorgen. Aber es sind nur sieben Brote und ein paar Fische vorhanden – als Jesus das Wenige segnet, können wieder alle auf wundersame Weise satt werden und es bleiben am Ende sogar noch 7 Körbe mit Brot übrig. „Die Leute aßen und wurden satt“ heißt es im Evangelium.  Wir selbst leiden keinen körperlichen Hunger, und doch gibt es eine Sehnsucht danach „satt“ zu sein. So bitten wir heute

 

Jesus, der du Brot für alle hast

stille du unseren Hunger, unsere Sehnsucht

nach Liebe nach Gemeinschaft, nach Freude und Glück, nach einem sinnvollen Leben   

 

stille du den Hunger, die Sehnsucht all der kranken Menschen

nach heil sein und gesund sein,

stille unser aller Sehnsucht nach einem normalen Leben  

 

stille du den Hunger, die Sehnsucht der alten Menschen

nach Zuwendung, nach Nähe, nach Angenommensein

 

stille du den Hunger, die Sehnsucht der Jungen

nach Zärtlichkeit, nach Anerkennung, nach einem Beruf der Freude macht u Sicherheit gibt

 

stille du den Hunger, die Sehnsucht der Menschen

in den Kriegs- und Krisengebieten: den Hunger nach Frieden,

mache Frieden möglich, in den Konfliktgebieten dieser Erde

 

und stille du den Hunger, den nackten Hunger, überall dort

wo es Menschen am Notwendigsten fehlt

hilf uns, dass wir selbst helfen, wo wir helfen können,

dass auch wir Hunger stillen – den leiblichen und den seelischen unserer Mitmenschen

 

Du guter Gott. So groß ist unser Hunger nach Leben. So groß oft unsere Sehnsucht, endlich satt zu sein, genug Liebe zu haben, genug Freude, genug Frieden. Schenk Du uns, was niemand sonst uns geben kann – wir bitten im Namen Jesu . Amen


Donnerstag, 10. Februar 2022

Fürbitten 11.2 Welttag der Kranken - Unsere liebe Frau von Lourdes

 




11.2.2022  Lourdes, Welttag der Kranken 

 Lourdes, der kleine Ort in Südwest-Frankreich, ist weltweit ein Synonym geworden für Wunder und Heilung. Im Jahr 1858, von Februar bis Juli, hatte das 14jährige Hirtenmädchen Bernadette Soubirous in einer Felsenhöhle bei Lourdes achtzehnmal die Erscheinung einer geheimnisvollen, unbekannten Dame. Für Bernadette die Gottesmutter Maria. In die Grotte von Massabielle pilgern seither unzählige Menschen aus aller Welt mit ihren Sorgen und Anliegen. Immer wieder gibt es Berichte von wunderbaren Heilungen. Heute, am Gedenktag der Mutter Gottes von Lourdes, ist auch der Welttag der Kranken,  

 

so bitten wir mit unserem Blick auf Maria

für alle Menschen die nach Lourdes kommen

oder an anderen Orten Hilfe suchen  

dass sie Heilung und Trost finden

 

für alle, die krank und pflegebedürftig sind

für alle, die auf Hilfe und Zuwendung anderer angewiesen sind

für alle, die an den Folgen einer Covid Erkrankung leiden

 

für die vielen Menschen die ihr eigenes Leben zurückstellen

um Kranken, Behinderten und Alten zu helfen

für alle, die Anderen in schweren Lebenssituationen treue Wegbegleiter sind

 

an diesem Muttergottes Gedenktage bitten wir auch

für alle Frauen und Mütter, die oft in schwierigen Situationen

alleingelassen und überfordert sind

wir bitten  für unsere Kinder und Jugendlichen, dass Gott ihre suchenden Wege

ins Leben begleitet und segnet

 

 

ganz besonders bitten wir für alle Menschen, die ahnen,

dass sie den Tod vor Augen haben

für alle, die den Tod als Erlösung herbeisehnen

und für alle, die schon gestorben sind

 

so bitten wir mit unserem Blick auf Maria, sieh Du auf alles, was in unserem Leben Heilung, Versöhnung und Erlösung braucht. Wir bitten im Namen Jesu Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 



"der tagesplan

gestern machte ich mir einen tagesplan für heute

heute stehe ich auf und schaue lange nicht darauf

es steht darauf was noch nicht getan ist

und noch heute soll das alles getan werden

und wer soll es sein der das tut

diese frage ist nicht gut

und die antwort darauf auch nicht " ernst jandl

 

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
So lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen von jedem Wehen
...sich viele Blüten schenken lässt..." Rilke


"Wer das Leben fragte 1000 Jahre lang: "Warum lebst du" -

es spräche nichts anderes als: "Ich lebe, darum dass ich lebe". Meister Eckhart

und Getrud Stein sagt es so: „Rose is a rose is a rose is a rose“

 

"Was für ein herrliches Leben hatte ich!

Ich wünschte nur, ich hätte es früher bemerkt". Colette


 

Keinen verderben lassen,

auch nicht sich selber,

jeden mit Glück erfüllen,

auch sich. Das ist gut.“ Bertolt Brecht

 

„Die Definition von Wahnsinn ist: Immer wieder das Gleiche zu tun

und gleichzeitig unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten.“ Benjamin Franklin

 

" Denken und Sein werden vom  Widerspruch bestimmt." Aristoteles

 

" Verschiebe nicht auf morgen,

was genau so gut

auf übermorgen verschoben werden kann." Mark Twain

 

 "Etwas festhalten wollen und dabei es überfüllen: das lohnt der Mühe nicht.

Etwas handhaben wollen und dabei es immer scharf halten: das lässt sich nicht lange bewahren.

Ist das Werk vollbracht, dann sich zurückziehen:

das ist des Himmels SINN." Laotse

 

 

"Fragen

Wie groß ist dein Leben? Wie tief? Was kostet es dich?

Bis wann zahlst du? Wie viel Türen hat es?

Wie oft hast du ein neues begonnen?

Warst du schon einmal

gezwungen um es zu laufen" ? Erich Fried

 

"alles

es ist alles zum letzten mal,

wenn wir das einsehen würden,

ginge uns die Liebe auf." Ilse Aichinger

 

"Der Mensch ist Sehnsucht" Gabriel Marcel