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Freitag, 7. August 2026

Fürbitten 8.8. Die beste Predigt? Lebe es vor !

 


 8.8.2026 Hl.Dominikus   

 Heute ist der Gedenktag des hl.Dominikus – Er wurde 1175 in Kastilien geboren und war ein Zeitgenosse von Franz von Assisi. Von beiden Orden gingen große Erneuerungskräfte für die Kirche aus. Die Dominikaner verstanden sich als Predigerorden gegen das, was die katholische Kirche als Irrglauben bezeichnete, wobei sie in der Inquisition aus heutiger Sicht eine schlimme Rolle spielten.  Dominikaner beteiligten sich auch an den Anfängen der Hexenverfolgung, ein Dominikaner war Autor des berüchtigten Hexenhammers um 1500. Aber selbst Mitglieder des Ordens wurden Opfer dieser Verfolgungen durch Dominikaner, wie etwa der Dominikaner-Mönch Giordano Bruno. Der Priester Dichter Philosoph und Astronom wurde 1600 in Rom am Scheiterhaufen verbrannt. Mit dieser Geschichte setzen sich heute die Dominikaner selbst kritisch auseinander. Schauen und betrachten das war der Leitspruch des heiligen Dominikus – wobei es im zweiten Teil des Satzes heißt: und das daraus Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen  bitten wir heute

dass wir schauen und betrachten – lange Zeit - noch ehe wir urteilen

dass wir schauen und betrachten –  gerade dann, wenn wir glauben „für so etwas“ keine Zeit zu haben

 

dass wir das Empfangene weitergeben – dass wir solidarisch leben, dass Menschen bei uns Aufnahme und Ruhe finden

dass wir das Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen –  dass unsere Art zu leben unsere Predigt ist. Mehr braucht es nicht

Ein für die Weltkirche prägender Dominikaner ist der britische Theologe Kardinal Timothy Radcliffe Er wünscht sich eine Kirche, in der sich alle – insbesondere Frauen und kulturell diverse Gruppen, wie auch Homosexuelle – zu Hause fühlen. Wir müssen uns auf den Weg zu einer Kirche machen, in der diese Menschen nicht mehr am Rande, sondern in der Mitte stehen.“ sagt Radcliffe  so bitten wir auch in diesem Sinn, dass dies in unserer Kirche gelingt

Der peruanische Dominikanerpriester Gustavo Gutiérrez (+2023): gilt als Begründer der Befreiungstheologie. Für ihn ist das Eintreten für die Armen das Kernanliegen der Kirche. Wörtlich sagte er: „Die Armut der Armen ist kein Aufruf zu großzügigen Hilfsaktionen, sondern eine Forderung, dass wir hingehen und eine andere soziale Ordnung aufbauen.“ „Ohne ein wirkliches Engagement gegen Ausbeutung und Entfremdung und für eine solidarische und gerechte Gesellschaft wird die Feier der Eucharistie zu einem leeren Getue, dem es an inhaltlicher Füllung seitens derer fehlt, die an ihr teilnahmen.“ Bitten wir, dass wir auch das sehr ernst nehmen und so auch Papst Leo XIV unterstützen

 Einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts und Vordenker des Zweiten Vatikanischen Konzils war der Dominikaner Yves Congar (+1995)  Er forderte „Man darf keine andere Kirche machen, aber man muss eine Kirche machen, die, bis zu einem gewissen Grad, anders ist.“  Bitten wir, dass auch hier die Dominikaner weiter eine wichtige Kraft zur Öffnung und immer wieder Erneuerung der Kirche sind

Zuletzt noch ein Wort von Christoph Schönborn (1945): Der Kardinal und Dominikaner und frühere Wiener Erzbischof fordert zu einem Klima der Hoffnung auf  „Es gibt so viele Unglückspropheten und es gibt vieles, was heutzutage hochdramatisch ist, aber die Hoffnung darf man nie verlieren.“ Und nicht zuletzt rät Schönborn allen Theologen : „Bitte, keine frommen Sprüche!“ Habt echtes Interesse für die alltäglichen Sorgen und Nöte der Menschen zu zeigen)

Denken wir heute natürlich auch an die Dominikanerinnen. Mehr als 30.000 Schwestern gibt es weltweit -  bitten und danken wir für ihren Einsatz und ihre Spiritualität


So bitten wir, du guter Gott, lass unser Leben unsere "Predigt" sein, dass wir überall und mit Allem und in Allem dich loben und preisen, in Freude und Dankbarkeit. Amen