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Samstag, 29. Juli 2023

Fürbitten 30.7. Geh bis an deiner Sehnsucht Rand ....

 


30.7.2023 Mt 13.44 Schatz im Acker, kostbare Perle  1 Kön 3. Hörendes herz

Wie ist das mit dem Himmel, so haben die Menschen Jesus vor mehr als 2000 Jahren gefragt, und eigentlich fragen wir uns genau das doch auch heute: Was soll ich mir unter einem Himmel vorstellen? Wie so oft antwortet Jesus mit Gleichnissen: der Himmel ist …. wie etwas unglaublich Kostbares, das du plötzlich findest und dafür gibst du dann alles, keine Anstrengung ist dafür zu groß. Jesus nennt als Beispiele einen Schatz im Acker oder eine kostbare Perle, für die ein Kaufmann alles, was er besitzt verkauft, nur um sie zu erwerben.  Haben wir so etwas Begehrenswertes schon gefunden? Etwas, wofür wir „ALLES“ geben würden, unser „letztes Hemd“? Bitten wir heute

dass wir erkennen, wofür es sich lohnt, Zeit, Geld, Nerven und vor allem unser Leben und unsere ganze Liebe einzusetzen

dass wir mehr Fantasie und Mut haben, uns „den Himmel auf Erden“ zu wünschen

dass wir nichts auf MORGEN verschieben, was HEUTE für uns gut ist und uns glücklich macht

dass wir aber doch kurzfristig auf etwas verzichten können, um später die größere Freude zu haben

dass wir uns nicht mit kleinen Lösungen abgeben, wenn wir eigentlich eine viel größere Sehnsucht haben

dass wir die Sehnsucht nie aufgeben, ganz gleich wie alt wir sind, weil nur sie uns immer weiterführt

dass wir auch unsere Krisen und Schwierigkeiten als „Schatz im Acker und als kostbare Perle“ entdecken können, weil letztlich auch sie uns dorthin führen können, wo der Himmel ist

Guter Gott: lass uns den Schatz erkennen, die Kostbarkeit, die in jedem einzelnen Tag verborgen ist und lass uns alles daran geben, diesen Schatz ans Licht zu bringen. Und wie König Salomon bitten wir; Gib uns ein hörendes Herz: dass wir die Sorgen und Nöte und auch die Freuden der Menschen um uns wahrnehmen – und nicht zuletzt auch das, was unsere innerste Sehnsucht ist. Amen  

 

Von Rainer Maria Rilke gibt es ein wunderbares Gedicht, das uns ermuntert, diesen Schatz im Acker zu suchen "Geh bis an deiner Sehnsucht Rand"



"Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht...

Von deinen Sinnen hinausgesandt,

geh bis an deiner Sehnsucht Rand; ....

Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.

Man muss nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.

Lass dich von mir nicht trennen.

Nah ist das Land,

das sie das Leben nennen.

Du wirst es erkennen

an seinem Ernste.

Gib mir die Hand" .      Rainer Maria Rilke, 4.10.1899, Berlin-Schmargendorf


Freitag, 28. Juli 2023

Fürbitten 29.7 wie oft ist WENIGER - MEHR - die Balance finden

 


28.7.2023  hl.Marta, hl.Maria,  hl.Lazarus   Joh.11.19 Lk.10.38 

 In der Liturgie heute erinnert die Kirche an drei Menschen, die enge Freunde Jesu waren.  Marta, Maria und Lazarus. Es sind drei Geschwister, die ein gastfreundliches Haus hatten und zu denen Jesus regelmäßig zu Besuch kam. In der Liturgie kann man heute sogar zwischen zwei unterschiedlichen Evangelien wählen, die von der Freundschaft der Vier berichten.                           Im Johannes-Evangelium  ist es dramatisch. Es schildert den Umstand, dass Lazarus im Sterben liegt, Jesus aber, obwohl er davon hört, nicht sofort zur Hilfe kommt, sondern erst 4 Tage später, als Lazarus bereits im Grab liegt. Beide Schwester weinen bitterlich „wärest du hier gewesen…“ sagen sie fast vorwurfsvoll  – wir hören, dass auch Jesus weint aber nun geschieht das Wunder. Jesus befiehlt Lazarus aus dem Grab herauszukommen. Der Tote lebt, ist wieder auferstanden – ein Zeichen für das, was nach Jesu Tod geschehen wird.

Das Lukas Evangelium spielt zu einem früheren Zeitpunkt, Lazarus lebt noch, Jesu ist wieder einmal auf Besuch – aber diesmal bricht zwischen den Schwestern Unmut aus. Die Jüngere, Maria, sitzt nur neben Jesu und lauscht seinen Worten – Marta, die Ältere, wuselt als Gastgeberin herum, um es allen gemütlich zu machen. Schließlich beschwert sich Marta bei Jesus „siehst du nicht, dass Maria alle Arbeit mir überlässt“ – und Jesus, wir könnten sagen typisch Mann, sagt „Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden“. (Soll heißen: sich Zeit für Jesus nehmen ist wichtiger als alles andere) Viele von uns Frauen verstehen Marta nur zu gut! Denn wenn sich alle nur hinsetzen und zuhören, funktioniert die Gastfreundschaft und vieles andere auch nicht. Und doch wissen wir selbst nur zu gut: so oft wäre „WENIGER“ - -„ MEHR“   Wie wichtig ist es, die Balance zu finden, zwischen der geschäftigen Martha in uns - und der Maria, die alle Zeit der Welt zu haben scheint.. so bitten wir

dass wir immer besser zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden können

dass wir alles liegen und stehen lassen können, für eine Sache die uns am Herzen liegt

 

dass wir unsere Tage nicht zumüllen mit Pflichten und Terminen

dass wir uns über Unvorhergesehenes freuen, über alles, was unsere Routine unterbricht

 

dass wir lernen, ganz DA-zu SEIN für diejenigen, die uns gerade brauchen,

dass wir nicht so vieles „nebenbei“ erledigen

 

dass wir aber auch auf unsere eigenen Bedürfnisse hören und den Mut haben, NEIN zu sagen

dass wir uns beschenken lassen können und nicht glauben, alles immer nur selbst “MACHEN“ zu müssen

 

dass wir uns aber jeden Tag Zeit nehmen, um „ganz Ohr zu sein“, für das, was Gott uns sagen will – durch so viele Kleinigkeiten, die jeder Tag mit sich bringt, auch der heutige.

 

Du guter Gott, so hilf, dass wir immer wieder zur Ruhe kommen. Lass uns darauf vertrauen, dass letztlich DU es bist, der vollendet was wir begonnen haben.  Dass wir auch heute alles im Namen Jesu beginnen dürfen, dafür danken wir dir. Amen

 

 


Donnerstag, 27. Juli 2023

Fürbitten 28.8. Du sollst dir kein Bild von Gott machen

 


28.7.2023 Ex.20.1 die 10 Gebote, ich bin der Herr dein Gott

In den Erzählungen aus dem hebräischen Buch Exodus sind wir heute an einer ganz entscheidenden Stelle. Die Israeliten sind unter der Führung von Moses der Sklaverei Ägyptens entkommen, hinter ihnen liegt die wunderbare Flucht trockenen Fußes mitten durch das Rote Meer – nun ist das Volk in der Wüste angekommen. Aber weit und breit nur Entbehrung und kein Gelobtes Land. Im Volk brodelt es, die Stimmung gegen Moses schlägt um, lieber möchte man zurück an die „Fleischtöpfe Ägyptens“ als im Ungewissen zugrunde gehen. Da kündigt sich Gewaltiges an. Jahwe selbst wird einen Bund mit ihnen schließen. Wie in einem gewaltigen Gewitter, unter Feuer, Donner und Beben erhält Moses nun hoch oben am Berg Sinai sozusagen den Vertrag mit Gott. Es sind die 10 Gebote, 10 Gesetze die schon im ersten Satz das Wesentliche enthalten: „Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus dem Sklavenhaus geführt hat …Neben mir sollst du keine anderen Götter haben….und du sollst dir kein Bild von Gott machen“. Erst danach folgen die anderen Gebote des Dekalogs. Bleiben wir gleich kurz beim Gottesbild. Welches tragen wir in uns? So manche haben noch viel vom strafenden und rächenden Gott gehört – obwohl Jesus uns zu einem liebenden Vater geführt hat. Bitte wir heute:

 

sei uns kein Gott der Autoritäten und Hierarchien

sei uns kein Gott der Bücher und Lehrmeinungen

 

sei uns kein Gott, der uns aufs Jenseits vertröstet

sei uns kein Gott hoch über uns und fern von uns

 

sei uns kein Gott, der uns das Leben abschnürt

sei uns kein Gott, vor dem wir uns verbiegen müssen

 

sei DU uns Gott, in dem wir all unsere Freude finden

sei DU uns Gott, der auch im Unbegreiflichen, der auch in Schmerz und Leid ganz bei uns ist

 

Sei DU uns Gott

In dem wir ohne Angst lernen, in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben

Sei DU uns Gott, mit dem wir uns in tiefer Einheit fühlen

 

Sei DU uns Gott

Zu dem alle unsere Wege führen, auch Irrwege und Sackgassen

Sei DU uns Gott – immer DA , gegenwärtig in allem unserem Tun, in aller Sehnsucht

 

Ja, um das bitten wir: Gott sei uns nahe. So nahe, dass alles Unvollkommene in uns verwandelt wird in Deiner Liebe – auf dich vertrauen wir, in dir leben wir, mit dir lieben wir. Heute und in alle Ewigkeit. Amen

Mittwoch, 26. Juli 2023

Fürbitten 27.7. ein hörendes Herz

 


27.7.2023 Mt.13.10  Ohren die hören, Augen die sehen, Herzen die verstehen

"Es gibt solche und solche", sagt Jesus. Es gibt Menschen, die haben Ohren, die hören, die haben Augen, die sehen und die haben Herzen, mit denen sie verstehen. Und es gibt die Anderen: die, die nichts hören, die nichts sehen wollen, die nichts verstehen wollen. WO gehören wir hin? Ist es so selbstverständlich, dass WIR zu den Ersteren gehören? Bitten wir heute

Dass wir nicht nur das hören, was wir hören wollen

Dass wir richtig hinhören, um auch den Anderen besser zu verstehen

Dass wir im Hören auch dazulernen und fixe Standpunkte verändern können

Dass wir einfach nur hören können und uns selbst zurücknehmen

Dass wir im geduldig Hinhören nicht das letzte Wort haben müssen.

 

Dass wir uns darum bemühen, klar und nüchtern zu sehen

Dass wir auch unsere eigensten Beweggründe und Motive sehen, erkennen können

Dass wir Weit-sicht haben und Rück-sicht im Umgang mit den Menschen, mit denen wir leben

Dass wir immer wieder auch Nach-sicht haben mit uns und den Anderen

Und um Einsicht bitten wir, überall dort, wo wir noch stur und blind sind


So bitten wir, guter Gott, wie es in einem Lied für Kindergottesdienste heißt es:  „Gib uns Ohren die hören und Augen die sehn und ein weites Herz, andre zu verstehn. Gott gib uns Mut unsre Wege zu gehn.“ Amen

 

 


Dienstag, 25. Juli 2023

Fürbitten 26.7. Oma und Opa - unverzichtbar, auch für den kleinen Jesus

 

Die Hl. Anna mit dem Hl. Joachim unterrichtet die kleine Hl. Maria

Bild: Austrian School, 17th Century


26.7.2023 Joachim u Anna, die Großeltern Jesu

Von der Volksfrömmigkeit werden sie seit Jahrhunderten verehrt: die Eltern der heiligen Maria. Also sozusagen: Oma und Opa von Jesus. Im Umfeld dieser frommen jüdischen Menschen ist Jesus Kind gewesen und erwachsen geworden. Großeltern, Eltern, sie haben seinen Glauben geprägt. Getrauen wir uns das so profan zu denken? Was alles verdankt Jesus diesen Menschen?  Was verdanken wir unseren Eltern und Großeltern. Papst Franziskus hat ja auch den 4.Sonntag im Juli zum Großelterntag erklärt, das war letzter Sonntag. Bitten wir heute

 

Für alle Großeltern, dass sie ihren Enkelkindern gute Wegbegleiter sein können - Dass sie ihre Lebenserfahrung nicht aufdrängen, sondern einfach da sind, wenn man sie braucht

 

Für unsere Familien, dass sie Orte von Geborgenheit und Liebe sind - Dass sie auch Orte sind, wo über Gott gesprochen und Glauben gelebt wird

 

für die Kinder und Jugendlichen, dass sie – behütet - ihren eigenen Weg finden dürfen

 

für die Eheleute, dass sie sich aufeinander verlassen können, dass sie einander vertrauen und Krisen durchstehen können

 

für die vielen Patchwork Familien, dass es untereinander Respekt gibt und die Kinder sich auch dort geborgen fühlen

 

bitten wir für alle Alleinstehenden, dass auch sie Familie im weiteren Sinn finden und anderen Menschen hilfreich sein können

 

und bitten wir für alle älteren Menschen und Altgewordenen, dass sie immer wieder einen neuen Sinn in ihrem Leben entdecken und auch trotz mancher Einschränkungen neue Lebensfreude.

 

Du guter Gott, im Blick auf die Großeltern Jesu, im Blick auf die Familie, in der Jesu groß geworden ist, vertrauen wir dir heute ganz besonders die Kinder und die jungen Menschen an. Vor allem auch jene, die als Flüchtlinge aus vielen Ländern der Welt bei uns sind. Lass sie alle wieder in ein Leben geordnetes Leben finden und hilf uns zum Frieden. Amen

 

 Hl. Anna Patronin der Mütter und Eheleute, der Witwen und Armen


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Die Glücklichen sind neugierig“  Friedrich Nietzsche

Wenn Leute dir sagen: „Kümmere dich nicht

so viel um dich selbst“

dann sieh dir ..die Leute an die dir das sagen:

An ihnen kannst du erkennen, wie das ist

wenn einer sich nicht genug

um sich selbst

gekümmert hat" Erich Fried

 

"Reiß deine Gedanken von deinen Problemen fort, an den Ohren, an den Fersen oder wie immer.

Das ist das Beste, was der Mensch für seine Gesundheit tun kann."   Mark Twain

 

" alles .. es ist alles zum letzten mal,

wenn wir das einsehen würden, ginge uns die Liebe auf."...Ilse Aichinger

 

"Vergleichen zerstört.

Ohne Vergleich zu leben heißt,

Integrität zu haben." Krishnamurti

 

„Ich liebe es, Dinge umzuwerfen und meine Spuren zu verwischen“    Schauspielerin Vicky Krieps

 

„Unmöglich sagt deine Angst

Zu viel Risiko sagt deine Erfahrung

Sinnlos sagt dein Zweifel.

Versuch es, flüstert dein Herz“ Avi Hartmann Psychotherapeutin

 

"Wer alles gibt,
hat die Hände frei“ Andreas Knapp

 

"Count your gains
instead of your losses,
Count your joys
Instead of your woes,
Count your friends
...Instead of your foes,
Count your smiles
Instead of your tears,
Count your courage
Instead of your fears,
Count your health
Instead of your wealth,
Count your blessings
instead of your crosses.."    aus Irland

  

"Seit es Menschen gibt, haben sich die Menschen zu wenig Freude gegönnt. Das allein ist unsere Erbsünde. Ich möchte an einen Gott glauben, der gut zu tanzen weiß". Henry Matisse

 

"Keinen verderben lassen auch nicht sich selbst

Jeden mit Glück zu erfüllen, auch sich, das ist gut." Brecht

 

„In der Muße scheint das Glück zu liegen.                                                                                                 Es gehört denen, die sich selber genügen“.  Aristoteles


"Das kleine ich muss großzügiger werden

bis an die Grenze der Verrücktheit." Peter Schellenbaum

 

"Anstatt immer nur das Beste geben zu wollen,

sollten wir lieber wieder einmal etwas Gutes tun" Peter Ustinov

 

"Dies ist, glaube ich, die fundamentalste Regel allen Seins:

das Leben ist gar nicht so, es ist ganz anders" Kurt Tucholsky

 

„Wo du JETZT
gebraucht wirst,
da bleibe stehen“ Hermann Hesse


"Every saint has a past                                                                                                                                               and every sinner has a future." Oskar Wilde




  




Montag, 24. Juli 2023

Fürbitten 25.7. was tun, wenn man in den Himmel will ?



25.7.2023 Mt.20.20   Fest Apostel Jakobus  der Run auf die besten Plätze...auch im Himmel?

Die Kirche feiert heute das Fest des hl.Jakob. Auch wer sich nicht so gut mit Aposteln auskennt, dem fällt vielleicht sofort der Jakobsweg ein, der berühmte Pilgerweg zu Ehren des hl Jakob nach Santiago di Compostela. Jakobus war einer der ersten der 12 Apostel – sein Bruder war Johannes. Beide müssen ein heftiges Temperament gehabt haben, denn Jesus nennt sie „Donnersöhne“, Das Evangelium erzählt von diesem Jakob und seinem Bruder eine Geschichte, die sehr realistisch wirkt. Die Mutter der beiden Brüder kommt nämlich eines Tages zu Jesus und verlangt, dass ihre „Buam“- später im Himmel - die besten Plätze neben Jesus bekommen. Sie findet, das muss schon „drinnen“ sein, wenn die Beiden schon jetzt so viel für Jesus tun. Typisch Mama.  Die anderen Jünger ärgern sich über diese „Unverschämtheit“ - aber Jesus sagt sehr nüchtern, wie das für den Himmel funktioniert: Wer dort „Erster“ sein will, der muss sich zuerst ganz hinten anstellen....so bitten wir heute

dass wir nicht glauben, der Himmel hätte etwas mit Lohn und Belohnung zu tun,

dass wir nicht glauben, der Himmel „stünde uns zu“, weil wir ohnehin so brave Christen sind

dass wir uns auch im Alltag nicht um die besten Plätze vordrängen

dass wir uns keine besonderen Belobigungen für das erwarten, was wir tun

dass wir fähig zur Teamarbeit sind, und uns selbst zurücknehmen können

dass wir immer besser verstehen, was wir in der ersten Lesung gehört haben, wenn Paulus schreibt, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns selbst kommt

dass wir uns auf diese Kraft verlassen und auch Enttäuschungen und Niederlagen auf unserem „Alltags Pilgerweg“ akzeptieren können

bitten wir für alle, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind nach Santiago de Compostela wo heute ganz besonders gefeiert wird – bitten wir für alle Menschen, die im Urlaub unterwegs sind, dass sie auch wirklich Erholung finden, für Körper und Seele und gesund zurückkommen

bitten wir vor allem um Frieden, um Frieden untereinander und um Frieden in dieser wunden Welt

 

Du guter Gott, auch unser -Leben ist ein Pilgerweg, Tag für Tag. hilf uns, dass wir mit unseren Begabungen, mit unseren besonderen Fähigkeiten, mit unserem Leben den anderen Menschen  „dienen“ , so gut wir können. Lass es uns tun in Freude und Dankbarkeit. Amen



Sonntag, 23. Juli 2023

Fürbitten 24.7. Beim Tragen und er-tragen helfen

 

Hieronymus Bosch 1496


24.7.2023  Hl.Christophorus  

Heute ist der Gedenktag des heiligen Christophorus. Für viele allein deswegen ein Begriff, weil rund um seinen Tag Autos und Fahrzeuge gesegnet werden und man um eine gute und sichere Fahrt bittet. Der Legende nach soll Christophorus, ohne es zu wissen, in einem kleinen Kind Christus selbst durch einen Fluss von einem Ufer zum anderen Ufer getragen haben. Seit Jahrhunderten wird Christophorus deshalb von vielen Menschen als jemand verehrt, der zum Dienst an Anderen bereit war, der bereit war, eine Last auf sich zu nehmen. So bitten wir heute

dass wir tragen und er-tragen können: all das, was oft sein muss und mühsam ist – aber auch das, was uns von anderen „angehängt und umgehängt und manchmal auch aufgelastet“ wird,                           dass wir es in Güte er- tragen und dass wir in Geduld auch uns selbst er-tragen können


dass wir tragen und mit-tragen - dort wo Andere ihre Arbeit selbst nicht mehr gut schaffen,               dort wo anderen das Leben schwer ist, dass wir Sorgen aber auch Freude in unseren Freundschaften und Gemeinschaften mittragen

 

dass wir tragen und auch bei-tragen - dass wir zu einer guten Atmosphäre in unserer Umgebung beitragen - dass wir mit Humor und Freundlichkeit und Optimismus Anderen und uns selbst das Leben leichter machen - dass wir etwas dazu bei-tragen, dass der Alltag auch in dieser Hitze erträglich bleibt

 

bitten wir an diesem Gedenktag des hl. Christopheros um eine gute Heimkehr für Alle, die beruflich oder privat unterwegs sind, bitten wir besonders für all die Menschen, die sich aus anderen Ländern auf den Weg gemacht haben, um eine neue Lebensperspektive zu finden

 

So bitten wir guter Gott, dass wir auch heute bereit sind, auf uns zu nehmen was immer auch dieser Tag wieder bringen wird lass uns darauf vertrauen, dass letztlich wir selbst getragen werden. Amen

Samstag, 22. Juli 2023

Fürbitten 23.7. Freude am Alter weitergeben !! Ja, trotz allem

 


23.7.2023  4. Sonntag im Juli: ein Tag der älteren und der Großeltern

Diesen Sonntag heute begeht die Kirche - heuer zum dritten Mal - auch als Welttag der Großeltern und aller älteren Menschen.  „In der Geschichte der Menschheit waren wir noch nie so zahlreich wie jetzt, aber wir wissen nicht recht, wie wir diesen neuen Lebensabschnitt leben sollen“, sagt der Papst zu diesem Tag. Für das Alter gebe es „zahlreiche Pflegepläne, aber wenig Lebensprojekte“.  Wie er selbst das Alter sieht? Ältere Menschen hätten „oft eine besondere Sensibilität für Fürsorge, Nachdenken und Zuneigung“ meint Franziskus, „Wir sind oder können Meister der Zärtlichkeit werden“  Die Welt, die an den Krieg gewöhnt ist, brauche „eine echte Revolution der Zärtlichkeit“, und in diesem Punkt hätten die älteren Menschen viel Verantwortung gegenüber den jüngeren. So bitten wir heute

 

Dass alle Großeltern ihren Enkelkindern gute Wegbegleiter sein können - Dass sie ihre Lebenserfahrung nicht aufdrängen, sondern einfach da sind, wenn man sie braucht

 

dass das Leben und die Erfahrungen der Älteren den Jungen Mut und Zuversicht gibt. Und dass die Älter werdenden selbst sich ihre Freude am Leben bewahren, auch trotz mancher Einschränkungen

 

dass ältere Menschen ihren Rückzug aus dem Beruf nicht als Verlust empfinden sondern es genießen können, wenn sie Verantwortung abgeben dürfen

 

Im Evangelium hören wir heute das Gleichnis vom Mann, der guten Samen auf seinem Acker aussät, und der doch auch erfährt, dass nicht alles gedeiht und aufgeht. Bitten wir für uns alle

 

dass wir gelassener mit Erfolg oder Misserfolg umgehen

dass wir uns selbst Zeit geben, um Dinge wachsen zu lassen

dass wir auch das annehmen können, was unsere Pläne und Vorstellungen durchkreuzt

dass wir auch in so manchem Unkraut Gutes erkennen können

und dass wir immer darauf vertrauen, dass Gott nicht das Perfekte und Makellose braucht, um durch uns zu wirken

Du guter Gott, so bitten wir um deinen Segen, für all das, was wir auch heute in Angriff nehmen wollen oder was uns als Aufgabe zufällt. Gib uns Geduld und Vertrauen beim Warten und gib vor allem den älter werdenden Menschen und den Alten die Gelassenheit, auch Unerfülltes anzunehmen.So  bitten wir im Namen Jesu . Amen

Freitag, 21. Juli 2023

Fürbitten 22.7. Auch die Liebe darf nicht festhalten

 


22.7.2023 Fest Maria Magdalena Joh.20.1 „Halte mich nicht fest“   auch die Liebe darf nicht festhalten

In der katholischen Kirche feiert man heute das Fest der heiligen Maria Magdalena. In Literatur und darstellender Kunst ist Maria Magdalena das Symbol, die Metapher für die „große Liebende.“ Maria Magdalena war für Jesus ein ganz besonderer Mensch. Sie wird an erster Stelle der Frauen genannt, die Jesus begleiten und unterstützen. Möglicherweise hat er sie auch von einer Krankheit geheilt. Dass Magdalena die große Sünderin war, als die sie in der Kunst dargestellt wird, ist nicht bewiesen. Sicher ist: Maria Magdalena war bis zuletzt an der Seite Jesu, sie harrte beim Kreuz aus, sie war dabei, als man Jesus begraben hat. Maria Magdalena kommt am Ostermorgen als erste zum Grab Jesu und sie ist die Erste, die Jesus nach seiner Auferstehung sehen darf. Mit ihrem Namen: "Maria" spricht sie der Totgeglaubte an. Es ist eine Szene voll Zärtlichkeit und Liebe. Und doch sagt Jesus zu ihr: „Halte mich nicht fest“. Wie schwer ist es, nicht festhalten zu dürfen, was man so sehr liebt! Sind wir nicht auch immer wieder in einer ähnlichen Situation. Man will festhalten, man will, dass alles so bleibt, wie es einmal war. Bitten wir heute

 

Lass uns erkennen, wenn die Zeit gekommen ist, auch in der Liebe loszulassen. Lass uns nicht Besitz ergreifen von Menschen, die wir lieben

 

lass uns aufhören, so vieles und auch Menschen „festhalten“ zu wollen. Lass, dass wir uns nicht an das klammern, „was einmal so schön war“

 

lass uns Vertrautes loslassen, damit wir Neuem begegnen können - gib uns Vertrauen auch in unsere leeren Hände

 

Lass uns spüren, wonach wir Sehnsucht haben. Lass uns mit ‚Leib und Seele nach Liebe suchen, ganz gleich wie alt wir sind

 

Gib unserer Liebe die Kraft, auch in schwierigen Situationen und in schweren Zeiten stand zu halten, gib uns eine Liebe, die letztlich stärker ist „als der Tod“

 

Maria Magdalena ist zum Symbol für eine Frau geworden, die leidenschaftlich liebt. Schenke uns allen, allen Menschen, diese Fähigkeit zu Hingabe und Selbstvergessenheit

 

Du guter Gott, in Deiner Liebe finden wir das Abbild all dessen, was wir ersehnen. So oft sind wir innerlich wie ausgetrocknet, wie abgestorben – lass, dass wir einander die Liebe geben, die jeder von uns so sehr braucht. Lass uns lieben wie Maria Magdalena geliebt hat.Amen

Donnerstag, 20. Juli 2023

Fürbitten 21.7. Auch unser Weg muss in die Freiheit führen

 


 21.7.2023  Der Weg in die Freiheit Ex.11.10   Mt.12  Barmherzigkeit will ich nicht Opfer  

Die heutige Leung aus dem Buch Exodus ist für Juden und Christen eine entscheidende Erzählung. Sie ist das Zentrum des jüdischen Pessach-Festes – und sie ist ein Schwerpunkt im christlichen Osterfest. Wir hören heute, wie sich das jüdische Volk in der ägyptischen Gefangenschaft unter der Führung von Moses – und mit Hilfe Jahwes – auf den Weg in die Freiheit vorbereitet. (Die Verhandlungen von Moses mit dem Pharao sind zäh verlaufen und erst nach 10 schlimmen Plagen, die Jahwe über die Ägypter schickt, können die Israeliten abziehen, wobei es dann noch zum großen Drama am Roten Meer kommt, davon später) Jahwe gibt detaillierte Anweisungen, wie vor dem Auszug aus Ägypten noch ein Lamm für jede Hausgemeinschaft geschlachtet werden soll. Das geopferte Lamm wird später im Christentum das Symbol für Christus, das „Lamm Gottes“. Im Evangelium heute aber sagt Jesus, worauf es wirklich ankommt. „Barmherzigkeit wolle Gott, nicht Opfer“. Bitten wir um unseren Weg in die Freiheit der Kinder Gottes

Dass wir dankbar sind für alle Tradition, dass wir aber nicht in einem Kinderglauben steckenbleiben

Dass wir uns nicht hinter Regeln und Vorschriften verschanzen, sondern den Mut zur eigenen Entscheidung haben

Dass wir aus freien Stücken tun. was wir tun – und nicht weil wir Normen und Erwartungshaltungen anderer erfüllen müssen

dass wir auch nicht zu ängstlich und zu bequem sind, uns von alten Mustern und Verhaltensweisen zu verabschieden

Dass wir beim Lesen der Bibel auch offen sind für die Erkenntnisse der Bibelwissenschaft - Dass wir erkennen, dass „glauben“ heißt, sich auch um Weiterbildung zu bemühen

Bitten wir vor allem um die Erkenntnis, dass „Gott zu lieben“ keine Beckmesserei ist, wo es darum geht, Opfer zu bringen  und auf Freude zu verzichten

Und bitten wir, Dass uns gerade die Liebe zu Gott dafür freimacht, zu uns selbst zu stehen

-        Und Dass uns diese Liebe fähig macht, auch anderen ihre Freiheit zu geben

-         

Du guter Gott, lass uns Mut und Vertrauen für unser Leben finden, so dass auch wir in die Freiheit der Kinder Gottes aufbrechen können, wie die Israeliten in ihr Gelobtes Land. Amen 

 

 

Seit der Nacht des Auszugs aus Ägypten feiert Israel jedes Jahr das Paschafest zur Erinnerung an die entscheidende Rettungstat Jahwes für sein Volk. Bis dahin war das Opfer des Lammes im Frühjahr ein Brauch der Hirtenstämme gewesen, eine Art Natursakrament, ebenso das Essen der ungesäuerten Brote, das mit der Kultur und Religion von Ackerbauern zusammenhing. Beide Riten gehörten in den Ablauf des natürlichen Jahres, wurden aber nun radikal umfunktioniert: etwas Neues, nicht Voraussehbares war eingetreten, ein Ereignis, das für die weitere Geschichte des Gottesvolkes bestimmend war. Das Blut des Lammes hat die Erstgeborenen Israels vor dem Tod bewahrt; das gemeinsame Paschamahl, das in jener Nacht in allen Wohnungen der Israeliten gehalten wurde, war zugleich das Zeichen der Einheit und das Signal zum Aufbruch. Die späteren Generationen aber sollen durch die Paschafeier jedes Jahr aufs Neue sich selbst begreifen als das Volk, das Gott in die Freiheit gerufen hat  (der große Wochentags-Schott Teil 2 1976 S 485)

Mittwoch, 19. Juli 2023

Fürbitten 20.7. der Name Gottes?

 

                                                      Bild: Horst Heller WordPress.com 


20.7.2023   Ex. 3.13 Ich bin der „Ich bin DA“                                                                                                                 Mt.11.28 kommt alle zu mir die ihr geplagt und beladen seid 

Einleitung kurz:   

Ich bin der „ICH - BIN - DA“: so nennt sich  Gott selbst, als ihn Moses nach seinem Namen fragt. Muss er doch den Juden in Ägypten erklären, wer ihn beauftragt, sie aus der Sklaverei heraus zu führen.  ICH BIN DA - das sagt auch Jesus von sich heute im Evangelium mit ähnlichen Worten: ICH BIN DA. KOMMT ZU MIR. Hier findet ihr Ruhe. Bitten wir heute, dass wir in dieser Zuversicht der Gegenwart Gotts leben können

 

Einleitung lang, für die, die die Moses-Geschichte nicht mehr so im Detail präsent haben

Seit Anfang der Woche hören wir in den Lesungen aus der hebräischen Bibel die Erzählung von Moses. Nun ist er, der aus Ägypten geflohen ist, an einem entscheidenden Punkt. Moses macht eine tiefgreifende Gotteserfahrung, Gott selbst spricht aus einem brennenden Dornbusch zu ihm, und Moses erhält den Auftrag das versklavte jüdische Volk aus Ägypten zu befreien – Heute hören wir, wie Moses im Gespräch mit diesem Gott im brennenden Dornbusch sehr klug und vielleicht auch ein wenig skeptisch nachfragt: „und was soll ich den Israeliten sagen, wenn sie mich fragen, wie dieser Gott heißt, der mich sendet.“ Die Antwort kommt schnell und lapidar: „Ich bin der         „ICH - BIN - DA“. Gott ist der Gott des Volkes Israel – Der „ICH - BIN - DA“ wird sie führen, auch wenn noch viele Schwierigkeiten vor dem versklavten Volk liegen. Tag für Tag werden wir in den Lesungen mehr erfahren. Heute führt uns das Evangelium dann weiter zu Jesus, der uns mit ähnlichen Worten zu sich ruft. ICH BIN DA. KOMMT ZU MIR. Wörtlich hören wir „Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid. Ich werde euch ausruhen lassen.“  Bitten wir heute, dass wir in dieser Zuversicht, der Zuversicht der Gegenwart Gotts leben können

Bitten wir für alle, die unter der Hitze leiden

Für alle, die in diesen Tagen Opfer von Unwettern sind

für alle, die in Katastrophenfällen helfen

für alle, die krank sind, gerade in diesen Hitzetagen

für alle, die aus vielfältigen Gründen ein schweres Herz haben

für alle, die oft gerade im Urlaub in eine Sackgasse geraten

für alle, die vor – oder nach - einer schweren Entscheidung sind

bitten wir ganz besonders für alle, die an so vielen Orten der Welt hilflos Opfer von Hunger, Krieg, Katastrophen und Gewalt sind

 

So bitten wir: sei auch für uns, an jedem Tag der „ICH BIN DA“ – lass uns daraus Kraft und Hoffnung und Zuversicht schöpfen. Mit unserem Blick auf Jesus Amen