Zwei Erzählungen rund um einen Weinberg hören wir heute. In der jüdischen Bibel ist es ein poetischer Text, das sogenannte „Lied vom Weinberg“, das aber in einem tieftraurigen Bild endet. Der Weinberg ist hier eine Metapher über eine enttäuschte Liebesbeziehung. Jahwe selbst gehört dieser Weinberg. gemeint sind aber die Israeliten – sie, sein Volk enttäuschen ihn aber tief. Im Zorn will Gott nun seinen eigenen Weinberg verwüsten.
Jesus erzählt eine ähnliche Geschichte, aber viel nüchterner. Auch hier ist Gott quasi wie der Besitzer eines Weinberges, der am Ende der Saison von den Winzern die vereinbarte Pacht haben will. Die zahlen aber nicht, ganz im Gegenteil, sie bringen jeden um, den der Weinbergbesitzer zu ihnen schickt, zuletzt sogar dessen Sohn. "Was wird der Weinbergbesitzer nun tun?", fragt Jesus seine Zuhörer. Ja, der Herr des Weinberges wird die bösen Pächter bestrafen - aber!!! Er wird den Weinberg nicht verwüsten und zerstören, der Gutsherr wird sich neue Pächter suchen. Versuchen also WIR gute Pächter dieses Weinberges zu sein, der Weinberg als Schöpfung Gottes, wie es uns der hl Franziskus so eindringlich vorgelebt hat. Heute ist auch sein Gedenktag, und heute am 4.Oktober begeht die Kirche auch das Ende ihrer Gebetstage zur Bewahrung der Schöpfung. So bitten wir
Dass wir uns um diesen „Weinberg Gottes“ bemühen. Dass wir – auch in unserem kleinen Umfeld – behutsam umgehen mit allen Lebewesen und den Ressourcen unserer Erde
Dass
wir im ganz persönlichen Bereich bewusst zu einer gesunden Bescheidenheit
zurückfinden
Dass
wir aber auch unsere eigenen seelischen und körperlichen Ressourcen schonen und
liebevoll mit ihnen umgehen
dass
wir danken können: für jeden neuen Tag, den wir erleben, mit all seinen Höhen
und Tiefen, dass wir an jedem Abend danken können, für Freude und Sorgen, für
Arbeit und neue Erwartung
dass
wir danken können: weil wir so sind, wie wir sind: mit allem was wir gut können
und auch mit all dem, was patschert ist und immer wieder nicht so gut gelingt
dass
wir danken können: auch für all das Viele, das wir nicht verstehen,
Enttäuschung, Traurigkeit, Krankheit, Schmerzen und Bruder Tod: Lass
auch all das in dir geborgen sein
bitten wir heute ganz besonders für alle, die sich für
Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung einsetzen, nicht zuletzt für die
jungen Menschen, deren Zukunft auf dem Spiel steht
und
hören wir nicht auf um FRIEDEN zu bitten - mit den Worten des heiligen
Franziskus:
Herr,
mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Wir
bitten im Namen Jesu Amen
