Seiten

Sonntag, 4. Oktober 2026

Fürbitten 5.10 Nein, meinen "Nächsten" kann ich mir nicht aussuchen

 


5.10.2026 Lk.10.25 Der barmherzige Samariter

Wer ist das, „mein Nächster“ – um diese ganz entscheidende Sache geht es heute im Evangelium. Jesus wird zunächst von einem Gesetzeslehrer mit der Frage herausgefordert: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Die Antwort von Jesus: „Du sollst Gott von ganzem Herzen und mit all deiner Kraft lieben - und deinen Nächsten sollst du lieben, wie dich selbst“. Der fromme Mann will es jetzt genau wissen: „und wer ist mein Nächster“. Darauf antwortet Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Ein Mann liegt schwer verletzt nach einem Überfall auf dem Weg – zwei Priester gehen möglichst schnell an ihm vorbei, sie haben es eilig – nur ein dritter Mann steigt von seinem Pferd, um zu helfen. Ein Mann aus Samaria, er ist ein Fremder, aber er hilft, ohne zu zögern. Er nimmt den Mann auf sein Pferd, er bringt ihn in die nächste Unterkunft, er versorgt ihn und gibt dem Wirt noch Geld, damit dieser den Verletzten weiter pflegt. Das also ist die Antwort: „Der Nächste“ – das ist der, der gerade HIER und JETZT meine Hilfe braucht. Den Nächsten kann man sich nicht aussuchen.

„Der Nächste“: Er ist da – irgendwo – auf unserem Weg, HEUTE, und wir müssen einfach nur für ihn DA-SEIN  …. so bitten wir

dass wir zum Helfen DA SIND, auch dann, wenn es uns gerade gar nicht ins Konzept passt

dass wir zum Helfen DA SIND, auch dann, wenn uns gerade 100 Argumente einfallen, warum ein anderer das sicher besser erledigen könnte

dass wir zum Helfen DA SIND, auch dann, wenn wir ängstlich sind und uns Menschen fremd scheinen

dass wir zum Helfen DA SIND, auch dann, wenn es uns vielleicht Umstände und Nachteile bringt

dass wir zum Helfen DA SIND, auch dann, wenn andere unseren Einsatz belächeln oder kritisieren

dass wir „unseren Nächsten“ auch in dem Menschen erkennen, dem wir eigentlich heute am liebsten aus dem Weg gehen würden

und bitten wir, dass wir auch für uns selbst DA sind, dass wir mit uns selbst liebevoll und fürsorglich umgehen – denn nur so können wir auch unseren Nächsten lieben wie uns selbst

 

Heute ist auch der Gedenktag der heiligen Sr.Faustina Kowalska. Die Ordensfrau ist 1938 in Warschau gestorben wird auf Grund ihrer Visionen als Apostolin der Barmherzigkeit Gottes verehrt – bitten wir, dass auch sie hilft, dass es in unseren Gesellschaften wieder einen starken Geist der Solidarität und Gemeinsamkeit gibt, ein Miteinander, das auf den Nächsten achtet. Amen