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Dienstag, 18. Juli 2023

Fürbitten 19.7. Achtung! Brennender Dornbusch

 

Chagall  
Moses und der brennende Dornbusch

19.7.2023 Ex.3.1 Gott im brennenden Dornbusch

Einleitung Kurz

Wie ist das, wenn Gott einem begegnet? Bei Moses ist es ein brennender Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt und aus dem Gott zu ihm spricht. Moses soll seinem Volk die Zusage Gottes bringen: „Ich habe eure Klageschreie gehört, ich werde euch aus der Sklaverei in Ägypten in das Land der Freiheit führen.“ Aber Moses ist Realist: er traut sich eine solche Aufgabe gar nicht zu. Von Gott, von Jahweh aber bekommt er die Zusage: „Geh jetzt - Ich bin mit dir“.  Wir wissen, dass wir hier keine tausende Jahre alte Reportage aus dem Nahen Osten hören, aber es sind Worte, die Gott auch in unser Leben sagt. In unseren Tag heute  „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“  So bitten wir 

Einleitung Lang

Wie ist das, wenn Gott einem begegnet? In der Geschichte von Moses hören wir von seiner überwältigenden Gotteserfahrung, die ihn letztlich dazu bringt, sein Volk, das Volk der Juden, aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien. Moses, der zuvor selbst aus Ägypten fliehen musste, hat Zuflucht in Midian gefunden, beim Stamm der Midianiter. Es sind Kamelnomaden am Golf von Akaba. Moses heiratet dort die Tochter des Priesters und als er eines Tages die Schafe seines Schwiegervaters weidet, sieht er einen brennenden Dornbusch. Es ist ein besonderes Phänomen. Dieser Dornbusch brennt und verbrennt doch nicht. Aus dem brennenden Dornbusch hört Moses nun eine Stimme, die ihn mit seinem Namen ruft, die ihn auffordert, seine Schuhe auszuziehen, denn er stehe auf heiligem Boden. Zu ihm spricht Jahwe, der Gott seiner Väter – und Gott will nicht weniger von Moses, als dass er die Israeliten aus Ägypten herausführt. Denn, er, Gott, habe die Klageschreie seines Volkes gehört. In seiner ersten Reaktion traut sich Moses diese Aufgabe nicht zu, aber  er bekommt die Zusage Gottes: „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“  Wir wissen, dass wir hier keine tausende Jahr alte Reportage aus dem Nahen Osten hören, aber es sind Worte, die Gott auch in unser Leben sagt. In unseren Tag heute  „Geh jetzt - Ich bin mit dir.“   So bitten wir

 

dass wir dich erkennen Gott – nicht nur in den großen Momenten unseres Lebens

sondern dass du DA bist  - Hier u Jetzt in unserem ganz banalen Alltag

lass uns deine Stimme hören wie Moses sie gehört hat: „Geh, ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott - gerade in all dem, worin wir nicht perfekt sind und fehlerlos  

sondern dass du DA bist auch in unseren Krisen und Niederlagen

in den Sorgen und in der Mutlosigkeit - dass wir auch dann deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott  dort, in unseren Partnerschaften und Gemeinschaften,

im Leben mit unseren Kindern und Freunden - wo wir aber auch immer wieder an Grenzen stoßen

dass wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns


dass wir dich erkennen Gott - immer dann, wenn wir glauben, dass es gerade Wichtigeres gäbe

dass wir aus der Routine und Bequemlichkeit aufbrechen    - 

dass wir aber auch loslassen können, wenn es besser für uns ist     

lass uns deine Stimme hören: „Geh, ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

dass wir dich erkennen Gott - immer dann, wenn wir nichts mehr erwarten wollen

in unserer Gesellschaft, wo das miteinander immer weniger wird

in unserer Kirche, wo manches stillsteht

dass wir deine Stimme hören: „Geh ,ich brauche dich….“

 Sei Du mit uns

 

dass wir dich aber auch erkennen Gott - in allem, was Freude ist, 

dass wir nicht aufhören dankbar zu sein

dass wir uns Neues zutrauen, dass uns das Leben jeden Tag wieder froh macht

WEIL wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Sei Du mit uns

 

Du, guter Gott, lass uns dich immer wieder erkennen auch im „Dornbusch“ unseres Lebens und lass uns dir vertrauen. Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Es ist schön, dass es einen Ort am Horizont gibt, an dem alles flirrt und Gold ist, manche Leute halten sich gern dort auf. Und andere schauen eben gern aus der Ferne drauf und sagen: Es muss nicht alles Gold sein.“ Bruno Ganz


 "Zeit vollendet sich in jedem Augenblick“.     Kurt Marti 


„Ich rate,
lieber mehr zu können als man macht,
als mehr zu machen als man kann.“ Brecht


 „Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln.“ Albert Camus


"Ich war allzu moralisch, allzu vernünftig, allzu bürgerlich gewesen! Ich wollte mich einer Norm anpassen, ich wollte Forderungen erfüllen, die gar niemand an mich stellte, ich wollte etwas sein oder spielen, was ich gar nicht war. Und so war es mir wieder einmal geschehen, daß ich mich selbst und das ganze Leben vergewaltigt hatte." Hermann Hesse


"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt." Mark Twain


"Zwei Dinge braucht der Mensch: Wurzeln und Flügel" Goethe

 

"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen." Kant


"An Ärger festhalten ist,wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht,
es nach jemandem zu werfen - derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst." Buddha


"Überlege, was Dich aufblühen lässt. Dem gehe nach." Ulrich Schaffer

  

"Glücklich sein heißt, ohne Schrecken

seiner selbst innewerden können." Walter Benjamin

 

"mit dummen Fragen
beginnt jede Revolution" Joseph Beuys





 





Montag, 17. Juli 2023

Fürbitten 18.7. MOSES - ein Weg in die Freiheit

 

18.7.2023 Ex.2.1   Moses, der sein Volk aus Ägypten führt  Wege in die Freiheit führen

 

In den Lesungen der nächsten Tage steht eine Zentralfigur der jüdischen Bibel im Mittelpunkt: Moses. Jener mächtige Prophet, der sein Volk, das jüdische Volk, in einer 40jährigen Wanderung aus der Sklaverei aus Ägypten führt. Moses gilt als Begründer des Monotheismus - das erste der von ihm übermittelten Gebot Jahwes lautet: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" - und damit als Stifter von Judentum, Christentum und Islam. Moses gilt in der Tradition auch als Gesetzgeber, dessen Dekalog, die Zehn Gebote, bis heute Basis eigentlich aller ethische Ordnung ist. Heute wird im Buch Exodus zunächst die wunderbare Rettung des kleinen Baby Moses erzählt. Vom Pharao gab es ja den Befehl, alle männlichen Nachkommen der Juden zu töten. Moses Mutter aber gelingt eine List, sie setzt das Baby in einem Körbchen im Nil aus – eine Tochter des Pharao findet und rettet das Kind, ja dessen Mutter wird durch List sogar als Amme bestellt. Der junge Moses wächst sorglos am Hof des Pharao auf – bis ihm plötzlich die Unterdrückung und Versklavung seines Volkes bewusst wird. Als Moses sieht, wie ein jüdischer Fronarbeiter von einem ägyptischen Aufseher erschlagen wird, tötet er diesen. Nun muss Moses aus Ägypten fliehen – damit endet die heutige Lesung. Erst danach wird er seine Gotteserfahrung machen, und wird er von Jahwe den Auftrag erhalten, das jüdische Volk aus Ägypten herauszuführen, hin ins „gelobte Land“.  Zu jeder Zeit gibt es Menschen, die eine prophetische Funktion haben, und auch wir selbst dürfen sie uns zutrauen. Bitten wir heute

Für alle, die um bessere Lebensbedingungen für andere kämpfen

 Für alle, die sich für die Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen engagieren

 Für alle, die sich für Umwelt und Tierschutz einsetzen

 Für alle, die in ihrem täglichen Umfeld vor der Not anderer nicht wegschauen

 Für alle, die auf Ungerechtigkeit und Unrecht hinweisen

 Für alle, die sich um Frieden und Versöhnung bemühen

 Für alle, die Menschen auch zur inneren Freiheit verhelfen

und bitten wir auch für uns selbst, dass wir wahrnehmen, wenn Gott auch durch uns wirken will, auch heute wieder, dass wir uns unseren Auftrag zumuten - und dass uns unsere Wege in die Freiheit führen

 

 Amen

 Zum historischen MOSES:  https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/mose/ch/9f02bcba0c82b17ab9512a241d916033/

"Die Frage nach der historischen Gestalt des Mose ist vor allem ein Problem der Quellen und ihrer historischen Auswertung. Über Mose berichten ausschließlich biblische Texte und davon abhängige Überlieferungen. ..die jüdische wie die christliche Tradition entwerfen zahlreiche Bilder von Mose, wobei diese der historischen Rückfrage nicht standhalten. So zeigt die Pentateuchforschung dass das Deuteronomium aber auch der Dekalog und das Bundesbuch nicht auf Mose zurückgehen. …damit besitzt die historische Charakterisierung Moses als Gesetzgeber keine Grundlage mehr, sie erweist sich vielmehr als das Bild einer späteren Epoche, das nicht einmal am Anfang der alttestamentlichen Mosebilder gestanden hat.

Doch auch die charismatische Retter- und Führergestalt des Auszugs verschwindet im Dunkel der Geschichte. Das ist kaum verwunderlich: Die noch greifbaren Anfänge der uns überlieferten Erzählung vom Auszug unter Moses Führung stammen sehr wahrscheinlich aus dem ausgehenden 8. Jh. v. Chr. Das sind – setzt man den Pharao der Unterdrückung mit Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) gleich – knapp 600 Jahre nach dem Auszug. Doch in der Regel tritt in der mündlichen Überlieferung bereits nach vier Generationen das Erzählte vollends hinter die Erzählung zurück.

Wie sehr Mose im historisch Ungewissen verschwindet und dafür das Legendarische hervortritt, zeigen exemplarisch die Notiz über seinen Grabplatz und die Geburtserzählung.

In der Regel sind Begräbnisplätze feste Orte der Traditionsbildung. Zum Mosegrab heißt es dagegen, dass sein Ort „bis auf diesen Tag unbekannt ist“ (Dtn 34,6), was spätere Überlieferungsbildung freilich nicht davon abgehalten hat, das Grab im westjordanischen, ca. 8 km südlich von Jericho am Rande der Wüste Juda gelegenen Nebī Mūsā zu lokalisieren, wo im 13. Jh. eine Kuppel bzw. ein Schrein über dem vermeintlichen Mosegrab errichtet worden ist.

Die Geburtserzählung ist hingegen eine Adaption der Geburtslegende des 2235-2180 v. Chr. herrschenden Sargon von Akkad. Die Übereinstimmungen zwischen beiden Texten sind frappant .

Die Auffindung des Moses - Raffael 16.Jh. 

Die Mütter der späteren Helden müssen ihr Kind, um es zu retten, aussetzen; beide Mütter legen ihr Kind deshalb in ein Schilfkästchen, das sie mit Erdpech abdichten und am Flussufer ablegen; beide Kinder werden zufällig gefunden und von ihren Findern adoptiert und großgezogen. Und natürlich haben beide Kinder eine große und die Geschicke ihres Volkes bestimmende Zukunft vor sich. Man wird damit rechnen dürfen, dass die alttestamentlichen Autoren die in neuassyrischer Zeit stark rezipierte Sargonlegende gekannt haben. Das spricht für eine Ausgestaltung der Mosebiographie in der Zeit des massiven neuassyrischen Einflusses auf Juda und Israel im 8. Jh. v. Chr."

 

 

 


 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Wir sind keine denkenden Frösche, keine Objektivier- und Registrier-Apparate mit kalt gestellten Eingeweiden. Wir müssen beständig unsere Gedanken aus unserem Schmerz gebären und mütterlich ihnen alles mitgeben, was wir von Herz, Feuer, Lust, Leidenschaft, Qual, Gewissen Schicksal Verhängnis in uns haben“ Nietzsche (zitiert von KP Liessmann)

  

"Wer zu sich selbst finden will,
darf andere nicht nach dem Weg fragen" Paul Watzlawick

  

"Springen sie, so oft sie können, -
über ihren eigenen Schatten“  Erwin Ringel


"Den Reichtum eines Menschen misst man an den Dingen, die er entbehren kann,

ohne seine gute Laune zu verlieren" H D Thoreau

 

"Ich bin durch Rückschläge nicht entmutigt, weil jeder als falsch verworfene Versuch

ein weiterer Schritt vorwärts ist" Thomas Alva Edison

 

„Suche nicht, was dir fehlt, sondern finde, was du hast!“

aus dem Gästebuch eines Klosters

 

"Wir brauchen dringend einige Verrückte.

Guckt euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben"  George Bernhard Shaw

 

„Keinen verderben lassen
auch nicht sich selbst
Jeden mit Glück zu erfüllen
auch sich, das ist gut." Bert Brecht  


"Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen ...Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst …Lebe jetzt die Fragen -
vielleicht lebst du dann allmählich ohne es zu merken in die Antwort hinein" Rilke

 

"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks

und der Anfang der Unzufriedenheit." Sören Kierkegaard

 

"Wir nehmen den Schmerz zu schnell weg.
Wir geben zu schnelle Antworten, wir suchen zu schnelle Lösungen...
Wir dürfen den Schmerz nicht beseitigen,
bevor wir gelernt haben, was er uns zu sagen hat." Richard Rohr  US Franziskaner

 

"Etwas festhalten wollen und dabei es überfüllen:
das lohnt der Mühe nicht.
Etwas handhaben wollen und dabei es immer scharf halten:
das lässt sich nicht lange bewahren.
Ist das Werk vollbracht, dann sich zurückziehen: das ist des Himmels SINN." Laotse

 

"Bewahrt möchte ich sein vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen. Die nüchterne Erkenntnis möchte ich haben, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen."                                  Antoine de Saint-Exupéry

 

"Dauernd stolpert man, stolpert und fällt, und man kann sich nur selbst aufheben und versuchen, wieder weiterzugehen. Jedenfalls habe ich das mein ganzes Leben tun müssen." Wittgenstein

 

"Ich wünsch mich dahin zurück,
wo's nach vorn geht" Die Musikgruppe Ja Panik

 

 „Liebe ist wie der Mond: 

Wenn sie nicht zunimmt,

nimmt sie ab“ Konfuzius






Sonntag, 16. Juli 2023

Fürbitten 17.7. Das Buch EXODUS - eine Freiheitsgeschichte

 

17.7.2023  Exodus 1

Eine neue Woche beginnt und in der Liturgie hören wir ab heute,- nach dem Buch Genesis,- sozusagen die Fortsetzung. Ausschnitte aus einem neuen Kapitel der hebräischen Bibel. Die Bibel ist ja eine Zusammenfassung vieler Bücher, von vielen Menschen geschrieben, zu den verschiedensten Zeiten. Nach jüdischer Überlieferung schrieb Moses die ersten fünf Bücher der Bibel. Wobei heute die Bibelwissenschaft davon ausgeht, dass das aus zeitlichen Gründen gar nicht möglich ist und es für Moses als historische Person keinen Nachweis gibt, die Erzählungen allerdings grundlegend für den jüdischen und auch christlichen Glauben sind. Ab heute hören wir Auszüge aus dem 2.Buch Mose, Exodus genannt. Es ist eine große Freiheitserzählung – Gott befreit sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten, Gott schließt einen Bund mit seinem Volk – aber es ist aber eine 40 Jahre lange mühsame Wanderung, ehe man das Ziel, das Gelobte Land, erreicht. Der Führer der Israeliten ist Moses, ihn hat Gott berufen. Wir hören davon nun in den nächsten Tagen. Für die Sklaverei der Israeliten in Ägypten gibt es Hinweise auf das 13.Jahrhundert vor Christus, zur Zeit des großen Pharao Ramses II.  Im Buch Genesis haben wir ja zuletzt die Josefs Erzählung gehört. Er, ursprünglich auch ein in die Gefangenschaft verschleppter Jude, verkauft seinen Brüdern, bekommt hohes Ansehen am Hof des Pharao, zuletzt, in einer großen Hungersnot holt er nicht nur seine Familie sondern das jüdische Volk aus Kanaan nach Ägypten. Das geht viele Jahre gut, bis sich ein neuer Pharao, vielleicht eben Ramses II  von der immer größer werdenden jüdischen Bevölkerung bedroht sieht und deren Vernichtung anordnet. Zum ersten Mal ist hier von einem Pogrom am jüdischen Volk die Rede. Denken wir heute ganz besonders an das, was uns zutiefst mit dem Judentum verbindet

bitten wir immer wieder um Verzeihung für das, was christlicher Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg bis in unsere Gegenwart an Verbrechen an dem jüdischen Volk möglich gemacht hat.

bitten wir für die jüdischen Mitbürger in unserem Land und für jüdische Menschen überall auf der Welt, dass sie – wo immer sie sind -  sie in Frieden leben können, respektiert in ihrem Glauben –

bitten wir ganz besonders für die Menschen in Israel und Palästina: bitten wir um eine Politik, die wenigstens ein friedliches Zusammenleben von Arabern und Juden möglich macht

Bitten wir für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen, dass sie sich immer auf die jüdischen Wurzeln, aus denen sie gewachsen sind, besinnen und sie mit Dankbarkeit und großem Respekt bewahren und verkündigen

bitten wir nicht nur für Christen und Juden sondern auch für die Muslime, auch für sie ist Moses ein bedeutender Prophet: lass dass alle Menschen guten Willens so auch in ihren Herzen zueinander finden könne

bitten wir für uns selbst, dass wir uns darum bemühen, immer besser zu verstehen, wie eng unser Glaube mit dem des Judentums verbunden ist und dass wir als Christen gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung Anderer auftreten.

 

Du guter Gott, so lass uns heute auch in das tägliche Gebet der frommen Juden einstimmen  Schemá Jisraél Adonaj Elohejnu Adonaj Echad.  : „Höre, Israel: Der Herr ist dein einziger Gott. Und du sollst deinen Gott lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und allen deinen Kräften -   Und deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Herr, Bewahre uns alle in der Liebe, in der wir dich suchen.  Lass uns zueinander – und gemeinsam zu DIR finden. Amen

 

 

Samstag, 15. Juli 2023

Fürbitten 15.7. Vom richtigen HÖREN - ein hörendes Herz

 


15.7.2023 Mt.13.1 Das Gleichnis vom Sämann

Immer wieder erzählt Jesus Gleichnisse. Heute hören wir das vom Sämann, der seinen Samen ausstreut und doch geht auch manches davon verloren. Ein Teil der Körner fällt auf den Weg, und die Vögel picken sie auf, so erzählt Jesus, andere Körner fallen auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gibt, und sie nicht wurzeln können, anderer Samen fällt in die Dornen, sie lassen ihn nicht aufgehen und wachsen. Gemeint ist mit dem Samen „das Wort Gottes“ – das, was Gott uns mit jedem Tag sagen will – und was wir immer wieder überhören oder auch gar nicht hören wollen. Wort Gottes hören wir aber nicht nur in der Bibel – Gott spricht in allen Momenten des Tages zu uns, auch durch andere Menschen. So sollen auch wir mit unseren Worten sorgsam umgehen, auch sie können „Gottes Wort“ sein, auch uns benutzt Gott, um sich auszusprechen.   So bitten wir heute  

Dass wir aus jedem Tag, aus allen Momenten heraushören können, was uns guttut

Dass wir uns Zeit und Ruhe nehmen, zum richtigen hinhören

Dass wir bereit sind, auch für uns Unangenehmes zu hören

Dass wir nicht nur hören, sondern dann auch konsequent sind und tun, was wir tun sollen

Dass wir auch in Büchern, in der Musik, in Kunst und Natur Wort Gottes hören, dass wir uns immer wieder auf neue Impulse einlassen

Dass wir selbst mit unseren Worten sorgsam umgehen – dass wir Gott bitten, dass wir auch sein Wort sein dürfen

Du guter Gott: lass uns hören, auf das, was du uns sagst – gib uns ein hörendes Herz auf die Welt um uns, dass wir das Gute und Richtige auch heute tun dürfen. Amen

 

Freitag, 14. Juli 2023

Fürbitten 15.7. nicht fürchten ???

 


15.7.2023 Mt.10.24 Gen.49-50 fürchtet euch nicht vor den Menschen

In den Lesungen aus der alten hebräischen Bibel geht heute die Erzählung von „Josef und seinen Brüdern“ und Ende. Vereinfacht könnte man sagen, es ist eine MUT-Geschichte. So viel Unbegreifliches, Ungerechtes, ja Grausames geschieht – und dennoch nimmt alles ein gutes Ende. Als hätte Jahwe, als hätte Gott von allem Anfang an Regie geführt. Also: „Fürchtet euch nicht“ könnte der Untertitel der Josefs-Erzählung lauten – so wie heute im Evangelium Jesus dreimal eindringlich diesen Satz wiederholt. "Fürchtet Euch nicht!" und Jesus fügt noch hinzu: „Fürchtet euch nicht, ihr seid doch mehr wert als alle Spatzen – und kein Spatz fällt vom Himmel ohne den Willen eures Vaters im Himmel“. Das klingt poetisch schön, aber wir sehen unser Leben wohl meist nüchterner. Da gibt es genug, was zum Fürchten ist: Kriege und Gewalt, eine internationale Politik, die unberechenbar ist, die Wirtschaftslage, die vielen Sorge bereitet. Und da reden wir noch gar nicht von den eigenen Sorgen und Beunruhigungen. Gibt es nicht immer wieder Situationen, wo wir uns wie verlassen vorkommen,  wo uns das Leben so schwer ist, wo wir manchmal an dem Sinn von allem zweifeln Können, wollen wir Jesus vertrauen, wenn er uns sagt: Fürchtet euch nicht?

 

Bitten wir für die Kriegs-und Krisenherde dieser Welt, für alle Menschen, deren Leben unmittelbar bedroht ist, für alle, die nur in Frieden leben wollen und doch in schwere Konflikte verwickelt werden

 

Bitten wir für alle, deren Menschenrechte bedroht sind, weil sie anders denken und glauben als es die Regierenden wollen - bitten wir für alle, die aus Angst vor ihren Lebensumständen in eine bessere Zukunft aufbrechen wollen

 

Bitten wir für die Menschen unter uns, die in ihrem Leben in einer Sackgasse stecken, die ihr Alltag überfordert, lähmt und müde macht. Für alle, die sich nichts mehr vom Leben erwarten wollen, für die Enttäuschten, die Ängstlichen, die hart gewordenen

 

Bitten wir für alle, die krank sind, die mit einer unerwarteten Diagnose fertig werden müssen. Bitten wir für alle, die sich vor einer Operation ängstigen oder nicht wissen, wie es nach einem Unfall weitergehen soll.

 

Und für uns selbst bitten wir:

nimm uns die Angst vor neuen Herausforderungen, vor neuen Situationen

nimm uns die Angst, die Dummen zu sein und mit unserem Engagement allein dazu stehen

nimm uns die Angst, es nicht allen recht machen zu können

nimm uns die Angst, nicht mehr wichtig und gefragt zu sein

nimm uns die Angst, immer wieder Vertrautes aufgeben zu müssen

nimm uns die Angst, vor dem Unbekannten in uns selbst

 

Du guter Gott, nimm uns die Angst vor dem, was Morgen ist. Jeden Tag wieder geben wir unser Leben in deine Hand. Du wirst gut machen und vollenden, was wir aus Eigenem nicht schaffen. Wir wissen es, weil wir auf Jesus vertrauen. Amen


Die Josefs-Geschichte auch im Islam  

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/josef-josefsgeschichte/ch/76a43f072c43c79f094d96180b0cf209/

Auch der Islam kennt die Geschichte von Josef. Ihm wurde die 12. Sure im Koran gewidmet. Sie erzählt wie ihre biblische Vorlage die Geschichte von einem Traum, der in Erfüllung ging, weil Allah hinter allen Wegen und Irrwegen Josefs stand. In Einzelheiten weicht die Sure aber erheblich vom biblischen Vorbild ab. So durchschaut z.B. Jakob das böse Spiel seiner Söhne, das sie mit seinem Liebling Josef getrieben haben, von Anfang an (12,18). Auch die Episode von Potifars Weib weist interessante Eigenheiten auf. Während es in der biblischen Erzählung nicht zu einer ausdrücklichen und öffentlichen Feststellung der Unschuld Josefs kommt, wird diese in der Josefssure geradezu kriminalistisch ermittelt (12,26-29). Andererseits jedoch zeigt der Erzähler auch Verständnis für die Frau des Ägypters. Die Affäre mit Josef, die keine Affäre war, wird – nicht ohne Humor – mit Josefs engelgleicher Schönheit entschuldigt (12,31f), von der die Freundinnen der Frau Potifars sich anlässlich einer Einladung mit eigenen Augen überzeugen konnten. Sie sind von der Schönheit Josefs so geblendet, dass sie sich beim Schälen von Orangen mit den scharfen Obstmessern die Finger blutig schneiden. Das zeigt eine neue Sicht auf Potifars Weib. Sie wird nicht wie im Testament des Josef als Inkarnation des Bösen vorgestellt, sondern als ein Wesen mit menschlichen Schwächen.


                                                      Josefs Schönheit (Islamische Malerei; 19. Jh.)

Wie in der christlichen Auslegung, in der es zu einer Identifikation Josefs mit Jesus kam, so wird auch im Koran das Geschick Mohammeds mit dem Josefs identifiziert. Mohammed erfährt in den Konflikten, die er selbst durchzustehen hatte, aus der Josefsgeschichte Trost und Ermutigung (12,111).

Fürbitten 14.7. Macht euch keine Illusionen

 


14.7.2023 Mt.10.16   Verfolgung

Man könnte sagen, Reklame für sich macht Jesus keine.  In der Evangeliumsstelle heute hören wir jedenfalls seine schonungslose Ankündigung: „ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe …„um meines Namens willen werdet ihr von allen gehasst werden“- ja selbst in den Familien werde es rund um ihn Konflikte bis zu Mord und Tod geben. Wer will sich nach solchen Worten ein Leben in der Nachfolge Jesu ganz bewusst antun? – Wir wissen, ganz ganz viele haben es getan und tun es: Für uns selbst verläuft „Gläubig sein“ nicht bedrohlich und dramatisch und dennoch wissen wir: von Leid und Schmerz und bitteren Stunden bleiben auch wir – bei aller Liebe zu Jesus - nicht verschont. Bitten wir heute

 

Für alle, die verfolgt werden, weil sie Christen sind – aber auch für alle Menschen, die wegen anderer religiöser Überzeugung oder kritischer Meinung gefährdet sind

 

Für alle, denen ihr Glaubensbekenntnis konkrete Nachteile im Leben bringt, die belächelt oder zur Seite geschoben werden

 

Für alle, bei denen ihr Glauben oder eine Glaubens-Entscheidung zu schweren Konflikten in der Familie oder im Freundeskreis führt

 

Bitten wir für uns selbst, dass wir Menschen sind, die zu dem stehen, wovon wir überzeugt sind und woran wir glauben

 

Hilf uns zu erkennen, wo auch in unserem Leben als Christen Entscheidungen anstehen, die wir treffen müssen, auch wenn sie uns Nachteile bringen. 

 

Bitten wir auch um Mut und Zuversicht, wenn wir liebgewordene Sicherheiten aufgeben sollen , wenn Vieles anders kommt als geplant - hilf, dass wir unser Leben annehmen können mit allen Höhen und Tiefen

 

So geben wir unser Leben in deine Hand, guter Gott. Unsere guten und unsere schlechten Tage. Lass uns voll Zuversicht leben und auch anderen Mut und Hoffnung geben. Im Namen Jesu danken wir dir für dieses Leben. Amen

 

Donnerstag, 13. Juli 2023

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Nie ist mein Senf besser,
als wenn ich ihn nicht dazu geben“  Alfred Polgar


„Die Freude und das Lächeln
sind der Sommer des Lebens.“  Jean Paul

 

„Mit der Lust zu leben, nimmt auch die Lust zu arbeiten zu –                                                                   und der Mut, mehr zu unternehmen.“  Theodor Fontane


„Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst,                                                  sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen.“  Dostojewski


„Dies über alles: sei dir treu; und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,

du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.“ Shakespeare

 

" Buchhalterirrtum: dass Liebe weniger wird

wenn man sie einfach verschenkt" Hans-Curt Flemming

 

"Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt,

das ist: Verzeihen ohne zu vergessen." Arthur Schnitzler

 

“Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis,

vielleicht ist ja keines da.” Franz Kafka

 

Achte Menschen, die versuchen die Wahrheit zu finden.

Aber nimm dich in Acht vor denen, die sie gefunden haben.“  Meister Eckardt

 

"Man muss lange leben,
um ein Mensch zu werden."  Antoine de Saint-Exupéry


‎"Man entdeckt keine neuen Erdteile, wenn man nicht den Mut hat,

alle Küsten aus den Augen zu verlieren." André Gide

 

"Nähere dich der Liebe
mit unaufhörlicher Anstrengung." Dalai Lama

  

"Schildkröten können mehr über die Straße erzählen
als Hasen." Khalil Gibran


„Man will Sicherheiten und keine Zweifel, man will Resultate und keine Experimente,                     ohne darauf zu sehen, dass nur durch Zweifel Sicherheiten                                                                   und nur durch Experimente Resultate entstehen können.“ C.G.Jung

 

"Ich habe eine Diät gemacht und fettem Essen und Alkohol abgeschworen -

in zwei Wochen verlor ich 14 Tage." J.Lewis