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Mittwoch, 12. Januar 2022

Fürbitten 13.1. die Sehnsucht nach BERÜHRUNG

 


13.1.2022 Mk 1.40  BERÜHREN

An Jesus fällt auf, dass er keine Angst vor Nähe und Berührung hat. Wenn er Menschen begegnet, berührt er sie, oder lässt sich von ihnen berühren - auch von solchen, die als gefährlich ansteckend galten und von der Gesellschaft ausgesondert bleiben sollten. In der heutigen Erzählung von Markus ist es ein Aussätziger, der Jesus um Hilfe bittet.  Und auch wir bitten:

gib uns den Mut zur Nähe,   

auch in dieser Zeit der Pandemie, wo wir Abstand halten müssen

hilf uns Gesten zu finden, die Nähe und Anteilnahme zeigen

hilf, dass wir uns vor allem füreinander Zeit nehmen

Gib uns den Mut zur Nähe  wir bitten dich, erhöre uns

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns Menschen und ihre Schicksale nicht vom Hals halten

dass wir keine Angst davor haben, belästigt und ausgenützt zu werden,

dass wir uns keine Angst vor Fremden einreden lassen

dass wir bereit sind, Menschen in unser Land zu lassen, sie aufzunehmen

 

 gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns auch auf unsere eigenen Gefühle einlassen,

dass wir uns die eigene Sehnsucht nach Nähe und Berührung eingestehen,

dass wir auch anderen die Möglichkeit geben, liebevoll zu uns zu sein

 

gib uns den Mut zur Nähe,

dass wir uns von DIR berühren lassen.

Dass DU nicht eine theologische Floskel für uns bist, ein frommes Programm

Lass uns alle Liebe und Nähe in dir und durch Dich erfahren

 

Guter Gott, segne unsere Hände, dass sie behutsam sind, dass sie halten können,
ohne festzuhalten, dass sie geben können ohne Berechnung, dass sie die Kraft haben zu trösten und zu segnen. Segne uns, dass wir einander berühren können in der Tiefe unserer Seele – so wie wir von DIR berührt sind. So bitten wir im Namen Jesu. amen
 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Ich lasse gerne einen breiten Rand an meinem Leben.“                                                                          (dh nicht alles verplanen) HD Thoreau

 

„Ich bin daran, schon einige Zeit, mir das Leben zu nehmen. Es ist etwas vom Schwierigsten, das ich bisher gemacht habe …es muss mir endlich passen mein Leben, fast wie eine zweite Haut soll es sitzen, mir nicht mehr drei Nummern zu weit sein oder mich überall einengend.  Sondern richtig passen soll es – mein Leben.“ Theologin Jaqueline Keune


Reif ist, wer auf sich selbst nicht mehr hereinfällt.  Heimito von Doderer


"So ist das Leben und so muss man es nehmen,
tapfer, unverzagt und lächelnd - trotz alledem." Rosa Luxemburg


„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Seneca

 

„Ein untrügliches Zeugnis von Intelligenz ist zu wissen,was man besser nicht macht.“                         Markus Hinterhäuser Intendant Salzburger Festspiele

 

 

„Man muss nur einmal Zahnweh gehabt haben,

um froh zu sein, nicht im Barock zu leben.“ Thomas Maurer

 

„Man möchte leben ohne zu altern; und man altert in Wirklichkeit, ohne zu leben.“                             Alexander Mitscherlich

 

"Ich bin überzeugt, man liebt sich nicht bloß in andern,
sondern hasst sich auch in andern." Georg Christoph Lichtenberg

 

"Schenken heißt, einem anderen das zu geben, was man selber gern behalten möchte" Selma Lagerlöf  vielleicht auch nur "die eigene Zeit"


"Man muss manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden".  Heimito von Doderer

 

 „Ich hab Angst um die Kinder und Narren,

die Verwundbaren und die Bizarren,

um die Suchenden und die Verirrten,

Komödianten und geistig Verwirrten,

um die seitlich Umgeknickten,

um die Liebenden und die Verrückten,

alle, die sich verschwendend verschenken,

die sich selber durchs Leben lenken,

alle, die mit dem Herzen denken.

Und natürlich, so selbstlos bin ich nicht:

Ich hab Angst um dich und mich.“  Konstanin Wecker

 

"Finden macht das Suchen leichter"
israel. Aphoristiker Elazar Benyoetz


"Der Mensch will brutto geliebt werden, nicht netto." Hebbel





Dienstag, 11. Januar 2022

Fürbitten 12.1 HEILSAM Füreinander

 


12.1.2022 Mk.1.29 Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus

Warum gibt es so viel Leid auf der Welt? Warum durchlebt man selbst so viel Schweres? Wie kann ein guter Gott das alles zu lassen? Spricht nicht alles Leid dieser Welt gegen Gott? Auf das WARUM gibt es letztlich keine Antwort - Das Evangelium zeigt uns aber im Verhalten Jesu, was WIR letztlich TUN können, auch wenn es oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.  Jesus kümmert sich um die Menschen, die rund um ihn sind - Jesus hilft und heilt, wo immer er kann. Wer Jesus begegnet, kann danach wieder aufstehen, wie die kranke Schwiegermutter des Petrus, von der heute im Evangelium erzählt wird. Menschen werden getröstet, bekommen Kraft zum Weitermachen. Wie werden wir einander heute begegnen? bitten wir :

 

auch wenn wir das große Leid und Unrecht in der Welt kaum ändern können

hilf uns, dass wir in unserem kleinen Alltag und Umfeld nicht wegschauen,

wenn wir helfen oder wenigstens trösten können

dass Menschen auch von uns getröstet weggehen

 

dass wir gute Worte füreinander haben

dass wir andere ermutigen und aufbauen

dass wir Schwächen anderer nicht ausnützen

dass wir niemand „klein“ machen 

 

 

dass wir die Menschen um uns annehmen können, wie sie sind

dass wir nicht alles nach unseren Vorstellungen zurechtbiegen wollen

dass wir die Stärken Anderer dankbar wahrnehmen,

dass wir anderen Erfolg und Freude nicht neiden

 

 

dass wir uns unverdrossen dafür einsetzen, dass Flüchtlingen geholfen wird

dass wir uns keine Ängste gegen Überforderung einreden lassen

dass wir Hilfsprojekte unterstützen und

unsere Stimme gegen Unrecht erheben, wenigstens in Petitionen

 

dass wir trotz der angespannten Situation der Pandemie unsere Gegenwart nicht krank reden, 

dass wir keine Pessimisten sind

sondern anpacken, wo immer wir hilfreich sein können

 

dass wir aber auch uns selbst annehmen, wie wir sind

dass wir uns selbst „gut“ tun und uns

auch um unser eigenes WOHL-befinden kümmern

dass wir erkennen, wann wir auf uns selber achten müssen


Guter Gott, lass uns füreinander "heilsam" sein. Hilf uns, dass wir sehen, wo wir gebraucht werden.  Darum bitten wir im Namen Jesu . amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Urteile über keinen,
ehe du nicht zwei Monde
in seinen Mokassins gegangen bist." Weisheit der Dakotas

 

„Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.  Ernst Bloch


„Sei ein Türhüter deines Herzens und lass keinen Gedanken ohne Befragung herein.“ Evagrius Ponticus frühchristlicher Mönch


"Vertrauen und Achtung
das sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe
Denn ohne Achtung hat Liebe keinen Wert
und ohne Vertrauen hat Liebe keine Freude" Kleist


"Entwirf deinen Reiseplan im Großen -                                                                                            und lass dich im Einzelnen von der bunten Stunde treiben.                                                             Die Größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist dein Tag - sieh ihn dir an." Kurt Tucholsky


Warum wohl wird Kommerzialisierung gefördert? Man versucht uns Sachen zu verkaufen, die keiner von uns bei vollem Verstand kaufen würde; also sorgen sie für einen falschen Verstand. Da gibt es eine Art Selbstverwirklichung, die nichts anderes verwirklicht als unser illusorisches Selbst. Was wirklich zählt, ist nicht wie man am meisten aus dem Leben herausholt, sondern wie man sich dem Leben hingibt.“ Thomas Merton


"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot, der die naiven Fragen stellt,

vor denen man selbst zurückschreckt." Mark Twain

 

"Was nicht IN uns ist,
das regt uns auch nicht auf"   Hermann Hesse


"Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien,

sondern aus Pflichten." Albert Camus

 

FREUDE ist das Äußerste, was der Mensch in seiner Macht hat.

FREUDE ist die gute Jahreszeit über der Seele" Rilke

 

„Seine eigenen Erfahrungen bedauern,
heißt die eigene Entwicklung aufhalten“ Oscar Wilde


An Ärger festhalten ist wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht, es nach jemandem zu werfen - derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst." Buddha

 

Du kannst nicht die eine Hälfte eines Huhnes zum Kochen und die andere zum Eierlegen nehmen. (Orientalische Weisheit)


"Wenn man einen Menschen liebt, so lässt man ihm jede Möglichkeit offen und ist bereit zu staunen, wie anders er ist,  wie verschiedenartig.." Max Frisch

 

" Dürfen darf man alles, man muss es nur können." Kurt Tucholsky


Funktioniert auch in Zeiten in diesen  




Montag, 10. Januar 2022

Fürbitten 11.1 sich freimachen von dem, was quält

 


 

11.1.2022 Mk 1. 21   Kopf und Seele frei bekommen

Im Markus Evangelium wird heute berichtet, wie Jesus zum ersten Mal öffentlich in der Synagoge von Kafarnaum auftritt – das heißt Jesus legt die Thora aus, einen Abschnitt aus der heiligen Schrift  der Juden, und die Menschen, die ihm zuhören, sind verblüfft. Jesus spricht für sie mit einer ungewöhnlichen Autorität. Gleichzeitig tut er etwas, was die Menschen zutiefst erschreckt. Unter den Besuchern der Synagoge ist ein Mann mit einer offenbar schweren psychischen Erkrankung. Von einem „unreinen Geist“ ist die Rede. Und diesen „Geist“ treibt Jesus aus dem Kranken aus. Es muss ein dramatischer Vorgang gewesen sein. Markus will wohl zeigen, dass der gute Geist Jesu stärker ist als alle Dämonen. An Dämonen glauben wir wohl nicht, aber wir wissen, wie viele „normale“ Gedanken und Gefühle es gibt, die einen richtiggehend quälen.  Auch wir sollen befreit werden, von dem, was uns unfrei macht. So bitten wir heute

dass wir nicht hilflos unseren Gefühlen ausgeliefert sind: Unsicherheit, Angst, Depression, Antriebslosigkeit,

dass wir unsere Launen beherrschen können, Wut, Zorn, Eifersucht,

dass wir uns nicht in fixe Ideen und Vorstellungen verrennen bei der Arbeit, in der Familie

dass wir bewahrt werden von Abhängigkeiten und Zwängen, die wir oft auch anderen aufzwingen wollen

dass uns auch die Liebe nicht besessen macht und den anderen besitzen will

dass wir dem guten Geist Gottes in uns vertrauen können

dass wir auch in andere einen guten Geist legen, Freude und Zuversicht

bitten wir, dass vor allem auch in der Politik wieder ein guter Geist einzieht, Mitgefühl, Solidarität, Toleranz und Respekt

 

Du guter Gott, nimm von uns was uns belastet, was uns niederdrückt, was unser Denken und Fühlen beherrscht. Mach heil in uns, was in der Tiefe unseres Herzens krank und verletzt ist. Leg deinen guten Geist in uns. Darum bitten wir im Namen Jesu Amen

Sonntag, 9. Januar 2022

Fürbitten 10.1 wenn der ALLTAG wieder beginnt

 


10.1.2022  Mk 1.14  NEUES beginnt 

In der Liturgie der Kirche sind die feierlichen Weihnachtstage vorbei. Alltag ist es wieder. Und doch kein Alltag, wie bisher. Etwas Neues beginnt. In der Erzählung des Markus Evangeliums ist Jesus nun ein erwachsener Mann von etwa 30 Jahren – er hat seine Berufung bei der Taufe durch Johannes im Jordan erfahren und nun drängt es ihn, in aller Öffentlichkeit über seine Sicht vom „Himmelreich“ zu sprechen und zu predigen. Die ersten Männer schließen sich ihm an. „Kommt und folgt mir“ sagt Jesus. Etwas ganz Neues beginnt– eigentlich auch für uns. Eine Gedichtzeile von Hermann Hesse drängt sich auf: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, - Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Versuchen auch wir uns auf Neues einzulassen, auf einen neuen ANFANG – wohin immer er uns auch führen wird . So bitten wir heute

 

dass wir erkennen: wie sehr uns alte Muster, alte Gewohnheiten und liebgewordene Rituale prägen –

 

dass wir erkennen: was davon gut ist und bleiben soll – und was sich ändern soll, weil es uns nicht mehr weiter bringt

 

dass wir erkennen: wenn die Zeit reif geworden ist für eine Entscheidung, einen Entschluss ein neues Denken

 

dass wir erkennen: dass wir uns auf Neues einlassen dürfen und müssen, auch wenn es andere nicht verstehen

 

dass wir erkennen:  dass uns nicht nur das, was gelingt, vorwärtsbringt, sondern auch alle Schwierigkeiten

 

dass wir in allem Neuen erkennen: was Gott von uns will

 

dass wir vor allem erkennen: dass wir zur Freude berufen sind – und dass wir das Gute für uns suchen dürfen

 

dass wir erkennen: dass es keine schnelle Antwort gibt auf das unbegreifliche Leid in der Welt – nur unsere tägliche kleine Liebe

 

du Gott der Anfänge – jeder Tag ist NEU, jeder Tag ein Schritt in Unbekanntes.  Im Vertrauen auf Jesus gehen wir auch heute und dafür danken wir dir.Amen


Hermann Hesse


.....Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


immer wieder einen neuen Blick wagen



„Ich stehe an der Ecke eines Traumes und kämpfe“ Die Autorin Luna Al-Mousli


„Manche sagen, um künstlerisch Wesentliches zu schaffen, muss man leiden.                                      Aber ich will nicht leiden! Ich will glücklich sein“.  Anna Netrebko in ihrem Kochbuch


„Wenn die alten Worte auf der Zunge absterben, entspringen dem Herzen neue Melodien.“ Rabindranath Tagore


„Der Mensch wird, was er denkt“ Mönchsvater Cassian


„Spiritualität ist keine Addition sondern eine Subtraktion.                                                                       Es muss nichts hinzugefügt, aber vieles weggelassen werden.“  nach Meister Eckhart


"Glücklich sein heißt, ohne Schrecken
seiner selbst innewerden können." Walter Benjamin


„Ein Flirt ohne Absicht
ist so sinnvoll wie
ein Fahrplan ohne Bahn“ Jean Gabin


„In notwendigen Dingen Einheit,
in zweifelhaften Freiheit, in
allen aber Liebe“ Goethe

 

"Glück ist selbst genügsam. Es braucht keinen Kommentar.                                                                    Es kann in sich eingerollt schlafen wie ein Igel" Robert Walser

 

„Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln.“ Albert Camus


"Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet,

erst dann wird es Frieden geben." Jimi Hendrix

 

"Was passt, das muss sich ründen,
Was sich versteht, sich finden,
Was gut ist, sich verbinden,
Was liebt, zusammen sein.
Was hindert, muss entweichen,
Was krumm ist, muss sich gleichen,
Was fern ist, sich erreichen,
Was keimt, das muss gedeihn“.  Novalis


Sich täglich vorzusagen:  

WIR LEBEN JEDEN TAG 





Samstag, 8. Januar 2022

Fürbitten 9.1. eintauchen, in das Geheimnis unseres Lebens

 

Foto Maria Stachel

 9.1.2022 Taufe Jesu Lk.3.15    

Mit dem heutigen Fest der „Taufe Jesu“ endet in der Liturgie offiziell die Weihnachtszeit. Das Evangelium berichtet von Jesus, der sich etwa im Alter von 30 Jahren am Jordan vom Wüstenprediger Johannes taufen lässt. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen taucht Jesus  tief unter ins Wasser des Jordan. „Und während er betete“ – heißt es – öffnete sich der Himmel…und eine Stimme sprach: „Du bist mein geliebter Sohn. Dich habe ich erwählt“. Es ist der entscheidende Moment, in dem Jesus seine Berufung erfährt.  Auch für uns, und nicht nur in der Taufe, reißt immer wieder der Himmel auf, auch uns wird gesagt: „Du bist geliebt, dich habe ich erwählt“.  Aber vielleicht, ehe wir die Stimme unserer Berufung hören - müssen auch wir untergetaucht werden wie im Fluss Jordan, müssen wir manchmal zuvor den Boden unter den Füßen verlieren. Müssen wir so manche Sicherheit und Selbstgewissheit verlieren. So bitten wir heute

 

Gott, unser Vater, reiß auch für uns den Himmel auf,

Lass uns wissen, dass auch wir geliebt und gewollt, gerufen und erwählt sind

lass uns deine Stimme auch mitten in unserem Alltag immer wieder hören


Lass uns immer wieder Orte finden wo wir eintauchen und Kraft holen können

Orte und Menschen, wo wir das Besondere in unserem Leben erspüren

wo wir unseren ganz eigenen Auftrag, unsere Bestimmung erkennen

 

 Gib uns auch den Mut, unterzutauchen, einzutauchen in das Geheimnis unseres Lebens

dass wir unter die Oberfläche so man her Ratlosigkeit und Krise gehen,

und dass wir doch voll Vertrauen den festen Grund finden

auf dem wir auch in dieser Zeit der Pandemie stehen können

 

Lass uns da sein für die Sorgen und die Bedürfnisse der Menschen um uns,

lass uns Menschen sein, die anderen ein Stück Himmel aufreißen

lass uns immer besser verstehen, dass wir Leben nur gewinnen,

wenn wir teilen und uns hergeben

bewahre uns vor Bitterkeit und allen geschürten Ängsten


Behüte uns alle, die wir uns Christen nennen -  geeint durch die eine Taufe - 

lass uns die Einheit ersehnen und doch dankbar und offen sein für die Vielfalt.

Schenk uns die Gnade, darauf zu vertrauen,

dass jeder Weg zu dir führt, jenseits aller Religionen


So bitten wir, öffne deinen Himmel über uns, lebendiger Gott, sende uns deinen heiligen Geist. Mach uns zu Menschen die fähig sind für Versöhnung und Frieden. Amen

 

 Beten und bitten wir mit Worten der Dichterin Hilde Domin

So Tauche uns ein
wasche uns mit dem Wasser der Sintflut 
durchnässe uns
bis auf die Herzhaut.

Denn . der Wunsch nach der Landschaft diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
er taugt nicht.

Es taugt nur die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube den Zweig vom Ölbaum bringe,
…dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.
                                                        


Freitag, 7. Januar 2022

Fürbitten 8.1 auch heute: UNTERWEGS sein

 


8.1.2022  Hl. Severin   

 ER war sein Leben lang „unterwegs“: der hl.Severin, dessen Gedenktag heute ist. In der Mitte des 5.Jahrhnderts, war dieser Mönch auf einem für unsere heutigen Verhältnisse unvorstellbar langen, mühsamen und gefährlichen Weg unterwegs. Bis heute weiß man nicht, ob er Römer oder Germane war. Auf jeden Fall kam er vom Westen des römischen Reiches bis in die Nähe Wiens. Severin ist der erste namentlich bezeugte Glaubensbote auf dem Boden des heutigen Österreich. Severin gründete Klöster ua bei Passau und Mautern, wo er auch 482 friedlich starb. Er war zu seiner Zeit - zur Zeit des Zerfalls des Römischen Weltreiches - Brückenbauer und Ratgeber, der bei Germanen und Romanen, Arianern wie Katholiken großes Ansehen genoss. Gerühmt wird seine karitative Tätigkeit: während einer Hungersnot kümmerte er sich um die Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung. Unsere Wege sind wohl weniger aufregend, und doch kann jeder kleine Schritt im Alltag Grenzen überschreiten.  So bitten wir auch für unsere inneren Wege in diesem Jahr

 

Lass uns aufbrechen – in ein Jahr, das noch voller Fragezeichen ist

Noch überschattet von der schweren Pandemie

lass uns dennoch zuversichtlich sein und bereit,

für andere da zu sein, wo nur immer es geht

Christus Licht auf unserem Weg: wir bitten dich erhöre uns

  

Lass uns aufbrechen –  lass, dass wir uns Zeit nehmen auf dem Weg

Dass wir offen sind für das, was uns begegnet

lass uns nüchtern und beharrlich sein

dass wir sehen, was gut ist rund um uns

dass uns die Dankbarkeit trägt und das „miteinander“

 

Lass uns aufbrechen - und keine Sorge haben

wir könnten den falschen Weg wählen

lass uns vertrauen

dass auch alle Umwege und selbst die Irr-Wege

in den richtigen Weg münden werden

 

Lass uns aufbrechen – lass uns schweres Gepäck zurücklassen

lass uns zurücklassen, was uns im vergangenen Jahr

mutlos, ängstlich, unsicher gemacht hat

lass uns Streit, Kränkungen und Verletzungen vergeben und vergessen

  

Lass uns aufbrechen und gehen,

immer wieder, Tag für Tag so wie heute

nicht immer werden wir erreichen, was wir uns vorgenommen haben

aber immer wird es der Weg sein, auf dem Du uns –

-        in den Menschen mit uns - begegnest

 

 

Du guter Gott, zeig uns den Weg, der uns hinausführt aus der Enge und Begrenztheit unserer Gefühle, zeig uns den Weg, der uns offen macht für die Begegnung mit Dir. Dass wir dich erkennen können in den Menschen, die mit uns auf dem Weg sind. Darum bitten wir im Namen Jesu.Amen


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Unsere erste Aufgabe ist es, genau zu erkennen, wer wir sind und dann entsprechend zu handeln und zu leben. Das mag möglicherweise mehr Mut kosten als der Versuch, Mutter Teresa zu sein …          Das Mutigste, was wir je tun werden, ist,das Geheimnis unserer eigenen Realität zu tragen.               Das ist das größte Kreuz jedes Menschen".   US Franziskanerpater und Therapeut Richard Rohr


"Kommt Zeit - kommt Nix"   Graffiti


„Es ist gut,
wenn uns die verrinnende Zeit
nicht als etwas erscheint
das uns verbraucht oder zerstört
sondern als etwas,
das uns vollendet." Antoine de Saint-Exupery


"Wenn die Sterne zu fern sind,
heb den Kieselstein zu deinen Füssen auf
und lerne alles von ihm." Margaret Fuller


Zu sagen
hier herrscht Freiheit
ist immer ein Irrtum
oder eine Lüge:
Freiheit
herrscht nicht" Erich Fried


"Geduld ist das schwerste und das einzige, was lernen sich lohnt.

Alle Natur, alles Wachstum,...aller Friede, alles Gedeihen

und alles Schöne in der Welt beruht auf Geduld,

braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen." Hermann Hesse

 

"Wer sich entschließen kann, besiegt den Schmerz"....Leonore in Goethe...Torquato Tasso


„Lernen wir uns freuen,
so verlernen wir am besten,
anderen weh zu tun.“ ..tatsächlich Nietzsche


"Beurteile deinen Tag nicht nach dem, was du ernten konntest,
sondern nach dem, was du gesät hast." Robert Louis Stevenson

 

Was geschehen, ist geschehen. Das Wasser
Das du in den Wein gossest, kannst du
Nicht mehr herausschütten, aber
Alles wandelt sich. Neu beginnen
Kannst du mit dem letzten Atemzug." Brecht

 

"Der Ursprung allen Konflikts ist, dass ich nicht sage, was ich meine

und nicht tue, was ich sage." Martin Buber

 

„Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.

Das Gegenteil von Leben ist nicht Tod,  sondern Gleichgültigkeit!“ Elie Wiesel

 

"Fehler
sind die Pforten zur Entdeckung." James Joyce


"Unter den Idealen, die einen Menschen über sich selbst hinausheben können, gehört die Ausschaltung von Gier und Egoismus, Ausmerzung von Trägheit und Verschlafenheit, Eitelkeit und Geringschätzung, Überwinden von Ängstlichkeit und Unruhe und Verzicht auf missgünstige Gedanken zu den Wesentlichsten." Buddha

 

"Alle Veränderungen,
sogar die meistersehnten,
haben ihre Melancholie.
Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst.
Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen,
bevor wir in ein anderes eintreten können." Anatole France


„Verwechsle nicht die Freude am Gefallen mit dem Glück der Liebe“ Coco Chanel


"Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, vergessend, was du hast."
Shakespeare


"Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte"
Heimito von Doderer


"versöhnlich
mein Ghettoherz
will sich verwandeln
in eine hellere Kraft" Rose Ausländer 




Donnerstag, 6. Januar 2022

Fürbitten 7.1. Wie uns der Himmel näher kommt

 


7.1.2022  Mt.4.12 „Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“

Nahtlos gehen im Matthäus Evangelium nun die Weihnachtserzählungen vom Kind Jesus in den Beginn seines öffentlichen Lebens über. Johannes der Täufer ist im Gefängnis – nun ist es Jesus der umherzieht, und verkündet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ Jesus beginnt aber auch, Menschen zu heilen. Von überall her bringt man ihm Kranke berichtet heute das Evangelium. Was für ein Trost muss von Jesus ausgegangen sein. Aber auch wir können einander guttun. Bitten wir heute 

  

dass wir hinsehen und nicht wegschauen, wenn wir helfen können

 

dass wir Menschen liebevoll aushalten, auch wenn sie mühsam sind

 

dass wir uns Zeit nehmen, um bei Kranken und Alten zu sitzen

 

dass wir einfach still bei jemand sitzen, selbst wenn Worte fehlen, um zu trösten

 

dass wir uns bemühen von dem zu sprechen, was uns selbst Kraft gibt und hilft

 

dass wir aber auch selbst um Hilfe bitten, wenn wir Trost brauchen

 

dass wir auch anderen zutrauen, dass sie helfen können und einem gut tun

 

 

Du guter Gott, hilf, dass wir spüren, wenn Menschen Trost und Nähe suchenHilf uns, dass auch wir heilsam für andere sind – aber dass auch wir nicht auf uns allein gestellt sind, gerade in dieser Zeit der Pandemie, die schon wieder neue Sorgen mit sich bringt. Wir bitten um Hilfe für alle, Amen

DREIKÖNIGS - TAG vor einem Jahr

 
















hat leider nichts genützt - trotzdem ein Jahr älter geworden