18.3.2026 Jes.49.14 Vergisst denn eine Frau ihr Kindlein, eine
Mutter den Sohn…und selbst wenn, ich vergesse dich nicht Joh.5.17 ..darum waren sie aus, ihn zu töten
Die Lesungen für den Gottesdienst heute sind wie ein Drama komponiert. In der jüdischen Bibel hören wir eine der wunderschönsten Stellen an Zuversicht und Vertrauen: durch den Propheten Jesaia sagt uns Gott: „ich werde dich erhören, ich werde dir helfen .. denn selbst wenn eine Frau ihr Kindlein, eine Mutter ihren Sohn vergessen würden (was fast undenkbar ist), ICH DEIN GOTT vergesse dich nicht“. Das ist die 1.Lesung – wie tröstlich.
Im Evangelium aber spürt man, wie sich die Schlinge um Jesus zuzieht, wie sich das Drama seines Todes vorbereitet. Zu sehr haben sich viele einflussreiche Fromme schon von ihm provoziert gefühlt: Nicht zuletzt hat er sich auch noch als Sohn Gottes bezeichnet - Das ist sein Todesurteil. Drängt sich uns da nicht die Frage auf: WO ist nun die Hilfe und Errettung für Jesus? Wird Jesus selbst nicht im Innersten auf die Worte Jesaias gesetzt haben: „Ich dein Gott verlasse dich nicht“.....
Auch in unserem Leben liegt es doch so oft dicht beisammen: Hoffnung, Vertrauen und doch auch immer die Verzweiflung „hat Gott mich vergessen?“ – bitten wir heute
für alle Menschen die sich in einer verzweifelten Lage befinden, für die Leidtragenden von Kriegen und Konflikten und Katastrophen
bitten wir für alle Kranken, die mit einer schweren Diagnose und all ihren Ängsten zurechtkommen müssen
bitten wir für alle, die Not und Leid und Sorgen von Angehörigen und Freunden mittragen
bitten wir für uns selbst, dass wir es aushalten, in diesem Spannungszustand zu leben: zutiefst zu hoffen und doch immer wieder Enttäuschungen zu erleben
dass wir uns in Gott geborgen fühlen – und doch auch die Leere und seine Abwesenheit aushalten
dass wir Lebensänderungen annehmen können, vor allem solche, die uns momentan aus der Bahn werfen,
bitten wir, dass wir mit Jesus beten können „Dein Wille geschehe“ - dass wir zu-lassen können, all das zu-lassen, was Gott gerade auch heute wieder von uns will
Vielleicht gelingt es uns manchmal auch mit den Worten von Charles de Foucauld zu beten:
„Mein Vater, ich überlasse mich dir,
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles
nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen
Geschöpfen,
Ja, um
diese Kraft und um dieses Vertrauen bitten wir guter Gott, Amen
