10.3. 2026 Mt.18.21 Der unbarmherzige
Schuldner
„Wie oft muss ich
meinem Bruder vergeben?“ Mit dieser Frage beginnt der heutige Abschnitt im
Evangelium. Petrus ist der Fragende und Jesus antwortet, wie so oft, mit einem
eindringlichen Gleichnis. Ja, wir kennen es gut, es ist das Gleichnis vom
unbarmherzigen Schuldner. Da vergibt ein König einem seiner Diener großzügig
alle Schulden – was aber macht dieser Diener? Schon wenig später rechnet er gnadenlos
mit einem anderen ab, der ihm vergleichsweise ganz wenig schuldet. Jesus
erzählt seine Gleichnisse nicht, damit wir vergnügt mit dem Finger auf die
Gemeinheit anderer zeigen können. Immer sollen wir uns selbst angesprochen
fühlen. Wie oft nehmen wir es wie
selbstverständlich hin, wenn jemand über unsere Fehler hinwegsieht, uns
„die Schulden nachlässt“ – und wie kleinlich können wir sein, wenn WIR Anderen immer
wieder etwas aufrechnen und es einfordern. Bitten wir heute
dass wir dankbar sind, weil wir wissen, wie viele Fehler uns selbst immer wieder nachgesehen werden
dass wir großherzig und unkompliziert sind, wenn es darum geht, dass auch wir großzügig über manches hinwegsehen
dass wir nach einem Konflikt oder einer Kränkung einen wirklichen Schlussstrich ziehen - dass wir nicht immer wieder alte Geschichten aufwärmen - oft tun wir das ja in quälenden Selbstgesprächen
dass wir immer wieder den ersten Schritt zur Versöhnung machen können, ohne Angst vor Gesichtsverlust
dass wir auch in unseren Gemeinschaften und Partnerschaften, ja auch in unserer Kirche Konflikte austragen können, ohne dass „feindliche Gräben“ entstehen und Menschen zu Gegnern werden.
dass wir vor allem aber auch uns selbst vergeben können, weil immer wieder vieles nicht perfekt ist und manches schief läuft - und weil uns auch diese eigene Schuld oft lange quält
Bitten wir vor allem für die großen Konflikte in unserer Welt, dass die schreckliche Gewalt in so vielen Teilen der Welt ein Ende nimmt, wir bitten besonders um Frieden im Nahen Osten und hier in Europa, in der Ukraine.
So bitten wir um die Gesinnung Jesu, Amen
