13.3.2026 Mk 12.28
Das wichtigste Gebot?
„Welches Gebot ist das Erste, das Wichtigste, von
allen?“, das wird Jesus heute im Evangelium von einem Schriftgelehrten gefragt.
Für die frommen Juden zur
Zeit Jesu (und auch noch für die orthodoxen Juden heute) ist das religiöse
Leben kompliziert. Theoretisch musste man 613 Gesetze und Vorschriften
einhalten. Aber auch wir kennen dieses skrupulöse, ängstliche Einhalten von
Vorschriften und Geboten. Aber auch in unserer Kirche sieht man oft vor lauter
Bäumen den Wald nicht mehr. Das heißt, man sieht vor lauter Paragrafen nicht,
worum es einzig und allein geht: Jesus formuliert es ganz einfach: „Du
sollst Gott mit deinem ganzen Herzen lieben - und aus dieser Gottesliebe
heraus, sollst du deinen Nächsten lieben, du sollst ihn lieben wie dich selbst“ Wie einfach könnte das sein: NUR zwei
Gebote. Dabei wissen wir, wie sehr es sich schon bei der Nächstenliebe „spießt“
Bitten wir heute:
dass
wir uns als „Nächsten“ nicht den auszusuchen, der uns am Angenehmsten wäre
dass es
uns vielmehr gelingt, den
Menschen annehmen, der uns gerade heute als „unser Nächster“ über den Weg läuft
und den uns Gott ans Herz legt
dass wir als Christen ein Klima schaffen, in
dem auch in der Gesellschaft jeder Mensch als „unser Nächster“ gesehen wird
dass
wir die Anderen, dass wir „unsere Nächsten“, grundsätzlich respektieren, wie
sie sind
dass
wir uns bemühen, immer zuallererst das Gute im „Nächsten“ zu sehen
dass wir aber auch
daran denken, dass auch wir uns selbst „der Nächste“ sind, dass wir uns selbst Gutes tun dürfen und dabei kein schlechtes Gewissen haben
müssen
bitten wir auch um eine Gottes-Liebe, in der wir
uns nicht verbiegen und nicht krampfhaft „Opfer“ bringen müssen, sondern eine
Liebe, die uns frei von Zwängen und lebensfroh macht
Du guter Gott, nicht zuletzt gilt unsere Bitte den Menschen in den Kriegs -und Krisengebieten. Behüte und begleite sie ganz besonders: wir bitten um eine Welt, in der wir uns alle als „Nächste“ sehen. Amen
