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Freitag, 4. März 2022

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


In der Nacht alte Tschernobyl Ängste.                                                                                                                Aber es scheint alles unter Kontrolle.                                                                                                          Unsere Kinder haben die Kaliumjodid Tabletten.                                                                                        Haben das die Kinder in der Ukraine auch?  

 

 „Ich existiere, um etwas zu finden.“ Paul Valery

 

„Es gibt nur ein einziges Fleckchen im Universum, das Sie mit Sicherheit verbessern können:             Ihr eigenes Ich.“ Aldous Huxley

 

 

„Man muss nur einmal Zahnweh gehabt haben, um froh zu sein,                                                                   nicht im Barock zu leben.“ Thomas Maurer    (oder im Krieg)

 

Die Entwicklung unserer Seele ist wie ein perfektes Gedicht.
Sie hat eine unendliche Idee.
Wenn man diese Idee erkennt,
wird alles zu Bedeutung und Freude." Rabindranath Tagore


"Es gehört zu den Unvollkommenheiten unseres Wesens,                                                                            dass wir erst durch den Gegensatz hindurch müssen,                                                                                    um zu erreichen, was wir erstreben." Sören Kierkegaard

 

"Manchmal denke ich. Und manchmal bin ich" Paul Valery

 

"Ich bin ein Clown. Ich sammle Augenblicke"  Heinrich Böll

 

„Ja, die Liebe ist eine wahre Zauberin.

Sobald man liebt, wird das, was man liebt, schön.

Wie lässt sich nur erreichen, dass man liebt, alles liebt?“    Leo Tolstoi


"Objektivität:

Alles hat zwei Seiten. Aber erst wenn man erkennt, dass es drei sind,                                                       erfasst man die Sache." Heimito von Doderer

 

„Das Ziel allen Lebens soll sein, dass der Mensch von der Gebundenheit                                               zur Verbundenheit komme.“ Martin Buber 

 

"Gut sein ist die Hauptsache! Einfach und schlicht gut sein,                                                                   das löst und bindet alles und ist besser als Klugheit und Rechthaberei." Rosa Luxemburg

 

„Geduld ist das Schwerste und das Einzige, was lernen sich lohnt.

Alle Natur, alles Wachstum,...aller Friede, alles Gedeihen und

Schöne in der Welt beruht auf Geduld,

braucht Zeit, braucht Stille,

braucht Vertrauen" Hermann Hesse

 


 

 




Donnerstag, 3. März 2022

Fürbitten 4.3. FASTEN ist nichts Privates

 



4.3.2022 Jes,58.1 Wie RICHTIG „fasten“  - 

Worin besteht richtiges fasten? Wenn wir auf die Waage steigen und sagen: „Da müssen zehn Kilogramm runter“! (Oder in manchen Fällen müsste man wohl auch sagen: „Ein paar Kilo mehr wäre besser“) - Wenn wir also auf der Waage für die Fastenzeit gute Vorsätze fassen - dann ist das zwar eine löbliche Absicht, die unserer Gesundheit gut tun wird.  Aber wem sonst soll es nützen? Dem Propheten Jesaia, der heute im Bibeltext zitiert wird, geht es um die gesellschaftliche Dimension dessen, was wir tun sollen und was „fasten“ bedeutet. „Nur für mich allein fromm sein“ - das ist gut und doch zu wenig. Jesaia aber gibt eine klare Gebrauchsanweisung für „richtiges „fasten“. Orientieren wir uns an seinen Worten und bitten wir:

 

...dass wir Fesseln des Unrechts lösen,

dass wir erkennen, wo wir selbst Anderen Unrecht tun,

dass wir Schluss machen mit Tratschereien, mit Vorurteilen, mit schlechten Nachreden

Dass wir aber auch mit uns selbst gerecht und barmherzig umgehen

 

dass wir die Stricke des Jochs entfernen

dass wir niemand von uns abhängig machen, dass wir nicht nur dann liebenswürdig und hilfreich sind, wenn die Anderen nach unserer Pfeife tanzen

dass wir auch selbst aus Abhängigkeiten herausfinden

 

dass wir die Versklavten freilassen

dass wir aufhören, anderen – so oft auch unseren Kindern - unsere Ansichten aufzuzwingen, dass wir niemand unter Druck setzen, aus welchen Gründen auch immer

dass wir Niemand abwerten und klein machen, um uns selbst besser zu fühlen

 

dass wir jedes Joch zu zerbrechen

dass wir Menschen aufrichten, dass wir helfen und ermutigen

dass wir uns aber auch selbst frei machen von dem Zwang, Anderen alles Recht machen zu müssen

 

dass wir an die Hungrigen unser Brot austeilen

dass wir mit Spenden großzügig sind, gerade jetzt, wo Hilfe so dringend gebraucht wird

dass wir auch unsere Zeit teilen, dass wir uns selbst zur Verfügung stellen,

Dass wir uns aber auch Zeit für uns selbst nehmen

 

dass wir die obdachlosen Armen ins Haus aufnehmen, dass wir Nackte bekleiden

erstmals seit langem reagiert ganz Europa mit offenen Armen auf das Flüchtlingslend der Menschen aus der Ukraine. Tragen auch wir an Hilfe dazu bei, was immer wir tun können -vergessen wir aber darüber aber nicht die aus vielen Ländern der Welt gestrandeten Menschen gestrandeten in den Elendsquartieren am Rand Europas.

 

und noch eines fordert Jesaia: „entziehe dich nicht deinen Verwandten“

wie oft es viel leichter, sich um „Andere“ anzunehmen, als in der eigenen Familie DA zu sein, wo man gebraucht wird. Herr hilf uns, dass wir uns liebevoll und geduldig Zeit und Auszeit füreinander nehmen  -  in unseren Familien, in unseren Freundschaften, Partnerschaften, am Arbeitsplatz

 

 

So bitten wir im Namen Jesu Amen

WÄHLE DAS LEBEN -anschnallen oder loslassen?

 


"WÄHLE DAS LEBEN" 

wortgewaltig und fast einschüchternd klingt heute der liturgische Text am zweiten Tag der Fastenzeit, am Tag nach Aschermittwoch. Zitiert wird aus dem alten biblischen Buch Deuteronomium - der Führer der Israeliten, MOSE, spricht da sozusagen Klartext mit seinen Leuten - 


ENTWEDER

ihr glaubt bedingungslos an Jahwe, an unseren Gott, und ihr lebt dementsprechend

ODER

es wird kein Segen auf eurem Leben sein. ENTSCHEIDET EUCH

Das ist natürlich keine Reportage vor dem Einmarsch ins "Gelobte Land"

Wir wissen heute:  Die Bücher des Alten Testaments sind nicht von Gott in einem Guss diktiert, sie sind kein authentisches Offenbarungsdokument, sondern ein historisch gewachsenes, literarisches Erzeugnis von Menschenhand, an dem unterschiedliche Autoren aus unterschiedlichen Zeiten mit jeweils sehr spezifischen theologischen und politischen Zielsetzungen mitwirkten. Die Texte der alten Bibel entstanden in einem langwierigen, mehrstufigen und äußerst komplizierten  Prozess, der um 1000 vor Christus anfängt und erst rund 600 Jahre später abgeschlossen ist.



MOSE ist höchstwahrscheinlich, so die bibelwissenschaftliche Forschung - keine historische Figur - aber in ihm und in allen Mose Erzählungen ist gebündelt, was eine tiefe jahrhundertealte Erfahrung des israelitischen Volkes war. Es geht um die Identität eines kleinen Volkes, das vor allem in der Hinwendung zu DEM EINEN GOTT seine Überlebensstärke bekommt - in allen Jahrzehnten der Unterdrückung und Versklavung.

WÄHLE  DAS  LEBEN  

diese Entscheidung war für das kleine israelitische Volk über-lebenswichtig - 

und das ist es auch für uns: ganz abgelöst von der Forderung "zu glauben" - glauben ist eine persönliche Einzel-Entscheidung - aber

DAS LEBEN WÄHLEN

das muss ich jeden Tag. Jeden Tag mich für das entscheiden, was mir wirklich GUT tut - den Kompromiss finden zwischen dem, wie man anderen GUT tun will und

den eigenen Möglichkeiten. Sich "nicht verausgaben" - und nicht zu "sparsam" mit sich selbst umgehen. An sich alles banal, aber Leben ist banal - die Fastenzeit lässt uns nur darüber nachdenken.

Aber was, wenn LEBEN plötzlich der Vernichtung ausgesetzt ist, wie in der Ukraine!!??? 

WÄHLE  DAS LEBEN: was heißt das für die Menschen in der Ukraine? (und für alle, die einer Kriegs-und Verfolgungssituation ausgesetzt sind)

Wie würde ich mich selbst in einer solchen Extrem Situation verhalten?

Das LEBEN WÄHLEN - und mit meiner Familie flüchten? 

DAS  LEBEN  WÄHLEN - für Freiheit und Unabhängigkeit, für HEIMAT und Nation?  und das hieße: BLEIBEN und kämpfen. Und das LEBEN riskieren! ????

Am 5.März rufen wir hier in Österreich den "Tag der Freiheit" aus - 

TAG DER FREIHEIT, weil man endlich unmaskiert Schnitzel futtern kann

ich schäme mich!!!

Ich bete für die Ukraine ´(und spende) - aber sonst fühle ich mich hilflos. Weil ich nicht einmal weiß, was DAS RICHTIGE ist - was ich meinen eigenen Leuten in so einer Situation raten würde.

Ja, dafür schäme ich mich auch, irgendwie - Vertrauen ???









immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Denken heißt,                                                                                                    durchzustreichen“   Paul Valery

„Ein untrügliches Zeugnis von Intelligenz ist zu wissen, was man besser nicht macht.“            Markus Hinterhäuser Intendant Salzburger Festspiele

 

"Jeder AUSGANG
ist ein EINGANG irgendwo anders".  
Tom Stoppard


"In jedem Winter

steckt ein zitternder Frühling,

und hinter dem Schleier jeder Nacht

verbirgt sich ein lächelnder Morgen." Kahlil Gibran

 

"Ich würde das Letzte verkaufen, das ich habe, wenn es mir ein Lernen ermöglichen würde,               das ich sonst nicht habe. Das Wichtigste ist doch, sich lernend zu verwandeln ..."  Andre´Heller


"Ein dankbares Leben? Das ist ein alchemistischer Vorgang,

der "erbärmliche" Dinge zu dankbaren Ereignissen wandelt." Raimundo Panikkar

 

 

"Ich kenne alles bis auf Punkt und Strich,

ich kenne nur den einen nicht,

und der bin ich". Francois Villon

 

"Wer sich Lust verbietet, dem stößt das Leben sauer auf"     Benediktinerpater Anselm Grün

 

"Man muss es schaffen mit einer Situation so umzugehen, dass sie einen nicht verzweifeln lässt. Und dann ist plötzlich wieder Glück möglich - mitten in der Katastrophe.Es ist erstaunlich, wie viel man in der Dunkelheit sieht, wenn man in ihr ist" Arno Geiger

 

"Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt,

das ist:  Verzeihen ohne zu vergessen." Arthur Schnitzler

 

"..Man sucht sich die Zeit nicht aus, in der man die Welt betritt,                                                    aber muss Spuren in seiner Zeit hinterlassen.                                                                            Seiner Verantwortung kann sich niemand entziehen.. ..                                                                 aber gestalten können wir diese Welt, worin das Samenkorn wächst,                                            das wir in uns tragen" Gioconda Belli

 


 


FASTENZEIT - Dumme Fragen an mich selbst

 


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UND WAS?

Mittwoch, 2. März 2022

anschnallen? oder lieber loslassen?

 


fasten your seat belts - ja, so habe ich vor 8 Jahren meinen blog "getauft" 

im März 2014 habe ich begonnen, "ins Blaue" hinein zu schreiben, es war wohl auch kurz

vor dem Aschermittwoch . Wo sollte die Reise hingehen?

Ich habe mich gefragt: geht es ums anschnallen? 

oder geht es ums loslassen? Worauf kommt es im Leben an? 

„Wo ich gehe – du!
Wo ich stehe –du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Ergeht`s mir gut – du!
Wenn`s weh mir tut – du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Himmel – du, Erde – du,
Oben – du, unten – du,
Wohin ich mich wende, an jedem Ende
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!"

(M. Buber, Die Erzählungen der Chassidim. Zürich 1984)

Warum habe ich damals Martin Buber zitiert? 

Wie lese ich sein großes DU heute? 

Soll ICH mich weiter "anschnallen" an dieses DU ?

oder kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man das Loslassen vom DU riskieren muss?

"DU bist ICH"... (Tat twam asi).... sagt Buddha  

und das meint wohl unser Miteinander-Mensch sein. Was ich DIR antue, tue ich

eigentlich mir an - alle Kriege könnte man sich ersparen....

Martin Bubers DU aber geht weiter. Meint den oder das, für das es kein Wort gibt

Wenn dieses DU - ICH bin ! 

sollte man dann nicht  auch das loslassen riskieren können?

 


Eigentlich ist heute nur Banales passiert. 

Weil ich sehr verkühlt bin, kann ich ausgerechnet am Aschermittwoch zu keinem Gottesdienst gehen. Ich glaube fast, das ist noch nie passiert.  Ich versuche, ein Gefühl des Bedauerns zu spüren - ich denke mir, es müsste mir doch jetzt etwas "fehlen" - nicht nur das Aschenkreuz auf der Stirn - eine bestimmte Stimmung, Einstimmung müsste doch jetzt fehlen - irgendwie lebt man von Ritualen und Gewohnheiten, "angeschnallt" an äußere Sicherheit im Kreis von vielen, die ähnlich denken und glauben.                                                     Ich erlebe in mir aber etwas ganz anderes. Es ist wie eine ganz große Erleichterung. Als hätte man mir eine Last abgenommen. Ich weiß, dass dieses Bedürfnis "leichter zu sein"  schon lange da ist, aber doch immer wieder überdeckt wird von der Angst, ich könnte etwas Kostbares "verraten".              Heute spüre ich plötzlich: ich darf loslassen, ich darf loslassen, auch wenn ich nicht einmal genau definieren kann, wovon ich mich frei machen will /muss.                                                                                                            Das DU bin ICH, ich kann es nicht verlieren


 

Fürbitten 3.3. JA zum Leben sagen - dankbar für das HEUTE

 


3.3.2022 Dtn. 30.15 Leben u Tod lege ich dir vor  Lk 9.22  Was nützt es, wenn der Mensch die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert

In den Lesungen heute wird „Klartext“ gesprochen. „Leben oder Tod“ – was wählt ihr?“ fragt Moses das Volk, die Israeliten - und im Evangelium sagt Jesus: „Was nützt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, dabei aber dich selbst verlierst und Schaden nimmst“ Was aber heißt das „Wähle das Leben“? Gehen wir es bescheiden an, wie es Papst Johannes XXIII in einem Gebet getan hat – wenigstens HEUTE, immer nur Tag für Tag wollen wir es versuchen so bitten wir

 

NUR HEUTE lass mich ganz im Vertrauen auf Dich leben, ohne die Probleme meines Lebens alle auf einmal lösen zu wollen - 

Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen

 

NUR HEUTE lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe

Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen

   
NUR HEUTE soll es mir gelingen, nicht die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - lass mich nur an mir selbst arbeiten.
Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen


NUR HEUTE will ich ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes tun, ohne selbst etwas davon zu haben und ohne es an die große Glocke zu hängen
Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen


NUR HEUTE will ich mich bemühen, den Tag dankbar anzunehmen, ganz gleich, welche Probleme es gibt und welche Sorgen ich habe
Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen


NUR HEUTE will ich mich ohne Murren den Gegebenheiten des Tages anpassen, 
ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.

Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen


NUR HEUTE wenigstens werde ich versuchen, mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und der Unentschlossenheit.
Du guter Gott: lass mich JA zum Leben sagen


Ja, dieser Tag, HEUTE, ist uns wieder geschenkt. Du guter Gott: Lass uns JA zum Leben sagen. Und behüte all die Menschen, die in großer Gefahr sind – wir bitten inständig um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine, um Frieden für Europa und die Welt. Amen


FASTENZEIT - dumme Fragen an mich selbst!

 


Wie vieles mache ich

 – unbeirrbar -

immer wieder gleich FALSCH?

Und wie lange noch ?


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


Fasten?
"Schwerer werden.
Leichter sein" Paul Celan

 

"das kleine ICH muss großzügiger werden,                                                                                                bis an die Grenze der Verrücktheit." Peter Schellenbaum

 

"Ich bin eigentlich ganz anders,
ich komm nur so selten dazu".   
Ödön von Horváth


„Wenn fasten dann fasten,

wenn Rebhuhn dann Rebhuhn". Teresa von Avila

 

„Es gibt keinen Glauben ohne Zweifel. Hört auf, den Zweifel zu unterdrücken. Zweifel und Glaube sind zwei Seiten der derselben Wirklichkeit. Glaube wächst aus Zweifel, aus echtem Zweifel.        Wir beten nicht richtig, wenn wir dem Zweifel ausweichen.“                                                       Thomas Merton US Trappistenmönch, Friedensaktivist und Mystiker

 

"was vorüber ist, ist nicht vorüber.
es wächst weiter in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück." Rose Ausländer

 

"Die wahrhafte Reise des Lebens ist nicht, neue Landschaften zu suchen,

sondern neue Augen zu haben." Marcel Proust

 

Fasten:
"Verzögerungen erfinden,
Relais einbauen,
Umwege, Aufenthalte, Wartesäle...." Günter Eich

 

"Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien,                                                                   sondern aus Pflichten." Albert Camus

 

"Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und keiner ginge, um zu sehen,
wohin wir kämen,
wenn wir gingen." Kurt Marti

 

„Suche immer dich nützlich zu machen. Suche nie, unentbehrlich zu sein“                     Marie von Ebner Eschenbach

 

"Das beste Mittel, sich selbst kennen zu lernen, ist der Versuch,                                                                andere zu verstehen!" Andre' Gide

 

"MUT
ist das einzige Maß des Lebens"
Sören Kierkegaard


"Ich schlief und träumte,
das Leben wäre Freude.
Ich erwachte und sah,
das Leben war Pflicht.
Ich handelte und siehe,
die Pflicht war Freude." Rabindranath Tagore

 

"VERTRAUEN  ist eine Oase im Herzen,

die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird." Khalil Gibran





Dienstag, 1. März 2022

Fürbitten 2.3. ASCHERMITTWOCH

 




2.3.2022 Aschermittwoch  Joel 2.12 kehrt um zu mir  Hütet euch  Mt.6.1

Braucht man in Tagen wie diesen einen Aschermittwoch? Der Krieg in der Ukraine, heute der      7 Tag, scheint wie eine Zeitenwende für ganz Europa. Kaum hatten wir gehofft, wieder aus der Pandemie zur Normalität auftauchen zu können, sind wir Augenzeugen einer Katastrophe ganz anderer Art. Wieder Krieg in Europa, es ist unfassbar. Papst Franziskus hat für heute, für Aschermittwoch, zu Friedensgebeten und Fasten für den Frieden aufgerufen – bitten wir um einen Ausweg aus einer ausweglos scheinenden Situation. Letztlich ist es das, was uns auch schon die alte Bibel in vielen Geschichten von Not und Elend erzählt:  GOTT KANN RETTEN. In der ersten Lesung ist es, hunderte Jahre vor Jesus, der Prophet Joel der in einer großen Krisensituation seine Mitmenschen beschwört: überdenkt euer Leben, kehrt um. Und im Evangelium zeigt Jesus dazu den direkten Weg: nicht auf äußere Frömmigkeit kommt es an, sondern auf die Bereitschaft sein Leben auf Gott auszurichten und auf die Mitmenschen. Fasten heißt vor allem auch „geben und teilen“. So bitten wir

 

Dass wir uns in dieser Fastenzeit nicht sinnlose Einschränkungen auferlegen, sondern einfach auch das gern tun, was wir nicht so gern tun  

 

dass wir uns aber gerade auch in der Fastenzeit nicht mehr aufbürden lassen, als für uns gut ist, dass wir freundlich „Nein sagen“ lernen

 

Dass wir sachlich und nüchtern mit Schwierigkeiten umgehen, dass wir mit Optimismus und Vertrauen anderen eine Hilfe sein können

 

dass wir die Vorsätze dieser Fastenzeit an ein gutes Ziel bringen, dass wir uns aber auch nicht verbiestert abplagen

 

dass wir immer besser lernen „Unvollkommenheit“ und eigenes „scheitern“ gelassen anzunehmen

 

 dass wir in allem, was wir tun oder lassen, Freude und Dankbarkeit vermehren wollen

 

dass wir uns in der Dramatik dieser Tage besonders um Ruhe und Ausgleich bemühen, dass wir unserem Beten vertrauen

 

Du guter Gott: behüte uns vor dem traurigen Gesicht, vor der inneren Trostlosigkeit, vor allem frommen Leistungsdenken. Lass, dass das, worum wir uns in dieser Fastenzeit bemühen, weiterwirken kann und GUT für viele Menschen ist. Vor allem aber bitten wir für die Ukraine und für Frieden in Europa und in der ganzen Welt. Amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


 

"Wer eine Veränderung der Verhältnisse für Unmöglich erklärt, trägt selbst dazu bei, sie unmöglich zu machen." Simone de Beauvoir


„Wir haben Religion genug, um einander zu hassen, aber nicht genug, um einander zu lieben. Jonathan Swift -     (der Moskauer Patriarch sieht „böse Kräfte“, die nicht nur Russland bedrohen sondern die "ganze Rus")

 

"Jeder kann wütend werden, das ist einfach.

Aber wütend sein auf den Richtigen,

im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck

und auf die richtige Art, das ist schwer". Aristoteles

 

"Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen". Marie von Ebner Eschenbach

(das ist es, was mir Angst macht: was würde ein Krieg mit mir machen?)

 

"Die Zeit heilt nicht alles,
aber rückt vielleicht das Unheilbare
aus dem Mittelpunkt" Ludwig Marcuse

 

 

"Letztendlich haben wir nur eine moralische Pflicht: in uns große Gebiete des Friedens zurückzugewinnen, mehr und mehr Frieden, und das den anderen zu zeigen.                                       Und je mehr Frieden in uns ist, desto mehr Frieden auch in unserer geschundenen Welt sein."           Etty Hillesum 1943 in Auschwitz ermordet

 

"In Gefahr und großer Not bringt der Mittelweg den Tod." Alexander Friedrich von Logau 30j Krieg 1655+ - und doch braucht es Kompromisse ...

 

"Wer sich entschließen kann,
besiegt den Schmerz"....
Leonore in Goethes Torquato Tasso

 

"Wie geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen.
Wie Sie sehen, antwortete der Lahme."
Georg Christoph Lichtenberg                                                                                                                    
Ist es das, was der Krieg aus uns macht?


„Auch heute viel zu tun, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.“
Bert Brecht


"DU  bist  ICH"... (Tat twam asi).... Buddha                                                                                                    würde das funktionieren, gäbe es keinen Krieg

 

„Auf Dauer nimmt die Seele
die Farben der Gedanken an.“ Marc Aurel



7.30  -  ich bringe eine kleine Eule und ein Einhorn in den Kindergarten. In der Stadt rüsten sich ein Astronaut und eine Art Batman für den neuen Tag. Der Bus, mit dem ich unterwegs bin, voll mit unbeschwerten Faschings-Kindern. Ich denke mir: gut so! wir müssen dem Wahnsinn auch Normalität entgegensetzen.