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Montag, 10. März 2014

Fürbitten "ich war hungrig..." Mt.25.31

10.3.2014 Mt.25.31 ich war hungrig

Das Evangelium bringt heute auf den Punkt, was wir schon zu Beginn der Fastenzeit gehört haben. Frommes Herumgelabbere gibt Gott gar nichts. Und wenn wir hundertmal auf unsere Keksi und auf unsere Zigaretten und das Glserl Wein verzichten: das ist nicht das, was Jesus meint, wenn er aufzählt, WORAUF es letztlich ankommt. Hinschauen auf das, was Menschen brauchen – und helfen, so gut es geht. Fasten das heißt: Da-sein für andere auch auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. So bitten wir heute

dass wir Hungrigen zu essen geben – dass wir Wege zum solidarischen Leben finden, dass wir aber auch dort Hunger stillen können, wo Menschen seelisch Nahrung brauchen

dass wir Durst stillen – dass wir da sind für die Sehnsucht der anderen, die oft nur ein bißchen Zuwendung und aufmunternde Worte brauchen

dass wir Obdachlose aufnehmen. Dass wir, so gut wir es können, Organisationen unterstützen,die sich um Flüchtlinge und Wohlstandsverlierer annehmen. Dass wir auch Menschen Heimat geben können, die den Boden unter den Füßen verloren haben

dass wir Nackte kleiden. Dass wir niemand blamieren, nackt da stehen lassen, dass wir die Blößen, die sich andere geben, nicht ausnutzen. Dass wir einen schützende Hand für die haben, die nicht so gut im Leben zurecht kommen

dass wir uns um Kranke kümmern.Dass wir keine Phrasen anbieten sondern einfach zuhören können. Dass wir Verständnis haben für alle die, denen es psychisch nicht so gut geht. Dass wir den Rhythmus der Menschen verstehen, denen das Leben nicht so leicht von der Hand geht

dass wir auch ins Gfängnis gehen. Ganz konkret wird das nicht oft möglich sein. Aber wie viele Arten von „Gefängnis“ gibt es, in die sich Menschen zurück ziehen, einmauern, verschanzen. Dass wir ihnen mit Geduld nahe kommen und bei ihnen ausharren


Du guter Gott, wir sehnen uns danach GUT zu sein und GUTES zu tun. Lass, dass es kein Krampf und keine große Verrenkung ist, sondern dass wir sehen, was wir jeden Tag an vielen kleinen Zuwendungen geben können. Dass wir heilsam und heilend sein können, wie es Jesus war. Darum bitten wir in Seinem Namen.Amen

Sonntag, 9. März 2014

FASTEN - EIN LIEBESDIENST



 Der "Kurier" im Gespräch mit zwei Mönchen: 
David Steindl-Rast ist  österreichisch-amerikanischer Benediktinermönch, Eremit, Spiritualitätslehrer Johannes Pausch hat das Europakloster Gut Aich bei St. Gilgen gegründet und ist Abt.


Die Sonne scheint, die Natur blüht und gedeiht und wir sollen uns in der Fastenzeit kasteien.
Johannes Pausch: Wir kasteien uns nicht. Nur wenn man  eine Abmagerungs- oder Schönheitskur machen will, dann muss man sich kasteien.
David Steindl-Rast: Unserer Meinung  nach ist Fasten  Ausdruck der Freude, der     Vorfreude auf Ostern. Es ist verbunden mit dem Gebet, mit dem  Aufheben des Herzens zu Gott. Fasten ist immer das, was uns die guten Werke kosten. Das mehr oder weniger Essen beim Fasten ist gar nicht so wichtig.
Pausch: Ein gutes Werk selbst ist schon das Fasten.
Steindl-Rast: Fasten ist, was der Liebesdienst kostet.
Ein Beispiel?
Steindl-Rast: Früher aufstehen, um einen Kranken besuchen zu können.
Pausch: Etwas tun, was ich früher vernachlässigt habe. Die Frau, die Kinder. Zeit nehmen, achtsam werden.
Steindl-Rast: Wenn ich mit Unternehmern spreche, taucht immer wieder die Frage der Familie auf. Sie kommt zu kurz.  Da würde fasten weniger arbeiten bedeuten, vielleicht sogar einen Verlust dafür in Kauf zu nehmen, um für die Familie da zu sein.
Pausch: Gleichzeitig ist es auch  ein Liebesdienst, wenn ich mir selber Gutes tue. Wenn ich weniger grantig, weniger abgespannt,  weniger hektisch bin, dann  ist das für meine Umgebung eine ungeheure Erleichterung.
Steindl-Rast: Das Gegenteil wäre, wenn sich jemand Kasteiungen auferlegt und deshalb nur grantig ist.
Pausch: Da gibt es das Beispiel von dem Mönch, der abends gerne eine Zigarre geraucht hat. Er hat dem Abt gesagt, er raucht als Fastenopfer keine Zigarre mehr. Worauf der gemeint hat, tun  Sie  das sich und Ihren Schülern nicht an.
Steindl-Rast:  Es ist das Ausbessern von dem, wo  wir  zu anderen Zeiten nachlässig sind.   Viele von uns haben schlechte Essensgewohnheiten.
Pausch:  Man soll wieder mehr das Kauen lernt. Kauen ist das halbe Leben. Das ist nicht nur ein körperlicher Vorgang, sondern auch ein seelischer. Wir fressen zu viel in uns hinein, um gute und schlechte Gefühle damit zuzudecken. Um dann die Last in Form von Kilos mit uns herumzuschleppen. Es ist wichtig, das Essen bewusster zu gestalten. Für viele ist es ein größeres Fastenopfer, sehr bewusst und langsam zu essen als überhaupt nichts zu essen.
Steindl-Rast:     Beim Fasten im Sinn von etwas weniger Essen wäre es eine gute Regel, dass man etwa genauso lang oder länger zum Essen braucht als normal. Dass man langsamer und bedächtiger isst. Der Grund, warum wir uns beim Essen weniger freuen ist, dass wir uns gar nicht Zeit lassen beim Essen. Es muss alles schnell gehen.
Pausch: Wir hauen das Essen rein und schmecken und riechen es gar nicht mehr.
Steindl-Rast: Manche, die über Fast Food lachen,  essen  richtig gutes Essen, aber sie essen es schnell hinunter.  Das ist noch ärger als Fast Food langsamer zu essen.

Was ist das Ziel des Fastens?
Pausch: Das Ziel ist ein gutes Leben und  Freude  und Sehnsucht zu finden.
Steindl-Rast: Und alles loszulassen, was uns beschwert.     Der Satz, ich beschwere mich über jemanden anderen,  sagt ganz klar, dass man sich selbst belastet, wenn man sich beschwert.
Pausch: Manche sagen, ich beschwere mich ja nicht, aber dann nörgeln sie immer an jemandem anderen herum. Diese Haltungen machen den Leib kaputt, die Seele kaputt, die Beziehungen kaputt, sie töten die Freude von Anfang an.
Steindl-Rast: Wir sollen Fasten von dem, was uns beschwert und keine wirkliche Nahrung gibt. Vieles im Fernsehen oder Radio nährt weder den Geist  noch die  Seele. Viele Leute schauen sich Dinge an, die ihnen Sorgen und Angst machen. Von dem zu fasten, ist heutzutage wichtiger, als vom Essen zu fasten.

Ihr Ordensgründer, der heilige Benedikt, empfiehlt den Mönchen, in der Fastenzeit ein Buch zu lesen.
Pausch: Es ist eine Freude, ein Buch vom Anfang bis zum Ende gelesen zu haben. In der Zeit Benedikts (480–547 n. Chr.) waren Bücher eine  große Seltenheit. Er sagt zu den Möchen, ihr müsst in der Fastenzeit etwas lernen. Im Lesen etwas Lernen ist etwas Entscheidendes für unsere Weiterentwicklung. Im Fasten öffnen wir uns damit  für  etwas Neues. Es ist vor allem ein Akt der Demut.
Steindl-Rast: Und es ist ein Akt der Disziplin. Eine unserer  Schwierigkeiten ist unsere Zerstreutheit. Wenn man sich vornimmt, ein Buch vom Anfang bis zum Ende in den 40 Tagen der Fastenzeit zu lesen, auferlegt  man sich eine gewisse Disziplin. Man erweist auch dem Autor seine Ehrfurcht. Es ist auch gut, gemeinsam zu lesen.

Wann sollte man fasten?
Pausch: Der heilige Benedikt sagt, man sollte immer fasten. Immer heißt,  mit der Haltung zu leben, die das Fasten bedeutet.
Steindl-Rast: Aber er sagt das deshalb,weil das die meisten nicht durchhalten können. So machen wir es wenigstens 40 Tage. Diese 40 Tage bedeuten Wanderung, Änderung und Umdenken.
Pausch: Das ist ja heute gefordert. In allen Unternehmen spricht man von „Change“. Das ist eine Wandlung. Umdenken, Neuwerden, sich verändern.
Steindl-Rast: Man soll immer dann fasten, wenn es um Änderung und Wandel im Leben geht.
Pausch: Früher hat man vor den großen Feiertagen den Fasttag gehabt.  Damit man sich richtig auf das Fest einstellen kann.

Heißt Fasten, sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren?
Pausch: Ich würde eher sagen leer werden.
Steindl-Rast: Leer werden kommt zuerst, dann wird man empfänglich.

Wie wird man leer?
Pausch: Indem ich weniger esse, weniger Fernsehen schaue, weniger im Internet surfe  oder mich im Alltag weniger ärgere.

Wie sollte man fasten?
Steindl-Rast: Freudig, Wenn  man es nicht freudig tut, sollte man es lassen.
Pausch: Jesus sagt, macht es nicht wie die Heuchler, die ein finsteres Gesicht machen.   Er sagt, bereitet euch auf einen Festtag vor. Das ist die Grundhaltung. Das fällt einem nicht leicht, wenn man mitten in einem Änderungsprozess steckt. Wenn man sich nicht herausgefordert fühlt, ist die Situation, in die ich hineingehe, auch nichts wert. Es kostet mich nichts.
Steindl-Rast: Dann kommt die Konzentration herein. Man sollte dankbar fasten. Um dankbar zu sein, brauchen wir heute eine Einengung auf weniger. Wir haben so viel, dass wir gar nicht nachkommen mit der Dankbarkeit.  Wenn man sich auf etwas weniger konzentriert, bemerkt man erst, was das für ein Geschenk ist. Man könnte auch sagen: Fasten ist, sich reichlich Zeit zu lassen, um eins nach dem anderen anzuschauen und zu sehen, was das für ein Geschenk ist. Dann kommt die Freude.

 http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/fasten-ist-das-was-uns-die-guten-werke-kosten/772.861
31.3.2012 

Sehnsucht

"Alles beginnt mit der Sehnsucht,
immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, für Größeres.
Das ist des Menschen Größe und Not:
Sehnsucht nach Stille, nach Freundschaft und Liebe.
Und wo Sehnsucht sich erfüllt,
dort bricht sie noch stärker auf..." Nelly Sachs

Fürbitten: Versuchung - Entscheidung

9.4.2014 1.FS Mt.4.1 Versuchung Jesu Gen. 2..7. Der Herr formte den Menschen

Wovon lebt der Mensch: vielleicht ist das heute eine der zentralen Fragen in den Lesungen. Gott schuf den Menschen, hörten wir, und dieser Mensch sucht die Erkenntnis von gut und böse – und wir hören wie Jesus in der Wüste mit Versuchungen kämpft. Sattsein, alles haben, Macht, Reichtum.. Wofür soll sich der Mensch entscheiden. Jesus sagt: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Wovon leben wir, woraus schöpfen wir unsere Kraft? So bitten wir

dass wir aufhören Angst zu haben, Gott würde uns „in Versuchung“ führen

dass wir Entscheidungen treffen und uns dabei von Gott behütet wissen

dass wir auch Fehler machen dürfen

dass wir Geduld haben, wenn auch wir uns manchmal wie in der Wüste fühlen

dass wir Einsamkeit und Alleinsein aushalten können,

dass wir den Hunger nach „immer mehr haben wollen“ in den Griff bekommen
und doch nicht dort stehen bleiben,wo wir sind

dass wir Visionen zulassen können und letztlich doch nüchtern bleiben
dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen und uns doch wichtig sind

dass wir keine Angst vor dem Loslassen haben weil Gott uns hält


Wir müssen keine Angst vor einem strafenden Gott haben, auch wenn uns so vieles immer wieder nicht gelingt. Du vertreibst uns vielleicht manchmal aus dem Paradies unserer Bequemlichkeit Gott, aber in der Wirklichkeit unseres Lebens gehen wir mit Jesus den Weg zu dir. Behüte und bewahre uns Alle vor der Mutlosigkeit. Amen

Fastentagebuch Tag 5



                        Zeit nehmen, um Zeit zu haben

Samstag, 8. März 2014

Wovon lebt der Mensch? Gedanken zum 1.Fastensonntag

Wovon lebt der Mensch? Das ist für mich heute eine der zentralen Fragen in den Lesungen.
Gott schuf den Menschen, hören wir in der Genesis Erzählung, aber der Baum der Erkenntnis sollte für Adam und Eva tabu sein. Aber schon das erste Menschenpaar will mehr, als das, was man ihm zugesteht. Warum soll irgendetwas unerreichbar sein? Es gehört sicher zur Würde des Menschen, dass er nicht bei dem stehen bleibt, was ihm vorgegeben wird. Man könnte sich auch fragen, worin liegt der Sinn, wenn Gott dem Menschen die Einsicht in gut und böse vorenthalten möchte. Und ist es nicht gut, wenn den Menschen die Augen aufgehen und sie sehen,wie die Wirklichkeit ist: „und sie erkannten,dass sie nackt waren..“ Schon als Kind habe ich gefunden, dass Eva mutig ist und dass sie Recht hat, den Schritt über das Verbot hinaus zu machen. Gott hat uns nach seinem Bild und Abbild geschaffen, heißt es doch ebenso stolz in der Bibel: warum besteht plötzlich die Sünde darin, „wie Gott sein zu wollen“? Nicht mehr Knechte seid ihr, sagt Jesus, Miterben und Besitzer seid ihr....
Ja ich denke, der Mensch lebt davon, seine Grenzen auszuloten, er lebt auch davon, seine Grenzen zu überschreiten. Nicht immer ist das gut – und doch glaube ich, dass Gott auch heimlich ein bißchen stolz auf die Unerschrockenheit der Eva ist …

Jesus, nach langem Fasten in der Wüste, empfindet vielleicht Ähnliches wie Eva. Warum sich mit wenig zufrieden geben,wenn man Alles haben kann. Könnte ihm nicht die ganze Welt zu Füßen liegen? Warum nur ein kleiner frommer Jude sein, wenn man so viel mehr haben könnte?
Wenn man lange fastet, fühlt man sich sehr stark. Man hat sich selbst überwunden, nichts scheint unerreichbar. Man fühlt sich vielleicht ein bißchen wie „der Herr des Universums“ - „Versucht durch den Teufel“ beschreibt das das Evangelium. Jesus entscheidet aber vielleicht gar nicht so viel anders als Eva. Denn sich so radikal für Gott zu entscheiden – gegen all das, was möglich wäre – ist so eine Entscheidung nicht auch eine Grenzüberschreitung. Auch Jesus verläßt damit das Paradies, den gemütlichen Weg …. für ihn wird es bald ein Weg in den Tod sein …

Ich denke mir: am Baum der Erkenntnis rütteln – oder sich so radikal wie Jesus für einen Weg mit Gott zu entscheiden: das erfordert Mut, das „setzt uns der Wirklichkeit aus“ - dann sind wir keine geschützten "Mitläufer", dann stehen wir nackt da, wie Adam und Eva, wie Jesus vor seiner Kreuzigung: Nackt stehen wir vor Gott
Aber einen anderen Weg gibt es nicht. Der Rest ist Glauben

Lesung:        Genesis 2,7 - 3,1
Evangelium  Matthäus .4.1





Fürbitten "den Anderen gut tun" - Jes.58,9, Lk.5.27

8.3.2014 Sa nach Aschermittwoch Jes 58,9 Lk.5.27

Zwei wunderbare Texte sind das heute in der Liturgie. Jesus sagt: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt ….und Jesaia sagt über die,die sich anderen liebevoll und helfend zuwenden: „Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht“ . Letztlich ist es Gott, der all das kann, aber er braucht auch uns: so bitten wir

dass wir nicht Salz in Wunden streuen, sondern lieber verbinden und zum Heilen beitragen

dass wir Streit schlichten und nicht Streit schüren

dass wir Mut machen und aufrichten und nicht herumkritisieren

dass wir aufhören zu urteilen und zu beurteilen

dass wir Andere nicht einengen mit unserer fixen Vorstellung von dem, was richtig und falsch ist

dass wir nicht immer besser wissen wollen, was anderen gut tut

dass wir Niemandem ein schlechtes Gewissen machen

dass wir immer zuerst das Positive annehmen wollen

dass wir den Menschen die mit uns leben, das Leben leichter machen

dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen

Du guter Gott, lass dass wir Menschen sind, die Ruinen wieder bewohnbar machen. Dass wir Streit schlichten und uns selbst in Konflikten immer wieder versöhnen können. Dass wir Vertrauen aufbauen und eine Atmosphäre schaffen, in der man leben und gesund werden und gesund sein kann. Das bitten wir durch Jesus, der uns selbst immer wieder aufrichtet und weiter lieben läßt. Amen

Fastentagebuch Tag 4



                              aufwachen – dankbar sein

Freitag, 7. März 2014

Fasten: durchnässt bis auf die Herzhaut



Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.

Der Wunsch nach der Landschaft diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.

Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube den Zweig vom Ölbaum bringe,
dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass die Blätter der Rose noch am Boden eine leuchtende Krone bilden.
Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.
    
Hilde Domin

Fastentagebuch Tag 3

     
         nicht suchen,was mir fehlt – finden, was ich habe

Fürbitten "Wie sollen wir fasten?" Jes.58.1

7.3.2014 Jes,58.1 Wie sollen wir „fasten“
Mt.9.14 können die hochzeitsgäste trauern solange der Bräutigam bei ihnen ist?

Worin besteht richtiges fasten?
Wenn wir auf die Waage steigen und sagen: „Da müssen zehn Kilogramm runter“ !
Oder in manchen Fällen müßte man wohl auch sagen: „Da müßten ein paar Kilo rauf“
Wenn wir also auf der Waage für die Fastenzeit gute Vorsätze fassen - dann ist das zwar eine löbliche Absicht, die unserer Geundheit gut tun wird. Aber wem sonst soll es nützen?
Dem Propheten Jesaia geht es immer auch um die gesellschaftliche Dimension unseres Glaubens. „Nur für mich allein fromm sein“ - das ist gut und doch zu wenig.
Jesaia gibt eine klare Gabrauchsanweisung fürs „fasten“. Bitten wir also heute dass wir dort,wo wir es selbst ganz leicht können...


...die Fesseln des Unrechts lösen,
dass wir erkennen, wo wir Anderen Unrecht tun, weil wir sie nur mit unseren Augen sehen,
weil wir so oft ein schnelles Urteil haben.

dass wir die Stricke des Jochs entfernen
dass wir niemand mit der Art unserer Zuwendung von uns abhängig machen,
dass wir selbst aus unseren Abhängigkeiten herausfinden

dass wir die Versklavten freilassen
dass wir nicht, oft so hilflos, seelischen Druck ausüben, um zu erreichen, was wir wollen
dass wir Niemand abwerten und klein machen, um uns selbst besser zu fühlen

dass wir jedes Joch zu zerbrechen
dass wir Menschen aufrichten, dass wir Mut machen,
dass wir uns selbst frei machen von all dem, von dem wir glauben, es müsste unbedingt sein

dass wir an die Hungrigen unser Brot austeilen
dass wir großzügig sind, nicht nur mit Lebensmittelspenden
dass wir vor allem unsere Zeit teilen,die uns so kostbar ist,dass wir uns uns selbst zur Verfügung stellen,auch wenn wir glauben, gerade jetzt keine Zeit zu haben nicht wegschauen,
Dass wir uns aber auch Zeir für uns selbst nehmen

dass wir die obdachlosen Armen ins Haus aufnehmen, dass wir Nackte bekleiden
dass wir Menschen das geben, was sie brauchen und nicht, was wir glauben, dass ihnen gut tut
dass wir auch Menschen, die anders denken und empfinden in unser Wohlwollen und unsere Gemeinschaft aufnehmen

dass wir uns den Verwandten nicht entziehen
wie oft es viel leichter, sich um „Andere“ anzunehmen, als sich daheim umzusehen, wo man gebraucht wird. Herr hilf uns, dass wir uns liebevoll und geduldig Zeit und Auszeit nehmen, - in unseren eigenen Gemeinschaften, Freundschaften, Partnerschaften, am Arbeitsplatz, im Alltag


um all das bitten wir in diesen Tagen der Fastenzeit: Jesus, schenk uns immer mehr von der Freiheit, die wir brauchen, um Dir zu begegnen, in all unseren Schwestern und Brüdern, Amen

Donnerstag, 6. März 2014

Fasten - loslassen





Das Loslassen
von unerfüllbaren Träumen
und das Freigeben von Menschen,
an denen dein Herz hängt,
ist wohl das Schwerste,
was es im Leben gibt.
Aber so, wie du nicht nur einatmen
und die Luft bei dir behalten kannst,
sondern sie wieder ausatmen,
gleichsam freigeben musst,
um leben zu können,
so kannst du dich neuen Begegnungen nur öffnen,
wenn du die Hoffnungen aufgeben kannst,
die sich verbraucht haben.
Denn alles hat seine Zeit:
einatmen und ausatmen,
halten und hergeben,
binden und lösen,
Abschied nehmen und neu beginnen.


Aus: Christa Spilling-Nöker, Ins Herz buchstabiert,

Die drei Affen



Die drei Affen

    Im Westen, „bei uns“, sind die Affen ein Symbol für FEIGHEIT
  • wegschauen, Elend nicht sehen
  • weghören, sich nicht engagieren müssen
  • den Mund halten, sich bloß nicht die Zunge verbrennen

        In Japan sind die drei Affen ein Symbol für WEISHEIT
  • Über Schlechtes hinwegsehen – sieh im Anderen das, was GUT ist
  • Schlechtes nicht hören – „über“höre, was dich vielleicht momentan kränkt und verletzt
  • den Mund halten, „oh die Zunge, dieses ruhelose Übel..“ heißt es im Jakobusbrief




Entscheiden wir uns für die japanischen Affen?


Fastentagebuch Tag 2



                               alles, was ich brauche,habe ich

Fürbitten "Leben oder Tod" Lk.9.22 Dtn.30.15

6.4.2014 Donnerstag nach Aschermittwoch
Dtn. 30,15   Leben u Tod lege ich dir vor – wähle also das Leben
Lk 9, 22    „Wer sein Leben retten will, muss es verlieren“


In den Lesungen heute geht es zu wie in einem Krimi: „Leben oder Tod“ – fragt Moses das Volk und im Evangelium sagt Jesus: Wer sein Leben retten will, muss es verlieren“.
Du meine Güte, könnte man sagen, kann man das Leben nicht auch ein bissl billiger haben?
Aber worum geht es? Eigentlich ist es „billig“ und einfach: sich für Gott entscheiden, wie es Moses fordert, und sein Kreuz tragen, wie es Jesus sagt: denn es bedeutet letztlich nichts Anderes, als JA zum Leben sagen. JA zu dem, WAS ist und WIE es ist.
Gott vertrauen können und das Leben annehmen. Bitten wir heute:

Lass mich JA sagen, wenn auch heute wieder manches nicht so laufen wird, wie ich es gerne hätte

Lass mich JA sagen, auch wenn mir die Routine, das immer Gleiche, schon beim Hals heraushängt

Lass mich JA sagen,damit ich einhalten kann, was ich versprochen habe

Lass mich JA sagen, damit ich mir Neues zutraue und keine Angst vor dem Risiko habe

Lass mich JA sagen, wenn mir manches aus der Hand genommen wird und Andere es tun

Lass mich JA sagen, wenn die Arbeit wieder einmal bei mir hängen bleibt

Lass mich JA sagen, oft auch dann, wenn ich heute manchmal NEIN sagen will

Lass mich aber auch JA sagen, damit ich ganz bewußt tue,was mir gut tut



Du guter Gott: Lass uns dieses JA zum Leben sagen, weil wir auf Dich vertrauen –
und sag du JA zu uns, auch dann, wenn wir das NEIN gewählt haben.
Du wirst gutmachen, was wir noch nicht zusammen bringen.
Mit Jesus wollen wir diesen Weg gehen, in Freude und Dankbarkeit. Amen