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Mittwoch, 5. März 2014

NAMASTE



Zumindest aus Filmen und Zeitschriften kennen wir diese ganz besondere Art der Begrüßung etwa in Indien. „Namaste“ sagen die Menschen, sie legen dabei die Handflächen aneinander und neigen ehfurchtsvoll den Kopf. „Ich grüße das Göttliche in Dir“. Sicher, auch in Indien ist das wohl in den meisten Fällen nur mehr ein Ritual – aber was wäre, wenn wir das einmal probieren würden, unsere Begrüßungen, unser „Grüß Gott“, auch mit diesem inneren Anspruch zu verbinden. Wenn wir das einmal üben würden, im Anderen das Außergwöhnliche, das Wunderbare, das Gute, ja, das Göttliche zu sehen? Gerade auch dann, wenn dieser Andere auf den ersten Blick nur nervt und man manchmal sogar vermeiden will, dass die Blicke einander treffen.
Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich auf die andere Straßenseite gehe, um so einen „Jemand“ erst gar nicht zu treffen. Wie geht’s mir erst mit der mürrischen Frau an der Supermarktkasse, die offensichtlich immer nur zu mir so extrem unfreundlich ist?
„Blunzen“ denk ich mir, und fühle mich schon sehr edel, weil ich es nicht laut sage.
Werde ich morgen etwas anderes an ihr entdecken können?


„Die Heiligen sind,was sie sind, nicht weil ihre Heiligkeit sie in den Augen der anderen zu bewundernswerten Mensschen macht, sondern weil ihre Heiligkeit ihnen ermöglicht, alle anderen Menschen zu bewundern.“  
Thomas Merton 1915-1968 Trappistenmönch, Mystiker, Schriftsteller, Dichter und Friedensaktivist,im Dialog mit dem Dalai Lama, Buddhismus und Hinduismus


Fastentagebuch: Tag 1 Aschermittwoch



                          weniger vornehmen – mehr wahrnehmen
   

"Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest ....."

"Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab" 
Weisheit der Dakota Indianer - aber wie machen WIR es oft?

wir besorgen eine stärkere Peitsche
wir wechseln die Reiter
wir sagen "so" haben wir das Pferd immer geritten"
wir gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren
wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet
wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde
wir bilden eine task force, um das tote Pferd wieder zu beleben
wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen
wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an
wir ändern die Kriterien,die besagen,ob ein Pferd tot ist
wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten
wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an,damit sie schneller werden
wir erklären „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte“
wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen
wir machen eine Studie um zu sehen, ob es billigere Berater gibt
wir kaufen etwas zu, das tote Pfere schneller laufen läßt
wir erklären, dass unser Pferd „besser,schneller und billiger“ tot ist
wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden
wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde
wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein
wer sagt, dass man tote Pferde nicht reiten kann
wir lassen das Pferd schnellstens zertifizieren
wir frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten
wir bilden einen Gebeteskreis, der unser Pferd gesund betet
wir stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und beuhaipten, es sei seines
wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand
wir ändern die Anforderung von „reiten“ in „bewegen“ und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag
wir sourcen das Pferd aus
Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen
wetten, dass das Vieh nur simuliert!
wir gründen einen Arbeitskreis zur Evaluierung des toten Pferdes
wir schließen ein Vorteilsabo auf Exhumierungen toter Pferde ab
wir legen dem skelettierten Expferd ein Exoskelett an, zäumen es von hinten auf und fangen wieder ganz von vorne an.
Bitte einen Untersuchungsausschuss.

Dienstag, 4. März 2014

Fürbitten: Aschermittwoch ...eine neue SICHT

4.3.2014 Aschermittwoch

„Kehrt um zu mir von ganzem Herzen“, hören wir heute gleich in der 1.Lesung. Ganz sicher nehmen wir uns das jedes Jahr von Neuem vor, ernsthaft, mit Liebe und Hingabe. 
Und trotzdem wird so vieles wieder nicht perfekt sein. Aber darauf kommt es ja nicht an:
„Umkehren“ ist eine Bewegung, eine Hinwendung, kein: „das Ziel erreicht haben“.
Im Umkehren sollen wir aber auch wieder eine neue Sicht auf Manches bekommen.
So bitten wir heute

dass uns mehr Rücksicht gelingt,
dass wir anderen nicht zu viel zu muten
dass wir mehr Geduld aufbringen - auch mit uns selbst
dass wir auf Freude und Dankbarkeit achten
darum bitten wir: du guter Gott bekehre uns

um Einsicht bitten wir
dass wir uns besser in andere hineindenken können
dass wir nicht immer Recht haben müssen
dass es keine Tragödie ist, einen Fehler zuzugeben
so bitten wir

um Nachsicht bitten wir
Nachsicht für alles, was wir uns vornehmen und
was vielleicht doch wieder nicht so ganz gelingen wird
vor allem aber auch Nachsicht mit den anderen
dass wir sie nicht stur in unser Konzept hineinpressen wollen
so bitten wir

Auch um mehr Vorsicht bitten wir
dass wir behutsam sind im Umgang mit den Menschen
mit allen,die nicht so funktionieren wir wir selbst.
Dass wir nicht mit schnellen Worten verletzen
dass wir Rechthabereien und Nörgeleien sein lassen
so bitten wir:

und immer wieder brauchen wir Weitsicht Herr
einen langen Atem
dass wir Einzelinteressen zurückstecken können für das große Ganze
dass wir nicht müde werden, Pläne und Visionen realisieren zu wollen
dass wir immer wieder über den Tellerrand hinausschauen und Neues aufnehmen könen
so bitten wir:

nicht zuletzt bitten wir um Klarsicht
um einen großen Scheibenwischer vor der Seele
der manchmal auch Ärger und Verdruss wegwischen muss
Klarsicht, die uns hilft, Situationen nüchtern und realistisch einzuschätzen
und die uns doch liebevoll auf die Menschen und das Leben um uns schauen läßt
so bitten wir:

Lass und mit großer Freude in diese Fastenzeit gehen. Wir müssen uns nicht abquälen, wir brauchen nur in der Liebe zu wachsen. Nichts kann schief gehen - Jesus ist mit uns auf dem Weg.Amen

Wohin denn gehen wir...?




"Wohin denn gehen wir? Immer nach Hause." Novalis. 
Ich gerate im Fernsehen kurz in eine Diskussion von Religionsexperten. Ja, wir alle sind auf dem Weg nach Hause. GEMEINSAM sind wir unterwegs, in ein GEMEINSAMES zu Hause. Christen, Indus und Buddhisten können zustimmend nicken. 
Nur der Rabbi schüttelt skeptisch den Kopf. Denn was sagte Gott zu Abraham:
„Verlass dein Haus und deinen Stamm und zieh in ein Land, das ich dir erst weisen werde...“ 
Der jüdische Gott hält uns auf Trab ..vielleicht sind wir nicht einmal im Himmel seßhaft? 
Mutter Theresa schreibt in ihrem Tagebuch: „Ich werde fortwährend im Himmel fehlen – um für jene ein Licht zu entzünden, die auf Erden in Dunkelheit leben“








vor dem Aschermittwoch

                                    auch auf "Außenseiter"hören, es sind viele große "Insider" dabei
Worte des Dalai Lama 
  • Beachte, dass große Liebe und großer Erfolg immer mit großem Risiko verbunden sind.
  • Wenn du verlierst, lerne daraus.
  • Habe stets Respekt vor dir selbst, 
    Respekt vor anderen und übernimm Verantwortung für deine Taten.
  • Bedenke: Nicht zu bekommen was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.
  • Lerne die Regeln, damit du sie richtig brechen kannst.
  • Lasse niemals einen kleinen Disput eine große Freundschaft zerstören.
  • Wenn du feststellst, dass du einen Fehler gemacht hast, ergreife sofort Maßnahmen, um ihn wieder gut zu machen.
  • Verbringe jeden Tag einige Zeit allein.
  • Öffne der Veränderung deine Arme, aber verliere dabei deine Werte nicht aus den Augen.
  • Bedenke, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist.
  • Lebe ein gutes, ehrbares Leben. Wenn du älter bist und zurückdenkst, wirst du es noch einmal genießen können.
  • Eine liebevolle Atmosphäre in deinem Heim ist das Fundament für dein Leben.
  • In Auseinandersetzungen mit deinen Lieben sprich nur über die aktuelle Situation.
  • Lasse die Vergangenheit ruhen.
  • Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen.
  • Gehe sorgsam mit der Erde um.
  • Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist.
  • Bedenke, dass die beste Beziehung die ist, in der jeder Partner den anderen mehr liebt als braucht.
  • Messe deinen Erfolg daran, was du für ihn aufgeben musstest.
  • Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen.


ICH - Wer BIN ich?

Eine Studentin ist da für einen kleinen Videoclip. Am Ende sagt sie: „Jetzt müssen sie sich aber noch mit ein paar Worten vorstellen. Wer sind sie...?“
Wer ich bin? Du meine Güte, sag ich, wie soll ich das wissen.
Je älter ich bin, desto weniger weiß ich es. Wer ich BIN?
ICH?
BIN ich das Kind von „damals“
BIN ich das Mädchen, die junge Frau
BIN ich die Studentin, die Journalistin
BIN ich das,was ich gearbeitet habe
BIN ich die Frau, die Mutter
BIN ich liebevoll,zornig,engagiert,ratlos...
BIN ich die, die sucht
WEN sucht?
SICH sucht
SICH SELBST sucht
so viele ICHs gibt es – wo ist das SELBST?
ICH SELBST

"Wir sehen jetzt durch einen Spiegel, ein dunkles Bild;
dann aber werden wir sehen von Angesicht zu Angesicht"

In einem seiner Romane erzählt der griechische Schriftsteller Nikos KAZANTZAKIS von blinden Menschen in einem Dorf. Eines Tages kommt ein großer König mit seinem Heer vorbei. Er reitet auf einem gewaltigen Elefanten. Neugierig nähern sich die Blinden dem Tier, um es zu berühren. Einer von ihnen packt den Elefanten am Rüssel, ein anderer am Fuß, ein Dritter an der Seite. Einer faßt das Ohr, und wieder ein anderer läßt sich auf dem breiten Rücken des Elefanten nieder. Als sie später austauschen, was sie erlebt haben, liegen ihre Schilderungen weit auseinander. Für den einen war es ein Schlauch, der sich bewegte. Ein anderer meinte, eine mit Haut und Haaren bekleidete Säule vor sich zu haben. Der Dritte sprach von einer Festungsmauer, der Vierte von einem dicken Teppich, der sich bewegt, wenn man ihn anfaßte. Der letzte schließlich sagt: "Was redet ihr für Unsinn? Es ist ein gewaltiger Berg, der sich bewegt." Die Blinden beziehen sich auf ein und dieselbe Wirklichkeit. Aber alle haben sie ein anderes Bild von dieser Wirklichkeit. Wer von ihnen hat recht? Welches Bild entspricht der Wirklichkeit wirklich?

Wer BIN ich?

Fürbitten: unsere heilige Ruhe und das selige Vergessen gib uns...Heilige im Fasching

12.2.2013 Faschingsdienstag

Faschingsdienstag ist es - vielleicht helfen uns ein paar spezielle Heilige HEUTE schon beim Umdenken für die nächsten Tage. (sind nicht auf meinem Mist gewachsen, hab ich aus einer Radiosendung vor ein paar Jahren, find ich aber zeitlos schön)

Ja, unsere heilige Ruhe
Wie viel an zwischenmenschlicher Beziehung leidet darunter,dass wir so oft
nur „unsere Rua“ haben wollen.
Herr lass, dass wir offen für die Menschen um uns sind,
dass wir Freude und Lebendigkeit und Anderssein zulassen können

das selige Vergessen
auch das kennen wir:: Problemen aus dem Weg gehen, den Kopf in den Sand stecken, lieber von nichts wissen.
Herr mach uns wach, dass wir uns nicht durchs Leben schwindeln sondern dass wir auch unangenehme Dinge wahrnehmen und nicht verdrängen.

Der liebeSt. Nimmerleinstag:
ist er nicht einer unserer ganz wichtigen Tage?
Eine gute Adresse, für alles was man gern vor sich herschiebt, was unerledigt bleibt.
Herr hilf uns, aus den verborgenen Winkeln unserer Vorsätze
den einen oder anderen hervorzuholen und umzusetzen

auch ihn kennen wir, den heiligen Bürokratius: Wie oft ist er uns so nahe wie die eigene Haut.
Alles muss seine fixe Ordnung haben, Vorschrift ist Vorschrift. Nur nichts ändern.
Auch die Anderen müssen sich verhalten,wie wir es erwarten
Herr, lass dass wir unseren Mitmenschen mit fixen Ideen und Sturheiten nicht zur Last fallen,
hilf uns wieder spontan und flexibel und unkompliziert zu sein


Wie oft macht sich aber auch der Wettergott wichtig:
wie oft machen wir unsere Laune von ihm abhängig.
wenn er nur mitspielt wenn man ihn nur gnädig stimmen könnte…“
Du guter Gott ,bewahre uns vor Unwettern und Katastrophen
aber lass uns nicht über das Wetter jammern, sondern für jeden Tag dankbar sein


auch Zwillinge gibts unter den Faschingsheiligen
der heilige Strohsack und der heiligen Bimbam
Wie oft läuft etwas schief, wie viele Tage gibt es, wo nichts zu gelingen scheint
Herr hilf uns, dass wir in solchen Stunden nicht in Phrasen und Unsinnigkeiten flüchten,
sondern Kraft finden im Vertrauen darauf, dass DU es bist, der alles zum Guten führen wird.


So bitten wir dich guter Gott: Gib uns die Fähigkeit, über uns selbst zu lachen. Gib uns ein Herz, das fröhlich ist, einen Verstand, der klar bleibt und eine Liebe, die alles im richtigen Licht erkennen kann. Damit wir immer wieder eingefahrene Gewohnheiten und lieblose Routine hinter uns lassen können.Das erbitten wir durch Jesus unseren Bruder. Amen

Montag, 3. März 2014

Beten - und - Zeit

ein Text von Thomas Merton  USA

1915-1968 Trappistenmönch, Mystiker, Schriftsteller, Dichter und Friedensaktivist, im Dialog mit dem Dalai Lama, Buddhismus und Hinduismus



"Das Großartige ist BETEN. BETEN als solches. Im GEBET entdecken wir, was wir bereits haben. Wir haben bereits alles, aber wir wissen es nicht und erfahren es nicht. 
BETEN ist riskant. Die Gefahr besteht, dass unsere eigenen GEBETE zwischen Gott und uns geraten. Das Großartige am GEBET ist, nicht zu beten, sondern direkt zu Gott zu gelangen. Wenn das Aufsagen eurer GEBETE ein Hindernis zum BETEN ist, lässt es weg. Der beste Weg zu BETEN ist: aufhören. Lasst das GEBET in euch BETEN, ob ihr es wisst oder nicht. Das heißt ein tiefes Bewusstsein unserer wahren inneren Identität.
Wenn wir wirklich GEBET wollen, werden wir ihm ZEIT geben müssen. Wir müssen auf ein menschliches Tempo verlangsamen und wir werden beginnen, ZEIT zu haben um zu horchen. Sobald wir auf das horchen, was vor sich geht, werden die Dinge selbst Form annehmen. Aber dafür müssen wir Zeit auf eine neue Art erfahren.
Der Grund, weshalb wir uns keine ZEIT nehmen, ist das Gefühl, das wir in Bewegung bleiben müssen. Das ist eine richtige Krankheit. Heutzutage ist ZEIT eine Ware und für jeden von uns eine Hypothek. Wir erfahren ZEIT als eine unendliche Verpflichtung. Wir sind Pächter der ZEIT. Eine Kettenreaktion bedroht uns: Überarbeitung – Überstimulation – Überkompensation – Überfrachtung.
Wir müssen uns der ganzen Vorstellung von ZEIT auf eine neue Art nähern. Wir sind frei ..und wir müssen frei werden von allen eingebildeten Ansprüchen. Wir leben in der Fülle der ZEIT. Jeder Augenblick ist Gottes eigene gute ZEIT, sein Kairos. Das Ganze läuft darauf hinaus, uns im Gebet die Chance zu geben zu erkennen, dass wir haben, was wir suchen. Wir müssen ihm nicht hinterher laufen. Es ist die ganze Zeit da, und wenn wir ihm Zeit geben, wird es sich uns selbst kundtun.
Suzuki Roshi, der buddhistischen Abt von Tassajara sagt, dass ein Zen-Schüler lernen muss „ZEIT gewissenhaft zu verschwenden“. Das ist es, was auch wir lernen müssen, wenn es ums Beten geht: ihm Zeit zu geben.“
Wir brauchen jene, die den Mut haben, das Gegenteil von allen anderen zu tun. Wenn ihr diesen Mut habt, werdet ihr Veränderung bewirken.
Die wahre kontemplative Norm ist – keine Norm zu haben, nur sich selbst zu sein. Das ist es, was Gott von uns verlangt, sich selbst zu sein."


"

Das Leben?




das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden,
                    nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden,
                    nicht ein Sein, sondern ein Werden,
                    nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
                    Wir sind's noch nicht, wir werden's aber.
                    Es ist noch nicht getan oder geschehen,
                    Es ist aber im Gang und im Schwang.
                    Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
                    Es glüht und glänzt noch nicht alles,
                    Es reinigt sich aber alles".  Martin Luther


Angesichts eines Zweigs vor dem Himmel:


Gewiß erwarte ich keine Gotteserscheinung.
Aber ich erwarte doch mehr zu sehen,
Als ich im Augenblick sehen kann.
Und ich weiß,
Daß ich mehr sehen kann -
Viel mehr.
Und als ich das dachte,
Hörte in meinem Innern das Zählen auf.“
   Peter Handke


"it's not what happens,
it's how you handle it." john giorno

"Ob ich viel habe oder wenig, immer habe ich alles, das ganze Leben" Anne Frank

 
"Aber die größte Begabung ist doch die,
auf der Welt sein zu können und es auszuhalten,
mit einem gewissen Frohsinn." Ilse Aichinger
  "Wohin denn gehen wir? Immer nach Hause" Novalis

Fürbitten: im Fasching haben die Masken Saison

3.3.2014 Faschingsmontag

Im Fasching haben die Masken Saison. Sie helfen einem, die eigenen Träume auszuleben. Einmal zu sein, was man vielleicht schon immer sein wollte. Aber wie oft tragen wir auch in unserem Alltag „Masken“. Sind wir, die wir sind? Wer sind wir und wie werden wir, was wir sein sollen? Bitten wir heute:

dass wir die Masken ablegen, die wir vor so oft vor den anderen aufsetzen –
dass wir nicht anders sein wollen als wir sind,
dass wir uns nicht wichtig machen und auf“spielen“

dass wir auch die Maske ablegen. hinter der wir uns vor uns selbst verbergen
dass wir uns sehen können, wie wir wirklich sind
das wir uns selbst nichts vormachen,
und dass wir uns doch GUT finden, so wie wir sind


so viele Masken im Schrank haben wir im Schrank
Auch immer „freundlich und beherrscht sein“ ist so eine Maske
Lass uns zugeben, wenn uns Belastungen zu viel werden
Lass uns keine Angst vor unseren Schwächen haben

klar, auch die Schiarchperchten gehören zum Fasching
aber: wie oft trifft man sie auch außerhalb der Saison?
Hilf uns Gott die Maske so mancher Grantigkeit und Launenhaftigkeit abzulegen
mit der wir anderen und uns selbst die Lebensfreude nehmen

wir tragen aber nicht nur unsere eigenen Masken
wir haben auch Masken für die anderen bereit.
Wie oft stülpen wir Menschen unsere Vorstellungen, unsere Bedürfnisse über.
Bewahre uns vor Vorurteilen und davor, andere ab zu stempeln

und wer redet an frohen Tagen schon gern von den Todesmasken?
Berühmten Leuten hat man sie früher abgenommen.
Mach uns bewusst , dass wir diese Maske, dieses unser Gesicht im Tod
schon JETZT mit uns tragen und hilf uns,
dass es DANN ein gutes und ein mit dem Leben versöhntes Gesicht ist .

nicht zuletzt bitten wir heute aber,
dass wir auch ohne jede Maske den Mut haben
immer wieder dem nachzugehen was eigentlich unser Traum wäre,
was wir uns wünschen, wie wir gerne sein möchten
dass wir uns unsere Sehnsüchte und Visionen bewahren


Du unser guter Gott, vor dir dürfen wir sein, wie wir sind. In DIR sehen wir uns wie in einem Spiegel. So lass uns werden, wie wir uns in Dir erkennen können. Darum bitten wir durch Jesus Christus Deinen Sohn unseren Herren und Bruder. Amen

Was MUSS ich tun?




fasten seat belts
anschnallen?
Loslassen?
Was MUSS ich tun?
Heute im Evangelium (Mk.10.17), 
ein junger Mann fragt Jesus: „WAS MUSS ICH TUN – für ein gutes Leben, für ein ewiges Leben“ Jesus antwortet nicht wie die Theologen: Er fordert ihm kein Glaubensbekenntnis ab, nicht die „richtige“ Reilgionsgemeinschaft, keinen Moralkatalog ..
Jesus verweist nur auf die Basics: bring niemand um, betrüge niemand, respektiere deine Eltern, sei treu, stiehl nicht …. der junge Mann ist enttäuscht, das tut er eh, er will doch MEHR TUN...
worin besteht MEHR TUN?
Lass los, sagt Jesus, lass einfach nur los – das, was dich gerade bindet …..
loslassen...was HEUTE loslassen?

Sonntag, 2. März 2014




anschnallen? 

loslassen?

wo soll die reise hingehen? 

„Wo ich gehe – du!
Wo ich stehe –du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Ergeht`s mir gut – du!
Wenn`s weh mir tut – du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Himmel – du, Erde – du,
Oben – du, unten – du,
Wohin ich mich wende, an jedem Ende
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
(M. Buber, Die Erzählungen der Chassidim. Zürich 1984, Manesse Verlag, S. 342)
WER IST "DU"? 
 
"Ein Liebhaber kommt zur Tür der Geliebten und klopft
"Wer ist da?' fragt sie - und er: 'ICH bin es.'
Die Antwort: 'Hier ist kein Platz für mich und Dich.' Die Tür bleibt zu
Nach einem Jahr kommt der Mann wieder, klopft wieder
und wieder fragt sie :'Wer ist da?'
'DU bist es.' - sagt der Mann und die Türe geht auf"
von Rumi,dem berühmtesten islamischen Mystiker 1273+
 

ob ER mehr sieht, der angelus novus, einer der Engel von Paul Klee?

Der angelus novus 
schaut nicht nach vorn - in die Zukunft,
die Zukunft liegt vielmehr HINTER ihm, HINTER seinem Rücken
VOR SICH hat der Engel Gegenwart und Vergangenheit ....
vielleicht möchte er dort verweilen und noch festhalten -
vielleicht möchte er auch gut machen, was in der Rückschau nicht gut war,

Aber da ist der Sturm Gottes, der kümmert sich nicht um das Vergangene
Gottes Geist bläst den Engel mit Macht - rücklings - in die Zukunft


nicht sehenden Auges in die Zukunft, nein
mit dem Rücken zu dem, was kommt

der Engel schaut, verwirrt und erschrocken
hilflos - aber die Arme offen

selbst kann er offensichtlich nicht viel tun,
er wird getrieben -  ins Unbekannte -
- er lässt sich treiben -
  hinein ins Licht

2.3.2014 Faschingssonntag

Fürbitten 2.3.2014 Mt.6.24 "Sorgt euch um nichts"

2.3.2014 
Jes.49.14 Vergisst denn eine Frau ihr Kind, eine Mutter den Sohn
Mt.6.24 Sorgt euch doch nicht um morgen

Wenn wir nur all das glauben könnten, was wir in unseren Gottesdiensten hören.
Mit welch leichtem Herzen könnten wir leben.
Gott ist ganz für uns DA, heißt es heute in den Texten: „Ich vergesse dich nicht, selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen würde“ hören wir bei Jesaia und Jesus sagt: „Sorgt euch nicht um den nächsten Tag – Gott wird das tun“. Die Realität sieht aber doch anders aus: verhungernde Kinder, Tote im Bürgerkrieg, Menschen auf der Flucht, Mord und Totschlag in Beziehungen ….Versuchen wir es wenigstens in unserem Alltag mit „Gottvertrauen“
Bitten wir heute


dass wir es aushalten, wenn vieles nicht geplant und perfekt verläuft

dass wir uns nicht gegen so vieles absichern und versichern wollen

dass wir vor Veränderungen, vor Neuem und Unbekannten, keine Angst haben,

dass wir unsere Zeit und unsere Tage nicht zu-planen

dass wir mit Überraschungen leben können

dass wir uns mehr zutrauen, weil letztlich nichts schief gehen kann
dass wir auch andere „sein lassen können“ und sie nicht in ein festes Korsett pressen

dass wir dankbar leben, auch wenn nicht immer alles wunschgemäß verläuft

dass wir für Andere sorgen,so gut wir es können



So bitten wir um Zuversicht und um Vertrauen: Warum die Welt nicht „gut“ ist, warum es so viel Leid, so viel Ungerechtigkeit gibt – das werden wir wohl nie verstehen. Aber unser eigenes Leben wollen wir in deine Hand geben: Du, der du uns Mutter und Vater bist und zu dem wir mit all unseren Sorgen kommen wollen. Im Vertrauen auf Jesus, der uns Bruder und ganz nahe ist: Amen

Fürbitten 1.3.2014 Mk.10.13 "wie ein Kind sein"

1.3.2014 Mk.10.13-16 wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind

Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind – der wird in dieses Reich Gottes nicht hineinkommen“ sagt Jesus. Was aber heißt das: „sein wie ein Kind“? 
Kinder sind nicht nur kleine Engelchen - immer wieder sind sie auch kleine "Gfraster" - 
man braucht sich nur auf Spielplätzen umzusehen. Jesus weiß das auch, er war kein Romantiker,und  ihm ging es ganz sicher nicht um „brave Kinder“ .
Denken wir nach und bitten wir, was wir uns vielleicht von den Kindern abschauen sollten:


dass wir ganz im Augenblick leben

dass wir über einer Sache alles vergessen können

dass wir neugierig bleiben

dass wir unbekümmert immer wieder von Neuem anfangen, 

dass wir hinfallen und aufstehen

dass wir tief vertrauen können, 

dass wir uns trösten lassen

dass wir grenzenlos vertrauen können

dass wir nicht immer schon alles wissen , 

dass wir keine großen Pläne brauchen

dass wir keine Angst vor Berührung haben

dass wir selbst umarmen können

dass wir in Allem die Freude suchen


Du guter Gott, lass uns nicht erstarren als „würdevolle“ Erwachsene, sondern hilf uns immer wieder heraus aus den alten Mustern unseres Leben. Mach uns frei für jeden neuen Tag und alles, was uns begegnet. Das bitten wir durch Jesus Christus unseren Bruder amen