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Dienstag, 16. Juni 2020

Fürbitten 16.6. Liebt eure Feinde - sonst noch was???



16.6.2020 Mt.5.43 ich aber sage euch, liebt eure Feinde

„Liebt eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen“ – das ist es, was Jesus heute im Evangelium fordert – aus unserer Sicht wohl völlig unrealistisch. Es ist nicht einmal so leicht seinen Nächsten zu lieben – wie soll man seine Feinde lieben? Für die beten, die gemein sind, die einem schaden?  Was bietet Jesus als Rezept? „Seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist“.  Kann das eine Gebrauchsanleitung für den Alltag sein?  Legen wir Gott heute all das hin, was weh tut – möge ER es verwandeln.  Halten wir bei jedem Gedanken Stille

Gott schau hin auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Gewalt
Wie sollte man die Verursacher und Verantwortlichen für Krieg und Terror lieben

Gott schau hin auf all das, was Menschen einander antun
Wie kann man denen verzeihen, die andere quälen, töten, benützen, ausbeuten,

Gott schau hin auf die Aggressivität und Gier im Alltag, Überfälle, Brutalität, Hass, Morde
Wie sollen wir umgehen mit den Tätern

Gott schau hin, auf so viel soziale Ungerechtigkeit, schau hin, auf die Satten und auf die Übersatten – wie sollte man die lieben, die ungerührt auf Kosten anderer leben

Gott schau hin auf das, was mir persönlich weh tut, auf meine Kränkungen, Verletzungen
Gott schau hin, wie ich mich plage, die Hand zur Versöhnung auszustrecken
Wie ich mich plage zu lieben und zu verstehen


Gott schau hin: auf unsere Hilflosigkeit, auf unsere Zerrissenheit, auf unsere Unfähigkeit. WIR selbst, WIR aus uns selbst heraus können unsere Feinde nicht lieben – aber LIEBE DU IN UNS, lass Christus in uns wachsen, dass wir aus seiner Kraft das Unmögliche wenigstens versuchen, heute und morgen. Wir danken dir dafür Amen

Sonntag, 14. Juni 2020

Fürbitten 15.6. GEWALTFREI - das fängt bei uns selbst an



15.6.2020  Mt.5.38  Aug für Auge, Zahn für Zahn ?

Gewalt, Brutalität, Aggression – eine Unfähigkeit zum Mitgefühl und Mitleiden, das scheint ein Problem unserer Gesellschaft zu sein. Was ist los mit Jugendlichen, die andere zusammenschlagen, die sich noch in sozialen Medien mit dem brüsten, was sie anderen antun? Oft können die Täter gar nicht ausdrücken, weshalb sie gewalttätig geworden sind, manchmal bis zum Mord. Wut und Frust werden brutal ausagiert. Und da reden wir noch gar nicht davon, was ganzen Volksgruppen angetan wird.
Was unrealistisch ist das, was Jesus heute im Evangelium fordert: „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin,“ und: „Leistet dem, der euch Böses antut, keinen Widerstand ". Wie soll das funktionieren. Probieren wir es wenigstens selbst, im ganz kleinen Umfeld.  So bitten wir aus ganzem Herzen:

Dass wir unsere eigenen Aggressionen zwar wahrnehmen, aber ihnen vernünftig gegensteuern

Dass wir uns nicht in Gedanken hineinsteigern, die nur zur Eskalation führen

Dass wir nicht in Zorn und Wut handeln, sondern überlegt reagieren

Dass wir uns bemühen, Feindbilder abzubauen, bei uns selbst und bei anderen

Dass wir anderen in Konflikten die Chance geben, einzulenken

Dass wir nicht nur auf Vergeltung verzichten, sondern dass wir wirklich verzeihen können

Dass wir nicht zuallererst nach Strafe rufen, sondern mithelfen, Konflikte zu entschärfen

Dass wir gelassener mit vermeintlichen Beleidigungen umgehen und uns selbst nicht so
ernst nehmen

Dass wir in unseren kleinen Streitereien die Luft anhalten, ehe wir Kränkendes und Beleidigendes sagen

Du guter Gott, du weißt wie begrenzt unsere Liebe ist – hilf uns heute, wenigstens einmal oder zweimal über unseren Schatten zu springen, und ANDERS zu denken, ANDERS zu fühlen, ANDERS zu reagieren als wir es von uns selbst gewöhnt sind. Krempel du uns um, wir brauchen deinen heiligen Geist.Amen

Freitag, 12. Juni 2020

Fürbitten 13.6. Auf uns soll man sich verlassen können




13.6.2020  Mt.5.33   JA sagen, NEIN sagen - es ehrlich meinen

„euer Ja sei Ja...euer Nein, sei Nein: alles andere stammt vom Bösen“, das sagt Jesus heute im Evangelium.  Wirkt das nicht hart und kompromisslos? Warum sollte man seine Meinung nicht ändern dürfen, nicht umdenken können? Fordert Jesus nicht sogar immer wieder zur Umkehr auf, auch sie braucht ein Umdenken! Aber hier geht es Jesus wohl darum, dass wir als Menschen klare Verantwortung übernehmen – dass wir nicht herumreden oder sogar im Namen Gottes schwören.  „Lasst Gott in Ruhe und tut selbst das, was richtig ist“, scheint Jesus zu sagen so bitten wir

Lass uns bei Entscheidungen eine klare Linie finden, ohne stur zu sein

gib uns den Mut herauszufinden, was nach unserem eigenen Gewissen falsch oder richtig ist.

Lass uns Menschen sein, die Verantwortung für sich und andere übernehmen, lass dass andere sich auf uns verlassen können

Hilf uns aber auch, klar und deutlich NEIN zu sagen, wenn wir uns überfordert fühlen

Zeige uns, wo in unserem Leben Entscheidungen anstehen, die wir treffen müssen, auch wenn sie anderen vielleicht weh tun
.
Gib uns die Kraft, wenn notwendig, auch gegen den Strom zu schwimmen

gib uns immer aber auch die Fähigkeit, umzudenken, auf andere Argumente einzugehen, auch eine andere Perspektive zu sehen

Du guter Gott, jeden Tag wieder müssen wir Entscheidungen treffen, brauchen wir Mut und Klugheit, um das Richtige zu tun. Sei du an unserer Seite, so bitten wir im Namen Jesu   Amen

Donnerstag, 11. Juni 2020

Fürbitten 12.6. WO Gott uns begegnet und WIE??





12.6.2020 Wie begegnet uns Gott? 1.Kön.19

Wie und Wo begegnet uns Gott? Der Prophet Elija wartet auf ihn am Berg Horeb – aber Gott begegnet ihm dort nicht in aufwühlenden Ereignissen. Gott kommt nicht im Sturm, er ist nicht im Erdbeben, Gott ist auch nicht im Feuer – aber dann plötzlich in einem sanften Säuseln des Windes erkennt der Prophet die Gegenwart Jahwes. So poetisch berichtet das jüdische „Buch der Könige“ über Ereignisse, die sich 800 Jahre vor Christus ereignet haben sollen. Aber fast 3000 Jahre später ist die Frage dieselbe: WO, WORIN werden wir Gott erkennen. Bitten wir heute, dass Jesus uns mitnimmt auf seinem Weg zum „Vater“

sei uns ein Gott, ganz nahe in der Liebe

sei uns ein Gott, ganz nahe in den Menschen

sei uns ein Gott, der uns das Leben weit und ohne Angst macht 

sei uns ein Gott, vor dem wir sein dürfen, wie wir sind

sei uns ein Gott, der das Fremd-sein zwischen uns aufhebt

sei uns ein Gott, der Wunden heilt und Versöhnung möglich macht

sei uns ein Gott, der uns in der Versuchung führt und nicht in die Versuchung

sei uns ein Gott, der auch dann da ist, wenn wir ihn in Dunkel und Zweifel nicht sehen
  
sei uns ein Gott, JETZT und HEUTE leben, denn hier beginnt die Ewigkeit

So bitten wir, sei Gott MIT UNS, in allen unseren Tagen   Amen