das Programm für diese Woche
(und nicht nur für diese)
einfach
"Da - Sein"
10.3.2025 Mt.25.31 ich war hungrig aber habt ihr mir zu essen gegeben?
hinschauen, mitfühlen, tun Lev.
19.1. Worauf es ankommt
Das heutige Evangelium und die Lesung aus der jüdischen Bibel, aus dem Buch Levitikus, bringen auf den Punkt, was wir schon zu Beginn der Fastenzeit gehört haben. Frommes Herumgetue gibt Gott gar nichts. Und wenn wir auch hundertmal auf unsere Schokolade und auf Zigaretten und das Glaserl Wein verzichten: das ist nicht das, was Jesus meint, wenn er aufzählt, WORAUF es vor allem auch am Ende des Lebens letztlich ankommt. DANN, wenn sozusagen Bilanz gezogen wird. RICHTIG LEBEN das heißt: Da-sein für andere - auch auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit und der eigenen Bedürfnisse. Und genau dafür „üben“ wir sozusagen in der Fastenzeit. Bitten wir heute mit den Gedanken aus dem Matthäus Evangelium
dass wir den Hungrigen zu essen geben – dass wir Hilfsaktionen unterstützen, dass wir Wege zum solidarischen Leben finden, dass wir aber auch dort Hunger stillen, wo Menschen seelisch Nahrung brauchen
dass wir helfen, Durst zu stillen – dass wir die Bedürfnisse und die Sehnsucht der anderen wahrnehmen, so oft braucht es nicht mehr als ein bisschen Zuwendung und aufmunternde Worte
dass wir Obdachlose aufnehmen, wenigstens im übertragenen Sinn. Dass wir, so gut wir es können, Organisationen unterstützen, die sich um Flüchtlinge und Wohlstandsverlierer annehmen. Dass wir auch selbst Menschen Heimat geben können, die den Boden unter den Füßen verloren haben
dass wir Nackte kleiden. Dass wir niemand blamieren, sozusagen nackt dastehen lassen, dass wir die Blößen, die sich andere geben, nicht ausnutzen. Dass wir eine schützende Hand für die haben, die nicht so gut im Leben zurechtkommen
dass wir uns um Kranke kümmern. Dass wir keine Phrasen anbieten sondern einfach zuhören können. Dass wir auch Verständnis haben für alle die, denen es psychisch nicht so gut geht. Dass wir den Rhythmus der Menschen verstehen, denen das Leben nicht so leicht von der Hand geht
dass wir auch ins Gefängnis gehen, um Hilfe anzubieten. Ganz konkret wird das zumeist nicht möglich sein. Aber wie viele Arten von „Gefängnis“ gibt es, in das sich Menschen zurückziehen, einmauern, verschanzen. Dass wir ihnen mit Geduld nahekommen und bei ihnen ausharren
Du guter Gott, wir sehnen uns danach GUT zu sein und GUTES zu tun. Lass uns erkennen, was wir jeden Tag an vielen kleinen Zuwendungen geben können. Dass wir heilsam und heilend sein können, wie es Jesus war. Amen
Levitikusrolle in althebräischer Schrift
Schrein des Buches im Israel-Museum,
Jerusalem) Wikipedia
Der Kern der hebräischen Bibel ist die Tora, der
Pentateuch, das sind die sogenannten 5 Bücher Mose. Levitikus ist
das dritte „Buch“, es besteht aus 27 Kapiteln. (Alle Bücher sind aber nicht Bücher in unserem
Sinn, sondern langen Schriftrollen). Levitikus enthält detaillierte Anleitungen für die Priester und
den Gottesdienst Kult – aber auch klare Anweisungen für das israelitische Volk,
worin Frömmigkeit und ein sittliches Leben bestehen. Die Kernaussage: Israel
selbst soll heilig sein – heilig wie JHWH.
Wir können heute die Worte aus dem Buch Levitikus auch einfach als Gebrauchsanleitung nehmen:
Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen - So bitten wir: dass wir niemand die Zeit stehlen, weil wir pedantisch und rechthaberisch sind
dass wir niemand täuschen: - sondern dass wir Konflikte offen austragen und nicht hinterrücks
dass wir einander nicht betrügen: dass wir uns in Beruf, Familie und Freundschaften keine Vorteile auf Kosten anderer herausschlagen
ihr sollt euren Nächsten nicht ausbeuten, ihr sollt einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen, du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden, heißt es im Buch Leviticus - so bitten wir: dass wir Andere nicht über Gebühr belasten, mit Arbeit, die wir ihnen aufbürden oder aber auch mit Vorwürfen und Sorgen - dass wir mit Menschen respektvoll umgehen und nichts von ihnen verlangen, was sie nicht geben können, dass wir uns über niemand lustig machen und keine Behinderung ausnützen - dass wir uns an keiner Tratscherei beteiligen, dass wir Andere nicht um ihren guten Ruf bringen, dass wir im Zweifel immer das Bessere annehmen wollen
du sollst keinen Hass gegen deinen Bruder tragen, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, - seid Heilig, wie ich eurer Gott heilig bin, so spricht Jahwe zu Moses - und so bitten wir:
dass wir wirklich verzeihen können, verzeihen und vergessen, und keine alten Schulden aufwärmen, dass wir immer besser versuchen, auf Menschen zuzugehen und sie zu verstehen, besonders auf die, die anders leben oder denken als wir, - ja und bitten wir auch, dass uns ein wenig "heilig-sein" gelingt. Liebenswürdig und mitfühlend sein, einfach im Alltag, es würde uns allen gut tun
so bitten im Namen Jesu, der
uns sagt: was ihr für den Geringsten eurer Schwestern und Brüder tut, das tut
ihr für mich. Hilf uns dazu, guter Gott. Und verhilf uns zum Frieden Amen
9.3.2025 1.Fastensonntag Lk.4.1 Versuchung Jesu
Am Beginn der Fastenzeit, am 1.Fastensonntag, hören wir jedes Jahr von der „Versuchung Jesu“. Alle 3 synoptischen Evangelien berichten darüber. Markus erwähnt die Situation nur kurz, Matthäus und Lukas berichten ausführlicher. Jesus wird, so heißt es, vom Geist 40 Tage lang in der Wüste umhergetrieben und dort vom Teufel in Versuchung geführt. Es geht um die Versuchung, besitzen und bestimmen zu wollen, die Versuchung Macht auszuüben, es geht um Gier und Hochmut und Selbstüberschätzung. Wie immer dieses Ereignis für Jesus war – uns zeigt es fast liebevoll, dass wir uns nicht schämen müssen, wenn wir ähnliche Versuchungen kennen. Wir sollen nur „standhalten“ – eigene Gefühle durchschauen und rechtzeitig NEIN sagen. Die klassische Theologie kennt Sieben Hauptsünden – sieben Charakter-Eigenschaften, mit denen sich jeder von uns in irgendeiner Weise herumplagen muss. Nehmen wir (einige?) sie heute in unsere Bitten
Gott, bewahre uns vor der SUPERBIA: vor Arroganz, Überheblichkeit, Eitelkeit. Alles besser wissen, sich in alles einmischen, sich überlegen fühlen, auch anderen Kulturen und Religionen gegenüber. Herr bewahre uns davor –
vor der AVARITIA bewahre uns: vor Geiz, Habsucht. Nicht GEBEN können, dafür immer mehr haben wollen, nicht genug bekommen. Auch in Politik und Wirtschaft eine Todsünde an der Gemeinschaft.
bewahre uns vor der INVIDIA: vor Neid, Missgunst, Eifersucht. Dem anderen nichts gönnen, immer unzufrieden sein mit dem, was man hat, Erfolge Anderer nicht anerkennen, in der Liebe einen Menschen ganz besitzen wollen .
da gibt es auch die IRA : Zorn, Wut, Rachsucht, Bitterkeit. Nicht vergeben und verzeihen können. Nachtragend und verbittert sein, an Vergeltung denken.
bewahre uns vor allem auch vor der Versuchung der AKEDIA. Vor Trägheit, Lustlosigkeit, Langeweile. Undankbar sein, Freudlos, ein fades Gesicht haben, anderen die Freude nehmen.
vor der Versuchung der GULA bewahre uns: vor Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Gier. Zu viel trinken, zu viel essen, zu viel rauchen, ja - auch zu viel arbeiten und vielleicht sogar; zu viel und zu verbissen fasten.
auch vor der Versuchung der LUXURIA bewahre uns. Vor Angeberei, Verschwendungssucht und Kaufrausch, vor einem Leben, das nur um sich selbst kreist und auf das eigene wohlbefinden schaut.
Ja, um das alles bitten wir – denn ganz vieles davon ist uns nicht fremd. Guter Gott, hilf auch uns in der Wüste unserer Versuchung. Amen
NEIN sagen lernen,
nicht nur bei der süßen Verführung
NEIN sagen lernen,
auch dann, wenn mir etwas zu viel wird
8.3.2025 Jes 58,9 die Ruinen wieder bewohnbar machen Lk.5.27 das Kranke heil machen
In der jüdischen Bibel geht es auch heute einmal mehr um die soziale, gesellschaftliche Seite des Fastens. Richtiges Fasten muss Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Im Buch Jesaja nennt Gott den Menschen, der sich anderen liebevoll und helfend zuwendet einen: „Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht“. Beim Wort Ruinen haben wir wohl sofort die Bilder aus dem Gaza Streifen und aus der Ukraine vor Augen – wie sehr sehnen sich die Menschen dort und an allen Krisenherden dieser Welt nach Frieden. Um diesen Frieden wenigstens zu beten, denn viel mehr können wir selbst nicht tun, um diesen Frieden zu beten, auch das gehört zum Fasten.
So bitten wir: um Zuflucht und Hilfe für alle, die Opfer von Krieg und Zerstörung sind - Vor allem für die Kinder bitten wir, für die Alten und Kranken und alle, die in dieser verheerenden Situation helfen
Wir bitten, dass es endlich gelingt, in beiden großen Konflikten: Gaza und der Ukraine, dass es endlich gelingt, eine wirkliche für die Menschen lebbare Lösung zu finden.
Im Evangelium sagt Jesus, nicht die Gesunden brauchen den Arzt sondern die Kranken. Bitten wir, dass wir selbst mitfühlend sind und Not erkennen, dass wir Menschen nicht ausgrenzen, dass wir denen eine Stimme geben, die hilflos sind
Bitten wir für uns selbst um ein Gesund-werden von allem, was in unserer Seele, in unserem Herzen in unseren Gedanken und Gefühlen noch nicht ganz heil ist.
und bitten wir, dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen - dass wir nicht fasten, um uns selbst etwas zu beweisen, sondern dass uns Fasten frei macht für einfaches "gut-sein", dass wir einander gut tun
Wie viele Verrenkungen beim Fasten?
Lieber die
Seele baumeln lassen
7.3.2025 Jes.58.1 RICHTIG fasten
Dritter Tag unserer Fastenzeit. 40 Tage wird sie dauern. Aber:
Worin besteht richtiges fasten? Wenn wir auf die Waage steigen und sagen: „Da müssen
zehn Kilogramm runter“! - dann ist das zwar eine löbliche Absicht,
die unserer Gesundheit gut tun wird. Aber wem sonst soll es nützen? Dem
Propheten Jesaia, der heute im Bibeltext zitiert wird, geht es um die
gesellschaftliche Dimension dessen, was wir tun sollen und was „fasten“
bedeutet. „Nur für mich allein fromm sein“ - das ist gut und doch zu wenig.
Jesaia aber gibt eine klare Gebrauchsanweisung für „richtiges „fasten“.
Orientieren wir uns an seinen Worten und bitten wir, Gott möge uns helfen:
...dass wir Fesseln des Unrechts lösen, - dass wir erkennen, wo wir selbst Anderen Unrecht tun, - dass wir Schluss machen mit Tratschereien, mit Vorurteilen, mit schlechten Nachreden - dass wir aber auch mit uns selbst gerecht und barmherzig umgehen
dass wir die Stricke des Jochs entfernen - dass wir niemand von uns abhängig machen, - dass wir Menschen aufrichten und ermutigen - dass wir uns aber auch selbst frei machen von dem Zwang, Anderen alles Recht machen zu müssen - dass wir auch selbst aus Abhängigkeiten herausfinden
dass wir die Versklavten freilassen - dass wir aufhören, anderen – so oft auch unseren Kindern - unsere Ansichten aufzuzwingen, - dass wir niemand unter Druck setzen, aus welchen Gründen auch immer - dass wir Niemand abwerten und klein machen, um uns selbst besser zu fühlen
dass wir an die Hungrigen unser Brot austeilen, dass wir die obdachlosen Armen ins Haus aufnehmen, dass wir Nackte bekleiden - dass wir mit Spenden großzügig sind, gerade jetzt, wo Hilfe so dringend gebraucht wird - dass wir entschieden auftreten, wenn gegen Flüchtlinge und Migranten Stimmung gemacht wird - dass wir auch unsere Zeit TEILEN, und auch Zeit für uns selbst nehmen, uns Gutes gönnen
und noch eines fordert Jesaia: „entziehe dich nicht deinen Verwandten“ - wie oft es viel leichter, sich um „Andere“ zu kümmern, dafür gibt es auch Lob und Anerkennung. Viel schwerer ist, in der eigenen Familie oft unbedankt DA zu sein. Gott hilf uns, dass wir uns liebevoll und geduldig Zeit und Auszeit füreinander nehmen - in unseren Familien, in unseren Freundschaften, Partnerschaften, am Arbeitsplatz
So bitten wir im Namen Jesu Amen
Jesaja ist ein bedeutender Prophet sowohl für jüdische als auch christliche Gläubige. Von ihm stammt das längste Buch der Propheten in der Bibel. Jesaja lebte vor mehr als 700 Jahren vor Christi Geburt. Er sagte nicht nur viele Ereignisse voraus, darunter die Zerstörung Israels durch die Assyrer. Jesaja kritisierte vor allem auch das Verhalten seines eigenen Volkes: vor allem Habgier, Anbetung fremder Götter, und maßloses Verhalten bei Sex, Trinken und Alkohol. Vor allem aber geht es immer wieder um soziale Ungerechtigkeit um verlogenes Verhalten des Einzelnen aber auch um Scheinheiligkeit bei Gottesdienst und Kult.
Wie auch im heutigen Text (der allerdings bereits
von Jesaja Schülern verfasst worden ist) Jesaja teilt seinem Volk eine Antwort
Gottes auf die vielen Klagen mit, dass es ihnen, den Menschen, nicht gut
geht. JAHWE richtet den Israeliten aus: Rein körperliches Fasten („den Kopf
hängen lassen wie eine Binse“) interessiert Gott nicht. Das Fasten bringt vor
allem auch dann nichts Gutes ein, wenn gleichzeitig mit brutaler Gewalt
Geschäfte betrieben und andere ausgenützt werden. Richtiges Fasten wird
dann ganz klar beschrieben:
da kommt einiges ins Rollen
"das Leben...
scheitern, scheitern,
immer perfekter scheitern"
George Tabori
6.3.2025 Dtn. 30.15 Leben u Tod lege ich dir vor Lk 9.22 Was nützt es, wenn der Mensch die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert
In den Lesungen heute wird „Klartext“ gesprochen. „Leben oder Tod“ – was wählt ihr?“ so fragt Moses das Volk, die Israeliten. Es ist seine letzte große Rede, sein Vermächtnis, ehe er stirbt. "Leben" heißt für Moses: nach den Geboten Gottes zu leben. Im Evangelium sagt es Jesus überdeutlich: „Was nützt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, dabei aber dich selbst verlierst und Schaden nimmst.“ Sich selbst verlieren", das heißt, nicht nach den Geboten Gottes zu leben. Was aber heißt das „Wähle das Leben“? Gehen wir es bescheiden an, wie es Papst Johannes XXIII in einem Gebet getan hat – wenigstens HEUTE, immer nur Tag für Tag, wollen wir es versuchen so bitten wir
NUR HEUTE lass mich ganz im Vertrauen auf Dich leben, ohne die Probleme meines Lebens alle auf einmal lösen zu wollen -
NUR HEUTE lass mich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe
NUR HEUTE soll es mir gelingen, nicht die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - lass mich nur an mir selbst arbeiten.
NUR HEUTE will ich ganz bewusst für jemand anderen etwas Gutes tun, ohne selbst etwas davon zu haben und ohne es an die große Glocke zu hängen
NUR HEUTE will ich mich bemühen, den Tag dankbar anzunehmen, ganz gleich, welche Probleme es gibt und welche Sorgen ich habe
NUR HEUTE will ich mich ohne Murren den Gegebenheiten des Tages anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.
NUR HEUTE wenigstens werde ich versuchen, mich vor zwei Übeln
hüten: Vor der Hetze und der Unentschlossenheit.
Ja, dieser Tag, HEUTE, ist uns wieder geschenkt. Du guter Gott: Lass uns JA zum Leben sagen. Und behüte all die Menschen, die in großer Gefahr sind – wir bitten inständig um Frieden und Aussöhnung in den internationalen Konflikten. Amen
5.3.2025 ASCHERMITTWOCH Joel 2.12 kehrt um zu mir Hütet euch vor der äußeren Frömmigkeit Mt.6.1
Braucht man in Zeiten wie diesen noch extra einen Aschermittwoch begehen? Ist das Weltgeschehen rund um uns nicht ohnehin bedrückend. Und trotzdem soll gerade die Fastenzeit Mut machen und aufrichten. Ein wenig haben wir selbst es in der Hand, wie wir das Leben wenigstens unmittelbar um uns gestalten und mit-gestalten. In der ersten Lesung heute, hunderte Jahre vor Jesus geschrieben, ist es der Prophet Joel der in einer großen Krisensituation seine Mitmenschen beschwört: überdenkt euer Leben, kehrt um, fangt wieder neu und gut an. Und im Evangelium zeigt Jesus dazu den direkten Weg: nicht auf äußere Frömmigkeit kommt es an, sondern auf die innere Bereitschaft sein Leben auf Gott auszurichten und auf die Mitmenschen. So bitten wir heute
Dass wir uns in dieser Fastenzeit nicht sinnlose Einschränkungen auferlegen, sondern uns eher um ein extra Lächeln jeden Tag bemühen
dass wir Tag für Tag das gelassener auf uns nehmen wollen, was ungeplant kommt und nicht so angenehm ist
dass wir immer besser lernen „eigene Unvollkommenheit“ anzunehmen, dass wir uns nicht innerlich als Versager fühlen
dass wir uns aber gerade auch in der Fastenzeit nicht mehr aufbürden lassen, als für uns gut ist, dass wir freundlich und bestimmt „Nein sagen“ lernen
dass wir sachlich und nüchtern mit Schwierigkeiten umgehen, dass wir mit Optimismus und Vertrauen anderen eine Hilfe sein können
und bitten wir, dass wir in allem, was wir gerade in der Fastenzeit tun oder lassen, Freude und Dankbarkeit empfinden dürfen
4.3.2025 Faschingsdienstag
Mit "Lustigem" ist es schwer in dieser Zeit - fast jeden Tag kann einem das Lachen on Neuem vergehen - und trotzdem sollen wir es tun. Am heutigem Faschingsdienstag mit ein paar speziellen Faschings-Heiligen. Sie könnten uns ja auch schon beim Umdenken für die Fastenzeit helfen
Ach, die liebe heilige Ruhe - Wie gerne hegen und pflegen wir sie - wie viel an zwischenmenschlicher Beziehung leidet darunter, dass wir so oft nur „unsere heilige Rua“ haben wollen.
Jesus lass uns offen für die Menschen um uns sein, dass wir Freude und Lebendigkeit und Anderssein zulassen können
die selige Vergessenheit – - auch sie kennen wir: Problemen aus dem Weg gehen, den Kopf in den Sand stecken, lieber von nichts wissen.
Jesus mach uns wach und achtsam, dass wir uns
nicht durchs Leben schwindeln, sondern dass wir auch unangenehme Dinge
wahrnehmen und nicht verdrängen.
Der liebe St. Nimmerleinstag: - ist er nicht einer unserer ganz wichtigen Tage? Eine gute Adresse, für alles was man gern vor sich herschiebt, was unerledigt bleibt.
Jesus hilf uns, aus den verborgenen Winkeln unserer Vorsätze den einen oder anderen hervorzuholen und umzusetzen
auch dieser Faschingsheilige kennen ist uns oft ganz nahe, der heiligen Bürokratius: Wie oft ist er uns so nahe wie die eigene Haut. Alles muss seine fixe Ordnung haben, Vorschrift ist Vorschrift. Nur nichts ändern. Auch die Anderen müssen sich verhalten, wie wir es erwarten
Jesus, lass, dass wir unseren Mitmenschen mit fixen Ideen und Sturheit nicht zur Last fallen, hilf uns wieder spontan und flexibel und unkompliziert sein
Wie oft macht sich aber auch der Wettergott wichtig: wie oft machen wir unsere Laune von ihm abhängig. „wenn er nur mitspielt wenn man ihn nur gnädig stimmen könnte…“
Du guter Gott bewahre uns vor Unwettern und Katastrophen, aber lass uns nicht über das Wetter und über Banalitäten jammern
auch Zwillinge gibts unter den Faschingsheiligen - den heiligen Strohsack und den heiligen Bimbam Wie oft läuft etwas schief, wie viele Tage gibt es, wo nichts zu gelingen scheint
Jesus hilf uns, dass wir in solchen Stunden nicht in Phrasen und Unsinnigkeiten flüchten, sondern Kraft finden im Vertrauen darauf, dass DU es bist, der alles zum Guten führen wird.
So bitten wir dich
guter Gott: Gib uns die Fähigkeit, über
uns selbst zu lachen. Gib uns ein Herz, das fröhlich ist, einen Verstand, der
klar bleibt und eine Liebe, die alles im richtigen Licht erkennen kann. Damit wir
immer wieder eingefahrene Gewohnheiten und lieblose Routine hinter uns lassen
können. Hilf uns dazu in der kommenden Fastenzeit, Amen
Die Idee
der „Faschingsheiligen“ ist eine Anregung
aus dem „Kurier“, 2006 – eine Idee
von kath. Theologen Markus Tiwald
3.3.2025 Faschingsmontag
Erinnern wir uns noch? Vor 4 Jahren um diese Zeit da
haben wir alle Maske getragen. Nein, keine Faschingsmaske – wie wir das am
heutigen Tag, am Faschingsmontag vielleicht unbefangen und fröhlich tun. Wie
dankbar dürfen wir sein, dass es nun keine FFP2 Maske mehr ist, dass der Schrecken
der Epidemie hinter uns liegt. Wer HEUTE Maske tragen will, soll es gerne tun.
Für viele ist es die Freude und der Spaß daran, einmal „wer anderer“ zu sein
…So wie Kinder in Fantasie Kostüme schlüpfen. Masken, können einem helfen, die
eigenen Träume auszuleben. Aber es gibt es auch die „Masken“ im übertragenen
Sinn, dann, wenn wir uns nach außen hin anders geben als wir wirklich sind. Wie
sollen uns die anderen sehen – und wie sehen wir selbst uns? Bitten wir heute:
dass
wir uns selbst nichts vormachen,
dass
wir die Masken ablegen, die wir oft
vor anderen aufsetzen
um
„wichtig“ oder „unentbehrlich“ zu sein
dass
es uns immer besser gelingt
so zu
sein, wie wir wirklich sind
Viele
verschiedene Masken haben wir im Schrank
Auch
„immer freundlich und beherrscht sein“, ist so eine Maske
Gott,
lass uns zugeben, wenn uns Belastungen zu viel werden
Lass
uns keine Angst vor unseren Schwächen haben
Auch
die Schiarchperchten gehören nicht nur zum Fasching
Habe
ich nicht selbst so eine im Kasten?
Hilf
uns Gott die Maske so mancher Grantigkeit und Launenhaftigkeit abzulegen
mit
der wir anderen und uns selbst die Lebensfreude nehmen
Wir
tragen aber nicht nur unsere eigenen Masken
wir
haben auch Masken für die anderen bereit.
Wie
oft stülpen wir Menschen unsere
Vorstellungen, unsere Bedürfnisse
über.
Bewahre
uns vor Vorurteilen und davor, andere abzustempeln
wer
redet an frohen Tagen schon gern von den Todesmasken?
Berühmten
Leuten hat man sie früher abgenommen.
Mach
uns bewusst, dass wir diese Maske, dieses unser Gesicht im Tod
schon
JETZT mit uns tragen und hilf uns,
dass
es DANN ein gutes und ein mit dem Leben versöhntes Gesicht ist.
nicht
zuletzt bitten wir heute aber,
dass
wir auch ohne jede Maske den Mut haben
immer
wieder dem nachzugehen, was eigentlich unser Traum wäre,
dass
wir uns unsere Sehnsüchte und Visionen bewahren
Du unser guter Gott, vor dir dürfen wir sein, wie wir
sind. Du bist es, der hinter alle Masken sieht und in DIR erkennen wir uns und
in Dir leben wir. Inständig bitten wir auch, dass wir in absehbarer Zeit vor
allem die Masken der Pandemie hinter uns lassen können. Amen
2.3.2025 Lk.6.39 nicht mit zweierlei Maß
Woran erkennt man,
wie ein Mensch wirklich ist, oder besser gesagt, woran erkennt man, ob ein
Mensch im Herzen gut ist? Woran erkennt man, ob man einem Menschen vertrauen
kann, ob man ihm folgen kann. Die Lesung aus dem Alten Testament definiert es
nüchtern: „Töpferware wird nach der Brennhitze eingeschätzt“ – so soll man auch
seine Freunde überprüfen. Wie bewähren sie sich in schwierigen Situationen? Im Evangelium lenkt Jesus den Fokus aber nicht mehr
„auf die Anderen“. Nicht mehr darum geht es, wie die Anderen sind oder sein
sollten – das wissen wir ja meist nur zu genau. Jesus geht es darum, dass wir
erkennen wie wir selbst sind, wie wir denken, wie wir fühlen, wie oft wir mit
zweierlei Maß messen. „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders.
aber den Balken in deinem eigenen Auge beachtest du nicht?“ fragt Jesus. Bitten wir heute
Dass wir ehrlich und
kritisch mit uns selbst umgehen, dass wir uns klar sind über unsere eigenen
Gedanken und Handlungen, ehe wir über andere urteilen
Dass wir erkennen,
dass das, was uns an anderen stört, meist ein Problem in uns selbst ist
Dass wir uns immer wieder bemühen, der eigenen Selbstgefälligkeit zu
entgehen
Dass wir uns das herum-kritisieren abgewöhnen und das Besserwissen
Dass wir es uns
selbst verbieten, über andere zu tratschen, andere auszurichten oder die Fehler
anderer bloßzustellen
Dass wir in erster
Linie wohlwollend und positiv denken wollen
Heute ist
Faschingssonntag, viele kostümieren sich, genießen es, Masken zu tragen. Bitten
wir, dass es uns immer besser gelingt, in unserem Alltag all die Masen
abzulegen, mit denen wir uns vor Anderen wichtigmachen oder mit denen wir oft
auch nur unsere Unsicherheit verbergen.
So bitten wir heute
guter Gott, dass wir liebevoll und gütig aufeinander schauen, dass wir in
unserem kleinen Alltag zum Frieden beitragen, den wir uns so sehr für die große
Welt ersehnen und erbitten. So bitten wir im Namen Jesu Amen