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Mittwoch, 12. Juli 2023

Fürbitten 13.7. viele "krumme Zeilen" gibt es im Leben

 


13.7.2023 Gen. 44.18  die Großmut des Josef

Heute hören wir in der 1.Lesung den zweiten Teil der dramatischen Josefs Geschichte. Josef war ein Jugendlicher und der Liebling des Vaters, als ihn seine viel älteren Brüder aus Eifersucht töten wollten. Letztendlich verkaufen sie ihn als Sklaven an vorbeiziehende Kaufleute. So gerät Josef nach Ägypten und wird dort durch Gottes Fügung, - nachdem er zunächst noch in große Schwierigkeiten gerät - ein wichtiger Berater des Pharao und ein Helfer in einer großen Hungersnot. Aus Kanaan kommen nun auch Josefs Brüder als Bittsteller nach Ägypten, sie erkennen ihren Bruder nicht, er sie jedoch schon.  Josef rächt sich nicht an ihnen, stellt ihnen aber Bedingungen. Letztlich nimmt alles ein gutes Ende, Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. Großherzig verzeiht er, was sie ihm angetan haben und weist sie darauf hin, dass durch Gottes Fügung letztlich aus einer bösen Tat Gutes erwachsen ist.  Blicken wir heute auf diesen Josef, der sein Schicksal ohne Verbitterung angenommen hat. Bitten wir auch für uns

Dass wir auch von bitteren Erfahrungen in unserem Leben nicht bitter werden

Dass wir Kränkungen nicht in uns speichern und jahrelang nachtragen

Dass wir absolut verzeihen können, auch wenn man uns sehr unrecht getan hat

Dass wir auch in ausweglos scheinenden Situationen stark bleiben können

Dass wir auch in großer Hilflosigkeit und Angst nicht aufhören zu vertrauen

Dass wir Vertrauen haben: dass auch aus all den Dingen, die wir selbst falsch machen, doch noch Gutes entstehen kann

dass wir uns um Frieden rund um uns bemühen

bitten wir um Verzeihen und Frieden weltweit. Wie schlimm sind Gewalt und Unrecht, wie schwierig ist ein Neu-Anfang – bitten wir auch um Versöhnung und Aussöhnung all der Gegensätze im eigenen Land

 

„Gott schreibt gerade auch auf krummen Zeilen“, so hat es der französische Schriftteller Paul Claudel gedichtet.  Wir dürfen in allen Situationen unseres Lebens vertrauen, dafür danken wir im Namen Jesu Amen


 

Dienstag, 11. Juli 2023

Fürbitten 12.7. Verzeihen - ohne wenn und aber...auch sich selbst

 


12.7.2023  Gen. 41.55  Josef und seine Brüder 

Die Geschichte von „Josef und seinen Brüdern“, die wir heute in der 1.Lesung hören, ist zu einer klassischen Geschichte der Weltliteratur geworden. Josef ist der jüngste Sohn des Vaters, den seine Brüder aus Eifersucht, Neid, Geld-Gier und Missgunst töten wollen, schließlich aber als Sklaven verkaufen. Dieser Josef wird dann in Ägypten, als rechte Hand des Pharao, seine Brüder und sein Volk vor der Hungersnot retten. Heute geht es um den dramatischen Moment, als die Brüder als Bittsteller in großer Not aus Kanaan nach Ägypten kommen – wobei Josef seine Brüder erkennt, sie ihn aber nicht. Josef wird verzeihen und helfen – diese Geschichte nimmt die vom barmherzigen Vater vorweg, die Jesus hunderte Jahre später erzählen wird. Um Barmherzigkeit geht es, um absolutes Vergeben, um Verzeihen ohne Vergeltung zu üben.  Bitten wir für uns selbst

dass auch wir nach einem Konflikt einen wirklichen Schlussstrich ziehen können

dass wir alte Rechnungen nicht aufwärmen

dass wir nicht nachtragend sind

dass wir auch schmerzhafte Begebenheiten gut abschließen können

dass wir versuchen, auch all das zu segnen, was uns im Leben weh getan hat

dass wir den ersten Schritt zur Versöhnung machen können, ohne Angst vor Gesichtsverlust

dass wir auch uns selbst vergeben können, wenn vieles nicht perfekt ist

dass auch in unserer Gesellschaft immer wieder VERSÖHNUNG gelingt

und bitten wir vor allem auch um VERSÖHNUNG und AUSSÖHNUNG in den ganz großen Konflikten dieser Welt, dass Frieden gelingt, damit die Menschen in Würde und Freiheit leben können

 

so bitten wir im Namen Jesu Amen

Montag, 10. Juli 2023

Fürbitten 11.7. Fliehe niemals vor dir selbst - hl.Benedikt

 


11.7.2023 Hl.Benedikt  

Heute ist der Gedenktag des hl.Benedikt, er ist der Gründer des Benediktinerordens. Benedikt gilt als der Mönchsvater des Abendlandes. Gestorben ist er 547 in Monte Cassino.  Zurück gelassen hat er ein prachtvolles Kloster und eine Ordensregel, die in ihrem Kern bis heute modern ist und sogar in manche Management-Seminare übernommen wird. Bitten wir mit einigen Gedanken aus dieser Regel.  - Halten wir nach jedem Gedanken Stille

 

„Übernimm Verantwortung, aber greife niemals störend in ein anderes Leben ein – Sei dir der Folgen deines Tuns uns Lassens bewusst und handle aus dieser Verantwortung“

 

„Enttäusche und verletze niemand, dem du deine Treue zugesagt hast.- Das gilt in allen Bereichen des Lebens“

 

„Nimm nichts was Anderen gehört und mache es dir zu Eigen. - Mache auch nicht das Schicksal eines anderen Menschen zu deinem eigenen Schicksal“

 

„Pflege ein gesundes Selbstbewusstsein aber hüte dich vor Selbstüberschätzung - Gestehe Fehlverhalten ein und entschuldige dich dafür“

 

„Lass weder Angst noch Panik zu und fliehe niemals vor dir selbst - auch wenn der Weg zum Leben vorübergehend eng zu werden scheint 

 

 

„Halte dich, wenn du in Gemeinschaft bist, nicht schweigend zurück, sondern bringe dich wahrhaft ein. Dein Beitrag ist wichtig und dient dem Ganzen

 

„Hab Geduld mit deinen eigenen Schwächen und mit den Schwächen deiner Mitmenschen - sei wach und gegenwärtig, damit du hörst, was Christus gerade JETZT von dir will

 

Der hl.Benedikt ist auch einer der Schutzpatrone Europas: bitten wir um Frieden und Freiheit für die Länder Europas, um ein Ende von Krieg und Krisen.  

 

ora et labora – beten und arbeiten: das gilt als Kernspruch Benedikts: so bitten wir guter Gott, dass uns gerade auch in den Ferien dieser gute Ausgleich gelingt: zwischen Verantwortung tragen und doch Ausspannen dürfen.  Amen


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Die Definition von Wahnsinn ist:

Immer wieder das Gleiche zu tun

und gleichzeitig

unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten.“ Benjamin Franklin


„Ich bin immer – auch im Leben – für Ruhepunkte.

Parks ohne Bänke können mir gestohlen bleiben“ Theodor Fontane   

(es gibt einen Fontanegarten im dt. Wittstock)

 

„Der Mensch lebt nicht so sehr von der Liebe, die er empfängt,

als vielmehr von der Liebe, die er schenkt.“ Mutter Teresa

 

„Fantasie ist das eigentlich Schöpferische im Menschen,

der Überfluss, der die Schönheit des Lebens ausmacht.“ Walter Muschg

 

„Fang JETZT zu leben an

Und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.“ Seneca


"Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht,

dass man einander unentwegt ansieht,

sondern dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt." Antoine de Saint-Exupéry

  

"Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten
wie ein Maler von seinem Bilde." Christian Morgenstern


"Um an die Quelle zu kommen,                                                                                                              muss man gegen den Strom schwimmen". Stanislaw Jerzy Lec


„Jedenfalls ist es besser,
ein eckiges Etwas zu sein,
als ein rundes Nichts.“
Friedrich Hebbel


"Jeder Augenblick im Leben ist ein neuer Aufbruch,

ein Ende und ein Anfang, ein Zusammenlaufen der Fäden

und Auseinandergehen" Yehudi Menuhin

 

"Man ist nur so jung wie man sich fühlt.

Man denkt nur so tief wie man sich wühlt.

Man kriegt nur so viel wie man sich gibt.

Man lebt nur so lang wie

man sich liebt." Robert Gernhardt

 


 


Sonntag, 9. Juli 2023

Fürbitten 10.7. wieder so richtig "lebendig" sein

 




10.7.2023 Mt.9.18   Gott holt uns ins Leben zurück

 „Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst“ … das ist das Versprechen, das Gott dem Jakob im Traum von der Himmelsleiter gibt – und Jesus löst dieses Versprechen in seiner Zuwendung zu den Menschen ein. Zu Beginn des Evangeliums ist es heute eine verzweifelte Frau, die als letzte Hoffnung versucht, an Jesus Halt und Kraft zu finden –  die Frau ist vom Leben ausgeblutet, sie kann nicht mehr. Jesus richtet sie wieder auf. Am Ende des Evangeliums bringt Jesus ein junges Mädchen wieder ins Leben zurück.  Gott erweckt uns zum Leben – er holt uns von jedem Tod zurück, weil er uns so sehr liebt..... Das sagen uns heute diese Texte - so bitten wir am Anfang dieser neuen Woche

 

hol uns zurück ins Leben - wenn unsere Lebendigkeit unter Routine erstickt

wenn wir in unserem täglichen Kleinkram untergehen

 

hol uns zurück ins Leben - wenn wir das Herz nicht mehr frei haben für das, was uns guttut

wenn wir nur mehr Pflicht erfüllen und uns die Freude abhandenkommt

 

hol uns zurück ins Leben - wenn wir schon erstarrt sind, als würdevolle Erwachsene

wenn wir alles besser wissen und uns nichts mehr überraschen kann

 

hol uns zurück ins Leben - wenn wir manchmal wie gelähmt sind von Sorgen und Ängsten

wenn wir eine Krise, eine Krankheit durchstehen müssen

 

hol uns zurück ins Leben - wenn wir nicht mehr wie Verliebte sind,

die das Leben lieben und in allem deine Zärtlichkeit spüren

 

Du guter Gott, in dir ist alle Lebendigkeit und Freude unseres Lebens – schicke uns Jesus, jeden Tag wieder, dass er uns zum Leben erweckt. So wollen wir lernen zu lieben, wie du uns liebst – heute, morgen und in unsere Ewigkeit hinein. amen

Samstag, 8. Juli 2023

Fürbitten 9.7. Bitte, einfach nur "RUHE"

 


9.7.2023 Mt.11.28 ich werde euch ausruhen lassen

Wie eine Urlaubswerbung klingt das heute im Sonntags Evangelium: „Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid – hier werdet ihr Ruhe finden“.  Das spricht sicher eine Sehnsucht von Vielen von uns an. Abgestrudelt sind wir fast alle, dazu kommen vielfältige Sorgen. Sorgen vor allem um die nahe Zukunft. Welche Krisen warten da auf uns, wie werden wir sie meistern? Wie sehr brauchen wir einen Ort, JETZT, wo wir ganz abschalten können, nur im Vertrauen leben. Jesus lädt zu diesem Ort sein - Es braucht keine lange Anreise, er selbst will für uns dieser Ruheplatz sein. Bitten wir heute


für alle, die ihr Leben mehr als Last als Lust empfinden, die sich überfordert fühlen, die sich auch in diesen Tagen keinen Urlaub leisten können   

für alle, die krank sind, gerade in diesen Sommertagen, die Angst vor einer Diagnose haben, Angst vor der Zukunft, Menschen die Schmerzen haben

für alle, die oft gerade im Urlaub in eine Sackgasse geraten, wo Konflikte aufbrechen und Probleme oft besonders deutlich werden in der Gemeinschaft, mit einem Partner, mit Kindern

für alle, die an so vielen Orten der Welt hilflos Opfer von Hunger, Krieg, Katastrophen und Gewalt sind, denken wir an die Menschen in der Ukraine, die seit 500 Tagen im Krieg leben

bitten wir für uns selbst, dass uns die Urlaubstage nicht in einen neuen Erlebnis-Stress treiben, sondern dass uns Entspannung und Erholung gelingt

bitten und danken wir für alle, die auch in dieser Urlaubszeit alles am Laufen halten, im öffentlichen Dienst, in den Spitälern, in den Geschäften und wo immer wir, Dienstleistungen in Anspruch nehmen dürfen

bitten wir für alle die unter der Hitze leiden, dass sie die Tage gut überstehen und bitten wir für alle, die unterwegs und auf Reisen sind, dass sie gut an ihr Ziel kommen


So geben wir Alles in deine Hand, guter Gott. Lass uns Ruhe finden und dankbar sein, für alles Gute, das wir erleben dürfen. Amen


Freitag, 7. Juli 2023

Fürbitten 8.7. immer wieder "Neues"

 




8.7.2023 Mt.9.14 Neuer Wein gehört in neue Schläuche 

"Neuer Wein gehört in neue Schläuche", sagt Jesus heute im Evangelium. Es ist ein klassisches Zitat geworden. Nichts muss bleiben, wie es immer schon war. Immer kann auch NEUES entstehen. Wir müssen es nur zu lassen. Jeden Tag können wir NEU anfangen, können wir Anders denken, als bisher! Bringen wir uns doch einmal selbst in die "Änderungsschneiderei" Einfach einmal "Neues ins Sortiment" unserer Lebensgewohnheiten aufnehmen, das wär doch was! So bitten wir heute

 

dass wir uns Neues zutrauen - auch wenn wir so oft 1000 Ausreden wissen und lieber alles beim Alten lassen wollen

 

dass wir uns Neues zutrauen - gerade dann, wenn die Begeisterung nachgelassen hat, wenn Arbeit langweilig und zur Routine geworden ist

 

dass wir uns Neues zutrauen - auch wenn andere uns sagen, in Wirklichkeit werde sich gar nicht viel ändern

 

dass wir uns Neues zutrauen - auch wenn wir wissen, dass wir nie das Perfekte schaffen und alles Stückwerk bleibt,

 

dass wir uns Neues zutrauen - und auch anderen Mut machen aus der Routine auszubrechen

 

dass wir uns Neues zutrauen - dass wir keine Angst vor dem Risiko oder dem nicht gelingen haben

 

dass wir uns Neues zutrauen, - auch unserer Gesellschaft, auch unserer Kirche  dass wir hier Veränderungen mittragen,

 

dass wir uns Neues zutrauen - gerade dann, wenn wir glauben: „ICH bin halt wie ICH bin, und da kann man auch nichts mehr ändern“ – du guter Gott, dann ÄNDERE DU UNS

 

So bitten wir, Gott gib uns immer wieder Kraft und Mut, neu anzufangen. Krempel uns um, mach uns lebendig, auch wenn es manchmal weh tut. Im Vertrauen auf Jesus suchen wir unseren Weg und deinen Willen. Amen

 

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Das Leben ist ungerecht, aber denke daran:                                                                                                nicht immer zu deinen Ungunsten". John F. Kennedy

 

Gib jedem Tag die Chance,
der schönste deines Lebens zu werden.“ Mark Twain

 

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:                                                                                        Sterne, Blumen und Kinder.“ Dante Alighieri

 

„Die Aufgabe des Lebens, seine Bestimmung ist FREUDE.                                                                        Freue dich über den Himmel, über die Sonne, über die Sterne, über Gras und Bäume,                                 über die Tiere und die Menschen.“ Leo Tolstoi

 

Die wesentliche Voraussetzung für Glück ist die Bereitschaft,                                                                        der Mensch zu sein, der man ist.“ Erasmus von Rotterdam

 

"wer sich anpasst passt auf
ob sich andere genauso anpassen
je angepasster umso aufmerksamer
dass niemand der Anpassung entkommt" Helmut Seethaler

 

"start where you are.
use what you have.
do what you can." Arthur Ashe

  

Aber die größte Begabung ist doch die, auf der Welt sein zu können und es auszuhalten,                        mit einem gewissen Frohsinn." Ilse Aichinger

 

"Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen                                                                                                       hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen" Heiner Geißler

 

"Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen könnten,                                                             wenn wir nur einen Versuch wagten." Shakespeare

 

"Um an die Quelle zu kommen,                                                                                                             muss man gegen den Strom schwimmen". Stanislaw Jerzy Lec


"Wie öffnete die Rose je ihr Herz und gab der Welt all ihre Schönheit?                                                    Sie fühlte die Ermutigung des Lichts an ihrem Sein,                                                                          ansonsten bleiben wir alle zu furchtsam." Hafiz, islam.Mystiker



 


Donnerstag, 6. Juli 2023

Fürbitten 7.7. DIESE WIRTSCHAFT TÖTET

 


 7.7.2023 Amos 8.4 wie lange wollt ihr noch betrügen   Mt.9.9

 „Diese Wirtschaft tötet“, mit diesen Worten hat Papst Franziskus schon kurz nach seinem Amtsantritt klare Worte gegen das gefunden, was unsere Welt so ungerecht macht.  Für Armut und Ausgrenzung in der Welt macht der Papst das geldzentrierte Wirtschaftssystem verantwortlich "Wenn der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht, wenn das Geldverdienen das erste und einzige Ziel ist, befinden wir uns außerhalb jeder Ethik, und so bekommen wir Strukturen der Armut, Sklaverei und Verschwendung", analysiert Franziskus und verweist auf die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich. Was der Papst – zur Empörung so mancher – unmissverständlich anspricht, das hat auch schon vor 3.000 Jahren der Prophet Amos angeprangert. Die Gier des Menschen, die Gier einer ganzen Gesellschaft scheint nichts Neues zu sein. „Ihr, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt, ihr die ihr aus allem Gewinn macht, auch noch aus dem Abfall, ihr, die ihr die Hilflosen mit Geld kauft …“ So wettert der Prophet und prophezeit: „Eure Feste werde ich in Trauer verwandeln, all eure Lieder in Totenklagen“ Die Schrift des Propheten Amos liest sich wie eine Anklage aus unseren Tagen. Das soll uns betroffen machen, auch wenn WIR nicht die großen Rädchen im System sind. Bitten wir heute

dass wenigstens wir als Christen uns bemühen einfacher zu leben

dass es für uns selbstverständlich ist zu teilen und zu helfen

dass wir die Sucht nach dem immer mehr haben müssen, bekämpfen

dass wir bewusst nicht haben müssen, was alle haben

dass wir – auch im Kleinen - niemand übervorteilen und ausnützen

dass wir nicht extra billig kaufen, und damit Ausbeutung in anderen Ländern unterstützen

dass wir nicht aus allem unseren Nutzen ziehen wollen

dass wir nicht so viel Angst davor haben, im Leben zu kurz zu kommen

dass wir gleich heute wieder einmal Unnötiges aussortieren

dass auch die Kirche und die Orden Wege findet, Armut glaubwürdig zu leben


Im Evangelium heute sagt Jesus: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“  Und wir sind krank geworden an unserer Gesellschaft, die uns bequem und hungrig gemacht hat. Hungrig nach Dingen, wir gar nicht brauchen. Du guter Gott hilf uns loszulassen, was uns nicht gut tut – lass uns statt dessen Gutes tun, im Namen Jesu.Amen

 


Mittwoch, 5. Juli 2023

Fürbitten 6.7. keine Opfer - Liebe und Vertrauen

 


6.7.2023  Gen.22.1 Opferung Isaak – Mk.9.2   Mt.9.1 Gelähmter, hab Vertrauen

Über die erste Lesung aus der jüdischen Bibel möchte man sich heute gerne hinweg schwindeln: die Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham. Der Gott des Alten Testaments will scheinbar ein Menschenopfer, so wie es auch die Götter anderer Kulturen zu dieser Zeit fordern. Abraham ist bereit zu gehorchen – aber dann geschieht das ganz NEUE im jüdischen Gottesverständnis. Jahwe will das Opfer gar nicht, Abraham sollte nur auf die Probe gestellt werden, wie weit sein Gehorsam Gott gegenüber reicht. Gott braucht kein Menschenopfer mehr – er will Hingabe und Vertrauen. Konsequenterweise sollten wir auch nicht mehr im Neuen Testament vom „Opfer“Tod Jesu sprechen. Unser Gott, wie wir ihn denken, braucht kein Menschenopfer. Im Evangelium hören wir, wie Jesus einen Gelähmten heilt. Auch Jesus fordert von ihm Vertrauen ein – letztlich das, was der Gott des Alten Testamentes von Abraham verlangt. Denken wir also um: nicht um OPFER geht es, es geht um Liebe und Vertrauen. So bitten wir


Dass wir vertrauen - Wenn wir vor wichtigen Entscheidungen stehen

Dass wir vertrauen – wenn wir uns auf andere Menschen einlassen

Dass wir vertrauen - auch wenn immer wieder vieles anders läuft, als geplant

Dass wir vertrauen – auch wenn wir manchmal an uns selbst zu zweifeln

Dass wir vertrauen - wenn wir eine Sache aus der Hand geben müssen

Dass wir vertrauen – wenn uns Krankheit und Krisen von anderen abhängig machen

Dass wir Gott vertrauen – und vertrauen, dass all unsere Wege, - auch unsere Irrwege, -                                                                      zu ihm führen

 

Du unser Vater, Vater unser - Du bist ein Gott des Lebens. Du willst nicht unser Opfer, Du willst unsere Liebe. Lass, dass wir dich voll Sehnsucht und ohne Angst suchen. Verwandle unser Leben in Freude und Zuversicht, so bitten wir im Namen Jesus . Amen

 

 

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Das beste Mittel, das Glück zu verpassen, besteht darin, es zu suchen.                                                  Glück ist nicht das Ziel des Lebens, sondern ein Nebenprodukt.“  Paul Claudel


„Glück ist Talent für das Schicksal“   Novalis

 

"Der Nachteil der Demokratie ist, dass sie denjenigen, die es ehrlich mit ihr meinen, die Hände bindet. Aber denen, die es nicht ehrlich meinen, ermöglicht sie fast alles". Václav Havel

 

"Morgen werd ich mich ändern;
gestern wollte ich es heute schon".  Christine Busta


"Dass zwei sich richtig lieben, gibt erst der Welt den Sinn,

macht sie erst rund und richtig, bis an die Sterne hin." Mathias Claudius

 

"Alle großen Wahrheiten beginnen als Gotteslästerung". George Bernhard Shaw


„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,                                                                                                     sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ Seneca

 

"Friede ist nicht die Abwesenheit von Krieg: Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung,               eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit".  Baruch de Spinozza

 

"Die höchste Form des Glücks das ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit".

Erasmus von Rotterdam

 

" Mitunter geschieht's, dass ich heute fürchte,

was ich gestern wünschte –

selten umgekehrt." Kurt Marti

 

„ Die Kunst des Lebens
besteht mehr im Ringen
als im Tanzen.” Marc Aurel

 

"Seien Sie im Gespräch nicht interessant - sondern interessiert". Paul Yvon

 

" Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut,

könnte eine Gans nach Hause bringen.“   Georg Christoph Lichtenberg

 

"Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.“ Brecht

  

"Dies ist die Pflicht: sich in jedem Augenblick verantwortlich zu wissen und sein Äußerstes einzusetzen im Kampf gegen Schwachheit und Lüge, gegen Halbheit und Unwahrhaftigkeit. Dies ist die Mahnung: aus dem Bewusstsein der Einheit heraus sich allem Geschaffenen gegenüber gütig zu beweisen" Dostojewskij





 

Dienstag, 4. Juli 2023

Fürbitten 5.7. El Roi = der Gott der mich sieht! Ist es so ??

 

Sara schickt Hagar in die Wüste 

(Weltchronik des Rudolf von Ems; 13. Jh.)

5.7.2023 Gen.21.5 Die Geschichte der Hagar 

Die Geschichte der Hagar ist eine Geschichte voll Ungerechtigkeiten und, ja, man könnte auch sagen, Gemeinheiten. Weil es den Anschein hat, als könnte Abrahams Frau Sara kein Kind bekommen kann, schwängert Abraham – sogar auf Bitten seiner Frau – die ägyptische Magd Hagar. Sie wird Abrahams Zweitfrau und bringt Ismael zur Welt. Aber schon in der Schwangerschaft wird Hagar von Sara gedemütigt und gequält und als Sara letztendlich auf wunderbare Weise doch noch schwanger wird und den Sohn Isaak bekommt, zwingt sie ihren Mann Abraham, seine Zweitfrau und das Kind zu verstoßen. In der Wüste scheint es, als wären Hagar und ihr Sohn Ismael dem Tod ausgesetzt – da greift im letzten Moment der rettende Gott ein. Hagar nennt ihn: El Roi -  Gott der mich sieht – er zeigt Mutter und Kind eine Wasserquelle, sie überleben und Ismael wird zum Stammvater der Araber und gilt im Islam als Prophet und Gesandter Gottes. Ende gut alles gut könnte man sagen, Gott schreibt gerade auch auf krummen Zeilen: aber kann man nicht auch fragen, warum Gott solche menschlichen Verwirrungen und Irrungen offensichtlich bewusst zulässt?  Bitten wir heute

Für alle Menschen, die in komplizierten Beziehungen aufeinander angewiesen sind

Für alle, die von Eifersucht geplagt sind und anderen Unrecht tun

Für alle, die aus eigener Unzufriedenheit anderen ihr Glück neiden

Für alle, die aus Angst oder Feigheit falsche Entscheidungen treffen

Für alle, die schlecht behandelt werden oder sich schlecht behandelt fühlen und keinen anderen Ausweg sehen, als davon zu laufen

Für alle, die in großer Not sind, damit auch sie einen Ausweg und Rettung finden

Hagar nennt den Gott, den sie erfährt „El Roi“ – das heißt „Gott du schaust nach mir“. Hilf uns allen, dass wir dich immer wieder als diesen rettenden und gütigen Gott erfahren dürfen

 

So bitten wir im Vertrauen, dass du auch unsere oft wirren Wege zu einem guten Ziel führt. Wir bitten im Namen Jesu Amen.

 

 

Montag, 3. Juli 2023

Fürbitten 4.7. zur Salzsäule erstarrt

 


4.7.2023 Gen.19.15 Als Lots Frau zurückblickte, wurde sie zu einer Salzsäule                                                         Mt.8.23 Warum habt ihr solche Angst 

"Lots Frau" hat sprichwörtliche Berühmtheit erlangt. Geschildert wird heute in der 1.Lesung der Untergang der Städte Sodom und Gomorra  - Engel Gottes wollen den gerechten Lot und seine Familie retten, die Bedingung aber ist, die Menschen dürfen auf ihrer Flucht nicht zurückschauen. Lots Frau tut es dennoch – und sie erstarrt in diesem Moment zur Salzsäule. Eine verstörende Geschichte, die uns sagt: „Schau nicht zurück, überlass Gott alles was Vergangen ist, richte dich aus auf die Zukunft“. - Im Evangelium ist es Jesus, der seinen Jüngern die Angst nehmen will, als ihr Boot in einen Sturm kommt. Nicht zurückschauen – und vor dem, was ist und kommt keine Angst haben, so wäre es gut leben zu können. Bitten wir heute

 

Dass wir uns nicht mit alten Belastungen aus der Vergangenheit herumquälen

Dass wir nach vorne schauen und nun das gut machen, was wir gut machen können

 

Dass wir Menschen nicht ewig lang Vergangenes nachtragen,

dass wir wirklich verzeihen und vergessen können

 

dass wir der Verzeihung Gottes vertrauen, für das, was wir selbst nicht gut gemacht haben –               

dass wir aber im selben Maß auch großzügig mit alten Kränkungen umgehen

 

dass wir nicht nur aus Neugier wie Lots Frau, auf das Elend Anderer schauen

sondern dass wir darauf achten, wo Hilfe hier und jetzt gebraucht wird

 

bitten wir, dass auch Jesus uns die Angst vor so vielem nimmt,

nimm uns die Angst, mit schwierigen Situationen nicht fertig zu werden

nimm uns die Angst zu kurz zu kommen

nimm uns die Angst es nicht allen recht machen zu können

nimm uns die Angst vor Krankheit und Einschränkungen

nimm uns die Angst, nicht mehr wichtig und gefragt zu sein

 

So bitten wir dich guter Gott: gib uns die Gnade im tiefen Vertrauen auf deine Gegenwart und deine Hilfe zu leben. Lass uns auch anderen Mut machen, nimm uns die Angst vor der Angst – lass uns dankbar im Augenblick leben. In der Gegenwart Jesu amen

 

Sonntag, 2. Juli 2023

Fürbitten 3.7. Der "ungläubige Thomas" - ja, auch in mir

 


3.7.2023  Hl.Thomas  Glauben? Die Unbegreiflichkeit Gottes aushalten

Heute ist das Fest des hl.Thomas. Als „ungläubigen Thomas“ kennen wir ihn. Er ist der eine der Apostel, der zunächst - und man kann es verstehen - nicht an die Auferstehung Jesu glaubt.  Später, als er Jesus berühren darf, wird Thomas bekennen „Mein Herr und mein Gott“. Wie ist das mit dem Glauben?  WIR sind in unseren Glauben so gut wie hineingeboren, vieles nimmt man automatisch hin, zerbricht sich nicht mehr den Kopf. Vielleicht wäre es manchmal gar nicht schlecht, den „ungläubigen Thomas“ in sich selbst zu suchen. Ehrlich in sich hineinhorchen, sich immer wieder selbst zu befragen: WAS glaube ich eigentlich wirklich, WAS bedeutet mir Jesus Gibt es ein inneres Erleben, das in mir Gewissheit und Liebe auslöst – jenseits aller Schulbuchreligion?   bitten wir heute

für uns alle, damit wir nicht „automatisch“ glauben, sondern uns immer wieder bewusst für ein Leben mit unserem Glauben entscheiden

für uns alle, damit uns unser Glauben nicht ängstlich und engstirnig, sondern lebensfroh und dankbar macht

für uns alle, dass wir uns auch immer wieder eingestehen dürfen, woran wir nicht glauben können

und bitten wir für alle, die nicht von klein auf Zugang zum Glauben finden

für alle, die glauben wollen und doch immer wieder zweifeln

für alle, deren Glauben erstarrt ist oder an fixen Vorstellungen hängt

für alle, die auf vielen unterschiedlichen Wegen Gott suchen

für alle, die für ihren Glauben ihr Leben riskieren und einsetzen

 

Glauben heißt: ein Leben lang die Unbegreiflichkeit Gottes aushalten, so hat es der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner formuliert. So bitten wir dich guter Gott, dass wir jeden Tag wieder UNSERE eigene, persönliche Begegnung mit Jesus suchen - unser Leben mit DIR und in DIR. Dafür danken wir dir und lieben dich, heute und morgen und in alle Ewigkeit. amen

Samstag, 1. Juli 2023

Fürbitten 2.7. muss man davon reden ?

 




2.7.2023  Mt.10.37 wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt

Sommer, Sonne, Ferien - und Sonntag auch noch:  will man dann ein Evangelium hören, wie das heute? Vom Kreuztragen spricht Jesus, und wir hören den Satz: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt…ist meiner nicht wert“  Wer mag schon „ein Kreuz“ auf sich nehmen - und doch wissen wir, dass es dieses „Kreuz-tragen“ gibt – ob wir wollen oder nicht.  Jeden Tag wieder, in vielen Momenten des Alltags. Da kann die Sonne noch so strahlend scheinen! Es gib das Leid. Darum bitten wir gerade heute:


dass wir immer besser in Geduld und Vertrauen lernen, die Herausforderungen in unserem Leben anzunehmen

dass wir gelassen sind und einen langen Atem für alles haben, was ungeplant auf uns zukommt

dass wir aufmerksam sind für das Kreuz, die Sorgen und die Ängste Anderer

dass wir Geduld mit uns selbst haben, und dass wir uns auch zugestehen, Hilfe zu brauchen

dass wir die richtige Balance finden zwischen „Schmerzen ertragen“ und etwas dagegen tun

dass wir uns niemals krampfhaft etwas zum „Kreuz tragen“ suchen

 dass uns die Freude am Leben nicht verloren geht, dass wir dankbar die unbeschwerten Tage genießen - auch wenn wir wissen, dass es unweigerlich wieder schmerzliche Tage geben wird

bitten wir besonders für alle, die heute und jetzt und in diesen Tagen Schweres tragen und ertragen müssen.

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Kraft zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass das Kreuz unseres Lebens keine Sackgasse ist und dass wir dir rückhaltlos vertrauen dürfen. Das bitten wir dich durch Jesus, mit dem wir auf dem Weg sind. amen.