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Donnerstag, 15. Juli 2021

immer wieder einen neuen Blick wagen

 

“Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis,
vielleicht ist ja keines da.” Franz Kafka

"Ein Problem
kann nicht auf derselben Bewusstseinsebene gelöst werden,
auf der es entstanden ist." Albert Einstein

"Werden wir, was wir wünschen?
Wünschen wir, was wir werden?" Kurt Marti

 

"Mit den Jahren runzelt die Haut.
Die Seele aber runzelt mit dem Verzicht auf Begeisterung." Albert Schweizer


"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot, der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt." Mark Twain


"Den Himmel gibt es nicht allein" Martin Buber

 

"Gestaltung, Umgestaltung, des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung"
Goethes Mephisto


"...Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf." Joachim Ringelnatz

 

“Count your age by friends, not years.  Count your life by smiles, not tears.” John Lennon

 

„Das Festhaltenwollen, das ist etwas, das einen dauerhaft unglücklich macht. Darin liegt auch die Schönheit von Theater: dass es loslässt. Man spielt (schaut) und man weiß, das Ganze findet nur heute Abend so statt. Und dann ist es wieder vorbei.“     Lars Eidinger, Jedermann 2021

 

„Über den Rändern abgewrackter Träume/ sehe ich den farblosen Streifen /                                         Datum, Gewohnheit, Hoffnung.“ Martin Walser  „Sprachlaub“


"Daran Schuld sind nur die Einen - nämlich die Anderen"    Asrin Aydin




 


Mittwoch, 14. Juli 2021

Fürbitten 15.7. VERSCHNAUFEN können - ein leichtes Herz haben

 


15.7.2021 Mt.11.28 ich werde euch ausruhen lassen

Das klingt heute im Evangelium fast wie eine Urlaubswerbung: „Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und beladen seid – hier werdet ihr Ruhe finden“. Jesus sagt es – und er spricht sicher damit eine Sehnsucht von Vielen an. Abgestrudelt sind wir fast alle, dazu kommen vielfältige Sorgen und Ruhe- und Rastlosigkeit. Bitten wir heute um einen Ort, wo auch ein schweres Herz wieder leicht wird

Bitten wir um ein leichtes Herz dass wir Sorgen hinter uns lassen können

bitten wir um ein weites Herz – dass wir uns an der Freude anderer mitfreuen können

um ein großes Herz – dass wir teilen und hergeben können

bitten wir um ein Herz, das nicht bitter ist: dass wir nicht angerührt und nachtragend sind,

bitten wir um ein Herz, das nicht zerrissen ist: dass wir uns das Leben nicht schwer machen mit unnötigen Grübeleien, quälerischen Selbstgesprächen und Skrupeln

bitten wir für alle, die ein zerbrochenes Herzz haben: wo eine Partnerschaft zerbrochen ist oder jemand glaubt, über den Tod eines Menschen nicht hinwegkommen zu können

bitten wir vor allem auch um ein lebendiges Herz, ein Herz voll Dankbarkeit und Freude über diesen heutigen Tag, ganz gleich, was er bringt. Ein Herz, das froh und zuversichtlich ist

 

Du guter Gott, so bitten wir heute auch besonders für alle, die oft gerade im Urlaub in eine Sackgasse geraten, wo Konflikte aufbrechen und Probleme oft besonders deutlich werden in der Gemeinschaft, mit einem Partner, mit Kindern. Schenk du ihnen und uns allen inneren Frieden und eine Hoffnung, die stärker ist als alle Konflikte. amen

 


Dienstag, 13. Juli 2021

Fürbitten 14.7. Der Name Gottes: „Ich-bin-der-ICH-BIN-DA“.

 


14.7.2021 Ex.3.1 Gott im brennenden Dornbusch

Wie ist das, wenn Gott einem begegnet? Bei Moses ist es ein brennender Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt und aus dem Gott zu ihm spricht. Moses soll seinem Volk die Zusage Gottes bringen: „Ich habe eure Klageschreie gehört, ich werde euch aus der Sklaverei in Ägypten in das Land der Freiheit führen.“ Aber Moses ist Realist: was soll ich den Leuten sagen, wer bist du, wie heißt du, fragt er. Und Gott nennt seinen Namen: „Ich-bin-der-ich-bin-da“. Bitten wir heute, dass auch wir GOTT als den erkennen, der DA ist, der für jeden von uns DA IST

 

dass wir dich erkennen Gott –

nicht nur in den großen Momenten unseres Lebens

sondern dass du DA bist  - Hier u Jetzt in unserem ganz banalen Alltag

lass uns deine Stimme hören wie Moses sie gehört hat: „Geh, ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

dass wir dich erkennen Gott

gerade in all dem, worin wir nicht perfekt sind und fehlerlos   

sondern dass du DA bist auch in unseren Krisen und Niederlagen

in den Sorgen und in der Mutlosigkeit

dass wir auch dann deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

 

dass wir dich erkennen Gott

dort, in unseren Partnerschaften und Gemeinschaften,

im Leben mit unseren Kindern und Freunden

wo wir aber auch immer wieder an Grenzen stoßen

dass wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

 

dass wir dich erkennen Gott

immer dann wenn wir glauben, dass es gerade Wichtigeres gäbe

dass wir aus der Routine und Bequemlichkeit aufbrechen                                                               

dass du DA bist, damit wir auch loslassen können     

lass uns deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

dass wir dich erkennen Gott

immer dann wenn wir nichts mehr erwarten wollen

in unserer Gesellschaft, die oft so hartherzig und gleichgültig ist

in unserer Kirche, wo manches stillsteht

dass wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

dass wir dich aber auch erkennen Gott

in allem was Freude ist, dass wir nicht aufhören dankbar zu sein

dass wir uns Neues zutrauen, dass uns das Leben

jeden Tag wieder froh macht

WEIL wir deine Stimme hören: „Geh,ich brauche dich….“

Du Gott mit uns: wir bitten dich erhöre uns

 

Höre uns und erhöre uns und führe auch uns aus all unseren Abhängigkeiten zur Freiheit der Kinder Gottes. Im Namen Jesu Amen



Montag, 12. Juli 2021

Fürbitten 13.7. Wege in die Freiheit führen

 


13.7.2021 Moses, der sein Volk aus Ägypten führt  Ex.2.1

 In den Lesungen der nächsten Tage steht eine Zentralfigur der jüdischen Bibel im Mittelpunkt: Moses. Jener mächtige Prophet, der sein Volk, das jüdische Volk, in einer 40jährigen Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten führt. Moses gilt als Begründer des Monotheismus - das erste der von ihm übermittelten Gebot Jahwes lautet: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" - und damit als Stifter von Judentum, Christentum und Islam. Moses gilt auch als Gesetzgeber, dessen Dekalog, die Zehn Gebote, bis heute Basis eigentlich aller ethische Ordnung ist. Heute wird im Buch Exodus sowohl die wunderbare Rettung des kleinen Baby Moses erzählt – sein sorgloses Leben am Hof des Pharao – bis ihm schließlich die Unterdrückung seines Volkes bewusst wird. Moses erschlägt einen ägyptischen Aufseher, er muss fliehen und erfährt schließlich am Berg Horeb in einem brennenden Dornbusch die Gegenwart Gottes. Dieser Gott gibt ihm den Auftrag, das jüdische Volk aus Ägypten herauszuführen, hin ins „gelobte Land“.  Zu jeder Zeit gibt es Menschen, die eine prophetische Funktion haben, und auch wir selbst dürfen sie uns zutrauen. Bitten wir heute

Für alle, die um bessere Lebensbedingungen für andere kämpfen

Für alle, die sich für die Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen engagieren

Für alle, die sich für Umwelt und Tierschutz einsetzen

Für alle, die in ihrem täglichen Umfeld vor der Not anderer nicht wegschauen

Für alle, die auf Ungerechtigkeit und Unrecht hinweisen

Für alle, die sich um Frieden und Versöhnung bemühen

Für alle, die Menschen auch zur inneren Freiheit verhelfen

Wir bitten aber auch für uns selbst, dass wir immer wieder spüren, dass Gott auch durch uns wirken will, auch heute wieder

 

Amen


Sonntag, 11. Juli 2021

Fürbitten 12.7. KREUZ TRAGEN - wer will das schon hören

 



12.7.2021  Mt.10.37  …wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt

Für viele beginnt eine neue Ferienwoche, Sonne, Erholung, Reisen - die Corona Bedrohung nur noch leise im Hinterkopf:  will man dann ein Evangelium hören, wie das heute? Vom Kreuztragen spricht Jesus, und wir hören den Satz: „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren?“ Und doch wissen wir, jeder aus persönlicher Erfahrung, dass es dieses „Kreuz-tragen“ gibt – ob wir wollen oder nicht.  Jeden Tag wieder, in vielen Momenten des Alltags. Da kann die Sonne noch so strahlend scheinen! Es gib das Leid. Darum bitten wir gerade heute:

dass wir immer besser lernen, in Geduld und Vertrauen, die Herausforderungen in unserem Leben anzunehmen

dass wir gelassen sind und einen langen Atem für alles haben, was ungeplant auf uns zukommt

dass wir Geduld mit uns selbst haben, und dass wir uns auch zugestehen, Hilfe zu brauchen

dass wir uns niemals krampfhaft etwas zum „Kreuz tragen“ suchen

dass wir die richtige Balance finden zwischen „Schmerzen ertragen“ und etwas dagegen tun

dass wir aufmerksam sind für das Kreuz, die Sorgen und die Ängste,  Anderer

dass uns die Freude am Leben nicht verloren geht, dass wir dankbar unbeschwerte Tage genießen - auch wenn wir wissen, dass das Kreuz zum Leben einfach dazugehört 

bitten wir für alle, die heute und jetzt und in diesen Tagen Schweres tragen und ertragen müssen. Bitten wir für die Kranken und die, die am Ende ihres Lebens angelangt sind

 

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Kraft zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass das Kreuz unseres Lebens keine Sackgasse ist und dass wir dir rückhaltlos vertrauen dürfen. Das bitten wir dich durch Jesus, mit dem wir auf dem Weg sind. amen.


Samstag, 10. Juli 2021

Fürbitten Sonntag 11.7. PROPHETEN Heute???

 


11.7.2021   Propheten – Am.7.12  Mk.6.7

Vor allem aus der alten jüdischen Bibel kennen wir Menschen, die zu ihrer Zeit als Propheten gegolten haben. Moses, Elias, Jesaia, Jeremias, Amos, Johannes den Täufer. Es sind Menschen, die für sich eine besondere Berufung erfahren haben. Die – oft gegen die eigene Bequemlichkeit – das Gefühl hatten, im Namen Gottes sprechen zu müssen. Von Gott beauftragt worden zu sein, auch unangenehme Wahrheiten aussprechen und verkünden zu müssen. Im Evangelium ermächtigt heute Jesus seine 12 engsten Freunde in seinem Namen zu sprechen und zu wirken. Wir heute kennen genug selbsternannte Propheten: Unglückspropheten, Glückspropheten, banale Propheten, die Bestseller mit Anleitungen zum guten Leben schreiben. Und doch gibt es darüber hinaus auch heute Menschen, die – oft als unbequem empfunden – ganz Wesentliches zu sagen haben. Bitten wir heute

 

Für die Propheten unserer Tage, die auch in unserem eigenen Land gegen Menschenrechtsverletzungen, Willkür und Unrecht auftreten

Für alle, die unermüdlich und mit großem persönlichen Einsatz vor den Folgen der Umweltzerstörung warnen

Für die vielen vor allem auch jungen Menschen, die sich seit Jahren ehrenamtlich für Flüchtlinge und asylsuchende Menschen einsetzen

Für Alle, die sich für die Rechte und die Würde der Tiere und jeder Kreatur engagieren

Für die Arbeit der vielen Nicht-Regierungsorganisationen,  die soziale Gerechtigkeit und das Recht auf Menschenwürde für alle einfordern

Für alle, die ihre Leben im Einsatz gegen gefährliche Krankheiten und Epidemien aufs Spiel setzen

Für die Journalisten und Meinungsmacher, dass sie sich ihrer Verantwortung für unser gesellschaftliches Klima bewusst sind

für uns selbst, für jeden von uns: dass auch wir den Mut zu einer klaren Haltung und zu klaren Worten haben 

Bitten wir um Propheten für unsere Kirche, bitten wir für Papst Franziskus, dass er seine Vision einer barmherzigen und menschenfreundlichen Kirche - an der Seite der Armen – auch mit unserer Hilfe - umsetzen kann.

Du guter Gott, schenke auch unserer Zeit weise und kluge Menschen, Frauen und Männer, Junge und Alte, die uns ein Beispiel sein können. Schenke unserer friedlosen Zeit vor allem Propheten des Friedens. Amen

 



Freitag, 9. Juli 2021

Fürbitten 10..7. an ein "Happy End" glauben können


 

10.7.2021 Gen. 50 Gott schreibt gerade, auch auf krummen Zeilen

Mehrere Tage lang haben wir in den Lesungen die Geschichte von „Josef und seinen Brüdern“ gehört. Eine klassische Geschichte, die nicht zuletzt durch die Tetralogie von Thomas Mann vielschichtig ausgelotet ist. In der biblischen Erzählung soll Josef von seinen Brüdern aus Neid und Eifersucht zunächst getötet werden und wird dann verkauft  – er endet aber nicht als elender Sklave, sondern bekommt hohen Einfluss beim ägyptischen Pharao: so kann er in einer großen Hungersnot zum Retter seiner Familie werden. Er vergibt den Brüdern und es gibt ein bewegendes Wiedersehen mit dem alten Vater– und Josef weist darauf hin: Es ist zwar Böses geschehen – aber Gott hat daraus Gutes entstehen lassen. Mit dieser großen Zuversicht bitten wir auch heute

Dass auch aus all den Dingen, die uns nicht gelingen, doch noch Gutes entstehen kann

Dass vielleicht selbst Gutes aus dem entstehen kann, was wir in Zorn und Eifersucht oder aus anderen Beweggründen falsch gemacht haben

Dass wir auch in aller Hilflosigkeit und Angst nicht aufhören zu vertrauen, dass Gott es ist, der die Dinge zu einem guten Ende führt

Dass wir bedingungslos zum Verzeihen fähig sind, wie auch uns immer wieder verziehen wird

Dass uns eigenes Leid nicht bitter und böse macht

Dass wir Gelassenheit und Weisheit aus all dem gewinnen, was uns auch der heutige neue Tag wieder bringt

Dass auch in der verzweifelten Situation von Gewalt, Krieg und Terror ein Licht am Ende des Tunnels möglich wird, dass wir das Beten dafür und die Hoffnung nicht aufgeben

So bitten wir guter Gott, dass du auch unsere Lebensgeschichte zu einem guten Ende führst. Du, der Du Anfang und Ende bist, du, in dessen Hand wir auch heute wieder diesen Tag legen. Dafür danken wir dir – im Namen Jesu. amen

Fürbitten 9.7. Kirche und Katholiken in China

 

 

Foto dpa Stephan Scheuer

9.7.2021 chinesische Märtyrer      

Heute wird in der Kirche das Gedächtnis chinesischer Märtyrer begangen. Wobei ein Mann im Mittelpunkt steht: Augustinus Zhao Rong. Rund um das Jahr 1800 war er zunächst kaiserlicher Soldat. Bei der Verfolgung von Christen beeindruckte ihn deren Glauben so sehr, dass er selbst getauft werden wollte und schließlich Priester wurde. 1815 erlitt auch er das Martyrium. Mit ihm zusammen gedenkt die Kirche all jener Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, Männer, Frauen und Kinder, die in China zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten wegen ihrer Treue zum christlichen Glauben als Märtyrer starben.

Im heutigen China wächst die Zahl der Christen rasant. Offiziell gibt es etwa nach unterschiedlichen Schätzungen 20 bis 60 Millionen Protestanten und 6 bis 13 Millionen Katholiken. Offiziell gibt es keine „Christenverfolgung“ - dennoch leiden viele Christen unter Repressionen und privaten und beruflichen Benachteiligungen. Prekär ist die Situation der katholischen Kirche auch deshalb, weil es eine vom Staat anerkannte – und kontrollierte –  Kirche gibt - und eine römisch-katholischen Untergrundkirche. 

Bitten wir heute mit Worten der Steyler Missionare

 

Wir bitten für die Kirche Chinas: dass Bischöfe, Priester, Schwestern und Laien trotz aller Schwierigkeiten mutig die Botschaft Jesu Christi in die chinesische Gesellschaft tragen.

Wir bitten um die Einheit der Kirche Chinas: führe die Katholiken zur Versöhnung untereinander und zu einer lebendigen Gemeinschaft mit der Gesamtkirche.

Wir beten für die vielen Menschen in China, die Christus noch nicht kennen: Geleite sie mit deiner Weisheit, dass sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens das Licht der Wahrheit finden.

Wir beten für alle Menschen im Reich der Mitte: Erfülle die Verantwortlichen in der Politik mit Klugheit und Weitblick, damit sie das Land zum wahren Wohlstand führen, in dem die Menschen in Glück, Frieden und Freiheit leben können.

Wir beten für alle Notleidenden und Unterdrückten: Schenke ihnen deine besondere Liebe und Zuwendung. Lass sie Menschen finden, die mit ihnen ihr Brot und ihre Hoffnung teilen, damit sie ein menschenwürdiges Leben führen können.


Gütiger und barmherziger Gott, du weißt, was wir für unser Leben brauchen. Wir schenken dir unser ganzes Vertrauen und unser Lob. Dir sei Preis und Dank, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

 

 


Mittwoch, 7. Juli 2021

Fürbitten 8.7. nicht an der Verbitterung festhalten

 


8.7.2021 Gen. 44.18  die Großmut des Josef

Heute hören wir in der 1.Lesung den zweiten Teil der dramatischen Josefs Geschichte. Josef war ein junger Bursch und der Liebling des Vaters, als ihn seine viel älteren Brüder aus Eifersucht töten wollten – letztendlich aber nur als Sklave an vorbeiziehende Kaufleute verkauften. Dieser Josef landet in Ägypten und durch Gottes Fügung wird er ein wichtiger Berater des Pharao und ein Helfer in einer großen Hungersnot. Aus Kanaan kommen nun auch Josefs Brüder als Bittsteller, sie erkennen ihren Bruder nicht, er sie jedoch schon.  Josef rächt sich nicht an ihnen, stellt ihnen aber Bedingungen. Alles wird ein gutes Ende nehmen, blicken wir heute auf diesen Josef, der sein Schicksal ohne Verbitterung angenommen hat. Bitten wir auch für uns

Dass wir auch von bitteren Erfahrungen in unserem Leben nicht bitter werden

Dass wir auch in ausweglos scheinenden Situationen stark bleiben können

dass wir Konflikte austragen können, ohne uns zu verfeinden

dass wir Kränkungen nicht in uns speichern und innerlich nachtragen

dass wir verzeihen können, auch wenn man uns wirklich unrecht getan hat

dass wir im Zweifel die Ersten sind, die die Hand zur Versöhnung ausstrecken

dass wir uns um Frieden rund um uns bemühen

bitten wir um Verzeihen und Frieden weltweit. Wie schlimm sind Gewalt und Unrecht, wie schwierig ist ein Neu-Anfang – bitten wir auch um Versöhnung und Aussöhnung all der Gegensätze im eigenen Land

 

so bitten wir im Namen Jesu Amen

 

 

 


Dienstag, 6. Juli 2021

Fürbitten 7.7. Verzeihen - ohne wenn und aber...

 



7.7..2021  Gen. 41.55  Josef und seine Brüder

Die Geschichte von „Josef und seinen Brüdern“, die wir heute in der 1.Lesung hören, ist zu einer klassischen Geschichte der Weltliteratur geworden. Da ist der jüngste Sohn des Vaters, Josef, den seine Brüder aus Eifersucht, Neid, Geld-Gier und Missgunst töten wollen, schließlich aber verkaufen. Derselbe Josef wird dann in Ägypten, als rechte Hand des Pharao, seine Brüder und sein Volk vor der Hungersnot retten. Heute geht es um den dramatischen Moment, als die Brüder als Bittsteller in großer Not aus Kanaan nach Ägypten kommen – Josef erkennt seine Brüder, sie ihn nicht. Josef wird verzeihen und helfen – diese Geschichte nimmt die vom barmherzigen Vater vorweg, die Jesus hunderte Jahre später erzählen wird. Um Barmherzigkeit geht es, um absolutes Vergeben, um Verzeihen ohne Vergeltung zu üben.  Bitten wir für uns selbst

 

dass auch wir nach einem Konflikt einen wirklichen Schlussstrich ziehen können

dass wir nicht immer wieder alte Rechnungen aufwärmen 

dass wir den ersten Schritt zur Versöhnung machen können, ohne Angst vor Gesichtsverlust

dass wir auch uns selbst vergeben können, wenn vieles nicht perfekt ist

dass auch in unserer Gesellschaft immer wieder VERSÖHNUNG gelingt

und bitten wir vor allem auch um VERSÖHNUNG und AUSSÖHNUNG in den ganz großen Konflikten dieser Welt, dass Frieden gelingt, damit die Menschen in Würde und Freiheit leben können

so bitten wir im Namen Jesu Amen



Montag, 5. Juli 2021

Fürbitten 6.7. Im Ringkampf mit dem unbegreiflichen Gott

 


6.7.2021 Gen 32.23 der Kampf Jakobs   Mt.9.32 Stummer kann wieder sprechen

Die erste Lesung aus der alten Bibel schildert heute ein unglaubliches Geschehen. Jakob, der mit seiner großen Familie unterwegs ist, wird plötzlich, als er allein ist, von einem großen Unbekannten überfallen. Ein Kampf Mann gegen Mann. Man ahnt, dass Jakobs Gegner niemand Geringerer ist als Gott selbst. Der unaussprechliche Jahwe. Jakob wird in diesem Ringkampf an der Hüfte verletzt, aber er kann seinen Gegner, er kann Gott zwingen, ihn zu segnen. Und dieser unbekannte Kämpfer gibt Jakob danach einen neuen Namen: Israel soll er nun heißen. Das heißt: Gottesstreiter. Und Jakob so heißt es, gab diesem Ort den Namen Penuel, Gottesgesicht denn er sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davon gekommen. Aber seit diesem Tag, so heißt es in der Geschichte, hinkte Jakob an seiner Hüfte. Eine der aufregendsten Lesungen der Bibel. Aber erleben wir es nicht selbst: unsere Begegnung mit Gott? RINGEN nicht auch wir immer wieder mit ihm? bitten wir heute, dass er uns segnet, in den Kämpfen unseres Lebens.

 

Segne uns Gott  wenn wir so oft keine Antworten auf quälende Fragen finden

Segne uns Gott  wenn uns in Krankheit und Krisen die Hilflosigkeit lähmt

Segne uns Gott  wenn uns Neues und Unbekanntes Angst macht

Segne uns Gott  wenn wir aus Streit und Verbitterung nicht herausfinden

Segne uns Gott  wenn du selbst uns immer unbegreiflicher wirst

Segne uns Gott  dass wir nie aufhören, um deine Nähe zu bitten

 

Du, Gott, den wir nicht sehen, den wir nicht fassen können,                                                                   Du Gott, dem wir in Jesus begegnen: bleib bei uns, verlass uns nicht.                                               Lass uns dein Angesicht sehen, in unseren Mitmenschen – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen


Sonntag, 4. Juli 2021

Fürbitten 5.7. sich behütet fühlen, auch wenn es oft schwer fällt

 


5.7.2021 Mt.9.18  Gott holt uns ins Leben zurück 

 „Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst“ … das ist das Versprechen, das Gott dem Jakob im Traum von der Himmelsleiter gibt – und Jesus löst dieses Versprechen in seiner Zuwendung zu den Menschen ein. Am Anfang des Evangeliums ist es heute eine verzweifelte Frau, die als letzte Hoffnung versucht, an Jesus Halt und Kraft zu finden –  die Frau ist vom Leben ausgeblutet, sie kann nicht mehr. Jesus richtet sie wieder auf. Am Ende des Evangeliums bringt Jesus ein junges Mädchen wieder ins Leben zurück.  Gott erweckt uns zum Leben – er holt uns von jedem Tod zurück, weil er uns so sehr liebt..... Das sagen uns heute diese Texte - und so bitten wir am Anfang dieser neuen Woche

 hol uns zurück ins Leben

wenn wir manchmal wie gelähmt sind von Sorgen und Ängsten

wenn wir eine schwere Krankheit durchstehen müssen

 

hol uns zurück ins Leben

wenn unsere Lebendigkeit unter Routine erstickt

wenn wir in unserem täglichen Kleinkram untergehen

 

hol uns zurück ins Leben

wenn wir das Herz nicht mehr frei haben für das, was uns guttut

wenn wir nur mehr Pflicht erfüllen und uns die Freude abhandenkommt

 

hol uns zurück ins Leben

wenn wir schon erstarrt sind, als würdevolle Erwachsene

wenn wir alles besser wissen und uns nichts mehr überraschen kann

 

hol uns zurück ins Leben

wenn wir nicht mehr wie Verliebte sind,

die das Leben lieben und in allem deine Zärtlichkeit spüren

 

Du guter Gott, in dir ist alle Lebendigkeit und Freude unseres Lebens – schicke uns Jesus, jeden Tag wieder, dass er uns zum Leben erweckt. So wollen wir lernen zu lieben, wie du uns liebst – heute, morgen und in unsere Ewigkeit hinein. amen


Samstag, 3. Juli 2021

Fürbitten Sonntag 4.7. JESUS? WER?

 


4.7.2021 Mk- 6.1 nirgend gilt ein Prophet weniger als in seiner Heimatstadt wie Mt.13.54

Vermutlich wären wir ihnen sehr ähnlich: den Menschen zur Zeit Jesu. Auch wir haben unsere Vorurteile, fertige Meinungen, erwarten nichts Außergewöhnliches von Menschen, die zu unserem Alltag gehören. Die Menschen zur Zeit Jesu, jene jedenfalls, die seine Eltern und ihn selbst schon als Kind kannten, die haben von Jesus nicht viel erwartet. Trotz aller Wundergeschichten: er kann nichts Besonderes sein, war die Meinung in seiner Vaterstadt, dieser Jesus ist ja letztlich nur einer von uns. Ja, was man zu kennen glaubt, von dem hält man oft nicht viel. Wir Christen heute sind quasi hineingeboren in unseren Glauben an Jesus: aber vermutlich würde es uns guttun, wenn wir uns immer wieder neu mit ihm auseinandersetzen. Bitten wir heute

dass wir wieder „Anstoß“ an Jesus nehmen, dass wir das Ungewöhnliche, das Provokante, das so ganz andere an Jesus wahrnehmen

dass wir uns Jesus und das, was er gelebt hat, NICHT harmlos machen und verkitschen                       dass uns das Evangelium wieder aufregt und Fragen und auch Widerspruch auslöst

dass wir uns immer wieder auch die menschliche Existenz von Jesus  bewusst machen, der ein Kind und ein Mann in einer  ganz normalen Familie war

dass wir uns aus diesem Leben auch das "nicht-verstanden-werden" abschauen, auch das vorläufig Scheitern, und den tiefen Glauben, der alles erträgt

dass uns das Hinschauen auf Jesu Leben Toleranz lehrt, einen langen Atem und Respekt für alles, was auch uns oft fremd vorkommt

dass wir mit dem Blick auf Jesus Geduld und Respekt vor allen Menschen haben, die aus dem Rahmen fallen, die nicht angepasst sind, die ihren eigenen Weg gehen und oft anecken

Dass wir uns bemühen wollen, vorurteilsfrei auf Menschen zugehen                                                     dass wir Menschen nicht leichtfertig abtun, die uns etwas zu sagen hätten

 

Du guter Gott, so lass uns heute neu hinhören, auf das, was Du uns in Menschen und Ereignissen sagen willst – mach uns aufmerksam und bereit für Veränderungen. Lass uns in der Nachfolge Jesu die große Freiheit entdecken, für die wir geschaffen sind und die wir uns so selten zutrauen. Amen

 

 

 


Freitag, 2. Juli 2021

Fürbitten 3.7. Glauben? Die Unbegreiflichkeit Gottes aushalten

 


3.7.2021  Hl.Thomas  man darf auch ungläubig glauben

Heute ist das Fest des hl.Thomas. Als „ungläubigen Thomas“ kennen wir ihn. Er ist der eine der Apostel, der zunächst - und man kann es verstehen - nicht an die Auferstehung Jesu glaubt.  Später, als er Jesus berühren darf, wird Thomas bekennen „Mein Herr und mein Gott“. Wie ist das mit dem Glauben?  WIR sind in unseren Glauben so gut wie hineingeboren, vieles nimmt man automatisch hin, zerbricht sich nicht mehr den Kopf. Vielleicht wäre es manchmal gar nicht schlecht, den „ungläubigen Thomas“ in sich selbst zu suchen. Ehrlich in sich hineinhorchen, sich immer wieder selbst zu befragen: WAS glaube ich eigentlich wirklich, WAS bedeutet mir Jesus Gibt es ein inneres Erleben, das in mir Gewissheit und Liebe auslöst – jenseits aller Schulbuchreligion?   bitten wir heute

für uns alle, damit wir nicht „automatisch“ glauben, sondern uns immer wieder bewusst für ein Leben mit unserem Glauben entscheiden

für uns alle, damit uns unser Glauben nicht ängstlich und engstirnig, sondern lebensfroh und dankbar macht

für uns alle, dass wir uns auch immer wieder eingestehen dürfen, woran wir nicht glauben können

und bitten wir für alle, die nicht von klein auf Zugang zum Glauben finden

für alle, die glauben wollen und doch immer wieder zweifeln

für alle, deren Glauben erstarrt ist oder an fixen Vorstellungen hängt

für alle, die auf vielen unterschiedlichen Wegen Gott suchen

für alle, die für ihren Glauben ihr Leben riskieren und einsetzen

 

Glauben heißt: ein Leben lang die Unbegreiflichkeit Gottes aushalten, so hat es der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner formuliert. So bitten wir dich guter Gott, dass wir jeden Tag wieder UNSERE eigene, persönliche Begegnung mit Jesus suchen - unser Leben mit DIR und in DIR. Dafür danken wir dir und lieben dich, heute und morgen und in alle Ewigkeit. amen


Donnerstag, 1. Juli 2021

Fürbitten 2.7. "Maria Heimsuchung": das Leben in sich tragen

 


2.7.2021 Lk.1.39 Fest Maria Heimsuchung   das Leben in sich tragen

Das Fest „Maria Heimsuchung“ wird heute gefeiert. Manche Feste klingen in unseren Ohren seltsam. Mit dem Wort Heimsuchung verbinden wir heutzutage ja eher nichts Gutes. Eine Heimsuchung ist ein Unglück. Man ist von Katastrophen heimgesucht, von Krankheiten heimgesucht. Aber das Fest heute, ein schönes Marienfest, meint natürlich etwas ganz anderes. Das junge Mädchen Maria, selbst durch eigenartige Umstände schwanger, besucht ihre viel ältere Cousine Elisabeth. Diese wird schon bald ein Kind bekommen und auch das ist, wie bei Maria, ein Wunder. Elisabeth ist keine junge Frau mehr. In ihrem Bauch trägt sie den kleinen Johannes, und in der Bibel heißt es: „das Kind hüpfte vor Freude in ihrem Leib“, als seine Mutter den Gruß Marias hörte. Zwei Frauen begegnen einander, beide waren bereit, sich ganz auf Gott einzulassen.  Maria singt in ihrer überschäumenden Freude das „Magnifikat – Hoch preist meine Seele den Herrn“  Bitten wir heute

 

dass auch wir uns auf den Weg machen, wie Maria

gerade dann

wenn wir vor einer schweren Situation stehen, weil

Gott uns immer wieder ins Unbekannte führt

DU Gott des Lebens – zu dir rufen wir

                                                                           

dass wir die vielen verschiedenen Wege unseres Lebens vertrauensvoll gehen

dass wir Sinn erkennen können,

auch in all dem, was nur schwer erträglich und unverständlich ist

 

lass uns dankbar sein für alle Freundschaft und allen Trost

den wir empfangen

lass uns dankbar sein, weil es Menschen gibt, für die wir wichtig sind

lass uns dankbar sein, für alle guten und tröstlichen Begegnungen

 

bitten wir um eine Welt

wo die Niedrigen erhöht werden und die Hungrigen satt sind

wo die kleinen Leute nicht die ewig Dummen sind

wo Arme und Flüchtlinge eine Heimat finden

und Kinder in Frieden groß werden

 

bitten wir für alle Frauen, die ein Kind erwarten

besonders für die, die ein Problem damit haben, schwanger zu sein

bitten wir für alle Frauen, die ein Kind verlieren mussten

und bitten wir für alle Menschen, die krank sind in diesen Tagen

 

So bitten wir dich guter Gott, dass wir trotz aller Widrigkeiten immer wieder neues Leben, neue Freude in uns spüren können. Dass es Menschen gibt, denen wir vertrauen dürfen und dass wir die Kraft haben, einander beizustehen. Weil Jesus mit uns auf dem Weg ist. Amen