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Samstag, 15. August 2020

Fürbitten Sonntag 16.8. Hartnäckig bleiben, nicht loslassen

 

16 .8.2020 Mt.15.21  

Lass dich nicht zu schnell im Leben abwimmeln, gib nicht so schnell auf. Wenn es eine dringende Bitte ist, bleib dran! Das sagt uns heute das Evangelium. Die Geschichte, die heute erzählt wird, ist an sich verstörend.  Eine nicht-jüdische Frau kommt zu Jesus und fleht um Heilung für ihre Tochter: aber Jesus reagiert kalt und abweisend: „für Dich bin ich nicht zuständig, du hast einen anderen Glauben ..."Die Frau aber lässt sich nicht abschütteln, sie ist schlagfertig, sie verhandelt, sie gibt nicht auf. Letztendlich heilt Jesus das Kind dieser Frau. Die Erzählung will uns wohl sagen: auch wenn es manchmal nicht so aussieht, als hätte Gott deine Bitten gehört: lass nicht locker, bitte weiter, vertraue weiter.  Lassen wir unsere Fürbitten heute in das schöne Gebet des indischen Dichters und Philosophen Rabindranath Tagore einfließen

Du guter Gott, Lass uns nicht bitten,

vor Gefahr bewahrt zu werden,

aber lass uns dich bitten,

dass wir den schwierigen Situationen unseres Lebens

furchtlos begegnen 

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

Du guter Gott, lass uns nicht das Ende unserer Schmerzen erflehn,

aber wir bitten dich um ein starkes Herz,

das auch den Schmerz und die Angst besiegt.

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

Du guter Gott, Lass uns in den Schwierigkeiten des Lebens nicht verzweifeln

weil wir glaube, keine Hilfe zu finden

aber lass uns dich bitten,

dass wir unsere eigene Stärke und Kraft entdecken

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

Du guter Gott, lass uns nicht in Sorge und Furcht nach Rettung rufen,

sondern lass uns im Vertrauen auf Dich hoffen,

dass wir Geduld haben,

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

Du guter Gott, lass uns nicht Menschen sein

denen nur der Erfolg Sicherheit im Leben gibt 

schenke uns die Gnade keine Feiglinge zu sein,

und alles von dir zu erhoffen

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

Du guter Gott, was immer mit uns geschieht,

um das eine bitten wir Dich

lass uns immer den Halt deiner Hand fühlen,

gerade dann, wenn wir versagen und ganz klein sind.

so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

 

So bitten wir dich guter Gott, um Frieden und Sicherheit und um ein Leben in Ruhe und Würde: für unser kleines Leben und für alle Menschen dieser Welt. Ganz besonders bitten wir für die Menschen in Weißrussland. Amen

Freitag, 14. August 2020

Fürbitten 15.8. MARIA HIMMELFAHRT

 

15.8.2020 Maria Himmelfahrt Lk.1.39

Dass Maria in den Himmel aufgenommen worden ist – davon ist heute die Rede, wie immer wir uns das auch vorstellen. Wie immer wir uns auch unsere eigene Himmelfahrt vorstellen können. Eines ist aber ganz klar: ehe es in den Himmel geht – haben wir hier noch viele Wege vor uns. Wie Maria. Da ist vor allem der Weg, den sie einschlägt, als sie bereit ist, sich ganz von Gott führen zu lassen – und das bringt auch ein Leben lang viele Momente von Schmerz und nicht-verstehen können. Erst am Ende wird die „Himmelfahrt“ stehen. Das heutige Fest will uns so auch den eigenen Weg zeigen. Wir schauen auf Maria, weil auch wir uns jeden Tag wieder      „auf den Weg“ machen sollen – immer wieder auch hinein ins Ungewisse. Bitten wir

 

Dass wir uns – mit Maria – auf den Weg machen

Wenn Zeit und Umstände Neues, vielleicht Unbequemes, von uns fordern

dass wir nicht eigenen Ideen hinterherlaufen sondern

dort hin gehen, wo Gott uns haben will

 

Dass wir uns – mit Maria – auf den Weg machen

Auch dann, wenn wir vielleicht auch lustlos und müde sind

wenn die Begeisterung für eine Sache schon nachgelassen hat –

wenn es schwer ist, aus der Routine herauszufinden 

 

Dass wir uns – mit Maria – auf den Weg machen

wenn wir auf Andere zugehen sollen

wenn wir Fremde in unserer Mitte aufnehmen

wenn Schritte der Versöhnung wichtig sind

 

Dass wir uns – mit Maria – auf den Weg machen

Dass uns jeder Tag dankbar macht

Dass wir Freude in unsere Familien, Gemeinschaften und Partnerschaften bringen

Dass von uns selbst Zuversicht und Hoffnung ausstrahlt

 

Dass wir uns – heute und morgen und immer wieder - mit Maria auf den Weg machen

Denn sie ist nicht fromm und beschaulich zu Hause geblieben

Lass uns wie Maria JA zum Leben sagen, was immer es bringt

Lass uns vertrauen auch auf unsere Himmelfahrt und die aller Menschen

an allen Orten und zu allen Zeiten

 

So bitten wir Gott,

behüte und segne unsere Wege

die prachtvollen Höhenwege und die genussvollen Wanderwege

manche Umwege und auch und die Irrwege 

immer wieder auch Rückwege und

wohl auch Schleichwege werden manchmal dabei sein

Lass uns aber vor allem dort nicht allein, wo der Weg zum KREUZWEG wird

das erbitten wir – mit dem Blick auf Maria - Amen

 

Fürbitten 14.8. Maximilian Kolbe - für einen anderen im Todesbunker

Mittwoch, 12. August 2020

Fürbitten 13.8. Nicht kleinlich sein, beim verzeihen

 


13.8. 2020 Mt.18.21   wie oft muss ich verzeihen

Im Evangelium hörten wir heute das Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner: Ja, wir kennen es gut. Da vergibt ein König einem seiner Diener großzügig alle Schulden – was aber macht dieser Diener? Schon wenig später rechnet er gnadenlos mit einem anderen ab, der ihm vergleichsweise ganz wenig schuldet. Erkennen wir uns selbst in dieser Geschichte? Wie oft sind wir wie selbstverständlich dankbar, wenn jemand über unsere Fehler hinwegsieht, uns „die Schulden nachlässt“ – und wie kleinlich können wir sein, wenn wir Anderen immer wieder etwas aufrechnen und es einfordern.

Jesus ist ein guter Psychologe – beim Verzeihen dürfen wir nicht kleinlich sein.

 Bitten wir heute

 

dass wir großherzig und unkompliziert sind, wenn andere uns um Verzeihung bitten

 

dass wir dankbar sind, weil wir wissen, wie viele Fehler uns selbst immer wieder nachgesehen werden

 

dass wir nach einem Konflikt oder einer Kränkung einen wirklichen Schlussstrich ziehen - dass wir nicht immer wieder alte Geschichten aufwärmen

 

dass wir immer wieder den ersten Schritt zur Versöhnung machen können, ohne Angst vor Gesichtsverlust

 

dass wir auch in unseren Gemeinschaften und Partnerschaften, ja auch in unserer Kirche Konflikte austragen können, ohne dass „feindliche Gräben“ entstehen und Menschen zu Gegnern werden.

 

dass wir auch uns selbst vergeben können, weil immer wieder vieles nicht perfekt ist und manches schief läuft

 

 

Bitten wir für die großen Konflikte in unserer Welt, dass es auch hier möglich wird, einen Schlußstrich zu ziehen und neu anzufangen – bitten wir, dass wir einander in der jetzigen Krise ohne viel wenn und aber beistehen

 

So bitten wir um die Gesinnung Jesu, Amen

Dienstag, 11. August 2020

Fürbitten 12.8. Wie umgehen mit Konflikten

 

11.8.2020 Mt. 18.15 Von der Verantwortung

Um ein zeitloses, vermutlich immer aktuelles Thema geht es heute im Evangelium. Wie kann man gut und richtig mit Konflikten umgehen. Wie löst man Streitfragen. Im beruflichen Umfeld, im Alltagsleben, vor allem aber auch in der kleinen Gemeinschaft, in der Familie, in der Partnerschaft. Im Evangelium geht es um die Situation in der religiösen Gemeinschaft. Wie umgehen mit Andersdenkenden, wieviel darf toleriert werden, gibt es eine Grenze, ab der man sich eventuell auch voneinander trennen muss. Wir wissen, wie wichtig Mediation in Konflikten geworden ist … offen und ehrlich das Gespräch über Streitfragen führen. Nicht „hinterrücks“ über andere den Stab brechen. bitten wir heute

Dass wir niemand vorverurteilen - Dass wir Konflikte offen und ehrlich aussprechen

Dass wir dem anderen eine Chance geben, seine Beweggründe darzulegen

Dass wir aber auch akzeptieren können, wenn sich unsere eigene Einschätzung als falsch herausstellt

Dass wir diskret mit den Fehlern anderer umgehen und nichts an die große Glocke hängen

Dass wir immer eine Türe offen lassen für ein neues Aufeinander zugehen

Dass wir über niemand endgültig den Stab brechen

Dass wir aber auch Gras über eine Sache wachsen lassen können, dass wir wirklich vergeben können

Bitten wir um die Streitkultur in unserer Kirche, dass Andersdenkende nicht viel zu schnell mit Sanktionen oder Redeverbot belegt werden

So bitten wir guter Gott, dass wir auch für uns selbst immer wieder zwischen richtig und nicht-richtig unterschieden können. Lass, dass wir uns niemals als Richter über andere aufspielen, sondern dass wir einander in deinem Licht sehen können – immer bereit zum wieder Aufeinander zu gehen.  So bitten wir im Namen Jesu. Amen

Montag, 10. August 2020

Fürbitten 11.8. einfach nur LIEBE - hl.Clara



11.8.2020 Hl Clara

Die heilige Clara ist wohl eine der liebenswürdigsten Heiligen – ihrem Franz von Assisi ganz eng verbunden. Der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry schrieb einmal: „Liebe bedeutet nicht, einander anzuschauen, sondern gemeinsam in dieselbe Richtung zu blicken.“ Besser könnte man wohl die Beziehung zwischen Franz und Klara von Assisi nicht ausdrücken. Was diese beiden Menschen bis zu ihrem Tod verbunden hat, war sicher Liebe – eine Liebe, die aber letztlich ein noch größeres Gegenüber hatte als den jeweils Anderen.
Wie hat Franziskus gedichtet: „Gelobt seist du Herr durch Bruder Sonne und Schwester Mond“ …bitten wir heute, dass auch wir Gott in all unseren Gefühlen, mit allen unseren Sinnen loben und preisen können

dass wir dankbar sind für alles, was wir an Liebe erfahren und empfinden dürfen
dass unsere Liebe einen langen Atem hat, dass sie geduldig und fürsorglich und großzügig ist

dass wir das, was wir lieben, auch freigeben können, dass wir nicht besitzergreifend sind,
dass wir in der Liebe niemand von uns abhängig machen wollen

dass wir auch den Schmerz annehmen können, ohne den es die Liebe nicht gibt,
dass wir auch dankbar sind für unsere Sehnsucht, die uns immer einen Schritt weiter gehen lässt

bitten wir für die jungen Leute, dass sie in ihrer Suche nach Liebe und Zärtlichkeit 
gute Erfahrungen machen und miteinander verantwortlich umgehen

für die Ehepaare, dass Gewohnheit und Routine nicht die Liebe und die Zärtlichkeit ersticken
und auch für alle, die keinen Partner haben, dass sie die vielen anderen Formen der Liebe entdecken, die sich in jeder Zuwendung und Freundschaft finden lassen

bitten wir, dass die Amts Kirche im Geist Jesu besser verstehen kann, dass es viele Formen der Liebe gibt und "die Kirche" nicht als Richterin gefragt ist, sondern als eine "Segnende"  


Um all das bitten wir dich guter Gott und für den Orden der Klarissinnen, dass sie auch heute den Geist der Armut und der Liebe in unsere Gesellschaft einbringen können. So wie es Jesus gelebt hat, Liebe, nach der wir uns alle sehnen, Amen

Sonntag, 9. August 2020

Fürbitten 10.8. ARMUT ist UNSERE Schande



10.8.2020  Hl.Laurentius,. Armut
Es ist das Jahr 258 nach Christus: „Rück euren Gemeindeschatz heraus“ sagt Kaiser Valerian zum Finanzverantwortlichen der jungen christlichen Gemeinde in Rom. Es ist der Diakon Laurentius – dieser weiß, dass es jetzt um Leben oder Tod geht. Laurentius erscheint wieder vor dem Kaiser: aber nein, nicht mit Gold und Geld. Laurentius bringt die Armen seiner Gemeinde mit: Kranke, Verkrüppelte, Blinde, Lepröse, Witwen und Waisen „Sie sind unser wirklicher Schatz“ sagt Laurentius dem Kaiser – das ist das Todesurteil für den jungen Diakon, er wird auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert. Sein Leben ist keine Legende. Bitten wir, dass Laurentius, er gilt als der Patron der Armen, auch uns hilft, wieder anspruchsloser zu leben.  So bitten wir

selbst in Österreich sind fast eineinhalb Millionen Menschen armutsgefährdet, besonders betrifft es Kinder, Alleinerziehende, alte Frauen und chronisch Kranke. Corona hat diee Situation noch verschärft. Bitten wir, dass wir uns großherzig an den Spendenaktionen beteiligen,die gerade jetzt laufen – auch für die Menschen in Beirut

bitten wir, dass es uns selbst immer besser gelingt, etwas von dem herzugeben, was wir doch immer wieder ansammeln und zu viel haben

dass wir nicht nur Geld und Materielles teilen, sondern vor allem auch Zeit und Zuwendung

dass wir Anderen gegenüber nicht unseren Vorteil suchen und keine Angst haben zu kurz zu kommen

Dass uns das, was wir herschenken, FREI macht, großzügiger und liebevoller .

Bitten wir für die europäische Gemeinschaft, dass sie lernt, eine Solidargemeinschaft zu werden

Bitten wir für unsere Kirche dass auch sie sich kompromisslos als eine Kirche der Armen versteht, heute auch als eine Kirche der Heimatlosen und der Flüchtlinge.

Herr und Gott, öffne uns Herz und Augen, dass wir rund um uns die Not der Menschen wahrnehmen. Mach uns fähig zum Mitfühlen und Teilen, dass wir selbst nicht wegschauen, wo immer wir helfen könnten. So bitten wir auf die Fürsprache des hl.Laurentius.  Amen


Spendenmöglichkeit

"Nachbar in Not: Katastrophe in Beirut"
AT752011140040044001
GIBAATWWXXX

CARITAS ÖSTERREICH
AT92 6000 0000 0770 0004, BIC:  OPSKATWW


Samstag, 8. August 2020

Fürbitten Sonntag 9.8. ach was, auch Stürme gehen vorbei



9.8.2020 Mt 14.22 Boot im Sturm, Herr rette mich 

Die Gefühle, von denen heute im Evangelium die Rede ist, kennen wir nur zu gut. Da gibt es Momente von Verzweiflung und Frust, wenn nichts richtig weitergeht. Es gibt Momente voller Angst, wenn man sich hilflos in einer Situation fühlt. Dann wieder gibt es die Momente, wo es scheint, als könnte man sich alles zutrauen, wo man glaubt, wie Petrus, von dem heute unter anderem die die Rede ist, wo man glaubt, übers Wasser laufen zu können, wo alles möglich scheint: und dann gleich darauf das totale Versagen. Wieder Angst, Angst unter zu gehen, totale Hilflosigkeit. Im heutigen Evangelium schreien die Jünger, erwachsene Männer, sogar vor Angst und Verzweiflung. Jesus aber sagt: „Habt Vertrauen, habt keine Angst“.  Und ihm gelingt es, dass wieder Ruhe und Sicherheit einkehren. Bitten wir heute

dass uns auch die unruhige und unsichere Zeit, in der wir nun leben, keine Angst macht

dass wir auf Jesus schauen und auf eine gute Lösung unserer Sorgen und Probleme vertrauen

dass wir uns nicht anstecken lassen von Schwarzmalern und Panikmachern

dass wir es aushalten, wenn Pläne und Projekte nicht gleich gelingen

dass wir realistisch sind und akzeptieren, dass es im Leben immer wieder ein AUF und AB gibt

dass wir uns viel zutrauen, auch wenn es manchmal dann doch nicht klappt

dass wir auch anderen helfen, wenn sie in einer Krise stecken


Du kennst sie alle unsere Ängste Gott - hilf uns sie auszuhalten. Zeig uns immer wieder, dass sich Sturm und Aufregung legen, dass es Jesus ist, der uns die Hand reicht. Und lass uns Menschen sein, die auch anderen die Hand reichen, wenn deren Leben stürmisch ist. Darum bitten wir durch Ihn, Jesus Christus – amen 

Freitag, 7. August 2020

Fürbitten 8.8. Die beste Predigt:Vor-leben



8.8.2020 Hl.Dominikus   
Heute ist der Gedenktag des hl.Dominikus – Er wurde 1175 in Kastilien geboren und war ein Zeitgenosse von Franz von Assisi. Von beiden Orden gingen große Erneuerungskräfte für die Kirche aus. Die Dominikaner verstanden sich als Predigerorden gegen das, was die katholische Kirche als Irrglauben bezeichnete, wobei sie in der Inquisition aus heutiger Sicht eine schlimme Rolle spielten.  Dominikaner beteiligten sich auch an den Anfängen der Hexenverfolgung, ein Dominikaner war Autor des berüchtigten Hexenhammers um 1500. Aber selbst Mitglieder des Ordens wurden Opfer dieser Verfolgungen durch Dominikaner, wie etwa der Dominikaner-Mönch Giordano Bruno. Der Priester Dichter Philosoph und Astronom wurde 1600 in Rom am Scheiterhaufen verbrannt. Mit dieser Geschichte setzen sich heute die Dominikaner selbst kritisch auseinander.
Schauen und betrachten das war der Leitspruch des heiligen Dominikus – wobei es im zweiten Teil des Satzes heißt: und das daraus Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen  bitten wir heute

dass wir schauen und betrachten –
lange Zeit - noch ehe wir urteilen

dass wir schauen und betrachten –
gerade dann, wenn wir glauben „für so etwas“ keine Zeit zu haben

dass wir schauen und betrachten –
um immer zuerst das Gute in Allen und in Allem heraus zu finden

dass wir das Empfangene weitergeben –
dass wir solidarisch leben, dass Menschen bei uns Aufnahme und Ruhe finden

dass wir das Empfangene weitergeben  - 
dass wir in unser Beten die kleinen und die großen Anliegen der Welt hineinnehmen

dass wir das Empfangene weitergeben und lebendig werden lassen –
dass unsere Art zu leben unsere Predigt ist. Mehr braucht es nicht

bitten wir heute ganz besonders darum, dass immer mehr Frauen Wort Gottes verkünden: in Schulen und Universitäten, in Kirchen, in vielen Projekten und auch als „nur-Hausfrauen“, Mütter und Großmütter.

so bitten wir im Namen Jesu Amen

Donnerstag, 6. August 2020

Fürbitten 7.8. das Leben kann oft unerträglich SCHWER sein

Beirut, Foto zeit.de


7.8.2020  Mt.16.24  Kreuz tragen
Das unterscheidet Jesus von den religiösen Rattenfängern. Er verspricht nicht das Paradies auf Erden – an seiner Seite zu stehen heißt nicht, auf die Butterseite des Lebens zu fallen. Christ sein heißt nicht, unbeschwert und sicher zu leben. „Wer mir nachfolgen will“, sagt Jesus „der nehme täglich sein Kreuz auf sich“. „Christliches Leben ist durchkreuztes Leben“ – sagt der große Theologe Karl Rahner. Aber letztlich ist es eine Realität für alle Menschen: Alles Leben ist auch „durchkreuztes“ Leben.  So viele Menschen tragen, ob sie es wollen oder nicht: ihr Kreuz, ihre Last . So bitten wir

Für all die Menschen, die wirklich ein schweres Kreuz zu tragen haben
Wir bitten für die Menschen im verwüsteten Beirut, für Menschen in Kriegsgebieten, für Menschen auf der Flucht, für Menschen, die unter Verfolgung leiden
hilf uns, unser Kreuz zu tragen – wir bitten dich erhöre uns

Wir bitten für Kranke, Einsame, Verlassene, Menschen in Armut, Menschen mit schweren psychischen Problemen, für alle, die auch in diesen Sommertagen nicht unbeschwert leben

Bitten wir für uns selbst, dass wir immer besser lernen, auch das „Kreuz“ in unserem Leben anzunehmen und zu akzeptieren

dass wir die richtige Balance finden zwischen „Schmerz ertragen, Leid ertragen“ und den Bemühungen, etwas dagegen zu unternehmen

dass wir Geduld mit uns selbst haben, und uns nicht überfordern mit der Erwartung, alles ohne Jammern akzeptieren zu können

dass wir uns nicht krampfhaft etwas zum „Kreuz tragen“ suchen 

dass wir aufmerksam sind für das Kreuz, die Sorgen, die Ängste, die andere zu tragen haben und dass wir helfen, wo wir helfen können

dass wir dennoch voll Freude und Dankbarkeit leben, auch wenn wir wissen, dass es kein Leben „ohne Kreuz“, ohne Lasten und ohne Sorgen gibt.


Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Kraft zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass wir dir immer und überall rückhaltlos vertrauen dürfen. Im Namen Jesu Amen



Mittwoch, 5. August 2020

Fürbitten 6-8- sich VERWANDELN lassen



6.8.2020 Mt.17.1 Verklärung Jesu   

 „Verklärung des Herrn“ nennt sich das heutige Fest, aber eigentlich ist im Evangelium gar nicht von „Verklärung“ die Rede. Beim Evangelisten Mattäus steht nüchtern: „Dort wurde er, Jesus, vor ihren Augen VERWANDELT“.  Jesus hat drei seiner Jünger mit auf einen Berg genommen, um dort in Ruhe zu beten. Plötzlich aber sehen die Männer Jesus wie verwandelt und in einem strahlenden Licht, an seiner Seite Moses und den Propheten Elija. Kennen wir nicht Ähnliches. Man kennt einen Menschen schon lange, man glaubt ihn gut zu kennen, alles wirkt alltäglich – aber dann plötzlich, durch bestimmte Umstände, erkennt man etwas ganz Besonderes. Dieser Mensch wirkt „wie verwandelt“. Man sieht ihn mit anderen Augen. Was müsste geschehen, dass wir wieder vieles „neu“ sehen und dass dieses Sehen vielleicht auch uns selbst „verklärt und verwandelt“  
Bitten wir heute

Dass wir lernen liebevoll und nachsichtig zu sehen –
und dass das auch uns verwandelt

Dass wir die Freundlichkeit und Güte in den Anderen erkennen –
und dass das auch uns verwandelt

Dass wir immer wieder verzeihen, vergeben und vergessen –
und  dass das auch uns verwandelt

Dass wir die Freude aufspüren, die in jedem neuen Tag steckt –
und dass das auch uns verwandelt

Dass wir das Leben und uns selbst leichter nehmen –
und dass das auch uns verwandelt

Dass wir uns und anderen gute, erholsame Stunden gönnen –
und dass das auch uns verwandelt

Dass wir heute und morgen und alle unsere Tage voll Dankbarkeit leben –
und dass das auch uns verwandelt

 Du guter Gott. so sehr brauchen wir Stunden der Verklärung. Diese Momente, wo wir Sinn und Ziel im Leben erkennen, wo alles leicht wird, wo uns Begeisterung und Liebe tragen. Lass uns dann als „verwandelte Menschen“ auch in unseren Alltag und in das Leben Anderer wirken. darum bitten wir im Namen Jesus .Amen




Dienstag, 4. August 2020

Fürbitten 5.8. Betteln und hausieren ERWÜNSCHT



5.8.2020 Mt.15.21  die kanaanäische Frau
Warum erzählt das Evangelium von einem Jesus, der kaltherzig und abweisend mit einer bittenden Frau umgeht? Eine nicht-Jüdin kommt zu Jesus und fleht um Heilung für ihre Tochter: aber zunächst sagt Jesus: für Dich bin ich nicht zuständig, du hast einen anderen Glauben ...Die Frau aber lässt sich nicht abschütteln und sie ist schlagfertig. Letztendlich heilt Jesus das Kind dieser Frau. Die Erzählung will uns wohl sagen: bleib hartnäckig in deinen Bitten, auch wenn manche Antwort Gottes beim ersten Hinsehen nicht so ausfällt, wie du es gerne hättest. Vielleicht aber hat auch Jesus selbst eine innere Entwicklung durchgemacht, von einem starren ritualisierten Glauben hin zu Barmherzigkeit und Güte, die allen Menschen zu  teil wird. Bei Gott jedenfalls ist Betteln und Hausieren erlaubt. Lassen wir unsere Fürbitten heute in das schöne Gebet des indischen Dichters und Philosophen Rabindranath Tagore einfließen

Du guter Gott, Lass uns nicht bitten,
vor Gefahr bewahrt zu werden,
aber lass uns dich bitten,
dass wir den schwierigen Situationen unseres Lebens
furchtlos begegnen 
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

Du guter Gott, lass uns nicht das Ende unserer Schmerzen erflehn,
aber wir bitten dich um ein starkes Herz,
das auch den Schmerz und die Angst besiegt.
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

Du guter Gott, Lass uns in den Schwierigkeiten des Lebens nicht verzweifeln
weil wir glaube, keine Hilfe zu finden
aber lass uns dich bitten,
dass wir unsere eigene Stärke und Kraft entdecken
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

Du guter Gott, lass uns nicht in Sorge und Furcht nach Rettung rufen,
sondern lass uns im Vertrauen auf Dich hoffen,
dass wir Geduld haben,
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

Du guter Gott, lass uns nicht Menschen sein
denen nur der Erfolg Sicherheit im Leben gibt 
schenke uns die Gnade keine Feiglinge zu sein,
und alles von dir zu erhoffen
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

Du guter Gott, was immer mit uns geschieht,
um das eine bitten wir Dich
lass uns immer den Halt deiner Hand fühlen,
gerade dann, wenn wir versagen und ganz klein sind.
so bitten wir: Herr höre uns – Herr erhöre uns

So bitten wir dich guter Gott, um Frieden und Sicherheit und um ein Leben in Ruhe und Würde: für unser kleines Leben und für alle Menschen dieser Welt. 
– im Namen Jesu bitten und bitten und bitten wir dich, Amen

Montag, 3. August 2020

Fürbitten 4.8. mit Herz und Hirn und nicht stur nach Vorschrift



4.8.2020 Mt.15.1 was macht den Menschen rein – unrein

Immer wieder bringt es Jesus auf den Punkt. Gerade im religiösen Leben darf es nicht darum gehen, nur stur Vorschriften einzuhalten. Es ist die innere Gesinnung, auf die es ankommt und auf das, was gut für den Anderen ist. Pharisäer und Schriftgelehrte kritisieren, dass sich die Jünger Jesu vor dem Essen nicht an die jüdischen Reinheitsvorschriften halten. 
Jesus aber sagt, nicht das, was wir essen, macht uns rein oder unrein. Was nützen alle Rituale, wenn ihr ganz andere Gesetze nicht ernst nehmt.Gott will unsere Liebe und Hingabe. Nur das „reine Herz“ zählt, nicht das sture Einhalten von Gesetzen. Gott braucht keine Rituale.      So bitten wir heute

Dass wir selbst nicht ängstlich gefangen bleiben in Äußerlichkeiten, Ritualen und Traditionen.

dass wir in unserem Glauben nicht stecken bleiben, dass wir nichts „Frommes“ tun, nur weil es „Pflicht“ ist,

Dass wir uns nicht hinter Vorschriften verschanzen, sondern den Mut zur eigenen Meinung haben

Dass wir immer wieder selbst entscheiden, was wir für richtig oder falsch halten

Dass wir im Zweifelsfall nicht nach Paragrafen entscheiden, sondern dass wir liebevoll und barmherzig sind.

Dass wir in unseren Handlungen ehrlich sind, dass wir nicht nur vor den Leuten „so tun als ob“

Dass wir die eigentlichen Motive unseres Handelns auch immer wieder kritisch hinterfragen

Bitten wir, dass unsere kirchlichen Vorschriften Menschen nicht niederdrücken sondern ihnen vielmehr Mut und Ermunterung für ihr selbst gewähltes Leben geben, denn „zur Freiheit sind wir berufen, Christus hat uns befreit“, sagt Paulus

So bitten wir guter Gott, lass, dass wir uns nicht mit Verboten und Ängsten herumplagen. Sei DU keine Verbotstafel in unserem Leben, sondern ein Hinweisschild für Freude und Freiheit und Zuversicht. Darum bitten wir im Namen Jesu. amen

Sonntag, 2. August 2020

Fürbitten 3.8. GEGENWIND - nicht aufgeben!



3.8.2020 Mt 14.22 Boot im Sturm, ein widriger Wind

„Sie hatten Gegenwind“ hören wir heute im Evangelium. Berichtet wird von den Jüngern Jesu, die ohne ihn im Boot unterwegs sind und in ein Unwetter geraten. Große Angst macht sich breit – letztlich aber erkennen sie, dass ihr Vertrauen in Jesus sie nicht untergehen lassen wird. „Habt Vertrauen, habt keine Angst“, sagt Jesus zu ihnen. Und darauf dürfen auch wir vertrauen, wenn wir GEGENWIND haben, wenn nicht alles so glatt läuft, wie man es gerne möchte. Bitten wir heute

dass wir auch vor hohem Wellengang in unserem Leben: vor Unruhe, Risiko und Unbekanntem nicht so viel Angst haben

dass wir realistisch sind und akzeptieren, dass es im Leben AUF und AB gibt,
dass man nicht immer vor Enttäuschung und Rückschlägen gefeit ist

dass wir weiter vertrauen, auch wenn wir, unsere Pläne oder Projekte auf Widerstand stoßen

dass wir auch akzeptieren können, dass ERFOLG keiner der Namen Gotts ist
dass letztlich unser aufrichtiges Bemühen reicht

dass uns auch die „unruhige Zeit“ in der wir leben, keine Angst macht
dass wir uns nicht anstecken lassen von Schwarzmalern und Panikmachern

dass wir auf einen guten Ausgang unseres ganzen Lebens vertrauen, weil es Jesus ist, der uns sagt: „Fürchte dich nicht“


Du guter Gott, du kennst sie, alle unsere Ängste - hilf uns sie auszuhalten. Zeig uns immer wieder, dass sich Sturm und Aufregung legen, dass wir auch die Zeit der Corona Pandemie gut überstehen werden, wenn wir uns füreinander verantworrtlich fühlen. Amen

Samstag, 1. August 2020

Fürbitten Sonntag 2.8. GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN



2.8.2020 Mt.14.13 wunderbare Brotvermehrung 

Zwei Texte hören wir heute, die uns eigentlich sehr verlegen machen sollten, Da ist auf der einen Seite die Rede von Menschen die großen Hunger und Durst haben – und auf der anderen Seite wird unmissverständlich gesagt, wie das Problem zu lösen ist. 
„GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN“ sagt Jesus, als seine Jünger Menschen wegschicken wollen, die Hunger haben. Sie meinen wohl: Sollen die sich doch selbst was zum Essen suchen. 
In der Lesung aus der jüdischen Bibel ist der Prophet Jesaja überhaupt radikal: 
"Auf ihr Durstigen und Hungrigen „KAUFT UND ESST. KOMMT UND KAUFT OHNE GELD“  Das heißt: Das Lebensnotwendige muss es einfach für alle geben. 
Funktioniert so unsere Gesellschaftsordnung? Fühlen WIR uns davon angesprochen, wenn es heißt: GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN. Bitten wir heute

Dass wir die materielle Not anderer Menschen ernst nehmen. Dass wir uns betroffen fühlen, wenn wir von Armut und Hunger hören

Dass wir Hilfe nicht „den anderen“ überlassen. Dass wir wenigstens im kleinen Rahmen mit Spenden helfen, wo wir helfen können.

Dass wir uns auch im eigenen Land dafür engagieren, dass die Armen nicht ärmer werden, dass Kinder und Familien nicht auf Almosen angewiesen sind.

dass wir nicht nur um unsere eigenen Probleme kreisen, wie Corona - Schauen wir auch wieder hin auf die verzweifelte Lage von Flüchtlingen

hilf uns aber auch erkennen, dass es einen seelischen Hunger nach Zuwendung und
Nähe gibt, hilf uns, dass wir Gemeinschaft und Anerkennung schenken

Und stille du auch unseren eigenen Hunger, unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Freude und Glück und einem sinnvollen Leben.

So bitten wir im Namen Jesu Amen