17.4.2025 GRÜNDONNERSTAG
Die Zärtlichkeit üben - Die Zeichen der Liebe erkennen
Heute am Gründonnerstag werden in allen Kirchen nur Abendmessen gefeiert - zur Erinnerung an das letzte Beisammensein Jesu mit seinen Freunden. „Das letzte Abendmahl“ – wir haben es in vielen künstlerischen Ausformungen vor Augen. Für Jesus sind es die Stunden vor seinem Tod – die Jünger aber können die Dramatik dieses „letzten Abendmahles“ natürlich nicht verstehen. Sie sind verwirrt, als Jesus plötzlich aufsteht und beginnt, ihnen die Füße zu waschen. Eine Geste der Zärtlichkeit, eine Geste des Abschieds, fast ein verzweifeltes liebevolles TUN. Mit der flehenden Bitte: „So sollt auch ihr einander nah sein, so sollt auch ihr einander eure Liebe zeigen“ Auch heute werden in vielen Kirchen solche symbolischen Fußwaschungen durchgeführt: Vor einigen Jahren besuchte Papst Franziskus dafür das Gefängnis der italienischen Hafenstadt Civitavecchia und vollzog die Fußwaschung an zwölf ausgewählten Häftlingen, Frauen wie Männern. Welchen Sinn machen solch symbolische Handlungen? Es beginnt ja bereits mit dem Knieen vor einem anderen. Bitten wir
dass wir uns vor anderen klein machen können
dass wir bereit sind, zu be-dienen, und uns dabei nicht wichtig machen
dass wir aufmerksam dafür sind, was einem anderen gut tun könnte
dass auch uns immer wieder im Alltag Gesten der Zärtlichkeit gelingen
dass wir keine Scheu vor Berührung und körperlicher Nähe haben
dass wir selbst dankbar Gutes annehmen, das uns geschenkt wird
dass wir es aber auch immer wieder aushalten, dass es Abschiede gibt, dass etwas zu Ende geht
dass Gott uns aber auch das tiefe Vertrauen gibt, dass dieses Leben immer wieder und trotz allem GUT IST
Du guter Gott hilf, dass wir einander guttun können, dass wir uns einander zuneigen, dass wir uns klein machen können, um einander näher zu sein. Darum bitten wir an diesem Tag, der uns in das Geheimnis unseres Lebens und Sterbens führen wird. amen