16.4.2026 Apg.5.34 besonnen ausgleichend wie Gamaliel
Im Bericht
der Apostelgeschichte stoßen wir heute auf einen Pharisäer, der als
nachdenklich, besonnen und ausgleichend beschrieben wird. Nicht alle Pharisäer
standen in Konfrontation zu Jesus. So haben wir von Nikodemus gehört, einem
Ratsherren, der des Öfteren das theologische Gespräch mit Jesus suchte. Nach
dem Tod Jesu war es Josef von Arimathea, der ein eigenes Grab für den am Kreuz
ermordeten bereitstellt. Heute in der Lesung geht es um den Pharisäer Gamaliel.
Ihm gelingt es, dass die vom Hohen Rat bedrohten, gequälten und festgenommenen
Apostel doch wieder freigelassen werden. Gamaliel findet die richtigen Worte in
einer aufgeheizten Situation – sein entscheidender Einwand bringt die
Entspannung: wenn durch diese Männer Gott selbst am Werk ist, wenn hier der
Geist Gottes wirkt, dann wird sich diese Wahrheit durchsetzen, ganz gleich wie
Menschen das zu verhindern suchen. Diese
Gelassenheit, so meint der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sollten wir wohl
auch in unserer Kirche haben, wenn es um Neuerungen geht. Vertrauen wir dem
Geist Gottes und bitten wir in unseren Alltag hinein,
dass es uns
immer wieder wie Gamaliel gelingt, ganz allgemein zu einer Konfliktlösung
beizutragen, Beruhigung in einen Konflikt zu bringen
Dass wir selbst alles vermeiden,
was Konflikte anheizen kann, dass wir nicht Öl ins Feuer gießen
Dass wir
alles tun, um Konflikte zu vermeiden oder wenigstens zu entschärfen
Dass wir in
einem Konflikt auch die Position des Anderen mitbedenken können
Dass wir, wo
immer es nur geht, Ungerechtigkeit und Leid verhindern wollen
Bitten wir
um die Konflikte in unserem eigenen Land, dass es auch hier Menschen gibt, die
vermitteln und de-eskalieren können
Bitten wir
um die großen gefährlichen Konflikte in der Welt: dass die Stimmen der Vernunft
und des Ausgleichs letztlich die Oberhand gewinnen.
Bitten wir
besonders für Papst Leo XIV, dass er weiter mutig seine Stimme gegen Krieg
Gewalt und die Tyrannen unserer Jetztzeit erhebt
Bitten wir
für jeden Neu-Aufbruch in unserer Kirche, dass wir uns getragen wissen vom Geist
Gottes, dass Konflikte und Differenzen brüderlich und schwesterlich ausgetragen
werden können
So bitten
wir im Namen Jesu amen