und wieder eine ganze Woche Zeit
zum
HEGEN und PFLEGEN
17.3.2025 Lk. 6.36, seid barmherzig, richtet nicht
Bisweilen scheint es, als wären die Forderungen Jesu weit überspannt:
etwa „Liebet eure Feinde“ – das aber, was Jesus heute im Evangelium einfordert,
das sollten wir doch mit einigem guten Willen schaffen können? Seid barmherzig,
richtet nicht, verurteilt nicht, vergebt einander. Wie sehr könnte das unser
aller Leben erleichtern. Eine neue Woche beginnt, viel Gelegenheit zum üben!!! so
bitten wir
lass uns „barmherzig“ sein
dass wir die Fehler der
anderen nicht auf die Goldwaage legen
hilf uns Geduld und
Verständnis zu haben
lass uns aufhören, zu
„richten“
dass wir uns nicht so schnell
ein Urteil über Andere anmaßen
dass wir Vorurteile und fixen
Meinungen ablegen
lass uns nicht verurteilen
dass wir niemand als
hoffnungslos und unverbesserlich abschreiben
dass wir alte Fehler nicht
aufrechnen
lass uns einander vergeben
dass wir aus einer Mücke
keinen Elefanten machen, wenn uns etwas kränkt
dass wir nach einem Konflikt
wirklich einen Schlussstrich ziehen
Jesus, lass dass wir auch mit uns selbst barmherzig sind,
dass wir uns nicht mehr abfordern als uns guttut
dass wir nachsichtig sind, dass wir uns vergeben,, wenn wir vielleicht gerade jetzt in der Fastenzeit
nicht all das durchhalten, was wir uns voll Elan vorgenommen haben
mach uns vor allem großzügig Gott - großzügig den anderen gegenüber
großzügig uns selbst gegenüber. Bewahre uns selbst vor Wehleidigkeit und Selbstmitleid,
lass uns nicht unserer
Gegenwart krank jammern
hilf uns Vertrauen und
Zuversicht weiterzugeben
um all das bitten wir im Vertrauen auf deine Hilfe. Amen
|
EVANGELIUM |
Lk
6, 36-38 |
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die
Schuld erlassen
+ Aus dem Evangelium nach
Lukas
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht
gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt
werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen
werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In
reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn
nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.
16.3.2025 2.Fastensonntag Lk 9.28 Verklärung
Wie gut kennen wir DAS. Man sieht etwas – und sieht es doch nicht wirklich. Erst durch bestimmte Umstände erkennt man das Besondere. Ist man etwa verliebt, sieht man plötzlich alles „wie verklärt“. . Heute erleben wir eine solche Situation im Evangelium, das von einer „Verklärung Jesu“ berichtet. Jesus nimmt drei seiner Jünger mit auf den Berg Tabor, um zu beten. Dort sehen die Männer Jesus plötzlich wie verwandelt und in einem strahlenden Licht, sie sehen auch Moses und den Propheten Elija. Es ist, als würden die Männer Jesus mit neuen Augen sehen können, sozusagen in „einem anderen Licht“. Dieses "neu sehen können" wird letztlich auch sie selbst verwandeln. Bitten wir heute, dass auch wir immer wieder mit neuen Augen sehen können
dass wir hinsehen
können auf die Menschen um uns, dass unser Blick sie verwandelt und ihnen
guttut, dass wir das Einmalige an Menschen und Situationen wahrnehmen
können
dass wir klar sehen können, auf die
Wirklichkeit in unserem Leben. auf das Gute und das weniger Gute. dass es aber auch
ein gütiger Blick auf uns selbst ist
dass wir uns umsehen können, dass wir nicht auf uns selbst bezogen bleiben, dass wir aufmerksam und mitfühlend sind und erkennen, wann und wo und wie wir gebraucht werden
dass wir einsehen können, wenn wir uns falsch verhalten haben, wenn etwas nicht richtig war, dass wir einsehen können, wenn wir anderen etwas schuldig geblieben sind
dass wir nachsehen können, immer dann, wenn wir glauben, gekränkt worden zu sein, dass wir nachsehen können, wenn Menschen um uns nicht perfekt funktionieren, dass wir aber auch uns selbst Fehler und Versagen nachsehen können
dass wir auch aufsehen können, dann, wenn uns Ängste, und Sorgen niederdrücken, dass wir aufsehen können, wenn wir allein nicht mehr so recht weiterwissen,
und um einen weiten Blick, um Weitblick bitten wir für Politik und Gesellschaft. Dass es Zusammenhalt und Solidarität gibt, Dass das sinnlose Töten und Sterben und vernichten ein Ende findet und dass international die Eskalationsschraube nicht immer weitergedreht wird.
Du guter Gott, so bitten wir, schenke auch
uns immer wieder Stunden der „Verklärung“ Momente, wo wir Sinn und Ziel im
Leben erkennen, wo alles leicht wird, wo uns Begeisterung und Liebe tragen. Denn
für diese Freude hast du uns geschaffen. Amen
FLEXIBEL BLEIBEN
Auch wenn es „anders“ kommt –
man kann immer was lernen
"Ich würde das Letzte verkaufen, das ich habe,
wenn es mir ein Lernen ermöglichen würde, das ich sonst nicht habe".
Andre Heller
15.3.2025 Klemens Maria Hofbauer
Heute ist der Gedenktag des hl. Klemens Maria Hofbauer. Er gilt als Stadtpatron von Wien. Hofbauer stammte aus Mähren, war ursprünglich Bäcker, ehe er Theologie studierte und nach mehreren Einsätzen unter anderem in Warschau als Priester und Redemptoristen Pater 1808 nach Wien kam. Das war auf Grund der rigorosen Kirchenreformen von Joseph II kein einfaches Pflaster. Hofbauer engagierte sich als Seelsorger und Prediger. Vor allem versuchte er, die Gottesdienste wieder feierlich und abwechslungsreich zu gestalten, ua durch Blumenschmuck und Musik. Hofbauer kümmerte sich auch fast täglich persönlich um die Armen, und versorgte sie mit Brot und Suppe. Er starb am 15.März 1820 in Wien und wurde vor etwas mehr als 100 Jahren zum Stadtpatron von Wien ernannt. Das Glaubens und Lebens-Motto von Clemens Maria Hofbauer hieß: "Nur Mut, Gott lenkt alles".
So bitten wir heute am Gedenktag von Clemens Maria Hofbauer besonders für die Menschen, die hier in Wien leben, für die, die die hier Hilfe suchen und für die vielen, die hier als Touristen unterwegs sind, unterschiedslos für alle
für
alle bitten wir auch, die die Politik in dieser Stadt mitentscheiden: dass der
soziale und mitmenschliche Ausgleich gelingt, dass Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit keinen Platz haben
wir bitten für die jungen
Menschen in Wien, dass sie eine gute Zukunft vor sich haben und dass die Sorgen
und das Engagement der Jungen ernst genommen werden, auch die Sorgen um Zukunft
und Klima
ganz besonders bitten wir für
all die Jugendlichen, die mit ihren Problemen nicht zu Rande kommen, die das
Gespür für Recht und Unrecht verloren haben, die gewalttätig und kriminell
werden
wir bitten für die Vielfalt
dieser Stadt: dass die verschiedenen Kulturen, Religionen und Sprachen in
dieser Metropole als Bereicherung verstanden werden
bitten wir, dass die Menschen -
vor dem Hintergrund der Belastungen - wieder das Gemeinsame suchen und nicht
das Trennende. Dass wir zu einem Klima der Solidarität zurückfinden
und bitten wir auch um eine
gute Arbeit in den vielen Pfarren und christlichen Gemeinschaften, dass die vielen guten
Bemühungen um "Seelsorge" gut ankommen, dass sich die Menschen angenommen
und gut betreut fühlen
Bitten
wir nicht zuletzt, um eine vertrauensvolles Miteinander der verschiedenen
Religionsgemeinschaften in Wien, dass Gemeinsamkeit möglich ist
du guter Gott, hilf uns als Gemeinschaft so zu leben,
dass es das Leben rund um uns menschlicher und gütiger macht. Lass uns
dankbar für das Leben in unserer Stadt sein und das unsrige dazu beitragen,
dass es eine liebenswerte und lebenswerte Stadt ist und bleibt. So bitten wir
im Namen Jesu. Amen.
NIX ÜBERTREIBEN
lieber schauen,
dass andere genug am Teller haben
Heute ist Familienfasttag -
für alle, die unsere Hilfe brauchen
Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000
BIC: GIBAATWWXXX
14.3.2025
Mt.5.20 bedingungslos verzeihen
Ez.18.21 Umkehr Familienfasttag
Es muss anders
werden, ihr müsst umdenken, so könnt ihr nicht weitermachen, ihr müsst ganz
anders leben – das sind eigentlich die Kernaussagen aller Texte in der Fastenzeit.
Entscheidend für den Versuch als guter Mensch zu leben ist: verzeihen können.
Bedingungslos verzeihen. Wenn ich dazu nicht bereit bin, nützen alle frommen
Übungen nichts. In der Lesung aus der jüdischen Bibel ist es Jahwe selbst, der
bedingungslos verzeiht, wenn jemand, der schuldig geworden ist, sein Unrecht
einsieht und sich ändert. Im Evangelium verlangt Jesus nun das fast unmögliche,
dass wir ohne Wenn und Aber selbst verzeihen. Nicht nur verzeihen, sondern dass
wir alles tun, um Frieden möglich zu machen. Jede und jeder von uns weiß wohl
am besten, wo in dieser Frage ganz persönlich noch „der Schuh drückt. Aber wie
sehr braucht auch unsere Welt Versöhnung, wie nur können die furchtbaren Kriege
und Konflikte ein Ende finden. Bitten wir heute, wie Franz von Assisi gebetet
hat
Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo
man hasst;
dass ich verzeihe, wo
man beleidigt;
dass ich verbinde, wo
Streit ist;
Herr, mach mich zu
einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich die Wahrheit
sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben
bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung
wecke, wo Verzweiflung quält;
Herr, mach mich zu
einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich Licht
entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude
bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich
trachten,
nicht, dass ich
getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich
verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich
geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Bitten wir, dass wir uns um Frieden rund um uns
bemühen, dass wir in unseren Gemeinschaften, in der Familie, in der
Partnerschaft, behutsam miteinander umgehen, dass
wir Konflikte austragen können, ohne uns zu verfeinden, dass wir verzeihen
können und auch immer wieder um Verzeihung bitten.
Heute ist auch Familienfasttag. Teilen spendet Zukunft ist jedes Jahr
das Motto. Denken wir immer wieder an die Menschen in Lateinamerika, in Asien
und in Afrika, die unsere finanzielle Unterstützung zum Leben brauchen. Bitten
wir, dass wir von Herzen großzügig sind
Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000
BIC: GIBAATWWXXX
|
EVANGELIUM |
Mt 5, 20-26 |
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn
eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand
tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich
aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht
verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch
des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll
dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine
Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas
gegen dich hat, so lass deine
Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,
dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne
Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum
Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der
Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis
geworfen. Amen, das sage ich dir: Du
kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-23
Heute vor 12 Jahren, am 13.3. 2013 ist Papst Franziskus zum Papst geweiht worden. Unsere Gedanken sind bei ihm, umso mehr, als er noch immer im Spital ist. Mit großer Dankbarkeit denken wir aber heute auch an Kardinal Franz König, der 2004, vor 21 Jahren gestorben ist.
Für die "Schweizerische Kirchenzeitung" schrieb der Kardinal 1990 eine
Meditation über eine "Österliche Kirche"
Die Kirche Christi sei:
Eine einladende Kirche.
Eine Kirche der offenen Türen.
Eine wärmende, mütterliche Kirche.
Eine Kirche der Generationen.
Eine Kirche der Toten,
der Lebenden und der Ungeborenen.
Eine Kirche derer,
die vor uns waren,
die mit uns sind
und die nach uns kommen werden.
Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens,
des Mitdenkens,
des Mitfreuens und Mitleidens.
Eine Kirche, die mit den Menschen lacht
und mit den Menschen weint.
Eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut.
Eine menschliche Kirche,
eine Kirche für uns.
Eine Kirche,
die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.
Eine Kirche, die ihre Kinder sucht
und die ihnen nachgeht.
Eine Kirche, die die Menschen
dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen,
beim Fabriktor und auf dem Fußballplatz,
in den vier Wänden des Hauses.
Eine Kirche der festlichen Tage
und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.
Eine Kirche, die nicht verhandelt oder feilscht,
die nicht Bedingungen stellt
oder Vorleistungen verlangt.
Eine Kirche, die nicht politisiert.
Eine Kirche, die nicht moralisiert.
Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse
verlangt
oder ausstellt.
Eine Kirche der Kleinen,
der Armen und Erfolglosen,
Mühseligen und Beladenen,
der Scheiternden und Gescheiterten
im Leben, im Beruf, in der Ehe.
Eine Kirche derer,
die im Schatten stehen,
der Weinenden,
der Trauernden.
Eine Kirche der Würdigen,
aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen,
aber auch der Sünder.
Eine Kirche -
nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen helfenden Tat.
Eine Kirche des Volkes.
13.3.2025 Königin Ester: - Ester 4.17
Es ist ungefähr 500 JAHRE vor unserer Zeitrechnung, da betet eine junge Frau am Hof des Perserkönigs Xerxes verzweifelt zu ihrem jüdischen Gott. Es ist Königin Ester. Sie ist Jüdin, war aber mit einem Großteil des jüdischen Volkes von den Persern verschleppt worden. Schließlich hat Xerxes sie zur Frau genommen und zur Königin gemacht. Nun aber hat sie erfahren, dass ihre jüdischen Landleute in Todesgefahr sind, alle Juden in der persischen Diaspora sollen ermordet werden. Ester will nun beim König für ihr Volk Fürsprache einlegen. Zuvor aber betet sie zu ihrem jüdischen Gott. Es ist ein Gebet in größter Not und Todesangst. „Herr unser Gott, ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir“ . Wir hören diese Worte heute in der 1.Lesung aus der jüdischen Bibel.
Wie viele Menschen sind auch heute in einer verzweifelten Situation. Täglich liefern uns die Massenmedien Bilder von Elend und Leid ins Wohnzimmer. Menschen in Kriegsgebieten, Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Menschen aber oft auch in unserer nächsten Umgebung: krank, allein, von Ängsten geplagt. Wir denken an Frauen, die so oft der Gewalt der Männer ausgeliefert sind. Bitten wir mit den Worten der Königin Ester
Herr
unser Gott, in unserer Todesnot rufen wir zu Dir
du
bist der Einzige - wohin sonst können wir uns wenden
Wir
bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not
Wir
sind allein und haben keinen Helfer außer dir
Die
Gefahr steht greifbar vor uns
Wir
bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not
Von
Kindheit an, wollten wir nichts anderes als „leben“
Du
hast uns doch das Leben geschenkt, bewahre es uns
Wir
bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not
Denk
an uns Gott, - komm, hilf uns, in dieser Zeit der Not
Befreie Menschen aus der Hand ihrer Unterdrücker
Sei an
der Seite der Verfolgten und Heimatlosen
Wir
bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not
Herr
rette uns mit deiner Hand – gib uns Mut gegen Unrecht aufzustehen
Gib uns
Worte, die retten können
Hilf uns, denn wir sind allein . wir haben niemand außer Dir, oh Herr
Wir
bitten Dich: HILF allen Menschen in Angst und Not
Der heutige Tag, der 13.März ist im Erinnern von uns Österreichern immer auch ein Schicksalstag. Am 13.März 1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich – es begannen die Jahre der Nazi Diktatur, wie viele flehende Gebete werden wohl in dieser Zeit gesprochen worden sein. An diesem Tag denken wir nun aber auch besonders an Papst Franziskus. Heute vor 12 Jahren, am 13.3. 2013 ist er zum Papst geweiht worden. Und mit Dankbarkeit denken wir an Kardinal Franz König, der an einem 13.März vor 21 Jahren gestorben ist. Lass sie und uns alle in deiner Hand geborgen sein. amen
sich auch beschenken lassen
Oft gar
nicht so einfach
"Wenn wir uns auf Begegnungen nicht mehr einlassen,
verlieren wir einen entscheidenden
Bestandteil unseres Lebens.
Es ist so, als würden wir aufhören zu atmen." Martin Buber
12.3.2025 Jon.3.1 Kehrt um
Ehrlich erkennen, wo etwas bei mir schief läuft
Die erste Lesung erzählt heute eine Geschichte, die wir vermutlich alle kennen. Die Geschichte von Jona und dem Wal. Jona ist ein Prophet, den Jahwe in die große Stadt Ninive senden will, um die sündigen Menschen dort vor ihrem Untergang zu warnen. Jona hat mit dieser Berufung absolut keine Freude. Er flieht auf ein Schiff, das ihn anderswo hinbringen soll. ABER: das Schiff gerät in Seenot, die Besatzung erfährt, dass da einer am Schiff ist, der vor einem Auftrag Gottes davonläuft, und so wird dieser Passagier schnell über Bord geschmissen, damit sich die See wieder beruhigt, das heißt, damit die Götter Ruhe geben. Wir wissen, wie die Geschichte weiter geht. Nach drei Tagen im Bauch des Wals spuckt dieser Jona aus – und das ausgerechnet am Strand von Ninive. So, jetzt muss Jona seinen Auftrag erfüllen. Merke: wenn Gott einen ruft, dann entkommt man diesem Ruf nicht so schnell.
Hier nun setzt die heutige erste Lesung ein: Jona durchquert nun die große Stadt Ninive und er kündigt deren Zerstörung an – aber da passiert das Unglaubliche. Der König von Ninive und mit ihm alle Menschen in der Stadt bereuen ihr Unrecht und tun Buße. Und nun passiert noch Unglaubliches: Diese Umkehr besänftigt Gott. Anders als angedroht, straft Gott Ninive nun nicht. „Es reute ihn“, heißt es in der Lesung aus der jüdischen Bibel. Im Empfinden der Menschen hat sich nun das Gottesbild verändert. Man kann sich mit Gott versöhnen, wenn man sich ernsthaft ändern will. KEHRT UM, Das ist es auch, was Jesus predigt: KEHRT UM! Aber um das zu tun, muss man wohl zuerst erkennen, was man falsch macht. So bitten wir heute
dass wir erkennen: dass nicht alles gut und richtig ist, nur
weil wir es jahrzehntelang schon genauso gemacht haben
dass wir erkennen: dass wir Bequemlichkeit überwinden müssen, um Neues an uns heranzulassen
dass wir erkennen: wie sehr wir an Dingen festhalten, die uns schon längst zur Last geworden sind
dass wir erkennen: wie sehr manche unserer alten Gewohnheiten auch eine Belastung für andere sind,
dass wir auf das schauen, womit wir uns und anderen das Leben leichter machen können
dass wir erkennen: dass wir zumeist nicht GEGEN etwas kämpfen müssen, sondern FÜR etwas, für mehr Miteinander, für mehr Gerechtigkeit, für mehr Frieden, für mehr Freude
und bitten wir nicht zuletzt, dass wir auch erkennen, was Gottes Auftrag an uns selbst ist – und dass wir dann nicht versuchen davon zu laufen
Du guter Gott, so lass uns erkennen, wo auch wir etwas in unserem Leben ändern müssen. Lass uns das nicht als Zwang und Einschränkung sehen, sondern als einen Gewinn von mehr Freiheit. Inständig bitten wir auch heute für die Menschen im Krieg, wir bitten für alle, die in großer Gefahr und Angst sind, wir bitten um Frieden. Amen
Das Jonabüchlein ist im Unterschied zu den anderen
Prophetenbüchern keine Sammlung von Einzelsprüchen, sondern eine Novelle, die sich um die einzige Prophezeiung des Buches rankt, das
Wort gegen Ninive in 3,4: "Noch
vierzig Tage und Ninive ist zerstört". Dem Buch geht es darum, dass das als unbedingt angesagte
Unheil doch noch abgewendet werden kann; Gott ist in seinem Handeln souverän,
größer, als Jona es begreifen kann. Über allem steht die Aussage von der
überragenden Barmherzigkeit Gottes mit allen Menschen/Geschöpfen: "ein
gnädiger und barmherziger Gott, langmütig und reich an Huld", 4,2.
Sprachliche (Verwendung aramäischer Sprachelemente) und inhaltliche Gründe weisen als Entstehung auf das 4. Jh. v.Chr. Das ganze Buch wird am Versöhnungstag in der Synagoge verlesen.
https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/dodekapropheton-kleine-propheten/jona/
LAUF´ NICHT, GEH´ LANGSAM: /
Du musst nur auf dich zugehn! /
Geh´ langsam, lauf´ nicht, /
denn das Kind deines Ich, das ewig / neugeborene, /
kann dir nicht folgen!
Juan Ramóm Jiménez
11.3.2025 Mt.6.7 Vater unser
Wie alle gläubigen Menschen hat auch Jesus gebetet – die Gebete seiner jüdischen Glaubensgemeinschaft, nicht zuletzt die Psalmen, die auch uns heute noch ganz nahe sind. Und dennoch lehrt Jesus seine Jünger ein neues Gebet. Ein Gebet, zu „unserem Vater im Himmel“. Vertrauen wir und bitten wir mit den Worten Jesu
UNSER Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt:
Lass uns immer mehr erfahren, wie unendlich nahe du uns bist. Als Vater, als Mutter, als unser innerstes Leben. Lass uns in dir die Einheit mit allem Leben erfahren.
Dein Reich komme:
hilf uns spüren, was wir gerade heute und Jetzt tun sollen - lass uns nicht aufhören, in unserem kleinen Alltag ein Stück Himmel zu leben: in Solidarität und Mitgefühl und auch in der Freude und Dankbarkeit für jeden Tag
dein Wille geschehe
Hilf uns immer
wieder JA sagen zu vielem, was wir in unserem persönlichen Leben nicht
verstehen können, was uns unerträglich und sinnlos erscheint. Hilf uns
anzunehmen, worauf wir keine Antwort finden. Lass uns vertrauen und
die richtigen Entscheidungen treffen
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen:
hole unsere
Gesellschaft heraus aus der Oberflächlichkeit und Hartherzigkeit, aus Gier und
Geiz und Korruption. Lass uns selbst Menschen sein, die Not sehen und helfen - aber gib uns auch all das, was wir selbst an
Zuwendung, Anerkennung und Liebe brauchen – wie ein Stück Brot.
erlass uns unsere Schuld,
hilf uns heraus aus allem, womit wir anderen und uns selbst das Leben schwermachen, vergib uns Trägheit und Gleichgültigkeit - bitten wir auch, dass ehrlich um Frieden gerungen wird, um Anständigkeit in Politik und Wirtschaft
denn auch wir vergeben jedem, der in unserer Schuld steht:
lass uns Menschen
sein, die verzeihen können und Konflikte entschärfen, die anderen das Leben
leichter und erträglich machen, hilf, dass wir Gutsein und Vertrauen in unsere
Familien und Gemeinschaften bringen,
und hilf uns IN all unseren Versuchungen
bewahre uns davor
mutlos zu sein, gekränkt, verbittert, nachtragend. Bewahre uns vor Neid und
Eifersucht und vor jeder Lieblosigkeit. Bewahre uns vor Resignation,
Pessimismus und Hoffnungslosigkeit.
um all das bitten wir mit den Worten Jesu – und vor allem auch um Frieden, um Hilfe für alle Menschen in Krankheit, Gefahr, in der Verfolgung und auf der Flucht. „Vater unser“: Hilf DU und lass UNS helfen .Amen
Das Vaterunser
ist an zwei Stellen des Neuen Testaments überliefert: Mt 6,9-13 und Lk 11,2-5.
Die kürzere Form (Lukas) ist vermutlich die ursprünglichere. Alle Bestandteile
dieses Gebets lassen sich von der alttestamentlichen und jüdischen
Gebetsüberlieferung herleiten, und doch hat Jesus daraus etwas völlig Neues
gemacht.