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Freitag, 6. Dezember 2024

Fürbitten 7.12 gibt's das Himmelreich im Kerzenschein?

 


7.12.2024 Mt.9.35  das Himmelreich ist nahe?  

Die Texte im Advent sprechen von Frieden, von Heilung, von Befreiung. Im Evangelium heute wird von einem Jesus berichtet, der „alle Krankheiten und Gebrechen heilt, der Mitleid mit den Menschen hatte, weil er ihre Erschöpfung und Hilflosigkeit sah. Und dieser Jesus sagt: „Geht und verkündet, das Himmelreich ist nahe“. Welches Himmelreich? möchte man fragen. Wohin wir gerade auch in diesen Tagen sehen:  da gibt es mehr Krisen, mehr Elend und mehr Probleme als irgendetwas, das man „Himmel“ nennen könnte. Wie sollen wir hier und jetzt und heute vom Himmelreich sprechen? Sollen wir leere Versprechungen machen? Den Leuten irgendetwas erzählen? Sollen wir uns um eine romantische Stimmung im Advent bemühen? Ein Himmelreich im Kerzenschein? Nein, machen wir es ganz nüchtern. Vielleicht ist das Himmelreich dann nahe, wenn wir selbst versuchen „ein Stück Himmel“ zu bringen. Mehr können wir nicht tun. Bitten wir heute

dass wir zur richtigen Zeit die richtigen Worte finden

dass wir andere aufrichten, dass wir Mut machen, dass wir loben und anerkennen

dass wir uns über Erfolge mitfreuen können und nicht neidig sind

dass wir die Schwächen anderer nicht ausnützen und niemand klein machen

dass wir Vertrauen und Offenheit in unsere Freundschaften, Gemeinschaften und Partnerschaften bringen

dass man sich auf uns verlassen kann

dass wir füreinander da sind, ohne den anderen einzuengen und ihm die Freiheit zu nehmen

dass wir geben, was wir geben können, dass wir aber auch auf uns selber achten

dass wir im Zweifel immer das Beste voneinander halten wollen

  

Du guter Gott. Ja, wir wollen heilsam und gut füreinander sein. Das ist es, was Jesus von uns will, jeden Tag wieder. Durch ihn bitten wir dich um deinen Segen und deine Hilfe. Amen

ADVENT - VORSATZ ?

 



super, keine kalten Füße !!!

Man kann sich über alles freuen !


"Schenke groß oder klein, aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor

dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass dein Geschenk
du selber bist"

Ringelnatz


Donnerstag, 5. Dezember 2024

Fürbitten 6.12. machen wir's den Kindern nach

 



6.12.2024 hl.Nikolaus – machen wirs den Kindern nach

 Der heilige Nikolaus ist keine ganz gesicherte historische Persönlichkeit.

Über sein Leben ist wenig bekannt. Möglicherweise war er in der 1. Hälfte des 4. Jh. Bischof von Myra in Lykien. Schon im 6. Jh. ist eine Nikolaus Verehrung nachweisbar.  An sein Leben knüpfen sich zahlreiche Legenden und sie zeigen uns, was auch heute wesentlich für uns Christen sein soll. Not erkennen, helfen, Gutes tun und Freude bringen. Heute könnten wir uns auch wieder etwas von den Kindern abschauen: mit so viel Freude auf etwas warten, die Spannung genießen, sich ohne Krampf beschenken lassen, die Freude mit anderen teilen – auch wenn so vieles in der Welt bitter ist und hoffnungslos scheint.  Bitten wir heute

 

dass wir Freude an diesem neuen Tag haben, was immer er bringt –

und dass wir versuchen, diese Freude weiterzugeben

 

dass wir Freude an den Menschen haben, mit denen wir zusammenkommen –

und dass wir ihnen sagen, wie wichtig sie für uns sind

 

dass wir Freude an unserer Arbeit haben – was immer das auch ist

und dass wir dankbar sind, weil wir gebraucht werden

 

dass wir Freude haben, wenn wir uns Neues zutrauen und Herausforderungen annehmen

und dass wir auch die Arbeit anderer anerkennen und loben

 

dass wir Freude haben, wenn wir die Freude anderer teilen dürfen

und dass wir Freude an uns selbst haben, so, wie wir sind

 

So bitten wir um Freude, guter Gott, um Freude und Dankbarkeit. Und dass wir aus dieser Freude heraus selbst anderen beistehen und Not lindern, wo immer wir es können, wie der heilige Nikolaus in unseren Erzählungen - darum bitten wir im Namen Jesu Amen

 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 

 

„Auf Dauer nimmt die Seele
die Farben der Gedanken an.“ Marc Aurel

 

„Suche dir die Erklärungen, die dir helfen, das Beste aus deiner Situation zu machen“

Sylvia Wetzel, buddhistische Psychotherapeutin

 

„Hab Geduld - mit deinen fast gelungenen Schritten“. Teresa von Avila


"Wenn du kein Virtuose im Vergessen bist,

verblutest du auf der Intensivstation Erinnerung"  Martin Walser

  

"Eine der Wirkungen der Furcht ist es, die Sinne zu verwirren und zu machen,

dass uns die Dinge anders erscheinen als sie sind," Cervantes

 

"Man ist nur so jung wie man sich fühlt.

Man denkt nur so tief wie man sich wühlt.

Man kriegt nur so viel wie man sich gibt.

Man lebt nur so lang wie man sich liebt." Robert Gernhardt

 

"Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt,

das ist: Verzeihen ohne zu vergessen." Arthur Schnitzler

 

lässt sich ganz leicht beten:

"Lieber Gott

Ich bin ein armes Zwiebelchen,

Nimm mir das nicht übelchen".  Ringelnatz „Kindergebetchen“

 

"Binde deinen Karren an einen Stern." Leonardo da Vinci


"Auf dem Weg zum Himmel
ist Himmel." Katharina Siena

 

"Wer zu sich selbst finden will,
darf andere nicht nach dem Weg fragen" Paul Watzlawick

 

Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt  Blaise Pascal


"Wovor du wegläufst und wonach du sich sehnst,

beides ist in dir". Anthony de Mello

 

"Es gibt noch Wunder, liebes Herz,

getröste dich!

Erlöste dich

noch nie ein Stern aus deinem Schmerz?"

Christian Morgenstern

ADVENT - VORSATZ ?

 


Dankbar sein für jeden

der mich zum Lachen bringt


"Die Seele ernährt sich von dem, 

worüber sie sich freut."   

Augustinus


Mittwoch, 4. Dezember 2024

Fürbitten 5.12 auf festen Grund bauen

 

5.12.2024 Mt.7.21  das Fundament muss tragen

Wir sollen unser Leben auf festen Grund bauen, sagt Jesus heute im Evangelium. Das Fundament muss tragen, damit im Krisenfall nicht vieles wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzt. Auf unseren Glauben umgelegt bedeutet es wohl: nur brav äußere Rituale zu befolgen, wird nicht reichen. Wir brauchen einen tiefen festen Glauben, wir ein „felsenfestes Vertrauen“ Worauf also bauen wir unser Leben, was hält uns, wenn es Probleme und Krisen gibt? Jesus sagt: „Seid klug, baut euer Haus auf Fels“.  So bitten wir heute

 

für alle Menschen die durch Krieg oder Naturkatastrophen im wahrsten Sinn des Wortes den Boden unter den Füßen verloren haben

für alle, die Opfer von Gewalt und Missbrauch sind und denen Vertrauen und Sicherheit im Leben verloren gegangen ist

für alle, die in diesen Tagen Angst um die nahe Zukunft haben, die ihren Arbeitsplatz verlieren, die glauben, keinen festen Halt mehr im Leben zu spüren

für die Politiker und die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft, dass sie sich um Stabilität und Sicherheit bemühen und nicht Verunsicherung schüren 

Für uns selbst bitten wir: lass uns darauf bauen: dass Du uns ertragen lässt, was oft unerträglich scheint, lass uns darauf bauen: dass Du uns hoffen lässt, was oft gegen jede Vernunft ist

lass uns darauf bauen: dass Du uns loslassen lässt, was nicht mehr gehalten werden soll - lass uns darauf bauen: dass du hinausführt aus der Enge unsere eigenen Vorstellungen

lass uns darauf bauen: dass Du uns begleitest, auf den Umwegen -und den Irrwegen unseres Lebens,, lass uns darauf bauen: dass auch in den schwierigen Stationen unseres Lebens ein Sinn steckt, der zu Besserem und Neuen führen kann

 

So bitten wir, gib uns Vertrauen und Zuversicht, sei du der feste Grund auf dem wir stehen. Amen

 

Kunst des Kletterns

Ein kluger Kletterer sucht fixe Haltegriffe

für Hände und Füße.

Wenn zwei oder drei Punkte stabil sind,

kann er beweglich bleiben.

Dann kann er neue Schritte wagen.

 

Gott, du bist wie ein Fels.

Du bietest uns fixe Haltegriffe.

Wenn wir in dir verankert sind,

bleiben wir beweglich.

Dann können wir uns

nach den Sternen ausstrecken.

 

Sei du unser Halt.    Franz Troyer

ADVENT - VORSATZ ?

 


 

"Ja, es stimmt, dass wir eine bessere Welt erschaffen sollen.

Aber wir sind auch aufgerufen zu einer ganz nahen und höchst wunderbaren Aufgabe: 

unser  eigenes Leben zu erschaffen."

Thomas Merton US Trappistenmönch und Friedensaktivist


Dienstag, 3. Dezember 2024

Fürbitten 4.12 Kirschzweige in die Vase !

 

4.12.2024   Hl. Barbara  Bild Klaus Heidegger  

Heute ist der Gedenktag der heiligen Barbara - sie gehört sozusagen zu unseren liebgewordenen Adventbräuchen. Viele stellen heute am 4.Dezember Barbara Zweige in die Vase - Obstbaumzweige, die man im Winter schneidet und die man bis zum Heiligen Abend zum Blühen bringen soll. So soll es, nach der Legende, die von ihrem eigenen Vater in einem Turm eingesperrte Barbara gemacht haben, um sich vor ihrem gewaltsamen Tod an den aufgeblühten Knospen zu erfreuen.

Über die heilige Barbara ist außer ihrer Verehrung als Märtyrerin in Nikomedien historisch nichts nachweisbar. Seit dem Mittelalter wird diese legendäre Märtyrerin aber im ganzen Abendland verehrt, und bis heute sind viele Bräuche mit ihrem Namen verbunden. Barbara zählt zu den 14 Nothelfern

Wie in einem Turm eingesperrt - so leben auch wir oft - wie innerlich gefangen  - in einem Turm unserer Ängste und Sorgen, unserer zu geringen Hoffnung und mancher Resignation. So bitten wir

Gerade jetzt, wo uns Kriege und Krisen bedrücken, wie sehr sind wir gefangen in Unsicherheit, Zweifel und Orientierungslosigkeit:  Du Gott, der Leben schenkt   -   schenk uns Geduld und Zuversicht

Immer wieder gefangen sind wir in einem Turm von Resignation und Enttäuschung, manches was wir mit so viel Liebe planen gelingt nicht  - Du Gott, der Leben schenkt,   gib uns Mut, Freude und Kraft dass wir uns dennoch immer wieder neu aufrappeln und weitermachen 

Immer wieder gefangen sind wir auch im Turm unserer Selbstgewissheit und unserer Selbstzufriedenheit.  Du Gott, der Leben schenkt – lass, dass wir auch unsere Schwäche und Verletzlichkeit sehen und annehmen können                  

Immer wieder gefangen sind wir im Turm unserer Einsamkeit, der Gekränktheit, der Abweisung. Wie abgeschnitten fühlt man sich manchmal vom Leben der Anderen -  Du Gott, der Leben schenkt -  hole uns heraus aus allen dunklen Gefühlen  

Es ist auch unsere Welt, die gefangen ist in so vielen Konflikten, Kriegen und Grausamkeiten. So viel Leid auf allen Seien, Tod, Ausweglosigkeit. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht  – wir wollen nicht aufhören um Frieden zu bitten und zu flehen.  Du Gott, der Leben schenkt   -   schenke uns deinen Frieden

Du guter Gott, wir bitten auch für alle, denen die hl Barbara Schutzheilige ist. Die Arbeiter auf den Baustellen, in den Bergwerken, die Tunnelarbeiter. Sei Du auch an der Seite aller, die heute unerwartet oder mit schweren Herzen sterben werden. Komm uns entgegen, zeig uns dein Angesicht

 

 Du Gott, der Leben schenkt   -  darum bitten wir im Namen Jesu amen




Die heilige Barbara ist Patronin
 von Paterno bei Catania auf Sizilien; des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen, Waffenschmiede, Sprengmeister, Buchhändler, Bürstenbinder, Goldschmiede, Sprengmeister und Salpetersieder; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod;


Lukas Cranach der Ältere: Martyrium der Heiligen Barbara, 1510-15, im Metropolitan Museum of Art in New York 

ADVENT - VORSATZ ?

 


ups, 

da muss ich nachlegen


„Bei sich beginnen,

aber nicht bei sich enden;

von sich ausgehen,

aber nicht auf sich abzielen.“ 

Martin Buber


Montag, 2. Dezember 2024

Fürbitten 3.12 DANN, irgendwann DANN ...

 

3.12.2024 Jes.11.1 dann wohnt der Wolf beim Lamm 

Es ist eine so wunderbare Friedensvision, die heute der Prophet Jesaia – 740 Jahre vor Christus – verkündet. Es wird eine Zeit geben, in der nichts Böses mehr geschieht. Der Wolf wohnt beim Lamm, Kalb und Löwe weiden zusammen, der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Schlange. Die Schöpfung und alle Kreatur sind im Frieden vereint. Jesaia lebte selbst in einer Zeit kriegerischer Konflikte – und heute, fast 3000 Jahre später drückt dieser jüdische Prophet auch all unsere Sehnsucht aus. Ja, die liturgischen Texte im Advent sind voll Hoffnung und voll Sehnsucht nach Frieden. ABER: Wie absurd sind solche Visionen? Rund um uns sieht die Welt doch auch heute noch ganz anders aus. Weit und breit kein Frieden. Wie hilflos fühlen wir uns oft – hören wir wenigstens nicht auf zu bitten und zu beten

 

für eine friedliche Zukunft - Für alle Regionen dieser Erde, wo Menschen einander verfolgen, quälen und töten, wo Menschen hungern, wo Menschen unter Katastrophen und Epidemien leiden

für eine friedliche Zukunft - Für alle Regionen dieser Erde, die heute schon unter dem Klimawandel leiden und abhängig davon sind, was die Politiker der großen Staaten zu tun bereit sind

für eine friedliche Zukunft - Für alle Regionen dieser Erde, wo menschliche Arbeitskraft ausgebeutet und für Rendite und Profit missbraucht wird

Um Frieden bitten wir - Auch in unserer kleinen Welt, dass wir einander Zeit zum Leben lassen und einander nicht hetzen - dass wir füreinander DA sind, in unseren Gemeinschaften und Freundschaften,

Um Frieden bitten wir - für unsere Herzen, damit wir Kränkungen und Bitterkeit ablegen, damit wir in jedem Tag Freude und Dankbarkeit entdecken, dass wir nur ein wenig von dem, was wir uns für uns selbst erwünschen, anderen geben

Heute ist auch der Gedenktag des hl.Franz Xaver. Als junger Jesuit im 16.Jahrhundert hatte er den Mut sich auf ganz neue Wege zu machen – er wollte Menschen in Indien und Japan für das Christentum begeistern. Bitten wir, dass auch wir etwas von dieser Begeisterung und Freude für Jesus in uns tragen

Du guter Gott, so sehr warten wir auf eine Welt, die im Frieden leben kann. Lass uns nicht aufhören darum zu beten und dir zu vertrauen. Amen.



Ausschnitt aus dem Text aus dem Buch Jesaja   Kap.11.1

Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht (...) 

Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. 

Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. (Jes 11, 12, 69)

 

 

"

 

 

 

ADVENT - VORSATZ ?

 


........
EINS  NACH  DEM  ANDERN

„Was soll ich viel lieben, 
was soll ich viel hassen?
Man lebt nur 
vom Leben lassen“.  

Goethe


Sonntag, 1. Dezember 2024

Fürbitten 2.12. FÜREINANDER bitten

 

2.12.2024 Mt 8,5  sprich DU nur ein Wort  Montag  1.Adventwoche  

 "Herr ich bin es nicht wert, dass du direkt in mein Haus kommst", so sagt im Evangelium ein römischer Hauptmann zu Jesus – er bittet um Hilfe für seinen kranken Diener. Doch der Hauptmann setzt auch hinzu: Du musst dich nicht persönlich bemühen „Es genügt, sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ Der Hauptmann hat bedingungsloses Vertrauen zu Jesus. Und Jesus selbst hat keine Scheu vor einem Kontakt mit diesem Mann – immerhin ist dieser ein römischer Besatzungssoldat, verhasst bei den Juden. Bitten wir, dass Jesus auch uns hilft – bitten wir um das Vertrauen in diese Hilfe.  das Vertrauen groß ist. So dürfen auch wir bitten:

Bitte hilf - Hilf all den Hilflosen und schwer Bedrückten in den Kriegs-und Krisengebieten dieser Welt. Hilf, damit Frieden wird.

Bitte hilf - Hilf den Kranken und den Schwerkranken, hilf denen die helfen und oft am Rande ihrer Kraft sind, hilf den Hilflosen 

Bitte hilf - Hilf uns selbst am Beginn dieser Adventzeit – dass wir uns nicht mit unsinnigen „Opfern und Einschränkungen“ belasten – sondern Freude suchen und finden 

Bitte hilf - Hilf, dass wir nicht resignieren, hilf, dass wir uns wieder engagieren, dass wir Mut machen

Bitte hilf - Hilf überall dort, wo Veränderungen sein müssen, Veränderungen in unserer Gesellschaft, Veränderungen in uns selbst

Bitte hilf - Hilf, damit wir selbst ein wenig Shalom in diese Welt bringen – für andere und auch für uns selbst  

 

Du guter Gott, mach gesund, mach gesund was auch noch in uns krank ist, in unserem Denken, in unserem Fühlen, in unserem Handeln. Brich in uns die alten Muster auf. Mach uns NEU, jeden Tag ein bisschen mehr, das erbitten wir im Namen Jesu, amen

 

 

 

 

 

 

ADVENT - TROSTLOS ?

 


"Ich kann getröstet nicht leben"
das hat die wunderbare Ilse Aichinger 

schon 1962 in ihren Aufzeichnungen geschrieben.

Ich kann getröstet nicht leben" - 


klingt das nicht paradox - 

weit weg von der eigenen Erfahrung.


Denn: sucht man nicht immer TROST?


Dorothee Sölle, die evangelische Feministin, auch eine der unersetzbaren Frauenstimmen meiner Generation, auch sie hat geschrieben:


"Wir haben Angst davor getröstet zu werden ...
denn getröstet kann nur einer werden, 

der die eigene Trostlosigkeit erkennt 
und der aufgehört hat, 
sich das eigene Unglück                                                                                 
oder die eigene Leere zu verschleiern."


Ist es das, was wir in diesem Advent wieder versuchen sollten:
die Trost-Losigkeit zulassen? 

Der deutsche Theologe Ludger Schulte formuliert es so:

"Das ist hart. Aber es ist wahr
 ..die Gottsuche beginnt, unter anderem, mit dieser Wahrheit.
Sie beginnt, 
weil einem das Leben auf die Pelle gerückt ist und 
wir aufhören auszuweichen.
In der Regel kaschieren wir,  lutschen Tabletten, nuckeln an Longdrinks herum, stellen die Musik lauter, zappeln uns auf Großveranstaltungen ab, fahren schneller mit Autos, vergrößern unsere Schrebergärten, verlängern den Urlaub oder die Arbeitszeit, schaffen uns einen neuen Lebensgefährten an, verfeinern unseren Körper in Studios, ebgehen eine endlose Reihe von
Grill-und Afterwork Partys.


Wenn wir aber unsere Trost-losigkeit zulassen,  das Leben mit Höhen und Tiefen, wenn wir

Schmerz, Angst, Hilflosigkeit, ja auch Wut und Klage wieder an uns heranlassen,
aber auch das Überraschtsein von Freude, die Überwältigung durch eine Landschaft oder musikalische Komposition, das unverdiente Geschenk einer Freundschaft, einer Liebe ...
dann kommen wir heraus aus der Anspruchslosigkeit,
dass wir vom Leben nichts mehr verlangen als das Butterbrot.

Dann entsteht 
"Gotteshunger"

ADVENT - Vorsatz ?

 


NIX   ÜBERTREIBEN

Was ich dir zum Advent schenken möchte:

"Einen Orgelton wider den finsteren Morgen, 

deinen Atem gegen den Eiswind des Tags, 

Schneeflocken als Sternverheißung am Abend 

und ein Weglicht für den verlorengeglaubten Engel, 

der uns mitten in der Nacht 

die Wiedergeburt der Liebe verkündet. " 

Christine Busta

Samstag, 30. November 2024

Fürbitten 1.Adventsonntag - einfach einmal "Perspektive wechseln"

 


1.12.2024  1.Advent  Lk.21.25   richtet euch auf und fasst Mut 

 Der 1.Adventsonntag hat immer wieder seine eigene Magie, seinen eigenen Zauber. Es ist zwar nur ein neues Kirchenjahr das beginnt, und doch versuchen wir jedes Jahr wieder mit diesem 1.Advent einen Neu-Anfang. Bewusster als sonst spüren wir unsere Sehnsüchte, unsere Erwartungen – vielleicht wird auch vieles Bedrängende in diesen Tagen stärker. Wir spüren die Krisen dieser Zeit, Friedlosigkeit und Kriege belasten uns, bewusst oder unbewusst. Im Evangelium spricht auch Jesus zunächst von gewaltigen Erschütterungen und von großer Angst – und doch sagt er auch: „Was auch immer kommt, richtet euch auf und fasst Mut“. Ja, diese Kraft wollen wir uns in diesem Advent wieder neu holen. So bitten wir

Dass wir uns auch von den Sorgen und der Angespanntheit dieser Tage nicht niederdrücken lassen

Dass wir nicht zu den Pessimisten gehören, die Ängste und Verunsicherung schüren

Dass wir uns – trotz vieler unterschiedlicher Meinungen – um ein gutes MITEINANDER bemühen

Dass wir in diese Adventtage mit Freude gehen wollen, ohne angestrengt nach Opfern zu suchen

Dass wir einfach nur aufmerksam sind - für das, wofür wir gebraucht werden

Dass wir aber auch hinhören und hinschauen auf unsere eigenen Sehnsüchte und Bedürfnisse, dass wir bereit sind, uns auf Neues einzulassen 

Bitten wir für all die Menschen, die in diesen Tagen schwer krank sind – bitten wir für alle, die betreuen und pflegen

und bitten wir so wie es Paulus schreibt: Gott möge uns reich werden lassen in der Liebe zueinander, damit wir voll Vertrauen und Zuversicht leben können

 

Du guter Gott. Ja ADVENT heißt warten – und ja, wir warten auf dich – und wissen doch, dass du schon längst da bist. DA bist du, mitten in all unserem Leben. In dem was gelingt, aber noch viel mehr in all dem, was nicht gelingt. Du bist in unserem Gut sein und in unserem Versagen. Wir dürfen ohne Angst sein.  Bleib DU mit uns auf dem Weg Amen.

 


Aus dem Evangelium nach Lukas - In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.


Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren
und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht wie eine Falle;
denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.

Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt"!

  

https://schott.erzabtei-beuron.de/advent/woche1/SonntagC.htm?datum=2024-12-01&r=1