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Dienstag, 12. November 2024

Fürbitten 13.11 dankbar sein - das kann man lernen

 


13.11.2024  Lk.17.11 Dankbarkeit, Aussätzige

Von der Dankbarkeit hören wir heute im Evangelium – Dankbarkeit, die für so manche gar nicht so selbstverständlich ist. Der Text berichtet von 10 Männern zur Zeit Jesu, die an Aussatz leiden und deshalb von der Gesellschaft strikt ausgesondert worden sind. Inständig bitten sie Jesus um Hilfe. „Hab Erbarmen mit uns“ rufen sie, und sie vertrauen Jesus, als dieser sie, ohne sie zu berühren, weiter schickt, sie sollen sich den zuständigen Priestern zeigen. Denn nur diese entscheiden über rein oder unrein. Am Weg dorthin werden die Männer geheilt. Aber letztlich kehrt nur einer der Geheilten zurück, um Jesus DANKE zu sagen. Dieser eine ist noch dazu ein Fremder, kein frommer Jude. Wie leben wir, nehmen wir alles als selbstverständlich hin? -  wofür sind WIR dankbar? Jetzt in diesem Gottesdienst, heute, an diesem Tag? Bitten wir heute 


Lass uns dankbar sein, weil wir in Frieden und Sicherheit leben, weil wir nicht wie Millionen anderer Menschen auf der Flucht sein müssen, vor Krieg, Gewalt, Hunger und Armut

 

Lass uns dankbar sein, weil wir in unserem Gesellschaftssystem frei denken und reden dürfen, weil wir nicht verfolgt werden wegen unserer Religionszugehörigkeit, wegen unserer Nationalität, wegen unserer freigewählten Art zu leben

 

Lass uns dankbar sein, weil unsere Kinder und Jugendlichen beschützt aufwachsen - nicht  ausgenützt durch Kinderarbeit und Prostitution – lass uns dankbar sein für unser Sozial und Gesundheitssystem und die Versorgung der Alten und Hilflosen.

 

Lass uns dankbar sein, für alle Arbeit und auch für alle Verpflichtungen, die wir haben, für das Leben in unseren Familien, mit unseren Freunden, mit unseren Arbeitskollegen und Nachbarn

 

Lass uns dankbar sein, für unsere Kirche, für unseren Glauben, für all das, was wir immer wieder an Vertrauen und Zuversicht geschenkt bekommen

 

Lass uns dankbar sein: auch für all das, was wir nicht verstehen: Enttäuschung, Traurigkeit, Krankheit, Schmerz, Verlust: dass wir auch all das annehmen können und immer besser vertrauen lernen

 

Du guter Gott, so lass uns also von Herzen dankbar sein und lass uns nicht aufhören um Frieden zu bitten. Ihn brauchen wir wie ein Stück Brot  So bitten wir im Namen Jesu Amen

Montag, 11. November 2024

Fürbitten 12.11 Gleichnisse dürfen auch empören

 


12.11. 2024  Lk.17.7  Behandelt uns Gott wie Sklaven -

„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Der Mohr kann gehen“. Das ist ein berühmtes Zitat aus dem Othello Drama von Friedrich Schiller. Im Evangelium heute lesen wir es ähnlich und es darf uns ruhig empören. Im Gleichnis, das Jesus erzählt, ist es ein Gutsherr, der seine Knechte rundum zur Arbeit anhält und sie wissen lässt: Erwartet bloß keinen Dank, ihr habt nur eure Schuldigkeit getan. Auf soziale Umstände dürfen wir das nicht umlegen, das wäre mehr als empörend  – das  Jesus Gleichnis will uns wohl für unser religiöses Leben etwas anderes sagen: Berufe dich nicht auf Verdienste oder Opfer, tu einfach, was deine Pflicht ist. Deine Pflicht, gegenüber dem Leben und gegenüber den Menschen, mit denen du lebst. Gott selbst ist uns nichts „schuldig“. So bitten wir heute

Dass wir nicht glauben, wir könnten uns religiös „Verdienste erwerben“,

dass wir nicht glauben, der Himmel stünde uns auf Grund unserer Frömmigkeit zu

dass wir nicht versuchen mit Gott abzurechnen und Leistungen von uns aufzurechnen

dass wir uns nicht Opfer auferlegen, um besser vor Gott dazu stehen

dass wir immer besser lernen, das Leben einfach anzunehmen, wie ist. Diesen Tag, heute, und was immer er uns bringen wird

und dass wir erkennen, dass wir tatsächlich dem Leben gegenüber eine Schuldigkeit haben: Freude und Dankbarkeit

Guter Gott, vor dir sind wir keine Sklaven, die du schikanierst. Du willst, dass wir in Freiheit unser Leben annehmen und dass wir aus der Kraft und der Freude heraus leben, so gut wie wir es können. So bitten wir im Namen Jesu Amen

Sonntag, 10. November 2024

Fürbitten 11.11 Ich geh' mit meiner Laterne ...

 

 11.11.2024 Hl.Martin  TEILEN macht Freude

Es sind die Kindergartenkinder, die diesen Tag besonders lieben. Es ist das Fest des heiligen Martin – und gefeiert wird es traditionell mit einem Laternenumzug. Die Laternen sollen leuchten - wie das „leuchtende Vorbild“ des heiligen Martin.  Die Legende erzählt vom TEILEN – für einen Bettler zerreißt der römische Offizier Martin seinen Soldatenmantel, einen großen weiten Umhang, um diesem frierenden Mann etwas Wärmendes zu geben. Der heilige Martin ist eine historische Persönlichkeit. Er hat ein durch und durch spannendes Leben geführt, 25 Jahre lang als römischer Offizier, ehe er Bischof von Tours wurde und auch als Begründer des abendländischen Mönchtums gilt. Aber bleiben wir beim TEILEN:  Im Grund hat wohl jeder von uns die Erfahrung gemacht, dass Teilen einem selbst guttut, dass es froh macht. Und trotzdem sind wir immer wieder knausrig. Oft weniger mit Geld als mit unserer Zuwendung. Denken wir auch an den Satz von Erich Kästner : Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Bitten wir heute

lass uns großzügig sein – wenn man uns um Spenden und Unterstützung für Andere bittet

lass uns großzügig sein – auch mit der Zeit und Zuwendung, die wir anderen schenken

lass uns großzügig sein - mit der Geduld, die wir oft aufbringen müssen

lass uns großzügig sein - mit der Kraft, die wir in unsere Arbeit investieren

lass uns großzügig sein - mit der Freude, die wir teilen 

lass uns großzügig sein - mit dem Vertrauen, das wir haben sollen

lass uns großzügig sein - mit dem Humor, an den Tagen, wo manches nicht so gut läuft

lass uns großzügig sein - mit dem „einander-gut-sein“

lass uns großzügig sein - mit der Liebe, auch für uns selbst

 

Du guter Gott. Nimm uns die Angst, im Leben zu kurz zu kommen. Schenk uns ein weites Herz, dass wir sehen, was andere brauchen und dass wir bereit sind, zu geben, was wir geben können. So wie Jesus gelebt hat, unser Bruder, in seinem Namen bitten wir dich, Amen

Martin ist Schutzpatron Frankreichs und der Slowakei und Patron des Burgenlandes und der Diözese Eisenstadt.



Samstag, 9. November 2024

Fürbitten 10.11 Wirklich, bis zum "letzten Hemd" ?

 


10.11.2024 Mk.12.38 Die Witwe und ihre paar Cents 

Groß-Herzig sein - es darf auch manchmal weh tun

 Sind wir bereit, um anderen zu helfen, „das Letzte“ zu geben? Bin ich bereit „das Letzte““ zu geben? Wer kann das überhaupt verlangen – und wie unrealistisch ist denn das? In der ersten Lesung aus der hebräischen Bibel hören wir von einer Witwe die bereit ist, ihr allerletztes Essen zu teilen, und das obwohl sie und ihr Sohn schon vor dem verhungern sind  – im Evangelium hören wir wie, wie Jesus im Tempel eine Witwe, eine arme Frau beobachtet,  die quasi auch ihre letzten Groschen, die letzten Cents die sie hat, in den Opferkasten wirft. Ganz im Gegensatz zu den Wohlhabenden. Gott sieht auf den wahren Einsatz. ER will sicher nicht unser letztes Hemd – aber es geht um die Hingabe, mit der wir bereit sind, uns zu „ver-aus-gaben“. Nicht nur finanziell. So bitten wir heute

lass uns großherzig sein, wenn man uns für bedürftige Menschen oder Projekte um finanzielle Hilfe bittet

lass uns großzügig sein – wenn Menschen unsere Zeit und Zuwendung brauchen

lass uns großherzig sein, damit wir auch Anderen einen Platz in unserem Land einräumen 

lass uns großzügig sein - mit dem Vertrauen, das wir einander geben

lass uns großzügig sein, mit der Geduld, die wir füreinander aufbringen

lass uns großzügig sein - mit der Liebe, die wir auch für uns selbst aufbringen sollen

und lass uns immer wieder daran denken : In der Nacht vom 9.auf den 10 November 1938 haben in ganz Österreich und Deutschland die Synagogen gebrannt, wurden fast alle jüdischen Bethäuser zerstört. Allein in Wien waren es 42 Synagogen. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört und geplündert, jüdische Männer und Frauen misshandelt. Tausende wurden in Konzentrationslager gebracht. Hunderte wurden schon in diesen Novembertagen ermordet. Es war der Auftakt zur Schoah, der Auftakt zum Holocaust. Und gerade jetzt erleben wir wieder ein beängstigendes Ansteigen von Antisemitismus: so bitten wir auch

für alle die DAMALS, im November 1938, schuldig geworden sind, für die Täter und die Mitläufer, die Feiglinge und die Denunzianten – 

bitten wir als Christen um Verzeihung für allen christlich motivierten Antisemitismus, der über Jahrhunderte hinweg großes Unheil angerichtet hat

 und bitten wir für die Situation HEUTE: bitten wir für unsere jüdischen Mitbürger, für die jüdischen Gemeinden in aller Welt, bitten wir, dass jüdische Menschen nicht wieder um ihr Leben fürchten müssen, und bitten wir um Frieden in diesem scheinbar unlösbaren Konflikt im Nahen Osten

 Amen




Freitag, 8. November 2024

Fürbitten 9.11 Kirche ist Kirche in der Gesellschaft

 

9.11.2024 Weihetag der Lateranbasilika  

Es mag etwas verstaubt anmuten, wenn heute in der Kirche das Fest einer Basilika gefeiert wird, die schon im Jahr 324 nach Christus geweiht wurde. Die Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche, sie führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“ und wurde von Kaiser Konstantin errichtet. Er verfügte Religionsfreiheit im ganzen Reich und unter seiner Herrschaft wurde das Christentum die privilegierte Religion. Eine einschneidende Zäsur für die Christengemeinden, die zuvor unter Verfolgungen gelitten hatten. Die durch Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte wiederholt restauriert und schließlich wurde der 9. November als Kirchweihtag der Basilika festgelegt. Bitte wir heute

 

Dass wir Christen dankbar sind, wenn wir in Ländern wohnen, wo unsere Religion anerkannt und geachtet ist

bitten wir für all die Christen, die in vielen Teilen der Welt nach wie vor unter Verfolgung leiden

bitten wir, dass wir uns als Christen mitverantwortlich fühlen für eine Wertschätzung anderer Religionen, dass wir Menschen anderer Glaubensgemeinschaften selbstverständlich respektieren und gegen diskriminierende Angriffe schützen

Dass wir uns als Christen in Österreich ganz bewusst um ein Klima der Toleranz und der Solidarität und Mitmenschlichkeit in unserem Land bemühen

Bitten wir, dass wir als Christen gerade jetzt in dieser angespannten Zeit Zeichen der Solidarität und der Zuversicht setzen können

bitten wir für unsere Kirche, dass sie weltweit ihren Beitrag zum Frieden leisten kann, nicht zuletzt auch durch unser tägliches Bitten und Beten für die Nöte dieser Welt

Denken wir auch daran: in der Nacht vom 9.auf den 10.November 1938 brannten in Wien, in ganz Österreich und Deutschland tausende Synagogen, wurden Jüdinnen und Juden gedemütigt, gequält und auch ermordet. Die Pogromnacht war ein Auftakt zum Holocaust. Bitten wir immer wieder um Vergebung und dass wir alles tun, um gerade heute einem wieder aufflammenden Antisemitismus entgegenzutreten

so bitten wir im Namen Jesu Amen

Donnerstag, 7. November 2024

Fürbitten 8.11 ein seltsames Jesus Gleichnis

 


8.11.2024 Lk.16.1  Der untreue Verwalter     Das "ungerechte" Geld - es nützlich machen

Im Evangelium erzählt Jesus heute eine Geschichte, in der er einen Betrüger als kluges Vorbild hinstellt. Nicht gerade politisch korrekt würden wir heute sagen. Worum geht es? Ein Verwalter muss damit rechnen, dass er demnächst wegen Veruntreuung seinen Job verliert. Was tut er? Wenn er schon gefeuert wird, will er sich wenigstens mit den Schuldnern seines Chefs gut stellen, vielleicht können die ihm ja nach seinem Hinauswurf nützlich sein. Also korrigiert der Mann die Schuldscheine der Klienten nach unten. Sein Chef hat den Schaden, er vielleicht einen Nutzen. Soll das ein Vorbild sein? Was will Jesus mit so einem Gleichnis sagen? Auf der einen Seite geht es um Betrug, wobei Menschen geholfen wird, die sich verschuldet haben  – auf der anderen Seite könnte das Gleichnis vielleicht heißen: Du sollst natürlich nicht betrügen, aber mach doch etwas Vernünftiges mit deinem Geld. Tu was Gutes, vielleicht kommt es auch dir zu Gute. So bitten wir:

Dass wir dankbar sind, wenn wir von dem, was wir selbst mehr als genug haben, anderen etwas abgeben dürfen

Dass wir Hilfesuchende nicht als Bedrohung empfinden, sondern als eine Chance für uns, mit unserem Geld Gutes zu tun

Dass wir anständig und korrekt bleiben, wenn es um Geld und Vermögen geht, bitten wir dabei auch für Papst Franziskus und sein Bemühen um saubere vatikanische Geldgeschäfte

bitten wir, dass wir niemand übervorteilen und niemand ausbeuten, indem wir das Billigste suchen

Dass wir bescheiden leben, aber keine rastlosen Schnäppchenjäger sind

Dass wir uns im Zweifel für das „Weniger“ oder den „Verzicht“ entscheiden

Dass wir uns aber auch nicht kranksparen und kleinlich sind

Dass wir Geld als etwas ansehen, mit dem man Gutes tun kann,  Anderen – aber, in Maßen, auch sich selbst –

Bitten wir für das soziale Klima in unserem Land, dass gerade in dieser angespannten Zeit auf die Schwachen und Schwächsten der Gesellschaft besonders geachtet wird.

 

Du guter Gott, lass uns die richtige Einstellung finden zwischen dem, was wir selbst zum Leben brauchen und dem, womit wir Anderen im Leben dienen können. Darum bitten wir im Namen Jesu, der sein Leben mit uns teilt . Amen

Mittwoch, 6. November 2024

Fürbitten 7.11 die Geschichte vom "verlorenen" Sohn - und seinem Bruder

 

7.11.2024  Lk.15.1  Verlorener Sohn – Barmherziger Vater – verbitterter Bruder

Heute hören wir im Evangelium die Geschichte vom verlorenen Sohn –  sie ist ein Klassiker der spirituellen Weltliteratur. Es ist die Geschichte vom gütigen und barmherzigen Vater, der sich bedingungslos über die Rückkehr des einen Sohnes freut, der Jahre zuvor im Streit von daheim weggegangen ist. Dieser Sohn ist gescheitert, er hat sein Erbe durchgebracht und sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Rückkehr zum Vater. Ihn will er um Vergebung bitten und ist dafür zu allem bereit. Der Vater aber braucht keine "Wiedergutmachung"- er feiert die Heimkehr seines Kindes mit einem Fest. Das wiederum verbittert den zweiten Sohn, den Älteren, der all die Jahre gewissenhaft und anständig daheim gelebt hat. Er reagiert verbittert, fühlt sich vom Vater verraten, er will nicht am Fest für seinen Bruder teilnehmen. Bleiben wir heute in Gedanken bei diesem älteren Bruder, dem, der nun mit seinem Leben hadert. Wird der Ältere seine Kränkung überwinden? Wird es zur Aus-Söhnung kommen?? Wie geschieht Versöhnung?  Bitten wir heute und denken wir dabei auch uns selbst

Für alle, die ihr Leben mit dem Anderer vergleichen und glauben, schlechter dran zu sein

Für alle, die sich benachteiligt fühlen und sich ganz schwer tun mit Eifersucht und Neid

Für alle, denen es schwerfällt, ihr eigenes Leben mit dankbaren Augen zu sehen

Für alle, die sich verrannt haben und umkehren wollen

Für alle, die großherzige Menschen brauchen, die ein Versagen, eine Schuld, nicht nachtragen

Für alle, die sich um Versöhnung und Ausgleich und Frieden bemühen

Bitten wir für uns selbst, dass wir großzügig und nicht nachtragend sind

Und bitten wir für die großen, unlösbar scheinende Konflikte in unserer Welt: dass es auch dort gelingt Gegner auszusöhnen und Frieden wieder herzustellen

 

Du guter Gott versöhne uns mit dir und versöhne uns untereinander, versöhne uns aber auch mit uns selbst, wenn wir an einer Schuld oder einem Versagen leiden: damit wir fähig sind das Fest deiner Liebe zu feiern, mit Jesus unserem Bruder, Amen

Dienstag, 5. November 2024

Fürbitten 6.11 MUT zum Leben

 

6.11.2024 Lk.14.25 wer nicht sein Kreuz trägt   

 „Wenn jemand zu mir kommt, muss alles andere, ja auch sich selbst, gering achten. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein“  Wir hören diese Jesus Worte heute im Evangelium. Schrecken solche Worte nicht ab? Macht das nicht Angst? Wer kann schon so radikal leben? Aber auch Menschen, die gar nicht religiös sind, wissen nur zu gut: "Das Leben ist kein Zuckerschlecken". So ist es eben: immer wieder sind wir mit Schwerem konfrontiert, müssen wir unangenehme Situationen durchstehen. Wir Christen haben es mit dem Blick auf Jesus vielleicht sogar leichter. Wir können viel Vertrauen mobilisieren, auch den Mut, den es braucht, jeden Tag wieder an dem Platz zu sein, wohin uns das Leben gestellt hat. Bitten wir, dass Gott uns all das gibt, was wir brauchen, um unser Leben gut und bisweilen wohl auch tapfer zu leben. Bitten wir

um die Kraft, auch nach Rückschlägen immer wieder neu anzufangen 

um einen langen Atem und Geduld für alles, was vor uns liegt

um Gelassenheit, dass wir auch Enttäuschung und Misserfolge wegstecken können

um Humor, dass wir uns selbst nicht so ernst nehmen

um Durchblick, dass wir sehen, was wirklich wichtig ist und wofür es sich lohnt, sich einzusetzen

um Zähigkeit, dass wir an einer Sache dranbleiben, auch wenn es Enttäuschungen gibt

um Unerschrockenheit, dass wir uns auch Phantasie und Visionen leisten

um Vertrauen, damit wir immer wieder neu anfangen

bitten wir aber auch um Freude, Freude, Freude: an allem was wir tun, denn nichts ist schlimmer, als nur Durchhalten, Pflicht erfüllen und die Dinge „hinter sich bringen“

 

Du guter Gott, immer wieder brauchen wir eine Extra Portion Mut zum Leben. Immer wieder stehen wir vor Entscheidungen, die uns viel abverlangen. Lass uns daran glauben, dass es keine Sackgassen im Leben gibt und dass wir dir rückhaltlos vertrauen dürfen. So bitten wir im Namen Jesu. amen.

 



immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Wolken von Zärtlichkeit
fangen mich ein,
und das Glück beißt
seinen kleinen Zahn
in mein Herz" Hilde Domin

 

"Das Schicksal des Menschen ist der Mensch." Brecht

 

An Ärger festhalten ist
wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht,
es nach jemandem zu werfen -
derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst." Buddha

 

„zu allem Handeln gehört Vergessen.“ Friedrich Nietzsche

 

"Momentan versuche ich, Freunde außerhalb von Facebook zu gewinnen.
Also gehe ich jeden Tag auf die Straße und erkläre den Leuten was ich gegessen habe, wie ich mich fühle, was ich gestern gemacht habe,
was ich momentan mache, was ich nachher machen werde.
Ich gebe ihnen Fotos meiner Kinder und Enkelkinder, meiner Katzen und Blumen, Fotos von mir beim Gärtnern oder im Swimming-Pool....
Ich höre auch ihren Gesprächen zu und sage ihnen: "I LIKE IT"
Und Du es klappt: es gibt schon 3 Personen, die mir folgen:  2 Polizisten und 1 Psychiater ! "

 

"Schade,
dass die Weltverbesserer nie bei sich anfangen" Mark Twain

 

"Wir sehen die Welt so,
wie wir erzogen wurden, sie wahrzunehmen." Carlos Castaneda

 

"Für das Glück brauchst Du Freiheit. Für die Freiheit brauchst Du Mut."
Perikles

 

"Man muss die Gerüste wegnehmen, wenn das Haus gebaut ist." Nietzsche

 

"Die Grundformel aller Sünde ist: Verfehlte oder versäumte Liebe."
Franz Werfel

 

"Ich bin kein Pessimist,

sondern bloß

ein gut informierter Optimist." José Saramago

 

 

„Das Leben ist das, was passiert, während wir mit anderem beschäftigt sind.“
John Lennon

 

„Liebe auf den ersten Blick
ist wie Diagnose
auf den ersten Händedruck“ George Bernard Shaw




Montag, 4. November 2024

Fürbitten 5.11 sich von Gott einladen lassen? Freude oder Streß ?

 


5.11.2024  Lk.14.15 Gleichnis vom Hochzeitsmahl

Im Evangelium hören wir heute das Gleichnis „vom Hochzeitsmahl“. Ein Herr, damit ist Gott selbst gemeint, lädt zu einem großen Festessen – aber keiner der Eingeladenen will kommen. Jeder hat einen anderen Grund, abzusagen. Am Ende lässt der Gastgeber die Krüppel, Blinden und Lahmen von der Straße holen, damit sein Haus voll wird. Auch wir haben jeden Tag viele und sicher auch gute Gründe, warum wir nicht so viel Zeit in Gott investieren können. Vielleicht liegt das Haupt-Problem einfach darin, dass Gott uns mehr Verpflichtung und Last ist, als Freude und Entspannung. Für Letzteres fände man leichter Zeit und würde sich dabei wohlfühlen. Wer mag schon, wenn er ohnehin im Stress ist, noch eine Gottes“-Verpflichtung auf sich nehmen. Bitten wir heute darum

Dass Gott uns keine lästige Verpflichtung ist, sondern seine Nähe wie ein Fest, auf das wir uns freuen

Dass wir Zeit mit Gott als „gewonnene“ Zeit empfinden

Dass Gott keine Verbotstafel in unserem Leben ist, sondern ein Hinweisschild für Dankbarkeit und Freude

Dass wir letztlich Gott in allem erkennen, was unser Leben ausmacht, in den guten Zeiten und in den auch weniger guten.

Dass wir unser Leben, ausgerichtet auf Gott, vertrauensvoll leben können

Dass wir immer besser lernen, uns selbst Gutes zu tun und dass wir auch darin Gott auch erkennen

 

So bitten wir dich guter Gott, hilf uns dich zu lieben und dich in allem zu sehen, was unser Leben gut und dankbar macht. Dass wir die Freude an dir weitergeben können, Heute und morgen und so lange wir leben. Amen

Sonntag, 3. November 2024

Fürbitten 4.11 beginnen wir sie großzügig, die neue Woche


4.11.2024 Lk.14.12 nicht auf GEGEN-SEITIGKEIT

 Ja, auch DER Versuchung erliegen wir bisweilen: wir sind großzügig und entgegenkommend, weil wir insgeheim und unbewusst das auch von unserem Gegenüber erwarten. Man macht ein Geschenk und weiß, dass man ja irgendwann auch beschenkt werden wird. Oder der andere sich anderswie erkenntlich zeigen wird…. Aber genau SO sollen wir nicht handeln, sagt Jesus heute im Evangelium. „Lade Arme, Krüppel Lahme und Blinde ein“, die, die dir nichts zurückgeben können. So bitten wir heute

lass uns großzügig und selbstlos sein, wenn Menschen unsere finanzielle Hilfe brauchen

lass uns großzügig und selbstlos sein, auch wenn wir Zeit und Zuwendung geben sollen

lass uns großzügig und selbstlos sein, wenn es darum geht, Anderen eine Chance zu geben

lass uns großzügig und selbstlos sein, mit der Geduld, die wir füreinander aufbringen müssen,

lass uns großzügig und selbstlos sein, mit dem Vertrauen, das wir einander geben

lass uns großzügig und selbstlos sein - mit der Kraft, die wir in unsere Arbeit investieren

lass uns großzügig und selbstlos sein, auch mit der Freude, die wir teilen sollen

lass uns großzügig und selbstlos sein – wenn es darum geht, Fehler anderer nicht mehr aufzurechnen  

lass uns großzügig sein - mit dem Humor, an den Tagen, wo manches nicht so gut läuft

lass uns großzügig sein - mit der Liebe, die wir auch für uns selbst aufbringen sollen

 

Du guter Gott. Du willst ALLES – und Du willst, dass wir ALLES von Dir erwarten. Nimm uns die Angst, im Leben zu kurz zu kommen. Schenk uns ein weites Herz, dass wir sehen, was andere brauchen und dass wir bereit sind, zu geben, was wir geben können.  So wie Jesus gelebt hat, unser Bruder, in seinem Namen bitten wir dich, Amen

 

 

 


Samstag, 2. November 2024

Fürbitten Sonntag 3.11 Das wichtigste Gebot ?

 

3.11.2024 Mk 12.28   Gottesliebe Nächstenliebe  

„Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft“ – so sollen die Israeliten Jahwe lieben: ob sie wachen oder schlafen, ob sie zu Hause sind oder unterwegs, in ihrem privaten Leben oder öffentlich, – immer sollen die Worte Gottes in ihrem Herzen eingeschrieben sein. Dazu verpflichtet Moses sein Volk. Wir hören es heute in der 1.Lesung. Im Evangelium wird Jesus auch nach diesem WICHTIGSTEN Gebot gefragt. Und Jesus geht über das hinaus, was Moses den Israeliten als Verpflichtung auferlegt hat. Ja, das Wichtigste sei Gott zu lieben – aber gleich danach kommt die Liebe zu unserem Nächsten. Wie sehr lassen wir uns „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, und mit ganzer Kraft“ – auch auf diese Nächstenliebe ein ? Bitten wir heute

dass wir uns als „Nächsten“ nicht den aussuchen, der uns am Angenehmsten wäre

dass wir vielmehr bereit sind, den Menschen annehmen, der uns gerade heute als „unser Nächster“ über den Weg läuft und den uns Gott ans Herz legt

dass wir als Christen ein Klima schaffen, in dem auch in der Gesellschaft jeder Mensch ganz selbstverständlich als „unser Nächster“ gesehen wird

dass wir die Anderen, dass wir „unsere Nächsten“, grundsätzlich respektieren, wie sie sind

dass wir uns bemühen, immer zuallererst das Gute im „Nächsten“ zu sehen

dass wir aber auch daran denken, dass auch wir uns selbst „der Nächste“ sind, dass wir uns selbst Gutes tun dürfen und dabei kein schlechtes Gewissen haben müssen

bitten wir auch um eine Gottes-Liebe, in der wir uns nicht verbiegen und nicht krampfhaft „Opfer“ bringen müssen, sondern eine Liebe, die uns frei von Zwängen und lebensfroh macht

und bitten wir, dass es uns immer wieder gelingt hilfreich für die zu sein, die Unterstützung und Solidarität brauchen.


Du guter Gott, so bitten wir, lass uns wirklich leben und lieben „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft“. Dass wir uns auch selbst annehmen können so wie wir sind – jeden Tag in Dankbarkeit. So auch heute, amen

auch Allerseelen - immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Einst werde ich liegen im Nirgend

Bei einem Engel Irgend.“ Paul Klee

 

„Der Tod der Tod der Tod

Dreimal gesagt und es gilt nichts.

Tausendmal gesagt ist keinmal erlebt“  Günter Kunert

 

Ich komm, weiß nicht woher,
Ich bin und weiß nicht wer,
Ich leb, weiß nicht wie lang,
Ich sterb und weiß nicht wann,
Ich fahr, weiß nicht wohin:
Mich wundert, daß ich so fröhlich bin.

Da mir mein Sein so unbekannt /

geb' ich es ganz in Gottes Hand /

die führt es wohl so her wie hin

mich wunderts, dass ich noch traurig bin

(Verfasser unbekannt
erw. Hans Thoma † 1924)

 

"Man ist nur so jung wie man sich fühlt.

Man denkt nur so tief wie man sich wühlt.

Man kriegt nur so viel wie man sich gibt.

Man lebt nur so lang wie man sich liebt." Robert Gernhardt

 

"alles.

es ist alles zum letzten mal,

wenn wir das einsehen würden,

ginge uns die Liebe auf."       ilse aichinger

 

 

"Nichts ist

- sagt der Weise.

Du lässt es erstehen.

Es wird mit dem Wind

Deines Atems verwehen

Unmerklich und leise.

Nichts ist. Sagt der Weise." Mascha Kaléko

 

 

Himmel und Hölle gehören ausgelöscht:
"Man sah Rabi’a (islamische Mystikerin) in den Straßen von Basra mit einem Eimer Wasser in der einen Hand und einer Fackel in der anderen Hand. Als sie gefragt wurde, was dies zu bedeuten habe, antwortete sie: „Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in Hoffnung aufs Paradies anbete, sondern nur noch um Seiner ewigen Schönheit willen.“

 

"Gott sei Dank gibt es nicht
was 60 bis 80 Prozent der Zeitgenossen
sich unter Gott vorstellen" Karl Rahner

 

„Es ist gut,
wenn uns die verrinnende Zeit
nicht als etwas erscheint
das uns verbraucht oder zerstört
sondern als etwas,
das uns vollendet." Antoine de Saint-Exupery

 

"Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von dem Wehen
...sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin." Rilke

 

"Sei doch unbesorgt.Auch die Blätter fallen
ohne Murren ab" Kobayashi Issa


"Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
...und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt..." Rilke


"Wir müssen immer lernen.

Zuletzt auch noch sterben lernen" Marie von Ebner Eschenbach




Freitag, 1. November 2024

Fürbitten 2.11 ALLERSEELEN

 

2.11.2024 Allerseelen 

 Wir Menschen sehnen uns so sehr nach einem guten Leben. Die meisten von uns wollen nicht viel mehr, als Zufriedenheit und Glück. Aber immer wieder ist es der Tod, auch die Angst vor dem Tod, wo wir an eine Grenze stoßen. Wie sinnvoll kann ein Leben sein, an dessen Ende unweigerlich der Tod steht? Gerade diese Zeit der Krise, die verheerende Situation im Nahen Osten, der schreckliche Krieg in der Ukraine, die Hilflosigkeit, die wir empfinden – das alles macht uns die Zerbrechlichkeit von Leben so sehr bewusst. So kommen wir mit unserer Sehnsucht zu Dir, Gott und rufen: Guter Gott, sei DU uns Leben – wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten für die Menschen in unseren Familien, die gestorben sind – so viel verbindet uns mit ihnen – manche sind viel zu früh gestorben, der Schmerz tut immer noch weh


Wir bitten für unsere verstorbenen Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten, mit denen uns ein Stück Weg und die Dankbarkeit für gemeinsam erfahrene Lebensfreude verbinden.

 

Wir bitten für alle, die ein Kind verloren haben. Für all die Kinder, die nie geboren wurden, Kinder, die tot geboren wurden, Kinder, die keine Chance hatten, erwachsen zu werden.

 

Wir bitten für die Menschen, die Opfer von Terror, Krieg und Gewalt geworden sind. Opfer von Naturkatastrophen. Wir bitten ganz besonders für alle, die in Todesgefahr leben und in größter Verzweiflung.

 

Besonders bitten wir für all die, die jede Lebensfreude verloren haben, die sich „wie tot“ fühlen, die keine Freude und keine Dankbarkeit empfinden können. Lass uns bedrückten Menschen beistehen, wo immer wir es können

 

Und wir bitten für alle Schwerkranken und Sterbenden, für alle, die Angst vor dem nahen Tod haben und für die, die ihren Tod herbeisehnen – und wir bitten für uns selbst, dass wir dankbar leben und immer mit Zuversicht und Hoffnung.

 

So bitten wir Dich, Gott des Lebens, du kennst unsere Sehnsucht nach Freude und Liebe. Schenke uns immer wieder Menschen, die uns aufrichten und lass uns selbst Menschen sein, die anderen ein Trost in schweren Zeiten sind Amen

 

SELIG SEID IHR

 


„Selig sind, 

die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können,

 denn es wird ihnen viel Ärger erspart bleiben“

 

„Selig sind, 

die über sich selbst lachen können, 

denn sie werden sich köstlich amüsieren“.


„Selig sind, 

die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, 

ohne dafür eine Entschuldigung suchen zu müssen. 

Sie werden Weise genannt werden“.


„Selig sind, 

die schweigen und zuhören können. 

Sie werden viel Neues lernen“.


„Selig seid ihr, 

wenn ihr ein Lächeln bewundern und eine Grimasse vergessen könnt. 

Euer Weg wird voller Sonnenschein sein“.


„Selig seid ihr, 

wenn ihr das Benehmen anderer immer mit Wohlwollen beurteilen könnt. 

Man wird euch für naiv halten, aber die Liebe fordert es“. 


„Selig, 

die vor dem Handeln nachdenken und vor dem Nachdenken beten. 

Sie werden viele Dummheiten vermeiden“

 

„Selig seid ihr, 

wenn ihr lächeln und schweigen könnt, 

wenn man euch ins Wort fällt oder euch widerspricht. 

Dann hat die frohe Botschaft angefangen euer Herz zu verwandeln“.


 

„Selig seid ihr, 

wenn ihr Gott erkennt in allen, die euch begegnen, 

denn dann habt ihr das wahre Licht und die echte Weisheit gefunden“.


 Die "Seligpreisungen" 

in einer Nachdichtung der "Kleinen Schwestern" von Paris