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Mittwoch, 28. Januar 2026

Fürbitten 29.1. Ja, manchmal braucht es "Maßlosigkeit"

 


 29.1.2026  Mk. 4.21 mit dem Maß, mit dem ihr messt ...

 Manchmal fragt man sich: ist Jesus eigentlich ein Zyniker? „Wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, dem wird auch das noch weggenommen, was er hat“ sagt Jesus heute im Evangelium, wie es Markus erzählt. Ja, genau so schaut die auch Welt aus. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer. Ist es das, was Jesus meint: die Tüchtigen bekommen halt immer mehr, und der Rest soll schauen, wo er bleibt????? Vielleicht gehen wir im Text lieber zwei Sätze zurück, da heißt es: „Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugeteilt werden“. Wenn es um Vergebung geht, um Zuwendung, um Teilen geht: ja, vielleicht stimmt dann der Satz: wer viel davon hat und gibt, der wird noch mehr von dieser inneren Kraft bekommen

 

bitten wir um Maßlosigkeit -

dass wir teilen und geben, ohne insgeheim gleich auch etwas zu erwarten

 

bitten wir um Maßlosigkeit - 

dass wir auf Andere zugehen, offen und vorurteilslos

 

bitten wir um Maßlosigkeit

in unserer Geduld, dass wir immer wieder neu anfangen und Anderen eine neue Chance geben

 

bitten wir um Maßlosigkeit

in unserer Neugierde, dass wir uns selbst keine ängstlichen Tabus auferlegen und dass wir keine Angst vor dem Risiko haben

 

bitten wir um Maßlosigkeit

in unserer Freude und Dankbarkeit, dass wir nicht aufrechnen, was uns verdrießt, sondern dass wir das Gute genießen und uns getrauen, immer mehr davon zu erwarten

 

und bitten wir um Maßlosigkeit

in der Liebe, dass wir es aushalten auch die Dummen zu sein, weil wir nichts erwarten, aber

geben wollen, was wir geben können

 

 

So bitten wir dich guter Gott um die Gnade dieser Art der Maßlosigkeit. Wo wir selbst unser Leben hingeben, in aller Alltäglichkeit – da schenke Du Leben in Fülle. Darauf vertrauen wir im Namen Jesu und danken dir. Amen