23.1.2026 Heinrich Seuse Mystiker sein
In der Liturgie feiert man heute den Gedenktag von
Heinrich Seuse, einem deutschen Mystiker im 13.Jahrhundert. Er war
Dominikanermönch und Schüler des berühmten Meister Eckehart. Mystiker und
Mystikerinnen sind in der katholischen Kirche immer einen gefährlichen Weg
gegangen, vom Scheiterhaufen bedroht oder in späteren Zeiten vom
Kirchen-Ausschluss. Der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner aber sagte: „Der
Christ von morgen wird Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein“. Später
formulierte Rahner das in die Gegenwart: „Der Christ von HEUTE muss Mystiker
sein“. Mystiker seien Menschen, sagt Rahner, die selbst etwas von Gott erfahren
haben, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu Gott zu finden und zu gehen.
Mystiker finden zu einer tiefen Freude in Gott, den sie ja in sich selbst
erfahren. Heinrich Seuse sagte: "Gott
will uns nicht der Lust berauben, er will uns Lust geben in Unendlichkeit". So
bitten wir heute
sei uns Gott, ganz in uns selbst - und nicht ein Gott der Bücher und Lehrmeinungen
sei uns Gott, ganz in uns selbst - der uns das Leben weit und ohne Angst macht
sei uns Gott, ganz in uns selbst - vor dem wir sein dürfen,
wie wir sind
sei uns Gott, ganz in uns selbst - DU, der uns zum Miteinander führt
sei uns Gott, ganz in uns selbst - DU, der Wunden heilt und Versöhnung möglich
macht
sei uns Gott, ganz in uns selbst, - DU, mit dem wir JETZT und HEUTE leben, denn
hier beginnt die Ewigkeit
sei uns ein Gott der Liebe, weil wir dich niemals fürchten dürfen,
sondern nur von Herzen lieben
Denn Du bist „Gott
mit uns“, Gott mit ALLEN Menschen, die dich suchen. Wir gehen den Weg
mit Jesus – aber alle Wege führen zu Dir, dem Gott für uns alle. Gott, der mit
uns lebt und liebt - heute und alle Tage amen.