17.1.2026 Tag des Judentums
Die christlichen Kirchen in Österreich feiern
auch heuer am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Dieser Gedenktag am 17. Jänner wurde im Jahr
2000 vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) eingeführt, um das
Bewusstsein zu fördern, dass das Christentum wesentlich mit dem Judentum
verbunden ist. Ganz bewusst wird an die Wurzeln erinnert, die alle christlichen
Kirchen gemeinsam im Judentum haben. Wie Paulus sagt: "Nicht DU trägst die
Wurzel, sondern DIE WURZEL trägt dich“. (Röm.11.18) Ohne Judentum gäbe es kein
Christentum. Jesus war bis zu seinem Tod Jude, das dürfen wir nie vergessen. Zugleich soll aber auch das
Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert
werden. In Gottesdiensten und Gedenk- und Lernveranstaltungen. Auch in Italien,
Polen und den Niederlanden wird der Tag begangen. Das Datum dafür wurde bewusst
gewählt. Die Kirchen sollen den Geist dieses Tages in die anschließende
weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner)
weitertragen So bitten wir heute:
für unsere Kirche und für alle christlichen Kirchen, dass
sie sich immer auf die jüdischen Wurzeln besinnen, aus denen sie gewachsen
sind, und sie mit Dankbarkeit und großem Respekt bewahren und verkündigen
bitten wir immer wieder um Verzeihung für das, was
christlicher Antisemitismus über Jahrhunderte hinweg bis in unsere Gegenwart an
Verbrechen an jüdischen Menschen möglich gemacht hat.
Fassungslos erleben wir aber, wie Antisemitismus auch
heute immer wieder offen in unserer Gesellschaft aufflammt, bitten wir, dass
gerade wir als Christen eine deutliche Gegenstimme sind
bitten wir für die jüdischen Mitbürger in unserem Land
und für jüdische Menschen überall auf der Welt, dass sie in Frieden leben
können, respektiert in ihrem Glauben –
bitten wir ganz besonders für die leidenden Menschen in Israel und Palästina und in Gaza: bitten wir um das Wunder, dass die Menschen einander in ihrem Leid wenigstens einmal verstehen könnten
bitten wir nicht nur für Christen und Juden, sondern auch für die Muslime, auch sie glauben an den einen Gott Abrahams: lass dass alle Menschen guten Willens so auch in ihren Herzen zueinander finden könne
bitten wir für uns selbst, dass wir uns darum bemühen, immer besser zu verstehen, wie eng unser Glaube mit dem des Judentums verbunden ist und dass wir als Christen gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung Anderer auftreten.
Du guter Gott, so lass uns heute auch in das
tägliche Gebet der frommen Juden einstimmen Schemá Jisraél Adonaj
Elohejnu Adonaj Echad. : „Höre,
Israel: Der Herr ist dein einziger Gott. Und du sollst deinen Gott lieben, von
ganzem Herzen, mit ganzer Seele und allen deinen Kräften - Und deinen Nächsten wie Dich selbst.“
Herr, Bewahre uns alle in der Liebe, in der wir dich suchen. Lass uns zueinander – und gemeinsam zu
DIR finden. Amen
