Sich nicht dümmer stellen als man ist
obwohl:
"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt."
Mark Twain
Sich nicht dümmer stellen als man ist
obwohl:
"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt."
Mark Twain
6.3.2026 Gen. 37.3 Josef und seine Brüder -Weltgebetstag der Frauen
In der 1.Lesung hören wir heute einen kleine Ausschnitt aus der Geschichte von „Josef und seinen Brüdern“. Diese dramatische Erzählung ist zu einer klassischen Geschichte der Weltliteratur geworden. Nicht zuletzt Thomas Mann hat den Stoff in seiner berühmten Roman Tetralogie bearbeitet. Es geht um einen jungen Mann, Joseph, er ist der jüngste einer Schar von Brüdern und der Liebling seines alten Vaters. Die Brüder aber hassen ihn. Aus Eifersucht, Neid, Geld-Gier und Missgunst begehen sie fast einen Bruder Mord – letztlich aber verkaufen sie Joseph als Sklaven, der Vater soll glauben, wilde Tiere hätten Joseph getötet. Dieser Joseph wird aber dann in Ägypten zur rechten Hand des Pharao, und in dieser Funktion kann er Jahre später seine Brüder und sein Volk aus einer Hungersnot retten. Heute geht es um den Verrat an Joseph, um das Verbrechen der Brüder an einem Schuldlosen. Die Geschichte soll natürlich auch auf Jesus hindeuten, auch er wird verraten und verkauft. Was uns das alles angeht? Bedenken wir und bitten wir heute in Stille, dass wir manches weder gut machen dürfen
Habe auch ich jemand „verraten und verkauft“ - Weil mir ein guter Witz mehr wert war als die Würde des Anderen
Habe auch ich jemand verraten und verkauft . Weil ich die Fehler eines anderen aufgedeckt habe, vielleicht um mich selbst wichtig zu machen und in einem guten Licht dazu stehen?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich schlecht über jemand geredet habe, auf den ich vielleicht nur neidisch bin?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich weiter getratscht habe, was mir jemand als Geheimnis anvertraut hat?
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich eine wichtige Information nicht weiter gegeben habe
Habe auch ich jemand verraten und verkauft - Weil ich lieblos und respektlos über ihn rede
Heute wird auch der jährliche Weltgebetstag der Frauen begangen. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ richtet sich der Blick auf das westafrikanische Land Nigeria, wo die Menschen besonders unter Gewalt und Armut leiden. Bitten auch wir für alle Anliegen besonders der Frauen in diesem Land.
Und
bitten wir jeden Tag wieder um ein Ende des Krieges im Nahen Osten, so wir wir auch für die Ukraine und alle anderen Konfliktgebiete unserer Welt beten. Du guter Gott; schenke Frieden. Amen
Enttäuschungen
nicht nur locker wegstecken
NEUES dabei lernen
"Lebensklugheit bedeutet: alle Dinge möglichst wichtig,
aber keines völlig ernst nehmen". Arthur Schnitzler
"Es trifft gewiss zu, dass die Hoffnung eine Gnade ist. Aber
fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere
Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine
neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren". Siegfried
Lenz
5.3.2026 Lk.16.19 Der satte Reiche und der arme Lazarus
Die
Geschichte, die wir heute im Lukas Evangelium hören, (und die Geschichte ist
nur dort überliefert) diese Geschichte ist ein Klassiker der Weltliteratur
geworden: Jesus erzählt die Parabel vom reichen Mann und vom armen Lazarus. Der
Reiche ist sehr sehr reich, er ist hartherzig und mitleidlos, die Armen vor
seiner Türe kümmern ihn nicht – dort, vor seinem Haus liegt der arme Lazarus,
halb verhungert, von Geschwüren bedeckt. Als beide sterben, kommt der Reiche in
die Unterwelt, wo er von Schmerzen gepeinigt wird – der arme Lazarus aber wird
von den Engeln zu Abraham getragen und lebt nun im Paradies. Dem armen, im Leben geschundenen,
ausgebeuteten Lazarus geht es dann gut. Wer gläubig ist, kann sich so ein happy
end vorstellen: IRGENDWANN wird es dann ja wenigstens Gerechtigkeit für den
Armen geben!!???? Aber wenn es nur DIESES Leben gäbe? Den meisten von uns geht
es JETZT gut. Natürlich, wir können nichts dafür, dass wir in
den reichen Teil der Welt hinein geboren worden sind. Viele von uns tun auch gar
nicht so wenig, um wenigstens mit Spenden Armut lindern zu helfen. Denn die
Hilfe für die Armen, wir wissen es, ist die NAGEL-Probe unseres Christseins. So
bitten wir heute
dass wir zunächst einmal Tag für Tag dankbar dafür sind, dass wir
selbst in Wohlstand und Frieden leben dürfen – dass wir uns bewusst sind, wie
privilegiert wir leben
Dass wir selbstverständlich und hilfsbereit auf
die Not anderer reagieren – dass uns die Katastrophe und die Not anderer nicht
kalt lässt.
Dass wir bewusst zu einem gesellschaftlichen
Klima beitragen, in dem es selbstverständlich ist, hilfsbereit auf die Not
anderer zu reagieren – dass wir Flüchtlinge, Migranten und Arme nicht als
Bedrohung wahrnehmen
Dass wir aber immer wieder auch darüber
nachdenken, wie sehr wir an Sicherheit und Wohlstand hängen, wie viele
Abhängigkeiten es da noch gibt
Bitten wir, dass wir auch die Not in unserer
nächsten Umgebung sehen, wo es oft nicht finanzielle Unterstützung braucht
sondern einfach DA-Sein für einen anderen und sich Zeit nehmen – denn immer
gibt es Menschen die wie Lazarus förmlich verhungern, weil sich niemand um sie
persönlich kümmert und annimmt.
bitten wir, dass wir aber auch den geschundenen
Lazarus in uns selbst sehen: dieses kleine Ich, das oft so armselig ist, so ausgehungert nach
Liebe und Zuwendung. Dass wir die Freundlichkeiten anderer dankbar annehmen
können. Dass wir zu uns selbst gut sind, dass wir uns ganz bewußt jeden Tag
etwas Gutes tun.
Du guter Gott. Wir sehen
eine Welt, die ungerecht und grausam ist. Lass uns hilfreich sein, wo immer WIR es mit
unseren Fähigkeiten können. Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen
Ja, auch das kann man üben -
im Zweifelsfall
das Bessere annehmen
"Humor und Geduld sind Kamele,
mit denen wir durch jede Wüste kommen."
4.3.2026 Jer.18.18
Gib acht auf mich
„Gib du Herr acht auf mich“, fleht der Prophet Jeremia, wir hören es heute in der ersten Lesung. Das Leben ist voller Situationen, in denen es hilfreich wäre, wenn man daran glauben könnte, dass Gott uns hört und uns hilft. Glauben wir daran? Leicht ist es nicht immer. Bitten wir heute für alles, was uns Sorge macht
Wir bitten für alle Menschen im Krieg, wir denken in diesen Stunden besonders an die Menschen im Nahen Osten – an alle die schuldlos zum Opfer in Konflikten werden, auf die sie gar keinen Einfluss haben.
So bitten wir auch für die Menschen in der Ukraine und wir bitten für alle, die etwa auch in Afrika schwer von lokalen Kämpfen und Konflikten betroffen sind.
„Gib du Gott acht auf mich“ – so bitten wir auch für alle, die wegen ihrs Glaubens oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden
Wir wollen immer wieder vor allem für die bitten, die niemand haben, der in ihrem Namen bitten und beten kann – und wir bitten wir für alle, die schwer krank sind und viel Kraft und Hoffnung brauchen
Im Evangelium heute sagt Jesus: wer Erster sein will, soll Diener aller sein. So bitten wir heute auch für alle Männer und Frauen, die in unserer Stadt, die in unserem Land der Öffentlichkeit dienen
die unsere Straßen kehren, den Müll entsorgen,
die Öffis lenken, die mit Taxis und Krankenwagen fahren
die Menschen, die in Spitälern und Altersheimen arbeiten
und für alle, deren
Einsatz für Andere so oft unbedankt bleibt
Du guter Gott, segne ihre Arbeit für uns – und gib acht
auf uns alle, wir selbst fühlen uns oft so sehr hilflos. Amen
FASTEN: NEIN SAGEN
aber nicht nur bei der süßen Verführung
NEIN sagen lernen,
auch wenn mir etwas zu viel wird
3.3.2026 Mt.23.1 gegen die Pharisäer
Um eine besondere Form der Heiligkeit geht es heute im Evangelium. Um die Schein – Heiligkeit. An sich hören wir eine Scheltrede Jesu gegen einige Schriftgelehrte und Pharisäer: Ihnen wirft Jesus vor, die Menschen mit unzähligen Geboten, Gesetzen und Vorschriften zu belasten – während sie selbst ganz anders leben. Nach außen hin seien sie fromm, sie fühlten sich auch als etwas viel Besseres als die anderen Leute – aber alles ist nur Getue und Gerede. Für Jesus ist diese nach außen hin strenge Wohlanständigkeit ein Gräuel – aber trifft sein Vorwurf nur die Pharisäer seiner Zeit? Alle Bibelstellen sollten wir immer so lesen, als würde Jesus letztlich auch zu uns sprechen, ja ZU MIR! Bitten wir heute – ganz bewusst in der ICH FORM
Jesus hilf mir, - dass ich mich nach außen hin nicht anders gebe, als ich in Wirklichkeit bin
hilf mir, mich selbst zu durchschauen, dass ich meine wirklichen Absichten und Motive immer wieder hinterfrage
lass mich gerade auch in der Fastenzeit keinen Wettbewerb in äußerer Frömmigkeit veranstalten
lass, dass ich mich nicht selbst mit religiösen Idealen überfordere, dass ich mir selbst nichts aufzwinge, was für mich keinen Sinn macht
bewahre mich davor, mich wichtig zu machen und Gutes zu tun, nur um dafür gelobt zu werden
lass mich kritisch prüfen, ob ich es wirklich GUT mit jemand meine, oder mich nur wichtig machen will
hilf mir, dass ich andere nicht mit meinen Vorstellungen und Anforderungen überlaste
hilf mir, dass ich nicht verdrossen und missgünstig bin, sondern lebensfroh, gütig und zuversichtlich
bitten wir, dass auch all die Menschen, die eine Funktion in der Kirche haben, nicht mit einer doppelten Moral leben oder leben müssen -
und bitten wir, dass kirchliche Vorschriften Menschen nicht verurteilen und niederdrücken sondern ihnen vielmehr Mut und Trost fürs Leben geben
Du guter Gott, lass uns wahrhaftige und
authentische und vor allem gütige und barmherzige Menschen sein. Das erbitten
wir durch Jesus unseren Herrn und Bruder Amen
|
EVANGELIUM |
Mt
23, 1-12 |
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen;
denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr
niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im
Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer
Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,
und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“.
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-27
Zweite Woche -
reicht die Geduld eh noch ?
Ich wohne
im Land des Habens
im Land der Blindheit
im Land des Egoismus
im Land des Hasses
im Land der Unfreiheit
im Land des Todes
auf dein Wort hin
will ich
den Aufbruch wagen
und in das Land ziehen
das du mir verheißen hast
Land des Lebens
will ich es nennen
(Andrea Schwarz, in:
Dieselbe, Bunter Faden Zärtlichkeit
2.3.2026 Lk 6.36, seid barmherzig, richtet nicht
Wenn wir ehrlich sind, dann gibt es Worte von Jesus, Forderungen von
ihm, die uns einfach überfordern. Etwa „Liebet eure Feinde“ – das lassen wir
wohl meist nur als fromme Bitte einfach so dastehen. Was heute aber Jesus im
Evangelium einfordert, das könnten wir vielleicht doch mit einigem guten Willen
schaffen? Seid barmherzig, sagt er, richtet nicht, verurteilt nicht, vergebt
einander. Wie sehr könnte das unser aller Leben erleichtern. Eine neue Woche
beginnt, viel Gelegenheit zum üben!!! so bitten wir
lass uns „barmherzig“ sein - dass wir die Fehler der anderen nicht auf die Goldwaage legen
hilf uns geduldig und
verständnisvoll zu sein
lass uns aufhören, zu „richten“ - dass wir uns nicht so schnell ein Urteil über Andere anmaßen
dass wir Vorurteile ablegen
und auf das übereinander tratschen verzichten
lass uns nicht verurteilen - dass wir niemand als hoffnungslos und unverbesserlich abschreiben
dass wir alte Fehler nicht ewig
aufrechnen
lass uns einander vergeben - dass wir aus einer Mücke keinen Elefanten machen, wenn uns etwas kränkt
dass wir nach einem Konflikt
wirklich einen Schlussstrich ziehen
Jesus, lass aber, dass wir auch mit uns selbst barmherzig sind, dass wir uns nicht mehr abfordern als uns guttut. Dass wir nachsichtig sind, dass wir uns vergeben, gerade auch jetzt in der Fastenzeit, wenn wir nicht all das durchhalten, was wir uns vorgenommen haben
mach uns vor allem großherzig - großzügig den anderen und uns selbst gegenüber. Bewahre uns selbst vor Wehleidigkeit und Selbstmitleid, lass uns nicht unserer Gegenwart krank jammern. Hilf uns Vertrauen und Zuversicht weiterzugeben
|
EVANGELIUM |
Lk
6, 36-38 |
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die
Schuld erlassen
+ Aus dem heiligen Evangelium nach
Lukas
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
36Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht
gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt
werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen
werden.
38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In
reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn
nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.
Dass wir uns in jeder Lebensphase, vor allem auch im Alter Veränderung zutrauen, ein neues Denken
Dass wir auch Krisen und Schwierigkeiten als Chance sehen, dass daraus etwas Neues, Gutes entstehen kann
Dass wir dankbar sind, für neue Impulse, neue Ideen – für das auch was uns Kunst, Literatur, Musik und auch andere Religionen sagen können
Dass wir nicht aus Ängstlichkeit darauf bestehen, es müsste alles so bleiben, wie es immer schon war
Dass wir uns auch von lieb gewordenen Gewohnheiten trennen können, wenn wir sehen, dass sie uns selbst und anderen nicht mehr gut tun
Dass wir auch anderen Veränderung zu trauen - Dass wir niemand dabei entmutigen, neue Wege einzuschlagen
Und bitten wir nicht zuletzt: dass wir auch an den Frieden glauben - trotz einer Realität, die uns alle niederdrückt
Du guter Gott, lass uns wie Abraham neu
aufbrechen aus aller Gewohnheit und Routine: gib uns Freude am Neuen und gib
uns Selbstvertrauen. Mit Jesus lass uns ein Stück von einem neuen Himmel und
einer neuen Erde sehen. Amen
Die
Abraham-Erzählungen spielen nach der biblischen Chronologie im zweiten
Jahrtausend v. Chr. (ca. 19./18. Jh. v. Chr.). Die Überlieferungen über Abraham
sind jedoch sämtlich erst in viel späterer Zeit entstanden bzw. verschriftlicht
worden. Daher ist es aufgrund der Quellenlage unmöglich, Aussagen über die
historische Faktizität Abrahams zu treffen. Archäologische Funde erhellen die
Lebensweise, Sitten, Rechtsbräuche und religiösen Vorstellungen des von der
Bibel anvisierten Zeitraumes, bringen aber keine Evidenz für eine historisch
greifbare Existenz oder Nicht-Existenz Abrahams. Die von der Bibel reflektierte
Lebensweise Abrahams entspricht in manchen Punkten der außerbiblisch belegten
Lebensform von sog. Randnomaden, nicht sesshaften Gruppen, die auf der Suche
nach Weideland sind und bisweilen Kontakt zu sesshaften Stadtbewohnern
aufnehmen bzw. selbst im Begriff sind, sesshaft zu werden. Insofern lässt sich
aus außerbiblischen Quellen ein ungefähres Bild der Welt zeichnen, die die
Verfasser der Abraham Erzählungen vor Augen hatten. Allerdings liegt ihnen
nicht an einer möglichst korrekten Einbettung Abrahams in diese Welt. Wenn sie
dem Ahnvater z.B., um seinen Wohlstand zu veranschaulichen, den Besitz von Kamelen
zuschreiben, handelt es sich um eine Rückprojektion aus späterer Zeit. Das
Kamel ist erst weit nach 1000 v. Chr. als Lasttier verwendet worden.
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/abraham-2/ch/daa65e3f6a4e42683cfef1808bb73fb1/
Kurt Marti
28.2.2026 Dtn.26.16 Vertrag mit Gott Mt.5.43 Liebt eure Feinde
Wie
eine Sitzung beim Notar liest sich heute die erste Lesung aus der hebräischen
Bibel (wir nennen sie Altes Testament) Es wird ein Vertrag geschlossen zwischen
dem Volk der Israeliten und dem Gott Jahwe, es ist ein Vertrag zwischen Gott
und Mensch. Ganz nüchtern abgefasst. Auf der einen Seite der Mensch, der sich
verpflichtet in der Einhaltung aller Gebote Gottes Eigentum zu werden – und auf
der anderen Seite Gott selbst, der verspricht ein Gott mit uns zu sein. Im
Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote
hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So fügen wir in diesen Vertrag
auch alle unsere Erwartungen
sei uns kein Gott, der uns mit Ängsten und
Verboten quält
sei uns kein Gott, dessen Strafe wir auf
Schritt und Tritt fürchten müssen
sei uns kein Gott, der uns nur prüfen und in
Versuchung führen will
sei uns kein Gott, vor dem wir uns verbiegen
und ducken müssen
sei uns kein Gott der Autoritäten und
Hierarchien, der Bücher und Lehrmeinungen
sei uns kein Gott, der unsere Freude aufs
Jenseits vertröstet
Lass, dass wir alle Freude in Dir finden, Gott - Dass wir aber auch allen Schmerz und alles, was wir nicht verstehen, im Vertrauen auf Dich annehmen können
Hilf, dass wir ohne Angst in der Freiheit der Kinder Gottes leben können - dass wir aber auch alle anderen Menschen frei geben und sie nicht ängstlich an uns binden
lass, dass wir das Eins-sein mit Dir erfahren dürfen - Dass alles, was wir tun, Liebe und Gebet ist, weil es dich meint, - auch die vielen banalen Dinge die wir gerade auch heute wieder tun werden
Im
Evangelium erweitert Jesus die Vertragsklauseln radikal. Über die 10 Gebote
hinaus stellt er sein Gebot der Feindesliebe. So bitten wir, dass es auch uns
gelingt über die äußere Einhaltung von Gesetzen und Verboten zum innersten Kern
vorzustoßen: zur Liebe. Auch wenn wir nicht wissen, wie das gehen soll: hilf
uns, unsere Feinde zu lieben. Amen
immer wieder
MUT
zu EINFACHEN LÖSUNGEN
LAUF´ NICHT, GEH´ LANGSAM: /
Du musst nur auf dich zugehn! /
Geh´ langsam, lauf´ nicht, /
denn das Kind deines Ich, das ewig /
neugeborene, / kann dir nicht
folgen! Juan Ramóm Jiménez
27.2.2026 Mt.5.20 bedingungslos verzeihen Ez.18.21 Umkehr Familienfasttag
Es muss anders
werden, ihr müsst umdenken, so könnt ihr nicht weitermachen, ihr müsst ganz
anders leben – das sind eigentlich die Kernaussagen aller Texte in der
Fastenzeit. Entscheidend für den Versuch als guter Mensch zu leben ist:
verzeihen können. Bedingungslos verzeihen. Wenn ich dazu nicht bereit bin,
nützen alle frommen Übungen nichts. In der Lesung aus der jüdischen Bibel ist
es Jahwe selbst, der bedingungslos verzeiht. Gott verzeiht, wenn jemand, der
schuldig geworden ist, sein Unrecht einsieht und sich ändert. Im Evangelium
verlangt Jesus nun fast Unmöglichees. Jesus verlangt dieses göttliche verzeihen
nun auch von uns selbst, ein verzeihen dem anderen gegenüber ohne Wenn und Aber. Dass wir alles tun, um Frieden möglich
zu machen. Jede und jeder von uns weiß wohl am besten, wo in dieser Frage noch ganz
persönlich „der Schuh drückt. Aber wie sehr braucht auch unsere Welt
Versöhnung, wie nur können die furchtbaren Kriege und Konflikte ein Ende
finden. Bitten wir heute, wie Franz von Assisi gebetet hat
Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo
man hasst;
dass ich verzeihe, wo
man beleidigt;
dass ich verbinde, wo
Streit ist;
Herr, mach mich zu
einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich die Wahrheit
sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben
bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung
wecke, wo Verzweiflung quält;
Herr, mach mich zu
einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich Licht
entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude
bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich
trachten,
nicht, dass ich
getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich
verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich
geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Bitten wir, dass wir uns um Frieden rund um uns
bemühen, dass wir in unseren Gemeinschaften, in der Familie, in der
Partnerschaft, behutsam miteinander umgehen, dass
wir Konflikte austragen können, ohne uns zu verfeinden, dass wir verzeihen
können und auch immer wieder um Verzeihung bitten.
Heute ist auch Familienfasttag. Teilen spendet Zukunft ist jedes Jahr
das Motto. Denken wir immer wieder an all die Menschen nah und fern die unsere finanzielle
Unterstützung zum Leben brauchen. Bitten wir, dass wir von Herzen großzügig
sind
|
EVANGELIUM |
Mt 5, 20-26 |
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn
eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der
Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand
tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich
aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht
verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch
des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll
dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine
Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas
gegen dich hat, so lass deine
Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,
dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne
Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum
Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der
Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis
geworfen. Amen, das sage ich dir: Du
kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2024-02-23
HEUTE - der erste Tag vom Rest meines Lebens
„Je älter
ich werde, desto größer wird das Geheimnis in allem. Aber auch etwas anderes
geschieht: Das Geheimnis wird bewohnbar.“ Religionsphilosoph Romano Guardini
„Ich fühle
mich wie ganz am Anfang.“ Zen Lehrer Graf Dürckheim kurz vor seinem Tod mit 84
Jahren
Die alten Wüsten Mönche redeten immer von den „Dämonen“. Aber die sind durchaus heutig: Frust, Langeweile, Leere, Ungeduld, Überdruss, Enttäuschung, Wut, Trauer, Depression, Angst… Der Trost der Mönche: “Wer mit den Dämonen ringt, wird früher oder später auch den Engeln begegnen.“
„Das Können ist des Dürfens Maß.“ Kletterpionier Paul Preuß
"Bewahrt
möchte ich sein
vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen.
Die nüchterne Erkenntnis möchte ich haben,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen." Antoine de
Saint-Exupéry
„FRAGEN ist die Frömmigkeit des Denkens“
ein berühmtes Zitat des Philosophen Martin Heidegger.
Eine Abkehr von schnellen Antworten hin zu einer offenen Suche.
"Das Geheimnis einer Veränderung ist,
all unsere Energie darauf zu lenken,
nicht das Alte zu bekämpfen sondern das Neue aufzubauen." Sokrates
"...was vorüber ist, ist nicht
vorüber.
es wächst weiter in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück" Rose Ausländer
"Dauernd
stolpert man, stolpert und fällt,
und man kann sich nur selbst aufheben und versuchen, wieder weiterzugehen.
Jedenfalls habe ich das mein ganzes Leben tun müssen." Wittgenstein
"Manchmal
lebe ich
vollkommen
gottlos
Dann hör ich
ein Gras
das singt
und alles
ist anders" Josef Fink Künstlerseelsorger Priester
"Nicht
müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten." Hilde Domin
Wie viele Verrenkungen beim Fasten?
"Das Wichtigste ist doch,
sich lernend zu verwandeln ..."
Andre´Heller
"Wo lernen wir leben
und wo lernen wir lernen
und wo vergessen
um nicht nur Erlerntes zu leben?
Wo lernen wir klug genug sein
die Fragen zu meiden
die unsere Liebe nicht einträchtig machen
und wo
lernen wir ehrlich genug zu sein
und unserer Liebe zuliebe
die Fragen nicht zu meiden?
Wo lernen wir
uns gegen die Wirklichkeit wehren
die uns um unsere Freiheit
betrügen will
und wo lernen wir träumen
und wach sein für unsere Träume
damit etwas von ihnen
unsere Wirklichkeit wird?"
Erich Fried
26.2.2026 Königin Ester Ester 4.17 - Mt.7,2 bittet dann wird euch gegeben
Es ist ungefähr 500 JAHRE vor unserer Zeitrechnung, als eine junge Frau am Hof des Perserkönigs Xerxes verzweifelt zu ihrem jüdischen Gott betet. Die Frau ist Königin Ester. Sie ist Jüdin, war aber mit einem Großteil des jüdischen Volkes von den Persern verschleppt worden. Schließlich hat Xerxes sie zur Frau genommen und zur Königin gemacht. Nun aber hat sie erfahren, dass ihre jüdischen Landleute in Todesgefahr sind, alle Juden in der persischen Diaspora sollen ermordet werden. Ester will nun beim König für ihr Volk Fürsprache einlegen. Zuvor aber betet sie zu ihrem jüdischen Gott. Es ist ein Gebet in größter Not und Todesangst. „Herr unser Gott, ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir“ . Wir hören diese Worte heute in der 1.Lesung aus der jüdischen Bibel.
Wie viele Menschen sind auch heute in einer verzweifelten Situation. Täglich liefern uns die Massenmedien Bilder von Elend und Leid ins Wohnzimmer. Menschen in Kriegsgebieten, Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Menschen aber oft auch in unserer nächsten Umgebung: krank, allein, von Ängsten geplagt. Wir denken an Frauen, die so oft der Gewalt der Männer ausgeliefert sind. Bitten wir mit den Worten der Königin Ester in der hebräischen Bibel
Herr unser Gott, in unserer Todesnot rufen wir
zu Dir
du bist der Einzige - wohin sonst können wir
uns wenden
Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in
Angst und Not
Wir sind allein und haben keinen Helfer außer
dir
Die Gefahr steht greifbar vor uns
Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in
Angst und Not
Von Kindheit an, wollten wir nichts anderes
als „leben“
Du hast uns doch das Leben geschenkt, bewahre
es uns
Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in
Angst und Not
Denk an uns Gott, - komm, hilf uns, in dieser
Zeit der Not
Gib uns Mut Gott - Befreie Menschen aus der
Hand ihrer Unterdrücker
Sei an der Seite der Verfolgten und
Heimatlosen
Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in
Angst und Not
Herr rette uns mit deiner Hand – gib uns den
Mut gegen Unrecht aufzustehen
Gib uns Worte, die retten können
Hilf uns, denn wir sind allein
wir haben niemand außer Dir, oh Herr – dir
vertrauen wir
Wir bitten Dich: HILF allen Menschen in
Angst und Not
So bitten wir, wie uns auch Jesus zu Bitten gelehrt hat, wir haben es im Evangelium gehört: „Bittet dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden, klopft an, dann wird euch aufgetan“ . Dir vertrauen wir in allen Sorgen und Nöten, guter Gott. amen
Die biblische Geschichte der Königin Esther
(Altes Testament/Tanach) erzählt
von einer mutigen jüdischen Frau im persischen Exil, die zur Frau von König Xerxes I.
(Ahasveros) wird. Sie vereitelt einen Genozid an ihrem Volk,
geplant vom bösen Haman. Ihr Handeln rettet die Juden, was bis heute im
Purimfest gefeiert wird.
Hauptaspekte der Geschichte:
Das Buch Esther ist bemerkenswert, da der Name
Gottes darin nicht explizit erwähnt wird, die Vorsehung jedoch durch Esthers
mutiges Eingreifen deutlich wird.
Es gibt
Oasen in der Wüste,
leuchtendes Morgenrot am Ende der Nacht,
Quellen unter Geröll
Türen, die sich wieder öffnen,
Farben des
Regenbogens,
Knospen aus trockenen Zweigen,
Trauer, die uns reifen lässt,
Worte, die das Schweigen durchbrechen,
und immer wieder erste Schritte auf dem Weg
zu einem Neuanfang.
Christa Spilling Nöker
25.2.2026 Jon.3.1 Jona und der Wal - und was es mit der "Reue" Gottes auf sich hat
Die erste Lesung erzählt heute eine Geschichte, die wir vermutlich alle kennen. Die Geschichte von Jona und dem Wal. Jona ist ein Prophet, den Jahwe in die große Stadt Ninive senden will, um die sündigen Menschen dort vor ihrem Untergang zu warnen. Jona hat mit dieser Berufung absolut keine Freude. Er flieht auf ein Schiff, das ihn anderswo hinbringen soll. ABER: das Schiff gerät in Seenot, die Besatzung erfährt, dass da einer am Schiff ist, der vor einem Auftrag Gottes davonläuft, und so wird dieser Passagier schnell über Bord geschmissen, damit sich die See wieder beruhigt, das heißt, damit die Götter Ruhe geben.
Wir wissen, wie die Geschichte weiter geht. Nach drei Tagen im Bauch des Wals spuckt dieser Jona aus – und das ausgerechnet am Strand von Ninive. Genau dort also, wo er absolut nicht hinwollte. So, jetzt muss Jona seinen Auftrag erfüllen. Merke: wenn Gott einen ruft, dann entkommt man diesem Ruf nicht so schnell. Hier nun setzt die heutige erste Lesung ein: Jona durchquert die große Stadt Ninive und er kündigt deren Zerstörung an – aber da passiert das Unglaubliche. Der König von Ninive und mit ihm alle Menschen in der Stadt bereuen ihr Unrecht und tun Buße. Und nun passiert noch Unglaubliches: Diese Umkehr besänftigt Gott. Anders als angedroht, straft Gott Ninive nun nicht. „Es reute ihn“, heißt es in der Lesung aus der jüdischen Bibel. Im Empfinden der Menschen hat sich nun das Gottesbild verändert. Man kann sich mit Gott versöhnen, wenn man sich ernsthaft ändern will. KEHRT UM, Das ist es auch, was Jesus predigt: KEHRT UM! Aber um das zu tun, muss man wohl zuerst erkennen, was man falsch macht. So bitten wir heute
dass wir erkennen, was in unserem Leben nicht richtig läuft und dass wir es uns nicht schön reden
dass wir erkennen: dass es immer wieder notwendig ist, eine Einstellung, einen Kurs auch zu korrigieren
dass wir erkennen, dass es nicht die großen Sünden sind, die eine Last sind, sondern die vielen kleinen Unebenheiten im Alltag
dass wir erkennen: dass wir auch Bequemlichkeit überwinden müssen, um Neues an uns heranzulassen
dass wir erkennen: wie sehr wir an Dingen festhalten, die uns schon längst zur Last geworden sind
dass wir erkennen: wie sehr manche unserer alten Gewohnheiten auch eine Belastung für andere sind,
dass wir auf das schauen, womit wir uns und anderen das Leben leichter machen können
dass wir erkennen: dass wir zumeist nicht GEGEN etwas kämpfen müssen, sondern FÜR etwas, für mehr Miteinander, für mehr Gerechtigkeit, für mehr Frieden, für mehr Freude
und bitten wir nicht zuletzt, dass wir auch erkennen, was Gottes Auftrag an uns selbst ist – und dass wir dann den Mut und das Vertrauen finden, diese Aufgabe anzunehmen
Du guter Gott, so lass uns erkennen, wo auch wir etwas in unserem Leben ändern müssen. Lass uns das nicht als Zwang und Einschränkung sehen, sondern als einen Gewinn von mehr Freiheit. Inständig bitten wir auch heute für die Menschen im Krieg, wir bitten für alle, die in großer Gefahr und Angst sind, wir bitten um Frieden. Amen
https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/dodekapropheton-kleine-propheten/jona/
Das Jonabüchlein ist im Unterschied zu den anderen Prophetenbüchern keine Sammlung von Einzelsprüchen, sondern eine Novelle (vgl. Josefsnovelle, Rut), die sich um die einzige Prophezeiung des Buches rankt, das Wort gegen Ninive in 3,4: "Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört". Dem Buch geht es darum, dass das als unbedingt angesagte Unheil doch noch abgewendet werden kann; Gott ist in seinem Handeln souverän, größer, als Jona es begreifen kann. Über allem steht die Aussage von der überragenden Barmherzigkeit Gottes mit allen Menschen/Geschöpfen: "ein gnädiger und barmherziger Gott, langmütig und reich an Huld", 4,2.
Sprachliche (Verwendung aramäischer Sprachelemente) und inhaltliche Gründe weisen als Entstehung auf das 4. Jh. v.Chr. Das ganze Buch wird am Versöhnungstag in der Synagoge verlesen.