30.11.2025
1.Adventsonntag A Mt.24.37 Röm.13.11
Jes.2.1
Die Texte der Liturgie heute, sie stimmen uns gar nicht ein, auf einen Kerzerl-gemütlichen Advent. Jesus lädt nicht zum kuscheln ein – ganz im Gegenteil. Seine Worte heute im Evangelium klingen sehr ernüchternd: „Seid wachsam“. Die Tage des Glücks sind immer gezählt, ganz schnell kann es aus der Zufriedenheit und Gemütlichkeit heraus ganz ANDERS kommen. Realistisch sollen wir sein, nüchtern, bereit für vieles Unbekannte, das in diesem Jahr wieder auf uns zukommen wird. Auch Paulus sagt es im Römerbrief: „Weg mit aller Schläfrigkeit, Legt das neue Gewand an“, lasst euch auf NEUES ein. Und die Worte aus der jüdischen Bibel zeigen, was DANN geschehen könnte: „..dann werden Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet,..dann übt man nicht mehr für den Krieg“ …. Was für eine Vision, hinein gesprochen auch in unsere wunde Welt.
So bitten wir
heute an diesem 1.Adventsonntag:
Mach uns hellwach
dass wir
herauskommen aus dem alten Trott
dass wir
vorwärtsschauen und nicht rückwärts
dass wir
aufhören, wehleidig und gekränkt zu sein
dass wir uns
wieder Neues zumuten,
denn mit der
Zu-Mutung wächst auch der Mut
Mach uns hellwach
dass wir uns engagieren,
dass wir uns einmischen
dass wir eine
Meinung haben,
dass wir uns
nicht um Probleme herumdrücken
lass uns Mut zu
Entscheidungen haben
Mach uns hellwach
in unseren
Gemeinschaften, in der Familie, am Arbeitsplatz
dass wir
aufhören, um uns selbst zu kreisen
dass wir die
Kleinlichkeiten und den alten Ärger weglassen
dass wir die
Sorgen der anderen wahrnehmen
dass wir Freude
verbreiten
Mach uns hellwach
dass wir die Herausforderungen erkennen, in denen du uns begegnest
dass wir uns vor „den Fremden“ und „vor dem Fremden“ nicht fürchten
dass wir eine Stimme gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit sind
dass wir dankbar sind, wenn wir geben und teilen dürfen
Mach uns hellwach
auch in unserer
Kirche,
dass wir offen
sind, für die Vielfältigkeit des Lebens
dass wir mit
Interesse aufeinander hören, dass wir auf Phrasen verzichten,
dass wir einander
nicht die Wahrhaftigkeit absprechen
mach uns hellwach
- dass wir in der Freude des Evangeliums leben
Du guter Gott. Hier sind wir und du siehst unsere
Freude und unsere Erwartung am Beginn dieser Adventtage. Hilf uns, dass wir das
Alte in uns umwandeln, dass Neues geschehen kann. Lass es wahr werden, dass
sich Lanzen zu Winzermesser verwandeln, und Schwerter zu Pflugscharen. Bring
unseren Tagen Frieden, so sehr ersehnen wir ihn. Und darum bitten wir, im Namen
Jesu. Amen