Seiten

Donnerstag, 7. Juni 2018

HEUTE


Nimm den heutigen Tag voll in Beschlag; 
dann wirst du weniger von dem Folgenden abhängen

omnes horas conplectere; 
sic fiet, ut minus ex crastino pendeas, 
si hodierno manum inieceris

Seneca

Mittwoch, 6. Juni 2018

Fürbitten 7.6. den NÄCHSTEN kann ich mir nicht aussuchen


7.6.2018 Mk.12.28  Das Wichtigste Gebot??

Was ist am Wichtigsten, wenn man ein "fromme2r Mensch sein will?  Jesus formuliert es heute im Evangelium ganz einfach: „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft - und aus dieser Gottesliebe heraus, sollst du deinen Nächsten lieben, wie dich selbst“   Wie einfach könnte das sein: NUR zwei Gebote. Dabei wissen wir, wie sehr es sich schon oft bei der Nächstenliebe „spießt“ Bitten wir heute:
dass wir uns „den Nächsten“ nicht aussuchen
sondern den Menschen annehmen, den uns gerade auch heute wieder Gott ans Herz legt

dass wir uns bemühen, das Gute im „Nächsten“ zu sehen
dass wir die Anderen, dass wir „unsere Nächsten“, respektieren wie sie sind

dass wir als Christen ein Klima schaffen, in dem „jeder Nächste“ als ebenbürtiger Mensch gesehen wird, genauso von Gott geliebt wie auch wir

dass wir als Christen angesichts der Flüchtlinge spüren, dass wir es uns nicht leichtmachen dürfen, dass auch wir bis an unsere Grenzen gehen müssen, ehe wir sagen „wir schaffen es nicht mehr“   

dass wir nicht immer besser wissen, was für Andere richtig ist
dass wir selbst nicht immer Recht behalten müssen

dass wir teamfähig sind,
dass wir andere unterstützen und uns mit ihnen über Erfolge freuen können

dass wir den Menschen, die mit uns leben das Leben leichter machen, dass wir auch heute wieder Geduld, Geduld, Geduld miteinander – und mit usn selbst -  haben wollen

dass wir immer auch daran denken, dass auch wir uns selbst „der Nächste“ sind, dass
wir uns selbst Gutes tun und dabei kein schlechtes Gewissen haben


Du guter Gott, manchmal fällt es leichter, abstrakt DICH zu lieben als konkret den Menschen neben uns. Lass uns immer besser erfahren, dass DU es bist, der uns auch heute wieder „im Anderen“ begegnet – inständig bitten wir auch für alle, die wir wegen ihrer Brutalität und Menschenverachtung fürchten. Zeige DU uns einen Ausweg aus dieser ausweglos scheinenden Situation, die so viele Opfer fordert. Wir bitten um Frieden Herr, um Shalom. amen

für Elisabeth, die heute Geburtstag hätte....



Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer
nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich
damit mein Name im Hause gesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Charles Peguy



alles zerlauft, alles zergeht ...


Mir ist zu Mut, 
dass ich die Schwäche von allem Zeitlichen recht spüren muss, 
bis in mein Herz hinein: 
wie man nichts halten soll, 
wie man nichts packen kann, 
wie alles zerlauft zwischen den Fingern, 
alles sich auflöst, wonach wir greifen, 
alles zergeht, 
wie Dunst und Traum.

Marschallin im Rosenkavalier

Dienstag, 5. Juni 2018

Fürbitten 6.6. Sinnlos, die "was wäre wenn?" Fragen




6.6.2018 Mk.12.18  das ewige Leben: Sieben Männer u eine Frau…?
Im Evangelium gestern waren es die Pharisäer, die Jesus mit einer kniffligen politisch-religiösen Frage austricksen wollten – heute sind es die Sadduzäer, die ihm eine „Was-wäre-wenn…“ Frage vorlegen. Womit sie sich gleichzeitig lustig machen über ein „Leben nach dem Tod“. Wie soll denn das aussehen?  Sieben Männer heiraten hintereinander dieselbe Frau: wem wird diese Frau bei der Auferstehung der Toten dann gehören? Jesus bringt die Dinge auf eine ganz andere Ebene: um solche Gefinkeltheiten geht es nicht. Gott ist ein Gott der Lebenden ….was im Einzelnen kommt, wird man schon sehen. Auch wir kennen diese konstruierten „was wäre, wenn...“ Fragen. Oft quälen wir uns ja ernsthaft damit herum – bitten wir heute

dass wir Gott nicht in unsere engen Vorstellungen pressen wollen

dass wir im Vertrauen offen sein können, für das was kommt

dass wir nicht „auf die Zukunft“ hin leben, sondern im Hier und Jetzt das Beste tun

dass wir uns das Leben mit theoretischen Fragen nicht komplizierter machen, als es sein muss

dass wir nicht alles auf Punkt und Strich geregelt wissen müssen

dass wir es aushalten, wenn es so oft keine Antwort auf eine Frage gibt

dass wir zwar planen, aber die Dinge an uns herankommen lassen

dass wir immer gelassener werden und auch anderen Menschen Angst nehmen können


Du guter Gott: Lass uns immer besser erfahren, was Paulus in seinem Brief an Timotheus schreibt: „denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe“. In diesem Vertrauen hilf uns im Hier und Jetzt zu leben, zu lieben und eine Hilfe für Andere zu sein. Amen

Das Nichts ist nicht Nichts


 Dreißig Speichen treffen sich in einer Nabe: 

Auf dem Nichts daran (dem leeren Raum) 

beruht des Wagens Brauchbarkeit. 

Man bildet Ton und macht daraus Gefäße: 

Auf dem Nichts daran beruht des Gefäßes Brauchbarkeit. 

Man durchbricht die Wand mit Türen und Fenstern, damit ein Haus entstehe: 

Auf dem Nichts daran beruht des ...Hauses Brauchbarkeit. 

Darum: Das Sein gibt Besitz, 

das Nichtsein Brauchbarkeit. 

Laotse


Montag, 4. Juni 2018

Fürbitten 5.6. keine künstlichen Probleme schaffen



5.6.2018  Mk 12.13  ....gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört...

„Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott was Gott gehört“ sagt Jesus heute im Evangelium. Die Pharisäer wollten ihn mit einer angeblich wichtigen religiösen Frage in eine auch politisch heikle Situation bringen. „Dürfen wir dem Kaiser Steuern zahlen?“ Sagt Jesus „Nein“, kommt er in Konflikt mit der römischen Besatzungsbehörde – sagt Jesus „JA“ gilt er den meisten Juden als Verräter. Jesus weicht der Antwort nicht aus, aber er bringt die Sache für die vorgeblich so Frommen auf einen heiklen Punkt. IHR SELBST müsst entscheiden, ihr selbst müsst wissen, was richtig oder falsch ist. Vielleicht meint er damit auch: Benützt Gott nicht als Ausrede, für das was ihr tun, oder nicht tun wollt. So bitten wir heute

dass wir uns nicht auf Gott berufen, wenn wir als Menschen eine Entscheidung treffen sollen

dass wir auf Haarspaltereien und Kleinlichkeiten verzichten

dass wir uns nicht skrupulös oder krampfhaft Probleme schaffen, wo es gar keine gibt

dass wir uns nicht mit falscher Frömmigkeit über Konflikte hinweg schwindeln

dass wir Verantwortung übernehmen, für das was wir tun

dass wir Anderen unter Berufung auf Gott kein schlechtes Gewissen machen  

dass wir Gott nicht missbrauchen für unsere eigenen Streitigkeiten

dass wir uns aber immer wieder fragen, welchen Platz wir Gott letztlich wirklich in unserem Leben und in unseren Entscheidungen einräumen


Du guter Gott. Oft sieht etwas aus wie eine fromme Frage oder ein frommes Tun. Nicht immer ist es so, dass wissen wir selbst ganz genau. Hilf uns aufrechte und unkomplizierte Menschen zu sein, damit wir liebevoll mit unserem Leben und dem der anderen umgehen. Darum bitten wir durch Jesus unseren Bruder amen

für einen geist-reichen Tag


Müßiggang ist allen Geistes Anfang 

Franz Werfel

Sonntag, 3. Juni 2018

Fürbitten 4.6. eine Gebrauchsanleitung


4.6.2018  2.Petr.1  Gebrauchsanleitung für ein gutes Leben

Die Lesung aus dem 2.Petrusbrief gibt uns heute praktisch eine Gebrauchsanweisung , wie wir von dem, woran wir glauben, zur Liebe gelangen können, zur Liebe füreinander, wie sie Jesus einfordert.  Petrus schreibt seinen Brief an Gemeinden in Kleinasien, seine „Gebrauchsanleitung“ kann aber auch noch heute funktionieren. Bitten wir mit seinen Worten und halten wir immer kurz Stille

So hilf, guter Gott, dass wir allen Eifer daran setzen, mit unserem Glauben die Tugend zu verbinden.
Glauben wir heute noch an Tugenden? Ist das mehr als ein altertümliches Wort.
Um welche Tugend möchten wir bitten? – Welche Tugend brauchen wir ...STILLE ...
Wir bitten dich erhöre uns

dass wir mit der Tugend die Erkenntnis verbinden
was ist es, was wir besser erkennen sollen? Wo sollen wir Vorurteile ablegen, um wirklich
„erkennen“ zu können? Was kann uns helfen, dass wir uns selbst ehrlich erkennen? …..

dass wir mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung verbinden
Was macht uns rechthaberisch, grantig und oft ungerecht? Wo und Wann wäre es gut, dass wir uns besser in der Hand haben? Was sollen wir einschränken, Worauf sollten wir verzichten? ….

dass wir mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer verbinden
wo brauchen wir einen längeren Atem, wo sollen wir mehr Geduld haben? Wo soll das Vertrauen größer werden? …

dass wir mit der Ausdauer die Frömmigkeit verbinden
was heißt es, fromm sein? Klingt das kindisch und lächerlich? Wo sollten wir ganz unkompliziert, ganz ungeniert fromm sein können, ganz ohne unser kluges Vokabular? …

dass wir mit der Frömmigkeit die Geschwisterlichkeit verbinden
wie offen und nahe können wir einander sein? Wo sorgen wir uns wirklich umeinander und füreinander wie Geschwister. Wo sollten wir noch mehr Rücksicht nehmen, noch mehr Verständnis haben? …

und so bitten wir, dass wir mit der Geschwisterlichkeit die Liebe erlangen
Liebe tut weh, sagte Mutter Teresa. Sind wir bereit, auch das „weh-tun“ anzunehmen?
Akzeptieren wir, dass uns die Liebe etwas abverlangt, auch an Zeit und Geduld.
Wie viel Liebe geben wir aber auch uns selbst? ….


um all das bitten wir, guter Gott, bitten wir Dich, der besser als wir selbst wissen, was wir zum Leben und zum Einander-gut-sein brauchen. Hilf uns durch Jesus, unseren Bruder Amen

Arthur am Sonntag 66 VORSCHRIFT ist VORSCHRIFT, oder ????

Nein, eigentlich will die Moa ohnehin keine
Sonntagsgeschichte erzählen.
Puh, viel zu heiß, viel zu heiß. Außerdem hat der
Arthur ein Wochenende mit tollem Familienbesuch:
Opa Nosry, Onkel Ramu, Tante Valie .....
Da bleibt echt keine Zeit für die
Sonntagsgeschichte der Moa. Außerdem:
die selbst ist ja - ehrlich gesagt - auch ziemlich stinke faul.
Siehe oben, siehe Wetter ...Und trotzdem spürt die Moa, in ihrem Sonntagsbuch ist heute eine perfekte Arthur Geschichte. "Vorschrift ist Vorschrift"
könnte der Titel für die Geschichte heißen.
Und da ist der Arthur ein Profi!
Es ist ja schon seit langem der Arthur, der uns sagt,
WO ES LANG GEHT
"SO NICHT" Moa, sagt er,
"schau mir zu, SO geht das"
Auch die Mama wird belehrt:
"Nein Mama, den Bleistift hält man SO ...
schau genau....SO"
aber noch schlimmer wird es, wenn der Arthur
die VORSCHRIFTEN erklärt
Das DARFST du nicht Moa!
Das KANNST du nicht Moa!
Das ist NICHT FÜR DICH, Moa!
Das ist NICHT ERLAUBT Moa!
LASS DAS, Moa!
NEIN! Moa
Moa, NICHT auf's Papa und Mama Clo gehen
(haha ins Gästeclo muss die Moa...)
Manchmal fragt sich die Moa, haben WIR
so viele Verbote erlassen?
Na klar sagt man immer wieder: NICHT auf den Herd greifen - NIEMALS - NICHT das heiße Wasser aufdrehen, Achtung!!!

NICHT auf das offene Fenster klettern - NIEMALS!!!
NICHT von Sessel zu Sessel springen
NICHT im Kasten verstecken und die Türe von innen zumachen
NICHT so nahe zu den Gleisen gehen
NEIN, wir spazieren NICHT im Abteil herum,
solange der Zug fährt
NEIN, du machst keine Kunststücke auf dem Rolli, wenn wir
            am Gehsteig unterwegs sind
NEIN - DAS IST NICHT ERLAUBT !!!!!!
Ja,also die Moa muss zugeben,
auch sie selbst stellt viele Verbotsschilder auf
Wobei es momentan mit dem Arthur
vor allem ein großes Konfliktfeld gibt.
Die Ampeln.
So sehr er daheim "schlimm" ist, wenn er mit seinen Fahrzeugen durch die Wohnung düst und dabei ruft:
"Bin gefahren, die Ampel ist rot ...
so unerbittlich streng ist der Arthur draußen auf der Straße. Mama, Moa , ja und ich glaube sogar auch die
Chiara, haben da schon strenge VERWARNUNGEN
vom Arthur bekommen:
DU BIST BEI ROT GEGANGEN
BEI ROT DARF MAN NICHT GEHEN
Nein, wir sind nicht bei Rot gegangen,
wir sind hie und da vielleicht gerade bei Gelb noch auf die andere Seite gelaufen:
aber wenn dann der Arthur zurücksieht, dann sieht er ROT!
Und dann sieht er wirklich ROT, - seine Strafpredigt nimmt kein Ende.
Da können wir 100 mal schwören: es war noch GELB, noch GELB ....

(dass die Moa unlängst einen Strafzettel bekommen hat, weil sie wirklich bei rot über eine Kreuzung gelaufen ist - aber da war sie ganz alleine - na, das erzählt sie dem Arthur lieber
NICHT! Puh, das wäre eine Strafpredigt)
Ach, die Moa wird alt und geschwätzig
Eigentlich soll die Geschichte doch noch
anderswo hinauslaufen.
Ja es gibt Gesetze, es gibt Vorschriften
es muss Gesetze geben und es muss Vorschriften geben - und DENNOCH
es gibt auch Situationen im Leben
wo man ANDERS denken und entscheiden muss.
Wo eine Vorschrift nicht mehr Sinn macht
wo man ein Gebot außer Acht lassen muss
ja, wo man Vorschriften und Gebote
sogar übertreten muss.
Ja, darum geht es heute in der Sonntagsgeschichte der Moa. Ein altes jüdisches Gesetz verbietet jede Art von Arbeit an einem Sabbat . An sich ein gutes Gesetz, viele hunderte Jahre alt, es schreibt fest, dass an einem Tag der Woche alle Menschen und auch
die Arbeitstiere Ruhe haben müssen, verschnaufen dürfen. Dieser Sabbat-Tag ist heilig.
Aber da passiert es, dass ausgerechnet an diesem Ruhetag ein Mann einen
anderen heilt, es ergibt sich einfach so - und Ja, der Mann hat richtig gehandelt,
nicht gesetzes-konform, aber menschlich richtig.

Ein ganz aktuelles Beispiel geht der Moa durch den Kopf. Natürlich ist das streng verboten:
als Fassaden-Kletterer unterwegs zu sein.
Tun im schlimmsten Fall wohl nur Gangster.
Vor wenigen Tagen aber hat auf diese Weise
ein waghalsiger junger Mann in Paris einem kleinen Buben das Leben gerettet, weil er das
Kind so vor dem Absturz von einem Balkon bewahrte.
Da hat einer nicht lange nachgedacht:
                                               "Darf ich das, oder darf ich das nicht ...."

Immer wieder spaziert die Moa mit dem Arthur durch den Liechtensteinpark im 9.Bezirk - und immer wieder fällt ihr dabei ein, dass vor 80 Jahren am Eingang zu diesem Park ein großes Schild hing "Juden der Eintritt verboten"
Immer wenn ihr das einfällt, dann möchte die Moa mit dem Arthur schon darüber reden können, dass es auch Verbote und Gebot gibt,
die nicht rechtens sind.
Wie schwierig das ist:
auf der einen Seite Gehorsam zu lernen
sich brav an das halten, was einem vernünftig vorgegeben ist -
und dann doch - irgendwann einmal - entscheiden müssen:
Nein, JETZT NICHT
puh, was da noch alles auf einen so kleinen Burschen zukommt
Zum Glück kann der Arthur ALLES
er wird DAS RICHTIGE tun

ps ach ja, die Sonntagsgeschichte der Moa findet sich auch unter den berühmten Sprichwörtern
     " Der Sabbat ist für den Menschen geschaffen - und nicht der Mensch für den Sabbat"
        Gesetze müssen hilfreich für den Menschen sein  








wie ein Kind im Weitergehen


Du musst das Leben nicht verstehen,

dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke


Samstag, 2. Juni 2018

Fürbitten Sonntag 3.6. wir sind zur Freiheit Berufene



3.5.2018 Mk.2.23 der Sabbat ist für den Menschen da - und nicht umgekehrt

Die Lesungen heute stellen uns in ein großes Spannungsfeld. Es geht um ein Grundproblem: Auf der einen Seite gibt es ein Gesetz, das klar vorschreibt, was man tun darf und was nicht – und auf der  anderen Seite ist einer, der nach eigenem Ermessen anders handelt., Konkret geht es um das strenge jüdische Sabbat-Gebot , über das sich Jesus hinwegsetzt, wenn er Menschen heilt oder auch, wenn seine Jünger am Sabbat auf den Feldern Ähren abreißen, um zu essen.
Was also darf man, was darf man nicht?  Aktuelle Fragen wie heute! Jesus sagt es dezidiert: Die Gesetze, auch der Sabbat mit seinen Vorschriften, sie sind für die Menschen da und nicht umgekehrt. Wir sind zur Freiheit Berufene. Wo müssen wir einen Sprung nach vorne wagen? Bitten wir


Dass wir uns nicht hinter Regeln und Vorschriften verschanzen, sondern den Mut zu einer eigenen Entscheidung haben

dass wir Entscheidungen nicht ängstlich abwägen, sondern dass wir den Mut haben, in dieser Freiheit der Kinder Gottes zu leben, (denn „zur Freiheit sind wir berufen, wir sind Hausgenossen Gottes“, sagt Paulus)

Dass wir uns vor wichtigen Entscheidungen aber auch immer wieder Rechenschaft ablegen: „Was ist eigentlich wirklich das Motiv meines Handelns?“

dass wir nicht zu ängstlich und bequem sind, uns von alten Mustern zu verabschieden

dass wir in unserem Glauben nicht stecken bleiben in Äußerlichkeiten, in leeren Formeln und Riten, dass wir nichts „Frommes“ tun, nur weil es „Pflicht“ ist,

Dass wir, wie Jesus, immer danach suchen, was den Menschen gut tut

Bitten wir, dass auch unsere kirchlichen Vorschriften Menschen nicht ausgrenzen, sondern ihnen vielmehr Mut und Trost für ihr selbst gewähltes Leben geben,

Und bitten wir für die christlichen Kirchen: dass sie unkomplizierter und weniger ängstlich miteinander einen gemeinsamen Weg gehen, der sie frei macht für die Gemeinschaft in Christus 


So bitten wir guter Gott, lass uns die richtigen Entscheidungen treffen, lass uns immer besser hinein wachsen in die Freiheit der Kinder Gottes. Sei DU keine Verbotstafel in unserem Leben, sondern ein Hinweisschild für Freude und Freiheit und Zuversicht. Darum bitten wir im Namen Jesu. amen





wenn es durch die Wüste geht


Humor und Geduld sind Kamele, 
mit denen wir durch jede Wüste kommen.
Phil Bosmans

Freitag, 1. Juni 2018

Fürbitten 2.6. immer wieder WARUM?



2.6.2018  Mk.11.27 Warum tust du das?

Im Tempel in Jerusalem suchen die Priester und Theologen den Konflikt mit Jesus. Sie reduzieren alle ihre Vorwürfe auf einen Satz“ Mit welchem Recht tust du das alles. WARUM?“ Jesus stellt eine Gegenfrage, die sie nicht beantworten wollen und lässt sie im eigenen Saft schmoren. Aber ist es nicht so, dass auch wir Gott immer wieder fragen „WARUM? Mit welchem Recht tust du das alles?“ Auch wir möchten oft eine Antwort erzwingen, auf so vieles, was scheinbar keinen Sinn ergibt. So viele WARUM gibt es in unserem Leben –  bringen wir sie heute an Stelle der üblichen Fürbitten vor Gott

           „einfach lesen -  mit Stille“

Warum tust du mir das an: Krankheiten treten auf, Schmerzen, gibt es Sorgen

Warum tust du mir das an: warum kann mein Leben nicht unkompliziert verlaufen

Warum tust du mir das an: ich plage mich so oft und es schaut nichts dabei heraus

Warum tust du mir das an: ich bin so alt und werde doch nie gescheiter

Warum tust du mir das an: es fällt mir oft so schwer, andere auszuhalten, sie anzunehmen wie sie sind

Warum tust du mir das an: oft bin ich so gierig, kann nicht genug bekommen, 

Warum tust du mir das an: Warum ist diese Sehnsucht in mir, wenn es doch keine Erfüllung gibt?

WARUM – ganz abgesehen von meinen kleinen Wehwechen –
Warum tust du uns das an: Hunger, Krankheit, Schmerz, Tod  –  WARUM Katastrophen, Unfälle, Verbrechen? So viel Leid, wohin man schaut?


So nimm DU unsere Ratlosigkeit, unsere Traurigkeit an, verwandle sie in etwas, was uns DENNOCH oder gerade deswegen zum Leben hilft. Denn Du vermagst alles. Das wollen wir glauben und erbitten wir durch Jesus unseren Bruder. Amen



Denken schützt vor Selbstausbeutung

"Der Neoliberalismus setzt auf die Selbstausbeutung. Man wähnt sich zwar in Freiheit, aber in Wirklichkeit beuten wir uns freiwillig und leidenschaftlich aus. 
Wir begreifen es als Freiheit, uns ständig zu optimieren. "Blaumachen" passt nicht mehr in diese Logik der Selbstausbeutung und Selbstoptimierung, der wir uns freiwillig unterwerfen.
Ich arbeite nicht so viel. Ich denke viel. Das ist etwas ganz anderes. Wir müssen mehr denken. Heute denken wir zu wenig. Nur im Denken gibt es die Möglichkeit der Veränderung" 

der südkoreanische Philosoph BYUNG-CHUL HAN ,Jahrgang 1959