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Samstag, 13. Dezember 2025

3.Adventsonntag GAUDETE - freut euch, freut euch - können wir das?

 


14.12.2025  3.Adventsonntag  GAUDETE A  Mt.11.2  Jes.35.1  Darf man sich heute noch freuen

Freude, Freude, Freude: ja, das ist das Thema am 3.Adventsonntag. Wüste und Öde sollen sich freuen, dichtet der Prophet Jesaia „Sagt den Verzagten: Seid stark, fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott! Er selbst kommt und wird euch retten. Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben werden geöffnet. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch“ so hören wir es wörtlich in der 1.Lesung aus der hebräischen Bibel  – und mehr als 1000 Jahre später macht es Jesus möglich:  Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Tote sind weder lebendig …wir hören es im Evangelium.

 Natürlich, wir sehen die Welt realistisch. Gewalt und Leid und Ungerechtigkeit rundum. Viele private Sorgen, große Angst um den Weltfrieden. Darf man sich in Zeiten wie diesen einfach FREUEN? Aber wird das Elend besser, wenn wir nicht auch das Schöne und Gute in unserem Leben wahrnehmen? Vertrauen wir unserer Sehnsucht, singen wir GAUDETE und bitten wir von Herzen an diesem 3.Adventsonntag:

 

um so viel Freude bitten wir, dass wir all das Gute um uns wieder mit neuen Augen sehen können

Maranatha – Her Jesus komm

um so viel Freude bitten wir, dass Enttäuschung und Resignation keine Chance haben, dass wir zurücklassen können, was uns Angst macht und lähmt

um so viel Freude bitten wir, dass wir immer wieder neu anfangen können, wie auferweckt von den Toten

um so viel Freude bitten wir, dass wir offen für alles Neue sind, dass wir niemand wie Aussätzige ausgrenzen

um so viel Freude bitten wir, dass wir uns neidlos mit freuen können mit der Freude anderer

um so viel Freude bitten wir, dass wir jeden Tag auch Freude an uns selbst haben, weil Gott uns so unendlich liebt

 Du guter Gott, ja, auch um Freude bitten wir in diesen Tagen des Advents. Weil es die Freude ist, in die hinein Jesus geboren werden soll, auch in uns selbst. In uns willst du Mensch sein, damit wir Mensch für unsere Mit-Menschen sind. Dazu hilf uns, die Freude macht alles leichter. Schenk uns die Sehnsucht nach ihr.  Amen

 

Rainer Maria Rilke        Geh bis an deiner Sehnsucht Rand

Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,
dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.
Aber die Worte, eh jeder beginnt,
diese wolkigen Worte, sind:

Von deinen Sinnen hinausgesandt,
geh bis an deiner Sehnsucht Rand;
gieb mir Gewand.
Hinter den Dingen wachse als Brand,
dass ihre Schatten, ausgespannt,
immer mich ganz bedecken.

Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.
Lass dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.

Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.

Gib mir die Hand.