immer daran denken!
auf die EINSTELLUNG kommt es an
1.1.2026
Neujahr
dass wir uns von Herausforderungen nicht unterkriegen lassen
dass wir auch eine Chance in allen Krisen entdecken
dass wir bereit sind, immer wieder dazu zu lernen
dass wir neue Impulse und neue Begeisterung in alte Gewohnheiten bringen
dass wir abwägen können: was bleiben soll – und was sich ändern muss
dass wir uns getrauen so zu leben, wie es uns gut
dieser 1.Jänner ist auch Weltfriedenstag: auch heute bitten wir inständig um ein Ende von Krieg und Gewalt – und wir bitten um eine gute Zukunft für alle kleinen Menschenkinder, die heute geboren werden
Geben wir in Gottes Hand alle, deren Leben in diesem Jahr zu Ende gehen wird, denken wir an die, die schon gestorben sind, so viele unter schmerzlichen Umständen
Amen
31.12.2025 Silvester
Diese letzten Stunden am Silvestertag haben ihre eigene Magie. Da ist die Weltlage, die bedrückt, soziale und wirtschaftliche Probleme und nicht zuletzt auch das Klima machen Sorge. Viele Menschen weltweit haben in diesem abgelaufenen Jahr schlimme Dinge erlebt, für viele sieht die Zukunft nicht sicher aus. Naturgemäß schauen wir wohl vor allem auf UNSER abgelaufenes Jahr zurück - Versuchen wir das in Freude und Dankbarkeit und versuchen wir zu segnen, was uns am Herzen liegt. So bitten wir
Lass uns segnen
unsere
Familien, unsere Kinder, unsere Freunde und Bekannten,
Lass uns
segnen, all die Menschen, die wir lieben und um die wir uns sorgen
lass uns
segnen, die alten Menschen, die uns anvertraut sind
lass uns segnen, all
die Menschen, mit denen es uns schwerfällt, auszukommen
Lass uns
segnen
All unsere
Pläne, unsere Anstrengungen
alles, was
uns gut gelungen ist
lass uns all
das segnen, womit wir auch anderen GUT getan haben
Lass uns auch
segnen
unsere
Enttäuschungen und die Traurigkeiten,
Segne du, wo
wir andere verletzt haben
Lass uns
segnen
unsere
Wünsche und Hoffnungen
unsere
Sehnsucht, die uns auch ins neue Jahr begleitet
lass uns
segnen - alles
was wir
loslassen und hergeben mussten
segne du
All das, was
in uns selbst noch Heilung braucht
lass uns
nicht aufhören um DEINEN Segen zu bitten
Für die
Menschen in den Kriegs- und Terrorgebieten
Für die
Heimatlosen und die Flüchtlinge
Für Alle,
die mit Ungewissheiten leben müssen
Wir bitten
um deine Nähe für all die Menschen, die gestorben sind und
für die, die noch immer trauern
Gott segne uns und behüte uns, lass all die Menschen, die gestorben sind, bei dir geborgen sein - – und inständig bitten wir um Frieden für unsere Welt und auch für uns selbst. Lass uns mit Zuversicht auf das Neue zugehen amen
30.12.2025 die Prophetin Hannah Lk. 2.36
Lass uns ein Licht aufgehen
Die Prophetin Hannah, von der heute im Evangelium die Rede ist, war eine Frau, die warten konnte. Sie verliert sich mit ihren Gedanken nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft, sondern konzentriert ihren Blick auf das Hier und Jetzt. So erkennt sie, was andere übersehen. Sie erkennt im richtigen Moment das Handeln Gottes. Hannah erkennt den Messias. Sie erkennt ihn, in dem kleinen Jesus, den seine Eltern zum Segnen in den Tempel bringen. Und das ist wohl die Botschaft von Weihnachten: Vom Dunkel des Wartens sollen wir zum Licht des Erkennens kommen .So bitten wir:
lass uns ein Licht aufgehen –
dass wir in dieser zermürbenden Zeit der
Krisen
neue Wegzeichen und neue Chancen erkennen
lass dein Licht aufgehen - in unserer Gesellschaft
dass es Solidarität gibt und Nähe
dass wir nicht ausgrenzen, sondern annehmen
dass ein gutes Miteinander möglich ist
lass uns ein Licht aufgehen –
dass wir auch in unserem eigenen Leben das
immer wieder Neue erkennen
dass wir uns Neues zu-trauen und dem Neuen
ver-trauen
dass wir alle Mutlosigkeit wegräumen und immer wieder neu vertrauen
lass dein Licht aufgehen – lass uns die richtigen Worte finden
wenn wir oft sprachlos vor der Not anderer
stehen
wenn Menschen von uns Trost und Nähe erwarten,
wenn wir helfen sollen und doch so oft selbst
hilfsbedürftig sind
lass dein Licht aufgehen - überall dort, wo Menschen geboren werden
wo die Hoffnung noch ganz jung ist
sei aber auch Licht für die Kranken und für
alle, deren Leben zu Ende geht
Guter Gott, Wir bitten für die vielen Opfer von Krieg Gewalt und Flucht in diesem Jahr. Lass vor allem auch den politisch verantwortlichen ein Licht aufgehen, dass sie zu Kompromissen fähig und bereit für den Frieden sind. Guter Gott, sende dein Licht und dein Erbarmen . Amen
"Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir
wollen,
sollten wir dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir
verdienen" (Dieter Hildebrandt)
"Je planmäßiger die Menschen vorgehen,
desto wirksamer mag sie der Zufall zu treffen." Friedrich Dürrenmatt.
„Die Geselligkeit halte ich für eine wahrhaft demokratische
Tugend, sie ist das Interesse an Menschen, mit denen wir nicht eines Sinnes
sind…“Karl-Markus Gauß
"Zuhören, nicht um zu
antworten, sondern um zu lernen. Echtes zuhören ist brandgefährlich. Es kann
dich verändern." Timothy Radcliffe, Kardinal, Ratgeber für die Weltsynode
"Am Ende deines Lebens
sind es drei Dinge die wirklich zählen:
Wie sehr du liebtest,
wie sanft du lebtest,
und wie würdevoll du jene Dinge gehen ließest
die nicht für dich bestimmt waren." Buddha
"Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist Beginn und das Ende
ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird
und war; kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; ihr Garten und Gut grenzt grade an
Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um." Rilke
"der uns die stunden
zählte,
er zählt weiter.
was mag er zählen, sag?
er zählt und zählt...
nur was uns lauschen half:
es lauscht nun
für sich allein." Paul Celan
"nichts ist sagt der Weise. du lässt es erstehen.
es wird mit dem Wind deines Atems verwehen
unmerklich und leise. - nichts ist sagt der Weise." Mascha Kaléko
"Ich
suche nicht, ich finde. Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen in ein
Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden, das ist das völlig Neue
auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist
unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer." Pablo Picasso
Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein
frommwerden,
nicht eine Gesundheit, sondern ein gesundwerden,
nicht ein Sein, sondern ein Werden,
nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
wir sind's noch nicht, wir werden's aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
Es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles,
Es reinigt sich aber alles. Martin Luther
"Werden
wir, was wir wünschen?
Wünschen wir, was wir werden?" Kurt Marti
29.12.2025 Thomas Becket *ca 1118- + 29.12. 1170 ermordet in Canterbury
Die Liturgie der Weihnachtstage ist alles andere als romantisch. Schon am Tag nach Weihnachten wird von Stephanus erzählt, der für sein Festhalten an Jesus gesteinigt wird. Heute, am 29.Dezember ist der Gedenktag für Thomas Becket. Der englische Erzbischof von Canterbury, der auch Lordkanzler war, ist Opfer im kirchenpolitischen Konflikt mit König Heinrich II und wird in dessen Auftrag ermordet, vor dem Hauptaltar seiner Kathedrale. Becket ist als Märtyrer und Held in die Geschichte und in die Literatur eingegangen. Träumen nicht auch wir manchmal davon, so aufrichtig, unerschrocken, tapfer und unbeugsam zu sein? Die Realität sieht meist anders aus. Aber auch Thomas Becket ist erst Schritt für Schritt in diese unerschütterliche Freiheit hineingewachsen. So bitten wir:
lass auch uns
aufrechte Menschen sein, die zu dem stehen, wovon sie überzeugt sind, gib
uns die Fähigkeit und den Mut herauszufinden, was nach unserem eigenen Gewissen
falsch oder richtig
ist.
Hilf uns zu erkennen,
wo es auch in unserem Leben Entscheidungen gibt, die wir treffen müssen, auch
wenn sie uns und anderen vielleicht weh tun. Hilf uns nicht stur zu sein, aber
entschieden zu handeln.
Lass uns Menschen
sein, die Verantwortung für sich und andere übernehmen, gib uns den Mut,
Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen und uns für all die einzusetzen, die
niemand haben, der auf ihrer Seite steht.
Stärke
in unserem Land alle Kräfte, die sich für Versöhnung und Zusammenhalt und
Nächstenliebe einsetzen. - Hilf uns ein Klima der Solidarität und der
Zuversicht zu schaffen
Ganz besonders bitten
wir auch heute um ein Ende aller Kriege und Konflikte – wir bitten für alle
Menschen, die Opfer von Gewalt und Machtpolitik sind
Du
guter Gott, sei an der Seite aller Menschen, die in ihren Ländern um Freiheit
und Selbstbestimmung und um die Einhaltung der Menschenrechte ringen. Segne die Arbeit
aller Organisationen, die sich für Gerechtigkeit und Menschenrechte
einsetzen So bitten wir im Namen Jesu
Amen
28.12.2025
Fest der hl. Familie
Nur wenige Tage nach Weihnachten wird heute Fest der heiligen Familie gefeiert. Maria Josef und das Jesuskind werden sozusagen als Vorbild einer heiligmäßigen Familie in den Mittelpunkt gestellt. Aber wir wissen, dass „Familie“ in allen Jahrhunderten immer wieder auch andere Ausformungen hatte – und wir wissen wie viele Formen von Familie es heute gibt. Traditionelle Mama Papa Kind Familien, zerrissene Familien oder in ganz neuen Formen lebende Familien – wir wissen auch, dass jede zweite Ehe in Österreich geschieden wird. Aber im Menschen lebt die Sehnsucht, ein DAHEIM zu haben, einen Ruhepol, einen Ort der Sicherheit und des Angenommen-seins. Bitten wir heute
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir um Eltern, die ihre Kinder in Freiheit und Vertrauen wachsen - und werden lassen
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir um Frauen und Männer, die all die unvermeidlichen Konflikte und Schwierigkeiten im Zusammen- und Miteinanderleben liebevoll und respektvoll austragen können
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir für alle, die in ihrer Ehe gescheitert sind, dass sie einander und sich selbst verzeihen können und frei für einen neuen Anfang sind
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir für alle Geschiedenen und Wiederverheirateten, dass sie auch in der Kirche einen Ort der Versöhnung finden, wo man sie mit ihrer Geschichte annimmt. Ebenso wie alle gleichgeschlechtlichen Paare, die ihren Kindern Eltern sind
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir für die vielen Kinder, die Scheidungen verkraften müssen, dass sie auch in neuen Formen des Zusammenlebens Geborgenheit und Liebe finden
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: bitten wir für alle, die als Familie auf der Flucht sind, die als Asylanten auch hier mitten unter uns leben, Bitten wir, dass Familienzusammenführungen möglich bleiben.
Familie ist unser Ort der Menschwerdung: auch unser Staat in wohl in gewisser Weise Familie, Bitten wir um ein gutes Miteinander aller, um sozialen Ausgleich, um Gerechtigkeit und Solidarität – bitten wir um eine gute Regierungsbildung, die das Vertrauen der Menschen hat
um all das bitten wir im Namen Jesu, der Mensch in einer menschlichen Familie war, mit Vater Mutter und Geschwistern. Herr segne alle Familien, Amen
27.12.2025 Hl. Johannes Joh.20.2
dass wir – auch wenn wir DICH nicht sehen
dich doch erkennen können - in allen Abschnitten unseres Lebens
in der Freude, in der Krise, in der
Lustlosigkeit
dort vor allem, wo die vielen Fragezeichen sind und keine Antwort auf unser „Warum
dass wir – auch wenn wir DICH nicht sehen
dass wir nie die Hoffnung aufgeben - auf ein Ende von Krieg und Gewalt
dass wir die Zeichen unserer Zeitenwende
erkennen
dass wir die richtigen Antworten und Wege
finden
dass wir Mut haben und Mut und Vertrauen
weitergeben
dass wir – auch wenn wir DICH nicht sehen
Dass wir dennoch glauben können - dass wir nicht Zuschauer an der Krippe sind,
sondern dass wir immer mehr erkennen, wie sehr wir dich in uns selbst tragen
dass deine Menschwerdung unter uns täglich
geschehen muss
durch unser Mitgefühl, durch unsere
Freundlichkeit, durch unser gut-sein
dass wir – auch wenn wir DICH nicht sehen
dass wir dir voll Vertrauen alle anvertrauen
die Hilfe brauchen
lass uns vor allem den Kranken und den Alten beistehen,
dass sie ihren Sorgen und Ängsten, in ihren Schmerzen und ihrer Kraftlosigkeit nicht verlassen sind
nicht zuletzt bitten wir für alle, die mit den Worten „Gott“ und „Liebe“
schon lange nichts mehr anfangen können
wir bitten für die im Glauben verbitterten, für die Gleichgültigen, für die Enttäuschten
dass auch sie – vielleicht durch uns - die Freude deiner Menschwerdung erfahren
schenke auch ihnen ein neues „sehen“
-amen
26.12.2025 Hl. Stephanus
Nur einen Tag nach dem Weihnachtsfest werden wir aus jeder idyllischen Stimmung aufgeschreckt. Im Gottesdienst hören wir heute die Geschichte eines Menschen, den man zu Tod gequält hat. Es geht um Stephanus, den ersten Märtyrer der jungen Jesus Gemeinde. Ihn hat man wegen seines Glaubens zu Tode gesteinigt. Das ist ein Schock, haben wir nicht erst vor wenigen Stunden vom Kindlein in der Krippe gesungen? Ja, es macht uns bewusst, dass wir letztlich auch zu Weihnachten den gekreuzigten Jesus mitdenken müssen. Aus der Vision und der Sehnsucht vom „Frieden auf Erden“ werden wir immer wieder aufgeschreckt werden. Bitten wir heute
für all die Menschen in den Krieg-und Krisengebieten, bitten wir ganz besonders um Frieden in der Ukraine
für alle, die hilflos und schutzlos übermächtiger Gewalt ausgeliefert sind - auch für die Frauen in unserer Gesellschaft, die oft schutzlos sind
wir bitten für alle Menschen, die wegen ihres Glaubens oder wegen ihrer Rasse oder wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden
denken wir an die Opfer von Umwelt Katastrophen, denken wir an all das Leid, das der Tsunami vor mehr als 20 Jahren über hunderttausende Menschen gebracht hat
wir bitten für alle, die Opfer von Unfällen oder Verbrechen werden, gerade auch in diesen Weihnachtstagen
wir bitten für uns selbst, dass wir als Christen nicht dort versagen, wo wir für andere eintreten sollen
sei in den Konflikten der Welt ein Gott der Versöhnung
sei ein Gott voll Liebe und Nähe für alle, die im Leben
zu kurz kommen,
sei ein Gott des Lebens für alle, deren Leben zu Ende
geht
sei ein Gott des Lebens für alle Verstorbenen
Du guter, uns naher, mit uns leidender Gott: begleite uns
auf den Wegen unseres Lebens, und lass uns selbst anderen beistehen, in guten
und in schweren Tagen
Amen
25.12.2025 WEIHNACHTEN
Ja, trotz mancher Sorgen und auch wenn wir nur zu gut wissen, wieviel in der Welt im Argen liegt: wir feiern Weihnachten, wir feiern Hoffnung und Zuversicht. Da ist ein neugeborenes Kind: in seinem Leben, so glauben wir, kommt Gott zu uns. Gott, der in uns selbst geboren werden will, er selbst wird uns helfen, dass wir ihn erfahren. Bitten wir heute mit den Gedanken ganz unterschiedlicher Menschen.
Vor der Krippe bitten wir -
"dass wir nicht müde werden, sondern dem Wunder immer wieder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten." Das sagt die Dichterin Hilde Domin
Vor der Krippe bitten wir - "dass wir nicht suchen, was uns fehlt – sondern dass wir finden, was wir haben" Das sagt Benediktinerpater David Steindl-Rast
Vor der Krippe bitten wir - "dass unser kleines ICH großzügiger wird, bis an die Grenze der Verrücktheit". So der Theologe Peter Schellenbaum
Vor der Krippe bitten wir - „dass wir das Leben annehmen, wie es ist - tapfer, unverzagt und lächelnd“ Die große Sozialistin und Humanistin Rosa Luxemburg hat es gesagt
Vor der Krippe bitten wir - „lass uns gehen bis an unserer Sehnsucht Rand, lass uns alles geschehen Schönheit und Schrecken“, (dass wir das Gute annehmen können und auch all das, was wir nicht verstehen) wie es Rainer Maria Rilke sagt
Vor der Krippe bitten wir , - dass wir abschließen können und – segnen, was immer uns auch weh getan hat - "denn Vergangenheit muss abgeschlossen sein, um Gegenwart herzustellen" die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich
Vor der Krippe bitten wir - "dass wir immer wieder neu anfangen, weil Leben anfangen ist, immer, in jedem Augenblick". Das sagt der italienische Schriftteller Cesare Pavese
Vor der Krippe bitten wir - "dass wir den neuen Menschen anziehen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist, dass wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen". Paulus schreibt das im Epheserbrief 4.23
Großer Gott, im Geheimnis von Weihnachten hilf uns immer besser Mensch werden. Und Dich erfahren: als Gott in uns. Amen
24.12.2025 Christmette
Was für eine
Verheißung ist das, die wir heute in der „Heiligen Nacht“ in den Worten des
Propheten Jesaia hören: „Das Volk, das im
Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht …“ Worte, fast 3.000 Jahre alt, und
doch wie aktuell ganz in unsere Tage hineingesprochen. Wie sehr warten auch wir
auf Licht, auf ein Licht, am Ende des Tunnels. Da waren die zwei Jahre der
schweren Pandemie, die wir durchleben mussten – nun sind es neue Krisen,
Kriege, Bedrohungen. Wie tief verstehen wir jetzt, was es heißt, auf „ERLÖSUNG“
zu warten. Wie viel Hoffnung kann uns dieses Weihnachtsfest schenke? Ein Kind
ist geboren, ein neues Leben fängt an – versuchen wir, diesem Leben zu
vertrauen. So bitten wir in dieser
Stunde
Du,
Kind, Ahnung vom großen Gott
Führe aus dem Dunkel ins Licht
All die Menschen in den Kriegsgebieten dieser Erde
All die, deren Leben bedroht und ohne Zukunft ist
All die, die gerade in den letzten Tagen Schreckliches erleiden mussten
Du, Kind, Ahnung vom großen Gott
Führe aus dem Dunkel ins Licht
Alle, die in dieser Nacht ihren Dienst für andere versehen
Alle, die in Sorge um einen Menschen sind, der ihnen nahesteht
Sei an der Seite der Kranken und Hilflosen
Sei bei den Traurigen und allen die sich einsam fühlen
Du,
Kind, Ahnung vom großen Gott
Führe aus dem Dunkel ins Licht
Nimm von uns die Sorgen und die Bedrückung dieser Tage
Hilf uns füreinander da zu sein
Schenk uns Zuversicht und Freude
und für ein paar Stunden die Unbekümmertheit der Kinder
Du, Kind, Ahnung vom großen Gott –
wir knien vor dem Wunder des Lebens und danken Dir. Amen
Das Volk, das in der
Finsternis ging,
sah ein helles Licht;
über denen, die im Land des Todesschattens wohnten,
strahlte ein Licht auf.
Denn sein drückendes Joch
und den Stab auf seiner Schulter,
den Stock seines Antreibers zerbrachst du
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft,
jeder Mantel, im Blut gewälzt, wird verbrannt,
wird ein Fraß des Feuers.
Denn ein Kind wurde uns geboren,
ein Sohn wurde uns geschenkt.
Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt.
Man rief seinen Namen aus:
Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott,
Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Es geschah aber in
jenen Tagen,
dass Kaiser Augústus den Befehl erließ,
den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen.
2Diese Aufzeichnung war die erste;
damals war Quirínius Statthalter von Syrien.
3Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
4So zog auch Josef
von der Stadt Nazaret in Galiläa
hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt;
denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
5Er wollte sich eintragen lassen
mit Maria, seiner Verlobten,
die ein Kind erwartete.
Es geschah, als sie dort waren,
da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte,
und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.
Sie wickelte ihn in Windeln
und legte ihn in eine Krippe,
weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld
und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen
und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie
und sie fürchteten sich sehr.
Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht,
denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteilwerden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
er ist der Christus, der Herr.
12Und das soll euch als Zeichen dienen:
Ihr werdet ein Kind finden,
das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
13Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer,
das Gott lobte
und sprach:
14Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
den Menschen seines Wohlgefallens.
ich plage mich
mit einer Gürtelrose ab. Fühlt sich an, als läge die arme Haut rundum auf
stacheligem Stroh - ich hoffe, das Jesuskind ist fest in Windeln gewickelt :-))
"Zufriedenheit und Glück kann man nicht vorsätzlich produzieren;
diese Gefühle stellen sich ein, wenn man etwas, das man als sinnvoll erkannt hat
und das einem Freude bereitet, praktiziert und auslebt -
dann kommen Glücksgefühle sozusagen als Nebeneffekt dazu."
Psychotherapeutin Elisabeth Lukas
24.12.2025 Lk 1.67 Benedictus
„Nur noch ein paar Stunden“ so
vertröstet man die Kinder – „dann kommt das Christkind“. Und worauf warten
wir? Da ist zwar die Freude vor dem Fest
– aber können wir all die Krisen um uns einfach wegdenken? Ja, wir warten – aber nicht nur auf die
Bescherung unter dem Christbaum - in tiefster Seele warten wir auf ein Ende
dieser zermürbenden Zeit, ein Ende von Krieg und Zerstörung und Gewalt. Einfach
auch Frieden im Alltag, der uns wieder ohne große Sorgen und Zukunftsängste
leben lässt. Bitten wir in dieser Stunde:
Hilf uns warten, Gott: hol uns
heraus aus aller inneren Zerrissenheit, aus den Ängsten, den vielen täglichen
Sorgen, aus unserer Unsicherheit, auch aus den Schmerzen
Hilf
uns warten, Gott: hol uns heraus aus
Unzufriedenheit, aus falschen Sehnsüchten, aus dem Gefühl oft der Perspektivlosigkeit.
Hilf uns warten, Gott: hol uns heraus aus Missgunst und Streit, aus der Unversöhnlichkeit mit
Menschen oder einer Lebenssituation.
Hilf uns warten, Gott: hol uns heraus aus dem zu viel, das uns oft belastet - und aus dem zu wenig, das für immer mehr Menschen zum Lebens Problem wird
Hilf uns warten, Gott: und hole auch unsere Gesellschaft heraus,
heraus aus der Krise der Spaltung, heraus auch aus Egoismus und Hartherzigkeit,
zeige uns wieder einen den Weg des guten Miteinander und Füreinander
Hilf uns warten, Gott: auf eine
Zukunft in Frieden und Sicherheit für alle Menschen. Wir bitten inständig um
wenigstens ein paar Tage des Friedens für die Menschen in den Kriegsgebieten.
Sei Du bei allen, die in diesen Tagen krank sind, vor allem bei den Kindern.
So bitten wir in diesen Stunden
vor dem „heiligen Abend“: mach
DU uns selbst zu einem „Werkzeug deines Friedens, Amen
Gebet des hl. Franziskus von Assisi
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines
Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass
ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass
ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich
liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
23.12.2024 Lk 1.57 Geburt Johannes des Täufers
Gott löst seine Verheißung ein, davon berichtet heute das Evangelium So sehr hatte sich Zacharias mit seiner Frau ein Kind gewünscht. Erst als beide gar nichts mehr erwarten, geschieht das „Wunder“. Auch hier ist es ein Engel, der zuvor eine Zusage Gottes bringt. Zacharias zweifelt aber – quasi als Strafe für seinen Zweifel aber verliert er seine Stimme. Erst als Zacharias dieses von Gott versprochene Kind auf dem Arm in den Tempel trägt, erst da erhält Zacharias seine Stimme zurück, er kann Gott loben und preisen. All diese wundersamen Geschichten sollen uns eines sagen: Gott handelt auf eine Weise, die unsere Vorstellung übersteigt. Können, wollen wir uns darauf einlassen? So bitten wir:
Gott, mach uns bereit, - alles aus deiner Hand anzunehmen. Alle Freude, alles Gute, aber auch das, was oft weh tut und für das wir keine Erklärung finden
mach uns bereit - loszulassen, was uns lieb geworden ist, viele Dinge, viele Gewohnheiten aber auch Menschen, die wir an uns binden wollen, damit wir offen sein können für Neues
mach uns bereit, - dass wir uns selbst sehen, wie wir sind. Das Gute, Vertraute in uns, aber noch mehr manches Fremde und Dunkle. Damit wir uns nichts vormachen und unser Leben echt ist
Gott, mach uns bereit, - gerade in diesen Tagen des Schenkens und des Beschenkt-werdens, auch die Leere in uns anzunehmen, die Bedürftigkeit, das Wissen, dass wir selbst uns niemals genügen können.
mach uns bereit - Dir entgegenzugehen und Dich zu sehen, in all den Menschen und Aufgaben, die auf uns warten – auch heute wieder und gerade dort, wo es nicht aufregend ist und es uns oft am wenigstens freut
Du Gott mit uns – auf dein Kommen warten wir. Und doch bist du immer schon DA. Lass uns darauf vertrauen heute und morgen und immer. amen