31.5.2026 DREIFALTIGKEITS SONNTAG Joh.
3.16
Teil einer figurenreichen Wand- und Deckenbemalung aus
dem 14. Jahrhundert - lässt sich auf vielerlei Weise deuten. Die mittlere
Gestalt gleicht einer Frau, das weibliche Prinzip Gottes, entsprechend dem
hebräischen Wort für Geist: "ruach" - weiblich "die
Geistin". Die göttliche allumfassende Liebe ist für uns Menschen ohne
"weibliches" Prinzip eigentlich undenkbar
Weil wir Menschen sind, brauchen wir Bilder und Worte, um uns mitzuteilen. Wir machen uns auch ein Bild von Gott, weil wir über ihn sprechen wollen. Gerade das heutige Fest will aber wohl auch das EINE sagen: Gott ist ganz ANDERS. Wir halten uns zwar an Jesus, wenn er sagt, „wie du Vater in mir bist und ich in dir bin – so sollen auch sie in uns sein“ Auch wir sind in diese Göttlichkeit miteinbezogen – aber WIE GOTT IST!!! - wir wissen es nicht. Nicht zuletzt verweist uns dieses -fest aber vielleicht auch auf das, was unser Leben sein soll: Beziehung, Beziehung zu uns selbst, Beziehung untereinander, Beziehung zu Gott. Letztlich sollen wir vom ICH zum DU und zu einem großen WIR kommen.
Bitten wir an diesem heutigen Festtag
im Namen des Vaters der uns immer auch Mutter ist - dass wir nicht stecken bleiben in Äußerlichkeiten, in leeren Formeln und Ritualen, dass wir nicht hängen bleiben an alten Bildern und Geschichten
bitten wir im Namen des Sohnes der uns Bruder ist - dass wir im Vertrauen auf Jesus leben – auch wenn es oft keine schnelle Antwort auf Sorgen und Probleme gibt, dass wir im Vertrauen auf Jesus offen sein können für alle Menschen, die unsere Hilfe und unseren Beistand brauchen
bitten wir im Namen des Heiligen Geistes der alles Leben in uns ist, dass wir mit immer mehr Liebe und Sehnsucht Gott suchen, und nicht aus Pflichtgefühl, dass wir immer mehr in Gottes ANDERS-sein hineinwachsen dürfen
so bitten wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes: dass wir auch in die Tiefen unserer eigenen Person hineinwachsen, dass wir auch unser eigenes Anders-sein annehmen , dass wir in allen anderen Menschen deren „anders sein“ respektieren und achten, als einen Widerschein des dreifaltigen Gottes.
und bitten wir, dass wir letztlich ein großes EINS-SEIN erfahren dürfen, in der Solidarität mit der wir leben, in der Verantwortung für die ganze Schöpfung, deren Teil wir sind, in der Dankbarkeit und Liebe, die uns das Leben immer wieder schenkt. Amen
