22.2.2026 1.Fastensonntag Mt.4.1 Versuchung Jesu Gen. 2.7. Vertrieben aus dem Paradies
Was macht unser Mensch-sein aus? Wovon lebt der Mensch? Wofür soll er sich entscheiden? Zwei dramatische Erzählungen werden heute einander gegenübergestellt.
Das Evangelium berichtet, dass sich Jesus für
ein radikales Fasten für 40 Tage in die Wüste zurückgezogen. Dort versucht ihn
der Teufel mit allerlei Angeboten von Herrschaft, Macht und Reichtum au eine
Seite zu ziehen. Jesus widersteht diesen Versuchungen ohne wenn und aber. Für
ihn ist Gott die einzige, die entscheidende Instanz. ohne lange abzuwägen Wir
wissen, hier geht es nicht um eine Reportage – genau so wenig wie in der Geschichte
vom „Sündenfall“, die wir in der ersten Lesung hören. Anders als Jesus
widersteht das erste Menschenpaar nicht den Versuchungen des "Teufels". Adam und
Eva essen von der verbotenen Frucht. Hier werden uns zwei grundsätzlich
mögliche Lebensentscheidungen vor Augen gestellt. Wie entscheiden wir, wenn es
gilt zwischen gut oder nicht gut abzuwägen? was ist die Rangordnung unserer Werte, Wovon
leben wir, woraus schöpfen wir unsere Kraft? So bitten wir
dass wir überhaupt einmal den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen, dass wir nicht in einem ewigen unsicheren Abwägen verharren
dass wir immer wieder neu herausfinden, was für uns gut oder nicht gut ist, das kann in einer neuen Lebensphase immer wieder anders sein
dass wir uns aber auch immer ehrlich die eigentlichen Motive unseres Handelns ansehen, dass wir uns über uns selbst nichts vormachen
dass wir bei Entscheidungen die Freiheit der anderen achten, denn wenn wir manchmal glauben, dass wir für sie „nur das Beste wollen“ – muss es nicht das Richtige sein
dass wir auch falsche Entscheidungen im Nachhinein nicht als Tragödie sehen, auch sie sind ein Weg, auf dem Gott uns führt
dass wir bereit sind, manchmal auch die „Wüste“ auszuhalten, die vielen Momente, in denen wir mit uns kämpfen müssen und es auf viele Fragen keine eindeutige Antwort gibt
