Seiten

Samstag, 25. Juli 2026

Fürbitten Sonntag 26.7. GEH BIS AN DEINER SEHNSUCHT RAND

 


26.7.2026  Mt 13.44 die kostbare Perle, das hörende Herz - Welttag der Großeltern 

 An diesem heutigen Sonntag , dem sogenannten 17.Sonntag im Jahreskreis, ist es direkt schwer, sich auf einen der Gedanken zu beschränken, die die heutige Liturgie der Kirche anbietet. Im Evangelium erklärt heute Jesus einmal mehr, wie wir uns das mit dem Himmelreich vorstellen können. Der Himmel ist …. wie etwas unglaublich Kostbares, das du plötzlich findest und dafür gibst du dann alles, keine Anstrengung ist dafür zu groß. Jesus nennt als Beispiele einen Schatz im Acker oder eine kostbare Perle, für die ein Kaufmann alles, was er besitzt verkauft, nur um sie zu erwerben.  Haben wir so etwas Begehrenswertes schon gefunden? Etwas, wofür wir „ALLES“ geben würden, unser „letztes Hemd“?  In der ersten Lesung aus dem Alten Testament wiederum hören wir, worum der berühmte König Salomon Gott bei seinem Regierungsantritt bittet. Salomon, der Sohn Davids, will kein größeres Reich, keinen Reichtum, keine allumfassende Macht: Salomon bittet Gott um ein „hörendes Herz“, er bittet um die Fähigkeit, das wahrzunehmen, was die Menschen brauchen, wofür er als König gebraucht wird. Das hörende Herz, das ist für Salomon die kostbare Perle, der Schatz im Acker. Ja, und der dritte Gedanke dieses heutigen Tages: dieser Gedanke betrifft all unsere Großeltern. Rund um den Gedanktag der Großeltern Jesu (Joachim und Anna) hat die Kirche vor einigen Jahren den Tag der Großeltern eingeführt. Ja, ja auch sie sind oft und oft kostbar wie ein Schatz. So bitten wir heute

dass wir mehr Fantasie und Mut haben, uns „den Himmel auf Erden“ zu wünschen, dass wir auch in unserem Leben nicht aufhören nach dem Schatz im Acker, nach der kostbaren Perle zu suchen

dass wir uns unsere innigsten Sehnsüchte eingestehen, dass wir nie aufgeben, etwas davon verwirklichen zu wollen, ganz gleich wie alt wir sind, weil nur die Sehnsucht uns immer weiterführt

bitten wir auch wie Salomon um ein hörendes Herz, dass wir wahrnehmen, was die Menschen um uns brauchen, dass wir wahrnehmen, wie wir helfen können

dass wir aber auch auf unsere eigenen Bedürfnisse hören, dass wir uns selbst nahe sind und uns Gutes tun

Danken wir für unsere Großeltern, danken wir für die, deren Hilfe wir in Anspruch nehmen dürfen – danke wir für unsere verstorbenen Großeltern und behalten wir sie dank bar in Erinnerung

Der Sonntag heute soll auch den alten Menschen gewidmet sein. Bitten wir für alle, denen das Leben oft schon beschwerlich ist, bitten wir um Begleitung für sie, bitten wir vor allem, dass unser Gesundheits -und Sozialsystem notwendige Dienste nicht einschränkt. Dass die alten Menschen nicht als eine Belastung empfunden werden, sondern dass man dankbar für die ist, die unser Leben bisher mitgestaltet haben

So bitten wir Guter Gott: lass uns alle, jung oder alt, den Schatz erkennen, die Kostbarkeit, die in jedem einzelnen Tag verborgen ist und lass uns alles daran geben, diesen Schatz ans Licht zu bringen. Und wie König Salomon bitten wir; Gib uns ein hörendes Herz: dass wir die Sorgen und Nöte und auch die Freuden der Menschen um uns wahrnehmen – und nicht zuletzt auch das, was unsere innerste Sehnsucht ist. Amen 

Von Rainer Maria Rilke gibt es ein wunderbares Gedicht, das uns ermuntert, diesen 2Schatz im Acker zu suchen. "Geh bis an deiner Sehnsucht Rand"  (gekürzt)

 

"Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht ....

Von deinen Sinnen hinausgesandt,

geh bis an deiner Sehnsucht Rand; .....

Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.

Man muss nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.

Lass dich von mir nicht trennen.

Nah ist das Land,

das sie das Leben nennen.

Du wirst es erkennen

an seinem Ernste.

Gib mir die Hand"      


Rainer Maria Rilke, 4.10.1899, Berlin-Schmargendorf