Seiten

Dienstag, 12. September 2023

Fürbitten 13.9. Die Widersprüchlichkeit Gottes aushalten

 


13.9.2023 Lk 6.20   Wohl euch ihr Armen, wohl euch ihr Verfolgten ....

Die Kirche begeht heute den Gedenktag des hl. Chrysostomus. Er lebte im 4.Jahrhundert nach Christus und war nicht nur Bischof von Konstantinopel sondern galt auch als besonders guter Theologe und Redner. Was den Regierenden nicht immer gefiel, so musste Chrysostomus sogar zweimal in die Verbannung.  In den fortlaufenden Lesungen hören wir aber heute eine Variation zur Bergpredigt Jesu im Matthäus Evangelium – bei Lukas ist es eine Feldpredigt Jesu aber mit ähnlich verstörendem Inhalt. Da wie dort geht es um Widersprüchliches. Es sind Aussagen, die provozieren.  Herkömmliche Werte werden von Jesus radikal auf den Kopf gestellt: was normalerweise als Unglück erscheint: Hunger zu haben, verzweifelt zu sein, von Anderen gehasst zu werden – das sollen wir, mit den Augen Jesu, als Glück preisen. „Wohl euch!“ „Freut euch und tanzt, wenn das geschieht“, heißt es bei Lukas. So zu denken, das stellt die Welt auf den Kopf. (Kein Wunder wenn solche Worte Witze provozieren, siehe oben) Müssten wir also darum bitten arm zu sein, unglücklich, hungrig, von anderen gehasst?


Bitten wir, dass wir lernen auch in Widersprüchlichkeiten zu leben. Dass wir uns getrauen, immer wieder unsere fest gefügte Werte-Welt zu hinterfragen

Dass wir die Unbegreiflichkeit Gottes immer mehr annehmen können, wenn auch nicht verstehen

Dass wir es aushalten, auf viele Fragen keine Antwort zu bekommen

Dass wir Unbegreifliches Schmerzliches auch dann annehmen können, wenn wir den Sinn nicht verstehen

Dass wir weiter vertrauen und nicht verbittern, wenn Wünsche und Erwartungen und vor allem auch Gebete nicht erfüllt werden

Dass uns das Leid in der Welt nicht zynisch macht und abstumpft, dass wir es nicht "gottgewollt" hinnehmen, sondern dass wir uns herausgefordert fühlen, zu helfen.

Bitten wir ganz konkret für all die Menschen, die im wahrsten Sinn des Wortes hungern und weinen, die beschimpft und gehasst werden, die man verfolgt und aus Gemeinschaften ausschließt: Menschen verzweifelt und ihrer Existenz beraubt, wie jetzt die Opfer der Umweltkatastrophen: Jesus will ganz sicher nicht, dass wir uns mit ihrem Schicksal abfinden – bitten wir, dass wir zur Stelle sind, wo immer wir helfen können

 

Denn das wissen wir: das Himmelreich ist dort, wo wir selbst Himmel schaffen. Dazu brauchst du uns und dazu hilf uns guter Gott, Amen. 

Montag, 11. September 2023

Fürbitten 12.9. um Hilfe in allen Krisen

 

Gnadenbild "Mariahülf" in der Mariahilferkirche in Wien

konnte 1683 vor Zerstörung gerettet werden 

12.9.2023 Maria Namen

 Das Fest Maria Namen ist 1683 als Dank für den Sieg über die Türken vor Wien eingeführt worden. Wir wissen aber, dass es gerade heute Stimmen gibt, die dieses Datum missbrauchen, um vor einem drohenden Siegeszug des Islam über das Christentum zu warnen. Gerade dieser Tag wird gerne benützt, um Ängste zu schüren. Wir als Christen können gar nicht anders, als jeder Form von Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenzutreten. Bringen wir Jesus unsere Bitten mit unserem Blick auf Maria.

 

In deinem Namen Maria bitten wir: für die Opfer der Erdbebenkatatrophe in Marokko – wir bitten um wirksame Hilfe für die Notleidenden, wir bitten für alle Helfer

 

In deinem Namen Maria bitten wir: für alle Menschen, die unter Umweltkatastrophen zu leiden haben – in Europa und weltweit nehmen Wetterextreme zu und werden lebensbedrohlich

 

In deinem Namen Maria bitten wir: für alle Opfer von Krieg, von Gewalt und  Vertreibung,  Für alle Menschen, die nicht wie wir in Sicherheit und Frieden leben dürfen.

 

In deinem Namen Maria bitten wir: dass wir hier im Kleinen mit Krisen richtig umgehen, dass es wieder ein Klima der Offenheit und Gemeinschaftlichkeit gibt – dass es uns gelingt, solidarisch und verantwortlich miteinander zu leben

 

In deinem Namen Maria bitten wir: Um Anstand und Verantwortlichkeit in der Politik, dass nicht Ängste geschürt, Menschen diffamiert und Gräben aufgerissen werden

 

In deinem Namen Maria bitten wir: Dass wir andere Religionen nicht als Bedrohung ansehen, dass wir uns niemals für Hetze,  Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mißbrauchen lassen.

 

In deinem Namen Maria bitten wir:  auch um das richtige Handeln Europas in dieser Zeit der Herausforderung für uns alle

 

Du guter Gott, so bitten wir mit unserem Blick auf Maria und wir bitten auch: lass auch uns selbst in unserem eigenen kleinen Umfeld zu Frieden und Versöhnung in dieser Welt beitragen .  Amen 

Sonntag, 10. September 2023

Fürbitten 11.9. FREI und SELBSTBESTIMMT

 


11.9.2023 Lk.6.6 ALLES soll uns in die Freiheit führen

Wieder einmal setzt sich Jesus über die bösartigen Spitzfindigkeiten der Theologen seiner Zeit hinweg. Sie sind wütend, weil er an einem Sabbat tut, was das strenge Sabbat Gesetz angeblich verbietet. Jesus heilt einen Mann, dessen Arm gelähmt ist. Nun spielt Jesus den Ball an die Pharisäer zurück: „Ist es erlaubt am Sabbat Gutes zu tun, statt Böses – ein Leben zu retten, statt es zu Grunde gehen zu lassen?“  Jesus will auch uns in die Freiheit der Liebe Gottes führen, dorthin, wo wir nicht mehr ängstlich auf Gesetze schauen müssen, sondern als einzige Leitschnur Liebe und Barmherzigkeit haben. So bitten wir

dass auch wir nicht ängstlich auf Vorschriften schauen, vor allem dann nicht, wenn Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen

dass wir für uns selbst nicht unsicher an Äußerlichkeiten festhalten

dass wir immer wieder überprüfen, welche Gewohnheiten ihren Sinn verloren haben

dass wir uns nicht hinter Vorschriften und Autoritäten verschanzen,

dass wir nicht zu bequem oder zu feige für eine selbst bestimmte Entscheidung sind

dass wir selbst Verantwortung übernehmen,

dass wir unserem Gewissen vertrauen, in der jeweiligen Situation das Richtige zu tun

dass wir nicht „fromm“ sind, weil es „Pflicht und Vorschrift“ ist, sondern dass wir, so gut es eben geht, immer aus Liebe heraus leben und handeln

 

Nun beginnt auch im Westen Österreichs wieder die Schule. Bitten wir, dass auch unsere Kinder frei und selbst bestimmt, fröhlich und dankbar durchs Leben gehen können. amen

 

 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


FREUDE ist das Äußerste, was der Mensch in seiner Macht hat. 

FREUDE ist die gute Jahreszeit über der Seele" Rilke


"Denn das Große ist nicht, dass einer dies oder jenes ist,

sondern dass er es selbst ist; und das kann jeder Mensch sein, wenn er will". Sören Kierkegaard

 

"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein". Einstein

 

„Geh deinen Weg. Geh in deinen Schuhen“ Mönchsvater Johannes

 

"Der Mensch besteht eben nicht nur aus Chemie,                                                                                      sondern auch aus ganz viel Sehnsucht" Christoph Schlingensief


"Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien,                                                                            sondern aus Pflichten." Albert Camus

 

"Man ist nur so jung
wie man sich fühlt.
Man denkt nur so tief
wie man sich wühlt.
Man kriegt nur so viel
wie man sich gibt.
Man lebt nur so lang
wie man sich liebt." Robert Gernhardt

 

" Unter Intuition versteht man die Fähigkeit gewisser Leute,
eine Lage in Sekundenschnelle falsch zu beurteilen."   Friedrich Dürrenmatt

 

"Das Leben ist die Kunst, mehr Fragen als Antworten auszuhalten"
deutsche Philosophin Christa Runtenberg

  

„Auf Dauer nimmt die Seele
die Farben der Gedanken an.“ Marc Aurel


„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
Albert Camus

 

"nichts...
nichts ist gefährlicher und seelenmordender als die beständige Beschäftigung mit dem eigenen Wesen und Ergehen, der eigenen einsamen Unzufriedenheit und Schwäche." Hermann Hesse





 "Müßiggang ist allen Geistes Anfang... " Franz Werfe

Samstag, 9. September 2023

Fürbitten 10.9. richtig mit Konflikten umgehen

 


10.9.2023 Mt. 18.15 Von der Verantwortung füreinander

Um ein zeitloses, vermutlich immer aktuelles Thema geht es heute im Evangelium. Wie kann man gut und richtig mit Konflikten umgehen. Wie löst man Streitfragen. Im beruflichen Umfeld, im Alltagsleben, vor allem aber auch in der kleinen Gemeinschaft, in der Familie, in der Partnerschaft. Wie weist man auf Fehler hin, gibt es einen Punkt, an dem es keine Annäherung mehr gibt. Im Evangelium geht es um die Situation in der religiösen Gemeinschaft. Wie umgehen mit Andersdenkenden, wieviel darf toleriert werden, gibt es eine Grenze, ab der man sich eventuell auch voneinander trennen muss. Wir wissen, wie wichtig Mediation in Konflikten geworden ist … bitten wir heute

Dass wir Konflikte offen und ehrlich ansprechen

Dass wir dem anderen eine Chance geben, seine Beweggründe darzulegen

Dass wir auch akzeptieren können, wenn sich unsere eigene Einschätzung als falsch herausstellt

Dass wir diskret mit den Fehlern anderer umgehen und nichts an die große Glocke hängen

Dass wir immer eine Türe offen lassen für ein neues Aufeinander zugehen

Dass wir auch Gras über eine Sache wachsen lassen können,

dass wir alte Konflikte nicht wieder aufwärmen  - dass wir wirklich vergeben können

Bitten wir auch um die Streit -und Toleranz Kultur in unserer Kirche, dass Andersdenkende nicht viel zu schnell mit Sanktionen oder Redeverbot belegt werden

So bitten wir guter Gott, Lass, dass wir uns niemals als Richter über andere aufspielen, sondern dass wir einander in deinem Licht sehen können – immer bereit zum wieder Aufeinander zu gehen.  So bitten wir im Namen Jesu. Amen

Freitag, 8. September 2023

Fürbitten 9.9. GOTT ist kein Gott der VORSCHRIFTEN

 


9.9.2023 Lk. 6.1 Ja darf man denn das  

„Das entspricht nicht den Vorschriften!!“ Immer wieder laufen die Diskussionen, die Jesus mit den jüdischen Religionsführern seiner Zeit führt, auf diesen Vorwurf hinaus: „So steht es nicht in den Vorschriften!“ Im Evangelium heute geht es darum, ob man am Sabbat Weizenkörner in der Hand zerreiben darf, um sie dann zu essen, weil man hungrig ist. Die Diskussion erscheint uns lächerlich und doch geht es auch heute in der Kirche oft darum: "wie streng muss man sich an alte Vorschriften halten, dürfen sie gelockert werden, darf man sie abändern, darf man auf die Lebens-Realität der Menschen heute eingehen"? „Nein“, sagen die streng Gesetzestreuen: es muss auf Strich und Punkt bleiben, wie es immer schon war. Jesus sieht es anders. Immer steht der Mensch im Mittelpunkt, immer muss sich alles in der jeweiligen Situation entscheiden. Gott braucht keine sinnentleerten Rituale, nicht das Einhalten von sturen Vorschriften. Gott will unsere Liebe und Hingabe, alles andere ist unwichtig, dient vielleicht nur unserer eigenen Unsicherheit und Befriedigung. So bitten wir

 

Dass wir uns das von Jesus abschauen:

sein Eingehen und sein Zugehen auf die Menschen, ohne Angst vor sturen Regeln

 

Dass wir uns das von Jesus abschauen:

Den klaren Blick auf das Not-wendige, auf das, was in der momentanen Situation Not-wendet

 

Dass wir uns das von Jesus abschauen

Dass wir für uns selbst herausfinden, was richtig oder falsch ist

dass wir keine Angst davor haben, eigenständig und kritisch zu denken

 

Dass wir uns das von Jesus abschauen

dass wir unsere Entscheidungen nicht treffen, weil sie vorgeschrieben und „Pflicht“ sind

sondern dass wir mit unserem Leben und unserer Liebe dahinterstehen

 

Dass wir uns das von Jesus abschauen:

dass wir nicht hängen bleiben an Vorschriften und Ritualen,

sondern dass wir eine persönliche Beziehung zu Gott suchen

 

dass wir uns das von Jesus abschauen:

dass Gott keine Verbotstafel in unserem Leben ist, sondern ein Hinweisschild für Freude

und Freiheit und Zuversicht

 

 

Du guter Gott. Um wie viel größer bist du, als wir es uns vorstellen können. Du nimmst uns an, mit all unserem Suchen, mit allen Zweifeln. Du willst unsere Freude und unsere Sehnsucht, du willst unsere Liebe und schenkst dich uns in Freiheit. Dafür danken wir dir im Namen Jesu, Amen.

 

Donnerstag, 7. September 2023

Fürbitten 8.9. Wir alle: ein Teil unserer Familie

 


8.9.2023 Fest Maria Geburt - Stammbaum Jesus Mt.1,1-17

Es ist ein altes Fest, das wir heute feiern: Maria Geburt. Wobei es natürlich um kein historisches Datum geht - aber es soll die Bedeutung dieser jungen Frau hervorheben, die Jesus geboren hat - und die zuvor ja selbst von Eltern geboren worden ist. Maria war ein jüdisches Mädchen, eine jüdische Frau – eingebettet in die lange Geschichte ihres Volkes. Das Matthäus-Evangelium bringt heute den sogenannten „Stammbaum Jesu“ - eine komplizierte theologische Konstruktion, mit der die Abstammung Jesu vom Königshaus David nachgewiesen werden soll. Denn von dort, so heißt es in der Bibel, soll der Messias kommen. Auch Jesus war Jude und er war Jude bis zu seinem letzten Atemzug. Seine letzten Worte am Kreuz waren die eines frommen Juden. Bitten wir heute mit den großen Symbolgestalten des Alten Testamentes ...... :

 

mit Adam so bitten wir, lass uns aushalten, wenn wir aus unseren Träumen, aus unserem „Paradies“ vertrieben werden.  Wenn wir uns der Wirklichkeit stellen müssen, wenn der Alltag mühsam ist und es oft leichter wäre, sich etwas vorzumachen

Du Gott unseres Lebens – wir bitten dich erhöre uns

 

Mit Eva so bitten wir, lass uns den Mut haben, nach den Sternen, nach dem Apfel der Erkenntnis zu greifen. Lass uns erfahren, dass wir an unsere Grenzen gehen dürfen im Vertrauen darauf, dass du auch jenseits des Paradieses der Gott mit uns bist.

 

mit Abraham so bitten wir, lass uns auch in unserem eigenen Leben den Aufbruch wagen. Gib uns den Mut, immer wieder Neues zu riskieren und alles Vertrauen auf dich zu setzen

 

mit Sara bitten wir, lass uns die Hoffnung nicht aufgeben, dass das Leben immer wieder neue und gute Wendungen für uns bereit hat. Mit Sarah gib uns den Mut, auch zu zweifeln

und kritisch zu sein.

 

mit Moses bitten wir, lass uns auch durch die Wüste gehen. Lass uns jeden Tag wieder die Herausforderung unseres Lebens annehmen, lass uns auf dich hören und gib uns die Kraft, auch anderen Wegweiser und Führer zu sein

 

mit Miriam bitten wir, gib auch unserer Zeit starke und prophetische Frauen, Menschen mit mutigen Worten. Lass auch uns von unserem Glauben und unserer Hoffnung singen

 

mit David bitten wir, lass uns nicht aufhören dankbar zu sein und dich zu loben und zu preisen. Mit David lass uns erfahren, dass Du auch unsere Schuld annimmst und wir bereuen dürfen.

 

Mit Maria so bitten wir, lass uns JA sagen zu allen Wegen unseres Lebens, die du mit uns gehen willst- und die du uns zumutest. Lass, dass mit der Zu-mutung der Mut wächst und das absolute Vertrauen

 

 

Auch jeder einzelne von uns hat einen Platz im Stammbaum seiner Familie, seiner Geschichte. Aber wir alle sind eingeschrieben in Deine Hand guter Gott.  Ganz besonders bitten wir an diesem Marien-Tag für alle Mädchen und Frauen und deren Familien vor allem in den Kriegs-und Krisengebieten.  Mach Frieden möglich, so bitten wir . amen

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


"Dauernd stolpert man, stolpert und fällt, und man kann sich nur selbst aufheben und versuchen,

wieder weiterzugehen. Jedenfalls habe ich das mein ganzes Leben tun müssen." Wittgenstein

  

"...was vorüber ist, ist nicht vorüber.
es wächst weiter in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück" Rose Ausländer

 

"Vergangenheit muss abgeschlossen sein,
um Gegenwart herzustellen" Margarete Mitscherlich

 

"Das Übel gedeiht nirgends besser, als wenn ein Ideal davor steht" Karl Kraus

 

"Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man" Franz Kafka

 

"wer sich anpasst passt auf
ob sich andere genauso anpassen
...je angepasster umso aufmerksamer
...dass niemand
der Anpassung entkommt" Helmut Seethaler

 

 

"Seit es Menschen gibt, haben sich die Menschen zu wenig Freude gegönnt.

Das allein ist unsere Erbsünde". Henry Matisse

 

"Wenn der Gott
den Gebeten der Menschen entsprechen würde,
dann wären schon längst alle Menschen zugrunde gegangen,
weil sie unablässig viel Schlimmes gegeneinander erbitten." Epikur

 

"Vergessen Sie nie, das Leben ist eine Herrlichkeit"
Rilke schreibt das, als er selber schon sehr krank ist

 

An Ärger festhalten ist
wie wenn du ein glühendes Stück Kohle festhältst mit der Absicht,
es nach jemandem zu werfen -
derjenige, der sich dabei verbrennt, bist du selbst." Buddha


"Reif soll mein Herz werden, wie ein grünes Blatt, das ins Gelbe reift."
Hazrat Inayat Khan

  

"das Leben...scheitern, scheitern, immer perfekter scheitern" George Tabori

 

Nur belehrt von der Wirklichkeit können wir die Wirklichkeit ändern.“ B.Brecht


" Mitunter geschieht's, dass ich heute fürchte, was ich gestern
wünschte – selten umgekehrt." Kurt Marti

 

"Tanze, als würde dich niemand beobachten.

Liebe, als wärest du niemals verletzt worden..

Singe, als ob dich niemand hören könnte.

Lebe, als sei der Himmel auf Erden." Souza




 



Mittwoch, 6. September 2023

Fürbitten 7.9. ach was, wir schaffen das schon

 


7.9.2023 Lk.5 1    MUT fürs neue Arbeitsjahr  

Jesus weiß sehr gut, dass Neues immer auch mit Angst verbunden ist. „Fürchte dich nicht“ sagt er zu Petrus, dem er eine viel größere Aufgabe anvertrauen will, als Fische zu fangen. Noch kurz zuvor waren Petrus und seine Fischerkollegen frustriert nach einer langen Nacht vergeblicher Arbeit nach Hause gekommen. Jesus aber schickt sie noch einmal hinaus auf den See. Und das Wunder geschieht: JETZT haben sie Erfolg, es wird ein riesiger Fischfang. Aber beim Fische fischen soll es nicht bleiben. Jesus sagt zu Petrus: „Fürchte dich nicht. Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“. Der Fischer Petrus, der immer wieder mit Widrigkeiten zu kämpfen hat, wird letztlich Großes vollbringen. Auch er wird vor einer neuen Verantwortung Angst gehabt haben. Vertrauen auch wir Jesus: vertrauen wir, dass es ein  "happy end" all unserer Bemühungen geben wird.  bitten wir

Mach uns Mut vor dem, was in diesem neuen Arbeitsjahr auf uns zu kommt

Mach uns Mut, vertraute Routine loszulassen

Mach uns Mut, auch ganz neue Aufgaben zu übernehmen

Mach uns Mut, dass wir uns wieder engagieren, uns einsetzen

Mach uns Mut, dass wir uns auch Fehler leisten dürfen 

Gib uns Vertrauen in ein happy end, in ein „gutes Ende“ von Allem –

Gib uns Vertrauen, dass auch aus verworrenen und schwierigen Situationen Gutes entstehen  kann.

 

Guter Gott. Lass uns keine Angst vor Unbekanntem und Neuem haben – führe uns dorthin, wo es für uns selbst und die Menschen in unserem Leben GUT ist. Darum bitten wir im Namen Jesus, der mit uns auf allen Wegen ist. amen

 

 


immer wieder einen neuen Blick wagen

 


„Politik ist der Kampf zwischen jenen, die Angst schüren,                                                                           und jenen, die Hoffnung stiften“  Francois Hollande, Sozialist und ehem.frz Staatspräsident

 

"Nimm dir Zeit, um glücklich zu sein. Zeit ist keine Schnellstraße zwischen Wiege und Grab,

sondern ein Platz zum Parken in der Sonne." Phil Bosmans

 

Je älter man wird,
desto ähnlicher wird man sich selbst.‘‘ Maurice Chevalier

 

"Leiden an einer Situation ist kein Verdienst;
das Lamm, das sich fressen lässt, stärkt die Ordnung der Wölfe.‘‘
Stefan Heym

 

"Der Radwechsel
Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld? "Bertolt Brecht

 

"Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht."  Shakespeare

 

"Wer die Freiheit aufgibt,
um Sicherheit zu gewinnen,
wird am Ende beides verlieren" Benjamin Franklin

 

"Wenigstens HEUTE will ich es versuchen und werde mich vor zwei Übeln hüten:                              der Hetze und der Unentschlossenheit." Papst Johannes XXIIII

 

"Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte"   Heimito von Doderer

 

„Wer liebt,
zweifelt an nichts
oder an allem“ Honoré de Balzac

 

"Es gibt erfülltes Leben
trotz vieler unerfüllter Wünsche." Dietrich Bonhoeffer

 

"Standortbestimmung:
1. Was tue ich, was ich weiterhin tun soll?
2. Was tue ich, womit ich unbedingt zu tun aufhören soll?
3. Was habe ich noch nicht angefangen zu tun, was ich schon längst hätte tun sollen?"




Dienstag, 5. September 2023

Fürbitten 6.9. HEILSAM sein - FÜREINANDER

 


6.9.2023 Lk 4.38  er heilte alle  

Das Lukas Evangelium nimmt uns in diesen Tagen wieder zurück zum Beginn von Jesus Sendung. Kafarnaum wird zum Mittelpunkt der Tätigkeit Jesu in Galiläa. Aber nicht seine Verwandten sammelt Jesus um sich, sondern Menschen, die mit ihm ziehen wollen.  Jesus spricht mit Leidenschaft vom Reich Gottes und dazu gehört auch, den Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ganz nahe zu sein. Vor allem denen, die Hilfe brauchen und Hilfe suchen. So wird heute eingangs im Evangelium erzählt, wie Jesus die Schwiegermutter von Petrus wieder gesund macht, aber danach heilt er auch unzählige Kranke, die man zu ihm bringt. Was für ein Trost muss von Jesus ausgegangen sein. Er hat die Sorgen der Menschen wahrgenommen und mit-getragen, er hat den Menschen Mut gemacht, sie aufgerichtet und und wo er konnte, hat er geheilt.  Bitten wir darum, dass auch wir füreinander heilsam sein dürfen

 

dass wir sehen und spüren, wo und wie Hilfe gebraucht wird

dass wir in Geduld hinhören, wenn Menschen uns ansprechen und mit uns reden wollen

dass wir Worte finden, auch dann, wenn es oft schwer ist, zu trösten

dass wir uns nicht davor scheuen, wenn Menschen Berührung und Nähe suchen

dass wir an der Seite von Menschen ausharren, wenn sie krank und hilflos sind

dass wir uns aber auch selbst öffnen, wenn wir Trost brauchen

dass wir Hilfe annehmen, wenn wir selbst ratlos und verunsichert sind

hilf uns, dass wir alle einander einfach GUT tun, dass wir uns bemühen, einander zu verstehen und ein kleines Stück die Sorgen des Anderen mittragen

 

um all das bitten wir dich, guter Gott. Unser Leben, unser Gesund- und Heil sein, all das ist in deiner Hand. Besonders bitten wir für alle, die krank sind. Gib ihnen Zuversicht und Kraft, heile du, was verwundet ist. Amen

Montag, 4. September 2023

Fürbitten 5.9. es gibt nicht nur GUTES

 



5.9.2023  Lk.4.31 Jesus treibt Dämonen aus

„Ja bist du denn von allen guten Geistern verlassen?“ Den Satz kennen wir recht gut und verwenden ihn, wenn wir sagen wollen: Das und jenes kann doch kein vernünftiger Mensch tun. In unserem Alltag handelt es sich wohl zumeist um Harmloses. Aber es gibt auch unbegreiflich Grausames, wie wir es fast täglich aus den Medien erfahren: was ist da BÖSES im Menschen, dass er so unmenschlich, so ent-menscht handeln kann? Früher hat man Unbegreifliches den „Dämonen“ zugeschoben – im Evangelium treibt Jesus heute einen solchen Dämon, vielleicht eben DAS BÖSE, aus einem Menschen aus. Aber auch in uns selbst kennen wir Gefühle, die uns erschrecken. Oder: man will doch gar nichts Böses tun, und doch passiert einem manchmal etwas, was einem danach zutiefst leidtut. Bitten wir Gott 

 

dass wir nicht so hilflos unseren Gefühlen ausgeliefert sind: wenn wir unfreundlich sind, wenn uns Depressionen plagen, wenn wir Andere nicht akzeptieren wollen, wenn wir antriebslos und lustlos sind

dass wir unsere Launen beherrschen können, Wut, Zorn, Eifersucht, Neid,

dass wir uns nicht in fixe Ideen und Vorstellungen verrennen - bei der Arbeit, in der Familie,               bei unseren Projekten

dass wir bewahrt werden von Abhängigkeiten und Zwängen - dass wir aber auch andere nicht in ein Korsett unserer Vorstellungen zwängen

dass uns auch die Liebe nicht besessen macht und den Anderen besitzen will

dass wir dem guten Geist Gottes in uns vertrauen können - dass wir uns auf die heilende Kraft Jesu verlassen können - dass wir auch in andere einen guten Geist legen, Freude und Zuversicht

 bitten wir auch, dass in unserer Politik wieder ein guter Geist einzieht, , Anstand, Respekt und Toleranz, Solidarität mit den Armen, Flüchtlingen und Fremden

beten wir ganz bewusst für einen uns unbekannten Menschen, der sich ins Böse verstrickt hat, Dass er aus seinen quälenden Gefühlen herausfindet

 

Du guter Gott, behüte und schütze uns alle, die wir aus deinem Geist leben wollen – „der Herr ist die Kraft meines Lebens“ haben wir heute im Palm gebetet, sei du die Kraft unseres Lebens heute, morgen und alle Tage unseres Lebens  Amen

 

immer wieder einen neuen Blick wagen

 


 

„So ist das Leben, eine ständig wechselnde Sehnsucht“  Lina Loos

 

„Es gibt nichts, was sich von selbst versteht“ Konrad Paul Liessmann

 

"Wodurch kann ich jetzt die Welt ein Stückchen heller machen?"                                            nach Viktor Frankl ist das eine der entscheidensten Fragen im Leben

 

"Du bist mit einem kleinen Funken Wahnsinn gesegnet. Du darfst ihn nicht verlieren“ Robin Williams

 

"Verscherze dir nicht
die Gunst deiner Schwächen“.  Elazar Benyoetz


"Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und

dem Zauber des Anfangs zu vertrauen." Meister Eckhart

 

Anleitung zum guten Leben: Joseph Beuys
"..Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume...
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere dich, 'verantwortlich zu sein' - tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. mache es Jetzt
Lache eine Menge...
Kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein...
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir...
Umarme Bäume"


"Du siehst die Welt,
wie du selbst bist." aus dem Talmud

 

...Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
wie wenig du brauchst..
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
und halte dich an Wunder...
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten. " Mascha Kaleko

 

"Wenn wir uns auf Begegnungen nicht mehr einlassen,
verlieren wir einen entscheidenden
Bestandteil unseres Lebens.
Es ist so, als würden wir aufhören zu atmen." Martin Buber


"manche 
kommen aus dem Staunen nie hinaus. 
manche nie hinein."   Elfriede Gerstl


"Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind." Francis Bacon + 1626

 

" Beharre nicht auf der Welle die sich an deinem Fuß bricht,
solange er im Wasser steht,
werden sich neue Wellen an ihm brechen." Bertolt Brecht


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht" Vaclav Havel

  

"In jede Gesellschaft gehört ein Idiot,
der die naiven Fragen stellt,
vor denen man selbst zurückschreckt." Mark Twain

  

"Fehler
sind die Pforten zur Entdeckung." James Joyce


das wünsche ich unseren Schulkindern:
Gelassenheit beim Fehler machen. Ohne Fehler lernt man nix Neues


 


Sonntag, 3. September 2023

Fürbitten 4.9. und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

 


4.9.2023 Du Gott der Anfänge

Dieser Montag heute ist nicht einfach nur der Beginn einer neuen Woche. Viele Kinder und Erwachsene im Osten Österreichs empfinden den heutigen Tag als eine Zäsur nach den letzten unbeschwerten Sommerwochen.  Ein neues Arbeitsjahr, ein neues Schuljahr beginnt.  Ab heute werden fast 90.000 Kinder in Wien, NÖ und dem Burgenland überhaupt zum ersten Mal die Schulbank drücken.  Ja, große und kleine Anfänge sind das – und jedem Anfang, so sagt es der Dichter und Schriftsteller Hermann Hesse – wohnt ein Zauber inne. Ein Anfang ist immer etwas ganz Besonderes. Wir alle kennen diese Mischung aus Erwartung, Freude, Ängstlichkeit. Das alles auch in diesem Jahr mit einer belastenden Inflation und bedrückender Weltpolitik im Hintergrund, in der Ukraine sehen wir kein Ende des Krieges. Das alles kann genug Sorgen machen – ABER legen wir Gott Tag für Tag unseren Neu-Anfang in die Hand. Bitten wir

 

Dass wir unseren Kindern und Jugendlichen Mut machen für ihren Weg

Dass wir selbst positiv sind und Vertrauen haben

Dass wir uns von Rückschlägen nicht entmutigen lassen

Dass wir in jedem Fehler und in jeder Krise auch die Chance für Neues sehen

Dass wir offen und neugierig bleiben  

Dass wir uns begeistern lassen und uns Neues zutrauen

Dass wir es auch immer wieder riskieren, aus Alltag und Routine auszubrechen

Dass wir ganz bewusst das suchen, was UNS GUT tut, dann fällt es leichter, selbst Gutes zu tun

Lass uns erkennen was bleiben soll – und was sich ändern muss

 

So legen wir diesen Neu-Anfang, so legen wir diesen neuen Tag in deine Hand, guter Gott – behüte, was du geschaffen hast – mach Frieden und Versöhnung möglich, wir vertrauen dir, heute und immer. Amen