Seiten

Samstag, 2. April 2016

durchnässt bis auf die Herzhaut - Auferstehen 7



Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.

Der Wunsch nach der Landschaft diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.

Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang 
die Taube den Zweig vom Ölbaum bringe,
dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass die Blätter der Rose 
noch am Boden eine leuchtende Krone bilden.
Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube 
und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem zu uns selbst entlassen werden.

                                                        
Hilde Domin





Freitag, 1. April 2016

Fürbitten 2.4. über das muss ich einfach reden ...Apg.4.13



2.4.2016 wir können unmöglich schweigen  Apg.4.13 Sa Osteroktav
„Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“ sagen Petrus und Johannes, als sie vom Hohen Rat bei Strafe den Befehl bekommen, nicht mehr über Jesus zu sprechen. Wie geht es uns? Worüber, über welche Erfahrungen können und wollen wir nicht schweigen, was wollen wir weiter erzählen, wovon geht uns das Herz über? Wird in unseren Kirchen nicht oft zu viel gepredigt und viel zu wenig von persönlichen Glaubenserfahrungen gesprochen? Bitten wir

dass wir immer wieder über unsere eigenen lebendigen Erfahrungen mit Jesus sprechen können

Christus auferstanden – wir bitten dich erhöre uns

dass wir keine Angst und keine Scheu haben in einfachen Worten und ohne theologische Floskel zu reden

dass wir uns den Glauben nicht vorkauen lassen, dass wir nicht stecken bleiben in Äußerlichkeiten, in eingelernten Formeln und Ritualen

dass wir nicht anständig und fromm sind, nur weil es „Pflicht“ ist, sondern dass wir mit unserem Leben und unserer ganzen Liebe hinter unserem „Glaubensbekenntnis“ stehen

dass auch in unseren Kirchen so von Gott gesprochen wird, dass er in seiner ganzen Liebe und Barmherzigkeit erfahrbar ist

dass wir uns Auferstehung zutrauen, dass immer wieder etwas in unserem Leben ganz neu sein kann und dass wir diese Erfahrung mit anderen teilen wollen


Du guter Gott, so bitten wir heute ganz besonders, für alle, die nicht von klein auf  Zugang zum Glauben finden, für alle die glauben wollen und doch immer wieder zweifeln – und wir bitten für uns selbst, dass wir anderen den Weg zum Glauben nicht schwer machen oder versperren. Hilf uns von Jesus als dem Auferstandenen in unserem Leben zu sprechen. Amen
 

"von Gott umgeben - wie ein Embryo..." Auferstehen 6


Beim Einschlafen denke ich manchmal:
Was wird mit mir sein, wenn ich nicht mehr aufwache?
Ich denke mir oft,
dass ich vor der Geburt
von meiner Mutter umgeben war,
in ihrem Leib, ohne sie zu kennen.
Dann brachte sie mich zur Welt,
und ich kenne sie nun und lebe mit ihr. 

So, glaube ich,
sind wir als Lebende von Gott umgeben,
ohne ihn zu erkennen. Wenn wir sterben,
werden wir ihn erfahren
so wie ein Kind seine Mutter,
und mit ihm sein.
Warum sollte ich den Tod fürchten?      

Carl Zuckmayer