29.8.2025 Enthauptung Johannes der Täufer
Wir trösten
uns so oft mit einem liebevollen, gütigen, rettenden Gott. Aber die Geschichte
der Menschen, die sich auf IHN eingelassen haben, sieht oft ganz anders aus.
Viele Propheten sind elend zugrunde gegangen, Jesus selbst wurde gekreuzigt,
eine nicht überschaubare Zahl von Menschen, bis heute, wird auf Grund ihres
Glaubens verfolgt und getötet. Millionen von Juden, auch tiefgläubige Juden,
haben Jahwe im Holocaust nicht als Retter erfahren. An welchen Gott glauben
wir? Worin besteht unsere Hoffnung? Heute etwa begehen wir den eher
verstörenden Gedenktag der „Enthauptung Johannes des Täufers“. Johannes war nur wenige Monate älter als Jesus, er lebt lange Jahre als
Asket in der Wüste, später ruft er die Menschen zur Bekehrung auf und tauft sie
im Jordan. Auch Jesus unterzieht sich dieser Johannes Taufe, durch sie erfährt
er seine Berufung. Johannes wird wenig später auf Befehl von König Herodes
enthauptet – das Schreckliche wird als Stoff in Oper, Literatur und Malerei
fast verharmlost. Worin also besteht unsere Hoffnung? In der Lesung
hören wir, wie Jahwe zum Propheten Jeremias spricht: nichts wird dich bezwingen
„ich bin mit dir, um dich zu retten“ So bitten wir
Für alle, die um das nackte Leben kämpfen.
Für die Menschen in den Kriegs- und
Krisengebieten
Für alle, die hilflos Naturkatastrophen
ausgeliefert sind
für die Flüchtlinge und die Heimatsuchenden
dass auch sie eine gute innere Stimme hören
können
der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben
gibt
wir bitten für die Benachteiligten in unserem
Land
Für alle, die verunsichert sind und ängstlich
in die Zukunft schauen.
Für alle, denen die Gegenwart Angst macht
für alle Schwerkranken und alle Sterbenden
dass auch sie eine gute innere Stimme hören
können
der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben
gibt
Für alle, die voll Unruhe und Sehnsucht auf
etwas warten
Auf Liebe, auf Geborgenheit auf Sicherheit
auf einen guten Menschen, auf ein gutes Wort
für alle die auf eine Veränderung in ihrem Leben warten
dass auch sie eine gute innere Stimme hören
können
der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben
gibt
Für alle, die eben erst dabei sind, das Leben zu
lernen.
Für die Kinder und Jugendlichen, für ihre Lehrer und Lehrerinnen.
Für unsere Schulen und alle, die sich um Bildung bemühen.
für alle Menschen in einer Liebesbeziehung
dass auch sie eine gute innere Stimme hören
können
der sie vertrauen und die ihnen Mut zum Leben
gibt
du guter Gott, so bitten wir für uns alle
um Mut und Vertrauen ins Leben. Sei du mit uns auf dem Weg, amen
wir können
auch mit Worten des indischen Dichters Rabindranath
Tagore bitten:
Du guter Gott, Lass mich nicht bitten,
vor Gefahr bewahrt zu werden,
aber lass mich dich bitten, dass ich den
schwierigen Situationen meines Lebens
furchtlos begegne
Du guter Gott, lass mich nicht das Ende meiner
Schmerzen erflehn,
aber ich bitte dich um ein starkes Herz,
das auch den Schmerz und die Angst besiegt.
Du guter Gott, Lass mich in den
Schwierigkeiten des Lebens nicht verzweifeln
weil ich glaube, keine Hilfe zu finden
aber lass mich dich bitten,
dass ich meine eigene Stärke und Kraft
entdecke
Du guter Gott, lass mich nicht in Sorge und
Furcht nach Rettung rufen,
sondern lass mich im Vertrauen auf Dich
hoffen, dass ich Geduld habe,
Du guter Gott, schenke mir die Gnade nicht zu
versagen und kein Feigling zu sein,
Du guter Gott, lass mich nicht ein Mensch sein
dem nur der Erfolg Sicherheit im Leben
gibt
Du guter Gott, was immer mit mir geschieht,
um das eine bitte ich Dich
lass mich immer den Halt deiner Hand fühlen,
gerade dann, wenn ich versage und ganz klein
bin.
So bitte ich und so bitten wir voll Vertrauen.
Amen
Rabindranath
Tagore 1861 – 1941 Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker
- 1913 Nobelpreis für Literatur